Band 1
Das arabische Skript

Der Fernseh-Journalist Jean Quetsch aus Köln gerät auf dem Weg in seine Heimat Luxemburg über eine Zeitschwelle in die Zukufts-Stadt Neu-Jericho. Schon gleich in der Nacht seiner Ankunft begegnet er im Café Havanna 2057 der tief verschleierten Al Hamra Toyra, die dort an einem erotischen Liebesroman in arabischer Sprache arbeitet. Toyra bringt Jean beinahe um den Verstand, während Captain Jumbo, ein ehemaliger Verehrer Fidel Castros ihn in die politische Utopie des Stadt-Staates einweiht, der auf dem Gelände von Luxemburg entstanden ist.
 
 


Neu-Jericho ist eine Pagoden-Stadt mitten in Europa, ungefähr da, wo sich Luxemburg befand. Neu-Jericho ist ein Kleinstaat, der nur aus dieser riesigen Stadt besteht. Alle Einwohner, außer Jugendlichen und Kindern, sind Migranten. Sie kamen aus Frankreich, Deutschland, England und BeNeLux, viele auch aus Osteuropa und arabischen Ländern.
      Der Kapitalismus ist abgeschafft. Der Euro ist durch eine digitale Währung ergänzt worden, die im Volk Digi genant wird. Dieses elektronische Geld existiert nur auf Geldkarten. Das Besondere daran ist, der Digi ist mit einem wöchentlichen Abschlag belegt. Etwas Ähnliches wie ein negativer Zins. Als Jean Quetsch dort landet, beträgt der Abschlag 1% pro Woche. Das ist gesteuerte Inflation. Der Staat kontolliert die Währung, das Volk kontrolliert den Staat.
      Es herrscht Direkte Digitale Demokratie mit Abstimmungen an gesicherten Terminals, die sich in jeder Pagode der Stadt befinden. Politische Parteien sind zwar nicht verboten, spielen aber keine Rolle mehr, auch das Fernsehen hat sich überlebt.

Band 2
Nobelpreis der Zwerge

Die blonde Irina Petrenko, Tochter von Migranten aus der Ukraine, wird in den Verwaltungsrat von Neu-Jericho gewählt und avanciert zur Botschafterin, welche die Funktion einer Außenministerin ausübt. Jean Quetsch ist in seinen alten Beruf als Journalist zurückgekehrt und arbeitet für den rennomierten Neu-Jericho Express. Auf einer Pressekonferenz begegnen sich die beiden und Irina beruft Jean in ihr Team bei einem Besuch in Kiew. Dort kommt es zu einer leidenschaftlichen Begegnung und zu einem politischen Skandal. Trotz Intrigen und Peinlichkeiten wird Irina für den globalen Friedenspreis der Kleinstaaten nominiert, der auch verächtlich Nobelpreis der Zwerge genannt wird...
 
          Leseprobe        


Alles über Geld und Finanz-Industrie
 
Am Rad des Geldes drehen
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Die Macht der grauen Männer
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Investitionen Geldüberfluss
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Kapitalismus oder Religion?
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National Bank of Abu Dhabi
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Räuber und Gendarm
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Der Staat und
die Banken;
Mario Draghi

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Steueroase Delaware
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Umverteilung von Staaten begünstigt
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Zinsen und Geldvermehrung
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Ein Klick und du weißt mehr


In der Realität ist es das Allerwichtigste, die Umverteilung von unten nach oben umzukehren. Hier sind Vorschläge, wie die Ausbeutung immer weiterer Kreise zu stoppen ist:
 

 

Negativer Zins - wöchentlicher Abschlag

Die Idee ist etwa hundert Jahre alt, sie geht zurück auf Silvio Gesell (Wikipedia). Er schlug vor, dass ein Ausgabe-Datum auf Geldscheinen notiert wird, damit an einem Stichtag aus 1000 Mark 990 Mark werden. Dies war eine gute Idee, jedoch sehr unpraktisch.
 
      In Neu-Jericho ist die Realisierung eines Abschlags mit digitaler Technik ganz einfach. Der Geld-Betrag reduziert sich automatisch auf der Geldkarte um 1% pro Woche. So wird die Ansammlung großer Geldmengen (Kapitalbildung) verhindert. Die Besitzer von viel Geld sind nicht mehr doppelt im Vorteil gegenüber den Besitzern von weniger Geld, weil Geld sich nicht automatisch vermehrt. Im Gegenteil, es verringert sich, wenn man oder frau nichts damit unternimmt.
 
      Jeder, der etwas auf seiner Geldkarte hat, steht sich in Neu-Jericho am besten, wenn er dieses Geld bald wieder ausgibt. Das belebt automatisch die lokale Wirtschaft; es fördert kleine Unternehmen, Dienstleistungen, Handwerk, lokale Märkte, Gastronomie, Unterhaltung, Kunst und Kultur.
 
      Silvio Gesell nannte seine Idee Freigeld ; in Neu-Jericho wird die Währung mit wöchentlichem Abschlag Handgeld genannt, weil das Geld immer zur Hand sein soll, um es in der ersten Woche gleich wieder auszugeben.
 
      Die digitale Währungseinheit nennt man dort den Digi. Es ist sehr leicht, an den Digi heran zu kommen. Das Handgeld wird nicht gespart und zu Kapital angehäuft. Es verliert wie jeder andere Gebrauchsgegenstand mit der Zeit seinen Wert, ein ganz natürlicher Verfalls-Prozess, der durch die Gesetze des Lebens und der Physik vorgegeben und nicht aufzuhalten ist. Wer dem entgehen will, kann auch in Neu-Jericho seinen Digi zu einem sehr ungünstigen Kurs in Euro oder Dollar tauschen.
 
