Man kann es nich oft genug sagen!
Tick des Tages bringt keine täglichen Einträge, kommt aber einem Blog sehr nahe. Deshalb hier der Hinweis auf eine Liste von Blogs und alternativen Foren:
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Donald Trump und Dagobert Duck regieren

Nach der Wahl von Brett Kavanaugh in das oberste Gericht wird klar, dass der Wiederwahl von Donald Trump nichts mehr im Wege steht (außer dem Wahlvolk). Das bahnt sich auf der finanziellen Ebene schon lange an. Wir können das aus der Flut, größtenteils überflüssiger, Nachrichten über Trump herauslesen, indem wir ein paar Informationen miteinander kombinieren.

Vier Fetzen aus der Nachrichtenflut

1. Trump erhöht die Staatsverschuldung und damit die Zinsbelastung.
 
2. Schon Weihnachten 2017 hatte Tump sich entschlossen, die Steuern für Reiche und Milliardäre drastisch zu senken.
 
3. Ganz aktuell wird mit einer weiteren Erhöhung der Leitzinsen durch die FED gerechnet (oder sie ist schon geschehen).
 
4. Kürzlich hat Trump verkündet, dass er zur Wiederwahl bereit steht.
 
Diese vier Meldungen passen derart gut zusammen, dass man kein Puzzle legen muss, um dahinter zu kommen, was das alles zu bedeuten hat. Trump präsentiert sich dem finanziellen Establishment, als bester Präsident aller Zeiten.
 
Im Disney-Comik wird die hohe Finanzwelt mit der Person von Dagobert Duck karikiert, der in seinen Goldstücken badet. Donald dagegen ist ein armer Verwandter, der dem Dagobert gerne in den Arsch kriecht. Donald Trump ist zwar nicht arm wie Donald Duck, aber wenigstens genau so unqualifiziert und gegenüber den superreichen Geldbesitzern ein serviler und wohlgefälliger Donald. Das ist kaum verwunderlich, wurde er doch schon als Kind und später als mäßig erfolgreicher Geschäftsmann mit dem Reichtum seines Vaters verwöhnt.

Schulden sind nicht gleich Schulden

Zu der ersten Meldung bezüglich Staatsverschuldung der USA sollte man wissen, dass kaum jemand unter Insidern erwartet, dass diese Schulden jemals zurückgezahlt werden. Die US-Staatsschulden sind keine Schulden im üblichen Sinne, wo das Geld bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt werden soll.
 
Der Deal zwischen der Notenbank FED und der US-Regierung läuft anders. Die Notenbank ist in privater Hand. Sie hat das Recht, Geld in beliebigen Mengen zu erzeugen, wenn sie es nur schafft, dass einerseits keine Inflation entsteht und andererseits immer genug Geld da ist, besonders auch für die Regierung.
 
Die FED erzeugt die Dollars genau so schnell, wie sie im Finanzsektor versenkt werden und die US-Regierung wird gleichzeitig durch grenzenlose Kredite bei Laune gehalten. Die Regierung bekommt von der Finanzwelt das Geld, das sie braucht, um überall auf der Welt, sogar im Weltraum, militärisch präsent zu sein und Drohgebärden aufzubauen.
 
Dieses Geld wird als Schuld deklariert und kostet natürlich Zinsen. Wer bezahlt die Zinsen? Die Zinsen bezahlt der Staat, der es über seine Steuereinnahmen von den Bürgern der Mittelschicht kassiert.
 
Wer die Zinsen am Ende einstreicht, ist selbstverständlich der Finanzsektor, zu dem auch indirekt ein paar kleinere Geldanleger gehören, die aber nicht über die Finanzpolitik mitbestimmen. Die US-Staatsschulden bleiben immer weiter bestehen und genau so fließt der Geldstrom der Zinsen immer weiter in die gleiche Richtung.

Steuern runter, Zinsen rauf

An dieser Stelle kommt Meldung Nr. zwei ins Spiel. Die Steuern für die Reichen und Superreichen wurden längst schon gesenkt; denn die Reichen sollen unter Trump noch reicher werden und sie wollen die erhaltenen Zinsen nicht gleich als Steuern wieder abführen.
 
Wie kann man diesen Prozess des Geldflusses aus der Staatskasse in den Finanzsektor noch verstärken? Sehr einfach, durch die in Meldung Nr. drei angekündigte Erhöhung der Leitzinsen durch die FED.
 
Dass Trump an der Oberfläche dagegen opponiert, ist unbedeutend.
 
Die Zinsen waren schon nahe bei Null, was realistisch ist; denn es herrscht ein riesiger Geldüberfluss. Wenn etwas zu viel da ist, dann sinkt der Preis. Das gilt für Geld genau so wie für Tomaten und schlecht ausgebildete Arbeitskräfte. Wenn es zu viel Geld gibt, wird es billiger, wenn es sehr viel zu viel Geld gibt, gehen die Zinsen gegen Null.
 
Die vorhandene Geldmenge ist und bleibt zu groß und keiner weiß, wie man sie kontrolliert verringern könnte. Sie verringert sich nur durch Zusammenbrüche von Firmen, Banken und Abstürzen an der Börse. Das sind aber Unglücksfälle, ähnlich wie Naturkatastrophen, die man zwar ahnen, aber nicht vorhersagen und kontrollieren kann.
 
Es wäre logisch, die Geldmenge nicht weiter zu erhöhen und trotzdem die Zinsen bei Null zu belassen. Das aber ist nicht im Interesse der Finanzwirtschaft, die einerseits immer mehr Spielgeld haben will, um an der Börse zu zocken, aber auch Zinsen auf Staatsobligationen verlangt, an denen man sicheres Geld verdient. Also erhöht die FED jetzt die Zinsen. Ganz einfach, weil sonst die sicherste Einnahmequelle für die Großgeldbesitzer verloren geht.
 
Manche Journalisten deuten die Zinserhöhung der FED falsch. Zinserhöhung der FED könnte USA in die Rezession führen, schreibt Wallstreet-online am 01.10.2018.
 
Das ist natürlich Konjunktiv. Es tritt nicht ein. Der Hauptschuldner der FED sind nicht irgendwelche US-Firmen, die dringend einen Kredit brauchen und ihn sich wegen 2% Zinsanstieg nicht mehr leisten können. Der Hauptschuldner ist der Staat, der für 2018 zusätzliche 500 Milliarden aufnimmt, zusätzlich zu den 20 Billionen Schulden, die er schon hat.
 
Da rattert es am Geldauswurf des Automaten auch bei 2% Zinserhöhung schon richtig laut: klack, klack, klack, klack, klack. Das Klackern der Geldmaschine bei Onkel Dagobert will gar nicht mehr aufhören, weil der gefällige Donald jetzt am Hebel sitzt.

Keine Visionen, sondern weiter so

Leitzinsen von null Prozent wären angebracht und negative Zinsen noch besser. Diese negativen Zinsen müssten allerdings dann auf alle Gelder auf allen Konten und Papieren fällig sein. Doch das wäre ein anderes, ein degressives, Geldsystem, in dem das Geld nicht automatisch mehr, sondern automatisch weniger wird.
    Die vierte Meldung, dass Donald Duck alias Trump weiter Präsident bleiben will, ist jetzt keine Überraschung mehr. Alles ist bestens vorbereitet.
     
  1. Der Staat macht noch mehr Schulden als bisher,

  2. die Zinsen werden rauf gesetzt und

  3. die Steuern für die Großgeldbesitzer sind gesenkt worden.

  4. Die Umverteilung von der Mitte nach ganz oben, wo Dagobert Duck im Geld badet, geht dreifach verstärkt weiter.
Wer kann da noch daran glauben, dass jemand anders als die Großfinanz entscheidet, wer der nächste Präsident der USA wird? Donald jedenfalls glaubt das nicht und er steht auf der richtigen Seite, er braucht dann nicht einmal mehr jeden Morgen früh aus den Daunen zu watscheln, um als erster in die Welt zu twittern.

Distanz zum Super-Egoismus

Trotzdem und gerade deshalb ist es jetzt und in Zukunft angebracht, dass wir Donald und dem US-Finanz-System so viel Steine wie möglich in den Weg legen. Denn, wenn alles so weiter läuft, tritt eine Katastrophe ein, das wissen wir schon lange, wir wissen nur noch nicht, welcher Zusammenbruch zuerst eintritt und wann und wo es am lautesten kracht.
 
Die tiefe Ursache für diese Entwicklung ist ein Super-Egoismus, der sich in den USA schon seit vielen Jahrzehnten immer weiter entwickelt hat. Donald Trump ist die Personifizierung dieses Super-Egoismus: Selbstsüchtig, eigensinnig, eigenmächtig, narzistisch, fixiert auf die eigene Familie, den eigenen Vorteil, uneinsichtig und rüpelhaft im Umgang mit anderen. Die Fortsetzung dieser Denkungsart ins Politische sind der übersteigerte Exzeptionalismus und die Aggressivität gegen Konkurrenten der USA.
 
Der aufdringlichste Präsident aller Zeiten und seine Medienpräsenz lenken das Mainstream-Publikum davon ab, die Strukturen dahinter zu erkennen. Sie sind gefährlicher als der offizielle Kotzbrocken Donald. Finanzmacht regiert die USA und die militärische Rüstung ist das einzige Großangebot, das die US-Hardware-Industrie der Welt noch zu bieten hat. Alles andere können andere besser und vor allen Dingen billiger. Deshalb will Donald das Handelsdefizit durch Rüstung und Rüstungsappelle an die NATO beseitigen.

Neues Denken, neue Wege

Das politische System der USA mit seinen Repräsentanten aus der finanziellen Oberschicht und dem spektakulären Präsidentenamt, das jetzt für Schauspieler, Klamaukmacher und Sexisten offen steht, ist erstens undemokratisch und zweitens veraltet.
 
Aber warum sind wir hier in Europa diesem System immer noch so hörig, dass wir uns sogar in den Strudel des Militarismus hineinziehen lassen? Das ist keine Freundschaft, wie immer betont wird, sondern Untertänigkeit, gerade wieder dokumentiert durch unseren Außenminister, der glücklich ist, wenn er in Washington mit dem Vornamen angeredet wird.
 
Die Dominanz der Finanzwelt über die Politik sollte an der Westküste Kontinentaleuropas enden. (GB hat sich anders entschieden.) Die Aggression der Nato gegen Russland und andere rohstoffreiche Regionen darf keine Unterstützung mehr finden.
 
Das Regime, das der Veränderung am meisten bedarf, ist das der USA und je größer unsere Distanz dazu, um so besser. Es gibt sinnvolle Vorschläge, die uns von der Ideologie des Exzeptionalismus und des Trump-Staates abgrenzen:
  1. Keine Beteiligung an Militäraktionen,

  2. keine Rüstungskäufe und

  3. schnellster Ausstieg aus dem exponentiellen Wahnsinn des Wirtschaftswachstums.

  4. Keine Schuldenpolitik forcieren,

  5. kein Spekulation mit Derivaten,

  6. ein soziales Steuersystem. Dazu die Soziale Quellensteuer als Vorschlag zu einem NeoSozialen Wirtschaftssystem.
                               Rob Kenius, 08.10.2018

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Schweizer Demokratie:
Fair-Food-Initiative für gesunde und nachhaltige Lebensmittel gescheitert.

Wieder ist in der Schweiz ein progressiver Vorschlag bei der Abstimmung gescheitert, obwohl die Umfragen zunächst positiv aussahen. Doch dann kam die Gegenkampagne, wahrscheinlich unterstützt von der Nahrungsmittel-Industrie, die in der Schweiz sehr mächtig ist. Nestlé ist der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt.
 
Deshalb war bei realistischer Einschätzung schon vorher klar, dass diese Initiative scheitern würde; denn auch das schweizer Wahlvolk ist nicht meinungsstark genug, um bei voller Medienmassage nicht manipuliert zu werden.
 
Die Direkte Demokratie in der Schweiz hat nämlich eine systematische Schwachstelle. Die Verfassung ist zwar in der Hand des Volkes, die Wähler können auch entscheiden, über was sie abstimmen, sie können selber ohne große Hürden Intitiativen starten und Entscheidungen der Regierung abwenden. Aber es fehlt ein Medium zur Meinungsbildung von acht Millionen Bürgern.
 
Direkte Demokratie in einer Massengesellschaft kann nur dann voll funktionieren, wenn es auch freie, demokratische Meinungsbildung für Millionen von Wählern gibt. Doch die Massenmedien sind in der Schweiz nicht anders strukturiert als in anderen Ländern, sie unterliegen dem Einfluss der Mächtigen.
 
Einfluss auf Rundfunk, Fernsehen und die Presse haben an erster Stelle die Wirtschaft und die Finanzmacht, an zweiter Stelle der Regierung und politische Parteien. Kein einziges Massenmedium ist demokratisch organisiert. Hinzu kommt, dass bei Volksabstimmungen wie bei Wahlen Plakatwerbung eine Rolle spielt, und die kostet ebenfalls viel Geld.
 
Typisch an der jüngsten Abstimmung ist, dass die gleichzeitige Initiative zur Velo-Förderung, also für mehr Radwege und dergleichen, mit großer Mehrheit angenommen wurde, obwohl sie genau wie die abgelehnte Fairfood-Initiative auf der gleichen Linie für eine grüne, nachhaltige Politik liegt.
 
Das ist aber ganz einfach zu erklären.
 
Der Förderung des Fahrradfahrens stehen keine wirtschaftlichen Interessen großer Konzerne und Geldgeber entgegen. Der gesunden und nachhaltigen Ernährung aber wohl.
 
Gerade in der Schweiz mit ihrem hohen Preisniveau wird mit importierten Lebensmitteln aus fragwürdiger Massenproduktion, zum Beispiel aus Italien (Käse), aus Deutschland (Geflügel) und den Niederlanden (alles Essbare), sehr viel Geld verdient. Fleisch ist in der Schweiz dreimal so teuer wie bei uns und darf wegen der Handelsverträge zwischen Schweiz und der EU aus Gründen des freien Wettbewerbs von der gleich miesen Qualität sein wie in den Supermärkten der EU.
 
Wenn wir einmal hypothetisch annehmen, dass ein Drittel der Wahlberechtigten durch Medienmassage zu einer Entscheidung im Sinne der Werbung bewegt werden kann, dann bedeutet das: Entscheidungen gegen dieses Drittel sind wegen seines statistischen Gewichts kaum möglich.
 
Ein Drittel leicht beeinflussbarer Wähler genügt in Deutschland, um die jetzige CDU als Partei des Mainstreams, der Wirtschaft und der Finanzen an der Macht zu halten.
 
Um Abstimmungen umzudrehen, braucht es eben gar keine Mehrheit von etwa fünfzig Prozent an beeinflussbaren Personen. Manchmal reicht ein Anteil von wenigen Prozenten, um wie beim Brexit oder wie bei den Präsidentschaftswahlen in USA die Meinung zu kippen.
 
Aus dem Verlauf von Abstimmungen in der Schweiz lässt sich klar erkennen, dass an der dortigen Direkten Demokratie noch ein wesentliches Element fehlt, nämlich die Möglichkeit demokratischer Massenkommunikation und Meinungsbildung. Diese Möglichkeit wird erst durch das neue Massenmedium Internet geschaffen. Im Internet ist demokratische Massenkommunikation möglich, aber längst noch nicht voll entwickelt.
 
Die rein kommerziellen Kontaktbörsen wie Facebook und Twitter füllen diese Lücke nicht.
 
Was fehlt, ist ein Forum für alle, das nicht zum Gelderwerb der Eigentümer Kontakte herstellt und Meinungen auswertet, sondern das in der Hand der Nutzer oder der Allgemeinheit ist, ein Forum, das Kommunikation um ihrer selbst Willen betreibt und durch Abstimmungen auch Entscheidungen ermöglicht. Der Entwurf für ein solches Forum wurde auf kritlit.de und bei KenFM kürzlich unter dem Namen Demokrit vorgestellt.
 
Demokrit auf KenFM in zwei Teilen: 1. Teil
Jenseits von Facebook und Twitter
2. Teil
Ein Format für die Online-Demokratie
 
Demokrit auf kritlit.de
 
Die Schweiz braucht Demokrit schon längst zur Vervollständigung der Direkten Demokratie. Wir brauchen es so bald wie möglich, um Direkte Digitale Demokratie zu starten.

                                   Rob Kenius, 24.09.2018

Satire oder Realsatire

Von Afrika bis Antarktis:
Migranten

Von allen Migranten ist der Mensch (homo sapiens) der migrantischste. Manchmal ist er auch der grantigste Misantrop, aggressiv gegen Migranten der eigenen Spezies.
 
Ausgehend von Afrika, wo Affen und Primaten zu Hause sind, hat sich der Mensch als höchst-entwickelter Primat durch permanente Migration auf der ganzen Erde ausgebreitet. Sogar auf der Antarktis leben Menschen! Es sind Forscher aller Nationen. Und in der Arktis leben ebenfalls Menschen, die sich traditionell von Fleisch ernähren, weil dort bisher noch nichts Grünes gedeiht.
 
Menschen bewohnen jede bewohnbare Insel im stillen Ozean und das Hochland von Tibet, sie leben in der Sahara und im Dschungel des Amazonas. Kein höher entwickeltes Lebewesen ist so weit und so viel gewandert wie der Mensch. Ständige Migration ist eine seiner unverbesserlichen Angewohnheiten.
 
Warum aber sind die Menschen von Afrika bis ins hinterste Manhattan gewandert, nach London, Singapur und Oberammergau, sogar nach Dresden und bis nach Chemnitz?
 
Das ist ganz einfach. Da ist der Mensch ganz Tier. Er wandert, um ein besseres Leben zu finden und sei es nur im Urlaub. Der Mensch sucht Nahrung und einen Platz zum Schlafen, zum Essen, Saufen, Wohnen und um sich mit anderen zu paaren.
 
Manche suchen auch Asyl. Aber das sind nur wenige, die aus hoch entwickelten Staaten mit einem anderen politischen System kommen, wo sie von der Staatsmacht frustriert wurden aus Gründen, die bei uns nicht gelten. Das kommt vor, ist aber für den Vorgang der Migration, die sich über mehr als hunderttausend Jahre erstreckt, rein quantitativ völlig unbedeutend.
 
Die meisten Migranten migrieren in der Hoffnung, in einem andere Land oder auf einem anderen Kontinent das Glück zu finden.
 
Sogar im Weltraum halten sich Menschen auf. Erst waren es nur Russen, dann Amerikaner, jetzt Menschen vieler Nationen. Obwohl sie auf der Erde genügend Platz hatten, besonders die Russen und Amerikaner, und obwohl der Weltraum kein Lebensraum für Primaten ist, sind sie mit großem Aufwand in den Weltraum geflogen, sogar bis zum Mond, wo bisher niemand geblieben ist. Das war keine Migration, sondern Angeberei: Seht mal her, was wir können und wie mutig wir sind!
 
Wenn einem das mit der menschlichen Angeberei und Migration zu viel ist, was kann er dagegen tun? Wie ist der menschlichen Migration Einhalt zu gebieten? Wer ist dazu überhaupt befugt und wer ist in der Lage, die permanente Migration von Menschen zu stoppen?
 
Affen?
Sind sie gegen die Migration von Menschen? Und wenn ja, können sie Menschen aufhalten? Können die Affen Menschen mit Grimassen und ihrem Potenz-Gehabe oder mit kraftprotzigen Drohungen verscheuchen?
 
Wölfe?
Die können sich zusammenrotten. Sind sie aber in großen Rudeln so stark, dass sie Menschen einkesseln können und dahin zurücktreiben, wo sie her gekommen sind? Wissen die Wölfe überhaupt, wo die Menschen herkommen und was da los ist, wo die Menschen hergekommen sind?
 
Krankheitserreger?
Gibt es hier eine ansteckende Krankheit? Gibt es Viren oder Bazillen, die so aggressiv sind, dass sie die Migration von Menschen stoppen?
 
Übermenschen?
Kann eine höhere Spezies als der Mensch die Population und Migration der Menschen verhindern? Gibt es Tiere über dem Menschen? Über-Affen, überfliegende Galgenvögel oder über-scharfe und über-bissige Hunde?
 
Das alles sind Fragen, die kein Mensch beantworten kann. Die Fragen sind sinnlos. Es ist sinnlos, zu versuchen, danach zu fragen und zu versuchen, die Migration von Menschen zu stoppen, weil der Mensch eben migriert, so lange er auf diesem Planeten lebt.
 
Wir könnten stolz darauf sein, zu dieser Spezies zu gehören, die am meisten und am weitesten migriert ist. Menschen sind die erfolgreichsten Migranten, die es auf der Erde gibt. Zum Glück ist der Planet Erde eine Kugel, genauer gesagt, ein kugelähnliches Rotationsellipsoid, so dass die Migration nie zu Ende geht.
                                Rob Kenius, 31.08.2018
                            aufgefrischt am 11.09.2018

Zeit zu lesen, Zeit zu handeln

Journalismus einst und jetzt

Deutsche Medien auf ihrem Tiefpunkt. Bisher hat in diesen Medien niemand bemerkt, dass die Regierung Merkel IV die schlechteste Regierung ist seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Schlechter noch als die Regierung Kiesinger.
 
Damals lief auch in den Medien alles ganz anders.
 
Nicht nur Studenten, nicht nur Intellektuelle, auch die SPD und Journalisten waren progressiv eingestellt, das heißt, sie wollten das Regime der CDU, das die ersten zwanzig Jahre regiert hatte, erst einmal absetzen. Ein Glück für unser Land.
 
Am "Freistaat" Bayern lässt sich studieren, wie es ist, wenn ein echter Machtwechsel nie zustande kommt.
 
Wo sind sie jetzt, die kritischen Kommentare, die nach einem Wechsel rufen? Statt dessen wird die Bewegung von Sahra Wagenknecht lahm geredet, noch ehe sie begonnen hat.
 
Wo sind die rebellischen Studenten? Wo sind die kritischen Intellektuellen, die Vordenker, die Kulturträger? Sitzen sie alle auf total sicheren Pöstchen, dem Überfluss verfallen, weinselig und NATO-hörig, mit Trump-Bashing, Gendertalk und Abwürgen von Aktionen beschäftigt?
 
Wohlergehen ist zwar eine Erklärung, aber keine Entschuldigung für geistige Faulheit.
 
Die Mehrheit der Wohlständigen ist nicht nur schlaff, sondern verkrampft, verklemmt und verstopft, verweichlicht und vielleicht sogar korrumpiert. Die Mainstream-Medien sind der Spiegel dieser Realität und reflektieren diese Zeit, so wie sie ist(?).
 
Aber Medien können die Quelle der Erneuerung sein.
 
Medien sollten nicht das Volk auf Linie bringen, sondern zum Denken und Handeln anregen, Impulse in die Zukunft setzen. Statt dessen wird die Zukunft als vielfältige Bedrohung dargestellt. Die wirkliche Bedrohung aber ist Übersättigung bis zum Kotzen.
 
Da hilft nur noch Gurgeln und Googeln und online Suchen nach Bewegung, ehrliches Mitmachen bei Aktionen, in Foren und bei alternativen Medien jenseits der Geldmaschinen von Facebook, Whatsapp und Twitter.
                                   Rob Kenius, 19.08.2018

Man kann es nicht oft genug sagen

Die Zukunft ist ein Loch
voller Möglichkeiten

    Wer in der Zukunft etwas verändern will, steht vor folgendem Problem:
     
  • Die große Mehrheit (in Deutschland) ist satt und zufrieden. Genauer gesagt, sehr satt und ziemlich zufrieden.
  • Die Politik geht von dieser Gemütslage aus und präsentiert uns als Programm, dass alles so bleibt wie es ist.
  • Die Medien werden von Systemjournalisten dominiert, die den Erhalt ihrer materiellen Position damit verbinden, die bestehenden Verhältnisse und die Regierung zu bestätigen.

Also bewegt sich nichts.

    Genauer gesagt, es bewegt sich alles vorsichtig in die gleiche Richtung: Ein wenig mehr von allem:
     
  • Ein wenig mehr Konsum,
  • ein wenig mehr Wachstum
  • ein wenig mehr Umweltschutz,
  • ein wenig mehr Freiheit,
  • ein wenig mehr Sicherheit,
  • ein wenig mehr Rüstung,
  • ein wenig mehr Hoffnung auf Frieden.

Das Zerfalls-Potential, das diesem satten, zufriedenen und anscheinend sicheren Status Quo innewohnt, ist gleich seiner zeitlichen Beschränktheit. Sattheit ist immer ein kurzfristiger Zustand.
 
Langfristig gesehen ist Sattheit ungesund.
 
Zuviel Fleisch, zuviel Fett, zuviel Zucker, zuviel Alkohol, zuviel knabbern, zuviel grillen, zuviel lutschen und all das führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Gesundheit.

    Aber trotzdem führt es zu mehr Umsatz in verschiedenen Zweigen der Wirtschaft:
  • mehr Lebensmittel,
  • mehr Medizin,
  • mehr Pharmazie und
  • mehr Bedarf nach Dienstleistungen
  • im Bereich der Gesundheit
  • in der Pflege.

Auch Zufriedenheit ist ein labiler Zustand, der nicht weit in die Zukunft reicht. Je mehr die Kinder verwöhnt werden, desto eher sind sie unzufrieden.
 
Schon diese beiden Trends in Gesundheit und Erziehung zeigen, dass die satte Zufriedenheit kein Zukunftsprojekt sein kann. Die psychische Lage im Überfluss ist mit einer überreifen Frucht vergleichbar: Heute noch ist sie saftig, süß und mundig, doch morgen schon können Fäulnis und Schimmel völlig von ihr Besitz ergreifen.
 
Während am Abend im Fernsehen gut gekleidete Wetterfrösche beiderlei Geschlechts das schönste Sommerwetter mit milden Badefreuden verkünden, sind auf den Feldern die Zuckerrüben vertrocknet. Das macht nichts, sagen die Ökonomen, wir können Zucker in tropischen Ländern kaufen. Dann tun wir sogar ein gutes Werk, weil diese Länder bisher für ihr Zuckerrohr keinen Absatz fanden, denn die EU hat den Markt zu Gunsten einiger tropischer Inseln, die zu Frankreich gehören, durch Kontingente abgeschottet.
 
Wir verlassen uns also darauf, dass wir genug Geld haben.
 
Doch unser Geld hat keine Zukunft mehr, es sichert uns nicht mehr die Zukunft wie in der Zeit, als der Dollar noch Gold war. Wer sich auf Zinsen von der Bank verlässt, ist verlassen. Die Bedeutung des Geldes schmilzt dahin wie Gletscher und Polkappen.
 
Geld wird flexibler und flüssiger; es schwappt in Sekundenbruchteilen um den Globus, von einer Börse zur andern, von einem Steuerparadies ins nächste. Diese Geldströme zu lenken, kostet Technik, Insiderwissen und wiederum viel Geld. Mit fünf Milliarden kann man hundert Milliarden in Bewegung bringen. Mit weniger oder wenig mehr als einer Million kann man nur zufrieden sein und still halten.
 
Sollen wir weiter still halten?
Nein!

  • Der Klimawandel ist da.
    Wir können sofort damit beginnen, Energie zu sparen.
    Warum sagt uns das keiner?
    Weil Energieverschwendung und Geldverdienen in einem sehr engen Zusammenhang stehen. Deshalb fahren viele so gerne mit ihren SUVs, sie zeigen damit:
    Ich hab's ich kann Energie und Geld verschwenden.

  • Die Meere sind mit Plastik versaut.
    Wir können sofort damit beginnen, weniger Plastik-Verpacktes zu kaufen und weniger Plastik wegzuwerfen.
    Warum geschieht das nicht?
    Weil Plastik-Verpackungen immer noch den Konsum fördern.
    Aber wir können durch unser Verhalten diese Korrelation umdrehen, so dass Plastik-Verpackungen den Konsum bremsen.

  • Das Geld verliert an Wert und das Finanzsystem steht vor dem nächsten Absturz.
    Wir können sofort damit beginnen, dem Geld weniger hinterher zu rennen.
    Wir können wieder zu der Erkenntnis zurück finden, dass die besten Dinge im Leben kein Geld oder wenig Geld kosten.
    Bestes Beispiel, das Leben selbst. Es kostet nichts und wird uns von den Müttern geschenkt.

  • Die Fernsehnachrichten sind uns zu stereotyp, parteiisch und regierungskonform. Warum ändert sich da nichts?
    Weil die Fernsehmacher noch viel satter und selbstzufriedener sind als die meisten Zuschauer.
    Wir können aber hier und heute damit beginnen, nie mehr die Tagesschau einzuschalten, auch wenn man uns zwingt, dafür zu zahlen.

  • Facebook ist uns zu undurchsichtig und zu geldgierig geworden.
    Wir können sofort unser Account abmelden.

  • Unsere Online-Magazin hat wieder gegen Russland gehetzt.
    Wir können es ab sofort aus der Liste der Favoriten löschen und nicht mehr aufrufen.

  • Die Regierenden flüchten sich in das Gerede von einer europäischen Ebene, auf der sie die anliegenden Probleme lösen wollen.
    Wir können sofort damit beginnen, die Spielregeln der EU mit ihren vier Gremien zu studieren, um zu erkennen, dass auf Basis der bestehenden Verträge eine Einigung unmöglich ist.
    Aber warum informiert uns niemand über die organisatorischen Zusammenhänge?
    Weil das Für und Wider und das Gezänk um die EU mehr Aufmerksamkeit erregen als die komplizierten Fakten und weil die EU in der bestehenden Form das bequeme Europa der Politiker ist.

  • Die Nato und unser Verteidigungsministerium verlangen höhere Rüstungsausgaben.
    Wir können sofort erkennen, dass dem gar kein Feind gegenübersteht, sondern nur wirtschaftliches Interesse der USA, die kaum noch industrielle Spitzen-Produkte zu bieten haben außer Waffen, Raketensystemen, Kampfflutzeugen und neuerdings Drohnen.

Ach, das wussten Sie schon?
 
Dann sollten Sie auch wissen, dass gegen Militär nur Millionen, am besten viele Millionen von Demonstranten helfen, die auf die Straße gehen. Und wenn die Straßen zu eng werden, auf Plätze, und wenn die Plätze für eine Million Menschen zu klein sind, gehen wir auf Festivalgelände und wenn es Milliarden Demonstranten sind, dann gehen sie alle erst mal ins Internet und blockieren die Seiten der Kriegshetzer, überfluten ihre Mailboxen mit lebendigem Spam.
 
Abruptes Ende, sofort was tun!


 
Dinge gibt's, die gibt's gar nicht

Der Abstieg vom Zockerberg
oder
ein lustiges Zusammentreffen an der Wallstreet zwischen kritlit.de und Mark Zuckerberg

Am 25.07.2018 erschien der erste Teil des kritlit-Essays über Demokrit mit dem Titel:

Jenseits von Facebook und Twitter.

auf KenFM. Es geht um die Demokratie-Tauglichkeit sogenannter "Sozialer Medien". Der Tenor des Artikels: Demokratie ist bei Facebook absolut nicht im Programm, weil Facebook nur der kommerziellen Auswertung und nicht der demokratischen Meinungsbildung dient. Genau deshalb muss ein Forum wie Demokrit erschaffen werden.
 
Am Tag nach der Veröffentlichung am 26.7.2018 verloren die Facebook-Aktien an der Börse knapp 120 Milliarden UD$ an Wert. Der größte Wertverlust einer Aktie an einem Tag, den es je gab.
 
Kein Grund zur Schadenfreude, denn Mark Zuckerberg hatte sich im Laufe des zweiten Quartals 2018 von einer großen Anzahl seiner Facebook-Aktien getrennt. Insgesamt 13 Millionen Aktien soll Zuckerberg im abgelaufenen Vierteljahr abgestoßen haben, davon 524.000 Stück einen Tag vor und 240.000 am Tag der Veröffentlichung des neuesten Quartalsberichts. So berichtet das Handelsblatt am 27.07.2018.
 
Mit diesem geschickten Timing hat Zuckerberg genau so viel Zeit-Instinkt bewiesen wie kritlit.de und das ist kein Wunder; er ist ja der Chef von Facebook. Die Börsenaufsicht sieht seine Verkäufe nicht als Insider-Verkauf an! Wir sind da anderer Meinung und wir gönnen Facebook den Absturz.
 
Der zweite Teil von Demokrit auf KenFM erschien am folgenden Tag. Titel:

Ein Format für die Online-Demokratie

Wenn es jemandem entgangen ist; auf kritlit.de steht der komplette Text hier zur Diskussion.
 

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Wer ist schuld? Du bist schuld.

Auto - Klima - Sommer

Klimawandel vom Feinsten. Die Hitzewelle im Juni/Juli 2018, und wir müssen davon ausgehen, dass solche Perioden in Zukunft zum Standard-Klima gehören.
 
Wie reagieren wir darauf? Die meisten reagieren falsch:
 
Um ihr Wohlbefinden zu steigern, setzen sie mehr Energie frei statt weniger: Die Straßen sind leer von erwachsenen Fußgängern und Fahrrädern, die im milden Sommer die Straßen beleben. Statt dessen PKWs und SUVs im dichten Verkehr oder Stau. Viele Autos sind außerdem schwarz gespritzt in der Farbe der meistregierenden Parteien. Die Klimaanlage macht's möglich.
 
Was ist falsch daran?
Alles ist falsch.
 
Wärme wird in erster Linie nicht durch Abgase und deren indirekte Wirkung auf das Klima erzeugt, sondern direkt durch Wärmeabgabe. Fast alles, was an flüssiger Energie in den Tank eines Autos gefüllt wird, wird mit chemischer und physikalischer Sicherheit in Wärme verwandelt und an die Umgebung abgegeben, nicht nur irgendwie an die globale Atmosphäre.
 
Deshalb ist es in den Städten, auf Autobahnen und viel befahrenen Straßen im Sommer so stickig.
 
Wer das unbewusst registriert, versucht, so schnell wie möglich in sein Auto zu kommen, fährt los und schaltet die Klimaanlage ein. Aber genau dadurch wird das Problem verstärkt und zwar mehrfach. Erstens ein Auto mehr auf der Straße und die Klimaanlage gibt zweitens noch zusätzliche Wärme ab.
 
Und auch die Wärmeabgabe geschieht wieder doppelt: Denn die Kühle im Auto entsteht dadurch, dass eine Art Wärmepumpe die Wärme von innen nach außen, also in die nächste Umgebung, pumpt und zusätzlich erzeugt diese Wärmepumpe wie jede energiegetriebene Maschine und jeder Elektromotor noch eigene Wärme.
 
Das wurde hier schon einmal genauer erklärt: Jede Klimaanlage schadet dem Klima.
 
Der Automobilverkehr ist der Grund dafür, dass Deutschland, vor 10 Jahren mit der Wortführerin Angela Merkel wortführend in der Klimadebatte, heute nicht mehr ernst genommen wird. Denn das ganze Theater der sogenannten Erneuerbaren Energien mit all seinen Windrädern, wurde völlig kompensiert durch die Aufrüstung auf den Straßen der Republik, welche von der Regierung Angela Merkel durch die Abwrackprämie angekurbelt wurde.
 
Schwerere Karossen, stärkere Motoren, schnelleres Fahren, dazu noch als Zugabe immer mehr Elektromotoren (alles gleitet auf und zu, rauf und runter, auf Knopfdruck oder Touch) und zum krönenden Abschluss die Klimaanlage. Die verbraucht, wie gesagt, richtig Strom und damit Kraftstoff, erhöht den Schadstoffausstoß und gibt Wärme an die Umgebung ab.
 
Deshalb gehört zur jeder Schummel-Software und zur Ermittlung des angeblich so niedrigen Kraftstoff-Verbrauchs immer das Abschalten der Klimaanlage.
 
Was also tun bei dieser Hitze?
 
Luftig anziehen. Fahrrad nehmen, Auto stehen lassen, am besten im Schatten. Wenn Bier alle, abgekühlten Tee trinken. Wenn Fahren zur Arbeit oder zum Arzt nötig, Autofenster auf, Klimaanlage abschalten.
 
Und was ist, wenn alle das machen würden?
 
Das wäre ideal. Die nächste Hitzewelle könnte schon erträglicher sein, besonders in deiner Nähe.


 
Klare Gedanken, absurder Zustand

Umverteilung durch Schulden
und wie wir verhindern, dass immer mehr Geld in die Taschen der Reichen fließt

Geld ist nicht nur unkontrollierte Macht und es wird nicht nur ständig mehr, es fließt auch in die falsche Richtung. Aber die Mechanismen sind überschaubar und Lösungen sind in Sicht.

Wie Geld gleichzeitig mit Schulden entsteht

Das große Geld und die großen Schulden entstehen immer gleichzeitig, wenn Banken einen Kredit vergeben. Geld wird nicht von der Lotterie, sondern von Banken erzeugt. Es sind staatliche Banken, Notenbanken, Zentralbanken und Privatbanken. Alle erzeugen Geld. Jawohl, die Banken erzeugen Geld, nicht nur Staaten.
 
Während wir Normalbürger für Geld eine Leistung bringen, arbeiten, Posten schieben, etwas aus unserem Besitz verkaufen oder eine Berechtigung auf Staatsgeld nachweisen, können Banken per Buchung Geld aus der Luft greifen. Sie geben einen Kredit, indem sie dem Schuldner eine Gutschrift verbuchen und ihm gleichzeitig per Kreditvertrag eine Schuld zuweisen.
 
