Kampfthema Wahlkampf

Wahltaktik für
durchschnittlich demokratische Wählerinnen

Eine Mehrheit in Regierung, Medien, Demografie und Wahlvolk glaubt, dass eine einzelne Person namens Angela Merkel unseren Wohlstand, unsere Stellung in der Welt und eine Wende Europas zum Besseren garantiert. Das kann nicht wahr sein, denn die Zeiten der Monarchie sind vorbei, auch wenn Angela Merkel eine gute Monarchin abgeben würde.
 
Sie ist bescheiden, etwas unscheinbar, will nichts verändern, redet nicht laut, verschweigt Unangenehmes, verlangt von uns nichts und erweckt den Eindruck, dass mit viel Geld viel Gutes getan und Schlechteres verhindert wird. So soll eine Königin sein! Aber soll eine demokratisch gewählte Regierung so sein, deren Zeit begrenzt ist und die aus der Wahl von Parlamets-Parteien hervorgeht?
 
Nein. Die stärkste Partei heißt auch nicht Merkel, sondern CDU. Das "C" bedeutet "christlich", pssst! Wer das Flüstern des Windes versteht, weiß, dass es schon lange "Capital" bedeutet. Pssst, die CDU vertritt die Finanzmacht der internationalen Konzerne und deren Ideologie: Geld soll in möglichst großer Menge überall sprudeln und fließen und von ganz oben in einem möglichst hohen Prozentsatz als Rendite abgeschöpft werden, pssst.
 
Der Staat dagegen soll bescheiden und unscheinbar sein, nicht laut werden, nicht eingreifen, Unangenehmes verhindern oder verschweigen, keine Veränderungen bewirken und von denen, welche die Finanzströme lenken, nichts verlangen, was ihre globale Handels- und Transaktions-Freiheit einschränkt. Pssst!
 
"Never touch a running System!"
 
Die CDU steht mehr als jede andere Partei für die Erfüllung dieser Wünsche und realisiert am besten die Transformation finanzieller und wirtschaftlicher Macht in politische Macht. Aber leider nicht umgekehrt, keine Kontrolle der unkontrollierten Märkte der Macht. Wohin eine solche Parteipolitik fürt, das zeigen uns die Republikaner in USA.
 
Demokratie ist das nicht, aber trotzdem muss gewählt werden und die CDU verspricht zur Wahl:
 
"Ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben".
 
1. Frage: Wer will das nicht?
2. Frage: Wer ist wir?
3. Frage: Wer ist dagegen?
 
Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: Niemand!
 
Ja, am besten wählt niemand CDU;
denn sonst geht das alles so weiter: der neoliberale Trip, die Globalisierung der Finanzströme, die Steuerhinterziehung, das Anheizen der Krisenherde, die Waffenexporte, die Rücksichtlosigkeit der Automobilindustrie, die Privatisierung von Staatseigentum und die Entdemokratisierung Europas.
 
Wen sollen wir aber wählen? Keine einfache Frage; wir müssen taktisch vorgehen, weil wir von Taktikern beherrscht werden und nicht von Visionären oder Konstrukteuren einer Zukunft. Das erste taktische Ziel ist, das "Capital" zu schwächen, also nicht CDU (oder FDP) zu wählen.
 
Das ist gut für die Umwelt, das ist gut für die Renten, das ist gut für Schüler und Studenten, für die Zukunft und für diejenigen, die nicht mehr Geld haben, als sie brauchen. Und das sind die meisten.
 
Das zweite taktische Ziel ist, eine andere Partei stärker zu machen als die CDU, damit diese den Auftrag für die Regierungsbildung bekommt. (Genau das sagt auch Martin Schulz und damit hat er recht.) Also müssen möglichst viele taktische Wähler SPD wählen; eine bessere zweitstärkste Partei haben wir nicht.
 
Viele werden trotzdem die Linke oder die Grünen bevorzugen. Das ist keinesfalls verkehrt; doch wenigstens die Erststimme immer für die SPD, damit eine neue Regierung an die Macht kommt und regieren kann.
 
Mehr ist im Rahmen der parlamentarischen Demokratie jetzt nicht zu machen. Ein längerfristiges Ziel ist Direkte Demokratie mit digitalen Mitteln, also Direkte Digitale Demokratie. Die gibt es noch nicht, doch es geht voran. Hier ist schon ein lesbares und sehr engagiertes Buch darüber: Neustart...
26.06.2017

Stapelbare Stapelware

Nachruf eines Zeitzeugen

Nichts Schlechtes über die Toten. Eine Redensart der Römer. Ich halte es umgekehrt. Der alte Mann im Rollstuhl tat auch mir leid und ich habe selten über ihn geredet oder geschrieben, aber jetzt fühle ich mich verpflichtet, als Zeitzeuge von Anfang an, Helmut Kohl so zu schildern, wie ich ihn gesehen habe. Möge seine Seele in Frieden ruhen.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser Leben, so wie es ist,
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

All das, was man uns Deutschen im Ausland immer vorwirft, selbstgefällig, überheblich, aufdringlich, laut und unsensibel zu sein, all das hat Helmut Kohl in seiner ganzen Größe und unübersehbaren Person verkörpert. Viele werden ihn deshalb einen großen Deutschen nennen. Mir war er von Anfang an unsympathisch, auch schon vor der Kanzlerschaft, auch mehr als jede andere Größe der CDU in kohlscher Zeit: Geißler, Teufel, Albrecht, Süssmuth, Biedenkopf, Schäuble...
 
Aber Helmut Kohl hat 25 Jahre lang die CDU und 16 Jahre lang Deutschland regiert. Wie war das möglich? Es liegt an einem sicheren Instinkt für Macht und Mehrheit. Mit seinem überstarken Ego und viel Rücksichtslosigkeit brachte Kohl sich an die Spitze der CDU und es war klar, er würde irgendwann Kanzler werden, auch wenn das Volk ihn unsympathisch fand. Das hat er mit geschickter Taktik erreicht und dann wollte er nicht mehr abtreten, sechzehn Jahre lang.
 
Gegen Schmidt argumentierte er mit dessen Staatsschulden, aber die Staatsschulden, die Kohl hinterlassen hat, gehen um ein Vielfaches darüber hinaus. Kohl hatte kein Verständnis für Quantitäten; die Unmäßigkeit seines Charakters war ihm anzusehen. In jedem seiner Haushalte war ein riesiges Milliardenloch, das durch Schulden gestopft wurde. Er entdeckte schnell, dass man mit Geld alles machen kann, verstand aber nicht, dass Geld ein Kontinuitätsprinzip befolgt und dass die Geldmenge auch in einem satten Staatshaushalt nicht unendlich ist.
 
Die fehlerhafte Schuldenpolitik ist heute vergessen, weil die immensen Schulden der Wiedervereinigung noch einmal alles übertroffen haben. Dieses Manko resultiert aus der falschen Annahme, dass alles, aber auch alles in der DDR wertlos gewesen sei. Die Ideologie des Antialtkommunismus auf Seiten von Helmut Kohl hat uns hunderte Milliarden DM gekostet. Das Volksvermögen der DDR wurde verramscht, aber die Ramsch-Mark der DDR wurde 1 : 1 gegen DM getauscht als Wahlgeschenk für die nächste Kanzlerschaft.
 
Für den einen Helmut Kohl hätten wir drei andere Kanzler haben können.
 
Die Wiedervereinigung haben wir Michail Gorbatschow zu verdanken, der wegen seiner historischen Größe den Friedensnobelpreis bekommen hat. Kohl hat das Geschenk der Geschichte nicht abgelehnt, sondern hat es an sich gerissen und auf sein Konto verbucht. Jetzt wird so getan, als sei es eine besondere Leistung gewesen, nicht nein zu sagen, weil einige nein gesagt haben; insbesondere Lafontaine, der aus dem Saarland stammt, das auch wiedervereinigt wurde, allerdings nicht auf die Hopplahopp-Methode ohne Anpassung der Wirtschaft.
 
Damals habe ich schon gesagt. Einfach das Geld auszutauschen, ist so, als würde man in einen Zweitakter (Trabbi), der Benzin-Öl-Gemisch braucht, Super-Kraftstoff einfüllen. Der Motor würde losbrausen und nach 500 km Kolbenfresser oder Kurbelwellenschaden. Genau so ist es gekommen, weil ein in Wirtschaft und Finanzen völlig inkompetenter Mann namens Helmut Kohl das so entschieden hat und sich wie immer damit durchsetzte. Wir haben heute noch Probleme mit den vielen Verlierern dieser Geschichte. Durchsetzungsvermögen ist nur dann etwas Gutes, wenn das Ziel richtig ist.
 
Statt einer Wiedervereinigung mit einer neuen Verfassung, wie das Grundgesetz es vorsah, bekamen wir den Beitritt der neuen Länder zur BRD. Dabei waren die Länder gar nicht neu; sie waren älter als BRD und DDR. Ein Etikettenschwindel.
 
Kohl gilt als großer Europäer, weil er alle Probleme mit deutschem Geld gelöst hat. Das war aber unser aller Geld und nicht sein Geld! Das eigentliche Problem Europas ist mangelnde Demokratie, institutionalisierte Inkompetenz, Bürokratie und Lobbyismus. Wer ein großer Europäer sein will, muss das erfolgreich bekämpfen. Genau wie alle anderen Europapolitiker hat er es versäumt, die Strukturen der EU zu demokratisieren und der Mitgliedschaft so vieler Staaten anzupassen. So ist die EU bis heute das geblieben, was sie damals schon war: Das Europa der Politiker, nicht der Völker.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser Leben, so wie es ist,
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

Wenn jemand stirbt, ist es angemessen, der Familie sein Beileid zu bekunden. Die Familie Kohl existiert nicht mehr. Hannelore Kohl hat sich selbst das Leben genommen; ein Sohn hatte den Mut, sich von seinem Vater öffentlich in einem Buch zu distanzieren, weil der Vater auch der Familie gegenüber so ein maßloser Egoist war und seine Söhne und Enkel das Haus nicht mehr betreten durften.
 
Mein Beileid gilt all denen, die Helmut Kohl geliebt haben oder ihn für einen großen Politiker hielten und den vielen, die ihm etwas zu verdanken haben, an erster Stelle Angela Merkel. Sie hat auch das Verdienst, ihn nach 25 Jahren CDU-Herrschaft gestürzt zu haben. Möge Gott ihr die Gnade geben, nicht 16 Jahre zu regieren und nicht erst dann abzutreten, wenn niemand sie mehr leiden kann.

Über die politische Taktik von Merkel und Kohl, und deren
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Kampfthema Wahlkampf

Merkel und TRUMPel

Im Jahr 2005 habe ich zum ersten und einzigen mal CDU gewählt. Warum? Um Angela Merkel zur Kanzlerschaft zu verhelfen. Von Schröder hatte ich die Nase voll und ich hatte mir drei plausible Gründe zurechtgelegt:
 
1. Eine Frau. Die Chance, einer Frau zur Macht zu verhelfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.
2. Eine Physikerin. Weil ich selber dieses Fach studiert habe, dachte ich, sachlicher Verstand kann nicht schaden.
3. Eine aus der ehemaligen DDR. Bei der Wiedervereinigung in Kohl war die DDR doch ziemlich untergebuttert worden.
 
In allen drei Punkten bin ich enttäuscht worden.
 
1. Obwohl eine Frau den begehrtesten Job im Lande hat, nerven Feministinnen weiter mit überzogenen Forderungen und setzen sprachliche Genderspiele durch. Das hat mir den männlichen Feminismus ausgetrieben.
 
2. Das Physikstudium scheint in der DDR nicht so ernst und solide gewesen zu sein. Wie wäre es sonst möglich, dass Frau Merkel die Struktur einer Exponentialfunktion nicht erkennt, wenn es um das Wirtschaftswachstum geht. Wie kann sie an das Gelingen von Prozessen glauben, die mathematisch divergent sind (griechische Schuldenkrise, Flüchtlingsstrom)?
 
Wie ist es zu erklären, dass die Kanzlerin Jahre lang Zusammenhänge zwischen Geldfluss, Geldmenge, Kreditwirtschaft, Finanzindustrie und Staatsausgaben nicht durchschaut hat. Wieso erkennt sich nicht, dass die Strukturen von vier Gremien eine Weiterentwicklung der EU unmöglich machen? Wie kann sie erwarten, dass sie selber bei 27 EU-Mitgliedern Dinge erreicht, die Einstimmigkeit erfordern? (Obwohl die A-Priori-Wahrscheinlichkeit für einstimmige Beschlüsse bei 27 Mitgliedern 2 Millionen mal kleiner ist als bei 6 Mitgliedern.)
 
3. Leider hat Frau Merkel aus der DDR auch ein unentwickeltes Demokratieverständnis mitgebracht. Einen Hang zum Totalitarismus. Ein harmloses Beispiel sind die Zwangsgebühren für staatlichen Rundfunk und Fernsehen. Angela Merkel praktiziert keine Demokratie, sondern eine milde Alleinherrschaft mit monarchistischen Zügen und erfolgreicher Untätigkeit. Sie regiert mit Demoskopie statt Demokratie. (Viele, auch Journalisten, wissen das nicht zu unterscheiden.)
 
Bei diesem Spiel mit den Fäden der Macht zeigt sie hohe Intelligenz. Alle vergangenen und auch zukünftigen Konkurrenten hat sie ausgeschaltet. Nur sie kann innerhalb der CDU bestimmen, wann sie abtritt und wer ihr Nachfolger wird; niemand ist favorisiert.
 
Auch ihren parteitaktischen Gegenspieler innerhalb der GROKO, Sigmar Gabriel hat, nein hatte sie voll unter Kontrolle. Da kam der überraschende Torschuss durch einen eingewechselten Spieler der SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz.
 
Langsame, merkelsche Analyse der Situation und dann das ungleiche Spiel der Kräfte: Kandidat Schulz kann zwar brillant reden, kann von sozialdemokratischer Politik überzeugen, aber er hat kein Amt im Staate, also hat er keinen Zugriff auf die Staatsmedien. Aber hallo! Dort erscheint Schulz jetzt nur noch, wenn es den Damen und Herren genehm ist. Das Erste Deutsche Fernsehen hat seine Reden über Soziale Gerechtigkeit bis zur Lächerlichkeit zerstückelt und als Persiflage mehrmals ausgestrahlt.
 
Merkel aber beginnt eine Art Welttournee; sie redet nicht, doch sie spricht in Bildern, die uns wie Ansichstkarten aus der Ferne herzlich grüßen. Und zuletzt die total raffinierte Kombination von Demoskopie und Amtsbonus:
 
Frau Merkel nutzt die im Volk verbreitete Abneigung gegen Donald Trump, um sich mit wenigen Worten als volkstümliche Weltpolitikerin zu präsentieren. Die kräftige Europäerin, die launig gegen Onkel Donald unkt. Natürlich ohne sich dabei in die US-Außenpolitik einzumischen. Da sind doch gleich 80% aller Wählerinnen und Wähler auf ihrer Seite und der Schulz kann einpacken! Ist der überhaupt besser als der Trump?
 
So einfach ist das, weil wir keine regierungsneutralen Medien mehr haben. Weil niemand fragt, wie soll es denn hier in Europa weiter gehen, Frau Merkel, wenn wir an den Strukturen der EU, der Nato, der Finanzwirtschaft nichts ändern, wenn wir die Umverteilung von unten nach oben nicht stoppen.
 
Änderungen sind Merkels Sache nicht. Sie hat noch nie etwas verändert, nur manches hat sie zugelassen. Die unkontrollierten Flüchtlingsströme hat man ihr verübelt. Die Privatisierung der Autobahnen, die von Bayern ausgeht, wird man ihr auch verübeln, genau wie dem Schröder die Hartz 4 Gesetze.
 
Das Verheerende ist, sie lässt zu, dass die Politik immer weiter von Finanzinteressen und der Ideologie des Geldes gesteuert wird. Dafür ist sie partout nicht gewählt worden. Und deshalb sollte man sie auch abwählen.
 
Es ist höchste Zeit für eine Änderung in Richtung Politik; denn die Interessen der Finanzwirtschaft sind die Interessen einer sehr kleinen Minderheit; alle anderen gehen leer aus; die meisten werden benachteiligt. Auch 95% der Wähler von Angela Merkel werden leer ausgehen.
 
Bei der letzten Wahl war der Spruch der Merkel-CDU: Gemeinsam erfolgreich.
Was kommt jetzt?
Gemeinsam reich?
Gemeisam oben?
Gemeinsam von oben nach unten TRUMPeln?

 

Wahlkampf - Kampfthema

Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung!

Mit diesen drei Forderungen kann man die Wahlprogramme aller im Bundestag vertretenen Parteien erfassen: Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung. Die Akzente sind verschieden, insbesondere beim Geld.
 
Mehr Geld!
 
Die CSU/CDU will viel mehr Geld für alles ausgeben und es fragt keiner, wo das Geld herkommt, man geht einfach davon aus, dass die CDU das Geld hat. Das hat seinen Grund. Als man den größten Vorsitzenden aller Zeiten unter juristischem Druck fragte, wo das Geld in seiner Tasche herkam, hat er es verschwiegen, weil er jemandem sein Ehrenwort gab, und er wird dieses Geheimnis wohl mit ins Grab nehmen. (Er hat es mit ins Grab genommen.)
 
Bei seiner Nachfolgerin ist die Sache manchmal durchsichtiger. Viel Geld kommt von der Automobilindustrie; CDU und ADAC sind sich da ähnlich. Die SPD aber muss sich nach Gegenfinanzierung fragen lassen, wenn sie mehr Geld für Polizei, Bildung und soziale Gerechtigkeit ausgeben will. Sie macht es sich aber einfach: Im Zweifelsfall wird sie mehr Schulden machen oder eine große Koalition.
 
In Wirklichkeit, also nicht im Wahlkampf, ist die Frage nach dem Geld klar und deutlich so zu beantworten: Geld ist genug da. An der Börse ist es sogar in Überfluss vorhanden. Man müsste es sich da holen, wo es ist, also bei denen, die es besitzen. Doch da gibt es ein Problem:
 
Die Geldbesitzer beherrschen die amtierenden Regierungen, nicht umgekehrt. Wie sie das erreicht haben, die Transformation von finanzieller Macht in politische Macht, ist nicht Gegenstand dieser Erörterung. Zum Glück; es ist auch schwer zu erklären. Das Ergebnis dieses Agreements zwischen Geldbesitzern und Parteiführern führt dazu, dass die Regierenden sich das Mehr an Geld entweder als Kürzung bei den sozial Schwachen, als Steuer bei den Erwerbstätigen oder als Kredit bei den Banken holen.
 
In allen drei Fällen profitieren die Geldbesitzer.
 
Mehr Polizei?
 
In diesem Punkte bin ich ein wenig voreingenommen; denn ich wohne in Köln und schräg gegenüber ist eine Polizeistation. Die Polizisten fahren einen coolen Job, wie man sieht. Man kann nicht gerade erkennen, dass sie gestresst wären. Häufig plagt sie Langeweile; besonders bei Fußballspielen. Ist das ein politisches Problem? Wenn ja, warum wird der Fußball vom Land NRW subventioniert, indem Polizei für die Sicherheit sorgt. Ist das nicht Sache der Veranstalter, die Millionen an Geld bewegen?
 
