stolz 4.0 Tick des Tages
 
 
 
 
Milde Gedanken - Absurder Zustand
Tick des Tages
bringt keine täglichen Einträge,
kommt aber einem Blog
ziemlich nahe.


Lesetips
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Wirtschafts-
wachstum
%
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Passivisten
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Krise der
Demokratie

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Klimawandel
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Schulden
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Nationalstolz
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Eropagrün
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America first!
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Das Leben
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Frage
zur Lage

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Schwundgeld
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Migranten
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Frieden mit Gott und der Welt

Frau Merkel verspricht in New York das blaue vom Himmel. Und gerade hat in Berlin die Regierung Merkel.4 beschlossen, dass alles so weiter laufen soll. So, dass kein Autofahrer was merkt von den Maßnahmen gegen CO2. Wie immer verschiebt die Kanzlerin das Problem auf eine höhere Ebene, wo sie in Frieden mit Gott und der Welt um die Erde jettet.
 
Dass sie dazu ihr Flugzeug nicht einmal mit der CDU-Vorsitzenden und Verteidigungsministerin (von Angelas Gnaden) teilen will, ist ein Zeichen gegen die Klima-Politik auf der Ebene ihrer eigenen Verantwortlichkeit. Königin der Passivisten.
 
Hier unten auf den Straßen der Republik demonstrieren Kinder und Zwerge, während die Großen der Finanzwelt weiterhin das Wirtschaftswachstum als ihren Fetisch feiern.
 
Wirtschaftswachstum in Prozenten ist die treibende Idee hinter Energieverschwendung, Ausbeutung und Umweltzerstörung.
 
Dazu wäre viel zu sagen, wenn es nicht schon am 24.07.2019 in dieser Rubrik unmissverständlich klargestellt worden wäre.
 
Was für ein Irrsinn, für eine %-Zahl alle Vernunft zu opfern.

 
Wirtschaftswachstum oder Opium fürs Volk
 
Ein Klick und du weißt mehr!

 

Nicht nur freitags für die Zukunft

Freitagsdemo Köln, 20.09.2019

Schlecht organisiert, aber 20.000 Teilnehmer.
 
6-jährige Kinder skandieren:
 
Wir sind hier,
wir sind laut,
weil ihr uns
die Zukunft klaut.

 
Nach Muster dieses Sprech-Chors ein
13 Silben Rap mit 13 Strophen hier:
 
Doch es sind nicht nur 50 Jahre falsche Klimapolitik (davon 14 Jahre unter Klimakanzlerin Angela Merkel), sondern es sind auch 38.000 (achtunddreißigtausend) Euro Schulden, die auf jedem Kind lasten, das in der Bundesrepublik Deutschland geboren wird.
 
Und dann opponieren linke Politiker und Mainstream-Journalisten gegen die schwarze Null! Diese Null ist gar keine Null, sondern es ist die Zahl minus 3.000.000.000.000 (drei Billionen Euro Schulden). Dieser Schuldenberg wird nicht abgebaut, schwarze Null bedeutet nur, es werden keine zusätzlichen Schulden gemacht.
 
Wenn das diese Kinder wüssten! Aber sie sind noch zu klein, um solche Zahlen zu ermessen und das ganze Ausmaß des Diebstahls an ihrer Zukunft zu erkennen. Das haben ihnen die vergangenen Regierungen und deren Parteien eingebrockt.
 
Irgendwann werden sie fragen:
 
Mama, hast du damals auch CDU gewählt?
Papa, hast du damals auch SPD gewählt?

  Rob Kenius, 20.09.2019
  (zurück von der Demo)

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Satire oder Realsatire?

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Physik lernen mit
Angela Merkel

1. Die Lösung von Problemen.
 
Jedes Problem kann die Physik mit einem System von partiellen Differentialgleichungen darstellen. Deren Lösung ist äußerst schwierig und oft unmöglich.
 
Das Gesamtproblem hat aber immer eine richtige Lösung. Das ist der Zustand, genau so, wie es ist. Wer diesen Zustand nicht verändert, hat die einfachste Lösung bereits gefunden, die Möglichkeit zu handeln, aber verspielt.
<--------------------------------------------------------------------------------->
 
Wie lösen wir ein Problem, das alle angeht?

Gegen die Mehrheit der Passivisten

Die Klimawandel-Leugner werden weniger, weil es nach zwei Trockensommern, all den Waldbränden und den schmelzenden Gletschern so offensichtlich ist. Es steigt auch vielleicht die Zahl der Aktivisten, die freitags etwas verändern wollen, aber immer noch dominiert bei Wahlen und Abstimmungen die große Mehrheit der Passivisten.
 
Die Passivisten argumentieren so:
 
Der Klimawandel ist eine große Bedrohung, die uns alle betrifft;
es ist ein globales Problem und verlangt eine globale Lösung. Als Einzelner kann ich gar nichts dagegen tun, weil ich nur einer von siebeneinhalb Milliarden bin. Auch der deutsche (österreichische, schweizer, französische, belgische, italienische, niederländische) Staat ist nicht in der Lage, den Klimawandel zu stoppen, weil die CO2-Emissionen unseres Landes im globalen Vergleich nur wenige Prozent ausmachen.
 
Man denke nur an die Waldbrände in Brasilien!
 
Es ist global gesehen völlig unbedeutend, ob ich oder mein Land aktiv werden oder passiv bleiben. Also bleibe ich passiv, das ist die einfachste Lösung, weil ich schon immer Passivist gewesen bin.

 
Richtig oder falsch?
 
Die richtige Argumentation ist folgende:
 
Der Klimawandel ist eine große Bedrohung, die uns alle betrifft, also betrifft er auch mich. Ich bin betroffen und habe die Möglichkeit zu reagieren, vielleicht spüre ich sogar den Impuls, zu handeln. Ich weiß auch, dass alle betroffen sind und weiß, dass eigentlich alle handeln müssten.
 
Von all diesen Betroffenen, bin ich mir selbst aber immer die oder der Nächste, ich bin die Einzige, die ich direkt beeinflussen kann und bin der Einzige, der für mich verantwortlich ist. Also muss ich mit mir selber anfangen und etwas gegen den Klimawandel tun, für die Reduzierung von CO2, gegen die Verschwendung von Energie, gegen die Wegwerf-Mentalität.
 
Wenn alle so denken, werden alle etwas tun.
 
Gleich erkennt man, dass es dazu sehr viele Möglichkeiten gibt. Ich kann den Co2-Ausstoß verringern, indem ich nicht mit dem Auto fahre. Langfristig kann ich ein bescheideneres Auto kaufen oder gar keins mehr. Ich kann beim Autofahren auf die Klimaanlage verzichten. Ich muss nicht meinen Urlaub auf Bali verbringen.
 
Im Haushalt kann ich an jeder Ecke Energie einsparen, beim Heizen, beim Kühlen und beim Kochen. Den Fleisch- und Milchkonsum kann ich einschränken und damit gesunder leben und spare mir später auch manchen Arztbesuch.
 
Dann kann ich, wenn meine persönlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, darüber nachdenken, was mein Land gegen den Klimawandel tun kann.
 
Es gilt für die Regierung das Gleiche, was für den einzelnen Bürger gilt.
 
Etwas ändern kann jede Regierung zunächst nur im eigenen Land. Jede Regierung ist erst einmal nur für ihr eigenes Land verantwortlich, nicht für die EU und nicht für die UNO.
 
Und wenn alle so denken, werden alle etwas tun.

 
Die Passivisten sind bei Weitem in der Mehrzahl; sie dominieren die Politik und auch die meisten Diskussionen in den Medien. Und doch begehen sie einen Denkfehler. Dieser Denkfehler ist ein Fall von Schizophrenie. Politiker und Journalisten sind besonders davon betroffen.
 
Am Anfang des Gedankengangs ist das eigene Ich eins von allen, die betroffen sind. Das ist logisch. Am Ende wird das Ich aber isoliert betrachtet und verabsolutiert. Es ist ein Ich, das alleine da steht, nichts tut und nichts tun kann.
 
Bei der Erkenntnis ist die Person ein Teil der Gesamtheit, bei der Schlussfolgerung ein isoliertes Einzelwesen. Beides wird mit dem Wort Ich bezeichnet. Es handelt sich also auf einmal um zwei unterschiedliche Ichs. Ein soziales Ego, das die Bedrohung der Gesamtheit erkennt, dann aber um das Konsumego, das nur an die Befriedigung seiner Bedürfnisse denkt.

 
Wer so denkt, denkt schizophren.
 
Die Schizophrenie der Passivisten ist ein Problem, das uns alle angeht.
Also bin auch ich betroffen. Bin ich vielleicht selber schizophren, wenn ich von München nach Berlin fliege? Oder wenn ich mich nicht traue, einem Autonarren und Raser im Bekanntenkreis zu sagen, was ich davon halte? Bin ich nicht selber schizophren, wenn ich ein SUV fahre oder ein schwarzes Auto mit Klimaanlage?
 
Jede private Klimaanlage ist ein kurzsichtiger eigener Vorteil zu Lasten des Klimas und zum Schaden der Allgemeinheit.

Bin ich selber schizophren, wenn ich zu Weihnachten Kirschen aus Argentinien kaufe? Wenn ich sage, ich kann es mir leisten, man gönnt sich ja sonst nichts?
 
Merke:
Geldverschwendung ist okay, Energieverschwendung aber nicht.
 
Die Schizophrenie unserer Konsumwelt ist ein Problem, das uns alle angeht.
Beim Konsumieren ist jeder sich selbst der Nächste. Ich kaufe, was ich will und esse, was mir schmeckt, soviel, wie ich will, wann und wo ich will. Und wie ich dahin komme, wo ich hin will, ist nur meine Sache. Um das Klima sollen sich die Regierung und die Klimaforscher kümmern.
 
Und dann kam ein Mädchen aus Schweden, das nur ein einziges Ego hat, und zeigte uns, wie einfach das Denken und das konsequente Handeln einer ungespaltenen Persönlichkeit ist.
   Rob Kenius, 
   Cres/Kroatien, 25.08.2019 

 

Mehr bedeutet weniger

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Egoismus tötet, Verzicht kann uns retten.

Je mehr Menschen es auf der Erde gibt, desto weniger kann Egoismus die Lösung sein. Fragen wir zunächt einmal, was ist überhaupt Egoismus? Einfach zu erklären ist es bei Kindern und Tieren, wenn sie versuchen, das beste Stück den anderen wegzuschnappen.
 
Laut Darwin soll das gut sein, doch es findet seine Grenzen, wenn es gilt, für den eigenen Nachwuchs zu sorgen. Dann ist die Erhaltung der Art das höhere Gebot. Der Gedankengang lässt sich weiter fortführen, von der Familie zur Dorfgemeinschaft bis hin zum Sozialstaat. Je komplizierter es wird, desto mehr sind Ideologie und Religion im Spiel.
 
Und dann passiert etwas Merkwürdiges: Eine Lehre, die ursprünglich dazu da ist, den Egoismus der einzelnen Menschen zu bremsen, und das auch teilweise erreicht hat, macht viele Menschen, die daran glauben, aggressiv gegen andere, die nicht daran glauben, und besonders gegen solche, die an etwas Ähnliches glauben, an eine andere Version der gleichen Lehre. Aus der egalitären Gemeinschaft der Gläubigen hat sich Gruppenegoismus entwickelt.
 
Egoismus versteckt sich nicht nur hinter Religion, sondern auch hinter Ideologien, Strömungen, Bewegungen, sogar hinter Moden und Gewohnheiten. Egoismus wird gesteuert und gefördert von Werbung, von politischer Propaganda und von kommerziellen Medien.
 
Noch immer ist Reklame für suchterregende Stoffe nicht verboten. Die Sucht nach mehr Geld fördert die Sucht nach Nikotin und Alkohol. Es funktioniert genau so wie beim Handel mit harten Drogen. Der Impuls, mehr Geld für das eigene Ego zur Verfügung zu haben, benutzt den egoistischen Wunsch der anderen nach einem besseren Gefühl, den die Droge erst befriedigt und dann verstärkt entfacht.
 
Nicht nur Drogen haben den Effekt, dass sie Verlangen nach mehr vom gleichen Stoff erzeugen. Bei vielen Menschen wirken Zucker und Schokolade suchterregend, bei anderen Fleisch. Manche sind so schwach, dass sie ständig zu viel essen oder knabbern, harmlose Nahrungsmittel. Ihr Ego braucht das und die Reklame fordert dazu auf. Die Basis jeder Sucht ist das Verlangen, sein Ego stärker oder besser zu fühlen.
 
Über allem schwebt die Gier nach Geld, weil man mit Geld jede Sucht und fast jedes Verlangen befriedigen kann. Mit Werbung, die sehr teuer ist und oft von Süchtigen konzipiert wird, lässt sich das Suchtpotential verstärken. Geld ist in der zentralen Position und so zu einer Sucht erregenden Psycho-Droge geworden. Die Sucht nach Geld ist völlig legal, sie ist sogar erwünscht. Dass Geld suchterregend ist, erkennt man leicht an der Sucht nach Glücksspielen.
 
Genau wie man synthetische Suchtmittel und Medikamente herstellt, lassen sich gezielt geistige Drogen konzipieren. Religion und Ideologie kann zu einer Sucht werden, man nennt das Fanatismus. Da tut sich ein weites Feld auf.
 
Schon vor Jahrhunderten hat der Dichter Cervantes den verrückten Helden Don Quijote beschrieben, der süchtig nach Liebesromanen war. Heute sind es Computerspiele, Pornovideos, Filmserien und Apps auf der Touchscreen. Dieser Gehirn-Stoff erzeugt das Verlangen nach mehr und bewirkt am Ende, dass irgendwer Geld einkassiert. An der Spitze stehen die sogenannten Sozialen Medien, die den Nutzern offen ein weit reichendes Ego vortäuschen und sie heimlich informativ ausbeuten, so dass Mark Zuckerberg zum Milliardär wird.
 
Geld fördert Egoismus. Geld ist der vielseitigste Ego-Verstärker, den es gibt. Wer Geld hat, kann sein Ego ausdehnen, er kann es durchsetzen, verwirklichen, auch geschickt tarnen oder verkleiden oder streicheln lassen. Wer Geld hat, für den gibt es keine Grenzen mehr, er kann um die Welt jetten und sich zum Mond schießen lassen. Vielleicht ist Jeff Bezos der erste Egoist, der sich aus eigener Intention auf den Mond schießen lässt und hoffentlich dort bleibt.
 
Geld und Ego sind eng verschränkt und Geld hat von sich aus schon einen Dreh zum Größenwahn; denn es kann immer mehr werden. Und es wird immer mehr. Das wird zwar nicht offen kommuniziert, aber es ist eine fundamentale Tatsache unseres Finanzsystems: Geld wird mehr und mehr und mehr und zwar unkontrolliert.
 
Keiner weiß genau, wie viel Geld es gibt und wie schnell es sich vermehrt. Das ist denen, die an der Spitze der Geldpyramide stehen, auch recht so. Sie wollen mehr haben und je mehr Geld es insgesamt gibt, desto mehr bekommen sie davon ab. Das gilt auch für Staaten und Regierungen. Also unternehmen die Staaten nichts gegen die Geldvermehrung, obwohl sie nur wenig, über Steuern, davon ab bekommen.
 
Das System ist so konstruiert, dass Geld von selber akkumuliert und die Geschäfte der Top-Verdiener sind so angelegt, dass es mit großer Sicherheit bei ihnen landet. Larry Fink, der Manager von Black Rock, betreibt zu diesem Zweck einen der größten privaten Computer der Welt. Damit berechnet er die Wahrscheinlichkeit, mit der Geld sich vermehrt, abhängig von der Disposition durch zahlreiche, unkontrollierbare Anleger. Am schnellsten und sichersten vermehrt es sich bei Black Rock.
 
Egoismus gipfelt im Größenwahn. Das ist ein geistiges Krebsgeschwür, eine Krankheit, die das Ego aufbläht, es ständig füttert und doch nie satt macht. Das ideale Futter ist Geld; denn es hat einen Unendlichkeitseffekt. Das ist nichts Mystisches oder übernatürliches. Geld ist eine Zahl und Zahlen kann man beliebig fortsetzen, man kann Zahlen immer weiter zählen, multiplizieren oder prozentual vergrößern.
 
Aber halt, wieso ist Geld eine Zahl? Das hat sich ganz langsam so entwickelt. Erst gab es Münzen aus Gold und Silber, da stand eine Zahl drauf. Die war etwas größer als der wirkliche Wert. Man konnte damit Söldner bezahlen, die Wein kauften, sich betranken und in die Schlacht zogen. Dann gab es Geld aus Kupfer, Bronze und Nickel und schließlich aus Papier. Doch immer noch hieß es, die staatliche Bank ist bereit, das Geld gegen Gold oder Silber einzutauschen. Das war nur möglich, weil nie alle Geldbesitzer gleichzeitig ihr Geld eintauschen wollen.
 
Richard Nixon hat das abgeschafft. Seitdem war der Dollar nur noch Papier. Alle haben ihn weiter benutzt und den Wert weiter akzeptiert. Und jetzt im digitalen Zeitalter ist Geld nur noch eine Zahl auf einem Speicherplatz. Es wandert neun- und zwölfstellig, in Nanosekunden durch Prozessoren und Glasfaserkabel, rund um den Globus.
 
Dieses digitale verfügbare Geld ist der ideale Stoff für den Größenwahn. Dem Super-Ego sind keine Grenzen in Raum und Zeit mehr gesetzt. Es ist wie in einer Wahnvorstellung und alles scheint Realität zu sein, wenn nur genug Geld da ist. Das digitale Zeitalter bietet tausend Möglichkeiten für Egomanie und ungebremsten Egoismus. Beispiele gefällig? Da braucht man nicht lange zu suchen, es steht in den Tagesnachrichten.
 
Das digitale Zeitalter hat auch das Internet hervor gebracht, ein Medium unbegrenzter Kommunikation für alle, nicht nur für einen oder für wenige! Es zeigt uns die Bilder von Satelliten, und wir sehen, wie klein und blau der Planet ist. Das Netz präsentiert die Zahlen, wie schnell die Menschheit wächst, was sie konsumiert, was sie wegwirft und was sie verheizt, was sie verspeist und wie viel CO2 sie in die Luft bläst.
 
Alle spüren, wie das Klima sich wandelt und kaum einer glaubt, dass es harmlos ist. Eigentlich sehen alle, dass der persönliche Egoismus und der Gruppen-Egoismus ein Ende haben muss. Menschen sind keine Heuschrecken, keine Milben oder Bakterien, die ihren eigenen Lebensraum vernichten, weil sie ihre kleinen, egoistischen Triebe nicht beherrschen können. Oder doch?
 
Was viele nicht erkennen, ist, dass dieses Problem beim eigenen Ego beginnt. Es beginnt bei dir selbst. Es scheint aussichtslos, im globalen Maßstab etwas zu bewirken, aber jeder, absolut jeder, kann sein Ego reduzieren und das ist auf lange Sicht die einzige sichere Lösung, bei der nicht irgendjemand sonst noch einen Geld-Gewinn macht.
 
Gegen den Egoismus der anderen ist die beste Maßnahme, das eigene Verlangen nach mehr zu begrenzen. Und wir sollten das nach außen auch zeigen und stolz darauf sein, wenn wir auf das maximal Erreichbare verzichten.

Rob Kenius, 08.08.2019

 

Nicht nur freitags für die Zukunft

Außer der Wirtschaft gibt es nichts Lebendiges, das immer nur wächst oder immer nur wachsen soll. Wieso fordern alle permanentes Wirtschaftswachstum?
 
Die Wirtschaftsbosse sind vielleicht verblendet und glauben, dass ihr Ding immer nur wachsen soll. Aber Politiker fordern es auch und Journalisten ebenso. Warum?
 
Politiker fordern Wirtschaftswachstum, weil dann die Steuern automatisch mitwachsen, ohne dass die Steuern erhöht werden.
 
Journalisten kommerzieller Medien fordern es, weil sie überwiegend von Werbeeinnahmen leben, die von der Wirtschaft bezahlt werden.
 
Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen Anstalten fordern es, weil die Regierung es fordert, und die Anstalten ebenfalls Werbeeinnahmen haben.
 
Sie alle fordern aus eigenem Interesse permanentes Wirtschaftswachstum, weil sie immer mehr Geld haben wollen.
 
Die Finanzwelt ist die treibende Kraft. Ihr Produkt ist nur eine Zahl, das Geld. Diese Zahl entfernt sich mehr und mehr von der Realität, in der die Wirtschaft operiert.
 
Die Wirtschaft ist aber ein Prozess der sich auf dem Planeten Erde abspielt. Dieser Planet ist nicht unendlich groß. Die Geldmenge kann gegen Unendlich wachsen, der Planet und seine Möglichkeiten aber nicht.
 
Wenn die Finanzwirtschaft und die Wirtschaftslenker das nicht einsehen, sind sie kurzsichtig oder narzisstisch verblendet.
 
Wieso sehen Politiker es nicht ein und Journalisten? Sind sie weniger intelligent oder weniger realistisch als wir?

Wirtschaftswachstum
oder Opium fürs Volk

Wirtschaftswachstum, was ist das?
 
Vorwärts in alle Richtungen? Ein lohnendes Ziel? Aufschwung? Ein Postulat der Finanzwelt? Ganz einfach nur eine Zahl? Ein Fetisch oder eine Religion? Opium fürs Volk?
 
Der Begriff Zahl kommt der Realität im ersten Schritt am nächsten.
 
Immer, wenn vom Wirtschaftswachstum die Rede ist, wird von einer Zahl gesprochen, einer Prozentzahl. Wirtschaftswachstum um 2, 3, 5 bis 10 Prozent. Das ist angesagt, überall, und es wird nicht hinterfragt. Merkwürdig. Dabei sind doch so viele Fragen über das Wachstum und seine Fortsetzung ungeklärt.
 
Die erste Frage ist: Prozente wovon?
 
Die Antwort muss wieder eine Zahl sein, denn Prozente muss man von einer Zahl berechnen. Wirtschaftswachstum ist aber das Wachstum einer sehr komplizierten Sache, der Wirtschaft, und die ist ein umfangreicher Teil unseres materiellen Lebens. Um das Wachstum davon in Prozenten auszudrücken, muss man die ganze komplexe Wirtschaft mit einer einzigen Zahl bewerten oder messen.
 
Die zweite Frage ist: Geht das überhaupt?
 
Die Wirtschaft ist eigentlich ein Gewimmel von Zahlen: Einnahmen, Ausgaben, Preise, Gebühren, Einkommen, Löhne, Steuern, Eckdaten, Provisionen, Marktanteile, Rabatte, Zinsen, Verluste, Staatsausgaben, Finanzpläne... Und das Wachstum der Wirtschaft soll in einer einzigen Zahl ausdrückbar sein, die man dann um 2, 3, 5 oder 10 Prozent steigern kann oder muss? Ist das möglich?
 
Viele Experten sagen ja.
 
Die Zahl, die alles umfasst, ist das Bruttosozialprodukt. Was ist das? Genau hier setzt die Vernebelung schon ein: In der EU gilt der Begriff nicht mehr und wurde 1999 durch das Bruttonationaleinkommen ersetzt. Der zahlenmäßige Unterschied zur vorherigen Definition ist marginal. Interessant ist, was alles so dazu gehört.
 

 
Den Begriff des Bruttosozialprodukts (Gross National Product) hat Robert F. Kennedy im Jahre 1968 in einer bedeutenden Rede öffentlich angeprangert und quasi lächerlich gemacht.
 
Nach seinem Gedankengang enthält das Bruttosozialprodukt Waffen für die Armee, Werbemittel für Tabak, Alkohol und Süßigkeiten und ebenso Medizinkosten, um die Süchtigen und Übergewichtigen zu heilen. Es enthält Dienstleistungen und Trinkgelder, Konsum und Verschwendung. Aber es enthält keine Zahl, die das Wohlbefinden der Kinder misst oder den Bildungsstand oder die Lebensfreude.
 
Weniger als drei Monate nach dieser wirtschafts-kritischen Rede wurde Robert Kennedy ermordet.
 
Das Bruttosozialprodukt enthält auch Staatsausgaben, auch, wenn sie mit Kredit finanziert sind. Das hatte schon Helmut Schmidt erkannt. Es ist einfach: Eine Regierung kann das Bruttonationaleinkommen steigern, indem sie Schulden aufnimmt und das Geld an Bedürftige verteilt, für Waffen ausgibt oder sinnlos verplempert.
 
Was ist also das Wirtschaftswachstum?
 
Es ist eine Zahl, die etwas beschreibt, was nicht mit einer einzigen Zahl zu beschreiben ist. Diese Zahl wird zum Fetisch, weil sie als unabdingbares Ziel des Handelns gilt, und damit wird sie gefährlich. Das Wirtschaftswachstum ist wie eine Droge, man glaubt, je mehr desto besser, 2, 3, 5 oder 10 Prozent in die Venen, das muss es sein, das bringt den Kick.
 
Wie unsinnig das alles ist, kann man an einem abartigen Vergleich sehen: Man stelle sich vor, Menschen wollten das Aufziehen und Erziehen ihres Nachwuchses, also ihrer Kinder, mit einer einzigen Zahl bewerten, die dann so weit wie möglich zu steigern sei. Und diese Zahl, wäre die Zahl der Kinder? Oder deren Körpergröße, gemessen in Zentimetern? Oder das Gewicht der Kinder, gewogen in Kilogramm?
 
Die globale Gefahr des prozentualen Wirtschaftswachstums wurde um 1968 schon erkannt. Es ist ganz einfach eine mathematische Tatsache: Wenn man eine Größe (Zahl) regelmäßig (jedes Jahr) um einen prozentualen Faktor steigert, dann wächst diese Größe (die Wirtschaft) auf längere Sicht exponentiell. Das ist Mathematik, gegenüber der es kein Entrinnen gibt. Der Club of Rome hat es damals verkündet. Es hat sich bewahrheitet, denn seit 1968 sind mehr als fünfzig Jahre vergangen und die Wirtschaft ist fast überall exponentiell gewachsen.
 
Was bedeutet Exponentielles Wachstum?
 
Exponentielles Wachstum folgt einer Kurve, die immer steiler wird, denn der Zuwachs wird immer größer, je mehr schon vorhanden ist. Aber es wächst nicht nur eine einzige Zahl. Diese Zahl ist ja nur ein Symbol, ein Postulat, welches das allgemeine Wachstum der Wirtschaft systematisch antreibt. Das prozentuale Wachstum der Wirtschaft ist zum Fetisch geworden. Aber es wachsen viele Zahlen. Sehr viele Zahlen und Mengen, Tonnen, Zahlenkolonnen, Stunden und Kubikmeter.
 