Der Gedanke, dass die Bank das Geld schon vorher hat, das sie verleiht, ist falsch. Sie hat vielleicht einen Anteil von 2 Prozent an Eigenmitteln (2 Prozent von der auf Konten gut geschriebenen Geldmenge). Bei der Bank von England dürfen es auch schon mal Null Prozent sein.
 
Die Bedingung für die Gelderzeugung oder auch Giralgeldschöpfung, ist, dass die Bank in der gleichen Höhe eine Schuld zuweist, sie kann sich deshalb nicht selber Geld zuschustern, obwohl sie es aus dem Nichts erschaffen kann. Sie verdient aber an der Kreditvergabe in Form von Zinsen und Provisionen und deshalb ist die Giralgeldschöpfung ein lukratives Geschäft, das nur Banken betreiben dürfen.

Die Schuldenfalle

Die Schuld ist immer mit Zinsen und Zinseszinsen verbunden, sie wächst also von Jahr zu Jahr, und vermindert sich um die jeweils geleistete Tilgung. Gleichzeitig wird überall weiteres Geld in neuen Kreditverträgen mit neuen Schulden erzeugt. Die Geldsumme steigt dabei ständig und gleichzeitig die Summe der Schulden. Aber die Schulden steigen schneller als die Geldmenge, weil Zinsen und Zinseszinsen das Wachstum beschleunigen.
 
Das Fatale daran ist, das sehr viele Schuldner ihre Schulden nicht zurückzahlen, also nicht tilgen, sondern nur den Schuldendienst leisten, das heißt, sie bedienen die Gläubiger, ohne ihre Schuld zu verringern. Zu diesen Schuldnern, die nicht tilgen, gehören viele Staaten. Staaten sind die größten Schuldner überhaupt. Ein Großteil aller Schulden bleibt also bestehen, während immer neue Schulden hinzu kommen.
 
Viele Schuldner, insbesondere ärmere Staaten oder solche mit skrupellosen Regierungen, sind nicht einmal in der Lage oder willens, den Schuldendienst zu leisten; sie nehmen neue Schulden auf, um Zinsen auf alte Schulden zu begleichen. Dieser Vorgang wird durch Begriffe wie Nettoverschuldung oder Umschuldung verschleiert. Dass so etwas auf die Dauer nicht funktionieren kann, sieht jeder, doch es braucht offenbar Jahrzehnte, bis diese Erkenntnis sich politisch und in den offiziellen Medien durchsetzt.
 
Inzwischen ist der globale Schuldenberg so groß, dass er niemals mehr zurückgezahlt werden kann. Es gäbe auch gar nicht genug Geld, um alle Schulden zu begleichen. Den größten Anteil an den aktuell vorhandenen Schulden haben der US-Staat und die Bürger der USA.
 
Die Schuldenlast ist so groß, dass permanent Geld erzeugt werden muss, um den Schuldendienst aufrecht zu erhalten. Würden ein paar große Geldmacher, an erster Stelle die US-Notenbank FED, nur ein paar Tage lang aufhören, neues Geld zu produzieren, würde das Finanzsystem zusammenbrechen. Überall würden Banken pleite gehen.
 
Die Angst vor dieser Situation wird auf die Bürger verlagert, die glauben, es ginge ihnen an den Kragen, doch das ist nicht der entscheidende Effekt. Die ersten Verlierer wären diejenigen, die vom Schuldendienst und den damit verbundenen Provisionen leben, also Banken, deren Eigentümer und die Manager.

Milliarden in Überfluss

Was geschieht aber mit der riesigen Menge an Geld, das ja ohne Zweifel trotz aller Schulden vorhanden ist?
 
Es befindet sich in Privatbesitz, vornehmlich im Besitz bestimmter Familien, die seit mehreren Generationen sehr viel Geld und wenige oder gar keine Schulden haben. Sie reichen ihren Besitz von Generation zu Generation weiter und das Vermögen vermehrt sich ständig, zum Beispiel, weil es in Staatsanleihen angelegt ist, die sehr sichere Zinsen abwerfen.
 
Hier entsteht ein Riesenproblem: Der Geldüberfluss.
 
Genau wie die meisten Staaten ihre Schulden nicht zurückzahlen können, können die Geldbesitzer ihr Geld niemals ausgeben. Einige Neureiche versuchen es durch sichtbaren Luxus, aber die erfahrenen betreiben Vermögensverwaltung und versuchen das Geld anzulegen, genauer gesagt, sie verdienen Geld mit ihrem Geld. Und das funktioniert prächtig.

Aktien steigen und steigen

Das erste Beispiel wurde schon genannt: Staatsanleihen. Das zweite sind Aktien. Viele glauben noch, der Kurs einer Aktie wäre eine Funktion des Erfolges einer Firma. Das war gestern. Die Aktien steigen automatisch mit der Geldmenge, weil alle, große wie kleine Geldbesitzer, einen satten Anteil ihres Geldes, sagen wir 50 Prozent, in Aktien anlegen. Die Nachfrage nach Aktien steigt ständig.
 
Staatsanleihen sind inzwischen überzogen und werden wegen der immensen Staatsverschuldung von Rating-Agenturen abgewertet, das heißt, dass hier allmählich Vorsicht geboten ist. Aber auch die Kurse von Aktien können nicht in den Himmel wachsen, also haben die Großgeldbesitzer weiterhin ein Problem: Wohin mit dem Geld, das die Vermögensverwaltung produziert? Das nächste Anlageobjekt sind Immobilien, also Häuser.

Wohn-Immobilien statt Paläste

Früher haben die Superreichen sich beeindruckende Schlösser gebaut. Das hat einen Nachteil, sie werfen kein Geld ab. Die beliebteste Verwendung von Geld ist schon lange nicht mehr sichtbarer Prunk, sondern mit Geld wieder Geld zu verdienen. Außerdem kann jede Familie nur einen Palast bewohnen, ein zweiter wäre Geldverschwendung. Man investiert also in Mietobjekte und, weil wegen der Digitalisierung die Büros kleiner wurden, nicht mehr in Bürobauten, sondern in Kaufhäuser, Ladenketten und Einkaufszentren.
 
Auch da ist inzwischen eine Sättigung erreicht, weil die Konsumenten nicht immer mehr Geld ausgeben können, denn Löhne und Gehälter müssen klein gehalten werden, damit der Tauschwert des Geldes auf der unteren Ebene stabil bleibt und keine Inflation entsteht.
 
Deshalb investiert man jetzt in Wohnbauten.
 
Die einen beteiligen sich an Wohnungsbaugesellschaften, die anderen kaufen Wohnhäuser im großen Stil und in aufstrebender Lage, da, wo der Normalbürger und der Mittelstand es sich nicht mehr leisten können.
 
Die Mieten steigen ständig und sind für Familien nur noch bezahlbar, wenn sie mehrere Einkommen haben. Solche Mieter zu finden ist für die Investoren und ihre Makler kein Problem; es muss nur die richtige Stadt und die richtige Lage sein.

Verborgene Zinsen

Leicht lässt sich erkennen, dass an allen Mieten der enthaltene Schuldendienst einen beträchtlichen Anteil ausmacht. Es beginnt oft bei der Baufinanzierung, teilweise über eine Bank. Die Leistungen der Baufirmen enthalten Kreditkosten für die Baumaschinen. Da kommt eins zum andern. Wirtschaftswissenschaftler sind bereit, das mühselig auszurechnen und sie kommen auf Werte um die 30 Prozent Zinsanteil in den meisten alltäglichen Produkten, bei den Mieten noch mehr.
 
Die Tarife im Luft- und Schienenverkehr, auch die von Taxi-Unternehmen, enthalten Zinsen für die Anschaffung der Fahr- und Flugzeuge, ebenso natürlich das Honorar für Ärzte und Anwälte, die ein hohes Startkapital vorfinanzieren müssen. Auch die Gebühren von Kommunen enthalten einen satten Zinsanteil wegen der Verschuldung der staatlichen Organe und ebenso alle Steuern.
 
Die in den Preisen, Gebühren und Steuern enthaltenen Zinsanteile führen dazu, dass alle Bürger, auch diejenigen, die aus Prinzip keine Schulden machen, ständig indirekt Schuldendienste leisten im zweistelligen Bereich ihrer Lebenshaltungskosten. Und je höher der Anteil der Lebenshaltungskosten am Einkommen ist, um so höher ist der Anteil der ungewollten Zinszahlungen an die Geldbesitzer. Umgekehrt, wer reich ist und nur einen (kleinen) Teil des Einkommens für die Lebenshaltungskosten aufwendet, wird weniger mit den versteckten Zinsen belastet. (Das ist so ähnlich wie mit der Mehrwertsteuer, die verkonsumiertes Einkommen belastet, finanziell investiertes Einkommen aber nicht.)

Das ist ein versteckter Bereich der Umverteilung,
Geld steigt nach oben, wo die Kreditgeber sind.

Durch die Grundprinzipien der Finanzwirtschaft, freie Geldschöpfung und obligatorische Schuldzinsen, wird das Geld ständig aus der Quelle nach oben verschoben. Dieser Vorgang ist im Prinzip einfach und übersichtlich: Geld wird in riesigen Mengen erzeugt und landet mehr oder weniger direkt, aber permanent, auf den Konten der schuldenfreien Großgeldbesitzer.
 
Die Wege, die das Geld nimmt, sind oft verschlungen. Es wurde schon das automatische Steigen der Aktien geschildert. Dazu gibt es kompliziertere Mechanismen, insbesondere wenn wir den Sozialhaushalt des Staates betrachten.
 
Aber auch im Sozialbereich wird eine bestimmte Linie schnell deutlich: Der Staat zahlt den Ärmsten die volle Miete, was ja auch richtig ist, denn Wohnen ist ein Menschenrecht. Das Geld für Miete landet auf den Konten der Wohnungsbesitzer. Die Zeiten, dass der Staat selber Wohnungen geschaffen hat, sind längst vorbei. Dafür hat er kein Geld mehr, weil er ja sowieso schon hohe Schulden hat.
 
Etwas komplizierter ist es auf dem Sektor des ausufernden Gesundheitswesens. Schon die Ärzte verdienen überproportional gut; Ärzte verdienen mehr als Wissenschaftler, was für die Gesellschaft von Nachteil ist, qualifiziertes Personal wird falsch disponiert. Doch das nur nebenbei. Ärzte gehören trotzdem zum Proletariat dieser Branche.
 
Wer richtig gut verdient, das ist die Pharma-Industrie. Sie bestimmt ihre Preise selbst. Und überall, wo es singuläre Situationen gibt, wird unbarmherzig zugelangt. Patente von Medikamenten sind eine sehr lukrative Geldanlage.
 
Auch an den Ärzten wird weiter kräftig verdient: Hohe Mieten für Praxen in entsprechender Lage und Hunderttausende für die technische Einrichtung einer Praxis, natürlich auf Kredit, von Banken finanziert. Es gipfelt in der Röntgen- und Strahlenmedizin. Schon die Fachärzte dieser Richtungen haben Jahreseinkommen im Millionenbereich und die Hersteller medizinischer Geräte verdienen satt wie die Rüstungsindustrie; denn nur das Beste, Neueste und Teuerste ist gut genug. Wenn tatsächlich ein Krieg kommt, und der kommt immer irgendwo, geht es in diesen Branchen erst richtig bergauf.
 
Krieg, so ungern wir das hören wollen, ist eine der Lösungen, durch die das Finanzsystem zwar nicht geändert, aber neu gestartet werden kann. Deshalb liegen Kriegstreiber wieder voll im Trend.

Land in Sicht! Aber nicht in Berlin.

Wir fragen uns natürlich, was kann man dagegen tun?
 
Jeder Fatalismus ist unangebracht. Es gibt eine Menge an Möglichkeiten, doch die müssen sich auf das Problem richten und nicht auf irgendwelche journalistischen oder ideologischen Debatten, wie sie in Talk-Runden präsentiert werden.
 
Das Problem beginnt bei der Staatsverschuldung, genauer gesagt damit, dass ein Staat seinen Haushalt durch Kredite von den Reichen finanziert und ihnen damit permanente Zinszahlungen zuweist, anstatt sich das Geld in Form von Steuern dort zu holen, wo es ist, also bei den Reichen direkt und nicht über Kredite und Staatsanleihen.
 
Das erscheint vielleicht mühselig, aber der Möglichkeiten sind viele. Zuerst durch eine Vermögenssteuer. In besonders tief verschuldeten Staaten wie Italien und Griechenland ist eine Vermögensabgabe angebracht.
 
Zweitens eine Erbschaftssteuer, um die ewige Weitergabe der Vermögen zu begrenzen. Weiterhin eine Transaktionssteuer, um Börsenspiele zu beschränken und mit daran zu verdienen und als besonders praktikables Element eine Steuer auf alle Kapitalgewinne, mindestens in gleicher Höhe wie die Einkommensteuer.
 
Für den Einkommensbereich außerdem Quellensteuern, die viele Steuertricks unmöglich machen, und zur Finanzierung des Sozialstaates eine Soziale Quellensteuer.
 
Hier zwei Links zu genaueren Erklärungen:
Umsatz-Quellensteuer
Soziale Quellensteuer
 
All das ist möglich auf der Seite des Staates und vieles ist Politikern bekannt. Gelegentlich kommt es sogar in einer Rede im Bundestag vor. Dann ist die Regierungsbank leer oder mit Mikro-Kommunikation beschäftigt. Man und Frau vermeidet die Erkenntnis über das Unwesen der Finanzwelt durch Ignorieren der Fakten und der oppositionellen Redner.
 
Siehe Roger Willemsen: Das hohe Haus (Ein Jahr im Parlament)! In diesem Buch wird die parlamentarische Unsitte des Ignorierens auf jeder zehnten Seite beschrieben. ISBN 978-3-596-19810-8

Every day goes the bucket to the well
one day the bottom drops out
23.07.2018

Das Wort zum Schweigen

Löw bleibt Bundestrainer

Das Gute an einem Irrtum ist,
du brauchst nur drauf
zu bestehen, um im Irrtum
zu bleiben
.
Den richtigen Weg dagegen
musst du immer wieder
neu beginnen.
Das Wort zum Gipfel

  Was ist das Leben...

Was ist das Leben doch schön
ohne das Fernsehn zu sehn
 
weil ich genug davon weiß
auch ohne den Nachrichten-Scheiß
 
Was ist das Leben doch geil
ohne politischen Teil
 
Was ist das Leben doch leicht
wenn Donald uns nicht erreicht
 
Das Leben ist immer schon da
auch ohne Amerika
 
Das Leben ist voller Pracht
ohne die Übermacht
 
Was macht das Leben so krank
parteipolitischer Zank
 
Das Leben ist nah wie noch nie
mit Direkter Demokratie
 
Das Leben ist wie ein Gedicht
nur die Mächtigen lesen es nicht
                            Rob Kenius, 10.06.2018
                           überarbeitet 27.08.2018

 
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Extramild

Neue Berufsaussichten im Zeitalter künstlicher Intelligenz

Vorreiter der künstlichen Intelligenz prophezeien uns, dass Großrechner bald schlauer werden als Menschen. Vielschichtige, lernfähige Programme werden Berufe übernehmen, die bisher Menschen vorbehalten waren. Besonders betroffen sind Juristerei und Justiz, Ingenieurwesen, der Lehrkörper von Hochschulen, Freizeitgestaltung und Journalismus.
 
Das ist beunruhigend, doch Zweckoptimisten wenden ein, es würden neue Berufe entstehen, die uns teilweise schon geläufig sind: Web-Designer, Online-Moderator und natürlich Programmiererinnen ohne Ende.
 
Zum Ausgleich des Berufeschwunds kann man aber auch vernachlässigte Bereiche des menschlichen Zusammenlebens aufwerten und professioneller gestalten durch neue Berufe, die nicht unbedingt mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz in direktem Zusammenhang stehen. Hier einige Vorschläge:
 
Unkrautvertilger
 
Der Unkrautvertilger beseitigt Unkraut in Feldern und Gärten mit einfachen mechanischen Geräten, besonders in der Landwirtschaft. Der Unkrautvertilger ersetzt chemische Kampfstoffe wie Glufosinat und Glyphosat und führt das ausgerissene und gestochene Unkraut der Kompostierung zu. Ein Gewinn für Arbeitsbeschaffung, Umwelt und Pflanze, also eine typische Win-Win-Win-Situation.
 
Wenn alle Folgen und Langzeitfolgen der chemischen Vernichtung berücksichtigt werden (Stichworte: Insektensterben, Nachhaltigkeit), könnte der Beruf des Unkrautvertilgers im Erwerbsleben deutlich oberhalb des Mindestlohns angesiedelt sein. Die Umschulung vom Giftspritzer zum Unkrautvertilger dauert nur einen halben Freitag.
 
Geschmacksverstärkerin
 
Geschmacksverstärkerin ist ein sehr anspruchsvoller und vielseitiger Beruf. Die Geschmacksverstärkerin ersetzt personell das Glutamat und andere künstliche Geschmacksverstärker in Speisen. Das geschieht in der feinen Küche vorzugsweise durch Anwendung von Knoblauch. Die Auswahl der weißen oder violetten Knollen, der Einkauf, das Einweichen, entpellen, schneiden oder Zerstampfen mit Pürierstab und Mörser, alles dies ist Aufgabe der Geschmacksverstärkerin. In der Gastronomie ist sie damit unentbehrlich.
 
Ein ganz anderes Aufgabenfeld ist die Kundenberatung in der Damenoberbekleidung. Hier sorgt die Geschmacksverstärkerin dafür, dass weniger, aber geschmackvoller eingekauft wird. Was passt und was nicht passt, was steht und was nicht steht, was in ist und was out, alles das entscheidet die Geschmacksverstärkerin. Die Dame von Welt spart Zeit und Geld und die Umwelt wird weniger durch Wegwerfkleidung belastet.
 
Das Einkommen der Geschmacksverstärkerin setzt sich aus einem Grundgehalt für Umweltschutz oder Küchendienst und einer Vergütung für die individuelle Kundenberatung zusammen.
 
Betriebsanleiter
 
Betriebsanleiter ist ein Beruf, der uns allen viel Ärger erspart. Wer liest schon die Betriebsanleitungen, die mehr nach juristischen als nach praktischen Gesichtspunkten verfasst werden? Der Betriebsanleiter steht uns nach jedem Gerätekauf an der Ladenkasse zur Verfügung. Er weiß, wie was ein- und und ausgeschaltet wird, zeigt uns Stellschrauben und Bedienerflächen, versteht es, jeden Akku aufzuladen, warnt vor Stromschlägen und zeigt uns, wie die Kettensäge geschmiert wird.
 
Auch Betriebsanleiterinnen stehen beim Kauf von Bügeleisen, Nähmaschinen und Enthaarungsgeräten zur Verfügung, völlig unentgeltlich. Es ist ein Service der Herstellerinnen. Diese sparen an Garantieleistungen, weil Geräteschäden durch unsachgemäße Behandlung während der Garantiezeit entfallen. Wenn die Garantiezeit abgelaufen ist, wenden sich Betriebsanleiterinnen und Betriebsanleiter neuen Kunden und neuen Aufgaben zu.
 
Spamerkenner
 
Der Spamerkenner ist ein neuer Beruf aus der IT-Branche. Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen und öffentlich-rechtlichen Bereich erscheint der Spamerkenner in den frühen Morgenstunden im Betrieb. Er ruft die E-Mails ab und sucht sorgfältig nach Spam.
 
Es handelt sich bei Spamerkennern um besonders vertrauenswürdige Dienstleister, die, ähnlich den Friseuren und Beichtvätern tiefe Einblicke in die intimsten Bereiche ihrer Auftraggeber gewinnen und die es verstehen, sensibel damit umzugehen.
 
Was wird gelöscht? Was wird im Spam-Ordner gespeichert, was wird dem Chef zur Entscheidung vorgelegt. Der Spamerkenner arbeitet im engen Personenkontakt mit der Konzernleitung und bedient immer nur ein Dutzend Kunden gleichzeitig, welche für die Vertragsfirmen gerne 5% bis 10% ihres Nettogewinns abtreten. Ein Beruf mit Zukunft.
 
Schlankmacherin
 
Das schlank Machen ist eine Dienstleistung nicht nur für die Damenwelt. Auch der Feinschmecker genießt die diskrete Beratung und Massage diverser Schlankmacherinnen. Hier laufen alle Zweige der Gewichtsabnahme und figürlichen Gestaltung zusammen:
 
Diät, Fitnesstraining, Modeberatung nebst Spezialanfertigungen, Sport, Enthaltsamkeit, sexuelle Aktivität, Wandern, Walking, Outdoor, Inline und Weight Watchers.
 
Verpönt sind zylindrisch verzerrende Spiegel und falsch geeichte Personenwaagen, die den Beruf der Schlankmacherin in Verruf gebracht haben. Solche Auswüchse deuten an, dass die Einkommenssituation für Schlankmacherinnen tendenziell sehr günstig ist.
 
Abgewöhner
 
Abgewöhner sind universell einsetzbar, besonders im Bereich der digitalen Kommunikation, am Smartphone, I-Phone, Laptop, I-Pad und PC. Es handelt sich nicht um eine App, sondern um einen pädagogischen Beruf mit psychiatrischen Komponenten.
 
Der Abgewöhner ist häufig eine Abgewöhnerin; denn das Abgewöhnen ist eine frauenaffine Tätigkeit. Frauen gewöhnen ihren Männern das ab, was Mütter ihren Söhnen durch verwöhnen angewöhnt haben (Egozentrik, Selbstüberschätzung, Argumentationsschwäche, bis hin zum Größenwahn und Neigung zum Populismus). Allein abgewöhnende Frauen sind damit völlig überlastet. Hier kommt die pädagogisch ausgebildete Abgewöhnerin ins Spiel.
 
Die Ausbildung zum Abgewöhner und zur Abgewöhnerin erfolgt im Selbststudium und dauert wenigstens zehn Jahre. Entsprechend hoch ist das Honorar. Es ist jedoch schwierig an private Aufträge zu kommen, da viele junge Männer diesen äußerst lukrativen Beruf anstreben und autodidaktisch vorgehen, sich also im Selbstversuch Untaten abgewöhnen.
 
Deshalb ist der Staat gefordert. Es wäre im öffentlichen Interesse, die klassischen Sozialarbeiter und Putinversteher durch Abgewöhner und Abgewöhnerinnen zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Leider hat noch keine namhafte Partei das Abgewöhnen in ihr Programm aufgenommen, man befürchtet wahrscheinlich negative Auswirkungen auf das Wahlverhalten.
 
Ideenlieferant
 
Ideenlieferant kann jeder. Schreibt uns, wenn ihr weiterführende Ideen habt! Die künstliche Intelligenz rast mit Teraschritten auf uns zu und wird die normale Intelligenz bald vom Markt verdrängen. Je höher sie ist, um so schneller ist sie weg.

                            Rob Kenius, 08.06.2018

 
Das letzte Wort vor dem Getöse

Italien-Tick

Tick des Tages ist etwas Ähnliches wie ein Blog. Laufend werden aktuelle Ereignisse aufgegriffen und kommentiert oder sie werden Anlass für weitere Überlegungen. Vermieden wird weitgehend das, worüber alle am liebsten reden und schreiben: Trump, Flüchtlinge, AfD, Angela Merkel, SPD und Populismus.
 
Im Zentrum steht die Zukunft der Demokratie und der Finanzwirtschaft. Deshalb ist hier bei kritlit.de schon seit einiger Zeit Italien im Gespräch. Nicht als bemitleidenswertes Armutsland, sondern als Land in Bewegung. Dort regieren jetzt zwei Parteien, die sich auf etwas Neues einigen müssen, während bei uns zwei Parteien regieren, die sich darin einig sind, so weiter zu machen wie bisher. Es ist logisch, dass aus Deutschland mit Gruseln nach Italien geblickt wird.
 
Bisher wird in deutschen Medien nicht einmal erklärt, was der M5S ist. Deutsche Politiker und Journalisten wie Miosga & Zamparoni können das Wort M5S nicht ohne das Adjektiv "populistisch" aussprechen und befolgen damit die offizielle Sprachregelung, die Silvio Berlusconi eingeführt hat. Dabei ist Berlusconi in Italien der große Verlierer. Die Wähler und zuletzt auch die Lega haben sich gegen Berlusconi und hin zum M5S gewandt.
 
Was also ist die 5-Sterne-Bewegung?
 
Es ist eine radikaldemokratische Gruppierung, welche intern mit den Mitteln des Internets Direkte Digitale Demokratie betreibt und dann nach außen für den Rest der Italiener als Partei auftritt. Der M5S hat etwas geschafft, was die Piraten in Deutschland nicht geschafft haben, nämlich mit digitalen Methoden und Strukturen eine starke, radikaldemokratische Kraft aufzubauen, die als Mehrheitspartei ins Parlament einzieht, die aber ihre Kandidaten über das Internet direkt-demokratisch bestimmt.
 
Dazu haben sie ein eigenes Forum, das der bereits verstorbene Internet-Unternehmer Gianroberto Casaleggio aufgebaut hat und das dessen Sohn weiterführt. Von diesen Fakten erfährt man in den Medien hierzulande so gut wie nichts.
 
Was die Piraten-Partei intern falsch gemacht hat, entzieht sich meiner genauen Kenntnis. Vermutlich hatten sie kein vergleichbares Forum. Falsch war schon der Name, der die Internet-Piraterie in Form der sogenannten Tauschbörsen legalisieren wollte. Das Urheberrecht ist aber eine kulturelle Errungenschaft, auf die kaum jemand verzichten will und kann, wenn Medien (Tonträger, Bücher, Filme) professionell hergestellt und vertrieben werden sollen.
 
Der nachfolgende Artikel ist am 28.Mai entstanden und wurde von KenFM übernommen. Die darin vertretene Meinung, dass sich die Missachtung des Wählerwillens von Seiten des Präsidenten Mattarella generell gegen die Demokratie richtet, hat sich in Italien inzwischen durchgesetzt. Giuseppe Conti hat den Auftrag zur Bildung einer Regierung zum zweiten mal erhalten und die neue Regierung tritt an.
 
Das Problem der Finanzierbarkeit bleibt bestehen. Die beiden Regierungsparteien müssen es lösen. Die eleganteste Lösung wäre eine Vermögensabgabe, denn Italien ist als Staat zwar arm, aber die einzelnen Italiener sind reich. Das durchschnittliche Vermögen ist höher als das in Deutschland, besonders im Norden des Landes.
 
Der Welt-Ökonom Thomas Piketty schlägt eine globale Vermögenssteuer vor, was natürlich eine Utopie ist. Italien könnte damit aber im eigenen Land beginnen, um den Staat zu sanieren. Die EU sollte sich zurückhalten und sich weder mit Geld, egal in welcher Form und unter welchem Label, noch mit Wortgetöse einmischen.
                                        03.06.2018
Man kann es nicht oft genug sagen!

Die Mattarella-Krise

Italien zeigt: Souveräne Staaten werden von der Finanzwirtschaft beherrscht. (Doch die Herrschaft bröckelt.)
 
War das bisher eine Parole von Außenseitern, so wurde es uns jetzt in Italien offen vorgeführt. Präsident Sergio Mattarella hatte Giuseppe Conte, den Kandidaten der von den Bürgern gewählten Parteien-Koalition, als Ministerpräsidenten erst akzeptiert, und ein paar Tage später hat er den vorgeschlagenen Finanzminister Paolo Savona abgelehnt.
 
Begründung: Er, Mattarella, könne keinen Kandidaten akzeptieren, der einen Euro-Ausstieg Italiens ins Spiel bringt. Weitere Begründung Mattarellas: Die Unsicherheit über die Haltung Italiens zum Euro hatte italienische und ausländische Investoren in Alarmstimmung versetzt. (Zitiert nach SPON spiegel.de/politik/ausland/italien-sergio-mattarella-beruft-oekonomen-carlo-cottarelli-in-praesidentenpalast-a-1209828.html)
 
Die bewegende Wahl
 
In der Wahl wurde die 5-Sterne-Bewegung M5S mit einem Drittel der Stimmen zur stärksten Partei, die sich dann mit der für Gesamt-Italien neu angetreten Lega zu einer Koalition zusammenschloss. Der Spitzenkandidat und der neue Sympathieträger des M5S, Luigi Di Maio, verzichtete auf das Amt des Ministerpräsidenten zugunsten eines Kompromiss-Kandidaten Giuseppe Conte, der jetzt wegen der Winkelzüge Mattarellas (Partito Democratico) das Handtuch geworfen hat.
 
Was bedeutet dies konkret? Es ist eine Ohrfeige für die Demokratie, nicht nur in Italien.
 
Die vom Volk nach der Verfassung gewählte Regierung kommt nicht zustande, weil die Finanzwelt nicht damit einverstanden ist. Der Fall liegt so offen, weil in Italien der Staatspräsident die Regierung bestätigen muss und auch einzelne Minister ablehnen darf, in diesem Fall den Finanzminister, wegen seiner Ansichten zur Finanzpolitik, die den Investoren, also den Groß-Geldbesitzern und Geldverwaltern, nicht passt.
 
Nun muss man einräumen, dass M5S und Lega sich auf einen etwas abenteuerlichen Finanzplan geeinigt hatten: Steigerung der Sozialausgaben in Richtung eines Grundeinkommens und gleichzeitig Steuersenkungen. Darin ist die Handschrift der beiden Koalitionsparteien deutlich zu erkennen.
 
M5S vertritt die arbeitslose Jugend, besonders im Süden, und Lega vertritt als ehemalige Lega Nord die Interessen der florierenden Industrie Norditaliens und wird wohl auch von dortigen Industriellen gesponsert. Kennzeichnend an diesem Bündnis ist die kritische Haltung zur EU und die Tatsache, dass man sich über die kaum noch nützliche Einteilung der Politik in rechts und links hinweggesetzt hat. Beides ist ein Fortschritt.
 
Drittens kommt hinzu, was vielen sympathisch erscheint, dass die Lega sich für diesen Schritt erst aus dem Parteienbündnis mit Silvio Berlusconi lösen musste. Die beschlossene Koalition ist, allen abfälligen Formulierungen der Medien zum Trotz, eine zukunftsweisende Allianz, welche den Wählerwillen der Mehrheit Italiens in eine progressive Richtung repräsentiert. Doch das gefällt denen nicht, die keinen Fortschritt in der Politik wünschen, weil sie mit ihren global fluktuierenden Finanzmitteln die Nationalstaaten und parlamentarischen Demokratien beherrschen.
 
Die Situation ist mit der Krise in Griechenland vergleichbar.
 
Es besteht für die Finanzwelt die Gefahr, dass Italien sich weigert, für seine Schulden aufzukommen, sich also für zahlungsunfähig erklärt. Der Verlierer wären Banken und Großinvestoren, an erster Stelle die europäische Zentralbank, welche inzwischen 17% der italienischen Schuldenpapiere hält. (Das hätte nicht geschehen dürfen, aber es ist unter Mario Draghi geschehen.)
 
Der Verlust der EZB würde auch Deutschland treffen, weil deutsche Politiker es zugelassen haben, dass die EZB diese Schuldentitel kauft. Wie bei jedem Bankrott trifft es diejenigen, die leichtfertig ihr Geld an zweifelhafte Schuldner verliehen haben, nicht zuletzt deshalb, weil sie zu viel davon hatten.
 
In Griechenland wurde die Sache mit finanzieller Gewalt gelöst. Das war möglich, weil Griechenland so klein ist und die EURO-Bürger es sich gefallen ließen. Der Finanzminister Yanis Varoufakis, der die Sache in Sinne der Wähler lösen wollte, trat zurück; in Italien wurde der neue Finanzminister erst gar nicht zugelassen, weil die Finanzwelt keine Politik zu ihren Ungunsten akzeptiert, auch und gerade dann nicht, wenn es sich um ein großes, tief verschuldetes Land handelt.
 
Geld regiert die Welt, auch, wenn es in Überfluss vorhanden ist.
 
Den Bürgern überall wird eingeredet, dass die Interessen der Geldbesitzer mit ihren eigenen Interessen identisch sind, weil die meisten von ihnen auch irgendwie Geld besitzen oder hoffen es einmal zu besitzen, wenn alles so bleibt, wie es ist.
 
Dabei ist Geld nicht gleich Geld. Geld in siebenstelligen Beträgen ist etwas anderes als Taschengeld, Haushaltsgeld oder die Ersparnisse von Normalbürgern bis hin zur ersten Million. Die Milliarden (amerikanisch Billionen) gehören Banken und Milliardären, die dieses Geld zum Geldverdienen nutzen und nicht, um etwas zu bezahlen, was sie irgendwie benötigen.
 
Auf dieser Ebene der siebenstelligen Geldsummen besteht ein bedrohlicher Geldüberschuss, insgesamt etwa eine 14-stellige Geldsumme, 7 x 10 hoch 13 Dollar oder Euro. Dieser Überfluss an Geld kann nur durch Finanzkrisen abgebaut werden. Der Überschuss an Geld erwürgt Wirtschaft und die Politik, den Immobilienmarkt, die Staaten und die Bürger, weil er immer nur zur Geldanlage drängt und Renditen von wenigstens 5% verlangt.
 
In diesem Sinne wäre der Konkurs einer großen Volkswirtschaft wie Italien ein Schritt in die richtige Richtung: Ein konkreter Abbau des bedrohlichen Überflusses an Liquidität und zwar in der richtigen Größenordnung, so dass es weht tut, aber nichts kaputt macht.
 
Die Mattarella-Krise
 
Wir sind gespannt, nicht nur wie sich die Lage in Italien weiter entwickelt, sondern auch, wie sie in den Mainstream-Medien dargestellt wird. Sicher wird ein neues Wort wie XYZ-Krise dafür auftauchen, um den Sachverhalt zu benennen, ohne die Zusammenhänge offen zu legen. Ich schlage vor die "Mattarella-Krise", das klingt ziemlich italienisch, sehr flutschig und es lenkt ab vom Inhalt.
 
Der M5S und Luigi Di Maio werden nicht aufgeben; denn die 5-Sterne-Bewegung ist die Partei mit der besten demokratischen Legitimation in ganz Europa: Stärkste Kraft bei den Parlamentswahlen und im Parlament mit Kandidaten, die durch Direkte Digitale Demokratie aufgestellt wurden.

                                   28.05.2018 Rob Kenius
Der Artikel "Die Mattarella-Krise" wurde am 29.05.
von KenFM übernommen

Stapelbare Stapelware

Ein gelber Haufen Scheiße

Als ich gerade im Hof war, wurde mir ein Paket zugestellt, von dem ich nur die gelbe Karte zu sehen bekam mit der euphorischen Mitteilung: IHRE SENDUNG IST DA! Wissen die nicht, dass Schreiben in Großbuchstaben uncool ist? Egal, ein Aufkleber sagte mir: Ihre Sendung liegt heute ab 19:00 Uhr in ihrer Packstation, Nr., Lagebezeichnung.
 
Die Packstation, groß und gelb, war mir schon aufgefallen. Sie funktioniert ähnlich unintelligent wie die Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen der Bundesbahn, damals vor fünf oder zehn Jahren. Wenn man davor steht und ein paar mal an die richtige Stelle getippt hat, kommt die Aufforderung, man solle die gelbe Karte scannen. Wo, das wird nicht gesagt und es gibt auch keinen Hinweis, ob man den Barcode auf der Karte in der großen oder in der kleinen Version scannen soll.
 
Das Feld, hinter dem der Laser-Scanner verborgen ist, befindet sich rechts unten, unter dm Schlitz für die EC-Karte. Warum dort kein Hinweis "Hier scannen" steht, ist ein Konstruktionsgeheimnis. Es wäre auch erleichternd, wenn der klein ausgedruckte Barcode auf der Abholkarte mit den Worten "Scannen an der Packstation" gekennzeichnet wäre. So muss man halt rumsuchen und kann 6 bis 8 Möglichkeiten ausprobieren.
 
Der Beschriftung und der Software fehlt es sichtlich an Intelligenz. Man kam nicht auf die Idee, zu berücksichtigen, dass jeder Abholer irgendwann zum ersten mal vor dem Automaten steht. Beim ersten mal braucht man bis zum Scannen der Sendungsnummer wenigstens 5 Minuten. Aber das ist ja die unbezahlte Zeit des Kunden und nicht die bezahlte Zeit eines DHL-Mitarbeiters. Die Sendungsnummer aus 12 Ziffern kann man auch manuell eingeben, was aber nicht leichter von der Hand geht und Lesebrille erfordert.
 
Ist die sehr geehrte Kundin oder der sehr geehrte Kunde bis zu diesem Punkt gekommen, wird sie oder er aufgefordert, den vollen Namen einzutippen und da geht der Schlamassel erst richtig los! Es erscheint ein Datenfeld mit Buchstaben, das auf kurzen kräftigen Druck reagiert, aber nicht immer. Mehrmaliges Drücken muss man vermeiden; denn der Automat reagiert sehr langsam und unberechenbar, der Buchstabe kommt dann doppelt oder dreifach.
 
Man denkt, die Taste "Zurück" würde helfen und den letzten Buchstaben löschen, wie es beim Smartphone der Fall ist, aber falsch gedacht! Wer "Zurück" drückt, wird zum Anfang zurückgeworfen und muss wieder die gelbe Karte scannen, man weiß aber schon wie es geht, und dann muss man mit der Namenseingabe neu beginnen.
 