Zurück nach Neu-Jericho


 

Zuviel Geld in der Welt

Je konsequenter eine Ideologie betrieben wird, desto weiter führt sie in den Totalitarismus. Dies gilt für alle Ideologien, auch für solche, die wir einmal für sympathisch gealten haben und ebenso für... Religionen.
      Neue Ideologien entstehen ständig. Beispiel: Moslemische Länder, wo Religion jetzt verabsolutiert wird.
      Das alles weiß jeder, doch sehen viele nicht, wie die westliche Welt darunter leidet, dass sie die eigene Ideologie verabsolutiert. Nach der Auflösung der Sowjetunion ist die Ideologie, die man bis dahin mit dem Schlagwort Kapitalismus bekämpft hatte, entfesselt worden und hat eine Mehrheit der Menschen ins Unglück gebracht. (Mehrheit nach Zahl der Menschen, einschließlich der Kinder, nicht die herrschende politische Mehrheit.)
 
      Solange die Staaten dieser Entwicklung nicht Widerstand leisten, ist kein Ende in Sicht.
      Der Untergang der Planwirtschaft ist kein Beweis dafür, dass die andere Ideologie, der Kapitalismus, richtig ist. Alle Ideologien sind falsch, wenn versucht wird, 100% von der Idee wort-wörtlich in die Tat umzusetzen. Das ist totalitär.
      Was steckt hinter dem entfesselten Kapitalismus? Monetarismus? Neoliberalismus? Globalisierung?
      Dahinter steckt eine Überschätzung des Geldes (egal ob Dollar, Euro, Rubel, Drachme oder Deutschmark):
  • Geld ist in viel zu großen Mengen vorhanden
  • Geld hat keinen Abnutzungs-Effekt, es ist vom natürlichen Verfall aller toten Genstände ausgenommen
  • Es wird postuliert, dass es sich ständig von selbst vermehrt (Zinsen und Rendite)
  • Sein Erwerb wird als Selbstzweck angesehen, obwohl es keinen eigenen Wert hat, sondern nur Tauschwert
  • Selbst Politiker versuchen alle Probleme mit Geld zu lösen.
  • Geld wird über die anderen Werte gestellt, Natur, Moral, Lebensraum
  • Menschen sind käuflich durch Bestechung, Lobbyismus, bis hin zur Prostitution und moderner Sklaverei
  • Kurz gesagt, das Geld wird vergöttert
      Die Überschätzung des Geldes ist besonders hartnäckig, weil Geld gegen alles eintauschbar ist. Wer einer Sucht verfällt, kann durch Geld (vorübergehend) erlöst werden. So entsteht Geldsucht aus vielen anderen unstillbaren Verlangen (Sucht nach Größe, Bedeutung, Kokain, Macht, Freiheit).
      Geld ist aber nur ein Betriebs-Stoff wie Öl. Und Öl steht über dem Geld, weil es schwieriger zu beschaffen ist.
      Geld ist nicht der Grund allen Übels, wie oft behauptet wird. Das Übel ist die Ideologie des Geldes, die unmenschliche und unsoziale Postulate aufstellt. Dadurch, dass Geld auf der einen Seite im Überfluss vorhanden ist, aber auf der anderen Seite mit allen Mitteln und Tricks den arbeitenden Menschen entzogen wird, dient es der Herrschaft. Der Herrschaft derjenigen, die über Geld in Mengen > 100000000 verfügen über diejenigen, die zwecks Lebensunterhalt einem Gelderwerb nachgehen.
 
      Gegen die falsche Ideologie und Herrschafts-Funktion des Geldes gibt es ein technisches Mittel: Eine Währung, die anderen Gesetzen folgt, die auf einer anderen Konvention beruht als auf der, dass Geld ständig Zinsen bringt und sich vermehrt.
      Mit der heutigen Technik lässt sich eine digitale Währung schaffen, die im Besitz des Benutzers mit der Zeit nicht mehr, sondern weniger wird. Und das nicht durch unkontrollierte Inflation, sondern durch einen mathematisch geregelten Prozess, einen Algorithmus.
 
      In der utopischen Stadt Neu-Jericho, existiert neben dem Euro ein Handgled auf Geldkarten und wird Digi genannt. Der Digi ist mit einem Abschlag (negativer Zins) von 1% pro Woche belegt: Wer heute 100 auf dem Konto hat, hat in der nächsten Woche nur noch 99 Digi.
      Dadurch werden diejenigen begünstigt, die ihr Geld wieder ausgeben, gegenüber denjenigen, die soviel haben, dass sie es nicht ausgeben können.
      Das Postulat der Rendite, wie es jetzt gilt, begünstigt dagegen die Anhäufung von Geld. Wer Geld in Überfluss hat, so dass er es nicht ausgeben kann, bekommt durch Zinsen und Rendite immer mehr dazu.
 
      Die Probleme des Geldüberflusses, des zwangshaften Wachstums der Wirtschaft und andere Auswüchse des bestehenden Finanz-Systems (Verarmung der Massen) werden durch die Währung mit Abschlag beseitigt.
      Die Menge des digitalen Geldes Digi und die Höhe des Abschlags werden in der utopischen Stadt Neu-Jericho vom Staat gesteuert, der damit Finanzen und Konjunktur der Wirtschaft im Griff hat, ohne die Freiheit der einzelnen Bürger einzuschränken. Und der Staat ist (in der utopischen Stadt Neu-Jericho) unter direkter demokratischer Kontrolle, ebenfalls mithilfe digitaler Technik:

Autor: Rob Kenius, 26.05.2014
       alle Rechte vorbehalten
       letzte Änderung: 31.10.2014

 
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