Es wachsen Einnahmen, Ausgaben, Kreditaufnahme und Schuldenstand, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß, Warenangebot, Kaufkraft und Abfallmenge, landwirtschaftlicher Ertrag, Flächenverbrauch und die Menge an Pestiziden, an Nitraten und die Zahl an vernichteten Arten anderer Lebewesen.
 
Es wächst der Welthandel, die Zahl der Containerschiffe, die Zahl der Automobile und der Flugkilometer, es wächst die Zahl der Passagier- und Kampfflugzeuge, es wächst der Import und Export von Waffen in mehr Länder als je zuvor. Dadurch wächst die Konfliktbereitschaft, die Zahl der Milizen, der Fanatiker und es wächst die Kriegsgefahr.
 
Was nicht wächst, ist Lebensqualität.
 
Was nicht wächst, ist das Wohlbefinden. Was nicht wächst, ist die Qualität von Lebensmitteln. Was nicht wächst, ist die Zufriedenheit. Was nicht wächst, sind die Löhne der Billigarbeiterinnen in Bangladesch. Aber es wächst überall der Stress, die Belastung, die Bedrohung, die Angst.
 
Das Wirtschaftswachstum ist das Allerheiligste unserer Zivilisation, es ist die geistige Droge Nr. 1 und es treibt die große Mehrheit aller Menschen an, in allen Ländern. Aber das Wachstum treibt uns in den Untergang. Denn die negativen Begleiterscheinungen, alle Produktionsabfälle und sozialen Missstände wachsen mit.
 
Wenn aber jemand sagt, ich bin aus Überzeugung gegen das weitere Wachstum der Wirtschaft, was glaubt ihr, was mit ihr oder ihm dann geschieht? Beschimpfungen wären noch das wenigste: Abartig, Verrückt, Spielverderber, Spinner, hinterm Mond, von allen guten Geistern verlassen, durchgeknallt, kein Dunst von Ökonomie.
 
Es ist noch ein weiter Weg bis zur Einsicht in das Unvermeidbare. Die Wirtschaft ist eindimensional auf das Geld fixiert. Die reale Wirtschaft hat aus der Geldwirtschaft das Postulat übernommen, dass eingesetztes Geld und damit die ganze Wirtschaft sich prozentual vermehren muss, von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag, vom Abend zum Morgen. Das tut das Geld auch, jedes Jahr, Tag und Nacht. Das Geld vermehrt sich, unkontrolliert, durch Kreditaufnahme mit Giralgeldschöpfung und durch Gewinne, jetzt aber überwiegend in der Finanzwelt.
 
Geld ist längst schon in Überfluss vorhanden und für den Geldeinsatz in der Wirtschaft gibt es keine finanziellen Grenzen mehr. Alles ist finanzierbar und sei es noch so verrückt: Der bemannte Flug zum Mars, Maut auf allen Straßen, die Mauer nach Mexiko, Privatbesuche auf dem Mond, die Aufrüstung des Weltraums.
 
Es ist, als wenn eine höhere Macht ein suchterregendes Gift ausgestreut hätte. So vergiftet man heutzutage Ratten mit einem Stoff, der sie erst nur süchtig macht und dann tötet. Durch den Suchteffekt locken die ersten, die das Gift entdeckt haben, die anderen Ratten an, ehe sie krepieren, so dass die ganze Population im Bereich des Giftes vernichtet wird. Dieses suchterregende Gift ist für den Menschen das prozentuale Wirtschaftswachstum, gemessen in Geld.
 
Die Vernichtung der eigenen Umwelt haben bereits andere, viel primitivere Lebewesen schon vorexerziert, wahrscheinlich, weil sie zu dumm waren, über sich selbst als Spezies zu reflektieren. Man kann so etwas in der Erdgeschichte, aber auch heute in der Natur beobachten: an Bakterien, an Milben und Heuschrecken. Die fressen und mästen und vermehren sich immer weiter, bis sie den eigenen Lebensraum vernichtet haben.
 
Zurück zum Anfang dieser Analyse über Wirtschaftswachstum
Rob Kenius, 24.07.2019
Letzte Bearbeitung 27.09.2019

So ganz langsam bewegt sich was

Das verwunschene Wort Steuern wird ausgesprochen

Es bewegt sich etwas in der Steuerdebatte.
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet am 07.07.2019 darüber. Endlich haben Politiker erkannt, dass mit Reden und Versprechen allein kein Staat zu machen ist. Man braucht zusätzlich Geld und das ist überwiegend in den Händen der Finanzwelt.
 
Jahrelang hat man sich damit begnügt, Schulden zu machen und diese Last den nachfolgenden Regierungen und späteren Generationen (Kinder und Enkel) aufzubürden. Das kann nicht ewig so weitergehen. Man muss sich das Geld nicht in der Finanzwelt leihen, sondern es in Form von Steuern dort abholen, wo es ist.
 
Staatsschulden sind immer ein Geschenk an diejenigen, welche die Zinsen kassieren. Die Lage wird dadurch verschärft, dass multinationale Konzerne extrem wenig Steuern und viele Internet-Riesen gar keine Steuern zahlen, vor allen Dingen nicht in den Ländern, in denen sie am meisten Geld verdienen.
 
Das Problem ist inzwischen auf den obersten Ebenen der Politik, bei den internationalen Organisationen der Jet-Flieger gelandet und wird dort schon vornehm diskutiert: Bei G7, G20 und OECD.
 
In der OECD sind 129 Länder organisiert und nur wenige der 129 Länder profitieren von Steueroptimierung und Gewinnverlagerung wie z.B. die Schweiz. Zum Glück sind wirtschaftlich große Länder betroffen, auch die USA, Deutschland, Australien und Kanada, aber am meisten große Schwellenländer wie Indien und Brasilien, die sehr dringend Geld benötigen.
 
Aber leider ist es so:
Je höher die Ebene der politischen Diskussion, um so weniger fruchten die Ergebnisse auf dem Boden der Realität. Das ist deutlich an den Klima-Beschlüssen zu erkennen. Alles, was auf höchster Ebene Politikerinnen (an erster Stelle die Klimakanzlerin) und Politiker verkünden, bleibt globale Vision, es wird zeitlich enorm verzögert, inhaltlich verwässert und bietet genügend Spielraum für nationale Hintertüren, für Schummelei und Intransparenz. Die Politiker nennen das Realitätspolitik und Interessenausgleich.
 
Zu Hause angekommen, heißt es dann: Das können wir nicht hier (in Berlin), sondern nur auf globaler Ebene lösen. Dabei weiß jeder Depp, dass auf globaler Ebene das mächtigste Land der Welt immer gegen alles ist. Wie schizophren dieses Global-Argument ist, wurde bereits analysiert: Wie lösen wir ein Problem, das alle angeht?
 
Steuern kann man bisher nur auf nationaler Ebene erheben. Das Zauberwort heißt Quellensteuer. In diesem Fall die Umsatz-Quellensteuer. In Härtefällen sogar in ihrer Höhe auf einzelne Konzerne zugeschnitten. Das ist die gleiche Taktik, nach der Luxemburg und Irland für Amazon und Google spezielle Gesetze erlassen haben, um die anderen EU-Staaten zu hintergehen.
 
Wer sich ausgiebig und aktuell über die Beziehungen zwischen Staaten und Finanzwelt, über Geldflut, Schulden, Gewinnverlagerung und deren Bekämpfung durch Steuern informieren will, findet all das in diesem Buch:
 
Ein Klick und du weißt mehr.

Leben im Geldüberfluss.
Umwelt und Politik im Griff der Finanzwelt.

Vorgestellte Steuermodelle:
Umsatz-Quellensteuer,
Soziale Quellensteuer,
Gestaffelte Mehrwertsteuer
(auch geeignet als flexible CO2-Steuer).
Erschienen Juni 2019.


Man kann es nicht oft genug sagen!

Zwei Ohrfeigen für die Demokratie

Kaum ist die Wahl zum Europäischen Parlament gelaufen, da wird klar, dass dieses Parlament nichts zu sagen hat. Die Entscheidungen sind Sache der sogenannten Gipfeltreffen, das bedeutet: Es entscheidet das Geschacher der Regierungs-Chefinnen und Regierungs-Chefs.
 
Die gute Nachricht ist: Es sind zwei Frauen auserwählt: Christine Lagarde und Ursula von der Leyen. Die schlechte Nachricht ist: Es wird dadurch nicht besser mit der EU. Was die Buchstaben E und U aktuell bedeuten, ist hier dargestellt:
 

 
Früher nannte man das, was da geschieht, Hinterzimmer-Politik, aber das ist es nicht genau. Es wird telefoniert, gekungelt und um die Ecken getwittert. Im Hinterzimmer aber sitzt, wie Harald Schmidt so schön formuliert hat, im Hinterzimmer sitzt das Parlament, das nur noch zustimmen darf.
 
Idiotisch ist, dass dieses Hinterzimmer so riesengroß und mit 751 Personen besetzt ist, die auch noch zehn mal so viele Angestellte benötigen, um in 24 Sprachen ja sagen zu können. Dass man sich nicht vor der Weltöffentlichkeit schämt, ist kaum zu fassen.
 
Jeder, der in der EU lebt und selber denkt, muss sich möglichst sofort mit den Strukturen der EU vertraut machen. Das wird hier in 15 - 20 Minuten erledigt.

 

Worte zur Lage der Nation

Nationalstolz 4.0

Deutsch ist eine Sprache, nicht ein Land. Nationalismus ist von gestern und hat vielen Menschen viel Unglück und Krieg gebracht. Übersteigertes Nationalbewusstsein ist immer eine Bedrohung für alle anderen, die nicht zur Nation gehören.
 
Die stärkste Bedrohung dieser Art geht von den USA aus. Die USA sind ein Land, das 200 Jahre lang seine Grenzen erweitert hat und in seinem Expansionsdrang nicht zur Ruhe kommt. Man will offenbar die ganze Welt besitzen und hat die halbe Welt schon besetzt. Länder, die noch nicht besetzt sind, werden bedroht und sanktioniert.
 
Das umgekehrte Konzept hat China bisher verfolgt. Man lebt seit dreitausend Jahren im gleichen Raum. China nennt sich das Land der Mitte und meint die gefühlte Mitte Asiens. Nichts deutet darauf hin, dass China andere Gebiete der Welt erobern will.
 
Eine solche Einstellung, nicht expansiv zu denken, wäre auch ein gutes Konzept für unser Land gewesen, das in der tatsächlichen Mitte Europas liegt. Bekanntlich sahen zwei oder drei Generationen von deutschen Nationalisten und Nazis das anders. Es hat zu sinnlosen Schlachten und Morden geführt.
 
Europa ist geografisch der komplizierteste Erdteil und das Land in der Mitte Europas ist dabei in der schwierigsten Lage. Das ist keine Entschuldigung für Nationalismus, sondern ein Hinweis darauf, dass Nationalismus in dieser Position Wahnsinn ist.
 
Wenn ein Land keinen Nationalismus braucht, dann ist es genau dieses Land der Mitte, wo man die deutsche Sprache spricht. Und das ist nicht mal ein Alleinstellungsmerkmal. Österreich, Schweiz und Luxemburg liegen ebenfalls ziemlich in der Mitte, man versteht dort Deutsch und spricht deutsche Dialekte. Das zeigt, wir sind nichts Besonderes und sind vor allen Dingen keine besondere deutsche Rasse.
 
Wer das Land in der Mitte abriegeln will, hat viel zu tun, es ist quasi unmöglich. Wer eine Firma aufbauen und sich etablieren will, hat ebenfalls viel zu tun, denn die Qualitätsanforderungen sind hoch. Das liegt daran, dass bei der Position in der Mitte die Mittel zur Steigerung der Qualität von Arbeit und Produktion so vielseitig sind. Von allen Seiten kommen gute Waren und fähige Leute ins Land und stehen hier unter großem Qualitäts- und Leistungsdruck.

   Die sechs Herren auf diesem Bild sind von Prag
   nach Köln gereist, um eine Montage auszuführen.

Unter diesen Bedingungen hat sich die deutsche Sprache entwickelt, sie ist präzise und flexibel zugleich. Ihre Beherrschung ist die zentrale Voraussetzung, um als Fachkraft oder Migrant hier zu bleiben und Erfolg zu haben. Wer kommt und was bringt, kann gerne mitmachen. Mehr soll zu diesem Thema hier und jetzt nicht gesagt werden.

Alles Gute kommt von oben?

Deutschland scheint mehr als andere Länder Probleme mit seinen Regierungen zu haben.
Das Vertrauen ist groß, die Kontrolle ist schlecht. Das gilt auch für viele regierungsnahe Organe: Verwaltung, Schulen, Polizei, Bundeswehr, Geheimdienst usw.
 
Die Regierungen und ihre Organisationen sind offenbar von den hohen Qualitätsanforderungen, die sonst hier gelten, ausgenommen. Man findet sich damit ab, schlecht regiert, schlecht unterrichtet, schlecht verwaltet und schlecht überwacht zu werden.
 
In den letzten Jahrzehnten ist ein weiteres staatlichens Manko hinzugekommen.
 
Wir werden schlecht informiert, obwohl gerade in der heutigen Zeit präzise Informationen besonders nötig wären. Gemeint sind hier an erster Stelle die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk- und Fernseh-Anstalten. Deren Qualität an objektiver und vielseitiger Information ist in dreißig Jahren stark und permanent gesunken und erreicht ständig neue Tiefpunkte.
 
Je höher die Einschaltquoten, desto mehr Regierungsnähe und Anpassung an den Mainstream. Das gilt besonders krass für die Tagesschau, die Informationssendung mit der höchsten Reichweite. Dort erfährt man nur noch die offizielle Sicht der Regierung, ähnlich wie in einem Land, in dem es keine Meinungsfreiheit gibt. Das ist kein Grund, stolz auf unser Land zu sein.
 
Hinzu kommt, dass nicht nur Informationen, sondern auch Meinungen gezielt gelenkt werden. Da geht es oft in die nationale Richtung: Es wird Nationalstolz generiert. Wegen Fußball, wegen Olympia, wegen der deutschen Autos und wegen des hohen Lebensstandards, fast wie in den USA. Deutschland ist erfolgreich, weil es die zentrale Produktionsstätte Europas ist. Das ist kein Wunder, es wäre eher eine Panne, wenn es nicht so wäre. Kein Grund stolz oder überheblich zu sein.
 
Wer braucht Nationalstolz? Nationalstolz und die damit verbundenen Reden und Riten sind ein Zeichen von Komplexen und von Dummheit, sie sind kein Ersatz für Qualifikation, wie sie hier in diesem Land der Mitte in verstärktem Maße verlangt wird. Tut mir leid, Kumpels , das musste an dieser Stelle einmal gesagt werden.

Rob Kenius, 29.06.2019


Kein Grund zum Feiern

Europa kann noch nicht ergrünen.

Ein schöner Erfolg für die deutschen Grünen. Dieser Wahlerfolg wurde maßgeblich von Youtubern bewirkt, also von alternativen online-Medien, zu denen sich auch kritlit.de zählt, genau wie Telepolis, KenFm, NuoViso.tv, Nachdenkseiten und viele andere, die sich nicht nur per Video und nicht nur auf amerikanischen Platformen präsentieren.
 
Der Euphorie müssen aber ein paar unpopuläre Fakten entgegengehalten werden, damit nicht die Meinung entsteht, es sei mit der Europawahl etwas für die Zukunft des Planeten oder für die Verbesserung der Demokratie in der EU erreicht worden.
 
Es gibt 17 Grüne zusätzlich im Parlament von 751 Abgeordneten. Das ist ein gutes Zeichen, mehr nicht. Die Ohnmacht des gesamten Parlamentes wird dadurch nicht beseitigt.
    Das EU-Parlament ist die schwächste von vier Institutionen:
  • Gipfeltreffen
  • Kommission
  • Ministerrat
  • EU-Parlament
  • Ein Klick und du weißt mehr.
     
    Das EU-Parlament hat nicht die Funktion eines Parlamentes:
  • Keine Wahl der Regierung (Kommission)
  • Keine Gesetzesinitiative
  • Keine Verfügung über die Finanzen
  • Es kann die anderen Gremien nicht überstimmen
Nach wie vor ist die Struktur der EU demokratiefeindlich:
 
Drei von vier Gremien werden von den einzelnen Nationalstaaten eingesetzt und nach Wahl der dortigen Regierungen und Parteien mit Politikern beschickt. Das geschieht nach taktischen Erwägungen und ist teilweise ein Abschieben von ausgedienten oder unbeliebten oder auch verdienten, aber erfolglosen Parteigenossen.
 
Das gute Abschneiden der Partei Die Partei, die jetzt mit zwei Vertretern im EU-Parlament sitzt, ist ein Zeichen dafür, dass viele Wähler Parteien nicht mehr ernst nehmen, weil sie erkannt haben, dass die politische Partei an sich ein Auslaufmodell ist.
 
Das Ergebnis der EU-Wahl 2019 in Deutschland ist ein positives Zeichen, das junge Leute gesetzt haben. Es ist kein politischer Erfolg, weil der demokratischen Wahl des Parlamentes keine demokratische Praxis in der EU entspricht.

Nach der Wahl: Aktionstheater

Das erste Wahlergebnis, nachdem alle Torten-Diagramme vorgestellt sind, ist ein hektisches Theater um mögliche Kommisionspräsidenten. Dabei ist, EU-typisch, kein eindeutiges Verfahren festgelegt, wie und von wem der Kommissionspräsident bestimmt wird. Es läuft darauf hinaus, dass die Regierungs-Chef/inen es auskungeln.
 
Mit der Parlamentswahl und mit Demokratie hat das nichts zu tun. Der Kampf um Meinung und Macht geht weiter.


Eine Frage zur Lage der Nation
 
Frage des Tages: Warum hören Politiker nicht
auf Wissenschaftler?


Hört auf Wissenschaft und auf kritlit.de!

Warum hören Politiker nicht auf Wissenschaftler?
 
Das ist eine brennende Frage, die von protestierenden Schülern und Your-Tubern gestellt wurde, doch die Antwort ist banal:
 
Wissenschaftler gehören zum ohnmächtigen Volk, das keine politische Macht besitzt. Schüler und Studenten ahnen das nicht, weil in ihrer Welt die Wissenschaft einen hohen Rang hat. Das sollte in einem fortschrittlichen Staat auch so sein. Doch die Bewertung von Wissenschaftlern sieht in der Politik anders aus.
 
Politiker hören nicht auf Wissenschaftler, auch nicht auf Ärzte oder Ingenieure, nicht auf Apotheker oder Architekten, auch nicht auf Kreative oder auf Philosophen, genau so wenig wie auf allein erziehende Mütter, Paketzusteller oder Hartz4-Empfänger. All diese Gruppen sind im politischen System nicht präsent. Sie sitzen nicht in angemessener Zahl in den Parlamenten, sie haben keine Lobby, machen keine namhaften Parteispenden und haben keinen Einfluss auf die offiziellen Medien, erst recht nicht auf Parteivorstände, Minister oder Staatenlenker.
 
All diese Gruppen sind machtlos, genau wie 95% aller Bürger, weil sie zu den 95% gehören.
 
Viele glauben daran, dass von der Stimmabgabe bei einer Wahl starke Impulse und dauerhafte Richtungsänderungen ausgeben. Doch die Entscheidungen der Regierung basieren nicht auf dem Willen und dem Wunsch ihrer Wähler, sondern auf dem Abwägen von Interessen.
 
Wenn man regierende Politikerinnen und Politiker fragt, warum sie sich so und und nicht so entscheiden, sagen sie immer das Gleiche: Wir müssen alle Interessen gegeneinander abwägen, das ist Realpolitik.
 
Was heißt hier abwägen und welche Interessen sind das?
 
An erster Stelle stehen die Interessen der Finanzmacht. Denn die Macht der Finanzen ist größer als die Macht der Staaten. Schon deshalb, weil sie global wirkt. Und die Macht der Finanzwelt steigt mit der Geldmenge. Das große Geld kann in Bruchteilen von Sekunden auf dem ganzen Globus eingesetzt werden, bei Tag und Nacht.
 
So etwas kann keine Staatsmacht, es sei denn mit einem Druck auf den roten Knopf. Doch diese Macht, Massenvernichtungswaffen einzusetzen, ist nicht geeignet, die Finanzmacht unter Kontrolle zu bringen und auch nicht die Drohung mit dieser Option. Das Gegenteil ist der Fall.
 
Militärische und nukleare Rüstung ist neben Finanztransaktionen eins der lukrativsten Geschäfte, was sich täglich an der Börse zeigt. Bomben und Raketen haben keine Wirkung gegen finanziellen Druck auf Regierungen. Sie helfen nicht gegen Korruption und Schulden. Krieg schadet an erster Stelle den einfachen Menschen, den Soldaten und sesshaften Bürgern, nicht den Banken und Finanziers.
 
Die zweite Gruppe, welche Politik steuert, mehr als die Stimmen der Wähler, sind die Führer der Wirtschaft. Sie bestimmen über Beschäftigung, Löhne, Preise und Steuern. Der Staat lässt ihnen die Freiheit, nach eigenem Ermessen Menschen in lohnende Arbeit zu bringen oder auch nicht. Sie können Konsumenten mit brauchbaren Produkten beliefern oder auch nicht und ihre Produkte zu angemessenen Preisen anbieten oder nicht. Internationale Konzerne können Steuern in einem Land zahlen oder auch nicht.

    Umgekehrt ausgedrückt: Die Wirtschaft, insbesondere große Konzerne, können den Menschen
  • Arbeit und Lohn entziehen,
  • sie dürfen jeden Konsumschrott verkaufen,
  • sie können mit einer Alleinstellung auf dem Markt, z.B. mit Patenten in der Pharmazie, hundertfach überhöhte Preise nehmen
  • und durch Gewinnverlagerung den Staaten, in denen sie ihr Geld verdienen, die Steuern entziehen.

  • All das wird von Regierungen und den regierenden Parteien seit Jahrzehnten akzeptiert und nicht aktiv bekämpft, weder in den einzelnen Nationalstaaten noch in der Europäischen Union.

Das politische Personal, das in herkömmlichen Parteien seine Karriere macht, hat weder die Kompetenz noch den Willen, die Interessen der Wirtschaft zu kontrollieren und ihren Auswüchsen entgegen zu treten. Die Politik überlässt den Konzernen ihre Gewinne und die Verteilung dieser Gewinne nach eigenem Ermessen, auf Shareholder, Manager und Mitarbeiter. Dabei steht eindeutig fest: Ohne die Infrastruktur der Staaten, ohne die Leistung der Mitarbeiter und ohne die willige Masse der Konsumenten wären diese Gewinne nicht möglich.

    Politiker richten sich, wie auch die Wirtschaftslenker, nach ihren eigenen, persönlichen Interessen.
  • Da ist an erster Stelle die Wiederwahl,
  • an zweiter Stelle das Einvernehmen der Finanzwelt und der USA,
  • an dritter Stelle sind es die Interessen der Wirtschaft
  • und erst an vierter Stelle kommt bei Berufspolitikern das Wohl der Wähler.

Der Schutz des Lebensraums für kommende Generationen ist vom Wohl der Wähler nur eine Komponente in Konkurrenz mit dem Erhalt der Arbeitsplätze, der inneren Sicherheit, der Bildung, den Renten, der Gleichberechtigung, der Integration, der Barrierefreiheit usw.
 
Umweltschutz hat für Politiker also keine Priorität, es sei denn in der Wahlwerbung. Nach der Europawahl wird sich bald zeigen, dass in den folgenden Wahlkampagnen das Versprechen Umweltschutz eine größere Rolle spielen wird. Wahlversprechen und Wahlen beeinflussen aber nicht die Interessenlage, wonach Regierende ihre Entscheidungen treffen.
 
Deshalb sind Wissenschaftler, auch wenn ihre Erkenntnisse in Wahlergebnisse münden, genau so unmündig wie alle anderen.
 
Der Kampf um Meinung und Macht geht weiter. Das wichtigste Feld ist jetzt die Energiepolitik.
Ein Klick und du weißt mehr.

Rob Kenius, 27.05.2019
Alles verschwindet im Schwarzen Loch

Das Schwarze Loch der Finanzindustrie

Um zu verstehen, was ein Schwarzes Loch im Kosmos ist, muss man nicht die Allgemeine Relativitätstheorie beherrschen. Auch mit weniger Kenntnissen in Physik lässt sich das Phänomen anschaulich erklären:

So wenig Physik wie möglich

In jedem Atomkern befinden sich die schweren Teilchen Proton und Neutron. Protonen mit einer elektrisch positiven Ladung stoßen sich eigentlich gegenseitig ab, werden aber durch die Starke Wechselwirkung im Kern zusammengehalten. Die Starke Wechselwirkung überwindet elektrische Abstoßungskräfte.
 
Wie jede Masse haben diese schweren Teilchen aber auch Gravitationskräfte, die zwar viel schwächer sind als die Starke Wechselwirkung und schwächer als die elektrostatische Kraft, aber in großen Ansammlungen von Masse haben sie trotzdem entscheidende Wirkung Das nächstliegende Beispiel dafür ist unsere Sonne.
 
Die Sonne ist eine riesige Ansammlung von Masse in ihrer einfachsten Form, ursprünglich in Form von Wasserstoff. Die Gravitation bewirkt dann, dass durch den Druck im Innern der Sonne Kernfusionen stattfinden können. Wasserstoff wird zu Helium und dabei wird Energie in riesigen Mengen freigesetzt. So profitiert die Erde im sicheren Abstand von der Sonnenstrahlung durch Kernfusion.

Wie entsteht ein Schwarzes Loch?

Der Prozess der Verschmelzung von Atomkernen setzt sich in einem sonnenähnlichen Plasma immer weiter fort. So kann die Gravitation, also die Anziehung der Masse, die wir hier auf der Erde als Gewicht wahrnehmen, dazu führen, dass sich kosmische Masse von selber nur durch die eigene Anziehungskraft zu einer riesigen Ansammlung von Protonen und Neutronen zusammenzieht, bis die Anziehungskraft so groß ist, dass selbst das Licht in der Gravitation versinkt.
 
Eine solche Ansammlung von Kernmasse nennt man ein Schwarzes Loch. Alles stürzt hinein, nichts dringt mehr nach außen. Diese Theorie hat den Vorteil, dass sie nicht widerlegt werden kann, denn Schwarze Löcher sind per Definition unsichtbar.
 
Der Philosoph Karl Popper hat aber die Ansicht vertreten, dass eine Theorie falsifizierbar sein muss. Das ist also ein weiteres Problem. Wenn aber doch etwas sichtbar werden würde, könnte man Schwarze Löcher nicht nur postulieren, sondern dingfest machen.
 
Das ist jetzt geschehen. Wir können auf einem raffiniert erzeugten Bild so etwas wie einen Strudel an glühender Masse erkennen, der sich um einen absolut schwarzen Kern herum bildet.