Ich hatte Pech an meiner Packstation. Das Eingabefeld war nicht richtig eingestellt oder es vertrug die Sonne nicht, die mir über die Schulter schien, und ich kam bei 10 oder 12 Versuchen über die 3 Buchstaben R O B nicht hinaus.
 
Also ging ich zur nahen Post, dort hieß es:
"Das ist DHL, damit haben wir nichts zu tun."
"Aber hier steht doch auch Deutsche Post drauf!"
"Ich gebe ihnen eine Nummer, da können sie anrufen."
Die Nummer war nicht gebührenfrei.
 
Ich ging erst mal nach Hause und schrieb eine Mail an DHL mit der Beschwerde, dass meine Packstation, Nr., Anschrift, bei der Namenseingabe nicht funktioniert. Am nächsten Morgen hatte ich die Entschuldigung von DHL in der Mail, die Packstation stände aber jetzt korrekt zu meiner vollen Verfügung und ich könnte auch telefonisch eine zweite Zustellung bewirken.
 
Ich machte mich wieder auf zu meiner Packstation; denn ich wollte wissen, wie das geht. Schon beim dritten Versuch gelang es mir, den Namen komplett einzugeben. Nachdem ich auch mit dem Finger einen unterschriftähnlichen Haken gemacht hatte, sprang ein Türchen auf, hinter dem mein Paket lag. Wahnsinn!
 
Die Namenseingabe bei der Abholung ist unnötig. Wer auf krumme Weise oder per Zufall an die Abholkarte gekommen ist, hat ja nicht nur den Barcode, sondern auch den vollen Namen des Empfängers zur Hand und die Unterschrift ist beliebig. Die schwierige Prozedur der Namenseingabe bringt also keine zusätzliche Sicherheit!!! Wer hat sich so etwas ausgedacht?
 
Soviel Dummheit auf einem Haufen regt mich zum Denken an. Warum gibt es überhaupt diese gelben Packstationen?
Wahrscheinlich, um Kosten zu senken.
Warum müssen die Kosten gesenkt werden?
Weil Großkunden wie Amazon auf die Preise drücken.
Warum will man nicht menschliche Arbeit einsetzen?
Weil die Leute schon so prekär bezahlt werden, dass es billiger nicht mehr geht; schließlich gibt es einen Mindestlohn in Deutschland.
Aha!
 
Weil die Löhne nicht mehr weiter gedrückt werden können und Amazon bereits mit Subunternehmern zustellt, die als Scheinselbständige am Nulltarif arbeiten, deshalb werden von DHL Millionen investiert, um Packstationen aufzustellen, an denen die Empfänger der Sendungen ihre Zeit vergeuden.
 
Geld für Investitionen zum Ersatz von Menschen war noch nie so billig. Das ist neoliberale Wirtschaft und es ist ein Ergebnis der Privatisierung der Post, ebenfalls ein Akt neoliberaler Politik. Scheiße ist das!
 
Das Stichwort Mindestlohn in meinem Gedankengang ist auch der Schlüssel für eine menschenfreundliche Lösung des Problems, das Amazon und Konsorten verursacht haben:
 
Eine Mindestzustellgebühr.
 
Das Gesetz könnte ein cleverer Politiker in die Wege leiten: Jeder Versender muss bei jeder Sendung mindestens 5 Euro Zustellgebühr berechnen und den vollen Betrag an den Paketdienst weiterleiten. Davon erhält der Zusteller am Ende der Kette 2 Euro für jedes Paket, das er abliefert. Man kann das noch genauer durchdenken, einen Ausgleich für Stadt- und Landregionen schaffen und so weiter, doch das ist nicht mein Job. Ich bin Empfänger der Sendung und kein Staatssekretär, der bei Spitzengehalt Gesetze entwirft, die für Lohn und Gerechtigkeit sorgen.
                               24.04.2018 Rob Kenius
Lebendigen Spuren folgen

Die Schneckenplage

"Demokratie ist wie eine Pflanze", das war der erste Gedanke, den ich am Morgen bei einem Blick in den Garten hatte. Der Spruch kam mir aber google-verdächtig vor und beim Googeln fand ich Folgendes:
 
Die Demokratie ist wie eine Pflanze, um deren Wachstum und Pflege wir jahraus, jahrein bemüht sein müssen. Im Kampf um die offene Gesellschaft und gegen ihre Feinde müssen sich die Grundprinzipien der Demokratie daher immer wieder aufs Neue bewähren. Demokratie muss Tag für Tag gelebt und verteidigt werden.
 
Das sagte der österreichische Nationalratspräsident Heinz Fischer im Jahr 2001 im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen.
 
Doch zurück zum Blick in den Garten.
 
Zarte Pflanzen werden im Dunkel der Nacht von Schnecken bedroht. Zwar picken auch Amseln und Spatzen am Salat, doch denen ist durch Drahtgitter beizukommen. Schnecken sind heimtückisch. Sie kommen im Verborgenen und im feuchten Dunkel der Nacht. Wenn man sie greifen will, sind sie zu schleimig oder bereits heimlich verschwunden, doch sind sie immer die ersten, die alles neu Gepflanzte in sich hinein lutschen.
 
Demokratie wird bedroht von der vorsichtigen Langsamkeit dieser unpolitischen Schmecklecker, die alles, was sich leicht verdauen lässt, gierig in sich hinein schlürfen, ohne genau darüber nachzudenken, dass sie zu einem diskutablen Ergebnis kommen sollen. Ihre wohlfeilen Gedankenwindungen vermehren sie permanent. Ihr Medium ist der Medien-Schleim, auf dem die Schnecken in die Kulturen gleiten. Es ist der Schleim, in dem sie ihre Spuren von Ideologie ausbreiten, wie, das weiß niemand so genau, weil sie im Verborgenen und im Dunkeln daher schleichen.
 
Das Prinzip der Schnecken ist ihre satte Langsamkeit. Sie warten ab, bis sich im feuchten Medium eine zarte Pflanze der Meinung einer Mehrheit gebildet hat und saugen diese unweigerlich in sich hinein. Dann ziehen sie sich in die Windungen eines fragilen Gebäudes zurück oder sie verstecken sich unter einem faulend-hölzernen Stück Parteien-Papier, an dem sie offenbar kleben, bis die nächste Dunkelheit kommt, in der sie, ohne sich zu genieren, in eine andere Richtung kriechen.
 
Fleißige Amateur-Gärtner pflanzen und säen im Volksgarten ihre unabgelutschten Ideen und setzen zarte Versuchspflanzen der Demokratie, die sie mit Netzwerken und niedlichen Umgrenzungen gegen Demokratiefeinde schützen wollen, doch sind sie machtlos gegen die Schneckenplage,weil die Schnecken fast unsichtbar sind und wenn sie sich gelegentlich zeigen, scheinen sie völlig harmlos zu sein. Sie zeigen weder Muster noch Struktur. Gerade das ist die Gefahr.
 
Ihre Langsamkeit, ihre Harmlosigkeit und die verdrehte Scheinheiligkeit ihrer Strategie ist die Grundlage der Schneckenplage. Die Schnecke vernichtet alle zarten Pflanzen jeder zukünftigen Züchtung von Demokratie.
 
Was kann man dagegen tun?
Da hilft nur eins:
Bäume pflanzen!

                               19.04.2018 Rob Kenius

Klare Gedanken, absurder Zustand

Erderwärmung und harte Winter im Westen

Forscher finden Hinweise auf Abschwächung des Golfstroms, das berichtet Spiegel Online heute, am 12.04.2018.
Und diese Idee hatten zwei intelligente Romanfiguren schon vor einigen Jahren in diesem Roman aus der Club- und Musikszene:
"Fliegen, fliegen über das Land".
Eine Geschichte nahe an der Realität (es muss nicht unbedingt Sven Regener sein).
 
Anmerkung: Die weibliche Hauptfigur des Romans heißt Raphaela Krantz und wird von ihren Freundinnen und Lovern "Raf" genannt.
Hier das Original-Kapitel:
 
28
Die kleine Eiszeit

 
Streng geputzte Fensterfronten überragten die Eingangsportale. Sicherheitsdienste und Nachtwächter im Einsatz. Und zwei verdächtige Personen bewegten sich Arm in Arm durch die Geschäftsviertel der Innenstadt. Sie hatten sich als harmloses Liebespaar getarnt. Wolken hetzten über den Nachthimmel, der ab und an vom vollen Mond erleuchtet wurde. Die Luft war kalt und ziemlich feucht. Ob es bald schneien oder stürmen würde, war nicht auszumachen. Raf kuschelte sich an Raimunds Arm und fühlte sich trotz des winterlichen Wetters sicher auf diesem ungemütlichen Spaziergang. Als er spürte, wie kalt es ihr war, klemmte er seinen Arm noch fester und sagte:
"Das Klima ist rauer geworden in den letzten Jahren."
"M-meinst du?" fragte sie bibbernd.
"Wir haben wieder richtig Winter. Dabei sagen sie, die Atmosphäre würde sich erwärmen durch den Klimawandel."
 
Raf hatte eine vage Vorstellung davon, vermischt mit alten Schul-Erinnerungen. Geografie-Stunde. Und sie hatte ein tiefes Verlangen nach wohliger Wärme.
"Vielleicht liegt es am Golfstrom", vermutete Raf.
"Am Golfstrom?"
"Ja. Der Golfstrom bringt doch die Wärme nach Europa. Hab ich in der Schule gelernt. Sonst würden in Irland keine Palmen wachsen." Sie presste seinen Arm fester, so als wollte sie den Wärmeverlust ausgleichen und erklärte:
"Wenn der Golfstrom aufhört, wird es hier bitterkalt, wie in Sibirien."
 
Raimund hatte nichts anderes zu tun, als über diese Idee zu grübeln. Wie passte das zusammen? Es hieß doch, dass es im Nordmeer wärmer wird und nicht kälter. Das Eis an den Polen schmilzt... Und was dann? Dann wird auch das Wasser wärmer...
Er versuchte die wenigen physikalische Vorstellungen, die er hatte, zu koordinieren.
Vielleicht war es jetzt nicht mehr kalt genug, damit am Boden des Atlantiks etwas in die Karibik zurückfließt. Oder es fließt langsamer.
 
"Du könntest Recht haben", sagte er endlich, "der Golfstrom ist vielleicht schon etwas abgeschwächt, 'ne Meeresströmung ist kein Heizofen. Es muss zirkulieren. In der Tiefe fließt wahrscheinlich kaltes Wasser zurück ins karibische Meer. Und wenn es am Nordpol nicht kalt genug ist, fließt es weniger schnell."
"Mir ist kalt genug, Rai!" bibberte Raf.
"Ja klar. Aber die Zirkulation, meine ich. An der Oberfläche kommt der Golfstrom nach Norden. Unten am Meeresgrund fließt kaltes Wasser zurück, das kann ja nicht anders sein." "Du meinst, es fließt langsamer zurück und darum auch langsamer rauf?"
"Ganz genau. Stell dir vor, da ist ein Graben wie ein Flusstal am Meeresgrund. Und kaltes Wasser fließt runter, weil es schwerer ist. Das geht ganz langsam, aber es kann nicht anders sein, sonst gäbe es den Golfstrom ja nicht."
"Brr, Rai, dann haben wir hier bald 'ne kleine Eiszeit."
"Ja, vielleicht 'ne kleine Eiszeit."
 
Die beiden lagen nicht falsch mit ihrer Idee. Selbst, wenn es am Meeresgrund nicht bergab ginge, könnte der Effekt, dass kaltes Wasser transportiert wird, durch die Zentrifugalkraft zustande kommen, die zum Äquator hin größer wird.
 
Ohne dass sie es bei ihren Grübeleien verabredet hätten, steuerten Raf und Raimund auf das Café Nirwana zu, in dem sie heute keinen Dienst hatten. Doch sie waren nicht die einzigen mit diesem Ziel...

 
Soweit der Text aus meinem Roman, für den ich damals keinen Print-Verlag gefunden habe, wahrscheinlich, weil in der deutschen Literaturszene Wanderhuren unterwegs waren.
 
Das E-Book kostet nur 2.49
 

Bei Thalia
      oder       Bei Amazon
 
Dort sollter ihr auch den Anfang des Romans als Leseprobe finden, wie Raphaela auf der Suche nach einer leerstehenden Wohnung ein Restaurant übernimmt, das ihr Freund Raimund zu einem Musik-Club macht.
 
Klare Gedanken, absurder Zustand

Herrscher der Welt

Wer die Welt beherrscht, war noch nie so klar wie heute. Aber viele sind geblendet durch die Medien, die uns Angela Merkel als "mächtigste Frau der Welt" vorstellen, Queen Angela, die vielleicht wirklich an "westliche Werte" glaubt, als wenn Werte etwas mit der Himmelsrichtung zu tun hätten.
 
Viele von uns sind noch verfangen in der verzwickten Ideologie des vor 200 Jahren geborenen Karl Marx, der vorgab, die herrschenden Kapitalisten besser zu kennen als sie selbst. Das ist überholt, nicht nur weil die Geschichte uns eines Besseren belehrt hat, sondern weil Industrie gar nicht mehr die treibende Kraft ist.
 
Darüber steht das Geld.
 
Das nackte Geld ab einer Milliarde. Die Wirtschaft ist keine Einheit mehr. Die Finanzwirtschaft hat eine Metastase gebildet, die stärker ist als Industrie, weil sie mehr Geld abwirft, weil sie das Geld schneller vermehrt als die reale Wirtschaft.
 
Geld dominiert jetzt die Wirtschaft total, nicht nur als Ziel, sondern als Material. Rendite steht über Gewinn. An der Börse werden Unternehmen mit hundert Milliarden bewertet, die (fast) noch keinen Gewinn gemacht haben.
 
Beherrscht wird das Ganze von denen, welche die Milliarden und Billionen disponieren. Die meisten von ihnen sind Milliardäre, sie brauchen aber nicht unbedingt ihr eigenes Geld.
Wer weiß, ob Larry Fink Milliardär ist? Wer weiß wie er aussieht? Aber er ist der oberste Disponent für Black Rock. Und Black Rock ist der größte Fonds.
 
Verschwörungstheorien leben davon, dass solche Leute sich nicht der Öffentlichkeit preisgeben. Wer sind die Milliardäre und wer sind die Disponenten? Sie verstecken sich nicht einmal, sie haben auch keinen Drang, sich der Welt zu zeigen, weil sie Besseres zu tun haben und weil sie die Öffentlichkeit für nutzlos und kontraproduktiv halten.
 
Die Frage bleibt also bestehen:
 
Was sind das für Leute, die Milliardäre? Wie ticken sie? Was denken sie? Was unterscheidet sie von uns?
 
Einer hat sich schon seit Jahren der Welt gezeigt, weil er krankhaft extrovertiert ist: Donald Trump. Er zeigte uns, wie stumpf und banal er ist und wie die anderen Multi-Milliardäre wahrscheinlich auch sind:
 
Ein Super-Egoist, ein Lügner, der die Welt mit simplen Parolen abspeist, narzistisch und selbstverliebt, berauscht von seiner Macht, nicht interessiert an Bildung und Moral, ein Macho, ein Menschenverächter, ein super-reicher Schnösel, der aber weiß, wo es lang geht, der da hinein geboren wurde und mit totaler Rücksichtslosigkeit alles erreicht hat.
 
Das, was Donald Trump darstellt, ist das Ziel der Disposition und Spekulation und Transaktion.
 
So sind sie, die Milliardäre und Disponenten, die uns mit ihren Milliarden und Billionen vergewaltigen. Aus irgendeinem Grund disponieren sie genau wie Donald Trump jetzt in Waffen und Militär. Warum? Wo ist der Feind? Wer kann da noch mithalten?
 
Vielleicht schüren sie das Feuer nur, weil beinahe alles raus gekommen ist, wie sie sind und was sie treiben. Und von einem wissen wir sogar, wer er ist. Und da hilft nur noch, uns in Angst zu versetzen, damit wir nicht aufmucken, nicht miteinander reden, uns nicht gegenseitig die Wahrheit sagen, sondern uns kuschen, schweigen und dulden, so als wenn der verdammte Krieg schon begonnen hätte.

                               04.04.2018 Rob Kenius

Man kann es nicht oft genug sagen!

America first!

Hiroshima und Nagasaki
America first!
Privater Waffenbesitz
America first!
Atomare Rüstung
America first!
Einmischung in Konflikte
America first!
Bedrohung anderer Länder
America first!
Geheimdienst-Operationen
America first!
Höchste Staatsschulden
America first!
Unseriöse Finanzen
America first!
Politik für Milliardäre
America first!
Bürger in Gefängnissen
America first!
Militärische Präsenz
America first!
Verschlechterung des Weltklimas
America first!
Globale Gefahr
America first!
     (Wiederholt vom 20.09.2017 erweiterte Version)
Klare Gedanken, absurder Zustand

Kapitalismus
ja oder nein?
Das ist nicht die Frage.

Ein Buch, das zur Zeit viel diskutiert wird, ist das von Dr. Dr. Rainer Zitelmann "Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung". Der Titel und die Richtung machen es wahrscheinlich zum Bestseller. Herr Zitelmann ist ein intelligenter Autor, der zwar nicht unsere Richtung vertritt, aber er macht eine Feststellung, die wir zur Kenntnis nehmen:
 
Der Kapitalismus ist, anders als der Sozialismus, kein von Intellektuellen erdachtes System, sondern eine Wirtschaftsordnung, die sich evolutionär entwickelt hat, so wie sich Tiere und Pflanzen in der Natur entwickelt haben und weiterentwickeln, ohne dass es dafür eines zentralen, lenkenden Planes oder einer Theorie bedürfte.
 
Mit anderen Worten: Industrialisierung und Kapitalismus sind nicht zu trennen oder noch anders ausgedrückt: Das, was Marxisten Kapitalismus nennen, ist ein Gespenst und das Gegenmodell Sozialismus ist ein Heilsversprechen.
 
Wir wollen uns mit der Realität befassen und hinter der Realität von heute liegt Herr Zitelmann weit zurück. Zitelmann betrachtet historische Entwicklungen, in denen die Beseitigung sozialistischer Hemmnisse ein Wirtschaftswachstum produziert hat. Das Paradebeispiel ist China, das durch Einführung einer freien Marktwirtschaft eine halbe Milliarde Menschen in kurzer Zeit von der Armut befreien konnte.
 
Na und? Wir leben nicht in so einer Phase. Uns kann ein Mehr an Kapitalismus keinen Gewinn an Lebensqualität bringen, weil die Probleme nicht im Mangel liegen, sondern im Überfluss und da an erster Stelle im Überfluss an Geld und zweitens in der extremen Polarisation, also der Verteilung von Reichtum und Mangel.
 
Alle positiven Überlegungen zur Marktwirtschaft scheitern daran, dass nicht mehr der Markt (der Waren) über die Wirtschaft und unsere Sozialsysteme entscheidet, sondern der Finanzsektor und zwar deshalb, weil die Geldmenge in ihrem Volumen alle Marktwerte um ein Vielfaches übersteigt. Die Geldmenge beträgt nach einer Schätzung des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Heinz-Josef Bontrup: das 3,5-fache des Wertes aller in einem Jahr weltweit produzierten Güter und Dienstleistungen.
Geldmenge = 3,5 x Welt-Bruttosozialprodukt.
 
Weil das Geld inzwischen so viel, so mächtig und entscheidend geworden ist, ist auch der Begriff Kapital und Kapitalismus wieder in den Sprachgebrauch zurückgekehrt, doch all die Thesen und Antithesen haben einige neue Tatsachen über Geld und Kapital nicht zur Kenntnis genommen:
    Geld im 21. Jahrhundert
     
  • Geld ist keine Ware, die irgendwie endlich ist, sondern eine Zahl, die man wie andere Zahlen unbegrenzt fortsetzen und vergrößern kann.

  • Die Geldmenge ist bereits um ein Vielfaches zu groß; sie übersteigt alle verfügbaren materiellen Werte.

  • Geld kann in Form digitaler Überweisungen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert werden. Geld ist dadurch nicht mehr lokalisierbar.

  • Zugriff auf die globalen Transaktionen hat in nennenswerter Größenordnung nur eine sehr winzige Oligarchie von Spezialisten: Direktoren von Notenbanken, Financiers, Fondsmanager, Investoren und Spekulanten.

  • Die Macht des großen Geldes ist in Händen einer inhomogenen, unkontrollierbaren und schwer zu ermittelnden Gruppe von Personen, die ungreifbar und nicht einzuschätzen sind.

  • Die Finanzoligarchie unterliegt kaum einer Kontrolle; sie wird weder durch Steuern ernsthaft belastet, noch hat sie eine soziale Bindung, noch ist sie zu Investitionen in die reale Wirtschaft verpflichtet.

  • Die Staaten, viele Firmen und auch Privatleute haben sich durch enorme Verschuldung in direkte Abhängigkeit zur Finanzwelt begeben.

  • Die Disposition von Geld ist durch die Menge und die leichte Verfügbarkeit ein Machtfaktor, der jede andere Machtposition aushebeln kann.

  • Obwohl die Menge des Geldes viel zu groß ist, wird der Wert stabil gehalten; es werden weiterhin Zinsen erhoben und die Verteilung ist so geregelt, dass 99% aller Menschen für Geld arbeiten, sich für Geld zu Leistungen verpflichten, ihre Produkte und ihr Eigentum auf dem Markt bringen und Kredite aufnehmen.
Wenn wir die Gesamtwirtschaft (inclusive Geldsektor) mit einem Automobil vergleichen, dann ist dies kein PKW, der einer Familie zur Verfügung steht, sondern ein Tankwagen wie der zum Öltransport. Das Öl darin wird aber nicht als Treibstoff genutzt, es wird auch nicht verkauft, sondern es ist reines Schmieröl, das nur dazu dient, den Motor und das Getriebe zu schmieren. Der Kraftstoff befindet sich in einem anderen Tank von normaler Größe.
 
Was in diesem Bild noch fehlt, ist, dass es viele solcher Tankwagen gibt und schließlich die Möglichkeit, das Öl im Großtank immateriell von einem Tankwagen zum anderen zu beamen, ohne dass sich die Fahrzeuge nahe kommen und ohne dass jemand von außen erkennen kann, wo sich das Schmieröl befindet.
 
Geld ist das Schmieröl der Wirtschaft.
 
Die Wirtschaft, gemeint ist die Gesamtwirtschaft inklusive Finanzen, ist also völlig entartet und weil das Geld nicht weniger, sondern immer mehr wird, steigert sich die Instabilität des Systems. Alle, die diese Zusammenhänge erkennen, sagen, dass es von Zeit zu Zeit einen Zusammenbruch geben muss, bei welchem Geld so viel wie möglich vernichtet wird. Einige sagen, ein Zusammenbruch stehe unmittelbar bevor, andere versuchen ihn hinauszuschieben, die meisten ignorieren die absurde Situation der Wirtschaft und der Staaten, die das Geld wegen seiner Menge, Beweglichkeit und stabilen Bewertung verursacht.
 
Wenn wir die Lage wie Dr. Dr. Zitelmann historisch betrachten, sehen wir, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, wie der Zusammenbruch des Systems ablaufen kann:
  • Inflation,
  • Wirtschaftszusammenbruch,
  • Staatspleite,
  • Bankenpleite,
  • Rebellionen oder
  • Kriege,
  • alles schon gehabt.

  • In letzter Zeit ist eine schleichende Geldvernichtung hinzugekommen: Die Umwandlung in faule Kredite, die dann verschoben werden. (Eurokrise).
Da wird das Problem nicht beseitigt, sondern nur unter den Tisch gekehrt, weil man Staatspleiten und Bankenpleiten unbedingt verhindern will, und der Geldverlust wird von der Finanzwirtschaft (1%) auf die Volkswirtschaften (99%) verlagert und im Euroraum auf die Staaten verteilt.

Degressive Digitale
Zweitwährung
(Schwundgeld)

Der riesige Überschuss an Geld ist ein Problem, das zur Zeit noch nicht lösbar ist, weil niemand Geld kontrolliert vernichten will. Zu beachten ist dabei, dass die Menge an Schulden in der gleichen Größenordnung besteht, weil Geld und Schulden bei der giralen Geldschöpfung immer gleichzeitig erzeugt werden. Beide Größen, die Menge allen Geldes und die Menge aller Schulden sind schwer zu ermitteln; ohne Zweifel aber gilt:
 
Die Geldmenge ist um ein Vielfaches zu groß. Um alle materiellen Güter und Leistungen dieser Welt zu kaufen würde ein Bruchteil von weniger als 30% des vorhandenen Geldes ausreichen.
 
Die Summe aller Schulden ist wegen der Staatsschulden noch höher als die gesamte Geldmenge. Die Schulden sind so hoch, dass sie nie getilgt werden können. Warum? Weil Geld und Schulden im Groben so verteilt sind, dass die einen (Finaziers, Fonds, Reiche Familien) das Geld und die anderen die Schulden haben, insbesondere die Staaten.
 
Das System wird aufrecht erhalten durch Wirtschaftswachstum, um die Forderungen der Geldbesitzer nach Zinsen und Profit zu erfüllen, wobei die Menge des Geldes und die Höhe der Schulden ständig gesteigert wird. Doch prozentuales Wirtschaftswachstum stößt an natürliche Grenzen, weil es in eine exponentielle Wachstumskurve mündet. Die reale Wirtschaft kann nicht wie die umgesetzte Geldmenge ins Unendliche steigen, weil alle Ressourcen in der Realität begrenzt sind.
 
Da hilft nur unfreiwillige und unkontrollierte Geldvernichtung, die auf mehrere Weise erfolgen kann:
  • Inflation,
  • faule Kredite,
  • Zusammenbrüche von Banken,
  • soziale Revolten und
  • Krieg.
Unfreiwillige Geldvernichtung ist immer mit hohen Gefahren verbunden. Zur Zeit steigt die Kriegsgefahr enorm, weil die Gefahr von den Banken und vom Finanzsektor abgewendet wird. Das ist die neoliberale Politik zugunsten der Finanzwirtschaft.
 
Es gibt trotzdem einen Weg aus der Finanzkrise, eine Methode, die zunächst absurd erscheint, aber bei genauerem Hinsehen einen klugen Systemwechsel einleitet. Die Idee ist schon hundert Jahre alt, ist aber erst jetzt im Zeitalter der Kredit-, Bank- und Geldkarten und des Online-Banking praktisch einfach zu realisieren. Es ist eine Degressive Zweitwährung.
 
Der Ausdruck ist neu, trifft aber den Kern der Sache besser als ältere Bezeichnungen wie zum Beispiel der Begriff "Freigeld" von Silvio Gesell, der als Erfinder dieses Systems gilt. Nennen wir die Währung Mark, dann kreieren wir die Degressive Digitale Mark DDM mit folgenden Eigenschaften:
  • DDM existiert nur auf Geldkarten und Konten, nicht als Bargeld.

  • Jedes Guthaben wird in jeder Woche mit einem Abschlag belegt, der zum Beispiel 1% sein soll.

  • In der Nacht von Montag auf Dienstag wird um Null Uhr der Abschlag fällig.

  • Wer am Samstag zuletzt 100 DDM auf seiner Geldkarte hatte und am Dienstag damit bezahlt, dem wird zuerst der Abschlag abgezogen und er hat nur noch 99 DDM auf der Karte.
Das Degressive Geld hat zwei Effekte: Es kurbelt die lokale Wirtschaft an, weil jeder es schnell und effektiv ausgeben will und es ist nicht zur Geldansammlung geeignet.
 
Die DDM als Zweitwährung empfiehlt sich besonders als Währung für Staaten mit schwerer Verschuldung. Der Staat erklärt sich gegenüber seinen Schuldnern für zahlungsunfähig, bedient also keine Kredite mehr und löst Staatsobligationen nicht ein. Er kommt aber seinen Verpflichtungen gegenüber den Bürgern mit der Degressiven Digitalen Zweitwährung nach. Alle Firmen erhalten ein Konto für DDM und alle Bürger eine Geldkarte mit einem Startbetrag. Die Angestellten, Rentner und Sozialhilfeempfänger des Staates erhalten ihre Zuwendungen in DDM.
 
Dabei hat der Staat zwei Parameter, um die Wirtschaft und seine eigenen Finanzen zu steuern: Die Geldmenge und den Abschlag; beides muss sinnvoll eingesetzt werden.
 
Die alte Währung, in welcher der Staat verschuldet ist, wird nicht abgeschafft, nur der Staat benutzt dieses Geld nicht mehr. Die Bürger können es benutzen und es wird sich ein freier Umrechnungskurs herausbilden. Der Umtausch wird mit einer Transaktionssteuer belegt, damit sich kurzfristiges hin und her Tauschen nicht lohnt, sonst könnte man den wöchentlichen Abschlag umgehen.
 
Diese Transaktionssteuer wird in beide Richtungen erhoben. Sie ist ein weiterer Parameter, mit dem der Staat das Abgreifen von DDM und den Einsatz der Festwährung (EURO) steuern kann.
 
Das System einer Degressiven Digitalen Zweitwährung ist die geeignete Gegenmaßnahme gegen den störenden Geldüberfluss der Leitwährungen. Ein Geldüberfluss in DDM kann nicht entstehen, weil er automatisch und kontrolliert abgebaut wird. Trotzdem hat der Staat oder seine Notenbank die Möglichkeit, soviel Geld herauszugeben, wie für die Wirtschaft nötig erscheint.
 
Besonders solide ist das Modell in Verbindung mit Direkter Demokratie; die finanzielle Position des Staates wird gestärkt und ist unter direkter Kontrolle der Bürger.
                                  12.03.2018 Rob Kenius
                                  Ergänzung 13.03.2018

Satire oder Realsatire?

Nach Oskar Lafontaine hat die SPD zum zweiten mal innerhalb von 20 Jahren einen ihrer besten Leute total frustriert.

Seit Demosthenes im alten Athen ist die Redegabe das wichtigste Kriterium für einen demokratischen Politiker. An zweiter Stelle kommt dann die politische Einstellung. Auch diese ist bei Martin Schulz im Sinne der SPD völlig korrekt. Ein konsequenter Sozialdemokrat, der die Soziale Gerechtigkeit glaubwürdig in seinen Reden an die erste Stelle setzt und eine aktuelle Definition dieses Begriffs vertritt.
 
Sigmar Gabriel ist vieldeutiger, war aber zu feige, den Wahlkampf gegen Angela Merkel aufzunehmen und hatte die glorreiche Idee, Martin Schulz an die Spitze der SPD zu holen. Schulz wurde mit 100% zum Vorsitzenden gewählt und wurde deren Kanzlerkandidat.
 
Als er Im Wahlkampf in Köln auf dem Heumarkt sprach, habe ich mich in die Menge geschoben. Zufällig kam Martin Schulz in einem Abstand von weniger als zwei Metern an mir vorbei und dann hielt er eine begeisternde Rede, bei der nicht der geringste Zweifel an seiner Integrität und inhaltlichen Glaubwürdigkeit aufkam.
 
Das war der sogenannte Schulz-Effekt.
 
Es war den mächtigen deutschen Medien aber zu viel Effekt, insbesondere, weil Angela Merkel, die Amtsinhaberin und Kanzlerkandidatin des Establishments, weder offen reden noch mit Reden überzeugen kann. Was sie ausstrahlt, ist Ruhe, Sicherheit und Beharrlichkeit. Das Modewort ist Unaufgeregtheit. Heutzutage ein Wert an sich. Gegen Martin Schulz könnte das aber möglicheriweise nicht reichen, wurde zu Recht befürchtet.
 
Was Schulz, der von außen kam, falsch einschätzte, war seine Position im politischen Spektrum, ohne ein Regierungsamt und ohne Einfluss auf die Medien. Während Schulz tagtäglich vor wachsenden Mengen begeisterter Zuhörer von einer echt sozialdemokratischen Politik sprach, hatten Spitzenpolitiker der CDU die Gelegenheit, allabendlich zur besten Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ihre Gesichter zu zeigen und ihre Wohlstandsversprechen abzugeben.
 
Auch Sigmar Gabriel nutzte seinen Platzvorteil, manövrierte sich ins Außenministerium und präsentierte sich medienwirksam als lockereren Nebenkandidaten, der nichts zu verlieren hat außer der Merkel als Chefin.
 
Die ARD, seit zwei Wahlperioden voll auf Merkel-Kurs, bekämpfte den Schulz-Effekt ausgesprochen hinterhältig. Da man ihm rhetorisch nicht beikommen konnte und es an seinen Positionen nichts zu mäkeln gab, griff das Fernsehen zu einem gemeinen technischen Trick: Aus zahlreichen Schulz-Reden wurde eine Sequenz von Schnipseln zusammengestellt, in der Schulz ein Dutzend mal hintereinander Soziale Gerechtigkeit,Soziale Gerechtigkeit,Soziale Gerechtigkeit... sagte, gefilmt aus vielen verschiedenen Blickwinkeln.
 
Das wirkte demotivierend und war gerade wegen der Intensität des Redners ziemlich lächerlich. Diese Sequenz wurde dann mehrmals zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Ich selber habe sie zweimal gesehen, obwohl ich nur ein oder zweimal pro Woche ins TV schaue. Hätte man Angela Merkel mit dieser Methode demontiert, wären abendfüllende Lach-Sequenzen zustande gekommen.
 
21.02.2018. Wir sind gespannt, mit welchem Trick die ARD Frau Annegret Kramp-Karrenbauer demontieren wird. Wird man eine Sequenz von Merkel-Bekenntnissen zusammenschustern oder ein Zusammenschnitt der langweiligsten Bekräftigungen des Bestehenden? Die Jagd ist frei, denn AKK ist die neue Hoffnungsträgerin der CDU. Mein Tip: Nichts wird geschehen, was dem Image als unbescholtenes Talent aus der hintersten Provinz irgendwie schaden könnte.

Der Öffentlich-Rechtliche
Fernsehapparat
ist Kanzel und Kirche
im Privilegienstaat

Der Montage-Trick des Ersten Deutschen Fernsehens war der Anfang der Dekonstruktion von Martin Schulz, eine Demontage, die dann von allen anderen Leitmedien devot übernommen wurde. Dass er der beste Redner auf der deutschen Polit-Bühne ist, mit mehrheitsfähigen Standpunkten für eine wirklich sozialdemokratische Politik, das geht völlig unter. Er wurde ein kleiner Mann mit Bart aus Würselen, der eine Fußballkarriere zu wenig und ein Schwimmbad zu viel auf dem Gewissen hatte und weder Abitur noch ein Ministeramt vorweisen konnte. Die ARD und alle Zamparonis fielen über Martin Schulz her.
 
Die technische Demontage des rhetorischen Schulz-Effekts führte dazu, dass die SPD bei der Bundestagswahl kaum besser weg kam als die CDU/CSU. Aber immerhin von den drei Regierungsparteien verlor sie den geringsten Prozentsatz an Stimmen.
 
Die Medien nannten dies eine krachende Niederlage des Martin Schulz. Vereinzelt erhoben Kommentatoren den Finger, zeigten auf Frau Merkel und Herrn Seehofer, auf die das Schlagwort krachende Niederlage genau so zutraf, und sogar noch etwas mehr, bei einer sehr viel günstigeren Ausgangsposition; das heißt, mit voller Unterstützung von ARD, ZDF, Spiegel, SPON, FAZ, Welt und Bild.
 

Frau CDU hat es geschafft:
Je mehr man verdient,
um so mehr liebt man sie.

Die Bundestagswahl 2017 ist unter diesen Bedingungen für die SPD noch glimpflich ausgegangen. Man muss bedenken, dass die Wähler zwar nicht dumm sind, aber die meisten schauen jeden Tag ein paar Stunden Fernsehen.
 
Schulz trat nach der Wahl vor die Kameras und verkündete das, was in der Luft lag, seine Partei würde in die Opposition gehen.
 
Doch da hatte er die Rechnung ohne Christian Lindner gemacht. Herr Lindner ließ die Jamaica-Koalition platzen, weil er lieber halb rasiert als pfiffiger Rechtsanwalt mit seinem alten Porsche im Bergischen Land herum fahren wollte als in Berlin unter Frau Merkel ein Ministeramt zu bekleiden. Verständlich für einen hübschen Jungen wie ihn, aber die Frage sei erlaubt, warum er dann Parteivorsitzender der FDP wurde? Die FDP ist doch jene Partei, die traditionsgemäß an der Seite der CDU für die Rechte der Privilegierten eintritt.
 
Dem Bundespräsidenten Steinmeier und Queen Angela ist es dann gelungen, Martin Schulz zu bewegen, seine Weigerung zur GROKO in staatsmännisches Verhalten umzudrehen. Frau Merkel, das konnte man ihr schon lange anmerken, hätte ihn gerne als Außenminister an ihrer linken Seite gehabt, um sich den französischen Präsidenten Macron vom Leibe zu halten, der so forsch nach finanzieller Einigung mit Deutschland drängt.
 
Ich dachte in dieser Phase, hoffentlich wird Martin Schulz wenigstens Außenminister; er kann gut mit Franzosen reden und vor allen Dingen, sind wir dann den freakigen Sigmar Gabriel los und die Merkel lernt, sich ein wenig auf die Innenpolitik zu konzentrieren.
 
Das Verhandlungsergebnis zur GROKO war für die SPD erstaunlich positiv. Wie hat der Schulz das hin gekriegt? Das Außenministerium hat er sich damit redlich verdient und Merkel hat nicht besonders gut abgeschnitten; sie hatte auf einmal Mühe, die Verteilung der Ministerien an die CDU zu verkaufen.
 