Das Problem mit der Polizei ist, dass sie sich oft am falschen Ort aufhält, oder, zwar am richtigen Ort und zur richtigen Zeit, aber nicht in der richtigen Zahl. Wenn die Polizisten, wie in der Silvesternacht, weniger sind als die zu Überwachenden, trauen die Beamten sich nicht einzugreifen, falls das nicht ausdrücklich von oben angeordnet wird.
 
Polizisten sind Befehlsempfänger. Und das Befehlen wird an Sonn- und Feiertagen schwierig, weil die höheren Beamten und die verantwortlichen Politiker dann frei haben.
 
Absurd wird die Diskussion, wenn man suggeriert, mehr Polizei könne weniger Einbrüche bewirken. Das ist Kriminalfilm. In Wirklichkeit treffen Einbrecher und Polizisten nicht aufeinander. Die Polizei kommt bei Einbrüchen erst am folgenden Tag.
 
Was am besten gegen Einbrüche hilft, sind Gitter und Alarmanlagen und zusätzlich ein Streifenwagen, der ab und zu vorbeifährt. Die Einbrecher kommen von hinten, nicht von vorne. Das Polizeifahrzeug brauchte also nicht drei oder mehr mutige Insassen zu haben, aber einen ortskundigen Fahrer, der sich besser in der Gegend auskennt als die Einbrecher.
 
Lokal verwurzelte Polizei ist etwas, das die Älteren von früher noch kennen und das uns jetzt fehlt. Das ist kein quantitatives Problem und ist auch mit mehr Geld nicht zu erzwingen.
 
Mehr Bildung.
 
Der größte Trumpf im Wahlkampf 2017 scheint die Forderung nach mehr Bildung zu sein. Warum? Weil Bildung ein dehnbarer Begriff ist und weil man mit Bildung mehr Bildung erzeugen kann. Bildung ist wie Geld, ein Wundermittel. Auch mit Geld kann man immer mehr Geld erzeugen. Da passt genau die Formel: Mehr Geld für Bildung! Hört sich gut an, ist aber zu einfach, um wahr zu sein.
 
Egal, was Bildung ist; den meisten Menschen fehlt nicht Bildung, sondern Wissen. Bald sind wir so weit, dass die Hälfte eines Jahrgangs Abitur macht und vielleicht auch studiert. Schön und gut. Aber, was nutzt es, wenn jemand Abitur hat und Prozentrechnung nicht beherrscht? Man erkennt es daran, dass einer statt Prozente immer Prozentpunkte sagt. Dabei sind Prozente ein Bruch (pro hundert) und kein Punkt auf einer Skala.
 
Es ist falsche Programmierung der Bildungsinhalte, wenn ein gebildeter Mensch nicht weiß, was Wahrscheinlichkeit ist, wenn er den Begriff Energie nicht erklären kann und es ist fatal, wenn ein Politiker prozentuales Wirtschaftswachstum nicht als eine Funktion erkennt, die exponential ansteigt und ins Unendliche geht und damit in den Untergang. (Sollte man beim Gymnasium G9 in der achten Gymnasialklasse lernen, bei G8 wächst die Wirtschaft schneller, ohne dass ein Gymnasiast die Grenzen des Wachstums erkennt.)
 
Das Bildungssystem krankt an den Inhalten, nicht an den Ausführungsbestimmungen, nicht an der Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, sondern an der großen Zahl derer, die sich um Pädagogik streiten und die Inhalte der Bildung für beliebig halten oder, schlimmer noch, sie einfach den Traditionalisten überlassen.
 
Mehr? Internet
 
Da hilft auch nicht die Forderung nach mehr Internet, die von der FDP, aber noch nicht von allen Parteien, erhoben wird.
 
Das Internet breitet sich von selber aus, sogar in Afrika und das ist gut so. Wir bräuchten aber eine Riege von Leuten, die verstehen, wie es funktioniert und was die großen Firmen Google, Apple, Facebook, Amazon und Ebay machen; wie die Algorithmen gestrickt sind, mit denen sie ihr Geld optimieren und wie sie ihre Milliarden an den Steuerkassen vorbei lancieren. All das hat mit Informatik und Steuermodellen zu tun und beides ist mit ein wenig Mathematik verbunden.
 
Wir brauchen nicht nur viel Bildung in den Herzen, sondern auch mehr Mathematik in den Köpfen und weniger Wahlkampf in den Dampfblasen.

Themenvorschläge, auch ohne Wahlkampf heiß:
Soziale Quellensteuer für eine NeoSoziale Wirtschaft
Mehr Steuergerechtigkeit, für Gesundheit und Umwelt:
Gestaffelte Mehrwertsteuer

 

Wahlkampf - Kampfthema

ARD für CDU

Es mag naiv sein, bisher glaubte ich daran, dass nur das Zweite Deutsche Fernsehen für die CDU agiert, weil es zu diesem Zweck geschaffen wurde, damals als Gegengewicht zur ARD. Jetzt, im Wahlkampf 2017, haben sich auf einmal zentrale Sendungen der ARD als CDU-Wahlhilfe entpuppt:
Tagesthemen und Hart aber Fair.
 
Kennzeichnend ist die Demontage von Martin Schulz, dessen Nominierung der SPD ungeahnten Auftrieb gegeben hat. In Kommentaren wird herumgerätselt, wieso der Schulz-Effekt so schnell verpufft. Der eigentlich banale Grund dafür ist die CDU-Propaganda im Fernsehen.
 
Der Schulz-Effekt wurde ausgelöst, weil der ehemalige Präsident des Europaparlamentes ein brillanter Redner ist, der sein Publikum unmittelbar anspricht. In diesem Punkt ist er Angela Merkel haushoch überlegen. Sie kann weder reden noch begeistern.
 
Aber Frau Merkel kann ihr Handeln, Schweigen und Nichthandeln als optimal, erfolgreich, unvermeidbar und alternativlos darstellen und vermittelt so ein Gefühl der Sicherheit. Das ist wirksamer als Argumentieren und Überzeugen. Es gehört normalerweise zum Profil einer Monarchin. In Deutschland West und Ost wird dieser Queen-Angela-Effekt als Kanzlerinnenbonus wahrgenommen und vom Fernsehen jeden Abend aufgegriffen und verstärkt.
 

Soziale Gerechtigkeit

Martin Schulz kam mit Wortgewalt daher und mit einem großen Thema: Soziale Gerechtigkeit; oft versprochen, selten angepackt, und der Trend der Regierung Merkel geht in die umgekehrte Richtung:
 
CDU-Politik zu Gunsten der Finanz-Industrie, der Reichen, der Großkonzerne und Begünstigung der Umverteilung nach oben. Die Gabriel-SPD als Koalitionspartner machte bekanntlich munter dabei mit und verlor ständig an Popularität bei denen, die sie wegen des "S" in SPD gewält hatten.
 
Da kam Schulz und redete wie ein echter Sozialdemokrat: Ich will Soziale Gerechtigkeit. Wer das überzeugend bringt und es in die Tat umsetzt, ist für die Reichen gefährlich, er findet vielleicht mehr Zustimmung als eine, die den Zufriedenen zum x-ten Mal verspricht, das alles so bleibt, wie es ist, genau so, als wenn keine Wahlen stattfinden würden.

Und was macht das Erste Deutsche Fernsehen?

Nach einer Schrecksekunde wird Schulz als Person und als Redner demontiert. (Ist das Dekonstruktivismus?) Er kommt aus Würselen; einer Kleinstadt, nahe bei Aachen, die bisher keiner kannte und die auch niemand kennen muss, genau wie hunderte andere Städtchen, aus denen mitunter Berühmtheiten hervorgehen. Der Name Würselen klingt ein wenig arm und wird deshalb von den reichen Medien ständig wiederholt.
 
Die Reden von Schulz sind aber Gefahr für die CDU; die hat schon lange keinen Redner mehr von Format. Keiner, der glaubhaft erklären kann, dass das "C" in CDU nicht "Capital" bedeutet. Bei der CDU kommt es nämlich nicht aufs Reden an, sondern aufs Schweigen. Schweigen über die wahren Hintergründe von Entscheidungen, Nicht-Entscheidungen und Nicht-Erinnerung an Geldzuwendungen.
 

Demontage des Redners und seines Anliegens

Die Demontage des Redners Schulz im Leitmedium Fernssehen ist ein technischer Trick und der sieht so aus: Man schneidet aus seinen überzeugenden Reden kleine Schnipsel von wenigen Sekunden Länge, die alle den Begriff "Soziale Gerechtigkeit" enthalten. Solche Elemente sind leicht zu finden, denn Schulz muss durch das Land tingeln.
 
Die ARD hat nicht nur Geld, sondern auch Material und Personal im Überfluss und man schnipselte fleißig:
 
Dekonstruktion der Reden von Sozialer Gerechtigkeit und damit Behinderung der Konkurrenz einer schweigenden Kanzlerin, die es sich nicht nehmen lässt, im Wahlkampf nach Saudi-Arabien zu fliegen und dort Reklame für deutsche Exporte zu machen, anstatt Waffenexporte nach Arabien zu verbieten, wie sich das für eine Regierungschefin gehört, welche die Fluchtursachen bekämpfen will.
 
Die ARD-Schnipsel aus den Reden von der Sozialen Gerechtigkeit habe ich selbst in kürzester Zeit zweimal gesehen, obwohl ich höchstens fünf Stunden pro Woche fernsehe (und das nur, weil ich eh Gebühren zahlen muss). Beim ersten Mal fand ich es noch lustig, beim zweiten Mal ging mir ein Licht auf:
 
Hinterhältiger können die Sender nicht gegen den Herausforderer vorgehen; sie versuchen, ihn als lächerlichen Schwätzer darzustellen, weil er durch das Land zieht und, wie die meisten Wahlkämpfer, seine Reden vor 200 Leuten wiederholen muss, während sich die Regierenden jeden Abend im staatlichen Fernsehen "befragen" lassen und bis zu 20 Millionen erreichen.
 

Aber warum macht die ARD das?

Bei intelligenten und reiferen Menschen setzt man doch damit seine Glaubwürdigkeit und den Nimbus der Neutralität aufs Spiel und zeigt, dass man nicht objektiv, sondern regierungskonform berichtet. Das heißt doch im Klartext: Wir sind Partei und zwar CDU; wir wollen, dass Frau Merkel nach zwölf Jahren immer weiter regiert, bis sie selber einen Nachfolger bestimmt. Wer ARD einschaltet, soll auch CDU wählen.
 
Warum tun sie das? Ganz einfach: Den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten ist es noch nie so gut gegangen wie unter der Regierung Merkel. Die Gebühren sind leichter zu kriegen als Steuern; das lästige Eintreiben durch die GEZ entfällt jetzt, man hat ja Zwangsgebühren: Jeder, der irgendwo wohnt, muss zahlen für Programm und die üppigen Pensionskassen der Mitarbeiter.
 
Das ist nur eine der totalitären Ideen, die Frau Merkel mitgebracht hat: Alles Merkelige ist alternativlos, unverzichtbar und todsicherer Konsens.
 
Schulz ist Würselen und Papelapap. Soziale Gerechtigkeit ist wie der Glaube an den Sankt Martin.
 
Die ARD macht CDU Reklame und das ZDF sowieso. Warum wählen wir dann überhaupt noch? Damit das Fernsehen am Wahlabend etwas über uns zu berichten hat?
 
Übrigens,
Soziale Gerechtigkeit lässt sich mit mathematischer Sicherheit herstellen durch Soziale Quellensteuer, die alles, was wirtschaftet, aktiv und passiv am Sozialstaat beteiligt. Es gibt auch interessante Aspekte für die besten deutschen Industriebetriebe und den von der CDU vergessenen Mittelstand.

 

Gute Frage - absurder Zustand
Wohin steuert ein Land, in dem
Ärzte mehr als doppelt soviel verdienen wie Naturwissenschaftler und Diplom-Ingenieure?
Anästhesisten mehr als Biologen,
Röntgenologen 3x soviel wie Physiker?

????????????????

Ein Grund dafür, dass Ärzte zuviel Geld verdienen, könnte der sein, dass sie keine Sozialabgaben zahlen müssen, obwohl sie von Sozialabgaben leben (mit Ausnahme der Schönheits-Chirurgen).
 
Das ist so, als wenn Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst keine Steuern zahlen müssten.
Eine Soziale Quellensteuer hilft gegen diese Krankheit der Sozialsysteme.


 

Wahlkampf - Kampfthema

P-P-P-Postdemokratie auf der Autobahn
Nur der Wahlkampf kann uns retten!

Vor der Bundestagswahl wollen CDU und SPD noch ein hinterhältiges Großprojekt durchziehen und müssen das Grundgesetz dafür ändern. Sie wollen die deutschen Autobahnen privatisieren. Die beiden Vettern-Parteien fürchten wohl, dass sie nach der Wahl keine Verfassungsmehrheit mehr haben.
 
Alle Fakten liegen bereits auf dem Tisch und geschickte Medientaktik soll verhindern, dass das Volk die Tragweite erkennt und für seine Autobahnen auf die Straße geht; denn die 13.000 Kilometer Autobahnen sind Eigentum der Allgemeinheit und nicht Eigentum der Parteien CDU und SPD.
 
Wer hat vom Verkauf der Autobahnen einen Vorteil?
 
Erstens die Finanzindustrie.
Die Autobahnen im Werte von 13 Milliarden Euro (ohne Grundstückswert) sollen langfristige Anlageobjekte werden; solche Objekte sind in der Zeit niedriger Zinsen knapp.
Einen Vorteil hat zweitens die Regierung; denn das Geld wird in den Haushalt fließen. Mit den zusätzlichen Milliarden lässt sich leicht wirtschaften. Man könnte sagen, CDU und SPD verkaufen ohne Not das Tafelsilber! Denn Geld ist genug da, man muss es nur mit Steuern bei denen holen, wo es in Überfluss vorhanden ist.
 
Die Sache ist geschickt getarnt: Im Grundgesetz wird eine Infrastruktur-Gesellschaft verankert, die dem Staat die Infrastruktur (erst mal nur die Autobahnen) abkauft. Diese Gesellschaft gehört zwar dem Staat, hat aber kein Geld, sondern sie leiht es sich von Investoren, an erster Stelle von Deutschlands reichster Finanzfirma, der Allianz in München(!).
 
Das, was der Finanzminister dann macht, nennt man einen Schattenhaushalt; nicht der Staat leiht sich Geld, sondern die dem Staat gehörende Infrastruktur-Gesellschaft.
 
Die Methode ist nicht neu und keine Erfindung der CDU, sondern sie entspricht einem beliebten Modell neoliberaler Finanzpolitik: PPP (Public Pivate Partnership oder ÖPP = Öffentlich Private Partnerschaft). Mit solchen Privatisierungen können Politiker neben Schulden auch andere Zahlungsverpflichtungen wie Mieten, Zinsen, Anwalts- und Beratergebühren, nebst Gewinnen von Großkonzernen den kommenden Generationen aufdrücken. Der Haushalt und Politiker werden entlastet, der Bürger muss ewig draufzahlen.
 
So soll es auch bei der Privatisierung der Autobahn sein; natürlich werden die Zinsen und die Unterhaltskosten für die Autobahnen dann über eine Maut finanziert und das entlastet den Staatshaushalt ungemein, für die Bürger aber erhöht sich die Last. Und die PKW-Maut ist so ganz nebenbei alternativlos.
 
Dass die CDU an erster Stelle die Interessen der Großfinanz bedient, ist nicht neu. Aber warum macht die SPD da mit? Man denkt langfristig. Es kann zu Gunsten kommender SPD-Regierungen sein; denn die haben ja meistens ein Schuldenproblem. Und wenn die Infrastruktur-Gesellschaft erst einmal existiert, wird man durch einfache Gesetze bestimmen können, auf welche Weise sie noch mehr Geld aus vorhandener Infrastruktur herausholt.
 
Die Benachteiligten sind immer die Normalbürger, die sich um ein paar Euros für Maut und weitere Gebühren bei der Nutzung der staatlichen Infrastruktur Gedanken machen. Politiker kümmert das wenig; sie verdienen gut, die Spesen sind hoch; sie fahren und fliegen umsonst.
 
All das wird von der SPD bestritten, doch dem steht ein offizielles Rechtsgutachten der Kanzlei GW (Graf von Westphalen) entgegen, das die Möglichkeiten offen legt, die durch einfaches Recht geschaffen werden. Das Gutachten hat mehr als 500 oder 1000 Seiten und bildet, so glauben offenbar die Wahlstrategen, bei diesem Umfang keine Gefahr im Wahlkampf, der von CDU und SPD mit seichten Sprüchen aus Werbeagenturen befeuert wird.
 
Bisher ist auch alles ruhig geblieben; doch das Vorgehen ist Postdemokratie in reinster Form. Niemals würde sich in einer offenen Abstimmung eine Volksmehrheit dafür finden, die Idee würde mit Sicherheit von 100%-x der Bürger abgelehnt. Wer außer den wenigen (x) Profiteuren sollte dafür stimmen?
 
Was bei einer PKW-Maut herauskommt, kann man in Frankreich studieren. Dort war im Gegensatz zu Deutschland der Staat nicht frisch genug, Autobahnen zu finanzieren und so war die Alternative: Private oder gar keine Autobahnen. (Anfangs hieß es, wenn die Autobahnen bezahlt sind, wird die Maut abgeschafft. Davon ist schon lange keine Rede mehr.)
 
Etwa die Hälfte der Autofahrer in Frankreich versucht, Autobahnen zu vermeiden. Es gibt Navigationshilfen, die das unterstützen. Dadurch sind die Landstraßen in der Nähe von Großstädten stark überlastet. In Deutschland wäre es noch schlimmer, weil es mehr große Städte mit Autobahnringen und Zubringern gibt.
 
Die Idee einer PKW-Maut kommt bekanntlich aus Bayern; dort ist viel Raum und man sieht sich trotzdem umzingelt von Mautgebührenerhebern, besonders im ungeliebten Österreich. Auch in Österreich konnte und wollte der Staat wegen der Hochgebirgslandschaft die Autobahnen nicht finanzieren, ähnlich wie in der Schweiz.
 
Die CSU hat es ihren Wählern versprochen, jetzt kassieren wir zurück! (Das nennt man Populismus.) Und man hat es in der Koalition gegenüber der Schwester CDU durchgesetzt. Das ist keine Demokratie, sondern Kungelei.
 
Zahlen müssen wir alle und obendrein leiden müssen die Bürger in den Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, Bonn-Köln-Düsseldorf, Offenbach-Frankfurt-Wiesbaden und vor allen Dingen im Ruhrgebiet. Dort leben auch Millionen Mittelverdiener, die sich über die Kosten für ihr Auto noch Gedanken machen und keine Sozial Unverträglichen Vehikel (SUVs) fahren. Hinzu kommt der Unmut der Nachbarn: Niederlande, Belgien, Dänemark.
 
Auch die PKW-Maut würde in Deutschland (außer in Bayern) nie eine Volksmehrheit finden; doch Bayern will sich nicht darin fügen; denn dort regiert seit 60 Jahren CSU wie eine Einheitspartei und die ist stur wie Krachleder.
 
Man sieht an dem ganzen Vorgehen, wie sehr sich die Politische Klasse über das Volk hinweg setzt. Die Beweggründe sind undurchsichtig, es besteht kein Sachzwang, denn die Autobahnen in Deutschland und Bayern sind längst finanziert. Die harmloseste Erklärung wäre läppische Bequemlichkeit; anstatt Steuern zu erhöhen, ein wenig von der Seele verkaufen. Und die Parteien gehen davon aus, dass die Untertanen sich das gefallen lassen.
 