Dieses Schwarze Loch ist eine Fälschung. Das Foto zeigt eine leere, grüne Regentonne von innen. Das Bild ist so weit abgedunkelt, dass der Boden schwarz erscheint.

Die Crux der Allgemeinen Relativitätstheorie

In der allgemeinen Relativitätstheorie treten die Schwarzen Löcher als Singularitäten auf. Etwas im Nenner der Lösungsgleichungen geht gegen Null. Das würde unendliche Masse in einem Punkt bedeuten, etwas, das es in der Realität nicht geben kann. Deshalb hat Einstein an der Existenz Schwarzer Löcher gezweifelt. Der Fehler in der Gravitationstheorie besteht aber darin, dass sie die Quantenphysik nicht berücksichtigt.
 
Die theoretisch ermittelten Singularitäten können in der Realität maximal einer Anhäufung von Protonen und Neutronen entsprechen, sie befinden sich in einem Zustand, der prinzipiell nicht beobachtet werden kann. Die Schwarzen Löcher sind also nicht singulär, wie die Theorie ergibt, sondern sie haben wie Atomkerne eine reale Ausdehnung. Auch das wird auf dem jetzt veröffentlichen Bild deutlich.

Dieses Schwarze Loch ist ebenfalls eine Fälschung. Das Foto zeigt ein Loch im schwarzen Asphalt, auf das ein Flicken gesetzt ist. Die Farben sind mit Photoshop erzeugt, indem die Farbintensität extrem gesteigert wurde.

Auch die Geldmenge tendiert zu Singularitäten

Schwarze Löcher haben eine auffallende Analogie in der Finanzwelt von heute. Wir beobachten ähnliche Phänomene:
 
Es gibt Geldansammlungen von so riesiger Masse, dass die Geldmenge in diesen Zentren unvorstellbar groß ist. Wir können zwar Zahlen nennen, aber wir können das dadurch erfasste Geld nicht zählen und uns die Menge nicht konkret vorstellen. Niemand hat einen Begriff davon, was Milliarden und neuerdings Billionen an Geld bedeuten. Ob Dollar oder Euro oder Franken oder Pfund spielt dann keine Rolle mehr.
 
Der zweite Effekt, den das Geld mit der Materie im Weltall gemeinsam hat, ist der, dass es sich mit einer eigenen Kraft, ähnlich der Gravitation selbst anzieht und quasi automatisch in Zentren ansammelt. Wir verfolgen das seit Jahrzehnten, wie Geld sich in immer weniger Händen zu immer größeren Mengen anhäuft. Es bündelt sich und konzentriert sich in Organisationen wie Black Rock. Der Name ist nicht zufällig dem Begriff Schwarzes Loch sehr ähnlich. Die Betreiber wissen, was sie wollen.
 
Eine weitere Ähnlichkeit zwischen Schwarzen Löchern und den Zentren der Finanzindustrie besteht darin, dass kein Licht nach außen dringt. Es herrscht totale Intransparenz.
 
Geld konzentriert sich so, dass es wachsende Gravitation auf sich selber ausübt und nur noch seinen eigenen Gesetzen unterliegt, das heißt es löst sich aus der realen Wirtschaft und verliert seinen Sinn als Schmier- und Antriebsmittel für wirtschaftliche Unternehmungen. Geldverdienen mit Geld ist längst schon einträglicher geworden als Geldverdienen in der Realwirtschaft.

Firmen ohne primäre Gewinnabsicht

Durch diesen Effekt der Finanzkonzentration hat sich ein neuer Typ von Unternehmen entwickelt. Amazon und Facebook waren die ersten weltbekannten Beispiele. Es sind Unternehmen, die durch ihr operatives Geschäft in der realen Wirtschaft zunächst keinen Gewinn oder nur sehr geringen Gewinn erwirtschaftet haben. Der große Coup für die Eigentümer kam erst beim Börsengang, beim Verschmelzen mit der globalen Geldmacht.
 
Die Finanzwirtschaft operiert wie ein Schwarzes Loch, sie hat Geld in immer größeren Mengen angezogen und sucht nach Geldanlage, um den Betrag weiter zu vermehren. Geldvermehrung durch Disposition von Geld ist das Geschäft. Und dazu ist die Börse da. An der Börse wird jetzt nicht mehr nach Firmenwert oder Firmengewinn gefragt und disponiert, sondern nach dem zu erwartenden Kursgewinn, der aber durch die Geldanlage selber generiert wird. Man setzt dabei auf die Größe, weil nur die Größe garantiert, dass die größten globalen Anleger darauf setzen.
 
Nach dem ersten Börsengang steigt der Wert weiter mit dem Anstieg der Aktienkurse. Die sogenannte Marktkapitalisierung sagt: Dieses Unternehmen ist ein paar hundert Milliarden Dollar wert und Jeff Bezos ist dann der reichste Mann der Welt, weil er als Eigentümer gilt und einen guten Teil der Aktien besitzt. Ähnliches gilt für Mark Zuckerberg.

Dieses Bild kommt dem Foto vom Schwarzen Loch sehr nahe. Es könnte echt sein, ist aber ebenfalls eine Fälschung und zeigt nur ein weiteres schwarzes Loch im Asphalt.

Geldgewinn an der Börse ohne materiellen Ballast

Das Beispiel Amazon und Facebook hat inzwischen gezündet und Nachahmer sind bewusst am Werk. Gesucht sind Geschäftsideen, die man global inszenieren kann, ohne Rücksicht auf Firmengewinne. Solche Firmen benötigen, wie schon Facebook, keine materielle Substanz, die erst langsam aufgebaut werden müsste in Form von Fabriken, Warenlagern, Fuhrpark. Man benötigt auch keine gut ausgebildete und fair bezahlte Belegschaft.
 
All das braucht so eine Geschäftsidee nicht, weil die Börse nicht danach fragt. Es genügt eine Software, welche die Expansion fördert, die sich von selbst vervielfältigt, die als App herunter zu laden ist und jeden befähigt mitzumachen, als User oder als Selbstvermarkter, Selbstfahrer oder Kleinstunternehmerin. So strukturiert sind jetzt die Fahrdienste, Sharing-Systeme und bisher waren es schon die sogenannten Sozialen Medien.
 
Die Erfinder verzichten ein paar Jahre auf Gewinn und darauf, eine wertvolle Struktur aufzubauen, was in der gewünschten Geschwindigkeit auch gar nicht möglich wäre. Sie vertrauen darauf, dass der Sog und die Anziehungskraft des Geldes sie am Ende reich machen wird. Sie kämpfen ohne Gewinnabsicht mit der Unterstützung von Risikokapital, bis ihnen der Börsengang gelingt und die Geldmaschine sich selbst den Gewinn ausschüttet.

Der Mittelstand verschwindet im Schwarzen Loch

Leider wird dabei viel reale Wirtschaft zerstört. Amazon hat in den USA den Buchhandel marginalisiert und attackiert jetzt den globalen Einzelhandel. Die Fahrdienste müssen das Taxigewerbe und die öffentlichen Verkehrsmittel zerbröseln, um die Position als Marktführer zu erreichen, die dann Black Rock dazu bewegt, beim Börsengang mit hundert Milliarden einzusteigen.
 
Wie ein Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße Sterne verschlingt, so verschlingt die konzentrierte Geldmacht mittelständische Unternehmen in der realen Wirtschaft auf der ganzen Welt und die politischen Parteien der Mitte schauen zu.
 
Aber Halt! Es gibt da einen riesigen Unterschied!

Das runde Symbol überlagert ein Schwarzes Loch der globalen Finanzansammlung und ist ein Hinweis darauf, dass man die absurden Regeln der Finanzindustrie von Staats wegen überall sofort entsorgen sollte.

Geldansammlung ist kein Naturgesetz

Die Schwarzen Löcher in der Tiefe des Weltalls folgen Naturgesetzen der Physik. Auch wenn wir sie hier nicht genau beschreiben können, eins ist sicher, diese Gesetze sind von Menschen nicht beeinflussbar, sie sind unabhängig davon, ob auf dem Planeten Terra intelligentes Leben existiert oder nicht.
 
Die Gesetze des Geldes aber und das Geld selbst sind vom Menschen gemacht und können von Menschen abgeschafft, geändert oder neu erfunden werden. Es sind nur ein paar einfache Regeln der Mathematik einzuhalten, denn Geld ist in erster Linie eine Zahl.
 
Wenn wir sehen, wie die Finanzwelt als treibende Kraft nicht nur Umwelt, Leben und Zukunft zerstört, sondern auch die Wirtschaft, für die das Finanzwesen einst als Dienstleister angetreten ist, dann müssen wir die Spielregeln radikal ändern.
 
Alle Mechanismen, die begünstigen, das Geld sich ständig vermehrt, dass es sich von unten nach oben verteilt, sich, wie durch Gravitation angezogen, zusammenballt, all das muss so schnell wie möglich außer Kraft gesetzt werden:

Der Staat kann steuern, wenn er will

  • Abschaffung der Giralgeldschöpfung durch Privatbanken.
  • Steuern auf alle Finanztransaktionen insbesondere auf den Hochfrequenzhandel.
  • Deutlich höhere Steuern auf Finanzgewinne, höher als auf Löhne und Gehälter und auf Erträge der realen Wirtschaft.
  • Eine satte Erbschaftssteuer, die verhindert, dass Geldansammlungen von Generation zu Generation immer mehr akkumulieren.

Auch die Gewinnverschiebung in Steueroasen lässt sich von außen verhindern, indem man den Geldfluss in und von diesen Kleinstaaten aus durch hohe Transaktionsgebühren belastet oder Geldüberweisungen dorthin und von dort her ganz unterbindet. Außerdem kann jeder einzelne Staat mit Quellensteuern zulangen.
 
Geld, das auf den Cayman-Inseln eingefroren ist, verliert seine Anziehungskraft, es kann keinen Schaden in der realen Wirtschaft mehr anrichten. Es ist totes Schwarzgeld. Diese dunkle Materie kann man nur noch in Koffern transportieren, bis die Polizei und der Zoll wie beim Drogenhandel zugreifen.


Dieses Verbotsschild soll andeuten, dass Abdrücken von Schwarzgeld in schummerigen Kleinstaaten im höchsten Grade anrüchig ist.
Rob Kenius, 12.04.2019
letzte Überarbeitung 07.10.2019
Menschen ohne Meinung

Warum so stumm im Publikum?

Weil die Kommunikation zwischen unten und oben nicht klappt und es keine öffentliche Meinungsbildung gibt, folgen Unzufriedene leicht Parolen auf Twitter-Niveau. Je nach Temperament maulen sie herum, fluchen laut oder gehen randalierend auf die Champs-Élysées.
 
Es fehlt an Medien und Mustern für konstruktive Auseinandersetzung und Einflussnahme auf die Politik. Wahlen, offizielle Nachrichten und Talkshows täuschen etwas vor, das es nicht gibt:

Demokratische Meinungsbildung und öffentliche Gesprächskultur

Wie kommen politische Entscheidungen zustande? Jeder glaubt es zu wissen, aber wir wissen es nicht wirklich. Wir wissen, wie eine Wahl abläuft: Millionen gehen an einem Tag zur Wahlurne und werfen Zettel ein, auf welche sie Kreuze gemacht haben. Was danach geschieht, entzieht sich ihrer Kontrolle.
 
Wir haben Parteien und deren Kandidaten gewählt. Es kommen nur Kandidaten in die Parlamente, die von Parteien aufgestellt wurden. Wer hat sie vorgeschlagen? Wie groß ist der Einfluss des Parteivorstandes? Wir wissen es nicht.
 
Nach der Wahl gibt es Koalitionsverhandlungen. Wenn ein Ergebnis zustande kommt, wird uns dies in den Nachrichten mitgeteilt. Wie kommt das Ergebnis zustande? Wie laufen die Gespräche ab? Wer gibt den Ton an? Wir wissen es nicht, denn die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt.
 
Auch die Sitzungen der Regierung sind nicht öffentlich. Wie ein Beschluss zustande kommt, wissen wir nicht. Wir wissen nicht einmal, wie so ein Gespräch funktioniert, wer das Wort erteilt, wer das letzte Wort hat, wer das Ergebnis formuliert. Sind Lobbyisten daran beteiligt?
 
Alle sehen, wie eine Talkshow abläuft. Die Moderatoren sind in der Schlüsselposition. Manche wollen die Diskussion beeinflussen. Doch wer hat die Teilnehmer ausgewählt und nach welchen Kriterien? Wir werden es nicht erfahren.
 
Tatsache ist, die meisten Teilnehmer an Talkshows sind Interessenvertreter und Meinungsmacher: Politiker, Funktionäre, Journalisten, Vertreter von Religionen und Behörden. Manche lassen ihre Ziele deutlich erkennen, andedere nicht.
 
Welche Ziele verfolgen die Moderatoren und Redaktionen? Unterhaltung? Meinungsbildung? Interessenvertretung? Wollen sie, dass die Diskussion ein Ergebnis bringt? Wollen sie konform sein mit der Regierung, dem Sender, einer bevorzugten Partei? Wir ahnen es, wissen aber nichts Genaues.

Die Debatten im Parlament sind völlig unproduktiv.

Roger Willemsen hat die Zustände im Parlament ausführlich dokumentiert. Ein Meinungsaustausch mit offenem Ergebnis findet dort nicht statt. Wo sonst gibt es aber einen Meinungsaustausch zwischen verschiedenen Lagern? Wenn es ihn gibt, dann hinter verschlossener Tür.
 
Alles ist so organisiert, dass der Weg der Meinungsfindung nicht publik wird. Es könnte sein, dass eine Person alles entscheidet, wir würden es nicht merken. Das wäre auch die einfachste Lösung, doch das wollen wir nicht! Wir leben in einer Demokratie, heißt es. Mit Diktaturen, Kaiserinnen und Königshäusern haben wir Jahrhunderte lang Erfahrungen gemacht. Es hat viel zu viele Schlachten, Kriege und Tote gegeben.
 
Und dennoch existiert jetzt wieder ein Trend zur präsidialen Demokratie, wenn das nicht schon ein Widerspruch in sich ist. Die regierenden und direkt gewählten Präsidenten werden nach mehr als zehn Jahren unangenehm, wenn sie es nicht schon vorher waren. Diktatoren, egal wie sie an die Macht kamen, werden schnell größenwahnsinnig. Schon in der Antike war das so.
 
Wo kein präsidiales Amt existiert, entscheiden kleine Gruppen hinter verschlossener Tür. Weil niemand genau weiß, wer, wie, wo entscheidet, entstehen Verschwörungstheorien.
 
Die sichtbaren Personen legen ihre Gespräche nicht offen, deshalb glauben viele, dass im Hintergrund andere, unsichtbare Personen, entscheiden, die sich leicht einigen können, weil sie starke, gemeinsame Interessen haben: Geld, Besitz, Macht, Weltherrschaft.

Wer sind wir?

Wir sind Vereinzelte in der Massengesellschaft, aber sehr viele. Wir sind 99% der Bürger. Die meisten sitzen vor den Bildschirmen, sie schauen zu und werden selber nicht gesehen. Kaum jemand erfährt, was wir denken, weil wir nicht in der Öffentlichkeit reden können.
 
Wir prägen nicht die öffentliche Meinung, obwohl wir die Öffentlichkeit sind.
 
Wir sind jetzt meistens online; denn im Internet bewegt sich was, da haben alle die Möglichkeit, sich zu äußern. Die Schwelle ist niedrig. Es genügt, ein paar Zeilen in ein Gerät zu tippen, es genügt vielleicht sogar, etwas anzuklicken.
 
Aber das Anklicken ist, mathematisch gesehen, nicht effektiver als das Ankreuzen auf dem Wahlzettel, es bringt nur ein einziges Bit an Information, das wir von uns geben, ein Staubkorn auf der Datenautobahn.
 
Online ist so ein Klick oder Kreuzchen auf dem Wahlzettel, zwar häufiger möglich als bei einer Wahl, doch wir haben in beiden Fällen keine Kontrolle darüber, was dieses eine Bit an Information bewirkt.
 
Bei Facebook werden unsere Klicks zu Geld gemacht. Wie das geschieht, wissen wir auch nicht genau. Bei der Urnenwahl werden unsere Markierungen auf dem Wahlzettel zu einem Mandat. Was dann mit dem Mandat geschieht, bestimmen die, welche die Mandatsträger kontrollieren und die Posten verteilen. Das sind Parteiführer. Indem sie die Mandatsträger kontrollieren, kontrollieren sie unser Votum und damit auch uns.
 
Viele bemühen sich darum, online ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Das ist gut so, aber es geschieht meistens anonym. Wir sind das so gewohnt. Vor dem Bildschirm sind wir immer dazu verdonnert, anonym zu bleiben, ebenso am Radioapparat, beim Lesen der Zeitung, als Publikum großer Veranstaltungen. Wir bleiben anonyme Masse. Im Internet sind wir aber freiwillig anonym!
 
Unzufriedene wollen ihre Meinung öffentlich machen und sie schreiben Kommentare in die Kommentarspalten, aber die meisten verstecken sich hinter einem Phantasienamen.

Anonym bleiben und sich gleichzeitig öffentlich äußern?

Anonym in der Öffentlichkeit, das ist ein Widerspruch und es ist ein großer Irrtum, zu glauben, dass es einen Sinn macht. Der Irrtum ist deshalb so groß, weil es Millionen Menschen so machen und der Irrtum ist auch deshalb groß, weil das Ergebnis so weit von dem entfernt ist, was wir eigentlich wollten. Wir wollen eine offene und ehrliche Auseinandersetzung über Themen, die uns persönlich am Herzen liegen, wir wollen uns an Politik beteiligen.
 
Als anonymer Teilnehmer ist niemand zur Offenheit oder Wahrheit oder Ehrlichkeit verpflichtet, niemand muss zu seinem Wort stehen, niemand muss die geäußerte Meinung wirklich vertreten, wenn es ernst wird. So entsteht keine fruchtbare Diskussion, kein echter Meinungsaustausch, sondern nur ein erregendes Echo, von Algotithmen verstärkt, das sich im Kreise dreht, oft mit einem negativen Drall. Das Niveau der anonymen Debatte geht in einer Spirale abwärts und endet bei Scheißhausparolen.

So sehen die Parolen aus, die immer wiederholt werden:
Gemeint sind gebildete, auch etwas arrogante Leute.

Kommerzielle Kontaktmaschinen im Internet führen Teilnehmer zusammen, die ähnliche Ansichten haben. Sie werden automatisch mit ähnlichen Nachrichten gefüttert. So arbeitet Facebook. Die Meinungen schaukeln sich hoch. Extreme Positionen sind nicht riskant, sondern verlockend, sie erregen Aufmerksamkeit und für die Betreiber gibt es mehr Klicks, mehr Verweilzeit auf der Seite und für diese Quoten mehr Geld.
 
Der Mangel an Aufmerksamkeit für die eigene Person war einer der Gründe, daran teilzunehmen. Aufmerksamkeit ist verlockend wie ein Lolly. Je extremer die Ansichten, desto mehr Aufmerksamkeit. Das geht wegen der Anonymität an der echten Person vorbei.

Anonyme Accounts sind flackernde Schatten von schwachen Lichtern.

Eine öffentliche Meinung von gleichgestellten Demokraten existiert also nirgendwo und die veröffentlichten Verlautbarungen der Meinugsmächtigen überlagern alles mit großer Lautstärke, hoher Frequenz, Professionalität und persönlicher Impertinenz.
 
Die Technik, das zu ändern, ist vorhanden: Es ist das globale Internet mit seinen ungeahnten Möglichkeiten.
 
Das Netz ist interaktiv, finanziell nicht aufwändig und überall erreichbar. Es fehlt eine unabhängige Struktur zur Meinungsbildung und eine Kultur, diese zu nutzen. Unabhängig soll heißen: Unabhängig von Regierungen, Parteien, Eigentümern und kommerziellen Zielen, wie Geldgewinn, Marktposition oder Börsenwert.
 
Alle technischen Voraussetzungen für ein demokratisches Forum zur Meinungsbildung sind vorhanden. Eine Skizze dazu ist das Forum Demokrit, das hier bereits vorgestellt wurde. Der Vorschlag bleibt aktuell und wurde von KenFM übernommen, ebenso Teil 2 mit technischen Details.

                                 16.03.2019, Rob Kenius
Das wird man doch noch sagen dürfen!

Die politische Partei

Die politische Partei soll die Parteienlandschaft aufmischen, indem sie für Politik eintritt. Ihr Slogan lautet:
 
Die CDU ist Kanzlerpartei, die SPD ist die Posten-Partei, die FDP ist die Privilegien-Partei, die AfD die Anti-Partei und die Grünen sind die Partei der Unschuldigen.
 
Dagegen tritt die politische Partei an mit dem Ziel, Politik zu machen; denn es gibt genug zu tun.

 

Das Programm

Afghanistan-Einsatz beenden.
Umverteilung von unten nach oben stoppen.
PKW-Maut verhindern.
 
Alleinerziehende und Kinder aus der Armut befreien.
Mindestlohn erhöhen.
 
Aufstockung des Wehr-Etats abblocken.
Feindseligkeiten gegen Russland einstellen.
 
Die völlige Privatisierung des Internets verhindern.
Verschwendung von Energie und Nahrungsmitteln beenden.
 
Den Bundestag auf die Hälfte reduzieren.
Abschaffung des Fraktionszwangs.
Schluss mit der Ämterpatronage in den Behörden.
 
Eintreten für ein demokratisches Europa.
Direkte Wahl aller europäischen Gremien.
Entmachtung der EU-Gipfeltreffen.
 
Verbot des Steuer-Dumpings in der EU.
Europäische Transaktionssteuer.
Kraftstoff-Steuer auf Kerosin.
Einführung von Quellensteuern gegen Steuerflucht.
 
Massentierhaltung einschränken.
Intelligenz und Wissen fördern.
 
Elemente direkter Demokratie durchsetzen.
Staatliche Medien unter Kontrolle der User bringen.
Meinungsvielfalt wiederherstellen.
 
Die politische Partei tritt für das ein,
was die Bevölkerung will.


                         16.02.2019, Rob Kenius
                           (Text, Foto, Grafik)
						   

Systemkritik der reinen Vernunft

Frankreich, GB und USA in der Demokratie-Krise?
Es ist eine Krise der Parlamentarischen Demokratie.

Kürzlich machte ein Kommentar darauf aufmerksam, dass die moderne westliche Demokratie ausgerechnet in ihren Ursprungsländern, Frankreich, USA und Großbritannien, in eine tiefe Krise geraten ist. Der Kommentator hatte allerdings keine Erklärung für dieses Phänomen.
 
Das liegt daran, dass er die Krise als Krise der Demokratie ansah und nicht als eine Krise des Parlamentarischen Systems bzw. der repräsentativen Demokratie. Demokratie und das System der Repräsentanz sind nicht das Gleiche.
 
Frankreich, USA und Großbritannien haben als erste dieses System eingeführt, in dem die Wahlberechtigten durch Urnenwahl Abgeordnete bestimmen, die dann in die Hauptstadt reisen und dort ihre Wähler vier oder fünf Jahre lang nach bestem Wissen und Gewissen vertreten sollen. Ob sie es tun, darüber gibt es keine Kontrolle seitens der Wähler und wenn sie es nicht tun, gibt es zunächst einmal keine Konsequenzen.
 
Nach der Urnenwahl haben die Wähler keine geregelte Möglichkeit mehr, ihre Repräsentanten zu beeinflussen. Die Kommunikation bricht ab, wenn die auf Zeit Gewählten nicht freiwillig ein wenig Kontakt halten oder am Ende der Wahlperiode zwecks Wiederwahl Fühlung mit den Wählern aufnehmen.

Die Macht der privaten Interessen an Geld

Die Repräsentanten sind aber in der Zwischenzeit der Einflussnahme von Wirtschaft und Finanzwelt und damit sehr mächtigen, nicht demokratisch legitimierten Organisationen, voll ausgeliefert. Und sie richten sich nach deren Wünschen und Ratschlägen. Auf allerhöchster Ebene sind das: Council on Foreign Relations, Atlantikbrücke, Bilderberg Konferenz etc., aber es geht auch etwas bodenständiger: Industrieverbände, Finanzfachleute, beratende Experten und Lobbyisten der Wirtschaft. Sie alle beherrschen die Politik der Repräsentanten, während die von ihnen repräsentierten Bürger zwischen den Wahlen keinen Einfluss haben.
 
Die Parlamentarische Demokratie entsprach, und das ist entscheidend, vor mehr als zweihundert Jahren, den technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Das Verfahren der Urnenwahl mit vierjähriger Amtszeit ist aber im 21. Jahrhundert genau so veraltet wie die damalige Technik der Kommunikation und des Transports. Es handelte sich ganz konkret um die Technik von reitenden Briefboten und Pferdekutschen.

Ungleichgewicht durch Technik

    Inzwischen sind eine Menge technischer Errungenschaften realisiert worden:
  • Telefon,
  • Eisenbahn,
  • Automobil,
  • Funk,
  • Film,
  • Lautsprecheranlagen,
  • Rotationsdruck,
  • Fernsehen und
  • Internet.

Keine einzige dieser technischen Neuerungen wird auf Seiten der Wahlberechtigten eingesetzt, um in das System der repräsentativen Demokratie einzugreifen. Mit Eingreifen ist gemeint, dass die Wahlberechtigten einen direkten Einfluss auf die Gewählten ausüben, bis sie mit der nächsten Urnenwahl wieder an der Reihe sind.
 
Umgekehrt nehmen Abgeordnete und Regierungen aber alle technischen Mittel des 21. Jahrhunderts in Anspruch, um ihre Standpunkte zu vertreten und um ihre Entscheidungen zu rechtfertigen:

  • Sie reisen kostenfrei durchs Land mit allen Transportmitteln,
  • reden über Lautsprecheranlagen vor großen Versammlungen,
  • sie erscheinen im Fernsehen,
  • reden im Rundfunk,
  • lassen Plakate kleben und Infozettel drucken,
  • betreiben aufwändige Webseiten.

  • Sie nutzen, natürlich auf Kosten der Wähler, die Dienste von Beraterfirmen, Meinungsforschungsinstituten, internationalen Anwaltskanzleien und Werbeagenturen, die alle wiederum ihre technischen Möglichkeiten voll ausreizen.

Das Missverhältnis der Mittel, das durch die Entwicklung der Technik entstanden ist, hat die Parlamentarische Demokratie ausgehebelt. Diese Organisationsform von Politik ist genau so veraltet wie die Technik aus der Zeit, in der sie entstanden ist. Das waren, wie schon gesagt, Briefe, durch Boten übermittelt, und Transport mit Pferden.

Das Missverhältnis hat schon seit 100 Jahren verheerende Folgen.