Aber nein! So kam es nicht. Sigmar Gabriels Töchterchen machte die Welt noch einmal auf den Bart von Martin Schulz aufmerksam. Und Demoskopen fanden heraus, dass viele Mitglieder der SPD zwar den Schulz-Effekt wollten, aber nicht den realen, sichtlich ermüdeten Politiker aus Fleisch und Blut.
 
Nach einer schweren Wahlschlacht gegen den Mainstream und nach den erfolgreichen Verhandlungen mit der CDU, also der immer noch stärksten Partei Deutschlands, wäre Martin Schulz zwar der denkbar beste Außenminister (von den Polit-Größen, die in Frage kommen) gewesen, aber nicht mit der SPD! Und nicht mit Meinungsmachern der ARD.
 
Die merkwürdigen Reaktionen der Partei lassen sich mit ein wenig Statistik erklären. Die Mitglieder repräsentieren keinesfalls die SPD-Wähler. Statistisch gesehen ist die Mitgliederschaft der SPD ganz anders zusammengesetzt als die Bevölkerung. Es überwiegen alte Männer und ein großer Anteil sind Angehörige oder Pensionäre des Öffentlichen Dienstes. Wer in die SPD eintritt, tut dies heutzutage hauptsächlich, weil er dadurch im Öffentlichen Dienst bevorzugt wird. Das widerspricht zwar dem Grundgesetz, wird aber vom Verfassungsgericht toleriert, welches ebenfalls nach Pateienproporz besetzt ist. Umfangreiches Material zu diesem Thema bringt Wolfgang Koschnick in diesem Artikel auf Telepolis. Übrigens: Wer die Zusammensetzung der Mitgliederschaft der SPD berücksichtigt, kann nicht erwarten, dass diese gegen einen Koalitionsvertrag stimmt.
 
Martin Schulz hatte nach einem Jahr genug, was ich verstehe. Er hat sich schon viel zu viel gefallen lassen und zu sehr für Dinge gekämpft, die andere mangels Einsatz nicht erreichen konnten. Wenn Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht den "gescheiterten" Martin Schulz (nach vier Monaten Urlaub) ins Boot holten, wären die drei überzeugendsten Links-bis-Mitte-links-Politiker des Landes in einer Crew vereint.
 
So wird es wohl nicht kommen und ob das
die Demokratie doch noch retten könnte, möchte ich auch bezweifeln.
Die Parlamentarische Demokratie und das Modell der Politischen Partei und die
EU im Status Quo sind so oder so am Ende.

                                  11.02.2018 Rob Kenius
                                  überarbeitet 21.02.2018
Langfristiger Wetterbericht

Alfa und Omega

Das Gezeter über GROKO-Merkel-Schultz&Nahles ist groß, aber was wolltet ihr eigentlich?
 
Das Volk wollte, dass Queen Angela weiter regiert. Queen Angela wollte die Große Koalition und keine Minderheitsregierung. (Die man besser parlamentarische Regierung nennen sollte.) Neuwahlen wollte auch keiner, hätten auch nichts gebracht, außer mehr Stimmen für AfD.
 
Schulz musste sich der Queen und dem Präsidenten beugen und hat verhandelt. Das Ergebnis ist für die SPD-Spitze beachtlich. Man hat der CDU einiges abgeknöpft: Ministerposten und viel Geld. Doch auch die CDU hat das Wichtigste erreicht, was sie wollte: Erhalt der Privilegien von Superreichen und weiterhin expansive Konzern-Wirtschaft. Was will eine Christdemokratin mehr?
 
Ein Systemwechsel ist es natürlich nicht, aber den wollte eine Mehrheit auch nicht, weil die Leitmedien (ARD, ZDF, Spiegel, Zeit, Welt, Bild) es nicht wollen; die gehören alle zum Privilegienstaat.

Der Öffentlich-Rechtliche
Fernsehapparat
ist Kanzel und Kirche
im Privilegienstaat
Dieses System der Parlamentarischen Demokratie ist am Ende und die neo-liberale Expansiv-Wirtschaft führt uns (bei vollem Wellness-und-Konsum-Genuss) in den Abgrund.
                                      09.02.2018

Das letzte Wort

Deutschland ist kleiner geworden.

Fast viereinhalb Monate ohne aktive Regierung. Doch die Wirtschaft läuft. Das entlarvt die Propaganda der Regierenden, die sich immer gerne als Urheber des Wohlstands und des Wirtschaftswachstums inszeniert haben. Was haben diese vier Monate bewirkt? Mit einem bescheidenen Blick auf die Lage kommt die Erkenntnis: Deutschland ist kleiner geworden.
 
Da sind zunächst einige Akteure, die offensichtlich geschrumpft sind: Angela Merkel, vor kurzem von Journalisten noch mächtigste Frau der Welt genannt, ist jetzt Regierende auf Abruf mit schwindender Macht und schwindender Beliebtheit. Martin Schulz mit dem Schulzeffekt mit viel Redetalent und sozialdemokratischer Substanz, erst von den Medien klein gemacht und dann beinahe abgestürzt.
 
Auch das Deutsche Volk ist deutlich kleiner geworden. Es wählte so eigensinnig, dass zwar ein riesiges Parlament, aber keine schlüssige Regierung zustande kommt. Man hat jetzt eine neue Partei, die verdammt an eine längst vergangene erinnert, an die wir nicht erinnert werden wollten. Wer hätte das gedacht? Neo-Nationalisten ausgerechnet in dem Land und in dem Volk, dessen Nationalisten eins der größten Verbrechen aller Zeiten inszeniert haben.
 
Vor kurzem noch konnten wir überheblich nach Frankreich und Italien blicken. Populisten, Schaumschläger, Ratlosigkeit. Und die USA haben einen Präsidenten, der sich selber groß und das Land kleiner macht, weil er ein Image-Problem wie der kleine Kim in Nordkorea hat. Man munkelte schon, dass Frau Merkel eine Führungsrolle in der Westlichen Welt übernehmen sollte, könnte oder dürfte. Aber jetzt kann sie froh sein, wenn sie ihre Schwesterpartei CSU unter Kontrolle hält.
 
Deutschland ist kleiner geworden, nur die deutschen Autos nicht. Wohl aber die Automobilindustrie. Man hat zu sehr auf dicke Motoren und Vollgasfahren gesetzt, dabei die Kontrolleure betrogen, die Klimaziele verfehlt und das Feld der kleinen Elektroflitzer den Chinesen überlassen. Die Zukunft der Mobilität ist jetzt nicht mehr die Zukunft der übermotorisierten Luxusmobile deutscher Marken.
 
Aber Deutschland gilt immer noch als das mächtigste Land der EU, man redet von einer Führungsrolle. Aber wo kein Ziel ist, ist keine Führung nötig. Deutschland führt die EU mit Selbstbewusstsein und finanzieller Macht in den Status Quo. Und der Status Quo der EU ist Ohnmacht. Das Europa der vier Entscheidungsgremien ist schon lange handlungsunfähig. Geeignetes Spielfeld nur für eine Führung, die zwar alternativlos ist, aber nichts bewirkt.
 
Ein Blick auf die Uhr: Die Koalitionsverhandlungen sind gerade beendet und das Interregnum dauert nur noch bis zur Abstimmung der SPD-Mitglieder. Deutschland ist inzwischen sehr geschrumpft. Mehr noch geschrumpft ist die deutsche Demokratie. Deutsche Schrumpf-Demokratie im Spätwinter 2018.

                           07.02.2018 12h50, Rob Kenius

Langfristiger Wetterbericht

Stürmische Zeiten:
Der Planet wehrt sich.

In hundert Jahren ist die Durchschnittstemperatur auf der Erde um 1°C angestiegen. Subjektiv für den Menschen ist das wenig. Für das Klima bedeutet es eine gewaltige Veränderung. Der Klimawandel führt nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft zu immer extremeren Wetterereignissen.
 
Das ist eine statistische Aussage, die nichts über Einzelereignisse aussagt, auch nicht über Friederike, das Orkan-Tief. Umgekehrt aber bestätigt das extreme Wetter die statistisch belegte Behauptung, dass das Klima sich verändert.
 
Britische Wissenschaftler haben anhand 300-jähriger Aufzeichnungen (in der Sternwarte Greenwich) erkannt, dass die Klimaveränderung nicht mit der Sonnenaktivität zusammenhängt. Die ist in den letzten Jahren ziemlich normal und war vor 300 Jahren sehr niedrig. Die Sonne ist der Motor des Klimas, ist aber nicht die Ursache des aktuellen Wandels.
 
Der Mensch zweifelt gerne daran, die Ursache zu sein. Wenn er es nicht mehr bestreitet, dann beschließt er, sein Energieverhalten zu ändern, etwa innerhalb von 10, 20 oder 30 Jahren. Aktuell ändert sich noch nichts, mehrfach wurde aber schon beschlossen, dass sich mittelfristig etwas ändern soll. Soviel zur Klima- und Energiepolitik.
Mehr zum Thema Energie hier!
 
Was wir ohne das Warten auf Godot selber tun können, wird im Folgenden erklärt.
 
Wie genau die globale Temperatursteigerung auf die extremen Wetterlagen wirkt, ist noch nicht ganz erforscht. Die Steigerung der Extreme (Wärme - Kälte, Regen - Trockenheit) in Abhängikgkeit von der Temperatur ist jedenfalls deutlich größer, als theoretisch zu erwarten war. Die Zahl der Tropenstürme steigt mit steigender Meerestemperatur, aber nicht linear, sondern sie steigt schneller als der langsame Anstieg der globalen Temperatur. Die Gefahr ist also größer als theoretisch gedacht. Der Planet reagiert heftiger als erwartet.
 
Um dies ein wenig zu erklären, wenn wir eine Schuld des Menschen nicht ausschließen, sollten wir einmal die Pflanzenwelt betrachten. Bekanntlich sind Pflanzen die Grundlage der Ernährung von Mensch und Tier.
 
Pflanzen haben die Fähigkeit, Sonnenstrahlen in Biomasse umzuwandeln. Mensch und Tier haben diese Fähigkeit nicht. Diese Funktion der Pflanzenwelt ist am größten im tropischen Regenwald. Dort wird Sonnenstrahlung an jedem Tag chemisch gebunden, ohne dabei Wärme zu erzeugen.
 
Ohne Zweifel geschieht diese Umwandlung von Sonnenstrahlen zu Biomasse in solchen Mengen, dass der Wegfall der Pflanzen klimaverändernd wirkt. Das lässt sich in den Gegenden leicht feststellen, wo der Tropische Regenwald, wie in Brasilien, zu einem großen Teil vernichtet wurde und tagtäglich weiter vernichtet wird. Das geschieht bekanntlich, um Weideflächen für Fleischgewinnung oder Futter für Masttiere zu produzieren.
 
Diese Futter-Vegetation (Gras, Soja) ist im Vergleich zu der eines tropischen Regenwaldes armselig und hat einen viel geringeren Effekt in Bezug auf die Umwandlung von Sonnenstrahlen in Biomasse.
 
Außerdem setzen die kleinwüchsigen Futterpflanzen der Luftzirkulation (den Stürmen) viel weniger Widerstand entgegen als ein tropischer Regenwald mit Bäumen von 50-100 m Höhe. Hinzu kommt der Feuchtigkeitshaushalt der riesigen Pflanzen, was die Temperatur-Effekte der Sonne naturgemäß dämpft.
 
Der Regenwald wirkt wie ein Puffer auf die Sonnenstrahlung und zwar genau da, wo sie am größten ist, am Äquator. Leicht ist zu erkennen, dass auch heute noch in Südamerika ein milderes Klima herrscht als in Afrika, wo der Anteil von tropischen Wäldern an der Gesamtfläche geringer ist.
 
Der Mensch, wenn er einsichtig ist, man nennt das auch intelligent (von einsehen, lateinisch = itellegere), sollte sich in zweifacher Weise als Verursacher erkennen: Durch Klimagase (CO2 und Methanol (Rindvieh-Züchtung)) und durch Vernichtung von Regenwäldern.
 
Ist der Mensch nicht einsichtig in diese Zusammenhänge, weil sie zwar wahrscheinlich, aber nicht zu 100% bewiesen sind, wenn jemand also zweifelt, dass der Mensch am Klimawandel beteiligt ist, sollte er den folgenden Gedankengang in Betracht ziehen:
 
Der Klimawandel durch Temperaturanstieg ist eine Tatsache. Selbst, wenn wir nicht die Ursache sind, haben wir die Möglichkeit zu einer Präventivmaßnahme. Wir können, um das Risiko durch Temperatursteigerung zu reduzieren, unseren Energieverbrauch drosseln. Das ist so, als wenn man eine Haftpflicht-Versicherung abschließt.
 
Wer sich nicht schuldig am Klimawandel fühlt, schließt eine Haftpflichtversicherung dafür ab, dass er nicht doch zur Rechenschaft gezogen wird. Diese Haftpflichtversicherung besteht darin, dass er den CO2-Ausstoß verringert und, besser noch, weniger Energie verbraucht und ebenso dadurch, dass er keine Regenwälder abholzt und keine Produkte beansprucht, für die in tropischen Ländern Regenwald gerodet wird.
 
Also auf jeden Fall etwas gegen die Erwärmung und den Kahlschlag tun, es schafft die Sicherheit, dass man am Anstieg des Meeresspiegels nicht schuldig ist.
                       Rob Kenius, 18.01.2018
Wilde Gedanken, absurder Zustand

Unser Dreigestirn lächelt

Wie am 28.11.2017 hier im Tick des Tages schon vorhergesagt, jetzt sind wir auf dem Weg in die GROKO.
 
So lieb und klein wie nie zuvor.
 
Und Martin Schulz muss für etwas kämpfen, das er vor einem Monat noch voll abgelehnt hat. So ist das Leben eines SPD-Politikers.
 
Wer Demokrat ist, hätte lieber eine Minderheitsregierung gesehen, die wir in Zukunft besser Parlamentarische Regierung nennen sollten. (Vorgeschlagen im Tick des Vortages, gleich anschließend).
 
Der Deutsche Michel ist wahrscheinlich lieber ein wohl-situierter Untertan als selbst-denkender Demokratie-Debatten-Verfolger.

    Das GROKOKOKO Dreigestirn
     
  • Prinz Martin
  • Jungfrau Angela
  • Bauer Horst

  • macht es uns leicht:

Sie lächeln harmlos-verträumt und zeigen auf den offiziellen Fotos der Release-Party kein Fünkchen rot, aber verdammt viel blau. Das erinnert daran, dass leider, leider, leider der eigentliche Wahlsieger die blaue Partei gewesen ist. Ein Schelm, der Arges dabei denkt.
 
Die Prognose aber lautet:
Es geht alles vorüber: Bei der nächsten Wahl gibt es keinen Grund mehr, AfD zu wählen.

AfD
bald passé
tut keinem weh!
  Das ist die gute Nachricht.     Rob Kenius 12.01.2018
                                  aktualisiert 16.01.2018

 
Wilde Gedanken, absurder Zustand

Parlamentarische Regierung,
bitte nicht mehr "Minderheitsregierung"!

Schon in der Wahlnacht konnte man ahnen, dass wir wieder eine Große Koalition bekommen, wegen der rechnerischen (Un)möglichkeiten, aber auch deshalb, weil Frau Merkel erkennen ließ, dass sie es so haben will. Und in diesem Land geschieht bis heute (16.12.2017) noch, was Queen Angela will.
 
Trotzdem bin ich für ein anderes Modell:
Die parlamentarische Regierung.
 
Das Modell leidet unter dem Namen Minderheitsregierung. Aber es regiert dann keine Minderheit, sondern bei jeder Entscheidung ist es die parlamentarische Mehrheit. Und Kanzler ist derjenige, der die meisten Stimmen bekommt. Schon bei der Wahl des Kanzlers sollte man neue Wege gehen und gleich im zweiten Wahlgang den Kandidaten wählen, der im ersten Wahlgang am besten abgeschnitten hat.
 
Der bildet dann die Regierung. Wenn Frau Merkel das nicht will, bitteschön, dann tritt sie zurück und die CDU stellt einen anderen Kandidaten auf, der Martin Schulz schlagen muss. Der Kanzler kann dann auch Minister berufen, die nicht alle von seiner eigenen Partei (der Minderheit) sein müssen.
 
Das wäre Parlamentarische Demokratie mit einer Parlamentarischen Regierung. Ein Traum, aber er zeigt, wie verkrampft und gestrig das politische Denken ist, das diese einfachste, flexible Lösung gemäß der Konstellation aus dem Wahlergebnis verhindert.
 
Was am meisten stört, ist das Gerede von einer starken Regierung, die wir unbedingt brauchen. Ist eine Regierung dann stark, wenn das Parlament schwach ist und das Wahlergebnis der Bevölkerung wird ignoriert? Und wann hätten wir in Deutschland eine zu schwache Regierung gehabt?
 
Verloren hat bei der Wahl nicht Martin Schulz, sondern die GROKO und in dieser Koalition am meisten die CSU. Das zeigt so nebenbei: Auch die Bayern werden jetzt locker, sie tragen zwar keine gendermäßige Tracht, haben aber genug vom Einparteienstaat der CSU in Bayern.
                                Rob Kenius 16.12.2017

Stapelbare Stapelware

P o l i t i k
in den Zeiten des Interregnums

Wie wäre es, wenn wir Wirtschaft und Politik entkoppeln, genau wie wir in Europa vor 500 Jahren Religion und Glaube von Ablass-Spenden abgekoppelt haben?

Wenn die hoheitliche Politik stagniert, weil Politiker mit dem Wahlergebnis unzufrieden sind, haben wir User die Gelegenheit, selber über Politik nachzudenken; ansonsten wird uns ja die Politik der Regierenden einmassiert.
 
Die Lage auf dem Globus spitzt sich zu. Die einen steigern ständig ihre Umsätze und den Verbrauch und den Schadstoffausstoß, die anderen steuern die 10-Milliarden-Grenze der Menscheit an. Beide Trends gehen in die falsche Richtung: Die Erde gibt das nicht her, was all diese Menschen wollen und haben wollen.
 
Was können wir da machen? Da kann nur Politik was machen, sagt man; denn Politik ist die Kunst des Machbaren. Doch das ist nicht genau nachgedacht; denn die Wirtschaft hält sich noch mehr an das Machbare als die Politik.
 
Die Wirtschaft möchte alles, was machbar ist, maximieren. Mehr Nahrung, mehr Beweglichkeit, mehr Unterhaltung, mehr Bequemlichkeit, mehr Straßen, mehr Autos, Schiffe, Flugzeuge, mehr Sturmgewehre und Wüstenpanzer und vor allen Dingen mehr Gewinn: steigende Kurse, steigende Rendite, steigender Verbrauch, steigender Wohlstand.
 
Da sagt auch kein Politiker nein.
 
Aber halt, jetzt sind unsere Politiker ja in der Sondierungs-Starre. Das alles sind doch die Ziele der Wirtschaft! Wie wäre es, wenn wir Wirtschaft und Politik entkoppeln, genau wie wir in Europa vor 500 Jahren Religion und Glaube von Ablass-Spenden abgekoppelt haben?
 
Ist nicht erst kürzlich die Sowjetunion daran gescheitert, dass man 50 Jahre lang Politik und Wirtschaft zusammengeregelt hat?
 
Aber am Ende haben Regierungen in USA, in GB, in Deutschland und in der EU sich von Wirtschafts- und Finanzleuten die Politik diktieren lassen. Und das geht auch schief. Kein Wunder. Die Wirtschaft will immer maximieren und neuerdings globalisieren, was die Politik aber nicht kann, sonst wird es totalitär und ungemütlich. In Wirtschaft und Politik gibt es unterschiedliche Interessen, die sich teilweise widersprechen.
 
Das ist nicht neu. Neu ist aber die Entwicklung der letzten 40 Jahre: Innerhalb der Wirtschaft hat sich ein dominanter Zweig entwickelt, der mit Essen und Trinken, Arbeiten und Konsum, Verbrauch, Unterhaltung, Straßenbau, Medizin, Gesundheit, Rüstung und all dem nichts zu tun hat: Es ist die hohe Finanzwirtschaft.
 
In USA macht die Finanzwirtschaft mehr als 40% aller Wirtschaftsleistung aus, obwohl sie nichts produziert, nicht einmal Geld für alle, sondern nur Ansprüche auf Zahlungen und Verpflichtungen zu zahlen, also Guthaben und Schulden. Der Finanzsektor ist der größte Wirtschaftszweig geworden, er bestimmt die Realwirtschaft und bestimmt die Politik in allen Fragen, wo es um viel Geld geht.
 
Egal ob in Washington Republikaner oder Demokraten regieren, die Regierung beugt sich immer den Interessen der Wall Street: Deregulierung und Bankenrettungen, anstatt Werktätige, Hausbesitzer, Rentner, die Infrastruktur oder den Mittelstand zu retten.
 
In Deutschland wird der Anteil des Finanzsektors an der Wirtschaft zwischen 30% und 40% liegen. Deutschland ist das zweitamerikanischste Land. Wenn man uns in den Tagesthemen vom Wirtschaftswachstum erzählt, kann es gut sein, dass nur die Finanzwirtschaft gewachsen ist. Auch hier werden Banken gerettet und ein Niedriglohnsektor geschaffen und es spielte dabei keine Rolle, ob CDU oder SPD oder beide regieren.
 
Jetzt, wo weder CDU noch SPD regieren, können wir Politik von der Wirtschaft trennen, als Gedankenmodell. Doch da ist ein Punkt, an dem das schwer durchführbar ist: Die Staatsschulden. Die lassen sich nicht so leicht vom Finanzsektor trennen. Staatsschulden sind der Hebel, mit dem der Finanzsektor die Macht über Regierungen einnimmt, auch über linke.
 
In Griechenland hatten wir eine Situation, wo die Politik sich hätte von der Finanzwirtschaft lösen können, durch einen Staatsbankrott, und wir hatten zwei Typen von linken Politikern: Tsipras und Varoufakis. Der eine ging den Weg, den der Finanzsektor vorschreibt, der andere ging weg.
 
Ein Staat , der sich vom Diktat der Finanzen befreien will, darf keine Schulden haben. Das hört sich radikal und erzkonservativ an, weil uns die Medien (und merkwürdigerweise auch linke Politiker) immer die Meinung der Finanzwirtschaft aufdrängen, die will, dass der Staat Schulden macht. Aber ein Staat ohne Schulden ist gar nicht so schwierig; denn der Staat darf Steuern erheben, soviel, wie er braucht, und von wem er will.
 
Und weil der Finanzsektor so wohlhabend ist und so extrem viel verdient, ist es am besten, diese parasitäre Scheinwirtschaft, die nichts für die Allgemeinheit produziert, sondern nur Gewinne für sich selbst, die sollte man mit besonders hohen Steuern belasten. Ist doch logisch und genau umgekehrt, wie es zur Zeit in USA und allen Vasallenstaaten passiert. Solange dieses System bestehen bleibt, wird USA Geld exportieren und wird dafür alles andere geliefert bekommen, inklusive der Weltherrschaft.
 
Jedes Einkommen, das nicht durch Arbeit, Dienstleistung, Kunst oder Handel oder ganz allgemein durch Leistung, zustande kommt, sollte nicht weniger, sondern mehr durch Steuern belastet werden. Das sind genau die Bereiche, die jetzt im Interesse des Finanzsektors verschont bleiben: Börsengewinne, Wertzuwachs von Immobilien, Erbschaften, finanzielle Transaktionen. Wenn die Politiker in den Medien erscheinen, sollten wir aufmerksam hören und sehen, wer von ihnen die gegen uns gerichteten Interessen im Sinne des Finanzsektors vertritt.
 
Der Staatshaushalt beginnt nicht beim Ausgeben von Geld, sondern mit den Einnahmen. Das hat der Staat mit jedem banalen Geschäft gemeinsam, man kann nur das Geld ausgeben, das man eingenommen hat. Und damit setzen wir Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die Umwelt und die Entwicklung. Mit dem Geld, das der Staat eingenommen hat, kann er seine Pflichten gegenüber den Bürgern erfüllen und das sind nicht wenige: Erziehung, Infrastruktur, Gesundheitswesen, Sozialstaat, aber keine Bankenrettung, Griechenland-Rettung, Euro-Rettung, Übernahme von Verantwortung in fernen Ländern oder Rüstung gegen friedliche Nachbarn.
 
Trennung von Kirche und Staat,
Trennung von Wirtschaft und Staat,
Trennung von Finanzwirtschaft und Staat.
Das ist Politik;
die Rettung aus der selbstverschuldeten Knechtschaft.

                                Rob Kenius 14.12.2017
              Über den Finanzsektor der USA berichtet 
           Michael Hudson in seinem Buch "Der Sektor" 
           ISBN 978-3608-94748-9. Das Werk hat 670 S. 
           Man hätte das auch auf 200 S sagen können.

 
Das letzte Wort

Stunde der Royalisten

Verlobung im britischen Königshaus!
Bundespräsident Steinmeier trifft in London Queen Elizabeth die zweite. Und Queen Angela (die erste) in Berlin bekommt ihre GROKO, die sie sich zu Weihnachten gewünscht hat.
 
Alle Royals und Royalisten sind sich einig: Wir brauchen eine starke Regierung, ein schwaches Parlament und ein ohnmächtiges Volk.
Aber warum haben wir eigentlich kürzlich gewählt?
 
Das ist ein Ritual, ein Relikt aus alten Zeiten der Französischen Revolution, das man nicht so ernst nehmen sollte. Man nannte es
Parlamentarische Demokratie.
 
Übrigens: Wir haben den 28.11.2017


 
Klare Gedanken - absurder Zustand
Noch haben CDU/CSU/SPD zusammengerechnet etwa 50% der Wählerstimmen was für die nächste GROKO reicht. Die Hälfte der CDU/CSU/SPD-Wähler hat dann die falsche Partei gewählt. Bei der nächsten Wahl werden es so viele Prozent weniger sein, wie es Wählerinnen und Wähler mehr gibt, die das gemerkt haben.

GROKO = Industrie-Regierung

Das bedeutet, dass der Staat sich mit den Interessen der Industrie identifiziert:
  • Baut Straßen für Automobile
  • fördert Konsum und Wirtschaft
  • sorgt für den technischen Nachwuchs
  • erleichtert den internationalen Handel
  • überlässt der Wirtschaft und den Firmenerben ihre hohen Gewinne
  • besteuert nicht die Finanzwirtschaft.
Was hat das mit der Großen Koalition zu tun?
Es betrifft die GROKO-Parteien: CDU/CSU und SPD.
 
Die SPD vertritt grob gesagt die Industriefacharbeiter; die CDU/CSU vertritt eigentlich den Mittelstand, wird aber gesponsert von der Großindustrie. In beiden Parteien gibt es deutliche Überschneidungen mit den Interessen der Industrie.
 
Die Gemeinsamkeiten zwischen den Interessen der Wähler und denen der deutschen Großindustrie werden dagegen immer schmäler. Das geht eindeutig von der Industrie und der Finanzwirtschaft aus. Die globale Ökonomie hat sehr egoistische Konzepte für Firmen und Konzerne entwickelt:
  • Entlassungen zu Gunsten von Industrierobotern
  • Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer
  • Auslagerung von Produktivität auf billige Zulieferer
  • Umgehung der Sozialabgaben durch Scheinselbständigkeit
  • Umgehung der Tarife durch Werksverträge
  • Massive Steuerflucht durch Gewinnverlagerung.
Wozu das alles? Um die Gewinne der Unternehmen und die Kursgewinne an den Börsen zu steigern. Und um all diese Maßnahmen beim Management durchzusetzen, hat man das obere Management an den Gewinnen teilhaben lassen, so dass führende Manager jetzt das hundert- oder zweihundertfache verdienen wie Facharbeiter.
 
Auf der anderen Seite ist für einfache Arbeiten, die sich nicht mit Maschinen verrichten lassen ein Billiglohn-Sektor entstanden: Millionen Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen:
  • Paketzusteller
  • Verkäuferinnen
  • Frisöre
  • Kindergärtnerinnen
  • Bauhandwerker
  • Altenpflegerinnen
  • Kinderbetreuer
Das sind ehrenwerte und unentbehrliche Berufe, die nur den Nachteil haben, dass sie nicht in direktem Zusammenhang mit Unternehmensgewinnen oder Kursgewinnen an der Börse stehen; im Gegenteil, die Gewinne steigen um so mehr, je weniger das Prekariat bezahlt wird, und Kursgewinne an der Börse werden durch spektatkuläre Entlassungen erzielt.
 
Das bedeutet, die Industrie vertritt schon lange nicht mehr die Interessen des Landes, in dem sie stationiert ist.
 
Warum sollten dann die Volksparteien, die vom Volk des Landes gewählt werden, noch die Interessen der Industrie vertreten? Ist das nicht ein Widerspruch?
 
Die Basis des gemeinsamen Interesses zwischen Volksparteien und Wirtschaft wird ständig kleiner. Eigentlich besteht schon lange ein Interessengegensatz. Wenn man als Maß für die Interessenlage die Zahl der Bürger nimmt, die von den Vor- oder Nachteilen der Industriepolitik betroffen sind. Die Gesellschaft besteht ja nicht nur aus Facharbeitern, Industriemanagern und Großaktionären.
 
Wenn alle Facharbeiter SPD und alle Industriemanager und Großaktionäre CDU/CSU wählen würden, hätten diese Parteien zusammengerechnet vielleicht 25% der Wähler. Sie haben aber, ähnlich wie die Industrie, ein Führungspersonal, das durch Privilegien den Anschluss an die Gewinner der Wirtschaft halten kann. Daher gibt es unter den Parteiführern eine Mehrheit für die Industrie und ihre Politik.
 
Noch haben CDU/CSU/SPD zusammengerechnet etwa 50% der Wählerstimmen. Die Hälfte der CDU/CSU/SPD-Wähler hat die falsche Partei gewählt. Bei der nächsten Wahl werden es so viele Prozent weniger sein, wie es Wählerinnen und Wähler mehr gibt, die das bis dahin gemerkt haben.

 

Das letzte Wort

Mehr Angst vor der AfD als Mut zum Regieren

Christian Lindner
hat recht:
Die FDP ist in der Regierung überflüssig.

Sondierungen gescheitert; die Parlamentarische Demokratie ist machtlos. Das Schema Parteien-Wahl-Parlament-Koalition-Regierung funktioniert nicht mehr, weil das Volk nicht mehr will. Man fühlt sich von den Parteien verschaukelt. Die GROKO wurde abgewählt. Die Jamaika-Koalition kommt nicht zustande, weil den Parteien und den Chefs ihre Selbstgefälligkeit wichtiger ist als das Wohlergehen der Republik. Und einige Politiker hatten mehr Angst vor der AfD als Mut zum Regieren.
 
Es ist Zeit, Direkte Digitale Demokratie zu realisieren. Hier und jetzt damit anfangen! Doch eins vorweg: Das geht nicht über Twitter und Facebook. Das sind Reklamedienste zur Geldvermehrung ihrer Chefs und für die Kursgewinne der Shareholder. Es sind keine Einrichtungen der Internet-Demokratie.
Näheres über die antisozialen Medien hier!
 
Viele driften nach rechts in die nationale Ecke, wo starke Führer schon im Sande scharren. Der andere Pol ist schwach besetzt, weil Sozialismus keine Lösung mehr ist, seit Sozialisten und Sozialdemokraten überall geholfen haben, die globale Geld-Ideologie, den Neoliberalismus und die Umverteilung nach oben zu beschleunigen.
 
Die neue Richtung zum Fortschritt heißt:
Vorwärts, vorsichtig nach links.
Klare Front gegen Nationalismus
; er hat uns von 1914 bis 1945 zweimal den totalen Krieg gebracht.
Abkehr von der Geldideologie, wo Geld der höchste Wert ist, mehr wert als die Luft zum Atmen und
weg vom Neoliberalismus, wo die Freiheit des Geldes über der Freiheit der Menschen steht.
 
Das Verfallsdatum der Parlamentarischen Demokratie und der politischen Parteien ist überschritten. Diese Strukturen sind nicht mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen, die in die Zukunft steuern.
Wir brauchen Abstimmungen aller interessierten Bürger zu klaren Sachfragen und zwar dann, wenn die Fragen sich stellen, nicht für Jahre im Voraus durch Parteiprogramme und Koalitionsverträge.
Wir brauchen Medien, die normale Menschen zu Wort kommen lassen und nicht der Regierung und den Parteien hörig sind.
 
Deshalb Direkte Digitale Demokratie. Schnell und sicher durch die Möglichkeit, auch Entscheidungen zu revidieren und mit dem Prinzip, das Verfahren ständig zu verbessern.
 
Buchvorstellung

Rob Kenius, 20.11.2017

 


Man kann es nicht oft genug sagen!
50 Jahre lang haben Amerikaner versucht, uns zu erklären, was cool ist und jetzt haben sie Donald Trump.
Ist das cool?

America first!

Hiroshima und Nagasaki
America first!
Privater Waffenbesitz
America first!
Atomare Rüstung
America first!
Einmischung in Konflikte
America first!
Bedrohung anderer Länder
America first!
Geheimdienst-Operationen
America first!
Höchste Staatsschulden
America first!
Unseriöse Finanzen
America first!
Politik für Milliardäre
America first!
Bürger in Gefängnissen
America first!
Militärische Präsenz
America first!
Verschlechterung des Weltklimas
America first!
Globale Gefahr
America first!

Kampfthema Wahlkampf

Wahltaktik für
durchschnittlich demokratische Wählerinnen

Eine Mehrheit in Regierung, Medien, Demografie und Wahlvolk glaubt, dass eine einzelne Person namens Angela Merkel unseren Wohlstand, unsere Stellung in der Welt und eine Wende Europas zum Besseren garantiert. Das kann nicht wahr sein, denn die Zeiten der Monarchie sind vorbei, auch wenn Angela Merkel eine gute Monarchin abgeben würde.
 
Sie ist bescheiden, etwas unscheinbar, will nichts verändern, redet nicht laut, verschweigt Unangenehmes, verlangt von uns nichts und erweckt den Eindruck, dass mit viel Geld viel Gutes getan und Schlechteres verhindert wird. So soll eine Königin sein! Aber soll eine demokratisch gewählte Regierung so sein, deren Zeit begrenzt ist und die aus der Wahl von Parlamets-Parteien hervorgeht?
 
Nein. Die stärkste Partei heißt auch nicht Merkel, sondern CDU. Das "C" bedeutet "christlich", pssst! Wer das Flüstern des Windes versteht, weiß, dass es schon lange "Capital" bedeutet. Pssst, die CDU vertritt die Finanzmacht der internationalen Konzerne und deren Ideologie: Geld soll in möglichst großer Menge überall sprudeln und fließen und von ganz oben in einem möglichst hohen Prozentsatz als Rendite abgeschöpft werden, pssst.
 
Der Staat dagegen soll bescheiden und unscheinbar sein, nicht laut werden, nicht eingreifen, Unangenehmes verhindern oder verschweigen, keine Veränderungen bewirken und von denen, welche die Finanzströme lenken, nichts verlangen, was ihre globale Handels- und Transaktions-Freiheit einschränkt. Pssst!
 
"Never touch a running System!"
 
Die CDU steht mehr als jede andere Partei für die Erfüllung dieser Wünsche und realisiert am besten die Transformation finanzieller und wirtschaftlicher Macht in politische Macht. Aber leider nicht umgekehrt, keine Kontrolle der unkontrollierten Märkte der Macht. Wohin eine solche Parteipolitik fürt, das zeigen uns die Republikaner in USA.
 
Demokratie ist das nicht, aber trotzdem muss gewählt werden und die CDU verspricht zur Wahl:
 
"Ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben".
 
1. Frage: Wer will das nicht?
2. Frage: Wer ist wir?
3. Frage: Wer ist dagegen?
 
Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: Niemand!
 
Ja, am besten wählt niemand CDU;
denn sonst geht das alles so weiter: der neoliberale Trip, die Globalisierung der Finanzströme, die Steuerhinterziehung, das Anheizen der Krisenherde, die Waffenexporte, die Rücksichtlosigkeit der Automobilindustrie, die Privatisierung von Staatseigentum und die Entdemokratisierung Europas.
 
Wen sollen wir aber wählen? Keine einfache Frage; wir müssen taktisch vorgehen, weil wir von Taktikern beherrscht werden und nicht von Visionären oder Konstrukteuren einer Zukunft. Das erste taktische Ziel ist, das "Capital" zu schwächen, also nicht CDU (oder FDP) zu wählen.
 
Das ist gut für die Umwelt, das ist gut für die Renten, das ist gut für Schüler und Studenten, für die Zukunft und für diejenigen, die nicht mehr Geld haben, als sie brauchen. Und das sind die meisten.
 
Das zweite taktische Ziel ist, eine andere Partei stärker zu machen als die CDU, damit diese den Auftrag für die Regierungsbildung bekommt. (Genau das sagt auch Martin Schulz und damit hat er recht.) Also müssen möglichst viele taktische Wähler SPD wählen; eine bessere zweitstärkste Partei haben wir nicht.
 
Viele werden trotzdem die Linke oder die Grünen bevorzugen. Das ist keinesfalls verkehrt; doch wenigstens die Erststimme immer für die SPD, damit eine neue Regierung an die Macht kommt und regieren kann.
 
