Keiner sagt nein!
Die Macht der grauen Männer


   

Alles über Geld und Finanz-Industrie
 
Am Rad des Geldes drehen
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Investitionen Geldüberfluss
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Kapitalismus oder Religion?
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Räuber und Gendarm
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Der Staat und
die Banken;
Mario Draghi

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Steueroase Delaware
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Umverteilung von Staaten begünstigt
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Zinsen und Geldvermehrung
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Ein Klick und du weißt mehr

Ein Heer von grauen Männern, ein graues Heer, es sind Hunderttausende. Sie tragen dunkelgraue Anzüge, weiße Hemden und dezente Krawatten. Keine grellen Muster, Karos oder gar Blumen. Sie haben keine Kopfbedeckung und auch sonst keinerlei Kennzeichen wie Tattoos, Piercings, Embleme, Ohrringe oder breite Ledergürtel, nichts. Sie denken abstrakt.
 

Die grauen Männer kamen aus der ganzen Welt nach London und nach New York, nicht nur aus den USA, England und Europa. Sie kamen aus Indien, Pakistan und Japan, auch aus Mexiko, Brasilien und Nigeria, aus Honkong und Abu Dhabi. Sie haben ihre Herkunft vergessen und ihre Stammesreligion. Sie glauben nicht mehr an Gott in einer Person, auch nicht an Gott in drei Personen. Dieser Glaube ist längst überholt. Sie glauben nur an das Geld.
 
Geld ist göttliche Gnade. Geld ist allmächtig, allgegenwärtig und allumfassend. Geld ist gegen alles eintauschbar. Das ist der Kern der Sache. Wer für sein Ego schnelle Autos, Diamanten oder Reisen ans Ende der Welt braucht, kann das für Geld haben. Wer willige Frauen will, kann sie mit Geld verwöhnen, wer Kinder kriegt, kann sie mit Geld versorgen.
 
Im Zentrum der Bewegung ist das Geld unsichtbar. Es ist abstrakt wie Gott in einer Kathedrale, einer Synagoge oder Moschee. Im Zentrum werden keine Fragen gestellt, warum Geld Gott oder Gott Geld ist und was Geld zum höchsten Wert macht.
 
Es steht außer Frage,
es ist selbstverständlich
begehrenswert,
vermehrenswert
und im Prinzip unendlich.
 
Aber wie bei allen Religionen gibt es teuflische Probleme mit der Realität. Weil Geld sich immer mehr vermehrt und weil die grauen Männer seit Jahrzehnten nichts anderes im Sinn haben, als Geld zu vermehren und die Vermehrung des Geldes zu beschleunigen, deshalb gibt es inzwischen viel zu viel Geld auf der Welt. Und besonders die grauen Männer haben viel zu viel davon, sie müssten am besten wissen, dass viel von dem Geld, das sie haben, überflüssig ist.
 
Sie halten es griffbereit auf den Konten in Finanz-Oasen. Sie können es in Millisekunden hervorholen, nachchecken, verschieben und um den Globus rotieren lassen, bei Tag und bei Nacht. Die Welt des Geldes hat keine Grenzen mehr und keine Schranken. Global und überall.
 
Würden sie alles Geld auf einmal auf den Markt schmeißen, könnten sie damit alles kaufen, was es gibt: Alle Lebensmittel, alle Autos, alle Schiffe, alle Häuser und alle Waffen. Sie könnten auch alle Arbeiter und Dienstleistenden, Soldaten, Krankenschwestern und Piloten nach ihrer Leistung bezahlen, dann hätten sie immer noch dreiviertel des Geldes übrig, ungenutzt, fest in der Hand. Und da liegt das Problem.
 
Der größte Teil des Geldes wäre dann überflüssig, es wäre nichts wert, läge nutzlos herum, wäre nur Papier oder eine wertlose Zahl mit vielen Stellen auf einem sinnlosen Speicherplatz.
 
Der Überschuss an Geld wäre der endgültige Beweis dafür, dass an der Religion des Geldes etwas nicht stimmt. Es wäre der Beweis, dass jeder Geldschein viel weniger wert ist, als draufsteht. Dann würde allen klar: Geld ist eine von Menschen erfundene Sache wie das Rad, eine Konvention, eine Zahl, die manchmal passend ist, aber meistens zu klein. Oder zu groß. Geld ist nichts Lebendiges, nichts, das Lebewesen zum Leben brauchen, nichts, mit dem irgendetwas anzufangen ist, außer es auszugeben und einzutauschen. Und wenn alles, was der Mensch wirklich braucht, gegen Geld eingetauscht ist, dann wäre der riesige Rest an Geld überflüssig.
 
Die grauen Männer - es gibt auch einige graue Frauen mit Blazern und engen Röcken - sie ignorieren dieses Problem, da es ihr Handeln sinnlos macht, aber sie müssen die Tatsache trotzdem taktisch bekämpfen, weil das überschüssige Geld ja existiert. Sie leben in der schizophrenen Situation, dass sie für ein Dogma kämpfen, das längst widerlegt ist.
 
Das ist nichts Besonderes, das können andere auch. Doch es ist bei ihnen schlimmer: Den gewaltige Überfluss an Geld, der ihre Religion widerlegt, den haben sie selber herbeigeführt durch ihre sinnlose Manie, das Geld ständig zu vermehren.
 
Was passiert jetzt? Wie reagieren die vielen grauen Männer und die wenigen grauen Frauen, die zu viel Geld haben und die selber schon zu viele sind, wie reagieren sie auf die Erkenntnis, dass ihre Bewertung des Geldes falsch ist?
 