Gleich nach der Einführung des Rundfunks sind aus der Parlamentarischen Demokratie heraus totalitäre Systeme entstanden: Der Faschismus, das Nazireich, die stalinistische Phase der Sowjetunion, Diktaturen überall in ehemals katholischen, orthodoxen und islamischen Ländern, wo patriarchalische Denkgewohnheiten dominieren. Man glaubte den Stimmen aus dem Rundfunk und ließ sich die Diktatur aufzwingen.
 
Frankreich, USA und Großbritannien hatten das Glück, dass sie davon nicht betroffen waren. Das hängt auch mit der Mentalität der Bevölkerung zusammen, denn die hatten ja die moderne Demokratie erfunden. Doch auch diese Länder haben jetzt Schwierigkeiten mit der Ausübung von repräsentativer Demokratie. Das zeigt uns: Diese Form und diese technische Realisierung (Urnenwahl alle 4 Jahre) hat endgültig ausgedient. Mit diesen Mitteln lässt sich die Idee der Demokratie im 21. Jahrhundert nicht mehr verwirklichen.
 
Fortschrittliche Demokraten haben es zuerst gemerkt:

Die Parlamentarische Demokratie ist am Ende. Das Internet bringt es an den Tag.

Warum wird das auf einmal so deutlich? Ganz einfach, das Internet führt dem System seine Fehler vor, weil es im Gegensatz zu allen anderen technischen Medien interaktiv ist. Das bedeutet, jeder Mensch, der nur einen Computer oder ein Smartphone bedienen kann, ist in der Lage, nicht nur passiv, sondern auch aktiv an einem Massenmedium teilzunehmen. Und mehrere Milliarden Menschen tun das.
 
Aber noch ist die Form der Demokratie, die von dieser Technik ausgehen kann, nicht entwickelt, noch gibt es kein interaktives Meinungsmedium, das als eigentliches Ziel die Schaffung von Demokratie in einem ganzen Land verfolgt.
 
Doch es gibt gute Ansätze überall. Wir müssen dazu zwei Dinge überwinden, die in den sogenannten soziale Medien populär und sehr bequem sind:
Die totale Kommerzialisierung und
die Anonymität der Teilnehmer.

 
Mit kommerziellen Medien wie Facebook und Twitter und mit anonymen Meinungen in Kommentaren ist Demokratie nicht zu machen. Im Gegenteil. Die Steuerung der Kontakte, um damit Geld zu verdienen, und anonyme Meinungsäußerungen haben gemeinsam einen Meinungs-Klimawandel verursacht mit ständig steigender Temperatur. Hin zur Hitzigkeit, Spitzfindigkeit, Scheinheiligkeit, Unehrlichkeit und Feindseligkeit.
 
Wir brauchen aber ein ganz anderes, ein cooles Forum, an dem nur Menschen aktiv teilnehmen können, die sich auch öffentlich zeigen und ihren Namen nennen. Also keine Bots und keine Trolle. Erst daraus kann interaktive politische Kommunikation entstehen. So etwas zu organisieren, kann kein Einzelner schaffen.
 
Es gab kürzlich zwei Initiativen von fortschrittlichen Parlamentariern: Plattform Pro und Aufstehen! Beide laufen bis jetzt ins Leere, weil sie nicht einmal den Versuch unternommen haben, ein interaktives Meinungsforum zu etablieren, an dem jede Frau und jeder Mann teilnehmen kann, der bereit ist, sich als volle Person mit Namen und Gesicht einzubringen.
 
Ein Entwurf für so einen Debattenraum unter dem Namen Demokrit ist hier auf kritlit.de skizziert und der Entwurf wurde von KenFM übernommen. Wir sollten anfangen, daran zu arbeiten.


 
Zeit zu lesen, Zeit zu handeln

Schweizer Demokratie:
Fair-Food-Initiative für gesunde und nachhaltige Lebensmittel gescheitert.

Wieder ist in der Schweiz ein progressiver Vorschlag bei der Abstimmung gescheitert, obwohl die Umfragen zunächst positiv aussahen. Doch dann kam die Gegenkampagne, wahrscheinlich unterstützt von der Nahrungsmittel-Industrie, die in der Schweiz sehr mächtig ist.
 
Nestlé ist der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt.
 
Deshalb war bei realistischer Einschätzung schon vorher klar, dass diese Initiative scheitern würde; denn auch das schweizer Wahlvolk ist nicht meinungsstark genug, um bei voller Medienmassage nicht umzukippen.
 
Wenn wir einmal hypothetisch annehmen, dass ein Drittel der Wahlberechtigten durch Medienmassage zu einer Entscheidung im Sinne der Werbung bewegt werden kann, dann bedeutet das: Entscheidungen gegen dieses Drittel sind wegen seines statistischen Gewichts kaum möglich.
 
Ein Drittel leicht beeinflussbarer Wähler genügt in Deutschland, um die jetzige CDU als Partei des Mainstreams, der Wirtschaft und der Finanzen an der Macht zu halten.
 
Um Abstimmungen umzudrehen, braucht es eben gar keine Mehrheit von etwa fünfzig Prozent an beeinflussbaren Personen. Manchmal reicht ein Anteil von wenigen Prozenten, um wie beim Brexit oder wie bei den Präsidentschaftswahlen in USA die Meinung zu kippen.
 
Die Direkte Demokratie in der Schweiz hat eine systematische Schwachstelle. Die Verfassung ist zwar in der Hand des Volkes, die Wähler können auch entscheiden, über was sie abstimmen, sie können selber ohne große Hürden Intitiativen starten und Entscheidungen der Regierung abwenden. Aber es fehlt ein Medium zur Meinungsbildung von acht Millionen Bürgern.
 
Direkte Demokratie in einer Massengesellschaft kann nur dann voll funktionieren, wenn es auch freie, demokratische Meinungsbildung für Millionen von Wählern gibt. Doch die Massenmedien sind in der Schweiz nicht anders strukturiert als bei uns, sie unterliegen dem Einfluss der Mächtigen.
 
Einfluss auf Rundfunk, Fernsehen und die Presse haben an erster Stelle die Wirtschaft und die Finanzmacht, an zweiter Stelle der Regierung und politische Parteien. Kein einziges Massenmedium ist demokratisch organisiert. Hinzu kommt, dass bei Volksabstimmungen wie bei Wahlen Plakatwerbung eine Rolle spielt, und die kostet, genau wie Fernsehwerbung, viel Geld.
 
Typisch an der jüngsten Abstimmung ist, dass die gleichzeitige Initiative zur Velo-Förderung, also für mehr Fahrradwege und dergleichen, mit großer Mehrheit angenommen wurde, obwohl sie genau wie die abgelehnte Fairfood-Initiative auf der gleichen Linie für eine grüne, nachhaltige Politik liegt.
 
Das ist ganz einfach zu erklären.
 
Der Förderung des Fahrradfahrens stehen keine Interessen großer Konzerne und Geldgeber entgegen. Der gesunden und nachhaltigen Ernährung aber wohl.
 
Gerade in der Schweiz mit ihrem hohen Preisniveau wird mit importierten Lebensmitteln aus fragwürdiger Massenproduktion, zum Beispiel aus Italien (Käse), aus Deutschland (Geflügel) und den Niederlanden (alles Essbare), sehr viel Geld verdient. Fleisch ist in der Schweiz dreimal so teuer wie bei uns und darf wegen der Handelsverträge zwischen Schweiz und der EU aus Gründen des freien Wettbewerbs von der gleich miesen Qualität sein wie in den Supermärkten der EU.
 
Aus dem Verlauf von Abstimmungen in der Schweiz lässt sich klar erkennen, dass an der dortigen Direkten Demokratie noch ein wesentliches Element fehlt, nämlich die Möglichkeit demokratischer Meinungsbildung. Diese Möglichkeit wird erst durch das neue Massenmedium Internet geschaffen. Im Internet ist demokratische Massenkommunikation möglich, aber längst noch nicht entwickelt.
 
Die rein kommerziellen Kontaktmaschinen wie Facebook und Twitter füllen diese Lücke nicht.
 
Was fehlt, ist ein Forum für alle, das nicht zum Gelderwerb der Eigentümer Kontakte herstellt und Meinungen auswertet, sondern das in der Hand der Nutzer oder der Allgemeinheit ist, ein Forum, das Kommunikation um ihrer selbst Willen betreibt und durch Abstimmungen auch Entscheidungen ermöglicht.
 
Der Entwurf für ein solches Forum wurde auf kritlit.de und bei KenFM kürzlich unter dem Namen Demokrit vorgestellt.
 
Demokrit auf KenFM in zwei Teilen: 1. Teil
Jenseits von Facebook und Twitter
2. Teil
Ein Format für die Online-Demokratie
 
Demokrit 1 und 2 auf kritlit.de
 
Die Schweiz bräuchte etwas wie Demokrit schon längst zur Vervollständigung der Direkten Demokratie. Wir brauchen es so bald wie möglich für einen Neustart mit Direkter Digitaler Demokratie.

                                   Rob Kenius, 24.09.2018

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Von Afrika bis Antarktis:
Migranten

Von allen Migranten ist der Mensch (homo sapiens) der migrantischste. Manchmal ist er auch der grantigste Misantrop, aggressiv gegen Migranten der eigenen Spezies.
 
Ausgehend von Afrika, wo Affen und Primaten zu Hause sind, hat sich der Mensch als höchst-entwickelter Primat durch permanente Migration auf der ganzen Erde ausgebreitet. Sogar auf der Antarktis leben Menschen! Es sind Forscher aller Nationen. Und in der Arktis leben ebenfalls Menschen, die sich traditionell von Fleisch ernähren, weil dort bisher noch nichts Grünes gedeiht.
 
Menschen bewohnen jede bewohnbare Insel im stillen Ozean und das Hochland von Tibet, sie leben in der Sahara und im Dschungel des Amazonas. Kein höher entwickeltes Lebewesen ist so weit und so viel gewandert wie der Mensch. Ständige Migration ist eine seiner unverbesserlichen Angewohnheiten.
 
Warum aber sind die Menschen von Afrika bis ins hinterste Manhattan gewandert, nach London, Singapur und Oberammergau, sogar nach Dresden und bis nach Chemnitz?
 
Das ist ganz einfach. Da ist der Mensch ganz Tier. Er wandert, um ein besseres Leben zu finden und sei es nur im Urlaub. Der Mensch sucht Nahrung und einen Platz zum Schlafen, zum Essen, Saufen, Wohnen und um sich mit anderen zu paaren.
 
Manche suchen auch Asyl. Aber das sind nur wenige, die aus hoch entwickelten Staaten mit einem anderen politischen System kommen, wo sie von der Staatsmacht frustriert wurden aus Gründen, die bei uns nicht gelten. Das kommt vor, ist aber für den Vorgang der Migration, die sich über mehr als hunderttausend Jahre erstreckt, rein quantitativ völlig unbedeutend.
 
Die meisten Migranten migrieren in der Hoffnung, in einem andere Land oder auf einem anderen Kontinent das Glück zu finden.
 
Sogar im Weltraum halten sich Menschen auf. Erst waren es nur Russen, dann Amerikaner, jetzt Menschen vieler Nationen. Obwohl sie auf der Erde genügend Platz hatten, besonders die Russen und Amerikaner, und obwohl der Weltraum kein Lebensraum für Primaten ist, sind sie mit großem Aufwand in den Weltraum geflogen, sogar bis zum Mond, wo bisher niemand geblieben ist. Das war keine Migration, sondern Angeberei: Seht mal her, was wir können und wie mutig wir sind!
 
Wenn einem das mit der menschlichen Angeberei und Migration zu viel ist, was kann er dagegen tun? Wie ist der menschlichen Migration Einhalt zu gebieten? Wer ist dazu überhaupt befugt und wer ist in der Lage, die permanente Migration von Menschen zu stoppen?
 
Affen?
Sind sie gegen die Migration von Menschen? Und wenn ja, können sie Menschen aufhalten? Können die Affen Menschen mit Grimassen und ihrem Potenz-Gehabe oder mit kraftprotzigen Drohungen verscheuchen?
 
Wölfe?
Die können sich zusammenrotten. Sind sie aber in großen Rudeln so stark, dass sie Menschen einkesseln können und dahin zurücktreiben, wo sie her gekommen sind? Wissen die Wölfe überhaupt, wo die Menschen herkommen und was da los ist, wo die Menschen hergekommen sind?
 
Krankheitserreger?
Gibt es ansteckende, tödliche Krankheiten, die der Mensch nicht mehr eindämmen kann? Gibt es Virene oder Bazillen, die so aggressiv sind, dass sie die Migration der Menschen stoppen?
 
Übermenschen?
Kann eine höhere Spezies als der Mensch die Population und Migration der Menschen verhindern? Gibt es Tiere über dem Menschen? Über-Affen, überfliegende Galgenvögel oder über-scharfe und über-bissige Hunde?
 
Das alles sind Fragen, die kein Mensch beantworten kann. Die Fragen sind also sinnlos. Es ist sinnlos, zu versuchen, danach zu fragen und zu versuchen, die Migration von Menschen zu stoppen, weil der Mensch eben migriert, so lange er auf diesem Planeten lebt.
 
Wir könnten stolz darauf sein, zu dieser Spezies zu gehören, die am meisten und am weitesten migriert ist. Menschen sind die erfolgreichsten Migranten, die es auf der Erde gibt. Zum Glück ist der Planet Erde eine Kugel, genauer gesagt, ein kugelähnliches Rotationsellipsoid, so dass die Migration nie zu Ende geht.
                                Rob Kenius, 31.08.2018
                            aufgefrischt am 11.09.2018

Pessimismus für Optimisten

Die Zukunft ist ein Loch
voller Möglichkeiten

    Wer in der Zukunft etwas verändern will, steht vor folgendem Problem:
     
  • Die große Mehrheit (in Deutschland) ist satt und zufrieden. Genauer gesagt, sehr satt und ziemlich zufrieden.
  • Die Politik geht von dieser Gemütslage aus und präsentiert uns als Programm, dass alles so bleibt wie es ist.
  • Die Medien werden von Systemjournalisten dominiert, die den Erhalt ihrer Position damit verbinden, die bestehenden Verhältnisse und die Regierung zu bestätigen.

Also bewegt sich nichts

    Genauer gesagt, es bewegt sich alles vorsichtig in die gleiche Richtung: Ein wenig mehr von allem:
     
  • Ein wenig mehr Konsum,
  • ein wenig mehr Wachstum
  • ein wenig mehr Umweltschutz,
  • ein wenig mehr Freiheit,
  • ein wenig mehr Sicherheit,
  • ein wenig mehr Rüstung,
  • ein wenig mehr Hoffnung auf Frieden.

Das Zerfalls-Potential, das diesem satten, zufriedenen und anscheinend sicheren Status Quo innewohnt, ist gleich seiner zeitlichen Beschränktheit. Sattheit ist immer ein kurzfristiger Zustand.
 
Langfristig gesehen ist Sattheit ungesund.
 
Zuviel Fleisch, zuviel Fett, zuviel Zucker, zuviel Alkohol, zuviel knabbern, zuviel grillen, zuviel lutschen und all das führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Gesundheit.

    Aber trotzdem führt es zu mehr Umsatz in verschiedenen Zweigen der Wirtschaft:
  • mehr Lebensmittel,
  • mehr Medizin,
  • mehr Pharmazie und
  • mehr Bedarf nach Dienstleistungen
  • im Bereich der Gesundheit
  • in der Pflege.

Auch Zufriedenheit ist ein labiler Zustand, der nicht weit in die Zukunft reicht. Je mehr die Kinder verwöhnt werden, desto eher sind sie unzufrieden.
 
Schon diese beiden Trends in Gesundheit und Erziehung zeigen, dass die satte Zufriedenheit kein Zukunftsprojekt sein kann. Die psychische Lage im Überfluss ist mit einer überreifen Frucht vergleichbar: Heute noch ist sie saftig, süß und mundig, doch morgen schon können Fäulnis und Schimmel völlig von ihr Besitz ergreifen.
 
Während am Abend im Fernsehen gut gekleidete Wetterfrösche beiderlei Geschlechts das schönste Sommerwetter mit milden Badefreuden verkünden, sind auf den Feldern die Zuckerrüben vertrocknet. Das macht nichts, sagen die Ökonomen, wir können Zucker in tropischen Ländern kaufen. Dann tun wir sogar ein gutes Werk, weil diese Länder bisher für ihr Zuckerrohr keinen Absatz fanden, denn die EU hat den Markt zu Gunsten einiger tropischer Inseln, die zu Frankreich gehören, abgeschottet.
 
Wir verlassen uns darauf, dass wir genug Geld haben, um dem Klimawandel auszuweichen.
 
Doch unser Geld sichert uns nicht mehr die Zukunft wie in der Zeit, als der Dollar noch Gold war. Wer sich auf Zinsen von der Bank verlässt, ist verlassen. Der Ertrag des kleinen Geldes schmilzt dahin wie Gletscher und Polkappen.
 
Geld wird flexibler und flüssiger; es schwappt in Sekundenbruchteilen um den Globus, von einer Börse zur andern, von einem Steuerparadies ins nächste. Diese Geldströme zu lenken, kostet Technik, Insiderwissen und wiederum viel Geld.
 
Mit fünf Milliarden kann man hundert Milliarden in Bewegung bringen. Mit einer Million oder weniger kann man nur zufrieden sein und still halten, denken die meisten. So denkt die Mehrheit, so denken die Wähler der Volksparteien. Und die Mehrheit der Volksparteien schmilzt wie Gletscher und Polkappen.
 
Sollen wir weiter still halten?

Nein!

  • Der Klimawandel ist da.
    Wir können sofort damit beginnen:
    Energie zu sparen.
    Warum sagt uns das keiner?
    Weil Energieverschwendung und Geldverdienen in einem sehr engen Zusammenhang stehen.
     
    Deshalb fahren viele so gerne mit ihren SUVs, sie zeigen damit: Ich hab's ich kann Geld und Energie verschwenden. (Geldverschwendung ist ja okay, Energieverschwedung aber nicht!)

  • Die Meere sind mit Plastik versaut.
    Wir können sofort damit beginnen, weniger Plastik-Verpacktes zu kaufen und weniger Plastik wegzuwerfen.
    Warum geschieht das nicht?
    Weil Plastik-Verpackungen immer noch den Konsum fördern.
     
    Aber wir können durch unser Verhalten diese Korrelation umdrehen, so dass Plastik-Verpackungen den Konsum bremsen.

  • Das Geld verliert an Wert und das Finanzsystem steht vor dem nächsten Absturz.
    Wir können sofort damit beginnen, dem Geld weniger hinterher zu rennen.
    Wir können wieder zu der Erkenntnis zurück finden, dass die besten Dinge im Leben kein Geld oder wenig Geld kosten. Bestes Beispiel, das Leben selbst. Es kostet nichts und wird uns von den Müttern geschenkt.

  • Die Fernsehnachrichten sind uns zu stereotyp, parteiisch und regierungskonform. Warum ändert sich da nichts?
    Weil die Fernsehmacher noch viel satter und selbstzufriedener sind als die meisten Zuschauer.
     
    Wir können aber hier und heute damit beginnen, nie mehr die Tagesschau einzuschalten, auch wenn man uns zwingt, dafür zu zahlen.

  • Facebook ist uns zu undurchsichtig und zu geldgierig geworden.
    Wir können sofort unser Account abmelden.

  • Unsere Online-Magazin hat wieder gegen Russland gehetzt.
    Wir können es ab sofort aus der Liste der Favoriten löschen und nicht mehr aufrufen.

  • Die Regierenden flüchten sich wieder in das Gerede von einer europäischen Ebene, auf der sie die anliegenden Probleme lösen wollen.
    Wir können sofort damit beginnen, die Spielregeln der EU mit ihren vier Gremien zu studieren, um zu erkennen, dass auf Basis der bestehenden Verträge eine Einigung unmöglich ist.
     
    Aber warum informiert uns niemand über die organisatorischen Zusammenhänge?
    Weil das Für und Wider und das Gezänk um die EU mehr Aufmerksamkeit erregen als die komplizierten Fakten und weil die EU in der bestehenden Form das bequeme Europa der Politiker ist.

  • Die Nato und unser Verteidigungsministerium verlangen höhere Rüstungsausgaben.
    Wir können sofort erkennen, dass dem gar kein Feind gegenübersteht, sondern nur wirtschaftliches Interesse der USA, die kaum noch industrielle Spitzen-Produkte zu bieten haben außer Waffen, Raketensystemen, Kampfflutzeugen und neuerdings Drohnen.

Ach, das wussten Sie schon?

Dann sollten Sie auch wissen, dass gegen Militär nur Millionen, am besten viele Millionen von Demonstranten helfen, die auf die Straße gehen. Und wenn die Straßen zu eng werden, auf Plätze, und wenn die Plätze für eine Million Menschen zu klein sind, gehen wir auf Festivalgelände und wenn es Milliarden Demonstranten sind, dann gehen sie alle erst mal ins Internet und blockieren die Seiten der Kriegshetzer, überfluten ihre Mailboxen mit lebendigem Spam.


 
  
Dinge gibt's, die gibt's gar nicht

Der Abstieg vom Zockerberg
oder
ein lustiges Zusammentreffen an der Wallstreet zwischen kritlit.de und Mark Zuckerberg

Am 25.07.2018 erschien der erste Teil des kritlit-Essays über Demokrit mit dem Titel:

Jenseits von Facebook und Twitter.

auf KenFM. Es geht um die Demokratie-Tauglichkeit sogenannter "Sozialer Medien". Der Tenor des Artikels: Demokratie ist bei Facebook absolut nicht im Programm, weil Facebook nur der kommerziellen Auswertung und nicht der demokratischen Meinungsbildung dient. Genau deshalb muss ein Forum wie Demokrit erschaffen werden.
 
Am Tag nach der Veröffentlichung am 26.7.2018 verloren die Facebook-Aktien an der Börse knapp 120 Milliarden UD$ an Wert. Der größte Wertverlust einer Aktie an einem Tag, den es je gab.
 
Kein Grund zur Schadenfreude, denn Mark Zuckerberg hatte sich im Laufe des zweiten Quartals 2018 von einer großen Anzahl seiner Facebook-Aktien getrennt. Insgesamt 13 Millionen Aktien soll Zuckerberg im abgelaufenen Vierteljahr abgestoßen haben, davon 524.000 Stück einen Tag vor und 240.000 am Tag der Veröffentlichung des neuesten Quartalsberichts. So berichtet das Handelsblatt am 27.07.2018.
 
Mit diesem geschickten Timing hat Zuckerberg genau so viel Zeit-Instinkt bewiesen wie kritlit.de und das ist kein Wunder; er ist ja der Chef von Facebook. Die Börsenaufsicht sieht seine Verkäufe nicht als Insider-Verkauf an! Wir sind da anderer Meinung und wir gönnen Facebook den Absturz.
 
Der zweite Teil von Demokrit auf KenFM erschien am folgenden Tag. Titel:

Ein Format für die Online-Demokratie

Wenn es jemandem entgangen ist; auf kritlit.de steht der komplette Text
 

hier
zur Diskussion.

 

Lesetips
***
Wirtschafts-
wachstum
%
*
Passivisten
*
Krise der
Demokratie

*
Klimawandel
*
Schulden
*
Nationalstolz
*
Eropagrün
*
America first!
*
Das Leben
*
Frage
zur Lage

*
Schwundgeld
*
Migranten
*
Wer ist schuld? Du bist schuld.

Auto - Klima - Sommer

Klimawandel vom Feinsten: Die Hitzewelle im Juni/Juli 2018, und wir müssen davon ausgehen, dass solche Perioden in Zukunft zum Standard-Klima gehören. (Im Jahr 2019 hat es sich wiederholt.)
 
Wie reagieren wir darauf? Die meisten reagieren falsch:
 
Um ihr Wohlbefinden zu steigern, setzen sie mehr Energie frei statt weniger: Die Straßen sind leer. Nur wenige erwachsene Fußgänger und Fahrrafaherinnen, die sonst im milden Sommer die Straßen beleben. Statt dessen PKWs und SUVs im dichten Verkehr oder Stau. Viele Autos sind außerdem schwarz gespritzt in der Farbe der meistregierenden Parteien. Die Klimaanlage macht's möglich; denn ohne dieses Aggregat wäre es im Sommer in einer schwarzen Limousine kaum auszuhalten.
 
Was ist falsch daran?
Alles ist falsch.
 
Wärme wird in erster Linie nicht durch Abgase und deren indirekte Wirkung auf das Klima erzeugt, sondern direkt durch Wärmeabgabe. Fast alles, was an flüssiger Energie in den Tank eines Autos gefüllt wird, wird mit Sicherheit, der Sicherheit chemischer und physikalischer Prozesse, in Wärme verwandelt und an die nähere Umgebung abgegeben, nicht irgendwie an die globale Atmosphäre.
 
Deshalb ist es in den Städten, auf Autobahnen und viel befahrenen Straßen im Sommer so stickig.
 
Wer das unbewusst registriert, versucht, so schnell wie möglich in sein Auto zu kommen, fährt los und schaltet die Klimaanlage ein. Aber genau dadurch wird das Problem verschärft und zwar mehrfach. Erstens ein Auto mehr auf der Straße und die Klimaanlage gibt zweitens noch zusätzliche Wärme ab.
 
Und auch die Wärmeabgabe geschieht wieder doppelt: Denn die Kühle im Auto entsteht dadurch, dass eine Art Wärmepumpe die Wärme von innen nach außen, also in die nächste Umgebung, pumpt, und zusätzlich erzeugt diese Wärmepumpe wie jede energiegetriebene Maschine und jeder Elektromotor noch eigene Wärme.
 
Das wurde hier schon einmal genauer erklärt: Jede Klimaanlage schadet dem Klima.
 
Der Automobilverkehr ist der Grund dafür, dass Deutschland, vor 10 Jahren mit der Wortführerin Angela Merkel, wortführend in der Klimadebatte, heute nicht mehr ernst genommen wird. Denn das ganze Theater der sogenannten Erneuerbaren Energien mit all seinen Windrädern, wurde völlig kompensiert durch die Aufrüstung auf den Straßen der Republik, welche von der Regierung Angela Merkel durch die Abwrackprämie enorm angekurbelt wurde.
 
Schwerere Karossen, stärkere Motoren, schnelleres Fahren, dazu noch als Zugabe immer mehr Elektromotoren (alles gleitet auf und zu, rauf und runter, auf Knopfdruck oder Touch) und zum krönenden Abschluss die Klimaanlage. Die verbraucht, wie gesagt, richtig Strom und damit Kraftstoff, erhöht den Schadstoffausstoß und gibt Wärme an die Umgebung ab.
 
Deshalb gehörte zur jeder Schummel-Software und zur Ermittlung des angeblich so niedrigen Kraftstoff-Verbrauchs immer das Abschalten der Klimaanlage.
 
Was also tun bei dieser Hitze?
 