Ein Gegenvorschlag wäre:
Wenn schon Verfassungsänderung, dann dergestalt, dass Bayern seine Maut in Bayern separat kassieren darf.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Alice Weidel im Wunderland

Die Demonstrationen in Köln haben den Parteitag der AfD unüberhörbar gemacht; jetzt weiß auch der letzte AfD-Muffel, wer Alice Weidel ist. Doch da gibt es eine kleine Überraschung: Das Profil von Alice Weidel würde in jede Bürgerpartei passen: Als Lesbe mit Kindern zu den Grünen, als Beraterin mit wechselnden Standpunkten in die FDP und als farbloses, unbekanntes Gesicht auch gerne in die CDU. Aber sie ist Spitzenkandidatin der AfD. Wie kann das sein?
 
Ganz einfach. Die AfD ist derzeit die Partei, in der Mann und Frau am schnellsten Karriere macht. Um das zu erkennen, muss man nicht Unternehmensberaterin sein. Aber, wenn man es ist, bringt man die Grundausstattung für eine allgemeine Parteikarriere mit sich: Flexibilität, inhaltliche Leere, Selbstbewusstsein, affirmative Intelligenz und Gier.
 
Das Problem bei der AfD ist dann nur noch die Sache mit den Neo-Neo-Nazis und deren Versuch, eine neue Ideologie aufzubauen. Keine AfD-Karriere ohne Nazi-Rhetorik. Frau Weidel hat dies perfekt präsentiert und jetzt ist sie schon Spitzenkandidatin, während Frauke Petry vergeblich versucht hat, Naziparolen der AfD zu reduzieren. Sie befürchtete nämlich mangelnde Koalitionsbereitschaft bei bürgerlichen Parteien.

Warum sind Neo-Neo-Nazis jetzt so stark, während die NPD Jahrzehnte lang nur wenige Prozente in die Wahlurnen werfen konnte?

Die Antwort ist traurig aber hart: Es handelt sich beim Nationalismus-Sonderfall Deutschland um eine Spätfolge der Wiedervereinigung und zwar der Wiedervereinigung in Kohl. So wie der Prozess gelaufen ist, sind Millionen Bürger der DDR, nachdem sie 40 Jahre lang von Moskau gedemütigt wurden, weiterhin von den Regierungen, der Treuhand und den Bürgern des Westens gedemütigt worden.
 
Was hatten wir im Westen nicht für Erfolgserlebnisse! Fußballweltmeisterschaften, solide und schnelle Autos, Rock, Pop und Schwermetall; Adenauer, Bier und Bap. Die DDR hatte (neben der schönen Nationalhymne) ihre Olympia-Siege, aber nur alle vier Jahre! Und dieser Erfolg beruhte auf staatlichem Doping an Geist und Körper. Die Leute konnten nichts dafür, sie waren nicht schlechter, sie hatten nur Pech gehabt.
 
Die Wiedervereiniger im Geiste von Kohl hatten die Macht und konnten nicht darauf verzichten, protzig wie sie halt waren, den Sachsen, Thüringern und Mecklenburgern ihre materielle Überlegenheit zu zeigen. Ergebnis: Bleibender Frust in der Tiefenpsyche der sogenannten Neuen Bundesländer.
 
So entsteht das Bedürfnis nach einer besseren Identität und nach Aufwertung durch Abwertung anderer. Das ist der Quell des Neo-Neo-Nazismus, was Politiker und Fernsehen nicht erkennen wollen. Die Sachsen schreien "Lügenpresse" und meinen Hofpresse, sie schreien "Volksverräter" und meinen Verräter an der Wiedervereinigung.
 
Und sie schreien zu Recht: "Wir sind das Volk". Damit erinnern sie an die glorreiche Zeit der friedlichen und erfolgreichen Revolution. Darauf könnten wir alle stolz sein, wenn nicht die im Westen viel stolzer wären, als es die Lage der Fakten zulässt. Faktencheck überflüssig.
 
Die Politiker finden keine Antwort. Das Parlamentarische System, der Parteienstaat und die Medien sind am Ende mit ihrem Latein. Was wir brauchen, ist nicht eine neue Protest-Partei, sondern freie Kommunikation und Souveränität des Volkes überall; in Sachsen, in NRWo? in Frankreich, Bayern und in der Türkei.


 

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Demokratische Diktatur

Können wir aus dem Wahlergebnis von den Türken etwas lernen? Bestimmt nicht, dass wir einen Diktator bräuchten und auch nicht, dass wir Religion mit Politik verquicken. Im Gegenteil! Keine Religion und weniger Ideologie! Keine Diktatur und mehr Demokratie!
 
Das Ja zu Erdogan ist auch ein Nein zur parlamentarischen Demokratie in der entarteten Form, wie sie jetzt und überall praktiziert wird. Der Glaube, dass ein Parlament mit seinen staatstragenden und vom Staat profitierenden Parteien die beste Staatsform sei, schwindet global dahin. Aber trotzdem wollen auch die ja-sagenden Türken irgendwie Demokratie, jedenfalls sagen sie das, sie glauben an eine Art demokratischer Diktatur.
 
Das ist, von außen betrachtet, schwer zu verstehen. Man kann nur hoffen, dass dieser Glaube in Erfüllung geht und die zukünftigen Super-Präsidenten einschließlich Erdogan sich demokratisch wieder abwählen lassen.
 
Doch zurück zum Wahlergebnis. Wieso haben Auslandstürken mit so großer Mehrheit für die demokratische Diktatur in ihrer Heimat gestimmt? Böswillig könnte man sagen, weil die Türkei weit ist. Doch das ist nicht allein entscheidend. In USA, England und in der Schweiz gab es eine deutliche Mehrheit für nein. In den Ländern der EU aber für ja, allen voran Belgien, Frankreich und Deutschland. Jawohl, die Unzufriedenheit mit den politischen Mechanismen ist innerhalb der EU größer als außerhalb der EU. Man muss kein Türke sein, um diese Meinung zu teilen.
 
Die parlamentarische Demokratie ist am Ende und die absurde politische Struktur der EU ist längst schon überfällig. Aber es geschieht: Nichts.

Das Bequeme an einem Irrtum ist, dass man weder handeln noch denken muss, um in dem gleichen Irrtum zu bleiben.
Den richtigen Weg dagegen
muss man ständig neu erfinden.


Gibt es Gegenmodelle zum Populismus von Le Pen, Erdogan, Trump und AfD?
 
Die Lösung müsste in die umgekehrte Richtung gehen: Nicht weniger, sondern mehr Demokratie, also Direkte Demokratie, und zwar von unten, nicht von oben verordnete Volksabstimmungen, sondern Direkte Demokratie wie in der Schweiz, wo das Volk die Regierung und das Parlament auf eigene Initiative überstimmen kann. Direkte Demokratie mit klaren Sachentscheidungen als Normalfall, permanent und mit den Mitteln modernster, digitaler Technik.
 
Alles über Direkte Digitale Demokratie
Deutsch-türkische Fakten
Frischer Wind in den deutschen Wahkampf durch
Soziale Quellensteuer; total aktualisiert
Europa am Anfang - Europa am Ende
Gehirnblüten, politische Essays auf kritlit.de

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Queen Angela und der Mega-Schulz

Frau Angela Merkel ist in einem Land aufgewachsen, in dem freie Rede nicht erlaubt war, außer, man war Kabarettist. Sie hat diese Sprachpraxis mit sich gebracht und dem wiedervereinigten Lande einverleibt. Nur Kabarettisten haben in den letzten zehn Jahren die Dinge beim Namen genannt.
 
Aber jetzt kommt Martin Schulz daher. Man sagt, er sei emotional. Das interessiert nur am Rande. Wichtig ist, er macht das Maul auf. Er redet ganze Sätze! Lange Sätze mit wenn und aber und obwohl. Woher hat er das? Er hat's nicht in der Schule gelernt, wie wir wissen.
 
Martin Schulz kommt beinahe von der Westgrenze und hat seine Karriere im Europaparlament gemacht. Da sitzen Niederländer, Italiener und Franzosen, viele Leute, die sich offen zu reden trauen. Zugegeben, das Europaparlament ist eine Quatschbude, mehr als jedes andere Parlament, es bestimmt nicht die Politik der EU.
 
Die EU wird von Regierungen gelenkt. Die mächtigste sei die deutsche Regierung, sagt man. Sie reden in Telefonkonferenzen und hinter verschlossenen Türen, undemokratisch mit 20.000 Lobbyisten im Hintergrund und wir glauben, dass Frau Merkel das besonders gut kann.
 
Aber jetzt kommt einer auf uns zu, und der ist der offenen Rede mächtig. Er redet von sozialer Politik, als Politiker, nicht wie ein Kabarettist und dieser Martin Schulz ist sogar Kanzlerkandidat! Wunderbar.
 
Oder wollen wir, dass Angela Merkel, genau wie Helmut Kohl, so lange regiert, bis niemand sie mehr leiden kann? Nein! Frau Merkel hat viel taktiert, sie ist sicher noch koalitionsfähig, Martin Schulz dagegen ist wählbar. Es ist Zeit, ein ganz klein wenig nach links zu schielen.

Weiterlesen: Klick auf die blaue Schrift...

Soziale Gerechtigkeit nicht nur SPD-gerecht verkünden, sondern in die Tat umsetzen durch:
Eine Soziale Quellensteuer auf alle Einnahmen für eine Sozial Integrierte Wirtschaft
Konzepte für linke Politik steuern durch Steuern; ja, durch Steuern, das Unwort des Wahljahres
Wahlkampf-skeptischer Artikel von Wolfgang Koschnick: Die alte Leier frisch aufgeschulzt.
Angela Merkels Erfolg durch Untätigkeit
Der Status Quo in der EU ohne Demokratie
Das Europäische Parlament nicht kompetent

   Rob Kenius, 16.04.2017, 
   Wiederholung vom 02.02.2017
   Denken Sie sich diesen Kommentar wiederholt,
   bis die Bundestagswahl 2017 entschieden ist.

Das letzte Wort

W a h l k r a m p f

Wer gehofft hatte, im Wahlkampf ein paar klare Programm-Hinweise zu bekommen, ist enttäuscht. Nur ein Hoffnungsträger ist erschienen, Mega-Schulz, aber er trägt schon schwer daran, die Hoffnungen der SPD zu tragen; denn SPD ist wie CDU, nur älter und schon etwas eingeschrumpft.
 
Jetzt muss der Martin erst mal Hannelore Schulden-Kraft unterstützen, weil die offiziellen Medien NRW als Testfeld für die BRD ausgerufen haben. Das vereinfacht die Berichterstattung.
 
Am meisten Übelkeit erregen die Koalitionshoroskope. Es scheint so, als würden Parteien, Journalisten und Demoskopen die Wahlen unter sich ausmachen. Als Wähler hätte man gerne die Illusion, etwas mit zu entscheiden. Doch, wenn alles so ausgeht, wie es prognostiziert wird, dann bleibt es so, wie es ist.
 
Der beste Wahl-Tip für Niederrhein und Westfalen ist ein Sonntagsspaziergang an Rhein, Ruhr, Rur, Wupper, Düssel, Lenne, Lippe, Emscher oder Sieg, dazu Gespräche und Meditation über einen Neustart mit Direkter Demokratie. Ein solcher Ausflug in den Frühling der Demokratie erspart späteren Ärger.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Brexit ist keine Sünde

Der Brexit wird Realität. Er wird aber von den autoritären Medien immer noch zur Sünde erklärt wie früher von der katholischen Kirche die Ehescheidung.
Exkommunikation!
Wie sollen die Kinder aufwachsen?
Scheidung kann zu nichts Gutem führen.
Die Hölle ist den schuldig Geschiedenen sicher.

Aber durch Ehescheidungen sind Millionen Menschen von falschen Partnern befreit worden und viele von ihnen fanden neues Glück.
 
So sehen viele Briten den Brexit, besonders ältere, die einfach vergleichen, was die EU ihnen gebracht hat. Das sind halt Engländer, die sind demokratischer als wir. Sie wollen Einfluss auf die Politik haben und sich frei entfalten. Vielleicht gibt es bald ein besseres Wirtschaften ohne den gewaltigen Überbau, denken sie.
 
Die große Gefahr für die Ökonomie der Zukunft besteht in totaler Bürokratisierung. Das geht von der politischen Kaste aus. Parlamente sind dominiert von Funktionären und Staatsangestellten. Diese Kreise betreiben eine Ausweitung des Staates. In Frankreich mehr als in Deutschland, in der EU mehr als in den Einzelstaaten.
 
Nur die Hochfinanz, die globalen Konzerne und die superreichen Familien (unter ihnen auch Königshäuser), die sind vom Zugriff der Administration ausgenommen, sie genießen Steuervorteile und finanzielle Freiheiten, welche der normale Bürger und auch die mittelständische Wirtschaft nicht haben.
 
Mit dem Verschwinden der Mittelschicht geht auch deren kaufmännischer Instinkt verloren; an die Stelle tritt Bürokratie und akademischer Diskurs und das führt zu fragwürdigen, teils sinnlosen Vorschriften und Fehlentscheidungen über die Disposition von Geld. Die Europäischen Union, dieses Konstrukt, das überwiegend aus Bürokratie besteht, steuert deutlich in eine Planwirtschaft. Doch die Geschichte von der Auflösung der Sowjetunion hat uns gezeigt, dass Planwirtschaft nicht funktioniert.
 
Um davon abzulenken und um zu verschleiern, dass die EU eine völlig undemokratische Veranstaltung ist, die, für sechs Mitglieder geplant, bei siebenundzwanzig nicht funktionieren kann, um zu verschleiern, dass die EU an erster Stelle eine Spielwiese für Politiker und Bürokraten ist, um das alles vergessen zu machen, wird in Diskussionen und Wahlkampf-Reden ganz unbeschwert von Europa geredet.
 
Wir müssen Europa weiter entwickeln.
Wir müssen uns zu Europa bekennen.
Wir müssen Europa stärken.

 
Solche Appelle sind leere Politphrasen. Sie gehen denen leicht aus dem Mund, die vom enormen Personal-Etat der EU profitieren oder dort eine Karriere anstreben. Wir haben es nicht mit dem Schlaraffenland Europa zu tun, sondern mit der realen EU von Brüssel, so, wie sie durch tausend Verträge konstruiert ist. Europa ist kein höheres Wesen, das wir durch rituelles Anrufen zu Wohlwollen bewegen können. Europa ist keine Glaubensgemeinschaft und keine Wertegemeinschaft. In der realen EU ist der höchste Wert das Geld, genau wie in den USA und fast überall sonst.
 
Wir glauben nicht mehr an die sinnlosen Phrasen von Europa. Wir wollen echte Demokratie in der EU mit Abstimmungen in allen Ländern. Sachentscheidungen in allen Sprachen. Hört auf, uns eine Zukunft vorzugaukeln, die unmöglich ist, ohne die EU völlig neu zu gestalten und die Mehrheit der Bürokraten zu entlassen.
 
Und lasst die Briten einfach ihre Scheidung von der EU ausleben.

Über die absurde Konstruktion der EU und die nicht vorhandene Demokratie lies:
Europa am Anfang - Europa am Ende?
Ein Klick und du weißt mehr!
 
Es gibt auch Glück außerhalb der EU. Beispiel: Die Schweiz. Warum die Schweiz so reich ist, erklärt dieser Artikel der NZZ vom 30.03.2017. Wichtige Faktoren, die sie von Deutschland deutlich unterscheiden, sind die demokratische Struktur von unten nach oben, wenig Größenwahn und die Schweiz ist kein Privilegienstaat.

 

Das letzte Wort

Türkenväter

Der offizielle Sprechgesang lautet immer noch, dass Deutschland und die Türkei Freunde sind. Wer sich aber um Freundschaft mit real existierenden Türken bemüht, wird meistens vor den Kopf gestoßen, am meisten vom amtierenden Super-Türken Erdogan.
 
Mehr als 20 Jahre lebe ich in Köln und bis heute ist es mir nicht gelungen, einem einzigen Türken oder einer Türkin geschäftlich, nachbarschaftlich oder freundschaftlich näher zu kommen. Zugegeben, ich habe es nicht professionell betrieben, sondern nur mit bürgerlicher Neugierde und gelegentlich mit künstlerischen Mitteln.
 
Das Problem ist irrational, das merkt man schnell. Aber ist es nur Religion? Der Islam erklärt vieles, ist aber nicht das eigentliche Problem; denn so sehr religiös sind die Rheintürken gar nicht; besonders nicht die jungen Burschen mit ihrem Maschinenhaarschnitt und die jungen Frauen in ihren Stretch-Jeans.

Mädchen aus Mülheim
oder Mukater kann nicht sterben
 
Eine Dub-Story (Kurzgeschichte mit Dub-Musik) aus dem islamischen Milieu.
 
Der Islam verfestigt nur eine Grundeinstellung der Kultur: tief verwurzeltes Patriarchat; Herrschaft des Vaters über die ganze Familie, im Guten wie im Bösen. Da verläuft die Grenze und an diese Grenze können wir von außen nicht kommen, weil wir nicht in das innere einer türkische Familie eindringen.
 
Deutschland hat sich vom Patriarchat sehr weit entfernt und mit der Regierung von Angela Merkel auch ohne den Feminismus so weit wie nie zuvor. Das ist ein Fortschritt, bringt uns aber stärker in Konflikt mit monotheistischer Religion und patriarchalischer Kultur. (Mit orthodoxen Juden und konservativen Arabern kommen wir nicht in Kontakt, aber wahrscheinlich bestünde das gleiche Problem.) Der Konflikt ist da am größten, wo Familientradition, Religion und aktuelle Politik sich treffen.
 
Erst heute bin ich auf einen Essay gestoßen, der viele Fragen beantwortet. Der Text stammt von der Psychologin Deniz Baspinar aus Köln und ist am 13.03.2017 in der Zeit erschienen. Er hat den etwas irreführendenTitel:
 
Ödipus auf Türkisch, DIE ZEIT.
 
Dort wird auch genau erklärt, warum Atatürk jetzt out ist und Erdogan die neue Vaterfigur.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Erdogan marschiert...

Die Geschichte zeigt, dass Diktatoren, deren wirtschaftlicher Erfolg schwindet, die Nachbarn angreifen. Jetzt hat Erdogan zum ersten mal durchblicken lassen, dass er so etwas im Auge hat. Erst Syrien, dann Irak und dann in die Zukunft mit islamischen Brüdern und Schwestern.
Zitat Erdogan 09.03.2017:
...Gegen diejenigen, die die Türkei nicht in Syrien wollen, werden wir uns mit unseren Brüdern und Schwestern dort vereinigen und Präsenz in einem größeren Gebiet zeigen. Gegen diejenigen, die die Türkei nicht im Irak wollen, werden wir mit unseren Brüdern und Schwestern, egal ob sie Sunniten, Schiiten, Turkmenen, Araber oder Kurden sind, in Richtung der Zukunft in der Solidarität gehen...
Zitiert nach: https://www.heise.de/tp/features/Erdogan-suggeriert-dass-Deutschland-die-Teilnahme-der-Tuerken-am-Referendum-behindert-3647901.html (Siebter Abschnitt)
Dazu braucht Erdogan noch die Ermächtigung zum Alleinherrscher, dann geht es gegen Syrien und Irak. Die in Deutschland lebenden Türken sind davon kaum betroffen; sie können locker für den Diktator stimmen, ohne gegen den IS rekrutiert zu werden. Sollte die Mehrheit im April nicht dafür stimmen, wird er Wege finden, die Wahl zu fälschen, anzufechten oder zu wiederholen.
 