Sie werden radikal. Das ist Psychologie. Getroffener Hund bellt. Sie reden sich ein, dass sie immer auf dem rechten Weg wandeln. Sie bestätigen sich gegenseitig, stacheln sich an, wetteifern im Glauben, kämpfen verbissen um jeden Erfolg.
 
Um zu vertuschen, dass zu viel Geld auf der Welt ist, nehmen sie jetzt allen anderen das Geld weg. Sie reißen es an sich, wo sie nur können und tun es in großem Stil überall. Global.
 
Die Umverteilung beginnt. Löhne werden gekürzt, Firmen geschlossen, Arbeitsplätze verlagert und vernichtet. Das Geld muss wieder knapp sein, damit Menschen dem Geld hinterher rennen, damit sie für einen noch so geringen Lohn arbeiten.
 
Geld wird auf der ganzen Welt knapp. Wenigstens in der Öffentlichkeit, aber es sammelt sich auf riesigen Konten im Verborgenen in Steuer-Oasen. Von da wird es im Millisekunden-Takt global verschoben, um immer mehr Geld mit dem Verschieben von Geld zu verdienen. Transaktionen, Hochfrequenz-Handel, Hedgefonds, Raubtier-Kapitalismus. Jede Schwäche der anderen wird gnadenlos zum Geldverdienen ausgenutzt.
 
Irgendwann ist damit Schluss. Der Konsum kommt nicht mehr mit. Weil die Leute kein Geld in der Tasche haben, wird es schwierig mit der Konsumgesellschaft. Schon wieder eine Tatsache der banalen Realität, die das System widerlegt. Ein Beweis, dass die Religion der grauen Männer falsch ist. Dieser Glaube bringt für die meisten kein Glück, nicht einmal Konsumglück. Aber die grauen Männer ignorieren die Armut, die durch ihre Gier im Geldüberfluss entstanden ist. Doch halt! Vergessen wir das. Die Rettung ist in Sicht:
 
Bei den Staaten, genauer gesagt, bei Regierungen ist noch viel zu holen. Die Regierenden machen ihre Politik mit Geld. Schon lange machen sie das so, sie sind mit Geld angefixt. Die Banken haben es immer gewusst: Staatsanleihen sind eine sichere Geldanlage. Die Schulden, die Staaten machen, sind ein Geschenk für die Banken. Also her damit! Mehr Schulden, mehr Profit.
 
Es trifft sich gut, dass in der parlamentarischen Demokratie die Regierungen alle paar Jahre wechseln, so dass die Regierenden sich keine Gedanken über die Rückzahlung der Schulden machen müssen. Das ist Sache der Nachfolger und oft sind das die Halunken von der anderen Partei. Geschieht denen recht! Und die machen's genau so.
 
Die Staatsschulden steigen ins Unermessliche, weil alle davon einen Profit haben, nur das Volk nicht, aber die Banker, Geldbesitzer und Politiker, die durch Schuldenmachen ihre Potenz steigern.
 
Die Wirtschaft boomt, die Steuern sprudeln, aber das Geld im Staat ist knapp. Kein Geld für Kultur, kein Geld für Kunst, kein Geld für Erziehung und Bildung. Das ist den grauen Männern aber egal. Es ist in ihrem Sinn. Geld muss knapp sein, damit es begehrenswert bleibt.
 
Doch keine Angst, es gibt noch Länder, in denen was zu holen ist. Und wenn die Politiker dort einsehen, dass mit weiteren Schulden kein Staat mehr zu machen ist? Was dann? Dann müssen die grauen Männer sich etwas völlig Neues einfallen lassen.
 
Das neue Zauberwort heißt Privatisierung.
 
Ein Krankenhaus, eine Schule, ein Flughafen und eine Müllverbrennungsanlage oder besser noch zehn Krankenhäuser, fünfzig Schulen, fünf Müllverbrennungsanlagen und ein Großflughafen. Das würde den Staat 35 Milliarden kosten, die er nicht hat. Aber die grauen Männer können es locker machen! Der Staat bekommt seine Objekte aus privater Hand und muss 25 Jahre lang Miete zahlen, jedes Jahr nur drei Milliarden, langsam steigend. Das lässt sich vermitteln, der Etat gibt es her, das Parlament nickt es durch. Und die Grauen Männer werden jetzt noch mehr. Zu ihnen stoßen Planungsbüros, Anwaltskanzleien, ein Firmenkonsortium und Subunternehmer. Auch braune Männer und besonders geile Dunkelmänner.
 
Doch wehe, wehe, wenn einer von draußen an die geheimen Verträge kommt und zu rechnen anfängt! Es ist ja beinahe einfach: 25 mal 3 ist 75. Es wird für den Staat so um die 40 Milliarden teurer als in Eigenregie. Geschenkt bekommt man nichts von den grauen Männern und von den braunen Männern erst recht nicht. Mit denen ist nicht gut Kirschen essen.
 
Da ist wieder ein Punkt, wo die Geldreligion an die Grenzen der Realität stößt. In diesem Fall ist es die Justiz. Die Justiz könnte zupacken. Aber langsam. Die Verträge haben wenigstens 10.000 Seiten, nach englischem Recht. Das dauert Jahre. Bis dahin zahlt der Staat an die grauen Männer und die zahlen an die braunen Männer, keiner weiß genau wie viel.
 
Was ist aber, wenn die Leute draußen was merken? Wenn sie auf einmal nein sagen. Wenn das Volk nicht mehr mit macht. Nicht mehr wählt, nicht mehr zahlt, nicht mehr glaubt. Was machen die grauen Männer dann? Hetzen sie dann die braunen Männer auf uns?
 
Weiter geht die Geschichte nicht, denn sie spielt in der Realität und die endet hier und heute, am 28.01.2015. Morgen wissen wir vielleicht mehr. Die Lage ist nicht ganz hoffnungslos.
 
                           
 
   






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