Luftig anziehen. Fahrrad nehmen, Auto stehen lassen, am besten im Schatten. Wenn Bier alle, abgekühlten Tee trinken. Wenn Fahren zur Arbeit oder zum Arzt nötig, Autofenster auf, Klimaanlage abschalten.
 
Und was ist, wenn alle das machen würden?
 
Das wäre ideal. Die nächste Hitzewelle könnte schon erträglicher sein, besonders in deiner Nähe.


 
Klare Gedanken, absurder Zustand

Umverteilung durch Schulden
und wie wir verhindern, dass immer mehr Geld in die Taschen der Reichen fließt

Geld ist nicht nur unkontrollierte Macht und es wird nicht nur ständig mehr, es fließt auch in die falsche Richtung. Aber die Mechanismen sind überschaubar und Lösungen sind in Sicht.

Wie Geld gleichzeitig mit Schulden entsteht

Das große Geld und die großen Schulden entstehen immer gleichzeitig, wenn Banken einen Kredit vergeben. Geld wird nicht von der Lotterie, sondern von Banken erzeugt. Es sind staatliche Banken, Notenbanken, Zentralbanken und Privatbanken. Alle erzeugen Geld. Jawohl, die Banken erzeugen Geld, nicht nur Staaten.
 
Während wir Normalbürger für Geld eine Leistung bringen, arbeiten, Posten schieben, etwas aus unserem Besitz verkaufen oder eine Berechtigung auf Staatsgeld nachweisen, können Banken per Buchung Geld aus der Luft greifen. Sie geben einen Kredit, indem sie dem Schuldner eine Gutschrift verbuchen und ihm gleichzeitig per Kreditvertrag eine Schuld zuweisen.
 
Der Gedanke, dass die Bank das Geld schon vorher hat, das sie verleiht, ist falsch. Sie hat vielleicht einen Anteil von 2 Prozent an Eigenmitteln (2 Prozent von der auf Konten gut geschriebenen Geldmenge). Bei der Bank von England dürfen es auch schon mal Null Prozent sein.
 
Die Bedingung für die Gelderzeugung oder auch Giralgeldschöpfung, ist, dass die Bank in der gleichen Höhe eine Schuld zuweist, sie kann sich deshalb nicht selber Geld zuschustern, obwohl sie es aus dem Nichts erschaffen kann. Sie verdient aber an der Kreditvergabe in Form von Zinsen und Provisionen und deshalb ist die Giralgeldschöpfung ein lukratives Geschäft, das nur Banken betreiben dürfen.

Die Schuldenfalle

Die Schuld ist immer mit Zinsen und Zinseszinsen verbunden, sie wächst also von Jahr zu Jahr, und vermindert sich um die jeweils geleistete Tilgung. Gleichzeitig wird überall weiteres Geld in neuen Kreditverträgen mit neuen Schulden erzeugt. Die Geldsumme steigt dabei ständig und gleichzeitig die Summe der Schulden. Aber die Schulden steigen schneller als die Geldmenge, weil Zinsen und Zinseszinsen das Wachstum beschleunigen.
 
Das Fatale daran ist, das sehr viele Schuldner ihre Schulden nicht zurückzahlen, also nicht tilgen, sondern nur den Schuldendienst leisten, das heißt, sie bedienen die Gläubiger, ohne ihre Schuld zu verringern. Zu diesen Schuldnern, die nicht tilgen, gehören viele Staaten. Staaten sind die größten Schuldner überhaupt. Ein Großteil aller Schulden bleibt also bestehen, während immer neue Schulden hinzu kommen.
 
Viele Schuldner, insbesondere ärmere Staaten oder solche mit skrupellosen Regierungen, sind nicht einmal in der Lage oder willens, den Schuldendienst zu leisten; sie nehmen neue Schulden auf, um Zinsen auf alte Schulden zu begleichen. Dieser Vorgang wird durch Begriffe wie Nettoverschuldung oder Umschuldung verschleiert. Dass so etwas auf die Dauer nicht funktionieren kann, sieht jeder, doch es braucht offenbar Jahrzehnte, bis diese Erkenntnis sich politisch und in den offiziellen Medien durchsetzt.
 
Inzwischen ist der globale Schuldenberg so groß, dass er niemals mehr zurückgezahlt werden kann. Es gäbe auch gar nicht genug Geld, um alle Schulden zu begleichen. Den größten Anteil an den aktuell vorhandenen Schulden haben der US-Staat und die Bürger der USA.
 
Die Schuldenlast ist so groß, dass permanent Geld erzeugt werden muss, um den Schuldendienst aufrecht zu erhalten. Würden ein paar große Geldmacher, an erster Stelle die US-Notenbank FED, nur ein paar Tage lang aufhören, neues Geld zu produzieren, würde das Finanzsystem zusammenbrechen. Überall würden Banken pleite gehen.
 
Die Angst vor dieser Situation wird auf die Bürger verlagert, die glauben, es ginge ihnen an den Kragen, doch das ist nicht der entscheidende Effekt. Die ersten Verlierer wären diejenigen, die vom Schuldendienst und den damit verbundenen Provisionen leben, also Banken, deren Eigentümer und die Manager.

Milliarden in Überfluss

Was geschieht aber mit der riesigen Menge an Geld, das ja ohne Zweifel trotz aller Schulden vorhanden ist?
 
Es befindet sich in Privatbesitz, vornehmlich im Besitz bestimmter Familien, die seit mehreren Generationen sehr viel Geld und wenige oder gar keine Schulden haben. Sie reichen ihren Besitz von Generation zu Generation weiter und das Vermögen vermehrt sich ständig, zum Beispiel, weil es in Staatsanleihen angelegt ist, die sehr sichere Zinsen abwerfen.
 
Hier entsteht ein Riesenproblem: Der Geldüberfluss.
 
Genau wie die meisten Staaten ihre Schulden nicht zurückzahlen können, können die Geldbesitzer ihr Geld niemals ausgeben. Einige Neureiche versuchen es durch sichtbaren Luxus, aber die erfahrenen betreiben Vermögensverwaltung und versuchen das Geld anzulegen, genauer gesagt, sie verdienen Geld mit ihrem Geld. Und das funktioniert prächtig.

Aktien steigen und steigen

Das erste Beispiel wurde schon genannt: Staatsanleihen. Das zweite sind Aktien. Viele glauben noch, der Kurs einer Aktie wäre eine Funktion des Erfolges einer Firma. Das war gestern. Die Aktien steigen automatisch mit der Geldmenge, weil alle, große wie kleine Geldbesitzer, einen satten Anteil ihres Geldes, sagen wir 50 Prozent, in Aktien anlegen. Die Nachfrage nach Aktien steigt ständig.
 
Staatsanleihen sind inzwischen überzogen und werden wegen der immensen Staatsverschuldung von Rating-Agenturen abgewertet, das heißt, dass hier allmählich Vorsicht geboten ist. Aber auch die Kurse von Aktien können nicht in den Himmel wachsen, also haben die Großgeldbesitzer weiterhin ein Problem: Wohin mit dem Geld, das die Vermögensverwaltung produziert? Das nächste Anlageobjekt sind Immobilien, also Häuser.

Wohn-Immobilien statt Paläste

Früher haben die Superreichen sich beeindruckende Schlösser gebaut. Das hat einen Nachteil, sie werfen kein Geld ab. Die beliebteste Verwendung von Geld ist schon lange nicht mehr sichtbarer Prunk, sondern mit Geld wieder Geld zu verdienen. Außerdem kann jede Familie nur einen Palast bewohnen, ein zweiter wäre Geldverschwendung. Man investiert also in Mietobjekte und, weil wegen der Digitalisierung die Büros kleiner wurden, nicht mehr in Bürobauten, sondern in Kaufhäuser, Ladenketten und Einkaufszentren.
 
Auch da ist inzwischen eine Sättigung erreicht, weil die Konsumenten nicht immer mehr Geld ausgeben können, denn Löhne und Gehälter müssen klein gehalten werden, damit der Tauschwert des Geldes auf der unteren Ebene stabil bleibt und keine Inflation entsteht.
 
Deshalb investiert man jetzt in Wohnbauten.
 
Die einen beteiligen sich an Wohnungsbaugesellschaften, die anderen kaufen Wohnhäuser im großen Stil und in aufstrebender Lage, da, wo der Normalbürger und der Mittelstand es sich nicht mehr leisten können.
 
Die Mieten steigen ständig und sind für Familien nur noch bezahlbar, wenn sie mehrere Einkommen haben. Solche Mieter zu finden ist für die Investoren und ihre Makler kein Problem; es muss nur die richtige Stadt und die richtige Lage sein.

Verborgene Zinsen

Leicht lässt sich erkennen, dass an allen Mieten der enthaltene Schuldendienst einen beträchtlichen Anteil ausmacht. Es beginnt oft bei der Baufinanzierung, teilweise über eine Bank. Die Leistungen der Baufirmen enthalten Kreditkosten für die Baumaschinen. Da kommt eins zum andern. Wirtschaftswissenschaftler sind bereit, das mühselig auszurechnen und sie kommen auf Werte um die 30 Prozent Zinsanteil in den meisten alltäglichen Produkten, bei den Mieten noch mehr.
 
Die Tarife im Luft- und Schienenverkehr, auch die von Taxi-Unternehmen, enthalten Zinsen für die Anschaffung der Fahr- und Flugzeuge, ebenso natürlich das Honorar für Ärzte und Anwälte, die ein hohes Startkapital vorfinanzieren müssen. Auch die Gebühren von Kommunen enthalten einen satten Zinsanteil wegen der Verschuldung der staatlichen Organe und ebenso alle Steuern.
 
Die in den Preisen, Gebühren und Steuern enthaltenen Zinsanteile führen dazu, dass alle Bürger, auch diejenigen, die aus Prinzip keine Schulden machen, ständig indirekt Schuldendienste leisten im zweistelligen Bereich ihrer Lebenshaltungskosten. Und je höher der Anteil der Lebenshaltungskosten am Einkommen ist, um so höher ist der Anteil der ungewollten Zinszahlungen an die Geldbesitzer. Umgekehrt, wer reich ist und nur einen (kleinen) Teil des Einkommens für die Lebenshaltungskosten aufwendet, wird weniger mit den versteckten Zinsen belastet. (Das ist so ähnlich wie mit der Mehrwertsteuer, die verkonsumiertes Einkommen belastet, finanziell investiertes Einkommen aber nicht.)

Das ist ein versteckter Bereich der Umverteilung,
Geld steigt nach oben, wo die Kreditgeber sind.

Durch die Grundprinzipien der Finanzwirtschaft, freie Geldschöpfung und obligatorische Schuldzinsen, wird das Geld ständig aus der Quelle nach oben verschoben. Dieser Vorgang ist im Prinzip einfach und übersichtlich: Geld wird in riesigen Mengen erzeugt und landet mehr oder weniger direkt, aber permanent, auf den Konten der schuldenfreien Großgeldbesitzer.
 
Die Wege, die das Geld nimmt, sind oft verschlungen. Es wurde schon das automatische Steigen der Aktien geschildert. Dazu gibt es kompliziertere Mechanismen, insbesondere wenn wir den Sozialhaushalt des Staates betrachten.
 
Aber auch im Sozialbereich wird eine bestimmte Linie schnell deutlich: Der Staat zahlt den Ärmsten die volle Miete, was ja auch richtig ist, denn Wohnen ist ein Menschenrecht. Das Geld für Miete landet auf den Konten der Wohnungsbesitzer. Die Zeiten, dass der Staat selber Wohnungen geschaffen hat, sind längst vorbei. Dafür hat er kein Geld mehr, weil er ja sowieso schon hohe Schulden hat.
 
Etwas komplizierter ist es auf dem Sektor des ausufernden Gesundheitswesens. Schon die Ärzte verdienen überproportional gut; Ärzte verdienen mehr als Wissenschaftler, was für die Gesellschaft von Nachteil ist, qualifiziertes Personal wird falsch disponiert. Doch das nur nebenbei. Ärzte gehören trotzdem zum Proletariat dieser Branche.
 
Wer richtig gut verdient, das ist die Pharma-Industrie. Sie bestimmt ihre Preise selbst. Und überall, wo es singuläre Situationen gibt, wird unbarmherzig zugelangt. Patente von Medikamenten sind eine sehr lukrative Geldanlage.
 
Auch an den Ärzten wird weiter kräftig verdient: Hohe Mieten für Praxen in entsprechender Lage und Hunderttausende für die technische Einrichtung einer Praxis, natürlich auf Kredit, von Banken finanziert. Es gipfelt in der Röntgen- und Strahlenmedizin. Schon die Fachärzte dieser Richtungen haben Jahreseinkommen im Millionenbereich und die Hersteller medizinischer Geräte verdienen satt wie die Rüstungsindustrie; denn nur das Beste, Neueste und Teuerste ist gut genug. Wenn tatsächlich ein Krieg kommt, und der kommt immer irgendwo, geht es in diesen Branchen erst richtig bergauf.
 
Krieg, so ungern wir das hören wollen, ist eine der Lösungen, durch die das Finanzsystem zwar nicht geändert, aber neu gestartet werden kann. Deshalb liegen Kriegstreiber wieder voll im Trend.

Land in Sicht! Aber nicht in Berlin.

Wir fragen uns natürlich, was kann man dagegen tun?
 
Jeder Fatalismus ist unangebracht. Es gibt eine Menge an Möglichkeiten, doch die müssen sich auf das Problem richten und nicht auf irgendwelche journalistischen oder ideologischen Debatten, wie sie in Talk-Runden präsentiert werden.
 
Das Problem beginnt bei der Staatsverschuldung, genauer gesagt damit, dass ein Staat seinen Haushalt durch Kredite von den Reichen finanziert und ihnen damit permanente Zinszahlungen zuweist, anstatt sich das Geld in Form von Steuern dort zu holen, wo es ist, also bei den Reichen direkt und nicht über Kredite und Staatsanleihen.
 
Das erscheint vielleicht mühselig, aber der Möglichkeiten sind viele. Zuerst durch eine Vermögenssteuer. In besonders tief verschuldeten Staaten wie Italien und Griechenland ist eine Vermögensabgabe angebracht.
 
Zweitens eine Erbschaftssteuer, um die ewige Weitergabe der Vermögen zu begrenzen. Weiterhin eine Transaktionssteuer, um Börsenspiele zu beschränken und mit daran zu verdienen und als besonders praktikables Element eine Steuer auf alle Kapitalgewinne, mindestens in gleicher Höhe wie die Einkommensteuer.
 
Für den Einkommensbereich außerdem Quellensteuern, die viele Steuertricks unmöglich machen, und zur Finanzierung des Sozialstaates eine Soziale Quellensteuer.
 
Hier zwei Links zu genaueren Erklärungen:
Umsatz-Quellensteuer
Soziale Quellensteuer
 
All das ist möglich auf der Seite des Staates und vieles ist Politikern bekannt. Gelegentlich kommt es sogar in einer Rede im Bundestag vor. Dann ist die Regierungsbank leer oder mit Mikro-Kommunikation beschäftigt. Man und Frau vermeidet die Erkenntnis über das Unwesen der Finanzwelt durch Ignorieren der Fakten und der oppositionellen Redner.
 
Siehe Roger Willemsen: Das hohe Haus (Ein Jahr im Parlament)! In diesem Buch wird die parlamentarische Unsitte des Ignorierens auf jeder zehnten Seite beschrieben. ISBN 978-3-596-19810-8

Every day goes the bucket to the well
one day the bottom drops out
23.07.2018

Das Wort zum Gipfel

  Was ist das Leben...

Was ist das Leben doch schön
ohne das Fernsehn zu sehn
 
weil ich schon längst genug weiß
auch ohne den Nachrichten-Scheiß
 
Was ist das Leben doch geil
ohne politischen Teil
 
Was ist das Leben doch leicht
wenn Donald uns nicht erreicht
 
Das Leben war immer schon da
auch ohne Amerika
 
Das Leben ist voller Pracht
ohne die Übermacht
 
Was macht das Leben so krank
parteipolitischer Zank
 
Das Leben ist nah wie noch nie
mit Direkter Demokratie
 
Das Leben ist wie ein Gedicht
nur die Mächtigen lesen es nicht
                            Rob Kenius, 10.06.2018
                           überarbeitet 27.08.2018

 
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Satire Extramild

Neue Berufsaussichten im Zeitalter künstlicher Intelligenz

Vorreiter der künstlichen Intelligenz prophezeien uns, dass Großrechner bald schlauer werden als Menschen. Vielschichtige, lernfähige Programme werden Berufe übernehmen, die bisher Menschen vorbehalten waren. Besonders betroffen sind Juristerei, Ingenieurwesen, der Lehrkörper von Hochschulen, Animateure in der Freizeitgestaltung und Journalismus.
 
Das ist beunruhigend, doch Zweckoptimisten wenden ein, es würden neue Berufe entstehen, die uns teilweise schon geläufig sind: Web-Designer, Online-Moderator und natürlich Programmiererinnen ohne Ende.
 
Zum Ausgleich des Berufeschwunds kann man aber auch vernachlässigte Bereiche des menschlichen Zusammenlebens aufwerten und professioneller gestalten durch neue Berufe, die nicht unbedingt mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz in direktem Zusammenhang stehen. Hier einige Vorschläge:
 
Unkrautvertilger
 
Der Unkrautvertilger beseitigt Unkraut in Feldern und Gärten mit einfachen mechanischen Geräten, besonders in der Landwirtschaft. Der Unkrautvertilger ersetzt chemische Kampfstoffe wie Glufosinat und Glyphosat und führt das ausgerissene und gestochene Unkraut der Kompostierung zu. Ein Gewinn für Arbeitsbeschaffung, Umwelt und Pflanze, also eine typische Win-Win-Win-Situation.
 
Wenn alle Folgen und Langzeitfolgen der chemischen Vernichtung berücksichtigt werden (Stichworte: Insektensterben, Nachhaltigkeit), könnte der Beruf des Unkrautvertilgers im Erwerbsleben deutlich oberhalb des Mindestlohns angesiedelt sein. Die Umschulung vom Giftspritzer zum Unkrautvertilger dauert nur einen halben Freitag.
 
Geschmacksverstärkerin
nicht zu verwechseln mit Influenzerin

 
Geschmacksverstärkerin ist ein sehr anspruchsvoller und vielseitiger Beruf. Die Geschmacksverstärkerin ersetzt personell das Glutamat und andere künstliche Geschmacksverstärker in Speisen. Das geschieht in der feinen Küche vorzugsweise durch Anwendung von Knoblauch. Die Auswahl der weißen oder violetten Knollen, der Einkauf, das Einweichen, entpellen, schneiden oder Zerstampfen mit Mörser oder Pürierstab, alles dies ist Aufgabe der Geschmacksverstärkerin. In der Gastronomie ist sie damit unentbehrlich.
 
Ein ganz anderes Aufgabenfeld ist die Kundenberatung in der Damenoberbekleidung. Hier sorgt die Geschmacksverstärkerin dafür, dass weniger, aber geschmackvoller eingekauft wird. Was passt und was nicht passt, was steht und was nicht steht, was in ist und was out, alles das entscheidet die Geschmacksverstärkerin. Die Dame von Welt spart Zeit und Geld und die Umwelt wird weniger durch Wegwerfkleidung belastet.
 
Das Einkommen der Geschmacksverstärkerin setzt sich aus einem Grundgehalt für Umweltschutz oder Küchendienst und einer Vergütung für die individuelle Kundenberatung zusammen.
 
Betriebsanleiter
 
Betriebsanleiter ist ein Beruf, der uns allen viel Ärger erspart. Wer liest schon die Betriebsanleitungen, die mehr nach juristischen als nach praktischen Gesichtspunkten verfasst werden? Der Betriebsanleiter steht uns nach jedem Gerätekauf an der Ladenkasse zur Verfügung. Er weiß, wie was ein- und und ausgeschaltet wird, zeigt uns Stellschrauben und Bedienerflächen, versteht es, jeden Akku aufzuladen, warnt vor Stromschlägen und zeigt uns, wie die Kettensäge geschmiert wird.
 
Auch Betriebsanleiterinnen stehen beim Kauf von Bügeleisen, Nähmaschinen und Enthaarungsgeräten zur Verfügung, völlig unentgeltlich. Es ist ein Service der Herstellerinnen. Diese sparen an Garantieleistungen, weil Geräteschäden durch unsachgemäße Behandlung während der Garantiezeit entfallen. Wenn die Garantiezeit abgelaufen ist, wenden sich Betriebsanleiterinnen und Betriebsanleiter neuen Kunden und neuen Aufgaben zu.
 
Spamerkenner
 
Der Spamerkenner ist ein neuer Beruf aus der IT-Branche. Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen und öffentlich-rechtlichen Bereich erscheint der Spamerkenner in den frühen Morgenstunden im Betrieb. Er ruft die E-Mails ab und sucht sorgfältig nach Spam.
 
Es handelt sich bei Spamerkennern um besonders vertrauenswürdige Dienstleister, die, ähnlich den Friseuren und Beichtvätern, tiefe Einblicke in die intimsten Bereiche ihrer Auftraggeber gewinnen und die es verstehen, sensibel damit umzugehen.
 
Was wird gelöscht? Was wird im Spam-Ordner gespeichert, was wird dem Chef zur Entscheidung vorgelegt. Der Spamerkenner arbeitet im engen Personenkontakt mit der Konzernleitung und bedient immer nur ein Dutzend Kunden gleichzeitig, welche für die Vertragsfirmen gerne 5% bis 10% ihres Nettogewinns abtreten. Ein Beruf mit Zukunft.
 
Schlankmacherin
 
Das schlank Machen ist eine Dienstleistung nicht nur für die Damenwelt. Auch der Feinschmecker genießt die diskrete Beratung und Massage diverser Schlankmacherinnen. Hier laufen alle Zweige der Gewichtsabnahme und figürlichen Gestaltung zusammen:
 
Diät, Fitnesstraining, Modeberatung nebst Spezialanfertigungen, Sport, Enthaltsamkeit, sexuelle Aktivität, Wandern, Walking, Outdoor, Inline und Weight Watchers.
 
Verpönt sind zylindrisch verzerrende Spiegel und falsch geeichte Personenwaagen, die den Beruf der Schlankmacherin in Verruf gebracht haben. Solche Auswüchse deuten an, dass die Einkommenssituation für Schlankmacherinnen tendenziell sehr günstig ist.
 
Abgewöhner
 
Abgewöhner sind universell einsetzbar, besonders im Bereich der digitalen Kommunikation, am Smartphone, I-Phone, Laptop, I-Pad und PC. Es handelt sich nicht um eine App, sondern um einen pädagogischen Beruf mit psychiatrischen Komponenten.
 
Der Abgewöhner ist häufig eine Abgewöhnerin; denn das Abgewöhnen ist eine frauenaffine Tätigkeit. Frauen gewöhnen ihren Männern das ab, was Mütter ihren Söhnen durch Verwöhnen angewöhnt haben (Egozentrik, Selbstüberschätzung, Argumentationsschwäche, bis hin zum Größenwahn und Neigung zum Populismus). Allein abgewöhnende Frauen sind damit völlig überlastet. Hier kommt die pädagogisch ausgebildete Abgewöhnerin ins Spiel.
 
Die Ausbildung zum Abgewöhner und zur Abgewöhnerin erfolgt im Selbststudium und dauert wenigstens zehn Jahre. Entsprechend hoch ist das Honorar. Es ist jedoch schwierig an private Aufträge zu kommen, da viele junge Männer diesen äußerst lukrativen Beruf anstreben und autodidaktisch vorgehen, sich also im Selbstversuch ihre Untaten abgewöhnen.
 
Deshalb ist der Staat gefordert. Es wäre im öffentlichen Interesse, die klassischen Sozialarbeiter und Putinversteher durch Abgewöhner und Abgewöhnerinnen zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Leider hat noch keine namhafte Partei das Abgewöhnen in ihr Programm aufgenommen, man befürchtet wahrscheinlich negative Auswirkungen auf das Wahlverhalten.
 
Ideenlieferant
 
Ideenlieferant kann jeder. Schreibt uns, wenn ihr weiterführende Ideen habt! Die künstliche Intelligenz rast mit Teraschritten auf uns zu und wird die normale Intelligenz bald vom Markt verdrängen. Je höher sie ist, um so schneller ist sie weg.

                            Rob Kenius, 08.06.2018

 
Das letzte Wort vor dem Getöse

Italien-Tick

Tick des Tages ist etwas Ähnliches wie ein Blog. Laufend werden aktuelle Ereignisse aufgegriffen und kommentiert oder sie werden Anlass für tiefere Überlegungen. Vermieden wird weitgehend das, worüber alle am liebsten reden und schreiben: Trump, AfD, Angela Merkel, SPD und Populismus.
 
Im Zentrum aller Überlegungen steht die Zukunft der Demokratie und die Bändigung der Finanzwirtschaft. Deshalb ist bei kritlit.de schon seit einiger Zeit Italien im Blickfeld. Nicht als bemitleidenswertes Armutsland, sondern als Land in Bewegung.
 
In Iralien regieren jetzt (Mitte 2018) zwei Parteien, die sich auf etwas Neues einigen müssen, während bei uns zwei Parteien regieren, die sich darin einig sind, so weiter zu machen wie bisher. Es ist logisch, dass aus Deutschland, genauer gesagt aus Berlin, mit Gruseln nach Italien geblickt wird.
 
Bisher wird in deutschen Medien nicht einmal erklärt, was der M5S ist. Deutsche Politiker und Journalisten wie Karen Miosga & Ingo Zamparoni können das Wort M5S nicht ohne das Adjektiv "populistisch" aussprechen und befolgen damit die offizielle Sprachregelung, die Silvio Berlusconi eingeführt hat. Dabei ist Berlusconi in Italien der große Verlierer der Parlamentswahl. Die Wähler und auch die Lega haben sich gegen Berlusconi und hin zum M5S gewandt.
 
Was also ist die 5-Sterne-Bewegung?
 
Es ist eine radikaldemokratische Gruppierung, welche intern mit den Mitteln des Internets Direkte Digitale Demokratie betreibt und dann nach außen für den Rest der Italiener als Partei auftritt.
 
Der M5S hat etwas geschafft, was die Piraten in Deutschland nicht geschafft haben, nämlich mit digitalen Methoden und Strukturen eine starke, radikaldemokratische Kraft aufzubauen, die als Mehrheitspartei ins Parlament einzieht, die aber ihre Kandidaten über das Internet direkt-demokratisch auswählt.
 
Dazu haben sie ein eigenes Forum, das der bereits verstorbene Internet-Unternehmer Gianroberto Casaleggio aufgebaut hat und das dessen Sohn weiterführt. Von diesen Fakten erfährt man in den Medien hierzulande so gut wie nichts.
 