Mehr ist im Rahmen der parlamentarischen Demokratie jetzt nicht zu machen. Ein längerfristiges Ziel ist Direkte Demokratie mit digitalen Mitteln, also Direkte Digitale Demokratie. Die gibt es noch nicht, doch es geht voran. Hier ist schon ein lesbares und sehr engagiertes Buch darüber: Neustart...
26.06.2017

Stapelbare Stapelware

Nachruf eines Zeitzeugen

Nichts Schlechtes über die Toten. Eine Redensart der Römer. Ich halte es umgekehrt. Der alte Mann im Rollstuhl tat auch mir leid und ich habe selten über ihn geredet oder geschrieben, aber jetzt fühle ich mich verpflichtet, als Zeitzeuge von Anfang an, Helmut Kohl so zu schildern, wie ich ihn gesehen habe. Möge seine Seele in Frieden ruhen.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser Leben, so wie es ist,
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

All das, was man uns Deutschen im Ausland immer vorwirft, selbstgefällig, überheblich, aufdringlich, laut und unsensibel zu sein, all das hat Helmut Kohl in seiner ganzen Größe und unübersehbaren Person verkörpert. Viele werden ihn deshalb einen großen Deutschen nennen. Mir war er von Anfang an unsympathisch, auch schon vor der Kanzlerschaft, auch mehr als jede andere Größe der CDU in kohlscher Zeit: Geißler, Teufel, Albrecht, Süssmuth, Biedenkopf, Schäuble...
 
Aber Helmut Kohl hat 25 Jahre lang die CDU und 16 Jahre lang Deutschland regiert. Wie war das möglich? Es liegt an einem sicheren Instinkt für Macht und Mehrheit. Mit seinem überstarken Ego und viel Rücksichtslosigkeit brachte Kohl sich an die Spitze der CDU und es war klar, er würde irgendwann Kanzler werden, auch wenn das Volk ihn unsympathisch fand. Das hat er mit geschickter Taktik erreicht und dann wollte er nicht mehr abtreten, sechzehn Jahre lang.
 
Gegen Schmidt argumentierte er mit dessen Staatsschulden, aber die Staatsschulden, die Kohl hinterlassen hat, gehen um ein Vielfaches darüber hinaus. Kohl hatte kein Verständnis für Quantitäten; die Unmäßigkeit seines Charakters war ihm anzusehen. In jedem seiner Haushalte war ein riesiges Milliardenloch, das durch Schulden gestopft wurde. Er entdeckte schnell, dass man mit Geld alles machen kann, verstand aber nicht, dass Geld ein Kontinuitätsprinzip befolgt und dass die Geldmenge auch in einem satten Staatshaushalt nicht unendlich ist.
 
Die fehlerhafte Schuldenpolitik ist heute vergessen, weil die immensen Schulden der Wiedervereinigung noch einmal alles übertroffen haben. Dieses Manko resultiert aus der falschen Annahme, dass alles, aber auch alles in der DDR wertlos gewesen sei. Die Ideologie des Antialtkommunismus auf Seiten von Helmut Kohl hat uns hunderte Milliarden DM gekostet. Das Volksvermögen der DDR wurde verramscht, aber die Ramsch-Mark der DDR wurde 1 : 1 gegen DM getauscht als Wahlgeschenk für die nächste Kanzlerschaft.
 
Für den einen Helmut Kohl hätten wir drei andere Kanzler haben können.
 
Die Wiedervereinigung haben wir Michail Gorbatschow zu verdanken, der wegen seiner historischen Größe den Friedensnobelpreis bekommen hat. Kohl hat das Geschenk der Geschichte nicht abgelehnt, sondern hat es an sich gerissen und auf sein Konto verbucht. Jetzt wird so getan, als sei es eine besondere Leistung gewesen, nicht nein zu sagen, weil einige nein gesagt haben; insbesondere Lafontaine, der aus dem Saarland stammt, das auch wiedervereinigt wurde, allerdings nicht auf die Hopplahopp-Methode ohne Anpassung der Wirtschaft.
 
Damals habe ich schon gesagt. Einfach das Geld auszutauschen, ist so, als würde man in einen Zweitakter (Trabbi), der Benzin-Öl-Gemisch braucht, Super-Kraftstoff einfüllen. Der Motor würde losbrausen und nach 500 km Kolbenfresser oder Kurbelwellenschaden. Genau so ist es gekommen, weil ein in Wirtschaft und Finanzen völlig inkompetenter Mann namens Helmut Kohl das so entschieden hat und sich wie immer damit durchsetzte. Wir haben heute noch Probleme mit den vielen Verlierern dieser Geschichte. Durchsetzungsvermögen ist nur dann etwas Gutes, wenn das Ziel richtig ist.
 
Statt einer Wiedervereinigung mit einer neuen Verfassung, wie das Grundgesetz es vorsah, bekamen wir den Beitritt der neuen Länder zur BRD. Dabei waren die Länder gar nicht neu; sie waren älter als BRD und DDR. Ein Etikettenschwindel.
 
Kohl gilt als großer Europäer, weil er alle Probleme mit deutschem Geld gelöst hat. Das war aber unser aller Geld und nicht sein Geld!
 
Die eigentlichen Probleme Europas sind
mangelnde Demokratie,
institutionalisierte Inkompetenz,
Bürokratie und
Lobbyismus
.
Wer ein großer Europäer sein will, muss das erfolgreich bekämpfen. Helmut Kohl war kein großer Europäer, sondern nur ein gewichtiger. Er hat es versäumt, die Strukturen der EU zu demokratisieren und die Methode der Beschlussfassung der Mitgliedschaft so vieler Staaten anzupassen. So ist die EU bis heute das geblieben, was sie damals schon war:
Das Europa der Politiker, nicht der Völker.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser Leben, so wie es ist,
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

Wenn jemand stirbt, ist es angemessen, der Familie sein Beileid zu bekunden. Die Familie Kohl existiert nicht mehr. Hannelore Kohl hat sich selbst das Leben genommen; ein Sohn hatte den Mut, sich von seinem Vater öffentlich in einem Buch zu distanzieren, weil der Vater auch der Familie gegenüber so ein maßloser Egoist war und seine Söhne und Enkel zuletzt das Haus nicht mehr betreten durften.
 
Mein Beileid gilt all denen, die Helmut Kohl geliebt haben oder ihn für einen großen Politiker hielten und den vielen, die ihm etwas zu verdanken haben, an erster Stelle Angela Merkel. Sie hat auch das Verdienst, ihn nach 25 Jahren CDU-Herrschaft gestürzt zu haben. Möge Gott ihr die Gnade geben, nicht 16 Jahre zu regieren und nicht erst dann abzutreten, wenn niemand sie mehr leiden kann.

Über die politische Taktik von Merkel und Kohl, und deren
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Kampfthema Wahlkampf

Merkel und TRUMPel

Im Jahr 2005 habe ich zum ersten und einzigen mal CDU gewählt. Warum? Um Angela Merkel zur Kanzlerschaft zu verhelfen. Von Schröder hatte ich die Nase voll und ich hatte mir drei plausible Gründe zurechtgelegt:
 
1. Eine Frau. Die Chance, einer Frau zur Macht zu verhelfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.
2. Eine Physikerin. Weil ich selber dieses Fach studiert habe, dachte ich, sachlicher Verstand kann nicht schaden.
3. Eine aus der ehemaligen DDR. Bei der Wiedervereinigung in Kohl war die DDR doch ziemlich untergebuttert worden.
 
In allen drei Punkten bin ich enttäuscht worden.
 
1. Obwohl eine Frau den begehrtesten Job im Lande hat, nerven Feministinnen weiter mit überzogenen Forderungen und setzen sprachliche Genderspiele durch. Das hat mir den männlichen Feminismus ausgetrieben.
 
2. Das Physikstudium scheint in der DDR nicht so ernst und solide gewesen zu sein. Wie wäre es sonst möglich, dass Frau Merkel die Struktur einer Exponentialfunktion nicht erkennt, wenn es um das Wirtschaftswachstum geht. Wie kann sie an das Gelingen von Prozessen glauben, die mathematisch divergent sind (griechische Schuldenkrise, Flüchtlingsstrom)?
 
Wie ist es zu erklären, dass die Kanzlerin Jahre lang Zusammenhänge zwischen Geldfluss, Geldmenge, Kreditwirtschaft, Finanzindustrie und Staatsausgaben nicht durchschaut hat. Wieso erkennt sie nicht, dass die Strukturen von vier Gremien eine Weiterentwicklung der EU unmöglich machen? Wie kann sie erwarten, dass sie selber bei 27 EU-Mitgliedern Dinge erreicht, die Einstimmigkeit erfordern? (Obwohl die A-Priori-Wahrscheinlichkeit für einstimmige Beschlüsse bei 27 Mitgliedern 2 Millionen mal kleiner ist als bei 6 Mitgliedern.)
 
3. Leider hat Frau Merkel aus der DDR auch ein unentwickeltes Demokratieverständnis mitgebracht. Einen Hang zum Totalitarismus. Ein harmloses Beispiel sind die Zwangsgebühren für staatlichen Rundfunk und Fernsehen. Angela Merkel praktiziert keine Demokratie, sondern eine milde Alleinherrschaft mit monarchistischen Zügen und erfolgreicher Untätigkeit. Sie regiert mit Demoskopie statt Demokratie. (Viele, auch Journalisten, wissen das nicht zu unterscheiden.)
 
Bei diesem Spiel mit den Fäden der Macht zeigt sie hohe Intelligenz. Alle vergangenen und auch zukünftigen Konkurrenten hat sie ausgeschaltet. Nur sie kann innerhalb der CDU bestimmen, wann sie abtritt und wer ihr Nachfolger wird; niemand ist favorisiert.
 
Auch ihren parteitaktischen Gegenspieler innerhalb der GROKO, Sigmar Gabriel hat, nein hatte sie voll unter Kontrolle. Da kam der überraschende Torschuss durch einen eingewechselten Spieler der SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz.
 
Langsame, merkelsche Analyse der Situation und dann das ungleiche Spiel der Kräfte: Kandidat Schulz kann zwar brillant reden, kann von sozialdemokratischer Politik überzeugen, aber er hat kein Amt im Staate, also hat er keinen Zugriff auf die Staatsmedien. Aber hallo! Dort erscheint Schulz jetzt nur noch, wenn es den Damen und Herren genehm ist. Das Erste Deutsche Fernsehen hat seine Reden über Soziale Gerechtigkeit bis zur Lächerlichkeit zerstückelt und als Persiflage mehrmals ausgestrahlt.
 
Merkel aber beginnt eine Art Welttournee; sie redet nicht, doch sie spricht in Bildern, die uns wie Ansichstkarten aus der Ferne herzlich grüßen. Und zuletzt die total raffinierte Kombination von Demoskopie und Amtsbonus:
 
Frau Merkel nutzt die im Volk verbreitete Abneigung gegen Donald Trump, um sich mit wenigen Worten als volkstümliche Weltpolitikerin zu präsentieren. Die kräftige Europäerin, die launig gegen Onkel Donald unkt. Natürlich ohne sich dabei in die US-Außenpolitik einzumischen. Da sind doch gleich 80% aller Wählerinnen und Wähler auf ihrer Seite und der Schulz kann einpacken! Ist der überhaupt besser als der Trump?
 
So einfach ist das, weil wir keine regierungsneutralen Medien mehr haben. Weil niemand fragt, wie soll es denn hier in Europa weiter gehen, Frau Merkel, wenn wir an den Strukturen der EU, der Nato, der Finanzwirtschaft nichts ändern, wenn wir die Umverteilung von unten nach oben nicht stoppen.
 
Änderungen sind Merkels Sache nicht. Sie hat noch nie etwas verändert, nur manches hat sie zugelassen. Die unkontrollierten Flüchtlingsströme hat man ihr verübelt. Die Privatisierung der Autobahnen, die von Bayern ausgeht, wird man ihr auch verübeln, genau wie dem Schröder die Hartz 4 Gesetze.
 
Das Verheerende ist, sie lässt zu, dass die Politik immer weiter von Finanzinteressen und der Ideologie des Geldes gesteuert wird. Dafür ist sie partout nicht gewählt worden. Und deshalb sollte man sie auch abwählen.
 
Es ist höchste Zeit für eine Änderung in Richtung Politik; denn die Interessen der Finanzwirtschaft sind die Interessen einer sehr kleinen Minderheit; alle anderen gehen leer aus; die meisten werden benachteiligt. Auch 95% der Wähler von Angela Merkel werden leer ausgehen.
 
Bei der letzten Wahl war der Spruch der Merkel-CDU: Gemeinsam erfolgreich.
Was kommt jetzt?
Gemeinsam reich?
Gemeisam oben?
Gemeinsam von oben nach unten TRUMPeln?

 

Wahlkampf - Kampfthema

Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung!

Mit diesen drei Forderungen kann man die Wahlprogramme aller im Bundestag vertretenen Parteien erfassen: Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung. Die Akzente sind verschieden, insbesondere beim Geld.
 
Mehr Geld!
 
Die CSU/CDU will viel mehr Geld für alles ausgeben und es fragt keiner, wo das Geld herkommt, man geht einfach davon aus, dass die CDU das Geld hat. Das hat seinen Grund. Als man den größten Vorsitzenden aller Zeiten unter juristischem Druck fragte, wo das Geld in seiner Tasche herkam, hat er es verschwiegen, weil er jemandem sein Ehrenwort gab, und er wird dieses Geheimnis wohl mit ins Grab nehmen. (Er hat es mit ins Grab genommen.)
 
Bei seiner Nachfolgerin ist die Sache manchmal durchsichtiger. Viel Geld kommt von der Automobilindustrie; CDU und ADAC sind sich da ähnlich. Die SPD aber muss sich nach Gegenfinanzierung fragen lassen, wenn sie mehr Geld für Polizei, Bildung und soziale Gerechtigkeit ausgeben will. Sie macht es sich aber einfach: Im Zweifelsfall wird sie mehr Schulden machen oder eine große Koalition.
 
In Wirklichkeit, also nicht im Wahlkampf, ist die Frage nach dem Geld klar und deutlich so zu beantworten: Geld ist genug da. An der Börse ist es sogar in Überfluss vorhanden. Man müsste es sich da holen, wo es ist, also bei denen, die es besitzen. Doch da gibt es ein Problem:
 
Die Geldbesitzer beherrschen die amtierenden Regierungen, nicht umgekehrt. Wie sie das erreicht haben, die Transformation von finanzieller Macht in politische Macht, ist nicht Gegenstand dieser Erörterung. Zum Glück; es ist auch schwer zu erklären. Das Ergebnis dieses Agreements zwischen Geldbesitzern und Parteiführern führt dazu, dass die Regierenden sich das Mehr an Geld entweder als Kürzung bei den sozial Schwachen, als Steuer bei den Erwerbstätigen oder als Kredit bei den Banken holen.
 
In allen drei Fällen profitieren die Geldbesitzer.
 
Mehr Polizei?
 
In diesem Punkte bin ich ein wenig voreingenommen; denn ich wohne in Köln und schräg gegenüber ist eine Polizeistation. Die Polizisten fahren einen coolen Job, wie man sieht. Man kann nicht gerade erkennen, dass sie gestresst wären. Häufig plagt sie Langeweile; besonders bei Fußballspielen. Ist das ein politisches Problem? Wenn ja, warum wird der Fußball vom Land NRW subventioniert, indem Polizei für die Sicherheit sorgt. Ist das nicht Sache der Veranstalter, die Millionen an Geld bewegen?
 
Das Problem mit der Polizei ist, dass sie sich oft am falschen Ort aufhält, oder, zwar am richtigen Ort und zur richtigen Zeit, aber nicht in der richtigen Zahl. Wenn die Polizisten, wie in der Silvesternacht, weniger sind als die zu Überwachenden, trauen die Beamten sich nicht einzugreifen, falls das nicht ausdrücklich von oben angeordnet wird.
 
Polizisten sind Befehlsempfänger. Und das Befehlen wird an Sonn- und Feiertagen schwierig, weil die höheren Beamten und die verantwortlichen Politiker dann frei haben.
 
Absurd wird die Diskussion, wenn man suggeriert, mehr Polizei könne weniger Einbrüche bewirken. Das ist Kriminalfilm. In Wirklichkeit treffen Einbrecher und Polizisten nicht aufeinander. Die Polizei kommt bei Einbrüchen erst am folgenden Tag.
 
Was am besten gegen Einbrüche hilft, sind Gitter und Alarmanlagen und zusätzlich ein Streifenwagen, der ab und zu vorbeifährt. Die Einbrecher kommen von hinten, nicht von vorne. Das Polizeifahrzeug brauchte also nicht drei oder mehr mutige Insassen zu haben, aber einen ortskundigen Fahrer, der sich besser in der Gegend auskennt als die Einbrecher.
 
Lokal verwurzelte Polizei ist etwas, das die Älteren von früher noch kennen und das uns jetzt fehlt. Das ist kein quantitatives Problem und ist auch mit mehr Geld nicht zu erzwingen.
 
Mehr Bildung.
 
Der größte Trumpf im Wahlkampf 2017 scheint die Forderung nach mehr Bildung zu sein. Warum? Weil Bildung ein dehnbarer Begriff ist und weil man mit Bildung mehr Bildung erzeugen kann. Bildung ist wie Geld, ein Wundermittel. Auch mit Geld kann man immer mehr Geld erzeugen. Da passt genau die Formel: Mehr Geld für Bildung! Hört sich gut an, ist aber zu einfach, um wahr zu sein.
 
Egal, was Bildung ist; den meisten Menschen fehlt nicht Bildung, sondern Wissen. Bald sind wir so weit, dass die Hälfte eines Jahrgangs Abitur macht und vielleicht auch studiert. Schön und gut. Aber, was nutzt es, wenn jemand Abitur hat und Prozentrechnung nicht beherrscht? Man erkennt es daran, dass einer statt Prozente immer Prozentpunkte sagt. Dabei sind Prozente ein Bruch (pro hundert) und kein Punkt auf einer Skala.
 
Es ist falsche Programmierung der Bildungsinhalte, wenn ein gebildeter Mensch nicht weiß, was Wahrscheinlichkeit ist, wenn er den Begriff Energie nicht erklären kann und es ist fatal, wenn ein Politiker prozentuales Wirtschaftswachstum nicht als eine Funktion erkennt, die exponential ansteigt und ins Unendliche geht und damit in den Untergang. (Sollte man beim Gymnasium G9 in der achten Gymnasialklasse lernen, bei G8 wächst die Wirtschaft schneller, ohne dass ein Gymnasiast die Grenzen des Wachstums erkennt.)
 
Das Bildungssystem krankt an den Inhalten, nicht an den Ausführungsbestimmungen, nicht an der Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, sondern an der großen Zahl derer, die sich um Pädagogik streiten und die Inhalte der Bildung für beliebig halten oder, schlimmer noch, sie einfach den Traditionalisten überlassen.
 
Mehr? Internet
 
Da hilft auch nicht die Forderung nach mehr Internet, die von der FDP, aber noch nicht von allen Parteien, erhoben wird.
 
Das Internet breitet sich von selber aus, sogar in Afrika und das ist gut so. Wir bräuchten aber eine Riege von Leuten, die verstehen, wie es funktioniert und was die großen Firmen Google, Apple, Facebook, Amazon und Ebay machen; wie die Algorithmen gestrickt sind, mit denen sie ihr Geld optimieren und wie sie ihre Milliarden an den Steuerkassen vorbei lancieren. All das hat mit Informatik und Steuermodellen zu tun und beides ist mit ein wenig Mathematik verbunden.
 
Wir brauchen nicht nur viel Bildung in den Herzen, sondern auch mehr Mathematik in den Köpfen und weniger Wahlkampf in den Dampfblasen.

Themenvorschläge, auch ohne Wahlkampf heiß:
Soziale Quellensteuer für eine NeoSoziale Wirtschaft
Mehr Steuergerechtigkeit, für Gesundheit und Umwelt:
Gestaffelte Mehrwertsteuer

 

Wahlkampf - Kampfthema

ARD für CDU

Es mag naiv sein, bisher glaubte ich daran, dass nur das Zweite Deutsche Fernsehen für die CDU agiert, weil es zu diesem Zweck geschaffen wurde, damals als Gegengewicht zur ARD. Jetzt, im Wahlkampf 2017, haben sich auf einmal zentrale Sendungen der ARD als CDU-Wahlhilfe entpuppt:
Tagesthemen und Hart aber Fair.
 
Kennzeichnend ist die Demontage von Martin Schulz, dessen Nominierung der SPD ungeahnten Auftrieb gegeben hat. In Kommentaren wird herumgerätselt, wieso der Schulz-Effekt so schnell verpufft. Der eigentlich banale Grund dafür ist die CDU-Propaganda im Fernsehen.
 
Der Schulz-Effekt wurde ausgelöst, weil der ehemalige Präsident des Europaparlamentes ein brillanter Redner ist, der sein Publikum unmittelbar anspricht. In diesem Punkt ist er Angela Merkel haushoch überlegen. Sie kann weder reden noch begeistern.
 
Aber Frau Merkel kann ihr Handeln, Schweigen und Nichthandeln als optimal, erfolgreich, unvermeidbar und alternativlos darstellen und vermittelt so ein Gefühl der Sicherheit. Das ist wirksamer als Argumentieren und Überzeugen. Es gehört normalerweise zum Profil einer Monarchin. In Deutschland West und Ost wird dieser Queen-Angela-Effekt als Kanzlerinnenbonus wahrgenommen und vom Fernsehen jeden Abend aufgegriffen und verstärkt.
 

Soziale Gerechtigkeit

Martin Schulz kam mit Wortgewalt daher und mit einem großen Thema: Soziale Gerechtigkeit; oft versprochen, selten angepackt, und der Trend der Regierung Merkel geht in die umgekehrte Richtung:
 
CDU-Politik zu Gunsten der Finanz-Industrie, der Reichen, der Großkonzerne und Begünstigung der Umverteilung nach oben. Die Gabriel-SPD als Koalitionspartner machte bekanntlich munter dabei mit und verlor ständig an Popularität bei denen, die sie wegen des "S" in SPD gewält hatten.
 
Da kam Schulz und redete wie ein echter Sozialdemokrat: Ich will Soziale Gerechtigkeit. Wer das überzeugend bringt und es in die Tat umsetzt, ist für die Reichen gefährlich, er findet vielleicht mehr Zustimmung als eine, die den Zufriedenen zum x-ten Mal verspricht, das alles so bleibt, wie es ist, genau so, als wenn keine Wahlen stattfinden würden.

Und was macht das Erste Deutsche Fernsehen?

Nach einer Schrecksekunde wird Schulz als Person und als Redner demontiert. (Ist das Dekonstruktivismus?) Er kommt aus Würselen; einer Kleinstadt, nahe bei Aachen, die bisher keiner kannte und die auch niemand kennen muss, genau wie hunderte andere Städtchen, aus denen mitunter Berühmtheiten hervorgehen. Der Name Würselen klingt ein wenig arm und wird deshalb von den reichen Medien ständig wiederholt.
 
Die Reden von Schulz sind aber Gefahr für die CDU; die hat schon lange keinen Redner mehr von Format. Keiner, der glaubhaft erklären kann, dass das "C" in CDU nicht "Capital" bedeutet. Bei der CDU kommt es nämlich nicht aufs Reden an, sondern aufs Schweigen. Schweigen über die wahren Hintergründe von Entscheidungen, Nicht-Entscheidungen und Nicht-Erinnerung an Geldzuwendungen.
 

Demontage des Redners und seines Anliegens

Die Demontage des Redners Schulz im Leitmedium Fernssehen ist ein technischer Trick und der sieht so aus: Man schneidet aus seinen überzeugenden Reden kleine Schnipsel von wenigen Sekunden Länge, die alle den Begriff "Soziale Gerechtigkeit" enthalten. Solche Elemente sind leicht zu finden, denn Schulz muss durch das Land tingeln.
 
Die ARD hat nicht nur Geld, sondern auch Material und Personal im Überfluss und man schnipselte fleißig:
 
Dekonstruktion der Reden von Sozialer Gerechtigkeit und damit Behinderung der Konkurrenz einer schweigenden Kanzlerin, die es sich nicht nehmen lässt, im Wahlkampf nach Saudi-Arabien zu fliegen und dort Reklame für deutsche Exporte zu machen, anstatt Waffenexporte nach Arabien zu verbieten, wie sich das für eine Regierungschefin gehört, welche die Fluchtursachen bekämpfen will.
 
Die ARD-Schnipsel aus den Reden von der Sozialen Gerechtigkeit habe ich selbst in kürzester Zeit zweimal gesehen, obwohl ich höchstens fünf Stunden pro Woche fernsehe (und das nur, weil ich eh Gebühren zahlen muss). Beim ersten Mal fand ich es noch lustig, beim zweiten Mal ging mir ein Licht auf:
 
Hinterhältiger können die Sender nicht gegen den Herausforderer vorgehen; sie versuchen, ihn als lächerlichen Schwätzer darzustellen, weil er durch das Land zieht und, wie die meisten Wahlkämpfer, seine Reden vor 200 Leuten wiederholen muss, während sich die Regierenden jeden Abend im staatlichen Fernsehen "befragen" lassen und bis zu 20 Millionen erreichen.
 

Aber warum macht die ARD das?

Bei intelligenten und reiferen Menschen setzt man doch damit seine Glaubwürdigkeit und den Nimbus der Neutralität aufs Spiel und zeigt, dass man nicht objektiv, sondern regierungskonform berichtet. Das heißt doch im Klartext: Wir sind Partei und zwar CDU; wir wollen, dass Frau Merkel nach zwölf Jahren immer weiter regiert, bis sie selber einen Nachfolger bestimmt. Wer ARD einschaltet, soll auch CDU wählen.
 
Warum tun sie das? Ganz einfach: Den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten ist es noch nie so gut gegangen wie unter der Regierung Merkel. Die Gebühren sind leichter zu kriegen als Steuern; das lästige Eintreiben durch die GEZ entfällt jetzt, man hat ja Zwangsgebühren: Jeder, der irgendwo wohnt, muss zahlen für Programm und die üppigen Pensionskassen der Mitarbeiter.
 
Das ist nur eine der totalitären Ideen, die Frau Merkel mitgebracht hat: Alles Merkelige ist alternativlos, unverzichtbar und todsicherer Konsens.
 
Schulz ist Würselen und Papelapap. Soziale Gerechtigkeit ist wie der Glaube an den Sankt Martin.
 
Die ARD macht CDU Reklame und das ZDF sowieso. Warum wählen wir dann überhaupt noch? Damit das Fernsehen am Wahlabend etwas über uns zu berichten hat?
 
Übrigens,
Soziale Gerechtigkeit lässt sich mit mathematischer Sicherheit herstellen durch Soziale Quellensteuer, die alles, was wirtschaftet, aktiv und passiv am Sozialstaat beteiligt. Es gibt auch interessante Aspekte für die besten deutschen Industriebetriebe und den von der CDU vergessenen Mittelstand.

 

Gute Frage - absurder Zustand
Wohin steuert ein Land, in dem
Ärzte mehr als doppelt soviel verdienen wie Naturwissenschaftler und Diplom-Ingenieure?
Anästhesisten mehr als Biologen,
Röntgenologen 3x soviel wie Physiker?

????????????????

Ein Grund dafür, dass Ärzte zuviel Geld verdienen, könnte der sein, dass sie keine Sozialabgaben zahlen müssen, obwohl sie von Sozialabgaben leben (mit Ausnahme der Schönheits-Chirurgen).
 
Das ist so, als wenn Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst keine Steuern zahlen müssten.
Eine Soziale Quellensteuer hilft gegen diese Krankheit der Sozialsysteme.


 

Wahlkampf - Kampfthema

P-P-P-Postdemokratie auf der Autobahn
Nur der Wahlkampf kann uns retten!

Vor der Bundestagswahl wollen CDU und SPD noch ein hinterhältiges Großprojekt durchziehen und müssen das Grundgesetz dafür ändern. Sie wollen die deutschen Autobahnen privatisieren. Die beiden Vettern-Parteien fürchten wohl, dass sie nach der Wahl keine Verfassungsmehrheit mehr haben.
 
Alle Fakten liegen bereits auf dem Tisch und geschickte Medientaktik soll verhindern, dass das Volk die Tragweite erkennt und für seine Autobahnen auf die Straße geht; denn die 13.000 Kilometer Autobahnen sind Eigentum der Allgemeinheit und nicht Eigentum der Parteien CDU und SPD.
 
Wer hat vom Verkauf der Autobahnen einen Vorteil?
 
Erstens die Finanzindustrie.
Die Autobahnen im Werte von 13 Milliarden Euro (ohne Grundstückswert) sollen langfristige Anlageobjekte werden; solche Objekte sind in der Zeit niedriger Zinsen knapp.
Einen Vorteil hat zweitens die Regierung; denn das Geld wird in den Haushalt fließen. Mit den zusätzlichen Milliarden lässt sich leicht wirtschaften. Man könnte sagen, CDU und SPD verkaufen ohne Not das Tafelsilber! Denn Geld ist genug da, man muss es nur mit Steuern bei denen holen, wo es in Überfluss vorhanden ist.
 
Die Sache ist geschickt getarnt: Im Grundgesetz wird eine Infrastruktur-Gesellschaft verankert, die dem Staat die Infrastruktur (erst mal nur die Autobahnen) abkauft. Diese Gesellschaft gehört zwar dem Staat, hat aber kein Geld, sondern sie leiht es sich von Investoren, an erster Stelle von Deutschlands reichster Finanzfirma, der Allianz in München(!).
 
Das, was der Finanzminister dann macht, nennt man einen Schattenhaushalt; nicht der Staat leiht sich Geld, sondern die dem Staat gehörende Infrastruktur-Gesellschaft.
 
Die Methode ist nicht neu und keine Erfindung der CDU, sondern sie entspricht einem beliebten Modell neoliberaler Finanzpolitik: PPP (Public Pivate Partnership oder ÖPP = Öffentlich Private Partnerschaft). Mit solchen Privatisierungen können Politiker neben Schulden auch andere Zahlungsverpflichtungen wie Mieten, Zinsen, Anwalts- und Beratergebühren, nebst Gewinnen von Großkonzernen den kommenden Generationen aufdrücken. Der Haushalt und Politiker werden entlastet, der Bürger muss ewig draufzahlen.
 
So soll es auch bei der Privatisierung der Autobahn sein; natürlich werden die Zinsen und die Unterhaltskosten für die Autobahnen dann über eine Maut finanziert und das entlastet den Staatshaushalt ungemein, für die Bürger aber erhöht sich die Last. Und die PKW-Maut ist so ganz nebenbei alternativlos.
 
Dass die CDU an erster Stelle die Interessen der Großfinanz bedient, ist nicht neu. Aber warum macht die SPD da mit? Man denkt langfristig. Es kann zu Gunsten kommender SPD-Regierungen sein; denn die haben ja meistens ein Schuldenproblem. Und wenn die Infrastruktur-Gesellschaft erst einmal existiert, wird man durch einfache Gesetze bestimmen können, auf welche Weise sie noch mehr Geld aus vorhandener Infrastruktur herausholt.
 
Die Benachteiligten sind immer die Normalbürger, die sich um ein paar Euros für Maut und weitere Gebühren bei der Nutzung der staatlichen Infrastruktur Gedanken machen. Politiker kümmert das wenig; sie verdienen gut, die Spesen sind hoch; sie fahren und fliegen umsonst.
 
All das wird von der SPD bestritten, doch dem steht ein offizielles Rechtsgutachten der Kanzlei GW (Graf von Westphalen) entgegen, das die Möglichkeiten offen legt, die durch einfaches Recht geschaffen werden. Das Gutachten hat mehr als 500 oder 1000 Seiten und bildet, so glauben offenbar die Wahlstrategen, bei diesem Umfang keine Gefahr im Wahlkampf, der von CDU und SPD mit seichten Sprüchen aus Werbeagenturen befeuert wird.
 
Bisher ist auch alles ruhig geblieben; doch das Vorgehen ist Postdemokratie in reinster Form. Niemals würde sich in einer offenen Abstimmung eine Volksmehrheit dafür finden, die Idee würde mit Sicherheit von 100%-x der Bürger abgelehnt. Wer außer den wenigen (x) Profiteuren sollte dafür stimmen?
 
Was bei einer PKW-Maut herauskommt, kann man in Frankreich studieren. Dort war im Gegensatz zu Deutschland der Staat nicht frisch genug, Autobahnen zu finanzieren und so war die Alternative: Private oder gar keine Autobahnen. (Anfangs hieß es, wenn die Autobahnen bezahlt sind, wird die Maut abgeschafft. Davon ist schon lange keine Rede mehr.)
 
Etwa die Hälfte der Autofahrer in Frankreich versucht, Autobahnen zu vermeiden. Es gibt Navigationshilfen, die das unterstützen. Dadurch sind die Landstraßen in der Nähe von Großstädten stark überlastet. In Deutschland wäre es noch schlimmer, weil es mehr große Städte mit Autobahnringen und Zubringern gibt.
 
Die Idee einer PKW-Maut kommt bekanntlich aus Bayern; dort ist viel Raum und man sieht sich trotzdem umzingelt von Mautgebührenerhebern, besonders im ungeliebten Österreich. Auch in Österreich konnte und wollte der Staat wegen der Hochgebirgslandschaft die Autobahnen nicht finanzieren, ähnlich wie in der Schweiz.
 
Die CSU hat es ihren Wählern versprochen, jetzt kassieren wir zurück! (Das nennt man Populismus.) Und man hat es in der Koalition gegenüber der Schwester CDU durchgesetzt. Das ist keine Demokratie, sondern Kungelei.
 
Zahlen müssen wir alle und obendrein leiden müssen die Bürger in den Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, Bonn-Köln-Düsseldorf, Offenbach-Frankfurt-Wiesbaden und vor allen Dingen im Ruhrgebiet. Dort leben auch Millionen Mittelverdiener, die sich über die Kosten für ihr Auto noch Gedanken machen und keine Sozial Unverträglichen Vehikel (SUVs) fahren. Hinzu kommt der Unmut der Nachbarn: Niederlande, Belgien, Dänemark.
 
Auch die PKW-Maut würde in Deutschland (außer in Bayern) nie eine Volksmehrheit finden; doch Bayern will sich nicht darin fügen; denn dort regiert seit 60 Jahren CSU wie eine Einheitspartei und die ist stur wie Krachleder.
 
Man sieht an dem ganzen Vorgehen, wie sehr sich die Politische Klasse über das Volk hinweg setzt. Die Beweggründe sind undurchsichtig, es besteht kein Sachzwang, denn die Autobahnen in Deutschland und Bayern sind längst finanziert. Die harmloseste Erklärung wäre läppische Bequemlichkeit; anstatt Steuern zu erhöhen, ein wenig von der Seele verkaufen. Und die Parteien gehen davon aus, dass die Untertanen sich das gefallen lassen.
 
Ein Gegenvorschlag wäre:
Wenn schon Verfassungsänderung, dann dergestalt, dass Bayern seine Maut in Bayern separat kassieren darf.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Alice Weidel im Wunderland

Die Demonstrationen in Köln haben den Parteitag der AfD unüberhörbar gemacht; jetzt weiß auch der letzte AfD-Muffel, wer Alice Weidel ist. Doch da gibt es eine kleine Überraschung: Das Profil von Alice Weidel würde in jede Bürgerpartei passen: Als Lesbe mit Kindern zu den Grünen, als Beraterin mit wechselnden Standpunkten in die FDP und als farbloses, unbekanntes Gesicht auch gerne in die CDU. Aber sie ist Spitzenkandidatin der AfD. Wie kann das sein?
 
Ganz einfach. Die AfD ist derzeit die Partei, in der Mann und Frau am schnellsten Karriere macht. Um das zu erkennen, muss man nicht Unternehmensberaterin sein. Aber, wenn man es ist, bringt man die Grundausstattung für eine allgemeine Parteikarriere mit sich: Flexibilität, inhaltliche Leere, Selbstbewusstsein, affirmative Intelligenz und Gier.
 
Das Problem bei der AfD ist dann nur noch die Sache mit den Neo-Neo-Nazis und deren Versuch, eine neue Ideologie aufzubauen. Keine AfD-Karriere ohne Nazi-Rhetorik. Frau Weidel hat dies perfekt präsentiert und jetzt ist sie schon Spitzenkandidatin, während Frauke Petry vergeblich versucht hat, Naziparolen der AfD zu reduzieren. Sie befürchtete nämlich mangelnde Koalitionsbereitschaft bei bürgerlichen Parteien.

Warum sind Neo-Neo-Nazis jetzt so stark, während die NPD Jahrzehnte lang nur wenige Prozente in die Wahlurnen werfen konnte?

Die Antwort ist traurig aber hart: Es handelt sich beim Nationalismus-Sonderfall Deutschland um eine Spätfolge der Wiedervereinigung und zwar der Wiedervereinigung in Kohl. So wie der Prozess gelaufen ist, sind Millionen Bürger der DDR, nachdem sie 40 Jahre lang von Moskau gedemütigt wurden, weiterhin von den Regierungen, der Treuhand und den Bürgern des Westens gedemütigt worden.
 
Was hatten wir im Westen nicht für Erfolgserlebnisse! Fußballweltmeisterschaften, solide und schnelle Autos, Rock, Pop und Schwermetall; Adenauer, Bier und Bap. Die DDR hatte (neben der schönen Nationalhymne) ihre Olympia-Siege, aber nur alle vier Jahre! Und dieser Erfolg beruhte auf staatlichem Doping an Geist und Körper. Die Leute konnten nichts dafür, sie waren nicht schlechter, sie hatten nur Pech gehabt.
 