Dieses Szenario hat auch seinen positiven Aspekt. Die islamische Welt könnte ihre Probleme selber lösen. Türkei ist in der Region das mächtigste und bisher fortschrittlichste islamische Land, auch wenn der Fortschritt durch den Islamismus gestoppt wurde.
 
Viel mehr lässt sich nicht vorher spekulieren. Immer kommt es darauf an, wer sich in den Krieg einmischt. Russland ist schon präsent und müsste die türkische Invasion wenigstens dulden. Die Türkei gehört offiziell zur NATO. Was bedeutet das bei einem Angriff? Die Islamische Republik Iran ist sehr stark und ist bereits engagiert. Pakistan hat Atomwaffen, genau wie Israel. Saudi-Arabien strotzt nur so von Waffen und Öl, hat aber keine Volksarmee. Firma Trump ist zur Zeit noch desinteressiert; doch ewig lockt das arabische Öl. Da ist ausreichend Potential für einen kleinen Weltkrieg.
 
Wohl dem, der nichts, absolut nichts, damit zu tun hat. Leider ist Deutschland nicht auf voller Distanz. Mann verlässt sich einfach darauf, dass Frauen wie Merkel und von der Leyen uns nicht in den Krieg schicken.
 
Wir könnten aber die Schweiz von Mitteleuropa sein, hätten wir die politische Stabilität und die Friedfertigkeit, die durch Direkte Demokratie zustande kommt. Pazifismus und Basisdemokratie haben in Deutschland keine Partei mehr, nachdem Joschka Fischer die Grünen in den Kampf geführt hat und schwarz + grün zu olivgrün vermixt wird.
 
In diesem Super-Wahl-Jahr wird klar: Das Parteien-System und die Parlamentarische Demokratie sind am Ende. Überall und am meisten da, wo man am noch daran glaubt: In USA und Frankreich, ganz deutlich auch in Deutschland. Wir brauchten jetzt eine Regierung, die sich um unsere eigenen, inneren Angelegenheiten und um den inneren Frieden kümmert. Doch alle schwadronieren nur von innerer Sicherheit. Wer Erdogans diktatorische Propaganda ins Land lässt, kann inneren Frieden nicht haben, auch dann nicht, wenn Frauen regieren.
Siehe auch Deutsch-türkische Fakten !

 

Das letzte Wort
Soziale Selbstgerechtigkeit:
Je mehr einer verdient
desto gerechter findet er das

Den Spruch habe ich am 25.02.17 bei WDR 5 aufgeschnappt, weiß aber nicht, von wem er ist. Kein Anspruch auf Urheberrecht.

Volkswagen und die Maya-Völker
Gibt es einen verborgenen Channel?

   Verfasst 1/2 Jahr vor der Diesel-Auto-Debatte.

Per Zufall stieß ich im Museum für Völkerkunde auf ein Buch Die Welt der Maya (ISBN 3-8053-1390-X), das dort verramscht wurde. Ein Schinken von 624 Seiten nach dem Stand der Wissenschaft. Ich suchte die letzten Erkenntnisse über den Untergang der Maya-Kultur, der lange vor dem Auftauchen der Spanier in sehr kurzer Zeit erfolgte. Der Niedergang ist weder auf eine nachweisbare Katastrophe noch auf Eroberung durch fremde Krieger zurückzuführen, sondern aus der Maya-Kultur selbst erklärbar.
 
Die Maya-Kultur hatte eine sehr schmale ökonomische Basis; die Kulturpflanze Mais, wodurch es möglich wurde mit steinzeitlicher Technik Millionen Menschen in diesem Regenwaldgebiet zu ernähren. Dazu kam die erstaunlich hohe Intelligenz der Maya, welche zu der ästhetisch so prächtigen Hochkultur führte.
 
Um Pyramiden, Paläste, Sportanlagen, und die unendlich vielen Steine und Stelen mit künstlerisch gestalteten Hieroglyphen zu schaffen, muss dort eine steile hierarchische Struktur in Politik und Organisation der Arbeit existiert haben, was auch aus den inzwischen entzifferten Texten hervorgeht.
 
Das System der Maya-Kultur war kompliziert, basierte aber auf wenigen Grundlagen, so dass es durch leichte Störungen in sich zusammenbrechen konnte. Ein paar Missernten oder eine Häufung von Wirbelstürmen, wie sie in der Region auch heute nicht selten sind, konnte als erster Anlass für den Sturz ins Bodenlose reichen.
 
Die inneren Faktoren, die zu so einem Absturz führen, sind steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes.
 
Wir dürfen uns das Leben der Maya nicht tropisch-idyllisch vorstellen, auch wenn ihre Kunst so sympathisch wirkt. Wir sind nicht diejenigen, die gezwungen waren, die Monumente und Artefakte unter steinzeitlichen Bedingungen zu erschaffen, in einem hochtropischen Land, wo es nicht einmal das Rad oder Pferde gab. Wir sollten uns das trotzdem einmal plastisch vorstellen und den Stress der arbeitenden Bevölkerung, der damit verbunden ist.

Neue Software für den Kopf

Steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes sind uns nicht fremd. Es sind Komponenten auch unserer Zivilisation, genauer gesagt, der Finanzökonomie, die alles zu beherrschen scheint und die unseren Politikern als unverzichtbar gilt. Sollte dieses System zusammenbrechen, hätten unsere derzeitigen Regierungen nicht das geringste Konzept, um den Absturz aufzuhalten.
 
Deutschland gehört in die Spitzengruppe der Wirtschaftsmächte, doch die ökonomische Basis für die extrem hohen Gewinne der sogenannten Eliten ist sehr schmal, sie basiert auf dem Exporterlös der metallverarbeitenden Industrie deren Spitzenprodukte sind: Automobile, Werkzeugmaschinen und Waffen. Waffen sind immer ein wackeliges Geschäft; sie schaffen hier einige Arbeitsplätze und erfordern sehr viele Plätze auf fernen Friedhöfen. Das ist keine gute Basis für Nachhaltigkeit.
 
Die Automobilindustrie wackelt jetzt noch nicht, aber sie zittert vor der Verurteilung durch Gerichte; denn die deutsche Automobilindustrie hat Umweltschützer, Regierungen und Kunden in aller Welt millionenfach mit System und technischer Raffinesse betrogen. Das weiß jeder, nur die VW-Chefs haben es nicht gewusst! Deshalb werden sie auch so hoch bezahlt, damit sie sich nicht kleinlich um Details und Abgase kümmern und darum, was in ihren Autos softwaremäßig so vor sich geht.
 
Wie lange noch ist die Welt bereit, für ein deutsches Auto das doppelte zu zahlen wie für ein asiatisches? Wie lange noch kann die Verschwendung von Rohölprodukten auf den Straßen der EU geduldet werden? Wohin mit all den Luxuskarossen (manieristisch gestylt, klimatisiert, übermotorisiert), wenn das Automobil mit Otto- oder Dieselmotor als Macho-Spielzeug und Prestigeobjekt einmal aus der Mode kommt?
 
Die Autoindustrie sollte aus ihrem Wohlstandschlaf erwachen. In Deutschland wurde der Volkswagen entwickelt und in USA mit dem Slogan think small vermarktet. Das war noch eine Unternehmens-Philosophie:
Think small!
 
Den echten Nachfolger des VW, den Weltwagen WW, gibt es immer noch nicht. Es müsste ein unverwüstliches Fahrzeug sein, sparsam und vielseitig verwendbar, ein Chassis, das in der dritten Welt mit lokal gefertigten Aufbauten bestückt wird, als Familien-PKW, Kombi, Kleinbus oder Minitransporter, für Prestige, Raserei und Militär ungeeignet.
 
Ebenso reizvoll für pfiffige Ingenieure, wäre ein preiswertes Elektromobil mit mäßiger Akkuleistung für Fahrten in Stadtnähe. Leicht im Gewicht, leicht zu beladen mit Einkaufsgut, leicht zu parken, leicht an der Steckdose aufzuladen, mit einer Höchstgeschwindigkeit im zweistelligen Bereich und leicht zu überholen von Porsche, BMW, Audi und Mercedes. Ein Elektrofahrzeug, das weder Subventionen (Abwrackprämie) noch einen zweiten Motor (Hybridtechnik) braucht, noch hieroglyphen-ähnliche Rücklichter und das der deutschen Auto-Protzerei total widerspricht. Think small!
 
Was die metallverarbeitenden Industrie sonst noch bringt, sind Panzer, Fregatten und Werkzeugmaschinen, unverzichtbar für alle aufstrebenden Schwellenländer, Tigerstaaten und Diktaturen. Als einzige Basis für unseren friedlich gehobenen Wohlstand wird das auf Dauer nicht reichen.
 
Wir müssen uns auch organisatorisch etwas Neues einfallen lassen mit der Intelligenz von Ingenieuren und Wissenschaftlern, angewandt auf Finanzen, auf die Politik und bei Softwareprodukten, also da, wo wir heute noch besonders schlecht sind.

  Rob Kenius, 23.02.2017

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wie und wo der Hass entsteht
aus Privilegien, Geldgier und falscher Liberalität

Die Voraussetzung dafür, dass spontane Beschimpfungen öffentlich in Gang kommen, ist eine bestimmte Konstellation zwischen Medien und Politik. Ein Privileg, das zunächst nur Prominente und Politiker haben: Ihre spontanen Äußerungen werden sofort und unzensiert publiziert und reproduziert. Dabei gibt es Differenzierungen bezüglich Geschwindigkeit und Lautstärke der Publicity. Vom Artikel in einer Provinzzeitung bis hin zum Fernseh-Interview. Diese Abstufung ist logischerweise abhängig vom Status und vom Prestige der Prominenten.
 
Gemeinsam ist all diesen Meinungsäußerungen, dass eine bestimmte Klasse das Privileg hat, direkt in die Öffentlichkeit hinein zu diktieren wie in ein Medien-Mikrofon, das ihre Worte in die einschlägigen Kanäle leitet, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Ein Privileg wird "sozialisiert".
 
Das Privileg der freien Meinungsäußerung in der Hand weniger Prominenter wird sozialisiert durch die "Sozialen" Medien Twitter und Facebook. Sie haben das Recht der spontanen, unüberlegten und unqualifizierten Meinung auf das gesamte Feld ihrer Nutzer ausgedehnt, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Die Nutzer von Facebook und Twitter verhalten sich nicht anders
als viele prominente Politiker; sie kommentieren flink, gehässig und ohne nachzudenken. Und durch eine weitere anti-soziale Spielregel wurde ihnen das letzte Hemmnis genommen, durch die Möglichkeit, sich in aller Öffentlichkeit zu verstecken. Eine absurde Situation, die für namhaft bekannte Politiker in den offiziellen Medien nicht besteht; nämlich die Möglichkeit zur Anonymität, also gleichzeitig öffentlich und versteckt zu sein.
 
Das widerspricht sogar der Quantentheorie. Dort gibt es unterscheidbare und ununterscheidbare Elemente; die Anonymen sind ununterscheidbar und können nur statistisch erfasst werden (Fermi-Statistik); eine eigene Wirkung haben sie nicht, selbst dann nicht, wenn es nur zwei von ihnen sind; dann bleiben sie verschränkt und haben keine eigene Freiheit.
 
So wurde in Internet-Foren öffentlich eine völlig unöffentliche Situation konstruiert, wie sie bisher nur in Toiletten mit ihren vollgekritzelten Wänden bestanden hat. Eine übel riechende Schmuddelecke am Analausgang der sprachlichen Kultur. Und jetzt ist diese Schmuddelecke des öffentlichen Bedürfnisses mit Facebook und Twitter in den Fokus der Medien und der Politik gerückt. Der Präsident macht mit!
 
Anstatt Ekel zu zeigen und die Betreiber zur Reinigung der Kloake zu zwingen, neigen sich Medien, Parteien und Politiker vor der Macht der großen Zahlen: Milliarden an Nutzern, Billionen an Klicks und steigende Aktienkurse an den Börsen der freien westlichen Welt. Das ist Liberalitä-terätätä. Falsch verstandene Freiheit, vergleichbar mit der Freiheit, in einem Restaurant auf den Tisch zu scheißen, solange man dabei eine Maske aufsetzt und seine Identität nicht erkennen lässt.
 
Was treibt die sogenannten Sozialen Medien dazu, durch die Struktur ihrer Algorithmen und ihre selbsterfundenen Spielregeln den Zwist und den Hass im Volk zu schüren? Ganz einfach das Geld. Und die Aussicht, mit immer mehr Klicks, immer mehr Mitgliedern und mit steigenden Aktien Wachstums-Milliarden anzuhäufen, ganz im Sinne des Neo-Liberalismus. Das Geldeinsammeln wird dadurch gewährleistet, dass die Werbeeinnahmen direkt von der Zahl der Klicks abhängen, egal von wem und egal warum, egal ob aus Neugier, Ärger, Frust oder Wut.
Es geschieht bis jetzt im Einvernehmen mit den Regierenden "Eliten", die sich vor der Geldmacht beugen, ohne Rücksicht auf Gesetze, die sonst für Medien gelten.
 
Entfesselter Neoliberalismus im rechtsfreien Raum.
 
Niemand darf Plakate aufhängen, auf denen kein Name steht. Niemand darf Flugblätter verteilen, auf denen kein Verantwortlicher genannt wird. Niemand darf eine Zeitschrift verbreiten, die kein Impressum hat. Niemand darf Rundfunk- oder Fernsehsendungen ausstrahlen, wo der Sender nicht bekannt und genehmigt ist.
 
Warum nicht? Damit die Justiz Beleidigung, Volksverhetzung und Anleitung zu Straftaten im öffentlichen Raum belangen kann.
 
Aber auf Facebook und Twitter ist allen Usern alles erlaubt, nur deshalb, weil es dem Geldverdienen dient und weil die Firmen frech behaupten, keine Medien zu betreiben, sondern nur eine globale Kontaktmaschine zum harmlosen Gelderwerb.
 
Sie sollen dann aber bitte die anonymen Exkremente ihrer Teilnehmer, also den Produktionsabfall ihrer Kontaktmaschine, selber entsorgen und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit, wie sie in der Maschine produziert werden, oder, falls sie sich weiterhin weigern, werden die Verbreiter von Schmutz, Hass und Falschinformation im öffentlichen Bewusstsein abgeschaltet.

Und was lässt sich dagegen tun?

Man kann die "sozialen" Medien für ihr asoziales Verhalten beim Gelderwerb mit Ordnungsstrafen in Form von Geld belegen; denn Geld ist das einzige Argument, das sie verstehen. Für jede
Beleidigung 1000 Euro, für
Volksverhetzung 10.000 Euro, für
Morddrohung 100.000 Euro
.
Für einfache Geschmacklosigkeiten 100 Euro.
 
Ein solcher Bußgeldkatalog hat sich im Straßenverkehr bestens bewährt. Er führt dazu, dass nicht bei jeder Geldstrafe ein Gerichtsverfahren in Gang gesetzt wird. Autofahrer, Polizei und Justiz halten sich daran und die Zahl der Unfälle ist deutlich zurückgegangen.
 
Man sollte den Firmen hinter den Kontaktmaschien aber das Recht einräumen, auf dem Wege der Zivilklage, diese Ordnungsstrafen von ihren Mitgliedern (Nutzern) zurück zu fordern, falls sie deren Identität kennen. Es sollte aber nicht erlaubt sein, die Verantwortlichkeit für den Inhalt der Medien auf die Nutzer abzuschieben. Das kann auch eine Zeitung nicht! Es haftet nicht der Autor, sondern der Verlag. Auch für ein falsch parkendes Fahrzeug zahlt der Fahrzeughalter.
 
Und wie soll man das Geld gegen Facebook und Twitter eintreiben? Dazu befragen wir als Experten am besten die amerikanischen Behörden, welche (zu Recht) Strafzahlungen in Milliardenhöhe von VW und der Deutschen Bank einfordern; unsere amerikanischen Freunde wissen, wie man Geldstrafen gegen ausländische Firmen durchsetzt.

   09.01.2017, Rob Kenius.
   Aktualisierung 15.01.2017 
Ein ausführlicher Artikel über Facebook und Twitter erklärt genauer, warum das Wort sozial völlig unangebracht ist.

 

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Postfaktische
Selbstzufriedenheit

Eine Zeit, in der Fakten keine Rolle mehr spielen, kann es nicht geben. Wohl aber gibt es einen Trend, Fakten zu ignorieren, Meinungen ohne faktisches Wissen zu bilden und Behauptungen durch ständiges Wiederholen zu bestärken, anstatt sie durch Tatsachen zu belegen. Diese Mode ist in Kontaktmaschinen (Facebook, Twitter) besonders verbreitet, hat aber dort nicht ihren Ursprung. Die ersten, die in neuerer Zeit postfaktisch argumentiert haben, waren Politiker. Namhafte Politiker.
 
Gestern Abend (05.12.2016) sah ich in der Tagesschau das Interview mit Angela Merkel, in dem sie auf die Frage nach ihren politischen Erfolgen als erstes (wie immer) die Beseitigung der Arbeitslosigkeit nannte. (Sie schien alle Fragen zu kennen und antwortete sehr entspannt, während der Moderator journalistische Aggressivität mimte.)
 
Ohne Zweifel ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland während der Regierung von Frau Merkel zurück gegangen, aber ich fragte mich, was hat das mit der Kanzlerin zu tun? Wieso stellt Frau Merkel den Rückgang der Arbeitslosigkeit als ihre Leistung dar? Oder sagt sie das nur, weil keiner ihr widerspricht?
 
Rückgang der Arbeitslosogkeit ist doch, wenn es eine Leistung ist, eine Leistung der Wirtschaft, die international erfolgreich ist und mehr Arbeitskräfte eingestellt hat. Und wenn es mit Politik zusammenhängt, dann damit, dass die Regierung Schröder vor dem Amtsantritt von Frau Merkel den Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsverhältnissen geschaffen hat, worauf hin viele Arbeitslose aus den Statistiken verschwunden sind und heute zu den Geringverdienern gehören.
 
Ein Zusammenhang mit der Kanzlerschaft von Angela Merkel besteht nur darin, dass sie das Glück hatte, in dem Augenblick gewählt zu werden, als die Arbeitslosigkeit zurück ging.
 
Aber Frau Merkel ist ja nicht nur Bundeskanzlerin, sondern auch Vorsitzende der CDU. Das Interview fand genau vor ihrer Wiederwahl statt. Vielleicht steht auch die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit dem CDU-Vorsitz? So fragte ich mich und es gelingt in der Tat, einen Zusammenhang zu konstruieren.
 
Der größte Erfolg der deutschen Wirtschaft ist der Export von Automobilen und technischen Maschinen bis hin zu Panzern und Fregatten. Das gehört in den Bereich der metallverarbeitenden Industrie. Daran sind nicht nur einige Großfirmen wie VW, Daimler-Benz und BMW beteiligt, sondern auch eine Unzahl von kleineren Spezialfirmen, die teilweise als Zulieferer der großen agieren, teilweise eigene Produkte weltweiter Spitzenqualität herstellen.
 