Was die Piraten-Partei intern falsch gemacht hat, entzieht sich meiner genauen Kenntnis. Vermutlich hatten sie kein vergleichbares Forum. Falsch war schon der Name Piraten, der die Internet-Piraterie in Form der sogenannten Tauschbörsen legalisieren wollte. Das Urheberrecht ist eine kulturelle Errungenschaft, auf die kaum jemand verzichten will und kann, wenn Medien (Tonträger, Bücher, Filme) professionell hergestellt und vertrieben werden sollen.
 
Der nachfolgende Artikel ist am 28.Mai entstanden und wurde von KenFM übernommen. Die darin vertretene Meinung, dass sich die Missachtung des Wählerwillens von Seiten des Präsidenten Mattarella generell gegen die Demokratie richtet, hat sich in Italien inzwischen durchgesetzt. Giuseppe Conti hat den Auftrag zur Bildung einer Regierung zum zweiten mal erhalten und die neue Regierung tritt an.
 
Das Problem der Finanzierbarkeit der Versprechen, die der M5S den Wählern gemacht hat, bleibt bestehen. Die beiden Regierungsparteien müssen es lösen. Die eleganteste Lösung wäre eine Vermögensabgabe, denn Italien ist als Staat zwar arm, aber die einzelnen Italiener sind reich. Das durchschnittliche Vermögen ist höher als das in Deutschland, besonders im Norden des Landes.
 
Der Welt-Ökonom Thomas Piketty schlägt eine globale Vermögenssteuer vor, was natürlich eine Utopie ist. Italien könnte damit aber im eigenen Land beginnen, um den Staat zu sanieren. Die EU sollte sich zurückhalten und sich weder mit Geld, egal in welcher Form, noch mit Wortgetöse einmischen.
                                        03.06.2018
Man kann es nicht oft genug sagen:
Geld regiert die Welt

Die Mattarella-Krise

Italien zeigt:
Auch souveräne Staaten werden von der Finanzwirtschaft beherrscht.
 
War das bisher eine Parole von Außenseitern, so wurde es uns jetzt in Italien offen vorgeführt. Präsident Sergio Mattarella hatte Giuseppe Conte, den Kandidaten der von den Bürgern gewählten Parteien-Koalition, als Ministerpräsidenten erst akzeptiert, und ein paar Tage später hat er den vorgeschlagenen Finanzminister Paolo Savona abgelehnt.
 
Begründung: Er, Mattarella, könne keinen Kandidaten akzeptieren, der einen Euro-Ausstieg Italiens ins Spiel bringt. Weitere Begründung Mattarellas: Die Unsicherheit über die Haltung Italiens zum Euro hatte italienische und ausländische Investoren in Alarmstimmung versetzt. (Zitiert nach SPON spiegel.de/politik/ausland/italien-sergio-mattarella-beruft-oekonomen-carlo-cottarelli-in-praesidentenpalast-a-1209828.html)
 
Die bewegende Wahl
 
In der Wahl wurde die 5-Sterne-Bewegung M5S mit einem Drittel der Stimmen zur stärksten Partei, die sich dann mit der für Gesamt-Italien neu angetreten Lega zu einer Koalition zusammenschloss. Der Spitzenkandidat und der neue Sympathieträger des M5S, Luigi Di Maio, verzichtete auf das Amt des Ministerpräsidenten zugunsten eines Kompromiss-Kandidaten Giuseppe Conte, der jetzt wegen der Winkelzüge Mattarellas (Partito Democratico) das Handtuch geworfen hat.
 
Was bedeutet dies konkret? Es ist eine Ohrfeige für die Demokratie, nicht nur in Italien.
 
Die vom Volk nach der Verfassung gewählte Regierung kommt nicht zustande, weil die Finanzwelt nicht damit einverstanden ist. Der Fall liegt so offen, weil in Italien der Staatspräsident die Regierung bestätigen muss und auch einzelne Minister ablehnen darf, in diesem Fall den Finanzminister, wegen seiner Ansichten zur Finanzpolitik, die den Investoren, also den Groß-Geldbesitzern und Geldverwaltern, nicht passt.
 
Nun muss man einräumen, dass M5S und Lega sich auf einen etwas abenteuerlichen Finanzplan geeinigt hatten: Steigerung der Sozialausgaben in Richtung eines Grundeinkommens und gleichzeitig Steuersenkungen. Darin ist die Handschrift der beiden Koalitionsparteien deutlich zu erkennen.
 
M5S vertritt die arbeitslose Jugend, besonders im Süden, und Lega vertritt als ehemalige Lega Nord die Interessen der florierenden Industrie Norditaliens und wird wohl auch von dortigen Industriellen gesponsert. Kennzeichnend an diesem Bündnis ist die kritische Haltung zur EU und die Tatsache, dass man sich über die kaum noch nützliche Einteilung der Politik in rechts und links hinweggesetzt hat.
 
Drittens kommt hinzu, was vielen sympathisch erscheint, dass die Lega sich für diesen Schritt erst aus dem Parteienbündnis mit Silvio Berlusconi lösen musste.
 
Die Situation ist mit der Krise in Griechenland vergleichbar.
 
Es besteht für die Finanzwelt die Gefahr, dass Italien sich weigert, für seine Schulden aufzukommen, sich also für zahlungsunfähig erklärt. Der Verlierer wären Banken und Großinvestoren, an erster Stelle die europäische Zentralbank, welche inzwischen 17% der italienischen Schuldenpapiere hält.
 
Das hätte nicht geschehen dürfen, aber es ist unter Mario Draghi geschehen und die Regierungen der Euro-Staaten haben es zugelassen.
 
Der Verlust der EZB würde bei einem Staatsbrankrott Italiens auch Deutschland treffen. Wie bei jedem Bankrott trifft es diejenigen, die leichtfertig ihr Geld an zweifelhafte Schuldner verliehen haben, nicht zuletzt deshalb, weil sie zu viel davon hatten.
 
In Griechenland wurde die Sache mit finanzieller Gewalt gelöst. Das war möglich, weil Griechenland so klein ist und die EURO-Bürger es sich gefallen ließen. Der Finanzminister Yanis Varoufakis, der die Sache in Sinne der Wähler lösen wollte, trat zurück. In Italien wurde der neue Finanzminister erst gar nicht zugelassen, weil die Finanzwelt keine Politik zu ihren Ungunsten akzeptiert, auch und gerade dann nicht, wenn es sich um ein großes, tief verschuldetes Land handelt.
 
Geld regiert die Welt, auch und gerade dann, wenn es in Überfluss vorhanden ist.
 
Den Bürgern wird überall von den bürgerlichen Parteien eingeredet, dass die Interessen der Groß-Geldbesitzer mit ihren Interessen, der Lohn und Gehaltsempfänger, identisch sind. Sie glauben das, weil die meisten von ihnen auch irgendwie Geld besitzen oder hoffen es einmal zu besitzen, wenn alles so bleibt, wie es ist. Die breite Masse verkennt, welcher Unterschied zwischen 40.000 Euro und 40.000.000.000 Euro besteht. Letzteres ist ein Betrag, für den eine deutsche Normal-Verdienerin eine Million Jahre arbeiten müsste.
 
Geld ist nicht gleich Geld.
 
Geld in elfstelligen Beträgen ist etwas anderes als Taschengeld, Haushaltsgeld, das Jahreseinkommen oder die Ersparnisse von Normalbürgern bis hin zur ersten Million. Die Milliarden (amerikanisch Billionen) gehören nur Banken und Milliardären, die dieses Geld zum Geldverdienen nutzen und nicht, um etwas zu bezahlen, was sie benötigen.
 
Auf dieser Ebene der elfstelligen Geldsummen besteht ein bedrohlicher Geldüberschuss, insgesamt etwa eine 14-stellige Geldsumme, 7 x 10 hoch 13 Dollar oder Euro. Der Überschuss an Geld erwürgt Wirtschaft und Politik, den Immobilienmarkt, die Staaten und die Bürger, weil er immer nur zur Geldanlage drängt und Renditen von mehr als 5% verlangt.
 
In diesem Sinne wäre der Konkurs einer großen Volkswirtschaft wie Italien ein Schritt in die richtige Richtung: Ein konkreter Abbau des bedrohlichen Überflusses an Liquidität und zwar in einer Größenordnung, dass es der Finanzwelt auch weht tut, aber noch nichts kaputt macht. Wenn die EZB mit daran beteiligt ist, dann geht es allen Bürgern des Euro-Raums an den Kragen und das ist von der Finanzmacht so gewollt.
 
Die Mattarella-Krise
 
Wir sind gespannt, nicht nur wie sich die Lage in Italien weiter entwickelt, sondern auch, wie sie in den Mainstream-Medien dargestellt wird. Sicher wird ein neues Wort wie XYZ-Krise dafür auftauchen, um den Sachverhalt zu benennen, ohne die Zusammenhänge offen zu legen. Ich schlage vor die "Mattarella-Krise", das klingt ziemlich italienisch, sehr flutschig und es lenkt ab vom Inhalt.
 
Der M5S und Luigi Di Maio werden nicht aufgeben. Die 5-Sterne-Bewegung ist die Partei mit der besten demokratischen Legitimation in ganz Europa: Stärkste Kraft bei den Parlamentswahlen und im Parlament nur mit Kandidaten vertreten, die durch Direkte Digitale Demokratie aufgestellt wurden.

                               28.05.2018 Rob Kenius
                     letzte Überarbeitung 06.10.2019
Der Artikel "Die Mattarella-Krise" wurde am 29.05.2018
von KenFM übernommen

 
Stapelbare Stapelware

Ein gelber Haufen Scheiße

Als ich gerade im Hof war, wurde mir ein Paket zugestellt, von dem ich nur die gelbe Karte zu sehen bekam mit der euphorischen Mitteilung: IHRE SENDUNG IST DA!
 
Wissen die nicht, dass Schreiben in Großbuchstaben uncool ist? Egal, ein Aufkleber sagte mir: Ihre Sendung liegt heute ab 19:00 Uhr in ihrer Packstation, Nr., Lagebezeichnung.
 
Die Packstation, groß und gelb, war mir schon aufgefallen. Sie funktioniert ähnlich unintelligent wie die Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen der Bundesbahn, damals vor fünf oder zehn Jahren.
 
Wenn man also davor steht und ein paar mal an die richtige Stelle getippt hat, kommt die Aufforderung, man solle die gelbe Karte scannen. Wo, das wird nicht gesagt und es gibt auch keinen Hinweis, ob man den Barcode, der auf der Karte zweimal, in verschiedenen Größen, aufgedruckt ist, in der großen oder in der kleinen Version scannen soll.
 
Das Feld, hinter dem der Laser-Scanner verborgen ist, befindet sich rechts unten, unter dem Schlitz für die EC-Karte. Warum dort kein Hinweis "Hier scannen" steht, ist ein Konstruktionsgeheimnis. Es wäre auch erleichternd, wenn der klein ausgedruckte Barcode auf der Abholkarte mit den Worten "Scannen an der Packstation" gekennzeichnet wäre. So muss man halt rumsuchen und kann 6 bis 8 Möglichkeiten ausprobieren.
 
Der Beschriftung und der Software fehlt es sichtlich an Intelligenz. Man kam nicht auf die Idee, zu berücksichtigen, dass jeder Abholer irgendwann zum ersten mal vor dem Automaten steht. Beim ersten mal braucht man bis zum Scannen der Sendungsnummer wenigstens 5 Minuten. Aber das ist ja die unbezahlte Zeit des Kunden und nicht die bezahlte Zeit eines DHL-Mitarbeiters. Die Sendungsnummer aus 12 Ziffern kann man übrigens auch manuell eingeben, was aber nicht leichter von der Hand geht und in meinem Fall Lesebrille erfordert.
 
Ist die sehr geehrte Kundin oder der sehr geehrte Kunde bis zu diesem Punkt gekommen, wird sie oder er aufgefordert, den vollen Namen einzutippen und da geht der Schlamassel erst richtig los! Es erscheint ein Datenfeld mit Buchstaben, das auf kurzen kräftigen Druck reagiert, aber nicht immer. Mehrmaliges Drücken muss man vermeiden; denn der Automat reagiert sehr langsam und unberechenbar, der Buchstabe kommt dann wenn man zu schnell das Tippen wiederholt, doppelt oder dreifach.
 
Man denkt, die Taste "Zurück" würde helfen und den letzten Buchstaben löschen, wie es beim Smartphone der Fall ist, aber falsch gedacht! Wer "Zurück" drückt, wird zum Anfang zurückgeworfen und muss wieder die gelbe Karte scannen, man weiß aber schon wie es geht, und dann muss man mit der Namenseingabe neu beginnen.
 
Ich hatte Pech an meiner Packstation. Das Eingabefeld war nicht richtig eingestellt oder es vertrug die Sonne nicht, die mir über die Schulter schien, und ich kam bei 10 oder 12 Versuchen über die 3 Buchstaben R O B nicht hinaus.
 
Also ging ich zur nahen Post. Dort hieß es:
"Das ist DHL, damit haben wir nichts zu tun."
"Aber hier steht doch auch Deutsche Post drauf!"
"Ich gebe ihnen eine Nummer, da können sie anrufen."
Die Nummer war nicht gebührenfrei.
 
Ich ging erst mal nach Hause und schrieb eine Mail an DHL mit der Beschwerde, dass meine Packstation, Nr., Anschrift, bei der Namenseingabe nicht funktioniert. Am nächsten Morgen hatte ich die Entschuldigung von DHL in der Mail, die Packstation stände aber jetzt korrekt zu meiner vollen Verfügung und ich könnte auch telefonisch eine zweite Zustellung bewirken.
 
Ich machte mich wieder auf zu meiner Packstation; denn ich wollte wissen, wie das geht. Schon beim dritten Versuch gelang es mir, den Namen komplett einzugeben. Nachdem ich auch mit dem Finger einen unterschriftähnlichen Haken gemacht hatte, sprang ein Türchen auf, hinter dem mein Paket lag. Wahnsinn!
 
Die Namenseingabe bei der Abholung ist völlig unnötig! Wer auf krumme Weise oder per Zufall an die Abholkarte gekommen ist, hat ja nicht nur den Barcode, sondern auch den vollen Namen des Empfängers zur Hand und die Unterschrift ist beliebig. Die schwierige Prozedur der Namenseingabe bringt also keine zusätzliche Sicherheit.
 
Wer hat sich so etwas ausgedacht?
 
Soviel Dummheit auf einem Haufen regt mich zum Denken an. Warum gibt es überhaupt diese gelben Packstationen?
Wahrscheinlich, um Kosten zu senken.
 
Warum müssen die Kosten gesenkt werden?
Weil Großkunden wie Amazon auf die Preise drücken.
 
Warum will man nicht menschliche Arbeit einsetzen?
Weil die Leute schon so prekär bezahlt werden, dass es billiger nicht mehr geht; schließlich gibt es einen Mindestlohn in Deutschland.
Aha!
 
Weil die Löhne nicht mehr weiter gedrückt werden können und Amazon in eigener Regie bereits mit Subunternehmern zustellt, die als Scheinselbständige am Nulltarif arbeiten, deshalb werden von DHL Millionen investiert, um Packstationen aufzustellen, an denen die Empfänger der Sendungen ihre Zeit vergeuden.
 
Geld für Investitionen zum Ersatz von Menschen war noch nie so billig. Das ist neoliberale Wirtschaft und es ist ein Ergebnis der Privatisierung der Post, ebenfalls ein Akt neoliberaler Politik. Scheiße ist das!
 
Das Stichwort Mindestlohn in meinem Gedankengang ist auch der Schlüssel für eine menschenfreundliche Lösung des Problems, das Amazon und Konsorten verursacht haben:
 
Eine Mindestzustellgebühr.
 
Das Gesetz könnte ein cleverer Politiker in die Wege leiten: Jeder Versender muss bei jeder Sendung mindestens 5 Euro Zustellgebühr berechnen und den vollen Betrag an den Paketdienst weiterleiten. Davon erhält der Zusteller am Ende der Kette 1 Euro für jedes Paket, das er abliefert. Man kann das noch genauer durchdenken, einen Ausgleich für Stadt- und Landregionen schaffen und so weiter, doch das ist nicht mein Job. Ich bin Empfänger der Sendung und kein Staatssekretär, der im Finanzministerium bei Spitzengehalt Gesetze entwirft.
                               24.04.2018 Rob Kenius
Klare Gedanken, absurder Zustand

Erderwärmung und harte Winter im Westen

Forscher finden Hinweise auf Abschwächung des Golfstroms, das berichtet Spiegel Online heute, am 12.04.2018.
Und diese Idee hatten zwei intelligente Romanfiguren schon vor einigen Jahren in diesem Roman aus der Club- und Musikszene:
"Fliegen, fliegen über das Land".
Eine Geschichte nahe an der Realität (es muss nicht unbedingt Sven Regener sein).
 
Anmerkung: Die weibliche Hauptfigur des Romans heißt Raphaela Krantz und wird von ihren Freundinnen und Lovern "Raf" genannt.
Hier das Original-Kapitel:
 
28
Die kleine Eiszeit

 
Streng geputzte Fensterfronten überragten die Eingangsportale. Sicherheitsdienste und Nachtwächter im Einsatz. Und zwei verdächtige Personen bewegten sich Arm in Arm durch die Geschäftsviertel der Innenstadt. Sie hatten sich als harmloses Liebespaar getarnt. Wolken hetzten über den Nachthimmel, der ab und an vom vollen Mond erleuchtet wurde. Die Luft war kalt und ziemlich feucht. Ob es bald schneien oder stürmen würde, war nicht auszumachen.
 
Raf kuschelte sich an Raimunds Arm und fühlte sich trotz des winterlichen Wetters sicher auf diesem ungemütlichen Spaziergang. Als er spürte, wie kalt es ihr war, klemmte er seinen Arm noch fester und sagte:
"Das Klima ist rauer geworden in den letzten Jahren."
"M-meinst du?" fragte sie bibbernd.
"Wir haben wieder richtig Winter. Dabei sagen sie, die Atmosphäre würde sich erwärmen durch den Klimawandel."
 
Raf hatte eine vage Vorstellung davon, vermischt mit alten Schul-Erinnerungen. Geografie-Stunde. Und sie hatte ein tiefes Verlangen nach wohliger Wärme.
"Vielleicht liegt es am Golfstrom", vermutete Raf.
"Am Golfstrom?"
"Ja. Der Golfstrom bringt doch die Wärme nach Europa. Hab ich in der Schule gelernt. Sonst würden in Irland keine Palmen wachsen." Sie presste seinen Arm fester, so als wollte sie den Wärmeverlust ausgleichen und erklärte:
"Wenn der Golfstrom aufhört, wird es hier bitterkalt, wie in Sibirien."
 
Raimund hatte nichts anderes zu tun, als über diese Idee zu grübeln. Wie passte das zusammen? Es hieß doch, dass es im Nordmeer wärmer wird und nicht kälter. Das Eis an den Polen schmilzt... Und was dann? Dann wird auch das Wasser wärmer...
Er versuchte die wenigen physikalische Vorstellungen, die er hatte, zu koordinieren.
Vielleicht war es jetzt nicht mehr kalt genug, damit am Boden des Atlantiks etwas in die Karibik zurückfließt. Oder es fließt langsamer.
 
"Du könntest Recht haben", sagte er endlich, "der Golfstrom ist vielleicht schon etwas abgeschwächt, 'ne Meeresströmung ist kein Heizofen. Es muss zirkulieren. In der Tiefe fließt wahrscheinlich kaltes Wasser zurück ins karibische Meer. Und wenn es am Nordpol nicht kalt genug ist, fließt es weniger schnell."
 
"Mir ist kalt genug, Rai!" bibberte Raf.
"Ja klar. Aber die Zirkulation, meine ich. An der Oberfläche kommt der Golfstrom nach Norden. Unten am Meeresgrund fließt kaltes Wasser zurück, das kann ja nicht anders sein."
"Du meinst, es fließt langsamer zurück und darum auch langsamer rauf?"
"Ganz genau. Stell dir vor, da ist ein Graben wie ein Flusstal am Meeresgrund. Und kaltes Wasser fließt runter, weil es schwerer ist. Das geht ganz langsam, aber es kann nicht anders sein, sonst gäbe es den Golfstrom ja nicht."
"Brr, Rai, dann haben wir hier bald 'ne kleine Eiszeit."
"Ja, vielleicht 'ne kleine Eiszeit."
 
Die beiden lagen nicht falsch mit ihrer Idee. Selbst, wenn es am Meeresgrund nicht bergab ginge, könnte der Effekt, dass kaltes Wasser transportiert wird, durch die Zentrifugalkraft zustande kommen, die zum Äquator hin größer wird.
 
Ohne dass sie es bei ihren Grübeleien verabredet hätten, steuerten Raf und Raimund auf das Café Nirwana zu, in dem sie heute keinen Dienst hatten. Doch sie waren nicht die einzigen mit diesem Ziel...

 
Soweit der Text aus meinem Roman, für den ich damals keinen Print-Verlag gefunden habe, wahrscheinlich, weil in der deutschen Literaturszene Wanderhuren unterwegs waren.
 
Das E-Book kostet nur 2.49
 

Bei Thalia
      oder       Bei Amazon
 
Dort sollter ihr auch den Anfang des Romans als Leseprobe finden, wie Raphaela auf der Suche nach einer leerstehenden Wohnung ein Restaurant übernimmt, das ihr Freund Raimund zu einem Musik-Club macht.
 
Klare Gedanken, absurder Zustand

Herrscher der Welt

Wer die Welt beherrscht, war noch nie so klar wie heute. Aber viele sind geblendet durch die Medien, die uns Angela Merkel als "mächtigste Frau der Welt" vorstellen, die vielleicht wirklich an "westliche Werte" glaubt, als wenn Werte etwas mit der Himmelsrichtung zu tun hätten.
 
Viele von uns sind noch verfangen in der verzwickten Ideologie des vor 200 Jahren geborenen Karl Marx, der vorgab, die herrschenden Kapitalisten besser zu kennen als sie selbst. Das ist überholt, nicht nur weil die Geschichte uns eines Besseren belehrt hat, sondern weil Industrie gar nicht mehr die treibende Kraft ist.
 
Darüber steht das Geld.
 
Das nackte Geld ab einer Milliarde.
Die Wirtschaft ist keine Einheit mehr. Die Finanzwirtschaft hat eine Metastase gebildet, die stärker ist als Industrie, weil sie mehr Geld abwirft, weil sie das Geld schneller vermehrt als die reale Wirtschaft.
 
Geld dominiert
die Wirtschaft total,
nicht nur als Ziel,
auch als Material
.
 
Marktkapitalisierung (shareholder value) steht über dem Gewinn. An der Börse werden Unternehmen mit hundert Milliarden bewertet, die (fast) noch keinen Gewinn gemacht haben.
 
Beherrscht wird das Ganze von denen, welche die Milliarden und Billionen disponieren. Die meisten von ihnen sind Milliardäre, sie brauchen aber nicht unbedingt ihr eigenes Geld. Wer weiß, ob Larry Fink Milliardär ist? Wer weiß wie er aussieht? Er ist der oberste Disponent für Black Rock. Und Black Rock ist der größte Fonds.
 
Verschwörungstheorien leben davon, dass solche Leute sich nicht der Öffentlichkeit preisgeben. Wer sind die Milliardäre und wer sind die Disponenten? Sie verstecken sich nicht einmal, sie haben keinen Drang, sich der Welt zu zeigen, weil sie Besseres zu tun haben und weil sie die Öffentlichkeit für nutzlos und kontraproduktiv halten.
 
In der Finanzwelt gibt es keine Demokratie. In der Demokratie zählt die Zahl der abgegebenen Stimmen. In der Finanzwelt zählt nur die Zahl, die Geld bedeutet, die auf Überweisungen, Konten und Geldscheinen steht.
 
Die Frage bleibt also bestehen:
 
Was sind das für Leute, die Milliardäre? Wie ticken sie? Was denken sie? Was unterscheidet sie von uns?
 
Einer hat sich schon seit Jahren der Welt gezeigt, weil er krankhaft extrovertiert ist: Donald Trump, ein Super-Egoist, ein Lügner, der die Welt mit simplen Parolen abspeist, narzistisch und selbstverliebt, berauscht von seiner Macht, nicht interessiert an Bildung und Moral, ein Macho, ein Menschenverächter, ein super-reicher Schnösel, der aber weiß, wo es lang geht, weil er da hinein geboren wurde.

                               04.04.2018 Rob Kenius

Man kann es nicht oft genug sagen!

America first!

Hiroshima und Nagasaki
America first!
Privater Waffenbesitz
America first!
Atomare Rüstung
America first!
Einmischung in Konflikte
America first!
Bedrohung anderer Länder
America first!
Geheimdienst-Operationen
America first!
Höchste Staatsschulden
America first!
Unseriöse Finanzen
America first!
Politik für Milliardäre
America first!
Bürger in Gefängnissen
America first!
Militärische Präsenz
America first!
Verschlechterung des Weltklimas
America first!
Globale Gefahr
America first!
     (Wiederholt vom 20.09.2017 erweiterte Version)
Kritik ist gut - Konzepte sind besser

Degressive Digitale Mark
(Schwundgeld) DDM

Der riesige Überschuss an Geld ist ein Problem, das zur Zeit noch nicht lösbar ist, weil niemand Geld systematisch und kontrolliert vernichten will. Zu beachten ist dabei, dass die Menge an Schulden in der gleichen Größenordnung besteht, weil Geld und Schulden bei der giralen Geldschöpfung durch Banken immer gleichzeitig erzeugt werden. Beide Größen, die Menge allen Geldes und die Menge aller Schulden sind schwer zu ermitteln; ohne Zweifel aber gilt:
 
Die Geldmenge ist um ein Vielfaches zu groß. Um alle materiellen Güter und Leistungen dieser Welt zu kaufen würde ein Bruchteil von 30% - 35% des vorhandenen Geldes ausreichen.
 
Die Summe aller Schulden ist wegen der Staatsschulden noch höher als die gesamte Geldmenge. Die Schulden sind so hoch, dass sie nie getilgt werden können. Warum? Weil Geld und Schulden im Groben so verteilt sind, dass die einen (Finaziers, Fonds, Reiche Familien) das Geld und die anderen die Schulden haben, insbesondere die Staaten.
 
Das System wird aufrecht erhalten durch Wirtschaftswachstum, um die Forderungen der Geldbesitzer nach Zinsen und Profit zu erfüllen, wobei die Menge des Geldes und die Höhe der Schulden ständig gesteigert wird. Doch prozentuales Wirtschaftswachstum stößt an natürliche Grenzen, weil es in eine exponentielle Wachstumskurve mündet. Die reale Wirtschaft kann nicht wie die umgesetzte Geldmenge ins Unendliche steigen, weil alle Ressourcen in der Realität begrenzt sind.
 