Die Wiedervereiniger im Geiste von Kohl hatten die Macht und konnten nicht darauf verzichten, protzig wie sie halt waren, den Sachsen, Thüringern und Mecklenburgern ihre materielle Überlegenheit zu zeigen. Ergebnis: Bleibender Frust in der Tiefenpsyche der sogenannten Neuen Bundesländer.
 
So entsteht das Bedürfnis nach einer besseren Identität und nach Aufwertung durch Abwertung anderer. Das ist der Quell des Neo-Neo-Nazismus, was Politiker und Fernsehen nicht erkennen wollen. Die Sachsen schreien "Lügenpresse" und meinen Hofpresse, sie schreien "Volksverräter" und meinen Verräter an der Wiedervereinigung.
 
Und sie schreien zu Recht: "Wir sind das Volk". Damit erinnern sie an die glorreiche Zeit der friedlichen und erfolgreichen Revolution. Darauf könnten wir alle stolz sein, wenn nicht die im Westen viel stolzer wären, als es die Lage der Fakten zulässt. Faktencheck überflüssig.
 
Die Politiker finden keine Antwort. Das Parlamentarische System, der Parteienstaat und die Medien sind am Ende mit ihrem Latein. Was wir brauchen, ist nicht eine neue Protest-Partei, sondern freie Kommunikation und Souveränität des Volkes überall; in Sachsen, in NRWo? in Frankreich, Bayern und in der Türkei.


 

Stapelbare Stapelware

Demokratische Diktatur

Können wir aus dem Wahlergebnis von den Türken etwas lernen? Bestimmt nicht, dass wir einen Diktator bräuchten und auch nicht, dass wir Religion mit Politik verquicken. Im Gegenteil! Keine Religion und weniger Ideologie! Keine Diktatur und mehr Demokratie!
 
Das Ja zu Erdogan ist auch ein Nein zur parlamentarischen Demokratie in der entarteten Form, wie sie jetzt und überall praktiziert wird. Der Glaube, dass ein Parlament mit seinen staatstragenden und vom Staat profitierenden Parteien die beste Staatsform sei, schwindet global dahin. Aber trotzdem wollen auch die ja-sagenden Türken irgendwie Demokratie, jedenfalls sagen sie das, sie glauben an eine Art demokratischer Diktatur.
 
Das ist, von außen betrachtet, schwer zu verstehen. Man kann nur hoffen, dass dieser Glaube in Erfüllung geht und die zukünftigen Super-Präsidenten einschließlich Erdogan sich demokratisch wieder abwählen lassen.
 
Doch zurück zum Wahlergebnis. Wieso haben Auslandstürken mit so großer Mehrheit für die demokratische Diktatur in ihrer Heimat gestimmt? Böswillig könnte man sagen, weil die Türkei weit ist. Doch das ist nicht allein entscheidend. In USA, England und in der Schweiz gab es eine deutliche Mehrheit für nein. In den Ländern der EU aber für ja, allen voran Belgien, Frankreich und Deutschland. Jawohl, die Unzufriedenheit mit den politischen Mechanismen ist innerhalb der EU größer als außerhalb der EU. Man muss kein Türke sein, um diese Meinung zu teilen.
 
Die parlamentarische Demokratie ist am Ende und die absurde politische Struktur der EU ist längst schon überfällig. Aber es geschieht: Nichts.

Das Bequeme an einem Irrtum ist, dass man weder handeln noch denken muss, um in dem gleichen Irrtum zu bleiben.
Den richtigen Weg dagegen
muss man ständig neu erfinden.


Gibt es Gegenmodelle zum Populismus von Le Pen, Erdogan, Trump und AfD?
 
Die Lösung müsste in die umgekehrte Richtung gehen: Nicht weniger, sondern mehr Demokratie, also Direkte Demokratie, und zwar von unten, nicht von oben verordnete Volksabstimmungen, sondern Direkte Demokratie wie in der Schweiz, wo das Volk die Regierung und das Parlament auf eigene Initiative überstimmen kann. Direkte Demokratie mit klaren Sachentscheidungen als Normalfall, permanent und mit den Mitteln modernster, digitaler Technik.
 
Alles über Direkte Digitale Demokratie
Deutsch-türkische Fakten
Frischer Wind in den deutschen Wahkampf durch
Soziale Quellensteuer; total aktualisiert
Europa am Anfang - Europa am Ende
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Queen Angela und der Mega-Schulz

Frau Angela Merkel ist in einem Land aufgewachsen, in dem freie Rede nicht erlaubt war, außer, man war Kabarettist. Sie hat diese Sprachpraxis mit sich gebracht und dem wiedervereinigten Lande einverleibt. Nur Kabarettisten haben in den letzten zehn Jahren die Dinge beim Namen genannt.
 
Aber jetzt kommt Martin Schulz daher. Man sagt, er sei emotional. Das interessiert nur am Rande. Wichtig ist, er macht das Maul auf. Er redet ganze Sätze! Lange Sätze mit wenn und aber und obwohl. Woher hat er das? Er hat's nicht in der Schule gelernt, wie wir wissen.
 
Martin Schulz kommt beinahe von der Westgrenze und hat seine Karriere im Europaparlament gemacht. Da sitzen Niederländer, Italiener und Franzosen, viele Leute, die sich offen zu reden trauen. Zugegeben, das Europaparlament ist eine Quatschbude, mehr als jedes andere Parlament, es bestimmt nicht die Politik der EU.
 
Die EU wird von Regierungen gelenkt. Die mächtigste sei die deutsche Regierung, sagt man. Sie reden in Telefonkonferenzen und hinter verschlossenen Türen, undemokratisch mit 20.000 Lobbyisten im Hintergrund und wir glauben, dass Frau Merkel das besonders gut kann.
 
Aber jetzt kommt einer auf uns zu, und der ist der offenen Rede mächtig. Er redet von sozialer Politik, als Politiker, nicht wie ein Kabarettist und dieser Martin Schulz ist sogar Kanzlerkandidat! Wunderbar.
 
Oder wollen wir, dass Angela Merkel, genau wie Helmut Kohl, so lange regiert, bis niemand sie mehr leiden kann? Nein! Frau Merkel hat viel taktiert, sie ist sicher noch koalitionsfähig, Martin Schulz dagegen ist wählbar. Es ist Zeit, ein ganz klein wenig nach links zu schielen.

Weiterlesen: Klick auf die blaue Schrift...

Soziale Gerechtigkeit nicht nur SPD-gerecht verkünden, sondern in die Tat umsetzen durch:
Eine Soziale Quellensteuer auf alle Einnahmen für eine Sozial Integrierte Wirtschaft
Konzepte für linke Politik steuern durch Steuern; ja, durch Steuern, das Unwort des Wahljahres
Wahlkampf-skeptischer Artikel von Wolfgang Koschnick: Die alte Leier frisch aufgeschulzt.
Angela Merkels Erfolg durch Untätigkeit
Der Status Quo in der EU ohne Demokratie
Das Europäische Parlament nicht kompetent

   Rob Kenius, 16.04.2017, 
   Wiederholung vom 02.02.2017
   Denken Sie sich diesen Kommentar wiederholt,
   bis die Bundestagswahl 2017 entschieden ist.

Das letzte Wort

W a h l k r a m p f

Wer gehofft hatte, im Wahlkampf ein paar klare Programm-Hinweise zu bekommen, ist enttäuscht. Nur ein Hoffnungsträger ist erschienen, Mega-Schulz, aber er trägt schon schwer daran, die Hoffnungen der SPD zu tragen; denn SPD ist wie CDU, nur älter und schon etwas eingeschrumpft.
 
Jetzt muss der Martin erst mal Hannelore Schulden-Kraft unterstützen, weil die offiziellen Medien NRW als Testfeld für die BRD ausgerufen haben. Das vereinfacht die Berichterstattung.
 
Am meisten Übelkeit erregen die Koalitionshoroskope. Es scheint so, als würden Parteien, Journalisten und Demoskopen die Wahlen unter sich ausmachen. Als Wähler hätte man gerne die Illusion, etwas mit zu entscheiden. Doch, wenn alles so ausgeht, wie es prognostiziert wird, dann bleibt es so, wie es ist.
 
Der beste Wahl-Tip für Niederrhein und Westfalen ist ein Sonntagsspaziergang an Rhein, Ruhr, Rur, Wupper, Düssel, Lenne, Lippe, Emscher oder Sieg, dazu Gespräche und Meditation über einen Neustart mit Direkter Demokratie. Ein solcher Ausflug in den Frühling der Demokratie erspart späteren Ärger.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Brexit ist keine Sünde

Der Brexit wird Realität. Er wird aber von den autoritären Medien immer noch zur Sünde erklärt wie früher von der katholischen Kirche die Ehescheidung.
Exkommunikation!
Wie sollen die Kinder aufwachsen?
Scheidung kann zu nichts Gutem führen.
Die Hölle ist den schuldig Geschiedenen sicher.

Aber durch Ehescheidungen sind Millionen Menschen von falschen Partnern befreit worden und viele von ihnen fanden neues Glück.
 
So sehen viele Briten den Brexit, besonders ältere, die einfach vergleichen, was die EU ihnen gebracht hat. Das sind halt Engländer, die sind demokratischer als wir. Sie wollen Einfluss auf die Politik haben und sich frei entfalten. Vielleicht gibt es bald ein besseres Wirtschaften ohne den gewaltigen Überbau, denken sie.
 
Die große Gefahr für die Ökonomie der Zukunft besteht in totaler Bürokratisierung. Das geht von der politischen Kaste aus. Parlamente sind dominiert von Funktionären und Staatsangestellten. Diese Kreise betreiben eine Ausweitung des Staates. In Frankreich mehr als in Deutschland, in der EU mehr als in den Einzelstaaten.
 
Nur die Hochfinanz, die globalen Konzerne und die superreichen Familien (unter ihnen auch Königshäuser), die sind vom Zugriff der Administration ausgenommen, sie genießen Steuervorteile und finanzielle Freiheiten, welche der normale Bürger und auch die mittelständische Wirtschaft nicht haben.
 
Mit dem Verschwinden der Mittelschicht geht auch deren kaufmännischer Instinkt verloren; an die Stelle tritt Bürokratie und akademischer Diskurs und das führt zu fragwürdigen, teils sinnlosen Vorschriften und Fehlentscheidungen über die Disposition von Geld. Die Europäischen Union, dieses Konstrukt, das überwiegend aus Bürokratie besteht, steuert deutlich in eine Planwirtschaft. Doch die Geschichte von der Auflösung der Sowjetunion hat uns gezeigt, dass Planwirtschaft nicht funktioniert.
 
Um davon abzulenken und um zu verschleiern, dass die EU eine völlig undemokratische Veranstaltung ist, die, für sechs Mitglieder geplant, bei siebenundzwanzig nicht funktionieren kann, um zu verschleiern, dass die EU an erster Stelle eine Spielwiese für Politiker und Bürokraten ist, um das alles vergessen zu machen, wird in Diskussionen und Wahlkampf-Reden ganz unbeschwert von Europa geredet.
 
Wir müssen Europa weiter entwickeln.
Wir müssen uns zu Europa bekennen.
Wir müssen Europa stärken.

 
Solche Appelle sind leere Politphrasen. Sie gehen denen leicht aus dem Mund, die vom enormen Personal-Etat der EU profitieren oder dort eine Karriere anstreben. Wir haben es nicht mit dem Schlaraffenland Europa zu tun, sondern mit der realen EU von Brüssel, so, wie sie durch tausend Verträge konstruiert ist. Europa ist kein höheres Wesen, das wir durch rituelles Anrufen zu Wohlwollen bewegen können. Europa ist keine Glaubensgemeinschaft und keine Wertegemeinschaft. In der realen EU ist der höchste Wert das Geld, genau wie in den USA und fast überall sonst.
 
Wir glauben nicht mehr an die sinnlosen Phrasen von Europa. Wir wollen echte Demokratie in der EU mit Abstimmungen in allen Ländern. Sachentscheidungen in allen Sprachen. Hört auf, uns eine Zukunft vorzugaukeln, die unmöglich ist, ohne die EU völlig neu zu gestalten und die Mehrheit der Bürokraten zu entlassen.
 
Und lasst die Briten einfach ihre Scheidung von der EU ausleben.

Über die absurde Konstruktion der EU und die nicht vorhandene Demokratie lies:
Europa am Anfang - Europa am Ende?
Ein Klick und du weißt mehr!
 
Es gibt auch Glück außerhalb der EU. Beispiel: Die Schweiz. Warum die Schweiz so reich ist, erklärt dieser Artikel der NZZ vom 30.03.2017. Wichtige Faktoren, die sie von Deutschland deutlich unterscheiden, sind die demokratische Struktur von unten nach oben, wenig Größenwahn und die Schweiz ist kein Privilegienstaat.

 

Das letzte Wort

Türkenväter

Der offizielle Sprechgesang lautet immer noch, dass Deutschland und die Türkei Freunde sind. Wer sich aber um Freundschaft mit real existierenden Türken bemüht, wird meistens vor den Kopf gestoßen, am meisten vom amtierenden Super-Türken Erdogan.
 
Mehr als 20 Jahre lebe ich in Köln und bis heute ist es mir nicht gelungen, einem einzigen Türken oder einer Türkin geschäftlich, nachbarschaftlich oder freundschaftlich näher zu kommen. Zugegeben, ich habe es nicht professionell betrieben, sondern nur mit bürgerlicher Neugierde und gelegentlich mit künstlerischen Mitteln.
 
Das Problem ist irrational, das merkt man schnell. Aber ist es nur Religion? Der Islam erklärt vieles, ist aber nicht das eigentliche Problem; denn so sehr religiös sind die Rheintürken gar nicht; besonders nicht die jungen Burschen mit ihrem Maschinenhaarschnitt und die jungen Frauen in ihren Stretch-Jeans.

Mädchen aus Mülheim
oder Mukater kann nicht sterben
 
Eine Dub-Story (Kurzgeschichte mit Dub-Musik) aus dem islamischen Milieu.
 
Der Islam verfestigt nur eine Grundeinstellung der Kultur: tief verwurzeltes Patriarchat; Herrschaft des Vaters über die ganze Familie, im Guten wie im Bösen. Da verläuft die Grenze und an diese Grenze können wir von außen nicht kommen, weil wir nicht in das innere einer türkische Familie eindringen.
 
Deutschland hat sich vom Patriarchat sehr weit entfernt und mit der Regierung von Angela Merkel auch ohne den Feminismus so weit wie nie zuvor. Das ist ein Fortschritt, bringt uns aber stärker in Konflikt mit monotheistischer Religion und patriarchalischer Kultur. (Mit orthodoxen Juden und konservativen Arabern kommen wir nicht in Kontakt, aber wahrscheinlich bestünde das gleiche Problem.) Der Konflikt ist da am größten, wo Familientradition, Religion und aktuelle Politik sich treffen.
 
Erst heute bin ich auf einen Essay gestoßen, der viele Fragen beantwortet. Der Text stammt von der Psychologin Deniz Baspinar aus Köln und ist am 13.03.2017 in der Zeit erschienen. Er hat den etwas irreführendenTitel:
 
Ödipus auf Türkisch, DIE ZEIT.
 
Dort wird auch genau erklärt, warum Atatürk jetzt out ist und Erdogan die neue Vaterfigur.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Erdogan marschiert...

Die Geschichte zeigt, dass Diktatoren, deren wirtschaftlicher Erfolg schwindet, die Nachbarn angreifen. Jetzt hat Erdogan zum ersten mal durchblicken lassen, dass er so etwas im Auge hat. Erst Syrien, dann Irak und dann in die Zukunft mit islamischen Brüdern und Schwestern.
Zitat Erdogan 09.03.2017:
...Gegen diejenigen, die die Türkei nicht in Syrien wollen, werden wir uns mit unseren Brüdern und Schwestern dort vereinigen und Präsenz in einem größeren Gebiet zeigen. Gegen diejenigen, die die Türkei nicht im Irak wollen, werden wir mit unseren Brüdern und Schwestern, egal ob sie Sunniten, Schiiten, Turkmenen, Araber oder Kurden sind, in Richtung der Zukunft in der Solidarität gehen...
Zitiert nach: https://www.heise.de/tp/features/Erdogan-suggeriert-dass-Deutschland-die-Teilnahme-der-Tuerken-am-Referendum-behindert-3647901.html (Siebter Abschnitt)
Dazu braucht Erdogan noch die Ermächtigung zum Alleinherrscher, dann geht es gegen Syrien und Irak. Die in Deutschland lebenden Türken sind davon kaum betroffen; sie können locker für den Diktator stimmen, ohne gegen den IS rekrutiert zu werden. Sollte die Mehrheit im April nicht dafür stimmen, wird er Wege finden, die Wahl zu fälschen, anzufechten oder zu wiederholen.
 
Dieses Szenario hat auch seinen positiven Aspekt. Die islamische Welt könnte ihre Probleme selber lösen. Türkei ist in der Region das mächtigste und bisher fortschrittlichste islamische Land, auch wenn der Fortschritt durch den Islamismus gestoppt wurde.
 
Viel mehr lässt sich nicht vorher spekulieren. Immer kommt es darauf an, wer sich in den Krieg einmischt. Russland ist schon präsent und müsste die türkische Invasion wenigstens dulden. Die Türkei gehört offiziell zur NATO. Was bedeutet das bei einem Angriff? Die Islamische Republik Iran ist sehr stark und ist bereits engagiert. Pakistan hat Atomwaffen, genau wie Israel. Saudi-Arabien strotzt nur so von Waffen und Öl, hat aber keine Volksarmee. Firma Trump ist zur Zeit noch desinteressiert; doch ewig lockt das arabische Öl. Da ist ausreichend Potential für einen kleinen Weltkrieg.
 
Wohl dem, der nichts, absolut nichts, damit zu tun hat. Leider ist Deutschland nicht auf voller Distanz. Mann verlässt sich einfach darauf, dass Frauen wie Merkel und von der Leyen uns nicht in den Krieg schicken.
 
Wir könnten aber die Schweiz von Mitteleuropa sein, hätten wir die politische Stabilität und die Friedfertigkeit, die durch Direkte Demokratie zustande kommt. Pazifismus und Basisdemokratie haben in Deutschland keine Partei mehr, nachdem Joschka Fischer die Grünen in den Kampf geführt hat und schwarz + grün zu olivgrün vermixt wird.
 
In diesem Super-Wahl-Jahr wird klar: Das Parteien-System und die Parlamentarische Demokratie sind am Ende. Überall und am meisten da, wo man am noch daran glaubt: In USA und Frankreich, ganz deutlich auch in Deutschland. Wir brauchten jetzt eine Regierung, die sich um unsere eigenen, inneren Angelegenheiten und um den inneren Frieden kümmert. Doch alle schwadronieren nur von innerer Sicherheit. Wer Erdogans diktatorische Propaganda ins Land lässt, kann inneren Frieden nicht haben, auch dann nicht, wenn Frauen regieren.
Siehe auch Deutsch-türkische Fakten !

 

Das letzte Wort
Soziale Selbstgerechtigkeit:
Je mehr einer verdient
desto gerechter findet er das

Den Spruch habe ich am 25.02.17 bei WDR 5 aufgeschnappt, weiß aber nicht, von wem er ist. Kein Anspruch auf Urheberrecht.

Volkswagen und die Maya-Völker
Gibt es einen verborgenen Channel?

   Verfasst 1/2 Jahr vor der Diesel-Auto-Debatte.

Per Zufall stieß ich im Museum für Völkerkunde auf ein Buch Die Welt der Maya (ISBN 3-8053-1390-X), das dort verramscht wurde. Ein Schinken von 624 Seiten nach dem Stand der Wissenschaft. Ich suchte die letzten Erkenntnisse über den Untergang der Maya-Kultur, der lange vor dem Auftauchen der Spanier in sehr kurzer Zeit erfolgte. Der Niedergang ist weder auf eine nachweisbare Katastrophe noch auf Eroberung durch fremde Krieger zurückzuführen, sondern aus der Maya-Kultur selbst erklärbar.
 
Die Maya-Kultur hatte eine sehr schmale ökonomische Basis; die Kulturpflanze Mais, wodurch es möglich wurde mit steinzeitlicher Technik Millionen Menschen in diesem Regenwaldgebiet zu ernähren. Dazu kam die erstaunlich hohe Intelligenz der Maya, welche zu der ästhetisch so prächtigen Hochkultur führte.
 
Um Pyramiden, Paläste, Sportanlagen, und die unendlich vielen Steine und Stelen mit künstlerisch gestalteten Hieroglyphen zu schaffen, muss dort eine steile hierarchische Struktur in Politik und Organisation der Arbeit existiert haben, was auch aus den inzwischen entzifferten Texten hervorgeht.
 
Das System der Maya-Kultur war kompliziert, basierte aber auf wenigen Grundlagen, so dass es durch leichte Störungen in sich zusammenbrechen konnte. Ein paar Missernten oder eine Häufung von Wirbelstürmen, wie sie in der Region auch heute nicht selten sind, konnte als erster Anlass für den Sturz ins Bodenlose reichen.
 
Die inneren Faktoren, die zu so einem Absturz führen, sind steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes.
 
Wir dürfen uns das Leben der Maya nicht tropisch-idyllisch vorstellen, auch wenn ihre Kunst so sympathisch wirkt. Wir sind nicht diejenigen, die gezwungen waren, die Monumente und Artefakte unter steinzeitlichen Bedingungen zu erschaffen, in einem hochtropischen Land, wo es nicht einmal das Rad oder Pferde gab. Wir sollten uns das trotzdem einmal plastisch vorstellen und den Stress der arbeitenden Bevölkerung, der damit verbunden ist.

Neue Software für den Kopf

Steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes sind uns nicht fremd. Es sind Komponenten auch unserer Zivilisation, genauer gesagt, der Finanzökonomie, die alles zu beherrschen scheint und die unseren Politikern als unverzichtbar gilt. Sollte dieses System zusammenbrechen, hätten unsere derzeitigen Regierungen nicht das geringste Konzept, um den Absturz aufzuhalten.
 
Deutschland gehört in die Spitzengruppe der Wirtschaftsmächte, doch die ökonomische Basis für die extrem hohen Gewinne der sogenannten Eliten ist sehr schmal, sie basiert auf dem Exporterlös der metallverarbeitenden Industrie deren Spitzenprodukte sind: Automobile, Werkzeugmaschinen und Waffen. Waffen sind immer ein wackeliges Geschäft; sie schaffen hier einige Arbeitsplätze und erfordern sehr viele Plätze auf fernen Friedhöfen. Das ist keine gute Basis für Nachhaltigkeit.
 
Die Automobilindustrie wackelt jetzt noch nicht, aber sie zittert vor der Verurteilung durch Gerichte; denn die deutsche Automobilindustrie hat Umweltschützer, Regierungen und Kunden in aller Welt millionenfach mit System und technischer Raffinesse betrogen. Das weiß jeder, nur die VW-Chefs haben es nicht gewusst! Deshalb werden sie auch so hoch bezahlt, damit sie sich nicht kleinlich um Details und Abgase kümmern und darum, was in ihren Autos softwaremäßig so vor sich geht.
 
Wie lange noch ist die Welt bereit, für ein deutsches Auto das doppelte zu zahlen wie für ein asiatisches? Wie lange noch kann die Verschwendung von Rohölprodukten auf den Straßen der EU geduldet werden? Wohin mit all den Luxuskarossen (manieristisch gestylt, klimatisiert, übermotorisiert), wenn das Automobil mit Otto- oder Dieselmotor als Macho-Spielzeug und Prestigeobjekt einmal aus der Mode kommt?
 
Die Autoindustrie sollte aus ihrem Wohlstandschlaf erwachen. In Deutschland wurde der Volkswagen entwickelt und in USA mit dem Slogan think small vermarktet. Das war noch eine Unternehmens-Philosophie:
Think small!
 
Den echten Nachfolger des VW, den Weltwagen WW, gibt es immer noch nicht. Es müsste ein unverwüstliches Fahrzeug sein, sparsam und vielseitig verwendbar, ein Chassis, das in der dritten Welt mit lokal gefertigten Aufbauten bestückt wird, als Familien-PKW, Kombi, Kleinbus oder Minitransporter, für Prestige, Raserei und Militär ungeeignet.
 
Ebenso reizvoll für pfiffige Ingenieure, wäre ein preiswertes Elektromobil mit mäßiger Akkuleistung für Fahrten in Stadtnähe. Leicht im Gewicht, leicht zu beladen mit Einkaufsgut, leicht zu parken, leicht an der Steckdose aufzuladen, mit einer Höchstgeschwindigkeit im zweistelligen Bereich und leicht zu überholen von Porsche, BMW, Audi und Mercedes. Ein Elektrofahrzeug, das weder Subventionen (Abwrackprämie) noch einen zweiten Motor (Hybridtechnik) braucht, noch hieroglyphen-ähnliche Rücklichter und das der deutschen Auto-Protzerei total widerspricht. Think small!
 
Was die metallverarbeitenden Industrie sonst noch bringt, sind Panzer, Fregatten und Werkzeugmaschinen, unverzichtbar für alle aufstrebenden Schwellenländer, Tigerstaaten und Diktaturen. Als einzige Basis für unseren friedlich gehobenen Wohlstand wird das auf Dauer nicht reichen.
 
Wir müssen uns auch organisatorisch etwas Neues einfallen lassen mit der Intelligenz von Ingenieuren und Wissenschaftlern, angewandt auf Finanzen, auf die Politik und bei Softwareprodukten, also da, wo wir heute noch besonders schlecht sind.

  Rob Kenius, 23.02.2017

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wie und wo der Hass entsteht
aus Privilegien, Geldgier und falscher Liberalität

Die Voraussetzung dafür, dass spontane Beschimpfungen öffentlich in Gang kommen, ist eine bestimmte Konstellation zwischen Medien und Politik. Ein Privileg, das zunächst nur Prominente und Politiker haben: Ihre spontanen Äußerungen werden sofort und unzensiert publiziert und reproduziert. Dabei gibt es Differenzierungen bezüglich Geschwindigkeit und Lautstärke der Publicity. Vom Artikel in einer Provinzzeitung bis hin zum Fernseh-Interview. Diese Abstufung ist logischerweise abhängig vom Status und vom Prestige der Prominenten.
 
Gemeinsam ist all diesen Meinungsäußerungen, dass eine bestimmte Klasse das Privileg hat, direkt in die Öffentlichkeit hinein zu diktieren wie in ein Medien-Mikrofon, das ihre Worte in die einschlägigen Kanäle leitet, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Ein Privileg wird "sozialisiert".
 
Das Privileg der freien Meinungsäußerung in der Hand weniger Prominenter wird sozialisiert durch die "Sozialen" Medien Twitter und Facebook. Sie haben das Recht der spontanen, unüberlegten und unqualifizierten Meinung auf das gesamte Feld ihrer Nutzer ausgedehnt, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Die Nutzer von Facebook und Twitter verhalten sich nicht anders
als viele prominente Politiker; sie kommentieren flink, gehässig und ohne nachzudenken. Und durch eine weitere anti-soziale Spielregel wurde ihnen das letzte Hemmnis genommen, durch die Möglichkeit, sich in aller Öffentlichkeit zu verstecken. Eine absurde Situation, die für namhaft bekannte Politiker in den offiziellen Medien nicht besteht; nämlich die Möglichkeit zur Anonymität, also gleichzeitig öffentlich und versteckt zu sein.
 
Das widerspricht sogar der Quantentheorie. Dort gibt es unterscheidbare und ununterscheidbare Elemente; die Anonymen sind ununterscheidbar und können nur statistisch erfasst werden (Fermi-Statistik); eine eigene Wirkung haben sie nicht, selbst dann nicht, wenn es nur zwei von ihnen sind; dann bleiben sie verschränkt und haben keine eigene Freiheit.
 
So wurde in Internet-Foren öffentlich eine völlig unöffentliche Situation konstruiert, wie sie bisher nur in Toiletten mit ihren vollgekritzelten Wänden bestanden hat. Eine übel riechende Schmuddelecke am Analausgang der sprachlichen Kultur. Und jetzt ist diese Schmuddelecke des öffentlichen Bedürfnisses mit Facebook und Twitter in den Fokus der Medien und der Politik gerückt. Der Präsident macht mit!
 
Anstatt Ekel zu zeigen und die Betreiber zur Reinigung der Kloake zu zwingen, neigen sich Medien, Parteien und Politiker vor der Macht der großen Zahlen: Milliarden an Nutzern, Billionen an Klicks und steigende Aktienkurse an den Börsen der freien westlichen Welt. Das ist Liberalitä-terätätä. Falsch verstandene Freiheit, vergleichbar mit der Freiheit, in einem Restaurant auf den Tisch zu scheißen, solange man dabei eine Maske aufsetzt und seine Identität nicht erkennen lässt.
 
Was treibt die sogenannten Sozialen Medien dazu, durch die Struktur ihrer Algorithmen und ihre selbsterfundenen Spielregeln den Zwist und den Hass im Volk zu schüren? Ganz einfach das Geld. Und die Aussicht, mit immer mehr Klicks, immer mehr Mitgliedern und mit steigenden Aktien Wachstums-Milliarden anzuhäufen, ganz im Sinne des Neo-Liberalismus. Das Geldeinsammeln wird dadurch gewährleistet, dass die Werbeeinnahmen direkt von der Zahl der Klicks abhängen, egal von wem und egal warum, egal ob aus Neugier, Ärger, Frust oder Wut.
Es geschieht bis jetzt im Einvernehmen mit den Regierenden "Eliten", die sich vor der Geldmacht beugen, ohne Rücksicht auf Gesetze, die sonst für Medien gelten.
 
Entfesselter Neoliberalismus im rechtsfreien Raum.
 
Niemand darf Plakate aufhängen, auf denen kein Name steht. Niemand darf Flugblätter verteilen, auf denen kein Verantwortlicher genannt wird. Niemand darf eine Zeitschrift verbreiten, die kein Impressum hat. Niemand darf Rundfunk- oder Fernsehsendungen ausstrahlen, wo der Sender nicht bekannt und genehmigt ist.
 
Warum nicht? Damit die Justiz Beleidigung, Volksverhetzung und Anleitung zu Straftaten im öffentlichen Raum belangen kann.
 
Aber auf Facebook und Twitter ist allen Usern alles erlaubt, nur deshalb, weil es dem Geldverdienen dient und weil die Firmen frech behaupten, keine Medien zu betreiben, sondern nur eine globale Kontaktmaschine zum harmlosen Gelderwerb.
 
Sie sollen dann aber bitte die anonymen Exkremente ihrer Teilnehmer, also den Produktionsabfall ihrer Kontaktmaschine, selber entsorgen und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit, wie sie in der Maschine produziert werden, oder, falls sie sich weiterhin weigern, werden die Verbreiter von Schmutz, Hass und Falschinformation im öffentlichen Bewusstsein abgeschaltet.

Und was lässt sich dagegen tun?

Man kann die "sozialen" Medien für ihr asoziales Verhalten beim Gelderwerb mit Ordnungsstrafen in Form von Geld belegen; denn Geld ist das einzige Argument, das sie verstehen. Für jede
Beleidigung 1000 Euro, für
Volksverhetzung 10.000 Euro, für
Morddrohung 100.000 Euro
.
Für einfache Geschmacklosigkeiten 100 Euro.
 
Ein solcher Bußgeldkatalog hat sich im Straßenverkehr bestens bewährt. Er führt dazu, dass nicht bei jeder Geldstrafe ein Gerichtsverfahren in Gang gesetzt wird. Autofahrer, Polizei und Justiz halten sich daran und die Zahl der Unfälle ist deutlich zurückgegangen.
 
Man sollte den Firmen hinter den Kontaktmaschien aber das Recht einräumen, auf dem Wege der Zivilklage, diese Ordnungsstrafen von ihren Mitgliedern (Nutzern) zurück zu fordern, falls sie deren Identität kennen. Es sollte aber nicht erlaubt sein, die Verantwortlichkeit für den Inhalt der Medien auf die Nutzer abzuschieben. Das kann auch eine Zeitung nicht! Es haftet nicht der Autor, sondern der Verlag. Auch für ein falsch parkendes Fahrzeug zahlt der Fahrzeughalter.
 
Und wie soll man das Geld gegen Facebook und Twitter eintreiben? Dazu befragen wir als Experten am besten die amerikanischen Behörden, welche (zu Recht) Strafzahlungen in Milliardenhöhe von VW und der Deutschen Bank einfordern; unsere amerikanischen Freunde wissen, wie man Geldstrafen gegen ausländische Firmen durchsetzt.

   09.01.2017, Rob Kenius.
   Aktualisierung 15.01.2017 
Ein ausführlicher Artikel über Facebook und Twitter erklärt genauer, warum das Wort sozial völlig unangebracht ist.

 

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Postfaktische
Selbstzufriedenheit

Eine Zeit, in der Fakten keine Rolle mehr spielen, kann es nicht geben. Wohl aber gibt es einen Trend, Fakten zu ignorieren, Meinungen ohne faktisches Wissen zu bilden und Behauptungen durch ständiges Wiederholen zu bestärken, anstatt sie durch Tatsachen zu belegen. Diese Mode ist in Kontaktmaschinen (Facebook, Twitter) besonders verbreitet, hat aber dort nicht ihren Ursprung. Die ersten, die in neuerer Zeit postfaktisch argumentiert haben, waren Politiker. Namhafte Politiker.
 
Gestern Abend (05.12.2016) sah ich in der Tagesschau das Interview mit Angela Merkel, in dem sie auf die Frage nach ihren politischen Erfolgen als erstes (wie immer) die Beseitigung der Arbeitslosigkeit nannte. (Sie schien alle Fragen zu kennen und antwortete sehr entspannt, während der Moderator journalistische Aggressivität mimte.)
 
Ohne Zweifel ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland während der Regierung von Frau Merkel zurück gegangen, aber ich fragte mich, was hat das mit der Kanzlerin zu tun? Wieso stellt Frau Merkel den Rückgang der Arbeitslosigkeit als ihre Leistung dar? Oder sagt sie das nur, weil keiner ihr widerspricht?
 
Rückgang der Arbeitslosogkeit ist doch, wenn es eine Leistung ist, eine Leistung der Wirtschaft, die international erfolgreich ist und mehr Arbeitskräfte eingestellt hat. Und wenn es mit Politik zusammenhängt, dann damit, dass die Regierung Schröder vor dem Amtsantritt von Frau Merkel den Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsverhältnissen geschaffen hat, worauf hin viele Arbeitslose aus den Statistiken verschwunden sind und heute zu den Geringverdienern gehören.
 
Ein Zusammenhang mit der Kanzlerschaft von Angela Merkel besteht nur darin, dass sie das Glück hatte, in dem Augenblick gewählt zu werden, als die Arbeitslosigkeit zurück ging.
 
Aber Frau Merkel ist ja nicht nur Bundeskanzlerin, sondern auch Vorsitzende der CDU. Das Interview fand genau vor ihrer Wiederwahl statt. Vielleicht steht auch die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit dem CDU-Vorsitz? So fragte ich mich und es gelingt in der Tat, einen Zusammenhang zu konstruieren.
 
Der größte Erfolg der deutschen Wirtschaft ist der Export von Automobilen und technischen Maschinen bis hin zu Panzern und Fregatten. Das gehört in den Bereich der metallverarbeitenden Industrie. Daran sind nicht nur einige Großfirmen wie VW, Daimler-Benz und BMW beteiligt, sondern auch eine Unzahl von kleineren Spezialfirmen, die teilweise als Zulieferer der großen agieren, teilweise eigene Produkte weltweiter Spitzenqualität herstellen.
 
Die metallverarbeitende Industrie ist der Kern des deutschen Wohlstands. Der Erfolg basiert nicht nur auf Qualifikation der Firmen und ihrer Mitarbeiter, sondern auch auf sogenannten sekundären Moraltugenden: Die Firmen, ihre Chefs, Ingenieure und Facharbeiter sind konzentriert bei der Sache, sind zuverlässig und fleißig.
 
Dass die Arbeitsmoral der Firmen eine wesentliche Komponente für den Erfolg ist, korrespondiert mit der Tatsache, dass die Hochleistungsindustrie sich auf bestimmte Regionen konzentriert, in denen die Bevölkerung solche oft belächelten Tugenden besitzt.
 
Umgekehrt lässt sich feststellen: Spitzen-Industrie finden wir kaum in Berlin oder Bremen, auch weniger in München und Hamburg, also nicht in den Großstädten mit besonders hohem Freizeitwert. Eine Ausnahme bildet Köln, wo die Fordwerke immer noch Motoren internationaler Spitzenqualität bauen und andererseits rund ums Jahr der Rheinische Frohsinn gefeiert wird. Wer böswillig ist, könnte sagen, das liegt an den Türken, die bei Ford arbeiten und nicht mitfeiern.
 
Ein großer Teil der Hochleistungsindustrie liegt in Gebieten mit etwas konservativerer Bevölkerung, ungefähr da, wo man traditionell CDU und CSU wählt. So weit ist der Gedankengang zwar anfechtbar, aber nicht falsch und man könnte sagen, es besteht eine schwache Korrelation zwischen Industrieerfolg und CDU-Wählerschaft. Mehr aber auch nicht.
 
Gedanken sind Verbindungen von Ereignissen. Alle Gedanken sind falsch, wenn zwischen den Ereignissen gar keine Verbindung besteht.