Die metallverarbeitende Industrie ist der Kern des deutschen Wohlstands. Der Erfolg basiert nicht nur auf Qualifikation der Firmen und ihrer Mitarbeiter, sondern auch auf sogenannten sekundären Moraltugenden: Die Firmen, ihre Chefs, Ingenieure und Facharbeiter sind konzentriert bei der Sache, sind zuverlässig und fleißig.
 
Dass die Arbeitsmoral der Firmen eine wesentliche Komponente für den Erfolg ist, korrespondiert mit der Tatsache, dass die Hochleistungsindustrie sich auf bestimmte Regionen konzentriert, in denen die Bevölkerung solche oft belächelten Tugenden besitzt.
 
Umgekehrt lässt sich feststellen: Spitzen-Industrie finden wir kaum in Berlin oder Bremen, auch weniger in München und Hamburg, also nicht in den Großstädten mit besonders hohem Freizeitwert. Eine Ausnahme bildet Köln, wo die Fordwerke immer noch Motoren internationaler Spitzenqualität bauen und andererseits rund ums Jahr der Rheinische Frohsinn gefeiert wird. Wer böswillig ist, könnte sagen, das liegt an den Türken, die bei Ford arbeiten und nicht mitfeiern.
 
Ein großer Teil der Hochleistungsindustrie liegt in Gebieten mit etwas konservativerer Bevölkerung, ungefähr da, wo man traditionell CDU und CSU wählt. So weit ist der Gedankengang zwar anfechtbar, aber nicht falsch und man könnte sagen, es besteht eine schwache Korrelation zwischen Industrieerfolg und CDU-Wählerschaft. Mehr aber auch nicht.
 
Gedanken sind Verbindungen von Ereignissen. Alle Gedanken sind falsch, wenn zwischen den Ereignissen gar keine Verbindung besteht.

Man kann die Sache aber nicht herumdrehen. Die CDU hat keinen Einfluss auf den Industie-Erfolg. Wenn ein CDU Politiker sich und die CDU als Ursache für diesen Erfolg sieht, ist das Selbstüberschätzung und leicht zu widerlegen. Beispielsweise dadurch, dass die Bevölkerung von Baden-Württemberg sich inzwischen der Grünen Partei zugewandt und ihren Winfried Kretschmann zum Landesvater erkoren hat. Die Grüne Partei könnte ab jetzt den Erfolg von Mercedes, Bosch und Porsche für sich in Anspruch nehmen, was sie nach einer angemessenen Zeit wohl auch tun wird.
 
Wozu die Selbstidentifikation der CDU mit den Erfolgen der CDU-Wählerschaft in bestimmten Regionen führt, konnte man mit Erschrecken feststellen, als Helmut Kohl nach der Ruck-Zuck-Wiedervereinigung den Ostdeutschen blühende Landschaften versprach. Etwas ausgeschmückt: Wenn ihr nur schön fleißig CDU wählt und euch brav verhaltet, werdet ihr leben wie im Schwabenland, in Franken, Baden und in Niederbayern, immer in Reichweite einer modernen Fabrik, die Exportgüter für den Weltmarkt produziert und nur darauf wartet, euch einen Spitzen-Job anzubieten.
 
Diese Versprechungen sind nicht eingelöst worden, weil die Politik überhaupt nicht in der Lage ist, solche Dinge zu lenken, erst recht nicht, wenn man wie Herr Kohl in Ökonomie völlig inkompetent ist.
 
Die Selbstzufriedenheit von Frau Merkel und CDU spiegelt die Selbstzufriedenheit von weiten Kreisen der Bevölkerung. Das macht ihren Erfolg aus. Wenn aber Politiker sich und das, was sie ihre Arbeit nennen, als Ursache des Wohlstands darstellen, dann ist das postfaktische Selbstzufriedenheit.
 
Genau so könnte ich sagen, der Brexit ist ein Erfolg von kritlit.de und meiner Kritik an den Strukturen der EU.

 

Das letzte Wort

Fidel Castro & Marktwirtschaft
Wenn ich einmal sterbe, wird man es mir nicht glauben.

Das ist der letzte von Fidel Castro überlieferte Spruch. Ohne Zweifel war er einer der Größten des vorigen Jahrhunderts, vielleicht auch der größte Glückspilz. So etwas nennt man Charisma, weil es unerklärbar ist.
 
Leider hat sein Leben und Wirken einen etwas unangenehmen Nachgeschmack: Das Scheitern des Sozialismus. Doch halt, das stimmt nicht ganz. Gescheitert ist nicht der Sozialismus, gescheitert ist die Planwirtschaft. Das sozialistische China, das sich still und heimlich von der Planwirtschaft verabschiedet hat, ist, im angemessenen Vergleich z.B. mit Indien, heute ein Erfolgsmodell.
 
Planwirtschaft bedeutet, dass der Staat die Wirtschaft übernimmt und in einer zentralen Bürokratie die wirtschaftlichen Prozesse plant und lenkt: Beschaffung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln, Fabrikation von Idustrie- und Konsumgütern, Transport und gerechte Verteilung der Waren an die Bevölkerung. Das hört sich gut an in der Theorie, aber es funktioniert nicht.
 
Eine Bürokratie kann den freien Markt nicht ersetzen, weil der freie Markt ein unüberschaubarer Statistischer Prozess ist. Der freie Markt ist durch kein Gesetz der Mechanik oder sonstiger Theorien zu beschreiben und erst recht nicht durch bürokratische Vorschriften zu ersetzen.
 
Was bedeutet Statistischer Prozess?
 
Der beste Vergleich für die Funktion, die der freie Markt als Statistischer Prozess hat, ist die Verdauung. Jawohl, Verdauung im Darm. Verdauung findet in jedem tierischen Lebewesen statt, vom Einzeller bis zum Menschen. Und spätestens vom Wurm an ist der Vorgang im Verdauungstrakt ein völlig unübersichtlicher Statistischer Prozess, an dem Millionen und Milliarden von Bakterien beteiligt sind, die sich wie Parasiten verhalten.
 
Im Verdauungstrakt leben sie und ernähren sich von dem, was das höhere Lebewesen, in dem sie hausen, eigentlich zu seiner eigenen Ernährung herunter geschluckt hat. Bakterien im Darm scheinen Parasiten zu sein, aber indem sie sich selbst von der Nahrung nähren, ermöglichen sie die Verdauung des höheren Lebewesens in einem unüberschaubaren Wirrwarr von Geben und Nehmen, Vertilgen und Ausscheiden, Konkurrieren und Zusammenwirken. Etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar.
 
Dagegen ist die Wärmebewegung in einem Gas oder in einer Flüssigkeit ein theoretisch einfacher Vorgang und auch der ist nur statistisch und nicht im Einzelnen zu beschreiben. Die Verdauung ist ein Statistischer Prozess mit Milliarden von lebendigen Teilnehmern, den Bakterien, dazu zahllosen chemischen Reaktionen und obendrein findet ein thermodynamischer Austausch statt in einem offenen System.
 
Ja, etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar. Es entzieht sich jeder Beschreibung im Einzelnen und jeder individuellen Kontrolle der beteiligten Mikroben. Und doch ist die so strukturierte Verdauung seit Milliarden von Jahren in allen Tieren bis hin zum Menschen ein zuverlässiger Vorgang. Verdauung ist unumgänglich und stellt für uns die Basis des Lebens dar, sie liefert alles, was der biologische Körper zu seinem Betrieb braucht; zum Beispiel auch die nötige Energie für Kopf und Muskeln.
 
So ähnlich wie die Verdauung im einzelnen Lebewesen funktioniert die Marktwirtschaft in einem Staat oder einer Wirtschafts-Gemeinschaft. Wir alle sind daran beteiligt in ganz unterschiedlichen Funktionen, auch in mehreren Funktionen gleichzeitig, als Hersteller, Helfer, Lieferanten, Transporteure, Konsumenten, Entscheidungsträger, Zuarbeiter, Auswählende, Verteilende, Verdienende, Verlierer und Gewinner.
 
Dieser Prozess ist nicht theoretisch nachvollziehbar. Man kann ihn ein wenig steuern und in gewisse Bahnen lenken, auch beeinflussen, für sich und andere nutzen. Es gibt Theorien, die einzelne Aspekte klären und in gewissen Grenzen überschaubar machen. Der Gesamtprozess der Freien Marktwirtschaft ist aber nicht planbar; jeder Plan muss scheitern, weil die Wirtschaft als Ganzes einen unkontrollierten Statistischen Prozess benötigt, den freien Markt.
 
Das wissen wir heute. Die Leute der Oktoberrevolution wussten das nicht, sie kannten nur Marx und ein paar andere Theoretiker.
 
Als sich die Sowjetunion auflöste und die Staatsideologie gescheitert war, dachten viele, das wäre der endgültige Sieg des Kapitalismus über sozialistische und soziale Ideen. Sogar viele Sozialdemokraten haben das gedacht und sich in der Zeit des Neoliberalismus entsprechend entschieden.
 
Aber endgültige Siege gibt es nicht. Auch die Kubanische Revolution hat keinen endgültigen Sieg errungen. Der Prozess geht weiter. Nach fast 30 Jahren Postkommunismus ist die Welt nicht wirklich besser geworden. Der Ego-Kapitalismus frisst uns die Zukunft weg; die Polarisation von Arm und Reich blockiert Wirtschaft, Politik und Ökologie.
 
Fidel Castro war stur, er hat daran geglaubt, irgendwann doch noch Recht zu behalten, eine sehr ehrenhafte Einstellung. Teilweise bekommt er vielleicht auch noch Recht: Die Welt braucht wieder mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit, mehr materiellen Ausgleich, mehr Rücksicht und mehr Kontrolle über die Ströme der Finanzen. Sozialismus nennen wir das am besten nicht; denn der ist historisch mit dem Versuch der zentralen Planwirtschaft verbunden.
 
Die Planwirtschaft war ein typischer Fall von menschlicher Hybris. Sie kann nicht funktionieren, weil wir, so lange es menschliches Wirtschaften gibt, einen freien Markt als Statistischen Prozess zur Verdauung der wirtschaftlichen Güter nötig haben.
29.11.2016


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Postfaktisch = freiwillig? dumm

Wer den Ausdruck postfaktisches Zeitalter erfunden hat, weiß ich nicht; ich weigere mich, ihn zu akzeptieren, weil die ständige Verwendung eines Begriffs die Behauptung enthält, dass so ein Ding wirklich existiert.

Etwas wie Postmodern?

Modern ist ein relativer Begriff. Modern ist etwas im Verhältnis zu anderen Dingen, die vorher modern waren. Wer postmodern sagt, will das Denken an einer Stelle unterbrechen, wo es ihm passt. Postmodern ist etwas, das nachher kommt, aber den Vergleich mit dem Vorhergehenden scheut.

Rituelle Kommunikation

Leider funktionieren Medien so, dass ein Begriff, der immer wieder auftaucht, irgendwann anerkannt wird. Das war schon immer so. Bestes Beispiel: die Auferstehung von den Toten.

Fakten bleiben Fakten

Ob ein Selbstmordattentäter nur eins oder zehn Kilogramm Sprengstoff bei sich trägt, ob er seine Ladung auf der Straße oder in einem gut besuchten Lokal oder überhaupt nicht zündet, das sind Fakten, die über Leben und Tod entscheiden, unabhängig davon, ob man sie ermitteln kann, ob man sie erfährt oder geheim hält. Was bedeutet dann postfaktisch?

Reden, ohne zu wissen

Das Wort postfaktisch soll ein aktuelles Phänomen beschreiben: Leute reden gerne über Ereignisse, ohne sich an Fakten zu halten und sie berücksichtigen nicht gerne die Wahrscheinlichkeit, mit der etwas stimmt.
 
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Erderwärmung der letzten 40 Jahre auf den Einfluss des Menschen zurück geht. Zu 100% beweisen kann man es nicht, dafür ist der Vorgang zu komplex. Erwärmung an sich ist schon ein statistischer Prozess mit einer großen Wahrscheinlichkeit und einer kleinen Unsicherheit. Was ein statistischer Prozess ist und wieso Erwärmung dazu gehört, wissen viele nicht, sie wollen es auch nicht genau wissen, aber mitreden wollen sie trotzdem.
 
Das ist freiwillige Unwissenheit. Wo ist der Unterschied zur Dummheit? Dummheit ist unfreiwillg.
 
Sie sagen:
Klimawandel durch Menschen gibt es nicht.
 
Es gibt ihn aber doch
, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% und das ist ebenso wahrscheinlich wie die Pünktlichkeit der nächsten Straßenbahn, auf die wir uns verlassen.

Wahrscheinlichkeit, was ist das?

Um Wahrscheinlichkeiten zu verstehen, genügen die vier Grundrechenarten, wir haben es aber an der Schule nicht gelernt. Beim Studium auch nicht. Journalisten, Juristen, Politiker, Theologen, Kommunikationswissenschaftler und Ärzte, sie alle brauchen für ihre Qualifikation nicht zu wissen, was Wahrscheinlichkeit ist, sie werden aber tagtäglich damit konfrontiert:
Wahrscheinlichkeit einer Fehlinformation, Wahrscheinlichkeit eines Tathergangs, Wahrscheinlichkeit eines Wahlergebnisses, Wahrscheinlichkeit der Auferstehung Christi, Wahrscheinlichkeit eines Missverständnisses, Wahrscheinlichkeit einer Diagnose.

Zwischen Null und Eins

All den Menschen, die Wahrheit suchen, sei gesagt: Alles was wir wissen und zu wissen glauben, ist mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen Null und Eins behaftet. Nur, was die Wahrscheinlichkeit Eins hat, ist zu 100% da und was die Wahrscheinlichkeit Null hat, ist zu 100% nicht da. Jeder Wert zwischen Null und Eins ist möglich und meistens lässt sich der genaue Wert der Wahrscheinlichkeit nicht ermitteln, ist also strittig. Trotzdem ist er nicht beliebig.

Wahrheit und Wissenschaft

Wissenschaftler streiten oft um die Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen, aber nur in einem gewissen Zahlenbereich und Statistiker ermitteln den Wert mit einer bestimmten Genauigkeit. Wer mitreden will, sollte sich informieren. Aber das tun viele nicht. Sie sagen einfach, das stimmt nicht, weil es nicht zu 100% stimmt, also stimmt das Gegenteil. Ein Trugschluss.
 
Wahrheit existiert selten, Wahrscheinlichkeit existiert immer, Fakten existieren meistens. Wie sieht es mit der Wahrscheinlichkeit von Fakten aus? Sie existiert immer. Es gibt also kein postfaktisches Zeitalter.

Fakten in den Medien

Medien haben eine unangenehme Eigenschaft: Bei jeder Übermittlung von Nachrichten treten Ungenauigkeiten und Fehler auf.
 
Weil Medien die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung von Nachricht und Tatsachen prinzipiell nur verringern und nicht vergrößern, sind viele Medien sehr unzuverlässig. Zu dieser Kategorie gehört die mündliche Übermittlung in Form von Gerüchten, Mythen, Sagen, Legenden, Märchen.

Das Internet

Das interaktive Internet hat den unzuverlässigen Medien eine neue Unzuverlässigkeit hinzugefügt durch die Kommentarfunktion.
 
Hier werden Fakten berichtet, kommentiert, richtig gestellt, widerlegt, ignoriert, bestätigt, ergänzt. Es wird Kommentaren widersprochen oder sie werden übernommen, bekräftigt, wiederholt, übertroffen, hinausposaunt, beschimpft, hundertfach gelobt, tausendfach für gut befunden. Und das alles gleichzeitig, durcheinander, in einem einzigen Fluss.
 
Und was das Verrückteste daran ist: Hinter den meisten dieser Äußerungen stehen keine greifbaren Personen, nicht einmal entfernte Bekannte von Bekannten, sondern viele anonyme Teilnehmer mit Phantasienamen; es können Schreibroboter, sogenannte Bots sein.
 
Jede Übernahme und Weitergabe verringert den Wahrheitsgehalt (Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung). Um das zu kompensieren, werden die Behauptungen ständig wiederholt und bestärk. Sie werden von immer mehr Teilnehmern übernommen, was aber nichts daran ändert, dass sie sich von den Fakten mehr und mehr entfernen, je mehr sie weiter gegeben werden. So ist das unzuverlässigste Medium entstanden, das es bisher gegeben hat.
 
Dieses unzuverlässige Medium ist aber nicht das Internet an sich! (Es wird nur von Journalisten so hingestellt.) Das unzuverlässige Medium ist ein Forum mit anonymer Kommentarfunktion und davon gibt es zehntausende.

Facebook, Twitter, Whatsapp

Diejenigen mit den meisten Mitgliedern sind Facebook und Twitter, morgen kann es Whatsapp sein. In diesen Medien wird postfaktische Kommunikation betrieben. Jeder der mitmacht, tut es freiwillig. Er verzichtet freiwillig auf Fakten, ist also freiwillig unwissend oder unfreiwillig dumm (oder umgekehrt).
 
Es gibt kein neues postfaktisches Zeitalter, sondern nur eine Mode des Zeitvertreibs und die kann morgen schon unmodern sein, unmodern in postmoderner Zeit.
 
Das Internet enthält mehr Wahrheit, als jede Bibliothek der Welt, mehr als die untergegangene Bibliothek von Alexandria.

kritlit.de

Diese Webseite ist ein milliardster Teil davon.
21.11.2016

Einen Überblick über andere Versuche (Essays), die Dinge klar zu stellen, findest du mit einem Klick auf dieses Feld. Stichwort Gehirnblüten.


 

Stapelbare Stapelware

Die Trumpeten von Washington

Was kann der Trumpeter jetzt tun?
Er kann nicht alles auf einmal: Die wirtschaftlichen Versprechungen an seine Anhänger halten, gleichzeitig die USA in der Welt wieder groß machen und eine Mauer nach Mexiko. Da er sich für Außenpolitik kaum interessiert und als Kaufmann erkennen müsste, dass die Kosten für die Armee viel zu hoch sind, wäre ein Rückzug aus der weltweiten Präsenz eine naheliegende Maßnahme.
 
Unsere Politiker sehen das mit Bedenken. Doch was bringt uns US-Präsenz im Chinesischen Meer? Und dass die USA sich im nahen Osten stark machen, ist bisher ziemlich daneben gegangen.
Ein bisschen Frieden durch den Rückzug der Amerikaner aus den Krisengebieten wäre nicht schlecht. Ideologen wollen uns glauben machen, dass Russland uns dann bedroht. Die sollen mal Beispiele russischer oder sowjetischer Übergriffe auf westliche Staaten bringen, die nicht ursächlich auf den zweiten Weltkrieg zurückzuführen sind, wo Deutschland die UDSSR angegriffen hat.
 
Die USA brauchen sich vor Russland nicht zu fürchten, zwischen diesen beiden Staaten hat es noch nie einen realen Krieg gegeben, nur ideologischen, und der ist vorbei. Für eine US-Regierung, die ein paar hundert Milliarden ins eigenen Land pumpen will, könnte der Gedanke an Weltmacht-Verzicht verlockend sein. Das ist eine Möglichkeit und wir hier haben dabei keinen Nachteil, außer dass wir aufwachen müssen und uns etwas ernsthafter um ein entspanntes Verhältnis zu Russland bemühen. Es besteht dann die Möglichkeit, dass Washington Geld genug hat, die Infrastruktur zu verbessern, das schafft Arbeitsplätze im eigenen Land. So könnte die weiße Wählerschaft zufrieden gestellt werden.
 