Da hilft nur unfreiwillige und unkontrollierte Geldvernichtung, die auf mehrere Weise erfolgen kann:
  • Inflation,
  • faule Kredite,
  • Zusammenbrüche von Banken,
  • soziale Revolten und
  • Krieg.
Unfreiwillige Geldvernichtung ist immer mit hohen Gefahren verbunden. Zur Zeit steigt die Kriegsgefahr enorm, weil die Gefahr von den Banken und vom Finanzsektor abgewendet wird. Das ist die neoliberale Politik zugunsten der Finanzwirtschaft.
 
Da man die unkontrollierte Geldvernichtung in all ihren Varianten fürchtet und die Rückzahlung eines großen Teils der Schulden unmöglich ist, versucht man das System zu retten, indem immer mehr Geld hinein gepumpt wird. Diese Maßnahme wird vor allem von den beiden Notenbanken FED und der EZB im großen Stil betrieben. Das ist der Zustand heute, am Ende des Jahres 2019. Bei einem Kassensturz wären tausende Banken und die Mehrzahl aller Staaten Pleite. Der Konkurs wird verschleppt durch Geldschöpfung in unvorstellbarer Höhe beim 0% Zinsen.
 
Auch negative Zinsen werden praktiziert; das bedeutet, wenn eine Bank ihr Geld bei der EZB parkt, bekommt sie weniger zurück als sie eingezahlt hat. Mit dieser Praxis nähert man sich bereits einem anders strukturierten Geld an, dem sogenannten Schwundgeld.
 
Ein anders strukturiertes Geld, das von sich aus weniger wird und zwar als Zweitwährung ist ein eleganter Weg aus der Finanzkrise, eine Methode, die zunächst absurd erscheint, aber bei genauerem Hinsehen einen klugen Systemwechsel einleitet. Die Idee ist schon hundert Jahre alt, ist aber erst jetzt im Zeitalter der Kredit-, Bank- und Geldkarten und des Online-Banking einfacher zu realisieren. Es ist eine Degressive Zweitwährung.
 
Der Ausdruck ist neu, trifft aber den Kern der Sache besser als ältere Bezeichnungen wie zum Beispiel der Begriff "Freigeld" von Silvio Gesell, der als Erfinder dieses Systems gilt. Üblich ist auch die Bezeichnung "Schwundgeld", welche den Vorgang bezeichnet, dass dieses Geld mit der Zeit immer weniger wert wird.
    Nennen wir die Währung Mark, dann kreieren wir die Degressive Digitale Mark DDM mit folgenden Eigenschaften:
  • DDM existiert nur auf Geldkarten und Konten, nicht als Bargeld.
  • Alle, die Geld einnehmen, sind verpflichtet, DDM als Zahlungsmittel zu akzeptieren.
  • Jedes Guthaben wird in jeder Woche mit einem Abschlag belegt, der zum Beispiel 1% sein soll.
  • In der Nacht von Montag auf Dienstag wird um Null Uhr der Abschlag fällig.
  • Wer am Samstag zuletzt 100 DDM auf seiner Geldkarte hatte und am Dienstag damit bezahlt, dem wird zuerst der Abschlag abgezogen und er hat nur noch 99 DDM auf der Karte.
Das Degressive Geld hat zwei Effekte: Es kurbelt die lokale Wirtschaft an, weil jeder es schnell und effektiv ausgeben will, und es ist nicht zur Geldansammlung geeignet.
 
Gegenüber historischen Versuchen mit Freigeld und Schwundgeld hat die Degressive Digitale Währung mehrere Vorteile.
  • Der Abschlag lässt sich in kurzen Zeitabständen z.B. von einer Woche verwirklichen. Dadurch wird verhindert, dass Händler Waren zurückhalten.
  • Der Abschlag lässt sich je nach Bedarf leicht verändern und damit kann die Wirtschaft gesteuert werden. Der Satz von 1% pro Woche ist wahrscheinlich zu hoch; es ist hier nur als einfaches Zahlenbeispiel gemeint.
  • Weil DDM nur auf Konten und Karten existiert, kann der Umtausch in eine herkömmliche Währung mit einer Transaktionsgebühr belegt werden. Diese zu umgehen ist dann nur auf dem Schwarzmarkt in kleinen Mengen möglich.
Die DDM als Zweitwährung empfiehlt sich besonders als Währung für Staaten mit schwerer Verschuldung. Der Staat erklärt sich gegenüber seinen Schuldnern für zahlungsunfähig, bedient also keine Kredite mehr und löst Staatsobligationen nicht ein. Er kommt aber seinen Verpflichtungen gegenüber den Bürgern mit der Degressiven Digitalen Zweitwährung nach. Alle Firmen erhalten ein Konto für DDM und alle Bürger eine Geldkarte mit einem Startbetrag. Die Angestellten, Rentner und Sozialhilfeempfänger des Staates erhalten ihre Zuwendungen in DDM.
 
Dabei hat der Staat zwei Parameter, um die Wirtschaft und seine eigenen Finanzen zu steuern: Die Geldmenge und den Abschlag; beides muss sinnvoll eingesetzt werden.
 
Die alte Währung, in welcher der Staat verschuldet ist, wird nicht abgeschafft, nur der Staat benutzt dieses Geld nicht mehr. Die Bürger können es benutzen und es wird sich ein freier Umrechnungskurs herausbilden. Der Umtausch wird mit einer Transaktionsgebühr belegt, damit sich kurzfristiges hin und her Tauschen nicht lohnt, sonst könnte man den wöchentlichen Abschlag umgehen.
 
Diese Transaktionsgebühr wird in beide Richtungen erhoben. Sie ist ein weiterer Parameter, mit dem der Staat das Abgreifen von DDM und den Einsatz der Festwährung (EURO) steuern kann.
 
Das System einer Degressiven Digitalen Zweitwährung ist die geeignete Gegenmaßnahme gegen den störenden Geldüberfluss der Leitwährungen. Ein Geldüberfluss in DDM kann nicht entstehen, weil er automatisch und kontrolliert abgebaut wird. Trotzdem hat der Staat oder seine Notenbank die Möglichkeit, soviel Geld herauszugeben, wie für die Wirtschaft nötig erscheint.
 
Im Zusammenhang mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre es naheliegend, dieses bedingungslose Grundeinkommen in einer degressiven digitalen Form zu verwirklichen, damit das Grundeinkommen nicht zur Vermehrung des Geldüberflusses in Händen der Großgeldbesitzer beiträgt.
 
Besonders solide ist das Modell in Verbindung mit Direkter Demokratie; die finanzielle Position des Staates wird gestärkt und der Staat ist unter direkter Kontrolle der Bürger.
                               12.03.2018 Rob Kenius
                            Überarbeitung 04.10.2019
Es könnte immer Karneval sein

Unser Dreigestirn lächelt

Wie am 28.11.2017 hier im Tick des Tages schon vorhergesagt, jetzt sind wir auf dem Weg in die GROKO.
 
So lieb und klein wie nie zuvor.
 
Und Martin Schulz muss für etwas kämpfen, das er vor einem Monat noch voll abgelehnt hat. So ist das Leben eines SPD-Politikers.
 
Wer Demokrat ist, hätte lieber eine Minderheitsregierung gesehen, die wir in Zukunft besser Parlamentarische Regierung nennen sollten. (Vorgeschlagen im Tick des Vortages, gleich anschließend).
 
Der Deutsche Michel ist wahrscheinlich lieber ein wohl-situierter Untertan als selbst-denkender Demokratie-Debatten-Verfolger.

    Das GROKOKOKO Dreigestirn
     
  • Prinz Martin
  • Jungfrau Angela
  • Bauer Horst

  • macht es uns leicht:

Sie lächeln harmlos-verträumt und zeigen auf den offiziellen Fotos der Release-Party kein Fünkchen rot, aber verdammt viel blau. Das erinnert daran, dass leider, leider, leider der eigentliche Wahlsieger die blaue Partei gewesen ist. Ein Schelm, der Arges dabei denkt.
 
Die Prognose aber lautet:
Es geht alles vorüber: Bei der nächsten Wahl gibt es keinen Grund mehr, AfD zu wählen.

AfD
bald passé
tut keinem weh!

 
Das neue Wort

Parlamentarische Regierung,
bitte nicht mehr "Minderheitsregierung"!

Schon in der Wahlnacht konnte man ahnen, dass wir wieder eine Große Koalition bekommen, wegen der rechnerischen (Un)möglichkeiten, aber auch deshalb, weil Frau Merkel erkennen ließ, dass sie es so haben will. Und in diesem Land geschieht bis heute (16.12.2017) noch, was Queen Angela will.
 
Trotzdem bin ich für ein anderes Modell:
Die parlamentarische Regierung.
 
Das Modell leidet unter dem Namen Minderheitsregierung. Aber es regiert dann keine Minderheit, sondern bei jeder Entscheidung ist es die parlamentarische Mehrheit. Und Kanzler ist derjenige, der die meisten Stimmen bekommt. Schon bei der Wahl des Kanzlers sollte man neue Wege gehen und gleich im zweiten Wahlgang den Kandidaten wählen, der im ersten Wahlgang am besten abgeschnitten hat.
 
Der bildet dann die Regierung. Wenn Frau Merkel das nicht will, bitteschön, dann tritt sie zurück und die CDU stellt einen anderen Kandidaten auf, der Martin Schulz schlagen muss. Der Kanzler kann dann auch Minister berufen, die nicht alle von seiner eigenen Partei (der Minderheit) sein müssen.
 
Das wäre Parlamentarische Demokratie mit einer Parlamentarischen Regierung. Ein Traum, aber er zeigt, wie verkrampft und gestrig das politische Denken ist, das diese einfachste, flexible Lösung gemäß der Konstellation aus dem Wahlergebnis verhindert.
 
Was am meisten stört, ist das Gerede von einer starken Regierung, die wir unbedingt brauchen. Ist eine Regierung dann stark, wenn das Parlament schwach ist und das Wahlergebnis der Bevölkerung wird ignoriert? Und wann hätten wir in Deutschland eine zu schwache Regierung gehabt?
 
Verloren hat bei der Wahl nicht Martin Schulz, sondern die GROKO und in dieser Koalition am meisten die CSU. Das zeigt so nebenbei: Auch die Bayern werden jetzt locker, sie tragen zwar keine gendermäßige Tracht, haben aber genug vom Einparteienstaat der CSU in Bayern.
                                Rob Kenius 16.12.2017

Stapelbare Stapelware

P o l i t i k
in den Zeiten des Interregnums

Wie wäre es, wenn wir Wirtschaft und Politik entkoppeln, genau wie Martin Luther vor 500 Jahren göttliche Gnade und Geldzuwendungen an die Kirche entkoppelt hat?

Wenn die hoheitliche Politik stagniert, weil Politiker mit dem Wahlergebnis unzufrieden sind, haben wir User die Gelegenheit, selber über Politik nachzudenken; ansonsten wird uns ja die Politik der Regierenden einmassiert.
 
Die Lage auf dem Globus spitzt sich zu. Die einen steigern ständig ihre Umsätze und den Verbrauch und den Schadstoffausstoß, die anderen steuern die 10-Milliarden-Grenze der menschlichen Population an. Beide Trends gehen in eine gefährliche Richtung: Die Erde gibt das nicht her, was all diese Menschen wollen und haben wollen.
 
Was können wir da machen? Da kann nur Politik was machen, sagt man; denn Politik ist die Kunst des Machbaren. Doch das ist nicht genau nachgedacht; denn die Wirtschaft hält sich viel mehr an das Machbare als die Politik.
 
Die Wirtschaft möchte alles, was machbar ist, maximieren. Mehr Nahrung, mehr Beweglichkeit, mehr Unterhaltung, mehr Bequemlichkeit, mehr Straßen, mehr Autos, Schiffe, Flugzeuge, mehr Sturmgewehre und Wüstenpanzer und vor allen Dingen mehr Gewinn: steigende Kurse, steigende Rendite, steigender Verbrauch, steigender Wohlstand.
 
Da sagt auch kein Politiker nein.
 
Aber halt, jetzt sind unsere Politiker ja in der Sondierungs-Starre. Das alles sind doch die Ziele der Wirtschaft! Wie wäre es, wenn wir Wirtschaft und Politik entkoppeln, genau wie wir in Europa vor 500 Jahren Religion und Glaube von Ablass-Spenden abgekoppelt haben?
 
Ist nicht erst kürzlich die Sowjetunion daran gescheitert, dass man 50 Jahre lang Politik und Wirtschaft zusammengeregelt hat?
 
In den letzten 30 Jahren haben Regierungen in USA, in GB, in Deutschland und in der EU sich von Wirtschafts- und Finanzleuten die Politik diktieren lassen. Und das geht auch schief. Kein Wunder. Die Wirtschaft will immer maximieren und neuerdings globalisieren, was die Politik aber nicht kann, sonst wird es totalitär und ungemütlich. In Wirtschaft und Politik gibt es unterschiedliche Interessen, die sich teilweise widersprechen. Das ist nicht neu.

Dominanz der Finanzen über die Realwirtschaft

Neu ist aber die Entwicklung der letzten Jahre:
Innerhalb der Wirtschaft hat sich ein dominanter Zweig entwickelt, der mit Essen und Trinken, Arbeiten und Konsum, Verbrauch, Unterhaltung, Straßenbau, Medizin, Gesundheit, Rüstung und all dem nichts zu tun hat:
Es ist die hohe Finanzwirtschaft.
 
In USA macht die Finanzwirtschaft mehr als 40% aller Wirtschaftsleistung aus, obwohl sie nichts produziert, nicht einmal Geld für alle, sondern nur Ansprüche auf Zahlungen und Verpflichtungen zu zahlen, also Guthaben und Schulden. Der Finanzsektor ist der größte Wirtschaftszweig geworden, er bestimmt die Realwirtschaft und bestimmt die Politik in allen Fragen, wo es um viel Geld geht.
 
Egal ob in Washington Republikaner oder Demokraten regieren, die Regierung beugt sich immer den Interessen der Wall Street: Deregulierung und Bankenrettungen, anstatt Werktätige, Hausbesitzer, Rentner, die Infrastruktur oder den Mittelstand zu retten.
 
In Deutschland wird der Anteil des Finanzsektors an der Wirtschaft zwischen 30% und 40% liegen. Deutschland ist das zweitamerikanischste Land. Wenn man uns in den Tagesthemen vom Wirtschaftswachstum erzählt, kann es gut sein, dass nur die Finanzwirtschaft gewachsen ist. Auch hier werden Banken gerettet und ein Niedriglohnsektor geschaffen und es spielte dabei keine Rolle, ob CDU oder SPD oder beide regieren.

Staatsschulden sind der Hebel zur Macht

Jetzt, wo weder CDU noch SPD regieren, können wir Politik von der Wirtschaft trennen, als Gedankenmodell. Doch da ist ein Punkt, an dem das schwer durchführbar ist: Die Staatsschulden. Die lassen sich nicht so leicht vom Finanzsektor trennen. Staatsschulden sind der Hebel, mit dem der Finanzsektor die Macht über Regierungen einnimmt, auch über linke.
 
In Griechenland hatten wir eine Situation, wo die Politik sich hätte von der Finanzwirtschaft lösen können, durch einen Staatsbankrott, und wir hatten zwei Typen von linken Politikern: Tsipras und Varoufakis. Der eine ging den Weg, den der Finanzsektor vorschreibt, der andere ging weg.
 
Ein Staat , der sich vom Diktat der Finanzen befreien will, darf keine Schulden haben. Das hört sich radikal und erzkonservativ an, weil uns die Medien (und merkwürdigerweise auch linke Politiker) immer die Meinung der Finanzwirtschaft aufdrängen, die will, dass der Staat Schulden macht. Aber ein Staat ohne Schulden ist gar nicht so schwierig; denn der Staat darf Steuern erheben, soviel, wie er braucht, und von wem er will.

Geld ist da zu holen, wo es ist

Und weil der Finanzsektor so wohlhabend ist und so extrem viel verdient, ist es am besten, diese parasitäre Scheinwirtschaft, die nichts für die Allgemeinheit produziert, sondern nur Gewinne für sich selbst, die sollte man mit besonders hohen Steuern belasten. Ist doch logisch und genau umgekehrt, wie es zur Zeit in USA und allen Vasallenstaaten passiert. Solange dieses System bestehen bleibt, wird USA Geld exportieren und wird dafür alles andere geliefert bekommen, inklusive der Weltherrschaft.
 
Jedes Einkommen, das nicht durch Arbeit, Dienstleistung, Kunst oder Handel oder ganz allgemein durch Leistung, zustande kommt, sollte nicht weniger, sondern mehr durch Steuern belastet werden. Das sind genau die Bereiche, die jetzt im Interesse des Finanzsektors verschont bleiben: Börsengewinne, Wertzuwachs von Immobilien, Erbschaften, finanzielle Transaktionen. Wenn die Politiker in den Medien erscheinen, sollten wir aufmerksam hören und sehen, wer von ihnen die gegen uns gerichteten Interessen im Sinne des Finanzsektors vertritt.
 
Der Staatshaushalt beginnt nicht beim Ausgeben von Geld, sondern mit den Einnahmen. Das hat der Staat mit jedem banalen Geschäft gemeinsam, man kann nur das Geld ausgeben, das man eingenommen hat. Und damit setzen wir Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die Umwelt und die Entwicklung. Mit dem Geld, das der Staat eingenommen hat, kann er seine Pflichten gegenüber den Bürgern erfüllen und das sind nicht wenige:
 
Erziehung, Infrastruktur, Gesundheitswesen, Sozialstaat, aber keine Bankenrettung, Griechenland-Rettung, Euro-Rettung, Übernahme von Verantwortung in fernen Ländern oder Rüstung gegen friedliche Nachbarn.
 
Trennung von Kirche und Staat,
Trennung von Wirtschaft und Staat,
Trennung von Finanzwirtschaft und Staat.
Das ist Politik;
die Rettung aus der selbstverschuldeten Knechtschaft.

                                Rob Kenius 14.12.2017
              Über den Finanzsektor der USA berichtet 
           Michael Hudson in seinem Buch "Der Sektor" 
           ISBN 978-3608-94748-9. Das Werk hat 670 S. 
           Man hätte das auch auf 200 S sagen können.

 
Das erste Wort

Stunde der Royalisten

Verlobung im britischen Königshaus!
Bundespräsident Steinmeier trifft in London Queen Elizabeth die zweite. Und Queen Angela (die erste) in Berlin bekommt ihre GROKO, die sie sich zu Weihnachten gewünscht hat.
 
Alle Royals und Royalisten sind sich einig: Wir brauchen eine starke Regierung, ein schwaches Parlament und ein ohnmächtiges Volk.
Aber warum haben wir eigentlich kürzlich gewählt?
 
Das ist ein Ritual, ein Relikt aus alten Zeiten der Französischen Revolution, das man nicht so ernst nehmen sollte. Man nannte es
Parlamentarische Demokratie.
 
Übrigens: Wir haben den 28.11.2017


 

 


Man kann es nicht oft genug sagen!
50 Jahre lang haben Amerikaner versucht, uns zu erklären, was cool ist und jetzt haben sie Donald Trump.
Ist das cool?

America first!

Hiroshima und Nagasaki
America first!
Privater Waffenbesitz
America first!
Atomare Rüstung
America first!
Einmischung in Konflikte
America first!
Bedrohung anderer Länder
America first!
Geheimdienst-Operationen
America first!
Höchste Staatsschulden
America first!
Unseriöse Finanzen
America first!
Politik für Milliardäre
America first!
Bürger in Gefängnissen
America first!
Militärische Präsenz
America first!
Verschlechterung des Weltklimas
America first!
Globale Gefahr
America first!


Kampfthema Wahlkampf

Wahltaktik für
durchschnittlich demokratische Wählerinnen

Eine Mehrheit in Regierung, Medien, Demografie und Wahlvolk glaubt, dass eine einzelne Person namens Angela Merkel unseren Wohlstand, unsere Stellung in der Welt und eine Wende Europas zum Besseren garantiert. Das kann nicht wahr sein, denn die Zeiten der Monarchie sind vorbei, auch wenn Angela Merkel eine gute Monarchin abgeben würde.
 
Sie ist bescheiden, etwas unscheinbar, will nichts verändern, redet nicht laut, verschweigt Unangenehmes, verlangt von uns nichts und erweckt den Eindruck, dass mit viel Geld viel Gutes getan und Schlechteres verhindert wird. So soll eine Königin sein! Aber soll eine demokratisch gewählte Regierung so sein, deren Zeit begrenzt ist und die aus der Wahl von Parlamets-Parteien hervorgeht?
 
Nein. Die stärkste Partei heißt auch nicht Merkel, sondern CDU. Das "C" bedeutet "christlich", pssst! Wer das Flüstern des Windes versteht, weiß, dass es schon lange "Capital" bedeutet. Pssst, die CDU vertritt die Finanzmacht der internationalen Konzerne und deren Ideologie: Geld soll in möglichst großer Menge überall sprudeln und fließen und von ganz oben in einem möglichst hohen Prozentsatz als Rendite abgeschöpft werden, pssst.
 
Der Staat dagegen soll bescheiden und unscheinbar sein, nicht laut werden, nicht eingreifen, Unangenehmes verhindern oder verschweigen, keine Veränderungen bewirken und von denen, welche die Finanzströme lenken, nichts verlangen, was ihre globale Handels- und Transaktions-Freiheit einschränkt. Pssst!
 
"Never touch a running System!"
 
Die CDU steht mehr als jede andere Partei für die Erfüllung dieser Wünsche und realisiert am besten die Transformation finanzieller und wirtschaftlicher Macht in politische Macht. Aber leider nicht umgekehrt, keine Kontrolle der unkontrollierten Märkte der Macht. Wohin eine solche Parteipolitik fürt, das zeigen uns die Republikaner in USA.
 
Demokratie ist das nicht, aber trotzdem muss gewählt werden und die CDU verspricht zur Wahl:
 
"Ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben".
 
1. Frage: Wer will das nicht?
2. Frage: Wer ist wir?
3. Frage: Wer ist dagegen?
 
Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: Niemand!
 
Ja, am besten wählt niemand CDU;
denn sonst geht das alles so weiter: der neoliberale Trip, die Globalisierung der Finanzströme, die Steuerhinterziehung, das Anheizen der Krisenherde, die Waffenexporte, die Rücksichtlosigkeit der Automobilindustrie, die Privatisierung von Staatseigentum und die Entdemokratisierung Europas.
 
Mehr ist im Rahmen der parlamentarischen Demokratie jetzt nicht zu machen. Ein längerfristiges Ziel ist Direkte Demokratie mit digitalen Mitteln, also Direkte Digitale Demokratie. Die gibt es noch nicht, doch es geht voran. Hier ist schon ein lesbares und sehr engagiertes Buch darüber: Neustart...
26.06.2017

Stapelbare Stapelware

Nachruf eines Zeitzeugen

Nichts Schlechtes über die Toten. Eine Redensart der Römer. Ich halte es umgekehrt. Der alte Mann im Rollstuhl tat auch mir leid und ich habe selten über ihn geredet oder geschrieben, aber jetzt fühle ich mich verpflichtet, als Zeitzeuge von Anfang an, Helmut Kohl so zu schildern, wie ich ihn gesehen habe. Möge seine Seele in Frieden ruhen.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser Leben, so wie es ist,
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

All das, was man uns Deutschen im Ausland immer vorwirft, selbstgefällig, überheblich, aufdringlich, laut und unsensibel zu sein, all das hat Helmut Kohl in seiner ganzen Größe und unübersehbaren Person verkörpert. Viele werden ihn deshalb einen großen Deutschen nennen. Mir war er von Anfang an unsympathisch, auch schon vor der Kanzlerschaft, auch mehr als jede andere Größe der CDU in kohlscher Zeit: Geißler, Teufel, Albrecht, Süssmuth, Biedenkopf, Schäuble...
 
Aber Helmut Kohl hat 25 Jahre lang die CDU und 16 Jahre lang Deutschland regiert. Wie war das möglich? Es liegt an einem sicheren Instinkt für Macht und Mehrheit. Mit seinem überstarken Ego und viel Rücksichtslosigkeit brachte Kohl sich an die Spitze der CDU und es war klar, er würde irgendwann Kanzler werden, auch wenn das Volk ihn unsympathisch fand. Das hat er mit geschickter Taktik erreicht und dann wollte er nicht mehr abtreten, sechzehn Jahre lang.
 
Gegen Schmidt argumentierte er mit dessen Staatsschulden, aber die Staatsschulden, die Kohl hinterlassen hat, gehen um ein Vielfaches darüber hinaus. Kohl hatte kein Verständnis für Quantitäten; die Unmäßigkeit seines Charakters war ihm anzusehen. In jedem seiner Haushalte war ein riesiges Milliardenloch, das durch Schulden gestopft wurde. Er entdeckte schnell, dass man mit Geld alles machen kann, verstand aber nicht, dass Geld ein Kontinuitätsprinzip befolgt und dass die Geldmenge auch in einem satten Staatshaushalt nicht unendlich ist.
 
Die fehlerhafte Schuldenpolitik ist heute vergessen, weil die immensen Schulden der Wiedervereinigung noch einmal alles übertroffen haben. Dieses Manko resultiert aus der falschen Annahme, dass alles, aber auch alles in der DDR wertlos gewesen sei. Die Ideologie des Antialtkommunismus auf Seiten von Helmut Kohl hat uns hunderte Milliarden DM gekostet. Das Volksvermögen der DDR wurde verramscht, aber die Ramsch-Mark der DDR wurde 1 : 1 gegen DM getauscht als Wahlgeschenk für die nächste Kanzlerschaft.
 
Für den einen Helmut Kohl hätten wir drei andere Kanzler haben können.
 
Die Wiedervereinigung haben wir Michail Gorbatschow zu verdanken, der wegen seiner historischen Größe den Friedensnobelpreis bekommen hat. Kohl hat das Geschenk der Geschichte nicht abgelehnt, sondern hat es an sich gerissen und auf sein Konto verbucht. Jetzt wird so getan, als sei es eine besondere Leistung gewesen, nicht nein zu sagen, weil einige nein gesagt haben; insbesondere Lafontaine, der aus dem Saarland stammt, das auch wiedervereinigt wurde, allerdings nicht auf die Hopplahopp-Methode ohne Anpassung der Wirtschaft.
 
Damals habe ich schon gesagt. Einfach das Geld auszutauschen, ist so, als würde man in einen Zweitakter (Trabbi), der Benzin-Öl-Gemisch braucht, Super-Kraftstoff einfüllen. Der Motor würde losbrausen und nach 500 km Kolbenfresser oder Kurbelwellenschaden. Genau so ist es gekommen, weil ein in Wirtschaft und Finanzen völlig inkompetenter Mann namens Helmut Kohl das so entschieden hat und sich wie immer damit durchsetzte. Wir haben heute noch Probleme mit den vielen Verlierern dieser Geschichte. Durchsetzungsvermögen ist nur dann etwas Gutes, wenn das Ziel richtig ist.
 