Man kann die Sache aber nicht herumdrehen. Die CDU hat keinen Einfluss auf den Industie-Erfolg. Wenn ein CDU Politiker sich und die CDU als Ursache für diesen Erfolg sieht, ist das Selbstüberschätzung und leicht zu widerlegen. Beispielsweise dadurch, dass die Bevölkerung von Baden-Württemberg sich inzwischen der Grünen Partei zugewandt und ihren Winfried Kretschmann zum Landesvater erkoren hat. Die Grüne Partei könnte ab jetzt den Erfolg von Mercedes, Bosch und Porsche für sich in Anspruch nehmen, was sie nach einer angemessenen Zeit wohl auch tun wird.
 
Wozu die Selbstidentifikation der CDU mit den Erfolgen der CDU-Wählerschaft in bestimmten Regionen führt, konnte man mit Erschrecken feststellen, als Helmut Kohl nach der Ruck-Zuck-Wiedervereinigung den Ostdeutschen blühende Landschaften versprach. Etwas ausgeschmückt: Wenn ihr nur schön fleißig CDU wählt und euch brav verhaltet, werdet ihr leben wie im Schwabenland, in Franken, Baden und in Niederbayern, immer in Reichweite einer modernen Fabrik, die Exportgüter für den Weltmarkt produziert und nur darauf wartet, euch einen Spitzen-Job anzubieten.
 
Diese Versprechungen sind nicht eingelöst worden, weil die Politik überhaupt nicht in der Lage ist, solche Dinge zu lenken, erst recht nicht, wenn man wie Herr Kohl in Ökonomie völlig inkompetent ist.
 
Die Selbstzufriedenheit von Frau Merkel und CDU spiegelt die Selbstzufriedenheit von weiten Kreisen der Bevölkerung. Das macht ihren Erfolg aus. Wenn aber Politiker sich und das, was sie ihre Arbeit nennen, als Ursache des Wohlstands darstellen, dann ist das postfaktische Selbstzufriedenheit.
 
Genau so könnte ich sagen, der Brexit ist ein Erfolg von kritlit.de und meiner Kritik an den Strukturen der EU.

 

Das letzte Wort

Fidel Castro & Marktwirtschaft
Wenn ich einmal sterbe, wird man es mir nicht glauben.

Das ist der letzte von Fidel Castro überlieferte Spruch. Ohne Zweifel war er einer der Größten des vorigen Jahrhunderts, vielleicht auch der größte Glückspilz. So etwas nennt man Charisma, weil es unerklärbar ist.
 
Leider hat sein Leben und Wirken einen etwas unangenehmen Nachgeschmack: Das Scheitern des Sozialismus. Doch halt, das stimmt nicht ganz. Gescheitert ist nicht der Sozialismus, gescheitert ist die Planwirtschaft. Das sozialistische China, das sich still und heimlich von der Planwirtschaft verabschiedet hat, ist, im angemessenen Vergleich z.B. mit Indien, heute ein Erfolgsmodell.
 
Planwirtschaft bedeutet, dass der Staat die Wirtschaft übernimmt und in einer zentralen Bürokratie die wirtschaftlichen Prozesse plant und lenkt: Beschaffung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln, Fabrikation von Idustrie- und Konsumgütern, Transport und gerechte Verteilung der Waren an die Bevölkerung. Das hört sich gut an in der Theorie, aber es funktioniert nicht.
 
Eine Bürokratie kann den freien Markt nicht ersetzen, weil der freie Markt ein unüberschaubarer Statistischer Prozess ist. Der freie Markt ist durch kein Gesetz der Mechanik oder sonstiger Theorien zu beschreiben und erst recht nicht durch bürokratische Vorschriften zu ersetzen.
 
Was bedeutet Statistischer Prozess?
 
Der beste Vergleich für die Funktion, die der freie Markt als Statistischer Prozess hat, ist die Verdauung. Jawohl, Verdauung im Darm. Verdauung findet in jedem tierischen Lebewesen statt, vom Einzeller bis zum Menschen. Und spätestens vom Wurm an ist der Vorgang im Verdauungstrakt ein völlig unübersichtlicher Statistischer Prozess, an dem Millionen und Milliarden von Bakterien beteiligt sind, die sich wie Parasiten verhalten.
 
Im Verdauungstrakt leben sie und ernähren sich von dem, was das höhere Lebewesen, in dem sie hausen, eigentlich zu seiner eigenen Ernährung herunter geschluckt hat. Bakterien im Darm scheinen Parasiten zu sein, aber indem sie sich selbst von der Nahrung nähren, ermöglichen sie die Verdauung des höheren Lebewesens in einem unüberschaubaren Wirrwarr von Geben und Nehmen, Vertilgen und Ausscheiden, Konkurrieren und Zusammenwirken. Etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar.
 
Dagegen ist die Wärmebewegung in einem Gas oder in einer Flüssigkeit ein theoretisch einfacher Vorgang und auch der ist nur statistisch und nicht im Einzelnen zu beschreiben. Die Verdauung ist ein Statistischer Prozess mit Milliarden von lebendigen Teilnehmern, den Bakterien, dazu zahllosen chemischen Reaktionen und obendrein findet ein thermodynamischer Austausch statt in einem offenen System.
 
Ja, etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar. Es entzieht sich jeder Beschreibung im Einzelnen und jeder individuellen Kontrolle der beteiligten Mikroben. Und doch ist die so strukturierte Verdauung seit Milliarden von Jahren in allen Tieren bis hin zum Menschen ein zuverlässiger Vorgang. Verdauung ist unumgänglich und stellt für uns die Basis des Lebens dar, sie liefert alles, was der biologische Körper zu seinem Betrieb braucht; zum Beispiel auch die nötige Energie für Kopf und Muskeln.
 
So ähnlich wie die Verdauung im einzelnen Lebewesen funktioniert die Marktwirtschaft in einem Staat oder einer Wirtschafts-Gemeinschaft. Wir alle sind daran beteiligt in ganz unterschiedlichen Funktionen, auch in mehreren Funktionen gleichzeitig, als Hersteller, Helfer, Lieferanten, Transporteure, Konsumenten, Entscheidungsträger, Zuarbeiter, Auswählende, Verteilende, Verdienende, Verlierer und Gewinner.
 
Dieser Prozess ist nicht theoretisch nachvollziehbar. Man kann ihn ein wenig steuern und in gewisse Bahnen lenken, auch beeinflussen, für sich und andere nutzen. Es gibt Theorien, die einzelne Aspekte klären und in gewissen Grenzen überschaubar machen. Der Gesamtprozess der Freien Marktwirtschaft ist aber nicht planbar; jeder Plan muss scheitern, weil die Wirtschaft als Ganzes einen unkontrollierten Statistischen Prozess benötigt, den freien Markt.
 
Das wissen wir heute. Die Leute der Oktoberrevolution wussten das nicht, sie kannten nur Marx und ein paar andere Theoretiker.
 
Als sich die Sowjetunion auflöste und die Staatsideologie gescheitert war, dachten viele, das wäre der endgültige Sieg des Kapitalismus über sozialistische und soziale Ideen. Sogar viele Sozialdemokraten haben das gedacht und sich in der Zeit des Neoliberalismus entsprechend entschieden.
 
Aber endgültige Siege gibt es nicht. Auch die Kubanische Revolution hat keinen endgültigen Sieg errungen. Der Prozess geht weiter. Nach fast 30 Jahren Postkommunismus ist die Welt nicht wirklich besser geworden. Der Ego-Kapitalismus frisst uns die Zukunft weg; die Polarisation von Arm und Reich blockiert Wirtschaft, Politik und Ökologie.
 
Fidel Castro war stur, er hat daran geglaubt, irgendwann doch noch Recht zu behalten, eine sehr ehrenhafte Einstellung. Teilweise bekommt er vielleicht auch noch Recht: Die Welt braucht wieder mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit, mehr materiellen Ausgleich, mehr Rücksicht und mehr Kontrolle über die Ströme der Finanzen. Sozialismus nennen wir das am besten nicht; denn der ist historisch mit dem Versuch der zentralen Planwirtschaft verbunden.
 
Die Planwirtschaft war ein typischer Fall von menschlicher Hybris. Sie kann nicht funktionieren, weil wir, so lange es menschliches Wirtschaften gibt, einen freien Markt als Statistischen Prozess zur Verdauung der wirtschaftlichen Güter nötig haben.
29.11.2016


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Postfaktisch = freiwillig? dumm

Wer den Ausdruck postfaktisches Zeitalter erfunden hat, weiß ich nicht; ich weigere mich, ihn zu akzeptieren, weil die ständige Verwendung eines Begriffs die Behauptung enthält, dass so ein Ding wirklich existiert.

Etwas wie Postmodern?

Modern ist ein relativer Begriff. Modern ist etwas im Verhältnis zu anderen Dingen, die vorher modern waren. Wer postmodern sagt, will das Denken an einer Stelle unterbrechen, wo es ihm passt. Postmodern ist etwas, das nachher kommt, aber den Vergleich mit dem Vorhergehenden scheut.

Rituelle Kommunikation

Leider funktionieren Medien so, dass ein Begriff, der immer wieder auftaucht, irgendwann anerkannt wird. Das war schon immer so. Bestes Beispiel: die Auferstehung von den Toten.

Fakten bleiben Fakten

Ob ein Selbstmordattentäter nur eins oder zehn Kilogramm Sprengstoff bei sich trägt, ob er seine Ladung auf der Straße oder in einem gut besuchten Lokal oder überhaupt nicht zündet, das sind Fakten, die über Leben und Tod entscheiden, unabhängig davon, ob man sie ermitteln kann, ob man sie erfährt oder geheim hält. Was bedeutet dann postfaktisch?

Reden, ohne zu wissen

Das Wort postfaktisch soll ein aktuelles Phänomen beschreiben: Leute reden gerne über Ereignisse, ohne sich an Fakten zu halten und sie berücksichtigen nicht gerne die Wahrscheinlichkeit, mit der etwas stimmt.
 
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Erderwärmung der letzten 40 Jahre auf den Einfluss des Menschen zurück geht. Zu 100% beweisen kann man es nicht, dafür ist der Vorgang zu komplex. Erwärmung an sich ist schon ein statistischer Prozess mit einer großen Wahrscheinlichkeit und einer kleinen Unsicherheit. Was ein statistischer Prozess ist und wieso Erwärmung dazu gehört, wissen viele nicht, sie wollen es auch nicht genau wissen, aber mitreden wollen sie trotzdem.
 
Das ist freiwillige Unwissenheit. Wo ist der Unterschied zur Dummheit? Dummheit ist unfreiwillg.
 
Sie sagen:
Klimawandel durch Menschen gibt es nicht.
 
Es gibt ihn aber doch
, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% und das ist ebenso wahrscheinlich wie die Pünktlichkeit der nächsten Straßenbahn, auf die wir uns verlassen.

Wahrscheinlichkeit, was ist das?

Um Wahrscheinlichkeiten zu verstehen, genügen die vier Grundrechenarten, wir haben es aber an der Schule nicht gelernt. Beim Studium auch nicht. Journalisten, Juristen, Politiker, Theologen, Kommunikationswissenschaftler und Ärzte, sie alle brauchen für ihre Qualifikation nicht zu wissen, was Wahrscheinlichkeit ist, sie werden aber tagtäglich damit konfrontiert:
Wahrscheinlichkeit einer Fehlinformation, Wahrscheinlichkeit eines Tathergangs, Wahrscheinlichkeit eines Wahlergebnisses, Wahrscheinlichkeit der Auferstehung Christi, Wahrscheinlichkeit eines Missverständnisses, Wahrscheinlichkeit einer Diagnose.

Zwischen Null und Eins

All den Menschen, die Wahrheit suchen, sei gesagt: Alles was wir wissen und zu wissen glauben, ist mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen Null und Eins behaftet. Nur, was die Wahrscheinlichkeit Eins hat, ist zu 100% da und was die Wahrscheinlichkeit Null hat, ist zu 100% nicht da. Jeder Wert zwischen Null und Eins ist möglich und meistens lässt sich der genaue Wert der Wahrscheinlichkeit nicht ermitteln, ist also strittig. Trotzdem ist er nicht beliebig.

Wahrheit und Wissenschaft

Wissenschaftler streiten oft um die Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen, aber nur in einem gewissen Zahlenbereich und Statistiker ermitteln den Wert mit einer bestimmten Genauigkeit. Wer mitreden will, sollte sich informieren. Aber das tun viele nicht. Sie sagen einfach, das stimmt nicht, weil es nicht zu 100% stimmt, also stimmt das Gegenteil. Ein Trugschluss.
 
Wahrheit existiert selten, Wahrscheinlichkeit existiert immer, Fakten existieren meistens. Wie sieht es mit der Wahrscheinlichkeit von Fakten aus? Sie existiert immer. Es gibt also kein postfaktisches Zeitalter.

Fakten in den Medien

Medien haben eine unangenehme Eigenschaft: Bei jeder Übermittlung von Nachrichten treten Ungenauigkeiten und Fehler auf.
 
Weil Medien die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung von Nachricht und Tatsachen prinzipiell nur verringern und nicht vergrößern, sind viele Medien sehr unzuverlässig. Zu dieser Kategorie gehört die mündliche Übermittlung in Form von Gerüchten, Mythen, Sagen, Legenden, Märchen.

Das Internet

Das interaktive Internet hat den unzuverlässigen Medien eine neue Unzuverlässigkeit hinzugefügt durch die Kommentarfunktion.
 
Hier werden Fakten berichtet, kommentiert, richtig gestellt, widerlegt, ignoriert, bestätigt, ergänzt. Es wird Kommentaren widersprochen oder sie werden übernommen, bekräftigt, wiederholt, übertroffen, hinausposaunt, beschimpft, hundertfach gelobt, tausendfach für gut befunden. Und das alles gleichzeitig, durcheinander, in einem einzigen Fluss.
 
Und was das Verrückteste daran ist: Hinter den meisten dieser Äußerungen stehen keine greifbaren Personen, nicht einmal entfernte Bekannte von Bekannten, sondern viele anonyme Teilnehmer mit Phantasienamen; es können Schreibroboter, sogenannte Bots sein.
 
Jede Übernahme und Weitergabe verringert den Wahrheitsgehalt (Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung). Um das zu kompensieren, werden die Behauptungen ständig wiederholt und bestärk. Sie werden von immer mehr Teilnehmern übernommen, was aber nichts daran ändert, dass sie sich von den Fakten mehr und mehr entfernen, je mehr sie weiter gegeben werden. So ist das unzuverlässigste Medium entstanden, das es bisher gegeben hat.
 
Dieses unzuverlässige Medium ist aber nicht das Internet an sich! (Es wird nur von Journalisten so hingestellt.) Das unzuverlässige Medium ist ein Forum mit anonymer Kommentarfunktion und davon gibt es zehntausende.

Facebook, Twitter, Whatsapp

Diejenigen mit den meisten Mitgliedern sind Facebook und Twitter, morgen kann es Whatsapp sein. In diesen Medien wird postfaktische Kommunikation betrieben. Jeder der mitmacht, tut es freiwillig. Er verzichtet freiwillig auf Fakten, ist also freiwillig unwissend oder unfreiwillig dumm (oder umgekehrt).
 
Es gibt kein neues postfaktisches Zeitalter, sondern nur eine Mode des Zeitvertreibs und die kann morgen schon unmodern sein, unmodern in postmoderner Zeit.
 
Das Internet enthält mehr Wahrheit, als jede Bibliothek der Welt, mehr als die untergegangene Bibliothek von Alexandria.

kritlit.de

Diese Webseite ist ein milliardster Teil davon.
21.11.2016

Einen Überblick über andere Versuche (Essays), die Dinge klar zu stellen, findest du mit einem Klick auf dieses Feld. Stichwort Mehr wissen!.


 

Stapelbare Stapelware

Die Trumpeten von Washington

Was kann der Trumpeter jetzt tun?
Er kann nicht alles auf einmal: Die wirtschaftlichen Versprechungen an seine Anhänger halten, gleichzeitig die USA in der Welt wieder groß machen und eine Mauer nach Mexiko. Da er sich für Außenpolitik kaum interessiert und als Kaufmann erkennen müsste, dass die Kosten für die Armee viel zu hoch sind, wäre ein Rückzug aus der weltweiten Präsenz eine naheliegende Maßnahme.
 
Unsere Politiker sehen das mit Bedenken. Doch was bringt uns US-Präsenz im Chinesischen Meer? Und dass die USA sich im nahen Osten stark machen, ist bisher ziemlich daneben gegangen.
Ein bisschen Frieden durch den Rückzug der Amerikaner aus den Krisengebieten wäre nicht schlecht. Ideologen wollen uns glauben machen, dass Russland uns dann bedroht. Die sollen mal Beispiele russischer oder sowjetischer Übergriffe auf westliche Staaten bringen, die nicht ursächlich auf den zweiten Weltkrieg zurückzuführen sind, wo Deutschland die UDSSR angegriffen hat.
 
Die USA brauchen sich vor Russland nicht zu fürchten, zwischen diesen beiden Staaten hat es noch nie einen realen Krieg gegeben, nur ideologischen, und der ist vorbei. Für eine US-Regierung, die ein paar hundert Milliarden ins eigenen Land pumpen will, könnte der Gedanke an Weltmacht-Verzicht verlockend sein. Das ist eine Möglichkeit und wir hier haben dabei keinen Nachteil, außer dass wir aufwachen müssen und uns etwas ernsthafter um ein entspanntes Verhältnis zu Russland bemühen. Es besteht dann die Möglichkeit, dass Washington Geld genug hat, die Infrastruktur zu verbessern, das schafft Arbeitsplätze im eigenen Land. So könnte die weiße Wählerschaft zufrieden gestellt werden.
 
Es gibt eine Vision, die weit mehr ins Negative geht. Neben der genannten Verlagerung der Interessen entsteht eine US-Gesellschaft mit faschistischen Elementen. Hetze und Hatz gegen Minderheiten, rassistische Ausschreitungen gegen Schwarze, Aufmärsche, Fanatismus und Trump als der Antiheld in dieser unappetitlichen Szene. All das ist im Ansatz schon vorhanden.
 
Eine milde Vision für die Präsidentschaft wäre die: Trump ist nach kurzer Amtszeit frustriert und wendet sich seinen privaten Geschäften zu, die er durch seine neuen Möglichkeiten blendend unterstützen kann, während er die Zügel in Washington schleifen lässt. Wieder ganz Milliardär, geht er aus der Sache als einer der reichsten Männer Amerikas hervor.


 

Das letzte Wort

Der falsche Preis (Dynamit Nobel) für den richtigen Mann (Bob Dylan)

Die Preisverleiher überall schmücken sich mit Bob Dylan. Da kann auch die Jury in Stockholm nicht mehr zurückstehen. Doch ist das Literatur, was Dylan macht? Es sind sehr vielseitige Songtexte und ohne Zweifel ist er der Sprachbegabteste unter den englischsprachigen Songschreibern seiner Generation.
 
Stimme, Gesang und die musikalische Struktur der Stücke sind eher bescheiden. Die Texte aber sind und bleiben erstklassig: Vielseitig, inspiriert, reich an Bildern und voll von gelungenen Formulierungen. Was ihnen fehlt, ist ein tieferer Sinn. Es gibt wenige Ausnahmen: "Blowing in the Wind" oder der diffuse Protest von "Maggie's Farm".
 
Brillante Texte eines weniger brillanten Musikers, die irgendwie supergut klingen und genau zur schrappigen Musik passen. Dylan selber weiß das und bestreitet es nicht. Und als man ihn zum Sprachrohr seiner Generation machen will, ist er verwundert; er widerspricht eine Zeit lang und lässt es dann über sich ergehen. Ähnlich distanziert verhält sich der Vielgelobte jetzt, wo er mit Preisen überhäuft wird. Das ist cool. Ohne Zweifel, vielen erscheint es rätselhaft.
 
Das merkwürdige Geheimnis des Robert Zimmerman ist: Was er tut, macht er mit vollem Einsatz, mit äußerster Konzentration und Konsequenz, ein exzellenter Performer. Das scheint für ihn selbstverständlich zu sein und es macht ihn zum Star, aber ein Star mit einer sehr merkwürdigen Charaktereigenschaft: Bob Dylan ist kein Egoist. Ein Super-Star, aber kein Super-Ego!?
 
Er findet sich offenbar selber nicht so toll, wie die Fans und Journalisten ihn finden, sie verstehen ihn deshalb nicht. Die meisten sind wohl selber Egoisten. So ist das in einer Zeit, wo der Egoismus die zentrale Charaktereigenschaft einer Kultur geworden ist; ganz besonders im herrschenden Überbau aus Wirtschaft, Politik und Finanzen und im beherrschenden Amerika.
 
Bob Dylan hat damit nichts zu tun; das macht ihn so sympathisch, wenn er auftritt. Er war anfangs sehr bescheiden, nahm den Namen eines bewunderten Poeten (Dylan Thomas) an und sang die Lieder seines Vorbilds Woody Guthrie, der wirklich ein Protestsänger war und sein Leben lang darunter gelitten hat. Als Bob Dylan in New York anfängt, ist Woody Guthrie schon hoffnungslos erkrankt und das Folk-Publikum jubelt seinen Songs zu, die der Junge aus Minnesota so trefflich nachsingen kann.
 
Die Welle der Zeit hat nicht Woody Guthrie, sondern Bob Dylan nach oben gespült und heute ist er einer der letzten überlebenden Stars dieser Generation, die es geschafft hat, das sollte man nicht vergessen, mit ihren Protesten den Vietnamkrieg zu beenden. Jawohl, so etwas ist heute undenkbar, wo das gesamtdeutsche Volk trotz Mehrheitsmeinung es nicht einmal schafft, die paar Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan zurück zu holen.
 
John Lennon wurde ermordet, Jimi Hendrix starb wie viele an den Drogen, Mick Jagger ist das normale Super-Ego in der Szene. Die Preisverleiher möchten sich gerne mit dem Nimbus dieser ungewöhnlichen Generation schmücken. Dass ist gut so, und Bob Dylan ist der würdige Repräsentant, aber Literatur und Protest ist es trotzdem nicht, was Bob Dylan bringt. Es ist einfache Musik eines unprätentiösen Stars aus der goldenen Zeit der Jugendkultur, der eine wenig reflektierte, aber sehr kreative Sprache besser beherrscht als alles andere und besser als alle anderen.
  Nachtrag:
  14.10.2016
  Bob Dylan ist in Las Vegas aufgetreten;
  kein Wort über den Nobelpreis. Als Zugabe auf 
  Wunsch des Publikums "Blowing in the Wind".
  16.11.2016
  Dylan hat angekündigt, dass er den Nobelpreis 
  für Literatur nicht persönlich entgegennehmen wird.
  
  letzte Aktualisierung 21.11.2016
  Rob Kenius
    

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand
Viel, viel, viel zu viel
Wohlstand
macht Konsumenten
krank
im Kopf fängt es an

Die Krankheit bildet Metastasen. Der Bauch wird dicker. Das Gesicht wird voll und rund. Die Beine schwer. Das Körpergewicht steigt. Dadurch werden Kreislauf und Herz belastet. Es entsteht der Wunsch nach Bequemlichkeit und weniger Bewegung. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten werden bevorzugt: Essen und Trinken, Autofahren und Fernsehen. Der Geist wird träge, der Kopf schwerer und es beginnt eine zweite Phase. Das Denken wird eingeschränkt. Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Magen erweitert sich. Die Trägheit steigt. Das Gesicht ist noch voll Zufriedenheit, doch das Gehen wird lästig. Durch das Vergrößern des Körpervolumens werden Kreislauf und Herz belastet. Zufriedenheit dreht sich in Unzufriedenheit. Ärzte werden zurate gezogen.

Es gibt tausende Krankheiten,
aber nur eine Gesundheit.

Anstrengungen sollen vermieden werden. Es verstärkt sich der Wunsch nach Bequemlichkeit, nach so wenig Bewegung wie möglich. Im Kopf fängt es an. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten wie Fernsehen sind bevorzugt. Autofahren angenehmer als Gehen. Das Nachdenken wird abgeschaltet, Entscheidungen sind schwer und es beginnt eine dritte Phase.

Das Weltbild verengt sich.

Veränderungen werden als lästig empfunden, besonders im Umgang mit Menschen. Konservative Vorstellungen überwiegen. Wahrnehmungen werden vom Bewusstsein ausgeschlossen. Ebenso tiefer gehende Gedanken. Kein Austausch mit Menschen anderer Meinung, anderer Hautfarbe oder Religion. Sattheit und Zufriedenheit, unterbrochen von Selbstzweifeln. Die Balance ist nicht unter Kontrolle. Die Meinung ändert sich nicht mehr.

Wohlstandsdummheit

Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Verantwortung wird abgeschoben. Zukunft wird durch Prognosen ersetzt. Handeln durch Absicht. Wohlstand wird zum Ziel und Inhalt des Handelns. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Psychiater liefert ein neues Selbstbild. Die Krankheit nennt er Symptom des Wohlstands. Es finge im Kopf an. Der Wohlstand sei ein Symptom der Krankheit. Die Lage ist festgefahren. Der Wohlstand ist Ziel, Ursache und Rettung aus dem Formtief. Die Gedanken kreisen um das Wohlbefinden, dessen Steigerung und dann kommt der Absturz ins Bodenlose. Die Außenwelt wird als Störung empfunden. Das Weltbild verengt sich. Die Meinung der Mitte wird übermächtig, die Übermacht des Durchschnitts. Konservative Vorstellungen überwiegen. Der Blick ist verschwommen auf das Vergangene gerichtet, woran man sich festhalten kann. Der Wohlstand ist Vergangenheit. Vergangenheit ist Zukunft. Meinung ist Irrtum. Zukunft ist Illusion. Realismus ist Ideologie. Die Ideologie ist Wohlstand.

Im Kopf fängt es an.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Milliardäre, Milliardäre

Die Zahl der Milliardäre ist 2015 wieder gestiegen, auch in Europa. Das ist ein Indikator für die Umverteilung von unten nach oben. Was sind die Gründe?
 
1.
Die Geldmenge wächst ständig,
obwohl es schon viel zu viel Geld auf der Welt gibt. Daran könnten nur die Notenbanken etwas ändern.
 
2.
Die Aktienkurse steigen permanent.
Das liegt teils an der riesigen Geldmenge. Die Werte der Aktien übersteigen den materiellen Wert der Firmen, doch solange Leute mit viel Geld viel spekulieren, wird es so bleiben und ihre Vermögen werden mit den Kursen weiter wachsen.
 
3.
Geldbesitz und Transaktionen sind steuerlich begünstigt und frei von Sozial-Abgaben.
Wer Geld mit Geld verdient, ist privilegiert gegenüber allen anderen.
 
Das ist der Punkt, an dem der Staat einschreiten kann und muss (könnte und müsste); denn der Staat sollte das Gemeinwohl im Auge haben. Zum Gemeinwohl gehört die Möglichkeit für alle, auf faire Weise an Geld zu kommen oder bei Alter, Krankheit, Arbeitslosigkeit, ausreichend versorgt zu werden, in dem Maße, wie die Gesellschaft es sich leisten kann.
 
Für die Leistungsfähigkeit ist die Wirtschaft verantwortlich. Im jetzigen Zustand leistet die Wirtschaft aber nur dann einen Sozial-Beitrag, wenn sie Löhne und Gehälter zahlt, und je weniger Löhne sie zahlt, desto mehr ist sie frei von sozialen Verpflichtungen.
Ein unhaltbarer Zustand.
 
Wie man Soziale Lasten gerecht verteilt, wird in dem Artikel Sozialroboter behandelt. Dort werden Soziale Quellen-Steuern vorgeschlagen, die bewirken, dass alle Einnahmen zum Sozial-Etat beitragen; denn die gesamte Wirtschaft ist sozial verantwortlich.
 
Aber der Staat lässt zu, dass weite Bereiche der Wirtschaft von Sozialabgaben ausgenommen sind.
    Das betrifft die Einnahmen
  • Durch (Billig-)Importe
  • Durch Ausgelagerte Produktion in Billig-Lohn-Länder
  • Durch An- und Verkauf von Aktien und andere Transaktionen
  • Durch alle Geschäfte, bei denen Geld mit Geld verdient wird
Politiker tun immer so, als hätten sie auf Entscheidungen der Wirtschaft keinen Einfluss, das sei der sogenannte freie Markt. Das ist falsch. Der Staat steuert die Wirschaft durch Steuern. Und die Freiheit des Marktes wird nicht berührt, wenn der Staat Soziale Quellensteuern erhebt. Dadurch wird die gesamte Wirtschaft sozial verantwortlich gemacht und nicht nur über die Personal-Abteilung.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Das letzte Wort

Manchmal sind Antworten einfacher als die Fragen.
 
Zum Beispiel die Frage, warum Türken in Deutschland immer noch schlecht integriert sind. Eine komplizierte Diskussion, die sich seit Jahren an dieser Frage entzündet und in letzter Zeit immer hitziger wird. Die Frage ist nämlich verbunden mit den Reizthemen Islam, doppelte Staatsangehörigkeit, Pegida und Erdogan.
 
Doch die Antwort ist einfacher als all diese Diskussionen: Die Türken in Deutschland sind schlecht integriert, weil sie nicht CDU wählen. Nur 7% der wahlberechtigten unter ihnen wählen CDU, 67% dagegen SPD.
 

 
Dem liegt der Irrtum zugrunde, dass die Christlich Demokratische Union christlich und demokratisch ist, und Moslems glauben, das wäre nichts für sie.

Über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch und das Verhältnis der Putschisten zur Gülan-Bewegung bietet die Neue Zürcher Zeitung am 27.09.2016 einen klaren Überblick. Wie lange dieser Artikel über den Link aufzurufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Aufwärtstrend

Trotz aller Anschläge, Amokläufe und ausufernder Berichte über alles, was Angst macht, geht ein Aufwärtstrend weiter: die Steigerung der Einkommen und Vermögen derjenigen, die schon am meisten haben. Das könnte eine gute Nachricht sein, wenn sie nicht eine Kehrseite hätte, nämlich die Tatsache, dass dieses Geld, das nach oben verschoben wird, weiter unten breitgefächert zusammen gekratzt und heraus gepresst wird.
 
Um einem vielfachen Milliardenvermögen nur eine einzige weitere Milliarde hinzu zu fügen, muss man tausend Millionären eine Million oder einer Million Menschen tausend Taler (Dollar oder Euro) wegnehmen. Noch besser ist, wenn man zehn Millionen Menschen nur hundert Taler oder hundert Millionen nur zehn Taler aus der Tasche zieht. Irgendwann merkt das keiner mehr. So funktioniert die Umverteilung und sie funktioniert durch die Unachtsamkeit der Staaten und Regierungen, die diesem Treiben ratlos und tatenlos zusehen. Sie schwimmen ja selber im Geld, (das ihnen nicht gehört,) und merken es nicht.
 
Der Staat sollte wenigstens intelligente Steuern erheben und zwar mit der gleichen Raffinesse wie die Absahner, Geldverschieber und Steuerflüchtlinge.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Deutsch-türkische Fakten

Bei Politikern müssen wir genau unterscheiden, zwischen dem, was sie sagen und dem was sie tun. Ein deutliches Beispiel für die Notwendigkeit dieser Unterscheidung ist die Haltung der deutschen Regierung gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan, der sich nach dem Putsch ganz offen als Diktator präsentiert, aber nicht so genannt werden soll.
 
Zuerst hat man zugelassen, dass er in Deutschland Wahlkampfreden in seiner demagogischen Art und natürlich in türkischer Sprache hielt. (Mit der doppelten Staatsbürgerschaft dürfen 500.000 Deutsch-Türken in Deutschland und in der Türkei wählen, etwa dreimal so viele haben nur einen Türkischen Pass.)
 
Später bei der Neuwahl, die Erdogan nach der verlorenen Wahl veranlasst hatte, hat Bundeskanzlerin Merkel ihn während des Wahlkampfs in der Türkei mit einem offiziellen Besuch beehrt.
 
Es heißt, Frau Merkel hätte gleichzeitig etwas über die Einhaltung demokratischer Spielregeln gesagt, doch ihre simple Anwesenheit als Gast der Regierung Erdogan war eine massive Unterstützung; denn Deutschland ist für Türken ein Musterland mit Vorbild-Funktion, in dem drei Millionen ihrer Landsleute bereits leben. (Erdogan spricht von türkischem Blut, welches deutsch-türkische Bundestagsabgeordnete aber nicht besitzen sollen.)
 
Wenn die deutsche Regierungschefin neben Erdogan auftritt, macht sie automatisch Werbung für dessen Person. Was sie dabei in ihrer bekannt vorsichtigen Art äußert, ist für die türkische Öffentlichkeit nicht von Belang. Der türkische Präsident hat seine Medien voll im Griff.

Unsere Regierung, vertreten von Angela Merkel hat sich mitschuldig gemacht an dem, was in der Türkei jetzt und in naher Zukunft passiert.

Ein Vergleich mit Hitler, der auf ähnliche Weise an die Macht kam, ist tabu.
Warum?
 
Erdogans Redeweise, besonders, wenn man den Text nicht versteht, erinnert stark an Adolf Hitler, seine Taktik der Machtergreifung ebenso. Nur die Machtverhältnisse sind völlig andere. Hitler konnte in seinem Wahn davon träumen, durch einen Krieg die Vorherrschaft in Europa zu gewinnen. Etwas Ähnliches scheint im Atomzeitalter für die Türkei ausgeschlossen zu sein.

Das war vor einem halben Jahr.
Inzwischen hat sich die Lage verschärft.
Ein Klick und du weißt mehr!

Die USA konnten Erdogan sogar zwingen, seine Verbal-Agressionen gegen den US-Schützling und Atomwaffen-Besitzer Israel einzustellen. Auch dazu gibt es leider eine Parallele zum Nazi-Reich: Bei den olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde von US-Seite durchgesetzt, dass rassistische Parolen (gegen Juden und farbige Amerikaner) wenigstens in der Olympia-Stadt Berlin (vorübergehend) von der Bildfläche verschwanden.
 
Der Demagoge Recep Tayyip Erdogan regiert das Land als Diktator und er findet eine zustimmende "Mehrheit" für alles, was er will. Als bei der vorletzten Wahl die parlamentarische Mehrheit nicht zustande kam, wurde sie unter neuen Bedingungen wiederholt. Das war der Wendepunkt und das Übertreten der Linie.
 
Was tun? Eingreifen in das Geschehen können wir nicht. Aber wir müssen ab sofort jede Unterstützung für den Diktator einstellen.
 
Keine Propagandaveranstaltungen in Deutschland.
Keine Freundschaftsbesuche,
keine Beitrittsverhandlungen,
nichts,
was Herrschaft oder Wirtschaft der Diktatur stützt.
 
Dabei ist ein realistischer Blick angesagt. Vorsicht bei Vergleichen mit Regierungen anderer nicht-westlich-werte-gemeiner Systeme.
Iran ist nach wie vor ein islamsich-demokratisches Land. Man hat dort zuletzt eine gemäßigte Regierung gewählt. Putin ist kein Demagoge oder Diktator wie Erdogan, sondern (weil die Amerikaner ihren eigenen Präsidenten entmachtet haben) der mächtigste Regierungs-Chef der Welt, der sich, gemessen an seinen Möglichkeiten, sehr zurückhält, aber Politik zum Vorteil seines eigenen Landes macht. Selbst beim Abschuss eines russischen Flugzeugs durch die Türkei, hat der Kreml sich gemäßigt verhalten und dem Feuerkopf Erdogan sehr viel Zeit für eine Entschuldigung gegeben. Dass wir in Deutschland nicht Freunde Russlands sein wollen, ist die Entscheidung unserer Kanzlerin. Wir können das nicht auf Putin schieben; er hat es Jahre lang versucht.
 
Von allen neuen Rechts-Populisten ist Erdogan der erfolgreichste und gefährlichste und die Türkei ist das militärisch, demografisch und wirtschaftlich stärkste der rechts-okkupierten Länder.
Deutschland ist in der Geschichte das schrecklichste Beispiel für die möglichen Folgen.
 

Chor der Fahnen schwenkenden Rhein-Türken

Wenn die bunten Fahnen wehen
geht die Fahrt so hin und her
Wenn wir's aus der Ferne sehen
quält uns Diktatur nicht sehr

Über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch und das Verhältnis der Putschisten zur Gülan-Bewegung bietet die Neue Zürcher Zeitung am 27.09.2016 einen klaren Überblick. Wie lange dieser Artikel über den Link aufzurufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


 

Das letzte Wort

Das Wort des Tages, 14.07.2016

"Die Welt hat genug Probleme..."
(Angela Merkel)
Dann nichts wie ran!
(Rob Kenius)

Ein Schritt nach vorne
25.06.2016

Die Briten haben mit klarer Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt.
Was bedeutet das?

 
Es ist erstens eine Abstimmung gegen die EU und damit liegen die Briten richtig. Die EU ist ein undemokratisches Konstrukt der Politiker, in dem die Völker kaum eine Rolle spielen. Die Parlamentarische Demokratie ist am Ende; die Verfassung der EU aber ist noch schlechter als jede Parlamentarische Demokratie; es ist gar keine Verfassung, sondern ein Wirrwar an Zuständigkeiten, wobei die Bürokraten dominieren, die sich am besten damit auskennen. Große Länder wie GB, werden benachteiligt, kleine wie Luxemburg, Zypern und Malta werden bevorzugt.
 