Es gibt eine Vision, die weit mehr ins Negative geht. Neben der genannten Verlagerung der Interessen entsteht eine US-Gesellschaft mit faschistischen Elementen. Hetze und Hatz gegen Minderheiten, rassistische Ausschreitungen gegen Schwarze, Aufmärsche, Fanatismus und Trump als der Antiheld in dieser unappetitlichen Szene. All das ist im Ansatz schon vorhanden.
 
Eine milde Vision für die Präsidentschaft wäre die: Trump ist nach kurzer Amtszeit frustriert und wendet sich seinen privaten Geschäften zu, die er durch seine neuen Möglichkeiten blendend unterstützen kann, während er die Zügel in Washington schleifen lässt. Wieder ganz Milliardär, geht er aus der Sache als einer der reichsten Männer Amerikas hervor.


 

Das letzte Wort

Der falsche Preis (Dynamit Nobel) für den richtigen Mann (Bob Dylan)

Die Preisverleiher überall schmücken sich mit Bob Dylan. Da kann auch die Jury in Stockholm nicht mehr zurückstehen. Doch ist das Literatur, was Dylan macht? Es sind sehr vielseitige Songtexte und ohne Zweifel ist er der Sprachbegabteste unter den englischsprachigen Songschreibern seiner Generation.
 
Stimme, Gesang und die musikalische Struktur der Stücke sind eher bescheiden. Die Texte aber sind und bleiben erstklassig: Vielseitig, inspiriert, reich an Bildern und voll von gelungenen Formulierungen. Was ihnen fehlt, ist ein tieferer Sinn. Es gibt wenige Ausnahmen: "Blowing in the Wind" oder der diffuse Protest von "Maggie's Farm".
 
Brillante Texte eines weniger brillanten Musikers, die irgendwie supergut klingen und genau zur schrappigen Musik passen. Dylan selber weiß das und bestreitet es nicht. Und als man ihn zum Sprachrohr seiner Generation machen will, ist er verwundert; er widerspricht eine Zeit lang und lässt es dann über sich ergehen. Ähnlich distanziert verhält sich der Vielgelobte jetzt, wo er mit Preisen überhäuft wird. Das ist cool. Ohne Zweifel, vielen erscheint es rätselhaft.
 
Das merkwürdige Geheimnis des Robert Zimmerman ist: Was er tut, macht er mit vollem Einsatz, mit äußerster Konzentration und Konsequenz, ein exzellenter Performer. Das scheint für ihn selbstverständlich zu sein und es macht ihn zum Star, aber ein Star mit einer sehr merkwürdigen Charaktereigenschaft: Bob Dylan ist kein Egoist. Ein Super-Star, aber kein Super-Ego!?
 
Er findet sich offenbar selber nicht so toll, wie die Fans und Journalisten ihn finden, sie verstehen ihn deshalb nicht. Die meisten sind wohl selber Egoisten. So ist das in einer Zeit, wo der Egoismus die zentrale Charaktereigenschaft einer Kultur geworden ist; ganz besonders im herrschenden Überbau aus Wirtschaft, Politik und Finanzen und im beherrschenden Amerika.
 
Bob Dylan hat damit nichts zu tun; das macht ihn so sympathisch, wenn er auftritt. Er war anfangs sehr bescheiden, nahm den Namen eines bewunderten Poeten (Dylan Thomas) an und sang die Lieder seines Vorbilds Woody Guthrie, der wirklich ein Protestsänger war und sein Leben lang darunter gelitten hat. Als Bob Dylan in New York anfängt, ist Woody Guthrie schon hoffnungslos erkrankt und das Folk-Publikum jubelt seinen Songs zu, die der Junge aus Minnesota so trefflich nachsingen kann.
 
Die Welle der Zeit hat nicht Woody Guthrie, sondern Bob Dylan nach oben gespült und heute ist er einer der letzten überlebenden Stars dieser Generation, die es geschafft hat, das sollte man nicht vergessen, mit ihren Protesten den Vietnamkrieg zu beenden. Jawohl, so etwas ist heute undenkbar, wo das gesamtdeutsche Volk trotz Mehrheitsmeinung es nicht einmal schafft, die paar Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan zurück zu holen.
 
John Lennon wurde ermordet, Jimi Hendrix starb wie viele an den Drogen, Mick Jagger ist das normale Super-Ego in der Szene. Die Preisverleiher möchten sich gerne mit dem Nimbus dieser ungewöhnlichen Generation schmücken. Dass ist gut so, und Bob Dylan ist der würdige Repräsentant, aber Literatur und Protest ist es trotzdem nicht, was Bob Dylan bringt. Es ist einfache Musik eines unprätentiösen Stars aus der goldenen Zeit der Jugendkultur, der eine wenig reflektierte, aber sehr kreative Sprache besser beherrscht als alles andere und besser als alle anderen.
  Nachtrag:
  14.10.2016
  Bob Dylan ist in Las Vegas aufgetreten;
  kein Wort über den Nobelpreis. Als Zugabe auf 
  Wunsch des Publikums "Blowing in the Wind".
  16.11.2016
  Dylan hat angekündigt, dass er den Nobelpreis 
  für Literatur nicht persönlich entgegennehmen wird.
  
  letzte Aktualisierung 21.11.2016
  Rob Kenius
    

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand
Viel, viel, viel zu viel
Wohlstand
macht Konsumenten
krank
im Kopf fängt es an

Die Krankheit bildet Metastasen. Der Bauch wird dicker. Das Gesicht wird voll und rund. Die Beine schwer. Das Körpergewicht steigt. Dadurch werden Kreislauf und Herz belastet. Es entsteht der Wunsch nach Bequemlichkeit und weniger Bewegung. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten werden bevorzugt: Essen und Trinken, Autofahren und Fernsehen. Der Geist wird träge, der Kopf schwerer und es beginnt eine zweite Phase. Das Denken wird eingeschränkt. Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Magen erweitert sich. Die Trägheit steigt. Das Gesicht ist noch voll Zufriedenheit, doch das Gehen wird lästig. Durch das Vergrößern des Körpervolumens werden Kreislauf und Herz belastet. Zufriedenheit dreht sich in Unzufriedenheit. Ärzte werden zurate gezogen.

Es gibt tausende Krankheiten,
aber nur eine Gesundheit.

Anstrengungen sollen vermieden werden. Es verstärkt sich der Wunsch nach Bequemlichkeit, nach so wenig Bewegung wie möglich. Im Kopf fängt es an. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten wie Fernsehen sind bevorzugt. Autofahren angenehmer als Gehen. Das Nachdenken wird abgeschaltet, Entscheidungen sind schwer und es beginnt eine dritte Phase. Das Weltbild verengt sich. Veränderungen werden als lästig empfunden, besonders im Umgang mit Menschen. Konservative Vorstellungen überwiegen. Wahrnehmungen werden vom Bewusstsein ausgeschlossen. Ebenso tiefer gehende Gedanken. Kein Austausch mit Menschen anderer Meinung, anderer Hautfarbe oder Religion. Sattheit und Zufriedenheit, unterbrochen von Selbstzweifeln. Die Balance ist nicht unter Kontrolle. Die Meinung ändert sich nicht mehr.

Land one Sterne

Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Verantwortung wird abgeschoben. Zukunft wird durch Prognosen ersetzt. Handeln durch Absicht. Wohlstand wird zum Ziel und Inhalt des Handelns. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Psychiater liefert ein neues Selbstbild. Die Krankheit nennt er Symptom des Wohlstands. Es finge im Kopf an. Der Wohlstand sei ein Symptom der Krankheit. Die Lage ist festgefahren. Der Wohlstand ist Ziel, Ursache und Rettung aus dem Formtief. Die Gedanken kreisen um das Wohlbefinden, dessen Steigerung und dann klommt der Absturz ins Bodenlose. Die Außenwelt wird als Störung empfunden. Das Weltbild verengt sich. Die Meinung der Mitte wird übermächtig, die Übermacht des Durchschnitts. Konservative Vorstellungen überwiegen. Der Blick ist verschwommen auf das Vergangene gerichtet, woran man sich festhalten kann. Der Wohlstand ist Vergangenheit. Vergangenheit ist Zukunft. Meinung ist Irrtum. Zukunft ist Illusion. Realismus ist Ideologie. Die Ideologie ist Wohlstand.

Im Kopf fängt es an.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Milliardäre, Milliardäre

Die Zahl der Milliardäre ist 2015 wieder gestiegen, auch in Europa. Das ist ein Indikator für die Umverteilung von unten nach oben. Was sind die Gründe?
 
1.
Die Geldmenge wächst ständig,
obwohl es schon viel zu viel Geld auf der Welt gibt. Daran könnten nur die Notenbanken etwas ändern.
 
2.
Die Aktienkurse steigen permanent.
Das liegt teils an der riesigen Geldmenge. Die Werte der Aktien übersteigen den materiellen Wert der Firmen, doch solange Leute mit viel Geld viel spekulieren, wird es so bleiben und ihre Vermögen werden mit den Kursen weiter wachsen.
 
3.
Geldbesitz und Transaktionen sind steuerlich begünstigt und frei von Sozial-Abgaben.
Wer Geld mit Geld verdient, ist privilegiert gegenüber allen anderen.
 
Das ist der Punkt, an dem der Staat einschreiten kann und muss (könnte und müsste); denn der Staat sollte das Gemeinwohl im Auge haben. Zum Gemeinwohl gehört die Möglichkeit für alle, auf faire Weise an Geld zu kommen oder bei Alter, Krankheit, Arbeitslosigkeit, ausreichend versorgt zu werden, in dem Maße, wie die Gesellschaft es sich leisten kann.
 
Für die Leistungsfähigkeit ist die Wirtschaft verantwortlich. Im jetzigen Zustand leistet die Wirtschaft aber nur dann einen Sozial-Beitrag, wenn sie Löhne und Gehälter zahlt, und je weniger Löhne sie zahlt, desto mehr ist sie frei von sozialen Verpflichtungen.
Ein unhaltbarer Zustand.
 
Wie man Soziale Lasten gerecht verteilt, wird in dem Artikel Sozialroboter behandelt. Dort werden Soziale Quellen-Steuern vorgeschlagen, die bewirken, dass alle Einnahmen zum Sozial-Etat beitragen; denn die gesamte Wirtschaft ist sozial verantwortlich.
 
Aber der Staat lässt zu, dass weite Bereiche der Wirtschaft von Sozialabgaben ausgenommen sind.
    Das betrifft die Einnahmen
  • Durch (Billig-)Importe
  • Durch Ausgelagerte Produktion in Billig-Lohn-Länder
  • Durch An- und Verkauf von Aktien und andere Transaktionen
  • Durch alle Geschäfte, bei denen Geld mit Geld verdient wird
Politiker tun immer so, als hätten sie auf Entscheidungen der Wirtschaft keinen Einfluss, das sei der sogenannte freie Markt. Das ist falsch. Der Staat steuert die Wirschaft durch Steuern. Und die Freiheit des Marktes wird nicht berührt, wenn der Staat Soziale Quellensteuern erhebt. Dadurch wird die gesamte Wirtschaft sozial verantwortlich gemacht und nicht nur über die Personal-Abteilung.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Das letzte Wort

Manchmal sind Antworten einfacher als die Fragen.
 
Zum Beispiel die Frage, warum Türken in Deutschland immer noch schlecht integriert sind. Eine komplizierte Diskussion, die sich seit Jahren an dieser Frage entzündet und in letzter Zeit immer hitziger wird. Die Frage ist nämlich verbunden mit den Reizthemen Islam, doppelte Staatsangehörigkeit, Pegida und Erdogan.
 
Doch die Antwort ist einfacher als all diese Diskussionen: Die Türken in Deutschland sind schlecht integriert, weil sie nicht CDU wählen. Nur 7% der wahlberechtigten unter ihnen wählen CDU, 67% dagegen SPD.
 

 
Dem liegt der Irrtum zugrunde, dass die Christlich Demokratische Union christlich und demokratisch ist, und Moslems glauben, das wäre nichts für sie.

Über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch und das Verhältnis der Putschisten zur Gülan-Bewegung bietet die Neue Zürcher Zeitung am 27.09.2016 einen klaren Überblick. Wie lange dieser Artikel über den Link aufzurufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Aufwärtstrend

Trotz aller Anschläge, Amokläufe und ausufernder Berichte über alles, was Angst macht, geht ein Aufwärtstrend weiter: die Steigerung der Einkommen und Vermögen derjenigen, die schon am meisten haben. Das könnte eine gute Nachricht sein, wenn sie nicht eine Kehrseite hätte, nämlich die Tatsache, dass dieses Geld, das nach oben verschoben wird, weiter unten breitgefächert zusammen gekratzt und heraus gepresst wird.
 
Um einem vielfachen Milliardenvermögen nur eine einzige weitere Milliarde hinzu zu fügen, muss man tausend Millionären eine Million oder einer Million Menschen tausend Taler (Dollar oder Euro) wegnehmen. Noch besser ist, wenn man zehn Millionen Menschen nur hundert Taler oder hundert Millionen nur zehn Taler aus der Tasche zieht. Irgendwann merkt das keiner mehr. So funktioniert die Umverteilung und sie funktioniert durch die Unachtsamkeit der Staaten und Regierungen, die diesem Treiben ratlos und tatenlos zusehen. Sie schwimmen ja selber im Geld, (das ihnen nicht gehört,) und merken es nicht.
 
Der Staat sollte wenigstens intelligente Steuern erheben und zwar mit der gleichen Raffinesse wie die Absahner, Geldverschieber und Steuerflüchtlinge.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Deutsch-türkische Fakten

Bei Politikern müssen wir genau unterscheiden, zwischen dem, was sie sagen und dem was sie tun. Ein deutliches Beispiel für die Notwendigkeit dieser Unterscheidung ist die Haltung der deutschen Regierung gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan, der sich nach dem Putsch ganz offen als Diktator präsentiert, aber nicht so genannt werden soll.
 
Zuerst hat man zugelassen, dass er in Deutschland Wahlkampfreden in seiner demagogischen Art und natürlich in türkischer Sprache hielt. (Mit der doppelten Staatsbürgerschaft dürfen 500.000 Deutsch-Türken in Deutschland und in der Türkei wählen, etwa dreimal so viele haben nur einen Türkischen Pass.)
 
Später bei der Neuwahl, die Erdogan nach der verlorenen Wahl veranlasst hatte, hat Bundeskanzlerin Merkel ihn während des Wahlkampfs in der Türkei mit einem offiziellen Besuch beehrt.
 
Es heißt, Frau Merkel hätte gleichzeitig etwas über die Einhaltung demokratischer Spielregeln gesagt, doch ihre simple Anwesenheit als Gast der Regierung Erdogan war eine massive Unterstützung; denn Deutschland ist für Türken ein Musterland mit Vorbild-Funktion, in dem drei Millionen ihrer Landsleute bereits leben. (Erdogan spricht von türkischem Blut, welches deutsch-türkische Bundestagsabgeordnete aber nicht besitzen sollen.)
 
Wenn die deutsche Regierungschefin neben Erdogan auftritt, macht sie automatisch Werbung für dessen Person. Was sie dabei in ihrer bekannt vorsichtigen Art äußert, ist für die türkische Öffentlichkeit nicht von Belang. Der türkische Präsident hat seine Medien voll im Griff.

Unsere Regierung, vertreten von Angela Merkel hat sich mitschuldig gemacht an dem, was in der Türkei jetzt und in naher Zukunft passiert.

Ein Vergleich mit Hitler, der auf ähnliche Weise an die Macht kam, ist tabu.
Warum?
 
Erdogans Redeweise, besonders, wenn man den Text nicht versteht, erinnert stark an Adolf Hitler, seine Taktik der Machtergreifung ebenso. Nur die Machtverhältnisse sind völlig andere. Hitler konnte in seinem Wahn davon träumen, durch einen Krieg die Vorherrschaft in Europa zu gewinnen. Etwas Ähnliches scheint im Atomzeitalter für die Türkei ausgeschlossen zu sein.

Das war vor einem halben Jahr.
Inzwischen hat sich die Lage verschärft.
Ein Klick und du weißt mehr!

Die USA konnten Erdogan sogar zwingen, seine Verbal-Agressionen gegen den US-Schützling und Atomwaffen-Besitzer Israel einzustellen. Auch dazu gibt es leider eine Parallele zum Nazi-Reich: Bei den olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde von US-Seite durchgesetzt, dass rassistische Parolen (gegen Juden und farbige Amerikaner) wenigstens in der Olympia-Stadt Berlin (vorübergehend) von der Bildfläche verschwanden.
 
Der Demagoge Recep Tayyip Erdogan regiert das Land als Diktator und er findet eine zustimmende "Mehrheit" für alles, was er will. Als bei der vorletzten Wahl die parlamentarische Mehrheit nicht zustande kam, wurde sie unter neuen Bedingungen wiederholt. Das war der Wendepunkt und das Übertreten der Linie.
 
Was tun? Eingreifen in das Geschehen können wir nicht. Aber wir müssen ab sofort jede Unterstützung für den Diktator einstellen.
 
Keine Propagandaveranstaltungen in Deutschland.
Keine Freundschaftsbesuche,
keine Beitrittsverhandlungen,
nichts,
was Herrschaft oder Wirtschaft der Diktatur stützt.
 
Dabei ist ein realistischer Blick angesagt. Vorsicht bei Vergleichen mit Regierungen anderer nicht-westlich-werte-gemeiner Systeme.
Iran ist nach wie vor ein islamsich-demokratisches Land. Man hat dort zuletzt eine gemäßigte Regierung gewählt. Putin ist kein Demagoge oder Diktator wie Erdogan, sondern (weil die Amerikaner ihren eigenen Präsidenten entmachtet haben) der mächtigste Regierungs-Chef der Welt, der sich, gemessen an seinen Möglichkeiten, sehr zurückhält, aber Politik zum Vorteil seines eigenen Landes macht. Selbst beim Abschuss eines russischen Flugzeugs durch die Türkei, hat der Kreml sich gemäßigt verhalten und dem Feuerkopf Erdogan sehr viel Zeit für eine Entschuldigung gegeben. Dass wir in Deutschland nicht Freunde Russlands sein wollen, ist die Entscheidung unserer Kanzlerin. Wir können das nicht auf Putin schieben; er hat es Jahre lang versucht.
 
Von allen neuen Rechts-Populisten ist Erdogan der erfolgreichste und gefährlichste und die Türkei ist das militärisch, demografisch und wirtschaftlich stärkste der rechts-okkupierten Länder.
Deutschland ist in der Geschichte das schrecklichste Beispiel für die möglichen Folgen.
 

Chor der Fahnen schwenkenden Rhein-Türken

Wenn die bunten Fahnen wehen
geht die Fahrt so hin und her
Wenn wir's aus der Ferne sehen
quält uns Diktatur nicht sehr

Über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch und das Verhältnis der Putschisten zur Gülan-Bewegung bietet die Neue Zürcher Zeitung am 27.09.2016 einen klaren Überblick. Wie lange dieser Artikel über den Link aufzurufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


 

Das letzte Wort

Das Wort des Tages, 14.07.2016

"Die Welt hat genug Probleme..."
(Angela Merkel)
Dann nichts wie ran!
(Rob Kenius)

Ein Schritt nach vorne
25.06.2016

Die Briten haben mit klarer Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt.
Was bedeutet das?

 
Es ist erstens eine Abstimmung gegen die EU und damit liegen die Briten richtig. Die EU ist ein undemokratisches Konstrukt der Politiker, in dem die Völker kaum eine Rolle spielen. Die Parlamentarische Demokratie ist am Ende; die Verfassung der EU aber ist noch schlechter als jede Parlamentarische Demokratie; es ist gar keine Verfassung, sondern ein Wirrwar an Zuständigkeiten, wobei die Bürokraten dominieren, die sich am besten damit auskennen. Große Länder wie GB, werden benachteiligt, kleine wie Luxemburg, Zypern und Malta werden bevorzugt.
 
Es ist zweitens eine Abstimmung für die Freiheit. Die Briten, genauer gesagt, die Engländer sind ein Freiheit liebendes Volk; sie gehören zu denen, welche die Demokratie in ihrem Land aus eigener Kraft eingeführt haben. Darauf sind sie stolz und sie können es nicht ertragen, dass sie von der undemokratischen EU und deren Bürokratie gegängelt werden. Damit liegen sie ebenfalls richtig.
 
Es ist drittens eine Abstimmung gegen die Dominanz der Ökonomie. Alle Ökonomen und politischen Vertreter der Wirtschaftsmacht waren gegen den Austritt. Das britische Pfund ist abgerutscht. Die Ökonomen sagen jetzt, die Emotionalität habe über die Vernunft gesiegt. Sie definieren Vernunft als Dominanz der Ökonomie, das ist Arroganz. Das Volk wollte diese Arroganz und die Dominanz der Ökonomie nicht mehr. Als der gemeinsame Markt geschaffen wurde, war es gut, etwas für die Wirtschaft in Europa zu tun, sie von Schranken zu befreien. Heute ist es genau umgekehrt, wir müssen versuchen, die Macht der Wirtschaft einzudämmen. Das haben die Wähler dort getan; und damit liegen sie richtig. Mehr Überfluss brauchen wir nicht.
 
Großbritannien hat von Anfang an die Entwicklung zu einem Europäischen Staatenbund oder Bundesstaat gestoppt. Nach dem Beitritt der Briten zur EU war die Vision von einer politischen Einheit nicht mehr realisierbar. Der Austritt schafft viertens die Möglichkeit, in Richtung Einheit voranzukommen, wenn jetzt noch Interesse besteht. Leider gibt es nach dem Beitritt der Ost-Länder einige neue Probleme in Richtung Vereinigung, die es vor dem Beitritt Englands nicht gab.
 
Fünftens ist die Abstimmung ein Sieg der Direkten Demokratie. Keins der zahlreichen Gremien der EU, auch das Parlament nicht, kein führender Politiker der Mitgliedsländer hat es geschafft, die Richtung der europäischen Politik zum Guten, also zur Demokratie hin, zu wenden. Dieser Volksentscheid für den Austritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Entweder ein demokratisches Europa oder nur ein Wirtschaftsraum.
 
Genaueres zu den Themen:
Konstruktion der EU
Direkte Demokratie
Parlamentarische Demokratie
                24.06.2016 10h, Rob Kenius.

Wilde Gedanken - absurder Zustand


Kritischer Islam gehört dazu. Klick hier!


Chatbot "Tay" lernt den Hass.

Wer Hass säht, wird Hass ernten.
 
Ausgerechnet Microsoft, die biedere Mainstream-Programmier-Anstalt hat Tay erschaffen, eine künstlich intelligente Chat-Person (Chatbot), die mit Teenagern chatten sollte. Was dabei heraus kam war der Satz:
Hitler hatte recht, ich hasse die Juden.
Danach wurde das "intelligente" Programm vonseiten Microsoft abgeschaltet. Die Firma, die sonst nur auf extremes Geldverdienen programmiert ist, hatte ein Monster erschaffen.
 
Was sagt uns dieses Experiment?
 
Microsoft lernt daraus erst einmal, dass mit diesem Programm kein Geld zu machen ist. Welcher kommerzielle Seitenbetreiber könnte diesen Chatbot gewinnbringend einsetzen? Tay wird also nicht in dieser Form auf den Markt kommen.
 
Wir schließen daraus aber noch mehr.
 
Mit Sicherheit haben die Experten von Microsoft, ehe sie den Algorithmus entwickelten, tausende Chats analysiert. Sie haben versucht, die Reaktionsweise der Teilnehmer in kleinste logische Schritte zu zerlegen und sie durch die Programmstruktur künstlich "intelligent" nachzubilden.
Wir können also davon ausgehen, dass die Software so konstruiert ist, dass sie die Struktur einer einfachen online-Auseinandersetzung, wie sie bei twitter erfolgt, präzise simuliert und genau nach den internen Kriterien von Microsoft antwortet und die Regeln strikt befolgt, nach denen so ein Chat strukturiert ist. Mit anderen Worten, Chatbot Tay tut so, als wäre sie oder er ein von Microsoft erschaffenes Menschlein.
 
Dabei besteht ein prinzipieller Unterschied
zu einer lebendigen Person.
 
Chatbot Tay hatte keine Meinung und keine Moral, sondern nur Reaktionsschnelle und vorprogrammierte Gefälligkeit gegenüber dem Partner. So kam er oder sie dazu, auch den rassistischen Parolen von der anderen Seite zuzustimmen und sie durch eigene Formulierungen zu ergänzen, sich also affirmativ zu verhalten, wie das auch viele menschliche Dialogteilnehmer tun, die wie Chatbot Tay einfach nur nett sein wollen.
 
(Nach Aussagen der Firma Microsoft sollte Tay eine weibliche Person sein. Das wirft nebenbei ein Licht auf das Frauenbild, dass man dort vertritt.)

Digitale Technik
wird die Dummheit nicht abschaffen

Nehmen wir einmal an, ein junger Chatter oder eine junge Chatterin bei twitter oder facebook hätte ebenso wie Tay keine Meinung und noch keine ausgeprägte Moral. Was würde passieren, wenn er oder sie nach den Regeln von Rede und intelligenter Gegenrede mit einem Menschenhasser auf der anderen Seite chatten würde???
Es käme das gleiche dabei heraus, wie bei dem Chat mit Chatbot Tay. Mit anderen Worten: Die Chat-Struktur und die übliche Dialog-Technik führen schon dazu, dass unbedarfte, meinungslose und moralisch nicht gefestigte Teilnehmer schnell die Parolen anderer Teilnehmer*innen lernen, sie aufgreifen und selber benutzen.
 
Und entwickelt sich dazu noch ein gewisser Ehrgeiz, wie viele junge Männer ihn haben, dann wird der unbedarfte menschliche Teilnehmer seinen Chatpartner, der Hass säht, auch noch übertreffen, er wird versuchen, ihn zu toppen. Der Dialog steigert sich bis zum rassistischen Ausbruch, zur Aufforderung zu Brandstiftung, Landfriedensbruch und Mord.
 
Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor...
 
Microsoft hat mit seinem Chatbot Tay der Welt vorgeführt, dass die Struktur der anonymen computergesteuerten Standard-Kommunikation in den sogenannten sozialen Netzwerken (twitter und facebook) Hassparolen automatisch verstärkt.
Besser hätte man&frau&kritlit es nicht nachweisen können.
25.03.2016
 

Wilde Gedanken - absurder Zustand
23.03.2016
Wir sind zu schlecht
 
Frau Merkel hat gesagt:
"Das ist ein Angriff auf unsere Werte."
Das hört sich gut an, stimmt aber nicht.
Es ist ein Angriff auf unsere Schlechtigkeit.
 
Wir sind zu schlecht, unsere Waffenlieferungen einzustellen, nicht einmal die nach Saudi-Arabien.
 
Europa ist zu schlecht, sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den Terror zu einigen.
 
Wir sind zu schlecht, uns aus dem satten, faulen, untätigen Mainstream zu verabschieden.
 
Wir sind zu schlecht, den Millionen arbeitslosen Jugendlichen in Nordafrika, Südeuropa, in den Vorstädten von Paris und Brüssel, eine Perspektive zu bieten.
 
Wir sind zu feige, Soldaten nach Syrien und Irak zu schicken, um dem Islamischen Staat ein Ende zu bereiten.
 
Unsere Werte sind so schlecht und scheinheilig, dass sie Millionen junger Menschen auf der ganzen Welt nicht mehr überzeugen.
 
Wir sind zu schlecht, den Gedanken an Gott fallen zu lassen und uns selber verantwortlich zu fühlen für das, was auf der Welt geschieht.
 
Wir sind so schwach und so schlecht, dass viele von uns vor wenigen von ihnen immer mehr Angst haben.
 
Wir sind so schlecht wie unsere Politiker. Aber wir sind ohnmächtig und sie haben die Macht.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wer ist das Volk? Wo ist das Volk? Wie ist das Volk?

Aufgeschlossene Journalisten wollen das Volk zu Wort kommen lassen. Sie wollen die Sozialen Medien als Quelle und Meinungs-Barometer einbeziehen. Leider müssen sie wie jede/r andere feststellen, dass in den Foren Fehlinformation, Entgleisung, Beschimpfung und Aggression an der Tagesordnung sind.
Ist das wirklich Volksmeinung?
Sind soziale Medien überhaupt sozial?
Und warum klingen viele Äußerungen so, als würden sie von Asozialen stammen?
Der Essay über soziale Medien ist ein Versuch, soche Fragen zu klären.
 

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Der Friede im Jahre 2016

Wie lange können Menschen den Frieden ertragen? Anscheinend nur wenige Tage. Illusion, zu glauben, dass 2016 friedlicher werde als 2015. Es gibt zu viele, die in die andere Richtung drücken: Saudi-Arabien, die Türkei, Frankreich, USA und Israel, um nur "befreundete" Nationen zu nennen.
Und Deutschland ist feste mit dabei, versteckt, im Hintergrund. (Im Vordergrund freundliche Frauengesichter.) Unbekannte Hetzer schüren außerdem das Feuer. Sie könnten Lieder singen wie
Mein Kampflied, aber dieses Lied ist Satire, scharf und bissig, es gehört nicht ihnen, sondern uns.
Dazu gibt es auch Noten als .pdf für alle, die etwas mit Noten (Leadstimme + Harmonie-Akkorde) anfangen können.
Alle Uhren bleiben stehn
wenn wir uns nicht weiter drehn

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand
Kleiner Begrüßungs-Chor
für Migranten und Flüchtlinge

 
Dieses Land braucht keine Religion,
nur Wahrheit
und kriegt nie genug davon.

Wir wollen wissen, wie die Lage ist,
in jenem Land, das ihr
vielleicht vermisst,
aus dem ihr her zu uns geflohen seid,
ihr Glücklichen!
Wir sehn das ohne Neid.
 
Wir warnen vor Bürokratie
und vor dem Untertanengeist.
Seid kritisch und vergesst es nie
Wovor ihr geflohen seid:
 
Vor den Dispoten,
vor dem Größenwahn,
vor Waffen und
vor dem Islam.
 
Man will euch nicht zu Christen machen.
Ihr dürft hier über alles lachen.
Lacht über Staat und Polizei!
Fühlt Euch unbeschwert und frei!
 
Das gilt für alle,
auch für Frauen.
 
Ein Mann,
der Frau'n die Hand nicht gibt,
macht sich hier sehr schnell unbeliebt.
Ihr sollt auch keinem Manne trauen,
der euch verschleiert und versteckt.
Der Macho-Mann wird ausgecheckt.
 
Hier gibt es Gleichberechtigung;
denn jeder Staat
kommt erst in Schwung,
wenn auch die Frauen mitregieren.
Ihr müsst das nur mal ausprobieren.
Das gilt im Großen wie im Kleinen:
In Schule, Haushalt, in Vereinen,
vor dem Gericht und im Verkehr.
Das Männer-Heer
regiert nicht mehr.
 
Jetzt aufgepasst!
Da kommt noch was:
Das heikle Thema Judenhass.
Davon ist dringend abzuraten.
Zwanzig arabische Staaten,
dazwischen liegt ein Judenstaat,
der das Recht auf Leben hat.
 
Wir wollen offen davon sprechen:
Das deutsche Holocaust-Verbrechen
gibt uns auf ewig die Verpflichtung
in die umgekehrte Richtung.
Rob Kenius 2015

 

 

Politik.Realität! Demokratie?

Politiker sind keine Realisten. Sie handeln mit Versprechen, mit Emotionen und Gefälligkeiten, Erwartungen, die sie erwecken und mit dem guten Eindruck, den sie machen.
 
Leistungen und Geld
soll die Wirtschaft bringen,
Realismus die Wissenschaft,
Wahrheit die Kunst,
Informationen die Presse.

 
Politiker punkten mit der einzigen Münze, die sie auf den Tisch legen können: Sie haben ein Mandat. Wie sie dazu gekommen sind, ist eine andere Sache. Meistens haben sie es von der Partei und nicht vom Volk. Die Partei, wer immer das ist, hat sie auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt oder in einem Wahlkreis antreten lassen, den sie gewinnen konnten.
 
Und weil sie das Mandat nicht vom Volk haben, stimmen sie auch nicht im Sinne des Volkes ab, sondern im Sinne der Partei, das heißt, im Sinne der Führung. Das ist ständig zu beobachten, wenn das Parlament die Gesetze "durchwinkt". Demokratie, also Herrschaft des Volkes, ist das nicht.
 
Die Führung einer sogenannten demokratischen Partei kommt erst recht nicht durch eine Entscheidung des Volkes zustande. Weder in der Christlich Demokratischen Union, noch in der Sozial-demokratischen Partei Deutschlands oder in einer anderen Parteie des In- und Auslands.
 
Angela Merkel zum Beispiel kam an die Spitze der CDU, indem sie sich bei ihrem Vorgänger Helmut Kohl eingeschmeichelt hat und ihn dann stürzte. Ihre Herrschaft, die undemokratisch begann, bleibt trotz Beliebtheit und Ausrichtung nach dem Meinungs-Trend undemokratisch und weitgehend unfruchtbar.
 
Einige Entscheidungen sind totalitär, zum Beispiel die Zwangsgebühren für das
Staats-Fernsehen.
Selbst wer es nicht sehen will und keinen Fernsehapparat besitzt, muss zahlen. Aus der Kirche kannst du austreten, aus der ARD-und-ZDF-Fernsehgemeinde nicht. Übrigens: Das ist wie im Islam, der duldet auch keinen Austritt. Es macht also keinen Sinn, mit dem Islam zu fremdeln; wir haben ihn schon.
 
Wir sind ganz am Rand
ein islamisches Land

Die innerparteilichen Vorgänge in einer Partei, die nach außen Demokratie vertritt, verlaufen nicht viel anders als in einer Einheitspartei wie der SED der damaligen DDR. Ehemalige DDR-Bürger können sich also leicht in Parteiführungen einfügen, geschmeidiger als in einen demokratischen Prozess. Mit der Demokratie haben sie in Sachsen und Thüringen heute noch Schwierigkeiten, viele wissen nicht, dass in einem demokratischen Staat niemand wegen seiner Religion ausgeschlossen wird. Doch das nur nebenbei.
 
Helmut Kohl, der nie beliebt beim Volk war, interessierte sich zunächst nur für die Macht in der CDU; er wusste schon, dass die oder der Vorsitzende/r der CDU automatisch irgendwann Kanzler wird. Und er hat sich dem Volk 16 Jahre lang aufgedrängt.
 
Von der CSU im Einparteien-Staat Bayern wollen wir nicht reden. Alle unsere Parteien sind im Innern undemokratisch und es ist ein Fehler der Verfassung, dass dies nicht anders vorgeschrieben wird.
 
Die Staaten behaupten aber, demokratisch zu sein, mit wenigen Ausnahmen. Es gibt (auch außerhalb der Arabischen Liga) noch einige, die von einer Familie regiert werden. Aber alle anderen Staaten behaupten, demokratisch zu sein. Sind sie es aber in Wirklichkeit, in der wirklich vorhandenen Realität?
 
Die Medien sagen ja.
Medien sind in etwa das, was früher die Kirche war. Sie sagen uns, was wir glauben, denken und für die Wahrheit halten sollen. Die Glaubenssätze, die sie verkünden, sind nicht einheitlich, sondern differenziert wie die der verschiedenen Religionen, aber sie verkünden uns Glaubenssätze.
 
1. Wir leben in einer Demokratie.
 
Es dauert sehr lange, bis jemand, der in USA, GB, Frankreich, Deutschland oder Italien aufgewachsen ist, daran zweifelt, in einer Demokratie zu leben. Genau so lange dauert es, bis einer, der katholisch erzogen wurde, oder in einem islamischen Land verwurzelt ist, an Gott zweifelt.
 
Demokratie ist griechisch und bedeutet: Herrschaft des Volkes.
Demokratie steht dabei im Gegensatz zu:
 
Diktatur,
Monarchie,
Oligarchie,
Feudalismus,
Plutokratie,
Bürokratie.

 
Demokratie ist also etwas anderes als die Realität, die wir um uns herum vorfinden; denn wir sehen:
Ausufernde Bürokratie in Brüssel,
Plutokratie der Milliardäre in USA,
Oligarchie des Partei-Vorstandes sowie
Feudalismus bei der Vergabe von Listenlplätzen in allen Parteien,
Monarchie in befreundeten Golf-Staaten, die wir mit Waffen ausrüsten und durch unsere Fußball-Weltmeisterschaft massiv unterstützen. Und überall sehen wir die
Diktatur des Geldes, des Kapitals und der Ökonomie.
Wo ist dann die Demokratie, die Herrschaft des Volkes?
 
Demokratie ist da, wo du dir von oben nichts gefallen lässt. Kein Bevormundung, keine Parolen, kein Zwang zur Konformität, auch kein Diktat der offiziellen Mehrheit.

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Volksentscheid für Europa!

Vorschlag für Griechenland und Euro(pa):
 
Volksabstimmung in den Ländern des Euro.

 
Fragenstellung für die Abstimmung:
Sind wir dafür, dass weitere Kredite der europäischen Länder für den griechischen Staat zur Bedienung von anderen Krediten bewilligt werden?
 
Ja oder nein?
 
Mit Sicherheit würde die Mehrheit der Deutschen + Franzosen + Italiener + Spanier + Niederländer + Belgier + Finnen + Iren + Portugiesen + Slowaken + Slowenen + Luxemburger + Estländer + Letten + Litauer + Zyprioten + Malteser genau wie die Griechen mit nein stimmen.
 
Dann wäre zum ersten mal Demokratie in Europa eingekehrt. Bisher waren weder die Montan-Union, noch die EWG, noch die EG, noch die EU eine demokratische Veranstaltung.
 
Und die Politiker müssten sich was Neues ausdenken, nicht nur in der Vergangenheit herum wühlen und immer neue Phrasen und Worthülsen heraus destillieren wie Eurokrise, Rettungsschirm, Grexit, Solidargemeinschaft, Währungs-Union.
 
Warum soll es dann nicht ein Land mit zwei Währungen geben? Euro und Neue Drachme.
Besser noch: Digitale Degressive Drachme,
nur auf Geldkarten.
Das Geld der Zukunft für die Demokratie der Zukunft.

 
Die Digitale Degressive Drachme würde den griechischen Staat in die Lage versetzen, nach einem geregelten Staatsbakrott (nicht "Grexit", sondern einseitig erklärter Konkurs wie in der freien Marktwirtschaft) seinen Verpflichtungen gegenüber dem Volk nachzukommen und aus eigener Kraft die Wirtschaft wieder anzukurbeln, ohne den Euro abzuschaffen und ohne gegenüber Investoren und Kreditgebern neue Lasten auf sich zu nehmen.
 