Es ist zweitens eine Abstimmung für die Freiheit. Die Briten, genauer gesagt, die Engländer sind ein Freiheit liebendes Volk; sie gehören zu denen, welche die Demokratie in ihrem Land aus eigener Kraft eingeführt haben. Darauf sind sie stolz und sie können es nicht ertragen, dass sie von der undemokratischen EU und deren Bürokratie gegängelt werden. Damit liegen sie ebenfalls richtig.
 
Es ist drittens eine Abstimmung gegen die Dominanz der Ökonomie. Alle Ökonomen und politischen Vertreter der Wirtschaftsmacht waren gegen den Austritt. Das britische Pfund ist abgerutscht. Die Ökonomen sagen jetzt, die Emotionalität habe über die Vernunft gesiegt. Sie definieren Vernunft als Dominanz der Ökonomie, das ist Arroganz. Das Volk wollte diese Arroganz und die Dominanz der Ökonomie nicht mehr. Als der gemeinsame Markt geschaffen wurde, war es gut, etwas für die Wirtschaft in Europa zu tun, sie von Schranken zu befreien. Heute ist es genau umgekehrt, wir müssen versuchen, die Macht der Wirtschaft einzudämmen. Das haben die Wähler dort getan; und damit liegen sie richtig. Mehr Überfluss brauchen wir nicht.
 
Großbritannien hat von Anfang an die Entwicklung zu einem Europäischen Staatenbund oder Bundesstaat gestoppt. Nach dem Beitritt der Briten zur EU war die Vision von einer politischen Einheit nicht mehr realisierbar. Der Austritt schafft viertens die Möglichkeit, in Richtung Einheit voranzukommen, wenn jetzt noch Interesse besteht. Leider gibt es nach dem Beitritt der Ost-Länder einige neue Probleme in Richtung Vereinigung, die es vor dem Beitritt Englands nicht gab.
 
Fünftens ist die Abstimmung ein Sieg der Direkten Demokratie. Keins der zahlreichen Gremien der EU, auch das Parlament nicht, kein führender Politiker der Mitgliedsländer hat es geschafft, die Richtung der europäischen Politik zum Guten, also zur Demokratie hin, zu wenden. Dieser Volksentscheid für den Austritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Entweder ein demokratisches Europa oder nur ein Wirtschaftsraum.
 
Genaueres zu den Themen:
Konstruktion der EU
Direkte Demokratie
Parlamentarische Demokratie
                24.06.2016 10h, Rob Kenius.

Wilde Gedanken - absurder Zustand


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Chatbot "Tay" lernt den Hass.

Wer Hass säht, wird Hass ernten.
 
Ausgerechnet Microsoft, die biedere Mainstream-Programmier-Anstalt hat Tay erschaffen, eine künstlich intelligente Chat-Person (Chatbot), die mit Teenagern chatten sollte. Was dabei heraus kam war der Satz:
Hitler hatte recht, ich hasse die Juden.
Danach wurde das "intelligente" Programm vonseiten Microsoft abgeschaltet. Die Firma, die sonst nur auf extremes Geldverdienen programmiert ist, hatte ein Monster erschaffen.
 
Was sagt uns dieses Experiment?
 
Microsoft lernt daraus erst einmal, dass mit diesem Programm kein Geld zu machen ist. Welcher kommerzielle Seitenbetreiber könnte diesen Chatbot gewinnbringend einsetzen? Tay wird also nicht in dieser Form auf den Markt kommen.
 
Wir schließen daraus aber noch mehr.
 
Mit Sicherheit haben die Experten von Microsoft, ehe sie den Algorithmus entwickelten, tausende Chats analysiert. Sie haben versucht, die Reaktionsweise der Teilnehmer in kleinste logische Schritte zu zerlegen und sie durch die Programmstruktur künstlich "intelligent" nachzubilden.
Wir können also davon ausgehen, dass die Software so konstruiert ist, dass sie die Struktur einer einfachen online-Auseinandersetzung, wie sie bei Twitter erfolgt, präzise simuliert und genau nach den internen Kriterien von Microsoft antwortet und die Regeln strikt befolgt, nach denen so ein Chat strukturiert ist. Mit anderen Worten, Chatbot Tay tut so, als wäre sie oder er ein von Microsoft erschaffenes Menschlein.
 
Dabei besteht ein prinzipieller Unterschied
zu einer lebendigen Person.
 
Chatbot Tay hatte keine Meinung und keine Moral, sondern nur Reaktionsschnelle und vorprogrammierte Gefälligkeit gegenüber dem Partner. So kam er oder sie dazu, auch den rassistischen Parolen von der anderen Seite zuzustimmen und sie durch eigene Formulierungen zu ergänzen, sich also affirmativ zu verhalten, wie das auch viele menschliche Dialogteilnehmer tun, die wie Chatbot Tay einfach nur nett sein wollen.
 
(Nach Aussagen der Firma Microsoft sollte Tay eine weibliche Person sein. Das wirft nebenbei ein Licht auf das Frauenbild, dass man dort vertritt.)

Digitale Technik
wird die Dummheit nicht abschaffen

Nehmen wir einmal an, ein junger Chatter oder eine junge Chatterin bei Twitter oder facebook hätte ebenso wie Tay keine Meinung und noch keine ausgeprägte Moral. Was würde passieren, wenn er oder sie nach den Regeln von Rede und intelligenter Gegenrede mit einem Menschenhasser auf der anderen Seite chatten würde???
Es käme das gleiche dabei heraus, wie bei dem Chat mit Chatbot Tay. Mit anderen Worten: Die Chat-Struktur und die übliche Dialog-Technik führen schon dazu, dass unbedarfte, meinungslose und moralisch nicht gefestigte Teilnehmer schnell die Parolen anderer Teilnehmer*innen lernen, sie aufgreifen und selber benutzen.
 
Und entwickelt sich dazu noch ein gewisser Ehrgeiz, wie viele junge Männer ihn haben, dann wird der unbedarfte menschliche Teilnehmer seinen Chatpartner, der Hass säht, auch noch übertreffen, er wird versuchen, ihn zu toppen. Der Dialog steigert sich bis zum rassistischen Ausbruch, zur Aufforderung zu Brandstiftung, Landfriedensbruch und Mord.
 
Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor...
 
Microsoft hat mit seinem Chatbot Tay der Welt vorgeführt, dass die Struktur der anonymen computergesteuerten Standard-Kommunikation in den sogenannten sozialen Netzwerken (Twitter und facebook) Hassparolen automatisch verstärkt.
Besser hätte man&frau&kritlit es nicht nachweisen können.
25.03.2016
 

Wilde Gedanken - absurder Zustand
23.03.2016
Wir sind zu schlecht
 
Frau Merkel hat gesagt:
"Das ist ein Angriff auf unsere Werte."
Das hört sich gut an, stimmt aber nicht.
Es ist ein Angriff auf unsere Schlechtigkeit.
 
Wir sind zu schlecht, unsere Waffenlieferungen einzustellen, nicht einmal die nach Saudi-Arabien.
 
Europa ist zu schlecht, sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den Terror zu einigen.
 
Wir sind zu schlecht, uns aus dem satten, faulen, untätigen Mainstream zu verabschieden.
 
Wir sind zu schlecht, den Millionen arbeitslosen Jugendlichen in Nordafrika, Südeuropa, in den Vorstädten von Paris und Brüssel, eine Perspektive zu bieten.
 
Wir sind zu feige, Soldaten nach Syrien und Irak zu schicken, um dem Islamischen Staat ein Ende zu bereiten.
 
Unsere Werte sind so schlecht und scheinheilig, dass sie Millionen junger Menschen auf der ganzen Welt nicht mehr überzeugen.
 
Wir sind zu schlecht, den Gedanken an Gott fallen zu lassen und uns selber verantwortlich zu fühlen für das, was auf der Welt geschieht.
 
Wir sind so schwach und so schlecht, dass viele von uns vor wenigen von ihnen immer mehr Angst haben.
 
Wir sind so schlecht wie unsere Politiker. Aber wir sind ohnmächtig und sie haben die Macht.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wer ist das Volk? Wo ist das Volk? Wie ist das Volk?

Aufgeschlossene Journalisten wollen das Volk zu Wort kommen lassen. Sie wollen die Sozialen Medien als Quelle und Meinungs-Barometer einbeziehen. Leider müssen sie wie jede/r andere feststellen, dass in den Foren Fehlinformation, Entgleisung, Beschimpfung und Aggression an der Tagesordnung sind.
Ist das wirklich Volksmeinung?
Sind soziale Medien überhaupt sozial?
Und warum klingen viele Äußerungen so, als würden sie von Asozialen stammen?
Der Essay über soziale Medien ist ein Versuch, soche Fragen zu klären.
 

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Der Friede im Jahre 2016

Wie lange können Menschen den Frieden ertragen? Anscheinend nur wenige Tage. Illusion, zu glauben, dass 2016 friedlicher werde als 2015. Es gibt zu viele, die in die andere Richtung drücken: Saudi-Arabien, die Türkei, Frankreich, USA und Israel, um nur "befreundete" Nationen zu nennen.
Und Deutschland ist feste mit dabei, versteckt, im Hintergrund. (Im Vordergrund freundliche Frauengesichter.) Unbekannte Hetzer schüren außerdem das Feuer. Sie könnten Lieder singen wie
Mein Kampflied, aber dieses Lied ist Satire, scharf und bissig, es gehört nicht ihnen, sondern uns.
Dazu gibt es auch Noten als .pdf für alle, die etwas mit Noten (Leadstimme + Harmonie-Akkorde) anfangen können.
Alle Uhren bleiben stehn
wenn wir uns nicht weiter drehn

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand
Kleiner Begrüßungs-Chor
für Migranten und Flüchtlinge

 
Dieses Land braucht keine Religion,
nur Wahrheit
und kriegt nie genug davon.

Wir wollen wissen, wie die Lage ist,
in jenem Land, das ihr
vielleicht vermisst,
aus dem ihr her zu uns geflohen seid,
ihr Glücklichen!
Wir sehn das ohne Neid.
 
Wir warnen vor Bürokratie
und vor dem Untertanengeist.
Seid kritisch und vergesst es nie
Wovor ihr geflohen seid:
 
Vor den Dispoten,
vor dem Größenwahn,
vor Waffen und
vor dem Islam.
 
Man will euch nicht zu Christen machen.
Ihr dürft hier über alles lachen.
Lacht über Staat und Polizei!
Fühlt Euch unbeschwert und frei!
 
Das gilt für alle,
auch für Frauen.
 
Ein Mann,
der Frau'n die Hand nicht gibt,
macht sich hier sehr schnell unbeliebt.
Ihr sollt auch keinem Manne trauen,
der euch verschleiert und versteckt.
Der Macho-Mann wird ausgecheckt.
 
Hier gibt es Gleichberechtigung;
denn jeder Staat
kommt erst in Schwung,
wenn auch die Frauen mitregieren.
Ihr müsst das nur mal ausprobieren.
Das gilt im Großen wie im Kleinen:
In Schule, Haushalt, in Vereinen,
vor dem Gericht und im Verkehr.
Das Männer-Heer
regiert nicht mehr.
 
Jetzt aufgepasst!
Da kommt noch was:
Das heikle Thema Judenhass.
Davon ist dringend abzuraten.
Zwanzig arabische Staaten,
dazwischen liegt ein Judenstaat,
der das Recht auf Leben hat.
 
Wir wollen offen davon sprechen:
Das deutsche Holocaust-Verbrechen
gibt uns auf ewig die Verpflichtung
in die umgekehrte Richtung.
Rob Kenius 2015

 

 

Politik.Realität! Demokratie?

Politiker sind keine Realisten. Sie handeln mit Versprechen, mit Emotionen und Gefälligkeiten, Erwartungen, die sie erwecken und mit dem guten Eindruck, den sie machen.
 
Leistungen und Geld
soll die Wirtschaft bringen,
Realismus die Wissenschaft,
Wahrheit die Kunst,
Informationen die Presse.

 
Politiker punkten mit der einzigen Münze, die sie auf den Tisch legen können: Sie haben ein Mandat. Wie sie dazu gekommen sind, ist eine andere Sache. Meistens haben sie es von der Partei und nicht vom Volk. Die Partei, wer immer das ist, hat sie auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt oder in einem Wahlkreis antreten lassen, den sie gewinnen konnten.
 
Und weil sie das Mandat nicht vom Volk haben, stimmen sie auch nicht im Sinne des Volkes ab, sondern im Sinne der Partei, das heißt, im Sinne der Führung. Das ist ständig zu beobachten, wenn das Parlament die Gesetze "durchwinkt". Demokratie, also Herrschaft des Volkes, ist das nicht.
 
Die Führung einer sogenannten demokratischen Partei kommt erst recht nicht durch eine Entscheidung des Volkes zustande. Weder in der Christlich Demokratischen Union, noch in der Sozial-demokratischen Partei Deutschlands oder in einer anderen Parteie des In- und Auslands.
 
Angela Merkel zum Beispiel kam an die Spitze der CDU, indem sie sich bei ihrem Vorgänger Helmut Kohl eingeschmeichelt hat und ihn dann stürzte. Ihre Herrschaft, die undemokratisch begann, bleibt trotz Beliebtheit und Ausrichtung nach dem Meinungs-Trend undemokratisch und weitgehend unfruchtbar.
 
Einige Entscheidungen sind totalitär, zum Beispiel die Zwangsgebühren für das
Staats-Fernsehen.
Selbst wer es nicht sehen will und keinen Fernsehapparat besitzt, muss zahlen. Aus der Kirche kannst du austreten, aus der ARD-und-ZDF-Fernsehgemeinde nicht. Übrigens: Das ist wie im Islam, der duldet auch keinen Austritt. Es macht also keinen Sinn, mit dem Islam zu fremdeln; wir haben ihn schon.
 
Wir sind ganz am Rand
ein islamisches Land

Die innerparteilichen Vorgänge in einer Partei, die nach außen Demokratie vertritt, verlaufen nicht viel anders als in einer Einheitspartei wie der SED der damaligen DDR. Ehemalige DDR-Bürger können sich also leicht in Parteiführungen einfügen, geschmeidiger als in einen demokratischen Prozess. Mit der Demokratie haben sie in Sachsen und Thüringen heute noch Schwierigkeiten, viele wissen nicht, dass in einem demokratischen Staat niemand wegen seiner Religion ausgeschlossen wird. Doch das nur nebenbei.
 
Helmut Kohl, der nie beliebt beim Volk war, interessierte sich zunächst nur für die Macht in der CDU; er wusste schon, dass die oder der Vorsitzende/r der CDU automatisch irgendwann Kanzler wird. Und er hat sich dem Volk 16 Jahre lang aufgedrängt.
 
Von der CSU im Einparteien-Staat Bayern wollen wir nicht reden. Alle unsere Parteien sind im Innern undemokratisch und es ist ein Fehler der Verfassung, dass dies nicht anders vorgeschrieben wird.
 
Die Staaten behaupten aber, demokratisch zu sein, mit wenigen Ausnahmen. Es gibt (auch außerhalb der Arabischen Liga) noch einige, die von einer Familie regiert werden. Aber alle anderen Staaten behaupten, demokratisch zu sein. Sind sie es aber in Wirklichkeit, in der wirklich vorhandenen Realität?
 
Die Medien sagen ja.
Medien sind in etwa das, was früher die Kirche war. Sie sagen uns, was wir glauben, denken und für die Wahrheit halten sollen. Die Glaubenssätze, die sie verkünden, sind nicht einheitlich, sondern differenziert wie die der verschiedenen Religionen, aber sie verkünden uns Glaubenssätze.
 
1. Wir leben in einer Demokratie.
 
Es dauert sehr lange, bis jemand, der in USA, GB, Frankreich, Deutschland oder Italien aufgewachsen ist, daran zweifelt, in einer Demokratie zu leben. Genau so lange dauert es, bis einer, der katholisch erzogen wurde, oder in einem islamischen Land verwurzelt ist, an Gott zweifelt.
 
Demokratie ist griechisch und bedeutet: Herrschaft des Volkes.
Demokratie steht dabei im Gegensatz zu:
 
Diktatur,
Monarchie,
Oligarchie,
Feudalismus,
Plutokratie,
Bürokratie.

 
Demokratie ist also etwas anderes als die Realität, die wir um uns herum vorfinden; denn wir sehen:
Ausufernde Bürokratie in Brüssel,
Plutokratie der Milliardäre in USA,
Oligarchie des Partei-Vorstandes sowie
Feudalismus bei der Vergabe von Listenlplätzen in allen Parteien,
Monarchie in befreundeten Golf-Staaten, die wir mit Waffen ausrüsten und durch unsere Fußball-Weltmeisterschaft massiv unterstützen. Und überall sehen wir die
Diktatur des Geldes, des Kapitals und der Ökonomie.
Wo ist dann die Demokratie, die Herrschaft des Volkes?
 
Demokratie ist da, wo du dir von oben nichts gefallen lässt. Kein Bevormundung, keine Parolen, kein Zwang zur Konformität, auch kein Diktat der offiziellen Mehrheit.

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Volksentscheid für Europa!

Vorschlag für Griechenland und Euro(pa):
 
Volksabstimmung in den Ländern des Euro.

 
Fragenstellung für die Abstimmung:
Sind wir dafür, dass weitere Kredite der europäischen Länder für den griechischen Staat zur Bedienung von anderen Krediten bewilligt werden?
 
Ja oder nein?
 
Mit Sicherheit würde die Mehrheit der Deutschen + Franzosen + Italiener + Spanier + Niederländer + Belgier + Finnen + Iren + Portugiesen + Slowaken + Slowenen + Luxemburger + Estländer + Letten + Litauer + Zyprioten + Malteser genau wie die Griechen mit nein stimmen.
 
Dann wäre zum ersten mal Demokratie in Europa eingekehrt. Bisher waren weder die Montan-Union, noch die EWG, noch die EG, noch die EU eine demokratische Veranstaltung.
 
Und die Politiker müssten sich was Neues ausdenken, nicht nur in der Vergangenheit herum wühlen und immer neue Phrasen und Worthülsen heraus destillieren wie Eurokrise, Rettungsschirm, Grexit, Solidargemeinschaft, Währungs-Union.
 
Warum soll es dann nicht ein Land mit zwei Währungen geben? Euro und Neue Drachme.
Besser noch: Digitale Degressive Drachme,
nur auf Geldkarten.
Das Geld der Zukunft für die Demokratie der Zukunft.

 
Die Digitale Degressive Drachme würde den griechischen Staat in die Lage versetzen, nach einem geregelten Staatsbakrott (nicht "Grexit", sondern einseitig erklärter Konkurs wie in der freien Marktwirtschaft) seinen Verpflichtungen gegenüber dem Volk nachzukommen und aus eigener Kraft die Wirtschaft wieder anzukurbeln, ohne den Euro abzuschaffen und ohne gegenüber Investoren und Kreditgebern neue Lasten auf sich zu nehmen.
 
Leider sind die beiden Lieblinge Tsypras und Varoufakis nicht auf die Idee gekommen oder sie haben sie nicht durchgespielt oder sie hatten nicht den Mut dazu. Vielleicht sind sie auch nicht so unter Druck geraten, dass sie sich etwas Neues ausdenken mussten.
 
Wenn das oft herauf beschworene Europa eine Demokratie wäre, wie die Griechen sie erfunden haben, dann hätte ein demokratischer Entscheid der Europäer (siehe oben) sie dazu gebracht, neue Wege in der Geldpolitik zu versuchen.
 
Völker in ihrer Gesamtheit sind klüger als Politiker in ihrer Befangenheit.
Das ist die Idee, die zur Demokratie führt.


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Jede Klima-Anlage schadet dem Klima

Zuerst gab es Klima-Anlagen in Großbauten und Flugzeugen, wo man die Fenster nicht öffnen durfte. Die Räume waren vom Klima ausgeschlossen und bekamen über die Klima-Anlage ein künstliches Klima, daher der Name. Nicht jedem sind sie gut bekommen, empfindliche Nasen hatten zu leiden, Viren wurden in Krankenhäusern durchgeschleust. Weil sie aber der oberflächlichen Bequemlichkeit dienen, fanden Klima-Anlagen rasante Verbreitung, nicht zuletzt, weil die meisten Nutzer der klimatisierten Räume nicht wissen, was in der Anlage wirklich passiert.
 
Klima-Anlagen sind Wärmekraftmaschinen. Wenn alle glauben, dass sie ein Segen sind für die Erhitzten, ändert das nichts an der physikalischen Tatsache, dass sie das Klima nicht verbessern, sondern aufheizen.
 
Jeder, der Energie verschwendet, leistet einen Beitrag dazu, dass der Planet weiter erwärmt wird.

Für alle, die noch nicht ausreichend über Wärmelehre informiert sind, soll hier der Sachverhalt einmal erklärt werden. Er ist Physik, etwas komplizierter als die Wünsche der Konsumenten und die Versprechungen von Politik und Reklame.
 
Jede Klima-Anlage ist eine Wärmepumpe und funktioniert nach dem gleichen Prizip wie das Aggregat eines Kühlschranks.
 
Ein Betriebs-Gas wird mit Motorkraft mechanisch in einer Pumpe so weit komprimiert, bis es sich verflüssigt. Dabei entsteht Wärme wie in einer Luftpumpe, die man intensiv betätigt. Sie wird über Kühl-Lamellen an die Umgebung abgeleitet. Das flüssige Gas wird dann in Röhren weiter geleitet und verdampft an einer anderen Stelle wieder, wo es nach einem Naturgesetz der Umgebung Verdampfungswärme entzieht. (Im Prinzip ist das die Wärme, die bei der Kompression entstanden ist.)
 
Dadurch wird die Umgebung dieser Verdampfungs-Stelle gekühlt. Diese befindet sich in dem zu kühlenden Raum. Das ist das innere eines Kühlschranks oder eines Autos oder ein Büro, ein Wohnraum bis hin zum tiefgekühlten Innenraum eines TK-Transporters.
 
Dann geht der Kreislauf des Kühlmittels weiter. Und die Wärme, die dem Innenraum entzogen wurde, entsteht dort wieder, wo das Gas komprimiert wird. Sie wird dorthin gepumpt, kann man salopp sagen. Daher der Name Wärmepumpe. Soweit so gut, das ist das Prinzip von Linde. Aber der gesamte Prozess ist bei Weitem nicht so gefällig wie bisher dargelegt.
 
Die "Wärmepumpe" ist ein periodischer Prozess der statistischen Physik, der mit hohen energetischen Verlusten verbunden ist. Auch diese Verluste sind Naturgesetz.
 
Zum Beispiel die Isolation kann nie perfekt sein, weil metallische Teile erforderlich sind, welche Wärme sehr gut leiten, besonders innerhalb der Maschine. Schon der Elektromotor, der die Wärmepumpe antreibt, erzeugt auch wieder Wärme.
 
Insgesamt wird immer wesentlich mehr Wärme auf der einen Seite erzeugt, als auf der anderen Seite entzogen wird. Wer das nicht glauben will, sollte einmal versuchen, einen Raum mit dem Kühlschrank zu kühlen, indem er die Kühlschranktür offen lässt. Der Raum wird nicht kälter, sondern er wird schnell wärmer.
 
Eine Klima-Anlage kühlt immer nur einen Innenraum und führt die dabei produzierte Wärme, die deutlich größer ist, als die entzogene, nach außen ab. Besonders ungünstig ist dies bei Klima-Anlagen in Automobilen.
 
Der Motor des Autos erzeugt Strom über die Lichtmaschine. Dabei gibt der Motor, wie jede periodisch arbeitende Wärmekraftmaschine einen beträchtlichen Teil der durch Verbrennung produzierten Energie in Form von Wärme an die Umgebung ab, sogenannte Abwärme. Die liegt in der Größenordnung von 40% und wenn die Lichtmaschine zusätzlichen Strom produzieren muss, muss der Motor neben der zusätzlichen Elektro-Energie auch noch mehr Abwärme produzieren.
 
Der Elektromotor hat, genau wie die Lichtmaschine, natürlich einen Wirkungsgrad von etwas weniger als 100% und beide geben die Fehlmenge wieder in Form von Wärme an die Umgebung ab. Dann komprimiert die Wärmepumpe der Klima-Anlage das Betriebsgas, wobei sehr viel Wärme erzeugt wird, deutlich mehr, als innen im Fahrgastraum entzogen wird.
 
Dass ein Auto, welches im Wesentlichen aus Metall besteht und nicht für die Wärmeisolation gebaut wurde, als Kühlraum besonders verlustreich arbeitet, ist wohl selbstverständlich. Ein Auto ist kein Kühlschrank!
 
Facit:
Jede Klima-Anlage gibt die innen entzogene Wärme an die Umgebung ab und produziert zusätzliche Wärme wegen ihres geringen Wirkungsgrads, der bei Weitem nicht 100% sein kann. Für Automobile dürfte er eher bei 50% liegen. Der Preis für die Kühlung des Fahrgast-Innenraumes ist eine doppelt so hohe Wärmeabgabe an die Umgebung (Umwelt) verbunden mit einem erhöhten Kraftstoff-Verbrauch. Das ist Energieverschwendung.
 
Jeder, der Energie spart, leistet einen kleinen Beitrag dazu, dass der Klimawandel aufgehalten wird.

Dieser Effekt ist an heißen Tagen in Ballungsräumen deutlich spürbar, wo der Autoverkehr die Lufttemperatur schon unangenehm erhöht. Durch die Klima-Anlagen der Fahrzeuge ist es noch hitziger geworden. Besonders klima-schädlich sind schwarze Limosinen, in denen man es früher im Sommer kaum aushalten konnte.
 
Sogenannte SUV-Fahrzeuge, die prinzipiell zu schwer und über-motorisiert sind, verschärfen das Problem, bzw sind eine zusätzliche Klima-Belastung. SUV bedeutet in diesem Sinne: Sozial Unverträgliches Vehikel. Auch das muss einmal gesagt werden.
 
Merke also:
Jede Klima-Anlage schadet dem Klima durch Erhitzung und zusätzlichen Energie-Verbrauch. Die Klima-Anlage verbessert kein Klima, sondern sie senkt die Temperatur in einem Privatraum durch Wärmeentzug, wobei sie wesentlich mehr Wärme produziert und an die gemeinsame Umwelt abgibt, als sie dem Privatraum entzieht.
Die Klima-Anlage liegt also voll im Trend der Privatisierung und der Umverteilung.
Jeder, der Energie verschwendet, leistet einen Beitrag dazu, dass der Planet weiter erwärmt wird.

Ein kurzsichtiger eigener Vorteil zum Schaden der Allgemeinheit. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei, die Gesetze der Wärmelehre sind eindeutig; sie können nicht anders beschlossen, gewählt und interpretiert werden, weder von Gremien, noch von Juristen und Experten, auch nicht von amtlichen Regierungen. Die Gesetze der Thermodynamik können schlechtestenfalls verschwiegen und ignoriert werden, im Normalfall sind sie weitgehend unbekannt. Alle reden von Energie, kaum einer weiß, was es ist.
 
Wärmepumpen, die der Raumkühlung dienen, müssten Anti-Klima-Anlagen heißen, weil sie im Innern das natürliche Klima abschaffen und dem Klima außen Schaden zufügen. Die Devise heißt also: Abschalten!
Wir haben das Abschalten von Reaktoren durchgesetzt, unsere Klima-Anlagen müssen wir selber abschalten, nicht nur beim Abgas-Test, sondern für immer.

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Was ist das für ein Ding?

Kommunikationstechnik und Informationsflut entwickeln sich so schnell, dass die Sprache nicht mitkommt. Der schnelle technische Wandel kann soweit führen, dass auf einmal für ein globales Ding kein zutreffendes Wort existiert.
 
Es geht hier um das Ding, das viele immer noch Kapitalismus nennen. Es ist aber inzwischen etwas anderes als das, was Karl Marx so genannt hat. Es ist auch nicht mehr das, was die Linken vor 50 Jahren mit ihrem Schimpfwort Kapitalismus meinten.
 
Andererseits war das damals harmlos gegenüber dem globalen Ding, das wir heute haben.
 
Vorübergehend wurde das Ding das System genannt. Die sprachgewandten und kreativen Jamaikaner sagten Babylon Sistim. Da steckt mehr drin als Ausbeutung von Arbeitern zwecks Kapital-Gewinn, aber es sagt noch längst nicht alles.
 
Das Kapitalismus-Ding ist überall, nicht nur in den Fabriken und Banken. Es ist ein Über-Ich geworden. Es ist in unsere Gehirne eingedrungen und hat dort die Software verändert.
 
Nicht nur die Kapitalisten denken jetzt so, sondern auch Politiker. Nicht nur die Banker, die mit Geld handeln, sondern auch diejenigen, die mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Medikamenten, Telefonanschlüssen, Sex, Internetzugängen, Ferienreisen, Wellness, Autos, Kokain und Waffen handeln, kurz gesagt, Geld verdienen, Geld sammeln und verschieben um jeden Preis.
 
Aus dem Ding ist eine Religion geworden, die wie alle Religionen sagt, was gut und was schlecht ist, was du darfst und was du nicht darfst, was andere aber dürfen, die Geld haben oder Priester sind oder Bischof oder Taliban oder Kämpfer des Islamischen Staates. Religion schreibt dir auch vor, was du sagen und nicht sagen darfst und sogar, was du denken musst.
 
Aber es geht noch weiter: Religion macht Versprechungen.
 
Die Geld-Religion verspricht dir, dass, wenn du genug Geld hast, alles bis an dein Lebensende geregelt ist. Inzwischen gibt es sogar das Versprechen der Unsterblichkeit durch Geld.
 
Du kannst dich, wenn du genug Geld hast, einfrieren lassen bis zu dem Tag, wo die Technik soweit ist, dich wieder ins Leben zu erwecken. Wenn du dann noch Geld zur Verfügung hast, kannst du alle Dienste der Medizin nutzen, um wieder frisch und munter zu werden und weiter Geld zu verdienen.
 
Dieses Versprechen einer Firma in Kalifornien zeigt, dass es sich bei dem Geld-Ding um eine Religion handelt mit allen Risiken und Nebenwirkungen: Realitätsverlust, kognitive Einschränkungen, Selbstbetrug, Unduldsamkeit, Intoleranz, Ausgrenzung gegenüber Andersgläubigen, falsche Erziehung und neuerdings Radikalisierung bis hin zum Terrorismus. (Religiösen Terrorismus gab es übrigens auch schon im christlichen Abendland, als das Christentum ungefähr so alt war wie heute der Islam.)
 
Der religiöse Terrorismus des islamischen Staates ist die Antwort auf die gnadenlose Geld-Sucht der Ölsucher (USA, GB, Frankreich) und Waffenlieferanten (Deutschland, Russland und viele andere). Wie aus der Überbewertung des Geldes eine Art Religion geworden ist, wird hier erklärt.


 
                 
 

Was ist das für ein Ding?
2. Teil:
Ego-Kapitalismus

Nach der Auflösung des Sowjet-Systems hat sich der Westen sehr schnell in eine Richtung entwickelt, die mit dem alten Begriff Kapitalismus nicht mehr zu fassen ist. Bestimmte Trends, die schon vorhanden waren, haben sich verstärkt:
 
Das Geld hat gewaltig an Bedeutung gewonnen. Es ist zum absoluten Wertmaßstab geworden. Alle Versuche, andere Werte über Geld, den Gelderwerb und den Geldbesitz zu stellen, sind bisher gescheitert. Weder die Umwelt, also der Lebensraum, noch das Klima, weder Humanität noch Moral sind sicher, wenn sie dem Gelderwerb privater Firmen im Wege stehen.
 
Eine letzte Tabu-Zone gegen die Macht des Geldes schien eine Zeit lang der Krieg zu sein. Raubkriege wie zur Zeit der Kolonialisierung gab es nicht mehr. Doch es gibt jetzt Kriege für Öl und zur Ressourcen-Sicherung und dazu Waffenlieferungen in alle Krisengebiete, natürlich zur Friedens-Sicherung. Beides dient dem Gelderwerb.
 
Auch der Friede steht als Wert nicht mehr über dem Geld. Der Geldkrieg ist längst schon entbrannt.
 
Die Akkumulation von Kapital in Händen einer kleinen Schicht wurde in den letzten vierzig Jahren beschleunigt und verstärkt. Regierungen haben diese Umverteilung nicht bekämpft, sondern aktiv unterstützt. Ein völlig unlogisches Verhalten im Sinne der Demokratie; denn die große Mehrheit wird benachteiligt. Allein dieses Verhalten der Regierungen ist ein Zeichen dafür, dass unsere Demokratie nicht mehr funktioniert.
 
Das neue System der Geldwirtschaft aber funktioniert ausgezeichnet: Geld ist reichlich und im Überfluss vorhanden. Ständig wird neues Geld generiert und produziert. Die Staaten haben sich bei privaten Gläubigern verschuldet. Auch das ist nicht im Sinne der Demokratie, es geht zu Lasten der Völker oder der zukünftigen Generation, nicht zu Lasten der Volksvertreter und Banken. Staatsverschuldung dient der Geldvermehrung auf Seiten der Geldbesitzer.
 
Wer sind die Kapitalisten und wie sollen wir das Neue System benennen? Ausdrücke wie super hyper und neo sind längst abgegriffen und schnell verschlissen. Neo-Liberalismus ist nur ein Teil-Aspekt, ebenso die Globalisierung. Digitalisierung und Internet sind Techniken und als solche wertfrei, sie haben den Trend verstärkt, aber nicht verursacht. Was steht im Zentrum der Bewegung?
 
Im Zentrum stehen zwei Dinge:
Ein übersteigerter Egoismus der Individuen und
das mit Digital-Technik effizient funktionierende System des Kapitalismus.
Das ergibt die neue globale Ideologie und wir können daraus einen neuen Begriff bilden:
 
Ego-Kapitalismus.
Das ist das Ding, das uns verschlingt.

Alles über Geld und Finanz-Industrie
 
Am Rad des Geldes drehen
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die Banken;
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Steueroase Delaware
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Umverteilung
von Staaten begünstigt

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Zinsen und Geldvermehrung
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Ein Klick und du weißt mehr

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Ja, wir können... (yes we can...)

...den göttlichen Status des Geldes in Frage stellen, weil wir es täglich in der Hand haben.
...das System von innen verändern, weil wir selber ein Teil davon sind.
...Zeit gewinnen, nachdenken und kreativ werden, wenn wir das Fernsehen ausschalten.
Klick hier zur TV-Satire:
Klick - und weg!


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LÜGENPRESSE

Was meinen die mit "Lügenpresse"?
 
Die Milliarden von IWF und Rettungsschirmen an private Gläubiger wurden "Rettung von Griechenland" genannt. Anfangs hieß es sogar "Rettung des Euro" aus der "Eurokrise". Erst nach Jahren wird zaghaft davon geredet, dem griechischen Volk zu helfen, das von korrupten Politikern, privaten Medien, Bankern und Euro-Strategen teils wissend teils unwissend in die Krise manövriert wurde. Bei einer Hilfe für die Griechen, also für das Volk der Griechen, wäre das Geld richtig angelegt und es wäre auch viel billiger, als ein korruptes System zu unterstützen, ein Fass ohne Boden, wie viele sagen, das unser Geld verschlingt, ohne dem griechischen Volk weiter zu helfen. Warum wird das so verdreht? Nicht nur von den Politikern, die drin stecken, sondern auch von der Presse und den Medien?
 
Warum Milliarden für Ukraine? Weil dieses Land so wunderbar korrupt ist? Ein Viertel-Jahrhundert nach Auflösung der Sowjet-Union hat der Staat Ukraine unter westlichem Einfluss nichts zustande gebracht. Ist es da verwunderlich, dass viele Bürger zurück nach Russland wollen?
 
Aber Hetze gegen Putin und gegen Russland in allen Medien. Wir lesen es, schütteln den Kopf und lesen wieder, hören am Radio und sehen es im Fernsehn.
 
Da fragt sich man&frau: Wer ist hier der Psychopath? Wer hat Realitätsverlust? Was ist in den Medien los? Und wer soll das alles glauben?
 
Bei solchen Fragen hilft, mehr als Schimpfen, die Beschäftigung mit den Grundlagen, mit Dingen, die absolut sicher sind, weil sie am Anfang stehen. Was sind die Fundamente von Wirtsachaft und Technik? Ist, wer danach fragt, ein Fundamentalist? Von wem wurden
das Rad und das Geld erfunden?
Und was ist daraus geworden, weshalb werden die Reichen immer reicher und die Großgeldjäger immer aggressiver? Gegen Verrücktheit und Wahrnehmungsschwäche, gegen Falschinformationen und Verschleierung hilft, auf diesen Link zu klicken und ein wenig nachzudenken.


Wilde Gedanken - absurder Zustand

Intelligenz = Einsicht

Wenn du etwas eingesehen hast,
musst du es auch tun.
Aber keiner tut es.

 
Etwas zugeben, das Verhalten ändern, Gewohnheiten verlassen, Neuland betreten.
 
Weniger Ausreden erfinden,
weniger Energie verschwenden,
weniger Kerosin verbraten,
weniger Fleisch verzehren,
weniger Waffen produzieren,
weniger in Maschinen statt in Menschen investieren.
 
Weil keiner es tut, obwohl jeder es weiß,
ist der Fortschritt blockiert.
Unser Handeln und Tun ist
im Verbalen erstickt:
 
Die einen sagen dies,
die anderen sagen das.
Tun tut keiner was.

 
Ist dies hier ein politisches Gedicht?
Nein, das ist es nicht.
Es ist der Tick des Tages,
wenn du was besseres weißt,
dann sag es.


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