Leider sind die beiden Lieblinge Tsypras und Varoufakis nicht auf die Idee gekommen oder sie haben sie nicht durchgespielt oder sie hatten nicht den Mut dazu. Vielleicht sind sie auch nicht so unter Druck geraten, dass sie sich etwas Neues ausdenken mussten.
 
Wenn das oft herauf beschworene Europa eine Demokratie wäre, wie die Griechen sie erfunden haben, dann hätte ein demokratischer Entscheid der Europäer (siehe oben) sie dazu gebracht, neue Wege in der Geldpolitik zu versuchen.
 
Völker in ihrer Gesamtheit sind klüger als Politiker in ihrer Befangenheit.
Das ist die Idee, die zur Demokratie führt.


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Jede Klima-Anlage schadet dem Klima

Zuerst gab es Klima-Anlagen in Großbauten und Flugzeugen, wo man die Fenster nicht öffnen durfte. Die Räume waren vom Klima ausgeschlossen und bekamen über die Klima-Anlage ein künstliches Klima, daher der Name. Nicht jedem sind sie gut bekommen, empfindliche Nasen hatten zu leiden, Viren wurden in Krankenhäusern durchgeschleust. Weil sie aber der oberflächlichen Bequemlichkeit dienen, fanden Klima-Anlagen rasante Verbreitung, nicht zuletzt, weil die meisten Nutzer der klimatisierten Räume nicht wissen, was in der Anlage wirklich passiert.
 
Klima-Anlagen sind Wärmekraftmaschinen. Wenn alle glauben, dass sie ein Segen sind für die Erhitzten, ändert das nichts an der physikalischen Tatsache, dass sie das Klima nicht verbessern, sondern aufheizen.
 
Jeder, der Energie verschwendet, leistet einen Beitrag dazu, dass der Planet weiter erwärmt wird.

Für alle, die noch nicht ausreichend über Wärmelehre informiert sind, soll hier der Sachverhalt einmal erklärt werden. Er ist Physik, etwas komplizierter als die Wünsche der Konsumenten und die Versprechungen von Politik und Reklame.
 
Jede Klima-Anlage ist eine Wärmepumpe und funktioniert nach dem gleichen Prizip wie das Aggregat eines Kühlschranks.
 
Ein Betriebs-Gas wird mit Motorkraft mechanisch in einer Pumpe so weit komprimiert, bis es sich verflüssigt. Dabei entsteht Wärme wie in einer Luftpumpe, die man intensiv betätigt. Sie wird über Kühl-Lamellen an die Umgebung abgeleitet. Das flüssige Gas wird dann in Röhren weiter geleitet und verdampft an einer anderen Stelle wieder, wo es nach einem Naturgesetz der Umgebung Verdampfungswärme entzieht. (Im Prinzip ist das die Wärme, die bei der Kompression entstanden ist.)
 
Dadurch wird die Umgebung dieser Verdampfungs-Stelle gekühlt. Diese befindet sich in dem zu kühlenden Raum. Das ist das innere eines Kühlschranks oder eines Autos oder ein Büro, ein Wohnraum bis hin zum tiefgekühlten Innenraum eines TK-Transporters.
 
Dann geht der Kreislauf des Kühlmittels weiter. Und die Wärme, die dem Innenraum entzogen wurde, entsteht dort wieder, wo das Gas komprimiert wird. Sie wird dorthin gepumpt, kann man salopp sagen. Daher der Name Wärmepumpe. Soweit so gut, das ist das Prinzip von Linde. Aber der gesamte Prozess ist bei Weitem nicht so gefällig wie bisher dargelegt.
 
Die "Wärmepumpe" ist ein periodischer Prozess der statistischen Physik, der mit hohen energetischen Verlusten verbunden ist. Auch diese Verluste sind Naturgesetz.
 
Zum Beispiel die Isolation kann nie perfekt sein, weil metallische Teile erforderlich sind, welche Wärme sehr gut leiten, besonders innerhalb der Maschine. Schon der Elektromotor, der die Wärmepumpe antreibt, erzeugt auch wieder Wärme.
 
Insgesamt wird immer wesentlich mehr Wärme auf der einen Seite erzeugt, als auf der anderen Seite entzogen wird. Wer das nicht glauben will, sollte einmal versuchen, einen Raum mit dem Kühlschrank zu kühlen, indem er die Kühlschranktür offen lässt. Der Raum wird nicht kälter, sondern er wird schnell wärmer.
 
Eine Klima-Anlage kühlt immer nur einen Innenraum und führt die dabei produzierte Wärme, die deutlich größer ist, als die entzogene, nach außen ab. Besonders ungünstig ist dies bei Klima-Anlagen in Automobilen.
 
Der Motor des Autos erzeugt Strom über die Lichtmaschine. Dabei gibt der Motor, wie jede periodisch arbeitende Wärmekraftmaschine einen beträchtlichen Teil der durch Verbrennung produzierten Energie in Form von Wärme an die Umgebung ab, sogenannte Abwärme. Die liegt in der Größenordnung von 40% und wenn die Lichtmaschine zusätzlichen Strom produzieren muss, muss der Motor neben der zusätzlichen Elektro-Energie auch noch mehr Abwärme produzieren.
 
Der Elektromotor hat, genau wie die Lichtmaschine, natürlich einen Wirkungsgrad von etwas weniger als 100% und beide geben die Fehlmenge wieder in Form von Wärme an die Umgebung ab. Dann komprimiert die Wärmepumpe der Klima-Anlage das Betriebsgas, wobei sehr viel Wärme erzeugt wird, deutlich mehr, als innen im Fahrgastraum entzogen wird.
 
Dass ein Auto, welches im Wesentlichen aus Metall besteht und nicht für die Wärmeisolation gebaut wurde, als Kühlraum besonders verlustreich arbeitet, ist wohl selbstverständlich. Ein Auto ist kein Kühlschrank!
 
Facit:
Jede Klima-Anlage gibt die innen entzogene Wärme an die Umgebung ab und produziert zusätzliche Wärme wegen ihres geringen Wirkungsgrads, der bei Weitem nicht 100% sein kann. Für Automobile dürfte er eher bei 50% liegen. Der Preis für die Kühlung des Fahrgast-Innenraumes ist eine doppelt so hohe Wärmeabgabe an die Umgebung (Umwelt) verbunden mit einem erhöhten Kraftstoff-Verbrauch. Das ist Energieverschwendung.
 
Jeder, der Energie spart, leistet einen kleinen Beitrag dazu, dass der Klimawandel aufgehalten wird.

Dieser Effekt ist an heißen Tagen in Ballungsräumen deutlich spürbar, wo der Autoverkehr die Lufttemperatur schon unangenehm erhöht. Durch die Klima-Anlagen der Fahrzeuge ist es noch hitziger geworden. Besonders klima-schädlich sind schwarze Limosinen, in denen man es früher im Sommer kaum aushalten konnte.
 
Sogenannte SUV-Fahrzeuge, die prinzipiell zu schwer und über-motorisiert sind, verschärfen das Problem, bzw sind eine zusätzliche Klima-Belastung. SUV bedeutet in diesem Sinne: Sozial Unverträgliches Vehikel. Auch das muss einmal gesagt werden.
 
Merke also:
Jede Klima-Anlage schadet dem Klima durch Erhitzung und zusätzlichen Energie-Verbrauch. Die Klima-Anlage verbessert kein Klima, sondern sie senkt die Temperatur in einem Privatraum durch Wärmeentzug, wobei sie wesentlich mehr Wärme produziert und an die gemeinsame Umwelt abgibt, als sie dem Privatraum entzieht.
Die Klima-Anlage liegt also voll im Trend der Privatisierung und der Umverteilung.
Jeder, der Energie verschwendet, leistet einen Beitrag dazu, dass der Planet weiter erwärmt wird.

Ein kurzsichtiger eigener Vorteil zum Schaden der Allgemeinheit. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei, die Gesetze der Wärmelehre sind eindeutig; sie können nicht anders beschlossen, gewählt und interpretiert werden, weder von Gremien, noch von Juristen und Experten, auch nicht von amtlichen Regierungen. Die Gesetze der Thermodynamik können schlechtestenfalls verschwiegen und ignoriert werden, im Normalfall sind sie weitgehend unbekannt. Alle reden von Energie, kaum einer weiß, was es ist.
 
Wärmepumpen, die der Raumkühlung dienen, müssten Anti-Klima-Anlagen heißen, weil sie im Innern das natürliche Klima abschaffen und dem Klima außen Schaden zufügen. Die Devise heißt also: Abschalten!
Wir haben das Abschalten von Reaktoren durchgesetzt, unsere Klima-Anlagen müssen wir selber abschalten, nicht nur beim Abgas-Test, sondern für immer.

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Was ist das für ein Ding?

Kommunikationstechnik und Informationsflut entwickeln sich so schnell, dass die Sprache nicht mitkommt. Der schnelle technische Wandel kann soweit führen, dass auf einmal für ein globales Ding kein zutreffendes Wort existiert.
 
Es geht hier um das Ding, das viele immer noch Kapitalismus nennen. Es ist aber inzwischen etwas anderes als das, was Karl Marx so genannt hat. Es ist auch nicht mehr das, was die Linken vor 50 Jahren mit ihrem Schimpfwort Kapitalismus meinten.
 
Andererseits war das damals harmlos gegenüber dem globalen Ding, das wir heute haben.
 
Vorübergehend wurde das Ding das System genannt. Die sprachgewandten und kreativen Jamaikaner sagten Babylon Sistim. Da steckt mehr drin als Ausbeutung von Arbeitern zwecks Kapital-Gewinn, aber es sagt noch längst nicht alles.
 
Das Kapitalismus-Ding ist überall, nicht nur in den Fabriken und Banken. Es ist ein Über-Ich geworden. Es ist in unsere Gehirne eingedrungen und hat dort die Software verändert.
 
Nicht nur die Kapitalisten denken jetzt so, sondern auch Politiker. Nicht nur die Banker, die mit Geld handeln, sondern auch diejenigen, die mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Medikamenten, Telefonanschlüssen, Sex, Internetzugängen, Ferienreisen, Wellness, Autos, Kokain und Waffen handeln, kurz gesagt, Geld verdienen, Geld sammeln und verschieben um jeden Preis.
 
Aus dem Ding ist eine Religion geworden, die wie alle Religionen sagt, was gut und was schlecht ist, was du darfst und was du nicht darfst, was andere aber dürfen, die Geld haben oder Priester sind oder Bischof oder Taliban oder Kämpfer des Islamischen Staates. Religion schreibt dir auch vor, was du sagen und nicht sagen darfst und sogar, was du denken musst.
 
Aber es geht noch weiter: Religion macht Versprechungen.
 
Die Geld-Religion verspricht dir, dass, wenn du genug Geld hast, alles bis an dein Lebensende geregelt ist. Inzwischen gibt es sogar das Versprechen der Unsterblichkeit durch Geld.
 
Du kannst dich, wenn du genug Geld hast, einfrieren lassen bis zu dem Tag, wo die Technik soweit ist, dich wieder ins Leben zu erwecken. Wenn du dann noch Geld zur Verfügung hast, kannst du alle Dienste der Medizin nutzen, um wieder frisch und munter zu werden und weiter Geld zu verdienen.
 
Dieses Versprechen einer Firma in Kalifornien zeigt, dass es sich bei dem Geld-Ding um eine Religion handelt mit allen Risiken und Nebenwirkungen: Realitätsverlust, kognitive Einschränkungen, Selbstbetrug, Unduldsamkeit, Intoleranz, Ausgrenzung gegenüber Andersgläubigen, falsche Erziehung und neuerdings Radikalisierung bis hin zum Terrorismus. (Religiösen Terrorismus gab es übrigens auch schon im christlichen Abendland, als das Christentum ungefähr so alt war wie heute der Islam.)
 
Der religiöse Terrorismus des islamischen Staates ist die Antwort auf die gnadenlose Geld-Sucht der Ölsucher (USA, GB, Frankreich) und Waffenlieferanten (Deutschland, Russland und viele andere). Wie aus der Überbewertung des Geldes eine Art Religion geworden ist, wird hier erklärt.


 
                 
 

Was ist das für ein Ding?
2. Teil:
Ego-Kapitalismus

Nach der Auflösung des Sowjet-Systems hat sich der Westen sehr schnell in eine Richtung entwickelt, die mit dem alten Begriff Kapitalismus nicht mehr zu fassen ist. Bestimmte Trends, die schon vorhanden waren, haben sich verstärkt:
 
Das Geld hat gewaltig an Bedeutung gewonnen. Es ist zum absoluten Wertmaßstab geworden. Alle Versuche, andere Werte über Geld, den Gelderwerb und den Geldbesitz zu stellen, sind bisher gescheitert. Weder die Umwelt, also der Lebensraum, noch das Klima, weder Humanität noch Moral sind sicher, wenn sie dem Gelderwerb privater Firmen im Wege stehen.
 
Eine letzte Tabu-Zone gegen die Macht des Geldes schien eine Zeit lang der Krieg zu sein. Raubkriege wie zur Zeit der Kolonialisierung gab es nicht mehr. Doch es gibt jetzt Kriege für Öl und zur Ressourcen-Sicherung und dazu Waffenlieferungen in alle Krisengebiete, natürlich zur Friedens-Sicherung. Beides dient dem Gelderwerb.
 
Auch der Friede steht als Wert nicht mehr über dem Geld. Der Geldkrieg ist längst schon entbrannt.
 
Die Akkumulation von Kapital in Händen einer kleinen Schicht wurde in den letzten vierzig Jahren beschleunigt und verstärkt. Regierungen haben diese Umverteilung nicht bekämpft, sondern aktiv unterstützt. Ein völlig unlogisches Verhalten im Sinne der Demokratie; denn die große Mehrheit wird benachteiligt. Allein dieses Verhalten der Regierungen ist ein Zeichen dafür, dass unsere Demokratie nicht mehr funktioniert.
 
Das neue System der Geldwirtschaft aber funktioniert ausgezeichnet: Geld ist reichlich und im Überfluss vorhanden. Ständig wird neues Geld generiert und produziert. Die Staaten haben sich bei privaten Gläubigern verschuldet. Auch das ist nicht im Sinne der Demokratie, es geht zu Lasten der Völker oder der zukünftigen Generation, nicht zu Lasten der Volksvertreter und Banken. Staatsverschuldung dient der Geldvermehrung auf Seiten der Geldbesitzer.
 
Wer sind die Kapitalisten und wie sollen wir das Neue System benennen? Ausdrücke wie super hyper und neo sind längst abgegriffen und schnell verschlissen. Neo-Liberalismus ist nur ein Teil-Aspekt, ebenso die Globalisierung. Digitalisierung und Internet sind Techniken und als solche wertfrei, sie haben den Trend verstärkt, aber nicht verursacht. Was steht im Zentrum der Bewegung?
 
Im Zentrum stehen zwei Dinge:
Ein übersteigerter Egoismus der Individuen und
das mit Digital-Technik effizient funktionierende System des Kapitalismus.
Das ergibt die neue globale Ideologie und wir können daraus einen neuen Begriff bilden:
 
Ego-Kapitalismus.
Das ist das Ding, das uns verschlingt.

Alles über Geld und Finanz-Industrie
 
Am Rad des Geldes drehen
+
Die Macht der grauen Männer
+
Investitionen Geldüberfluss
+
Kapitalismus oder Religion?
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National Bank of Abu Dhabi
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Räuber und Gendarm
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Der Staat und
die Banken;
Mario Draghi

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Steueroase Delaware
+
Umverteilung
von Staaten begünstigt

+
Zinsen und Geldvermehrung
+
Ein Klick und du weißt mehr

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Ja, wir können... (yes we can...)

...den göttlichen Status des Geldes in Frage stellen, weil wir es täglich in der Hand haben.
...das System von innen verändern, weil wir selber ein Teil davon sind.
...Zeit gewinnen, nachdenken und kreativ werden, wenn wir das Fernsehen ausschalten.
Klick hier zur Satire: Klick - und weg!


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Am Rad des Geldes drehen
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die Banken;
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von Staaten begünstigt

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LÜGENPRESSE

Was meinen die mit "Lügenpresse"?
 
Die Milliarden von IWF und Rettungsschirmen an private Gläubiger wurden "Rettung von Griechenland" genannt. Anfangs hieß es sogar "Rettung des Euro" aus der "Eurokrise". Erst nach Jahren wird zaghaft davon geredet, dem griechischen Volk zu helfen, das von korrupten Politikern, privaten Medien, Bankern und Euro-Strategen teils wissend teils unwissend in die Krise manövriert wurde. Bei einer Hilfe für die Griechen, also für das Volk der Griechen, wäre das Geld richtig angelegt und es wäre auch viel billiger, als ein korruptes System zu unterstützen, ein Fass ohne Boden, wie viele sagen, das unser Geld verschlingt, ohne dem griechischen Volk weiter zu helfen. Warum wird das so verdreht? Nicht nur von den Politikern, die drin stecken, sondern auch von der Presse und den Medien?
 
Warum Milliarden für Ukraine? Weil dieses Land so wunderbar korrupt ist? Ein Viertel-Jahrhundert nach Auflösung der Sowjet-Union hat der Staat Ukraine unter westlichem Einfluss nichts zustande gebracht. Ist es da verwunderlich, dass viele Bürger zurück nach Russland wollen?
 
Aber Hetze gegen Putin und gegen Russland in allen Medien. Wir lesen es, schütteln den Kopf und lesen wieder, hören am Radio und sehen es im Fernsehn.
 
Da fragt sich man&frau: Wer ist hier der Psychopath? Wer hat Realitätsverlust? Was ist in den Medien los? Und wer soll das alles glauben?
 
Bei solchen Fragen hilft, mehr als Schimpfen, die Beschäftigung mit den Grundlagen, mit Dingen, die absolut sicher sind, weil sie am Anfang stehen. Was sind die Fundamente von Wirtsachaft und Technik? Ist, wer danach fragt, ein Fundamentalist? Von wem wurden
das Rad und das Geld erfunden?
Und was ist daraus geworden, weshalb werden die Reichen immer reicher und die Großgeldjäger immer aggressiver? Gegen Verrücktheit und Wahrnehmungsschwäche, gegen Falschinformationen und Verschleierung hilft, auf diesen Link zu klicken und ein wenig nachzudenken.


Wilde Gedanken - absurder Zustand

Intelligenz = Einsicht

Wenn du etwas eingesehen hast,
musst du es auch tun.
Aber keiner tut es.

 
Etwas zugeben, das Verhalten ändern, Gewohnheiten verlassen, Neuland betreten.
 
Weniger Ausreden erfinden,
weniger Energie verschwenden,
weniger Kerosin verbraten,
weniger Fleisch verzehren,
weniger Waffen produzieren,
weniger in Maschinen statt in Menschen investieren.
 
Weil keiner es tut, obwohl jeder es weiß,
ist der Fortschritt blockiert.
Unser Handeln und Tun ist
im Verbalen erstickt:
 
Die einen sagen dies,
die anderen sagen das.
Tun tut keiner was.

 
Ist dies hier ein politisches Gedicht?
Nein, das ist es nicht.
Es ist der Tick des Tages,
wenn du was besseres weißt,
dann sag es.


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