Statt einer Wiedervereinigung mit einer neuen Verfassung, wie das Grundgesetz es vorsah, bekamen wir den Beitritt der neuen Länder zur BRD. Dabei waren die Länder gar nicht neu; sie waren älter als BRD und DDR. Ein Etikettenschwindel.
 
Kohl gilt als großer Europäer, weil er alle Probleme mit deutschem Geld gelöst hat. Das war aber unser aller Geld und nicht sein Geld!
 
Die eigentlichen Probleme Europas sind
mangelnde Demokratie,
institutionalisierte Inkompetenz,
Bürokratie und
Lobbyismus
.
Wer ein großer Europäer sein will, muss das erfolgreich bekämpfen. Helmut Kohl war kein großer Europäer, sondern nur ein gewichtiger. Er hat es versäumt, die Strukturen der EU zu demokratisieren und die Methode der Beschlussfassung der Mitgliedschaft so vieler Staaten anzupassen. So ist die EU bis heute das geblieben, was sie damals schon war:
Das Europa der Politiker, nicht der Völker.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser angenehmes Leben
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

Wenn jemand stirbt, ist es angemessen, der Familie sein Beileid zu bekunden. Die Familie Kohl existiert nicht mehr. Hannelore Kohl hat sich selbst das Leben genommen; ein Sohn hatte den Mut, sich von seinem Vater öffentlich in einem Buch zu distanzieren, weil der Vater auch der Familie gegenüber so ein maßloser Egoist war und seine Söhne und Enkel zuletzt das Haus nicht mehr betreten durften.
 
Mein Beileid gilt all denen, die Helmut Kohl geliebt haben oder ihn für einen großen Politiker hielten und den vielen, die ihm etwas zu verdanken haben, an erster Stelle Angela Merkel. Sie hat auch das Verdienst, ihn nach 25 Jahren CDU-Herrschaft gestürzt zu haben. Möge Gott ihr die Gnade geben, nicht 16 Jahre zu regieren und nicht erst dann abzutreten, wenn niemand sie mehr leiden kann.

Über die politische Taktik von Merkel und Kohl, und deren
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Kampfthema Wahlkampf

Merkel und TRUMPel

Im Jahr 2005 habe ich zum ersten und einzigen mal CDU gewählt. Warum? Um Angela Merkel zur Kanzlerschaft zu verhelfen. Von Schröder hatte ich die Nase voll und ich hatte mir drei plausible Gründe zurechtgelegt:
 
1. Eine Frau. Die Chance, einer Frau zur Macht zu verhelfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.
2. Eine Physikerin. Weil ich selber dieses Fach studiert habe, dachte ich, sachlicher Verstand kann nicht schaden.
3. Eine aus der ehemaligen DDR. Bei der Wiedervereinigung in Kohl war die DDR doch ziemlich untergebuttert worden.
 
In allen drei Punkten bin ich enttäuscht worden.
 
1. Obwohl eine Frau den begehrtesten Job im Lande hat, nerven Feministinnen weiter mit überzogenen Forderungen und setzen sprachliche Genderspiele durch. Das hat mir den männlichen Feminismus ausgetrieben.
 
2. Das Physikstudium scheint in der DDR nicht so ernst und solide gewesen zu sein. Wie wäre es sonst möglich, dass Frau Merkel die Struktur einer Exponentialfunktion nicht erkennt, wenn es um das Wirtschaftswachstum geht. Wie kann sie an das Gelingen von Prozessen glauben, die mathematisch divergent sind (griechische Schuldenkrise, Flüchtlingsstrom)?
 
Wie ist es zu erklären, dass die Kanzlerin Jahre lang Zusammenhänge zwischen Geldfluss, Geldmenge, Kreditwirtschaft, Finanzindustrie und Staatsausgaben nicht durchschaut hat. Wieso erkennt sie nicht, dass die Strukturen von vier Gremien eine Weiterentwicklung der EU unmöglich machen? Wie kann sie erwarten, dass sie selber bei 27 EU-Mitgliedern Dinge erreicht, die Einstimmigkeit erfordern? (Obwohl die A-Priori-Wahrscheinlichkeit für einstimmige Beschlüsse bei 27 Mitgliedern 2 Millionen mal kleiner ist als bei 6 Mitgliedern.)
 
3. Leider hat Frau Merkel aus der DDR auch ein unentwickeltes Demokratieverständnis mitgebracht. Einen Hang zum Totalitarismus. Ein harmloses Beispiel sind die Zwangsgebühren für staatlichen Rundfunk und Fernsehen. Angela Merkel praktiziert keine Demokratie, sondern eine milde Alleinherrschaft mit monarchistischen Zügen und erfolgreicher Untätigkeit. Sie regiert mit Demoskopie statt Demokratie. (Viele, auch Journalisten, wissen das nicht zu unterscheiden.)
 
Bei diesem Spiel mit den Fäden der Macht zeigt sie hohe Intelligenz. Alle vergangenen und auch zukünftigen Konkurrenten hat sie ausgeschaltet. Nur sie kann innerhalb der CDU bestimmen, wann sie abtritt und wer ihr Nachfolger wird; niemand ist favorisiert.
 
Auch ihren parteitaktischen Gegenspieler innerhalb der GROKO, Sigmar Gabriel hat, nein hatte sie voll unter Kontrolle. Da kam der überraschende Torschuss durch einen eingewechselten Spieler der SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz.
 
Langsame, merkelsche Analyse der Situation und dann das ungleiche Spiel der Kräfte: Kandidat Schulz kann zwar brillant reden, kann von sozialdemokratischer Politik überzeugen, aber er hat kein Amt im Staate, also hat er keinen Zugriff auf die Staatsmedien. Aber hallo! Dort erscheint Schulz jetzt nur noch, wenn es den Damen und Herren genehm ist. Das Erste Deutsche Fernsehen hat seine Reden über Soziale Gerechtigkeit bis zur Lächerlichkeit zerstückelt und als Persiflage mehrmals ausgestrahlt.
 
Merkel aber beginnt eine Art Welttournee; sie redet nicht, doch sie spricht in Bildern, die uns wie Ansichstkarten aus der Ferne herzlich grüßen. Und zuletzt die total raffinierte Kombination von Demoskopie und Amtsbonus:
 
Frau Merkel nutzt die im Volk verbreitete Abneigung gegen Donald Trump, um sich mit wenigen Worten als volkstümliche Weltpolitikerin zu präsentieren. Die kräftige Europäerin, die launig gegen Onkel Donald unkt. Natürlich ohne sich dabei in die US-Außenpolitik einzumischen. Da sind doch gleich 80% aller Wählerinnen und Wähler auf ihrer Seite und der Schulz kann einpacken!
 
So einfach ist das, weil wir keine regierungsneutralen Medien mehr haben. Weil niemand fragt, wie soll es denn hier in Europa weiter gehen, Frau Merkel, wenn wir an den Strukturen der EU, der Nato, der Finanzwirtschaft nichts ändern, wenn wir die Umverteilung von unten nach oben nicht stoppen.
 
Änderungen sind Merkels Sache nicht. Sie hat noch nie etwas verändert, nur manches hat sie zugelassen. Die unkontrollierten Flüchtlingsströme hat man ihr verübelt.
 
Das Verheerende ist, sie lässt zu, dass die Politik immer weiter von Finanzinteressen und der Ideologie des Geldes gesteuert wird. Dafür ist sie partout nicht gewählt worden. Und deshalb sollte man sie auch abwählen.
 
Es ist höchste Zeit für eine Änderung in Richtung Politik; denn die Interessen der Finanzwirtschaft sind die Interessen einer sehr kleinen Minderheit; alle anderen gehen leer aus; die meisten werden benachteiligt. Auch 95% der Wähler von Angela Merkel werden leer ausgehen.
 
Bei der letzten Wahl war der Spruch der Merkel-CDU: Gemeinsam erfolgreich.
Was kommt jetzt?
Gemeinsam reich?
Gemeisam oben?
Gemeinsam von oben nach unten TRUMPeln?

 

Wahlkampf - Kampfthema

Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung!

Mit diesen drei Forderungen kann man die Wahlprogramme aller im Bundestag vertretenen Parteien erfassen: Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung. Die Akzente sind verschieden, insbesondere beim Geld.
 
Mehr Geld!
 
Die CSU/CDU will viel mehr Geld für alles ausgeben und es fragt keiner, wo das Geld herkommt, man geht einfach davon aus, dass die CDU das Geld hat. Das hat seinen Grund. Als man den größten Vorsitzenden aller Zeiten unter juristischem Druck fragte, wo das Geld in seiner Tasche herkam, hat er es verschwiegen, weil er jemandem sein Ehrenwort gab, und er wird dieses Geheimnis wohl mit ins Grab nehmen. (Er hat es mit ins Grab genommen.)
 
Bei seiner Nachfolgerin ist die Sache manchmal durchsichtiger. Viel Geld kommt von der Automobilindustrie; CDU und ADAC sind sich da ähnlich. Die SPD aber muss sich nach Gegenfinanzierung fragen lassen, wenn sie mehr Geld für Polizei, Bildung und soziale Gerechtigkeit ausgeben will. Sie macht es sich einfach: Im Zweifelsfall wird sie mehr Schulden machen oder eine große Koalition mit der CDU, die ja weiß, wo das Geld ist.
 
In Wirklichkeit, also nicht im Wahlkampf, ist die Frage nach dem Geld klar und deutlich so zu beantworten: Geld ist genug da. An der Börse ist es sogar in Überfluss vorhanden. Man müsste es sich da holen, wo es ist, also bei denen, die es besitzen. Doch da gibt es ein Problem:
 
Die Geldbesitzer beherrschen die amtierenden Regierungen, nicht umgekehrt. Wie sie das erreicht haben, die Transformation von finanzieller Macht in politische Macht, ist nicht Gegenstand dieser Erörterung. Es ist auch schwer zu erklären. Das Ergebnis dieses Agreements zwischen Geldbesitzern und Parteiführern führt dazu, dass die Regierenden sich das Mehr an Geld entweder als Kürzung bei den sozial Schwachen, als Steuer bei den Erwerbstätigen oder als Kredit bei den Banken holen.
 
In allen drei Fällen profitieren die Geldbesitzer.
 
Mehr Polizei?
 
In diesem Punkte bin ich ein wenig voreingenommen; denn ich wohne in Köln und schräg gegenüber ist eine Polizeistation. Die Polizisten fahren einen coolen Job, wie man sieht. Man kann nicht gerade erkennen, dass sie gestresst wären. Häufig plagt sie Langeweile; besonders bei Fußballspielen. Ist das ein politisches Problem? Wenn ja, warum wird der Fußball vom Land NRW subventioniert, indem Polizei für die Sicherheit sorgt. Ist das nicht Sache der Veranstalter, die Millionen an Geld bewegen?
 
Das Problem mit der Polizei ist, dass sie sich oft am falschen Ort aufhält, oder, zwar am richtigen Ort und zur richtigen Zeit, aber nicht in der richtigen Zahl. Wenn die Polizisten, wie in der Silvesternacht, weniger sind als die zu Überwachenden, trauen die Beamten sich nicht einzugreifen, falls das nicht ausdrücklich von oben angeordnet wird.
 
Polizisten sind Befehlsempfänger. Und das Befehlen wird an Sonn- und Feiertagen schwierig, weil die höheren Beamten und die verantwortlichen Politiker dann frei haben.
 
Absurd wird die Diskussion, wenn man suggeriert, mehr Polizei könne weniger Einbrüche bewirken. Das ist Kriminalfilm. In Wirklichkeit treffen Einbrecher und Polizisten nicht aufeinander. Die Polizei kommt bei Einbrüchen erst am folgenden Tag.
 
Was am besten gegen Einbrüche hilft, sind Gitter und Alarmanlagen und zusätzlich ein Streifenwagen, der ab und zu vorbeifährt. Die Einbrecher kommen von hinten, nicht von vorne. Das Polizeifahrzeug brauchte also nicht drei oder mehr mutige Insassen zu haben, aber einen ortskundigen Fahrer, der sich besser in der Gegend auskennt als die Einbrecher.
 
Lokal verwurzelte Polizei ist etwas, das die Älteren von früher noch kennen und das uns jetzt fehlt. Das ist kein quantitatives Problem und ist auch mit mehr Geld nicht zu erzwingen.
 
Mehr Bildung.
 
Der größte Trumpf im Wahlkampf 2017 scheint die Forderung nach mehr Bildung zu sein. Warum? Weil Bildung ein dehnbarer Begriff ist und weil man mit Bildung mehr Bildung erzeugen kann. Bildung ist wie Geld, ein Wundermittel. Auch mit Geld kann man immer mehr Geld erzeugen. Da passt genau die Formel: Mehr Geld für Bildung! Hört sich gut an, ist aber zu einfach, um wahr zu sein.
 
Egal, was Bildung ist; den meisten Menschen fehlt nicht Bildung, sondern Wissen. Bald sind wir so weit, dass die Hälfte eines Jahrgangs Abitur macht und vielleicht auch studiert. Schön und gut. Aber, was nutzt es, wenn jemand Abitur hat und Prozentrechnung nicht beherrscht? Man erkennt es daran, dass einer statt Prozente immer Prozentpunkte sagt. Dabei sind Prozente ein Bruch (pro hundert) und kein Punkt auf einer Skala.
 
Es ist falsche Programmierung der Bildungsinhalte, wenn ein gebildeter Mensch nicht weiß, was Wahrscheinlichkeit ist, wenn er den Begriff Energie nicht erklären kann und es ist fatal, wenn ein Politiker prozentuales Wirtschaftswachstum nicht als eine Funktion erkennt, die exponential ansteigt und ins Unendliche geht und damit in den Untergang. (Sollte man beim Gymnasium G9 in der achten Gymnasialklasse lernen, bei G8 wächst die Wirtschaft schneller, ohne dass ein Gymnasiast die Grenzen des Wachstums erkennt.)
 
Das Bildungssystem krankt an den Inhalten, nicht an den Ausführungsbestimmungen, nicht an der Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, sondern an der großen Zahl derer, die sich um Pädagogik streiten und die Inhalte der Bildung für beliebig halten oder, schlimmer noch, sie einfach den Traditionalisten überlassen.
 
Mehr? Internet
 
Da hilft auch nicht die Forderung nach mehr Internet, die von der FDP, aber noch nicht von allen Parteien, erhoben wird.
 
Das Internet breitet sich von selber aus, sogar in Afrika und das ist gut so. Wir bräuchten aber eine Riege von Leuten, die verstehen, wie es funktioniert und was die großen Firmen Google, Apple, Facebook, Amazon und Ebay machen; wie die Algorithmen gestrickt sind, mit denen sie ihr Geld optimieren und wie sie ihre Milliarden an den Steuerkassen vorbei lancieren. All das hat mit Informatik und Steuermodellen zu tun und beides ist mit ein wenig Mathematik verbunden.
 
Wir brauchen nicht nur viel Bildung in den Herzen, sondern auch mehr Mathematik in den Köpfen und weniger Wahlkrampf in den Dampfblasen.

Themenvorschläge, auch ohne Wahlkampf heiß:
Soziale Quellensteuer für eine NeoSoziale Wirtschaft
Mehr Steuergerechtigkeit, für Gesundheit und Umwelt:
Gestaffelte Mehrwertsteuer

 

Wahlkampf - Kampfthema

ARD für CDU
Regierungswechsel unmöglich gemacht

Es mag naiv sein, bisher glaubte ich daran, dass nur das Zweite Deutsche Fernsehen für die CDU agiert, weil es zu diesem Zweck geschaffen wurde, damals als Gegengewicht zur ARD. Jetzt, im Wahlkampf 2017, haben sich auf einmal zentrale Sendungen der ARD als CDU-Wahlhilfe entpuppt:
Tagesthemen und Hart aber Fair.
 
Kennzeichnend ist die Demontage von Martin Schulz, dessen Nominierung der SPD ungeahnten Auftrieb gegeben hat. In Kommentaren wird herumgerätselt, wieso der Schulz-Effekt so schnell verpuffte. Der eigentlich banale Grund dafür ist die CDU-Propaganda im Fernsehen.
 
Der Schulz-Effekt wurde ausgelöst, weil der ehemalige Präsident des Europaparlamentes ein brillanter Redner ist, der sein Publikum unmittelbar anspricht. In diesem Punkt ist er Angela Merkel haushoch überlegen. Sie kann weder reden noch begeistern.
 
Aber Frau Merkel kann ihr Handeln, Schweigen und Nichthandeln als optimal, erfolgreich, unvermeidbar und alternativlos darstellen und vermittelt so ein Gefühl der Sicherheit. Das ist wirksamer als Argumentieren und Überzeugen. Es gehört normalerweise zum Profil einer Monarchin. In Deutschland West und Ost wird dieser Queen-Angela-Effekt als Kanzlerinnenbonus wahrgenommen und vom Fernsehen jeden Abend aufgegriffen und verstärkt.

Soziale Gerechtigkeit

Martin Schulz kam mit Wortgewalt daher und mit einem großen Thema: Soziale Gerechtigkeit; oft versprochen, selten angepackt, und der Trend der Regierung Merkel geht in die umgekehrte Richtung:
 
CDU-Politik zu Gunsten der Finanz-Industrie, der Reichen, der Großkonzerne und Begünstigung der Umverteilung nach oben. Die Gabriel-SPD als Koalitionspartner machte bekanntlich munter dabei mit und verlor ständig an Popularität bei denen, die sie wegen des "S" in SPD gewält hatten.
 
Da kam Schulz und redete wie ein echter Sozialdemokrat: Ich will Soziale Gerechtigkeit. Wer das überzeugend bringt und es in die Tat umsetzt, ist für die Reichen gefährlich, er findet vielleicht mehr Zustimmung als eine, die den Zufriedenen zum x-ten Mal verspricht, das alles so bleibt, wie es ist, genau so, als wenn keine Wahlen stattfinden würden.

Und was macht das Erste Deutsche Fernsehen?

Nach einer Schrecksekunde wird Schulz als Person und als Redner demontiert. (Ist das Dekonstruktivismus?) Er kommt aus Würselen; einer Kleinstadt, nahe bei Aachen, die bisher keiner kannte und die auch niemand kennen muss, genau wie hunderte andere Städtchen, aus denen mitunter Berühmtheiten hervorgehen. Der Name Würselen klingt ein wenig arm und wird deshalb von den reichen Medien ständig wiederholt.
 
Die Reden von Schulz sind aber Gefahr für die CDU; die hat schon lange keinen Redner mehr von Format. Keiner, der glaubhaft erklären kann, dass das "C" in CDU nicht "Capital" bedeutet. Bei der CDU kommt es nämlich nicht aufs Reden an, sondern aufs Schweigen. Schweigen über die wahren Hintergründe von Entscheidungen, Nicht-Entscheidungen und Nicht-Erinnerung an Geldzuwendungen.

Technische Demontage des Redners und seines Anliegens

Die Demontage des Redners Schulz im Leitmedium Fernssehen ist ein technischer Trick und der sieht so aus: Man schneidet aus seinen überzeugenden Reden kleine Schnipsel von wenigen Sekunden Länge, die alle den Begriff "Soziale Gerechtigkeit" enthalten. Solche Elemente sind leicht zu finden, denn Schulz muss durch das Land tingeln.
 
Die ARD hat nicht nur Geld, sondern auch Material und Personal im Überfluss und man schnipselte fleißig: Soziale Gerechtigkeit... Soziale Gerechtigkeit... Soziale Gerechtigkeit... Soziale Gerechtigkeit...
 
Das ist die Dekonstruktion der Reden von Sozialer Gerechtigkeit und damit Demontage des Konkurrenten einer schweigenden Kanzlerin, die es sich nicht nehmen lässt, im Wahlkampf nach Saudi-Arabien zu fliegen und dort Reklame für deutsche Exporte zu machen, anstatt Waffenexporte nach Arabien zu verbieten, wie sich das für eine Regierungschefin gehört, welche die Fluchtursachen bekämpfen will und für eine Partei, die sich christlich nennt.
 
Die ARD-Schnipsel aus den Reden von der Sozialen Gerechtigkeit habe ich selbst in kürzester Zeit zweimal gesehen, obwohl ich höchstens fünf Stunden pro Woche fernsehe (und das nur, weil ich eh Gebühren zahlen muss). Beim ersten Mal fand ich es noch lustig, beim zweiten Mal ging mir ein Licht auf:
 
Hinterhältiger können die Sender nicht gegen den Herausforderer vorgehen; sie versuchen, ihn als lächerlichen Schwätzer darzustellen, weil er durch das Land zieht und, wie die meisten Wahlkämpfer, seine Reden vor 200 Leuten wiederholen muss, während sich die Regierenden jeden Abend im staatlichen Fernsehen "befragen" lassen und bis zu 20 Millionen erreichen.

Aber warum macht die ARD das?

Bei intelligenten und reiferen Menschen setzt man doch damit seine Glaubwürdigkeit und den Nimbus der Neutralität aufs Spiel und zeigt, dass man nicht objektiv, sondern regierungskonform berichtet. Das heißt doch im Klartext: Wir sind Partei und zwar CDU; wir wollen, dass Frau Merkel nach zwölf Jahren immer weiter regiert, bis sie selber einen Nachfolger bestimmt. Wer ARD einschaltet, soll auch CDU wählen.
 
Warum tun sie das? Ganz einfach: Den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten ist es noch nie so gut gegangen wie unter der Regierung Merkel. Die Gebühren sind leichter zu kriegen als Steuern; das lästige Eintreiben durch die GEZ entfällt jetzt, man hat ja Zwangsgebühren: Jeder, der irgendwo wohnt, muss zahlen für Programm und die üppigen Pensionskassen der Mitarbeiter.
 
Das ist nur eine der totalitären Ideen, die Frau Merkel mitgebracht hat: Alles Merkelige ist alternativlos, unverzichtbar und todsicherer Konsens.
 
Schulz ist Würselen und Papelapap. Schulz hat kein Abitur, ist gemeines Volk. Schulz war Bürgermeister in Würselen und hat ein Schwimmbad zuviel bauen lassen. Schulz hat kein Regierungsamt. Schulz ist lächerlich. Soziale Gerechtigkeit ist wie der Glaube an den Sankt Martin.
 
Die ARD macht CDU Reklame und das ZDF sowieso. Warum wählen wir dann überhaupt noch? Damit das Fernsehen am Wahlabend etwas über uns zu berichten hat?
 
Übrigens,
Soziale Gerechtigkeit lässt sich mit mathematischer Sicherheit herstellen durch Soziale Quellensteuer, die alles, was wirtschaftet, aktiv und passiv am Sozialstaat beteiligt. Es gibt auch interessante Aspekte für die besten deutschen Industriebetriebe und den von der CDU vergessenen Mittelstand.

 

Man kann es nicht oft genug sagen

Alice Weidel im Wunderland

Die Demonstrationen in Köln haben den Parteitag der AfD unüberhörbar gemacht; jetzt weiß auch der letzte AfD-Muffel, wer Alice Weidel ist. Doch da gibt es eine kleine Überraschung: Das Profil von Alice Weidel würde in jede Bürgerpartei passen: Als Lesbe mit Kindern zu den Grünen, als Beraterin mit wechselnden Standpunkten in die FDP und als farbloses, unbekanntes Gesicht auch gerne in die CDU. Aber sie ist Spitzenkandidatin der AfD. Wie kann das sein?
 
Ganz einfach. Die AfD ist derzeit die Partei, in der Mann und Frau am schnellsten Karriere macht. Um das zu erkennen, muss man nicht Unternehmensberaterin sein. Aber, wenn man es ist, bringt man die Grundausstattung für eine allgemeine Karriere in jeder beliebigen Partei mit sich: Flexibilität, inhaltliche Leere, Selbstbewusstsein, affirmative Intelligenz und Gier nach Einfluss.
 
Das Problem bei der AfD ist dann nur noch die Sache mit den Neo-Neo-Nazis und deren Versuch, eine neue Ideologie aufzubauen. Keine AfD-Karriere ohne Nazi-Rhetorik. Frau Weidel hat dies perfekt präsentiert und jetzt ist sie schon Spitzenkandidatin, während Frauke Petry vergeblich versucht hat, Naziparolen der AfD zu reduzieren. Sie befürchtete nämlich mangelnde Koalitionsbereitschaft bei bürgerlichen Parteien.

Warum sind Neo-Neo-Nazis jetzt so stark, während die NPD Jahrzehnte lang nur wenige Prozente in die Wahlurnen werfen konnte?

Die Antwort ist traurig aber hart: Es handelt sich beim Nationalismus-Sonderfall Deutschland um eine Spätfolge der Wiedervereinigung und zwar der Wiedervereinigung in Kohl. So wie der Prozess gelaufen ist, sind Millionen Bürger der DDR, nachdem sie 40 Jahre lang von Moskau gedemütigt wurden, weiterhin von den Regierungen, der Treuhand und den Bürgern des Westens gedemütigt worden.
 
Was hatten wir im Westen nicht für Erfolgserlebnisse! Fußballweltmeisterschaften, solide und schnelle Autos, Rock, Pop und Schwermetall; Adenauer, Bier und Bap. Die DDR hatte (neben der schönen Nationalhymne) ihre Olympia-Siege, aber nur alle vier Jahre! Und dieser Erfolg beruhte auf staatlichem Doping an Geist und Körper. Die Leute konnten nichts dafür, sie waren nicht schlechter, sie hatten nur Pech gehabt.
 
Die Wiedervereiniger im Geiste von Kohl hatten die Macht und konnten nicht darauf verzichten, protzig wie sie halt waren, den Sachsen, Thüringern und Mecklenburgern ihre materielle Überlegenheit zu zeigen. Ergebnis: Bleibender Frust in der Tiefenpsyche der sogenannten Neuen Bundesländer.
 
So entsteht das Bedürfnis nach einer besseren Identität und nach Aufwertung durch Abwertung anderer. Das ist der Quell des Neo-Neo-Nazismus, was Politiker und Fernsehen nicht erkennen wollen. Die Sachsen schreien "Lügenpresse" und meinen Hofpresse, sie schreien "Volksverräter" und meinen Verräter an der Wiedervereinigung.
 
Und sie schreien zu Recht: "Wir sind das Volk". Damit erinnern sie an die glorreiche Zeit der friedlichen und erfolgreichen Revolution. Darauf könnten wir alle stolz sein, wenn nicht die im Westen viel stolzer wären, als es die Lage der Fakten zulässt. Faktencheck überflüssig.
 
Die Politiker finden keine Antwort. Das Parlamentarische System, der Parteienstaat und die Medien sind am Ende mit ihrem Latein. Was wir brauchen, ist nicht eine neue Protest-Partei, sondern freie Kommunikation und Souveränität des Volkes überall; in Sachsen, in NRWo? in Frankreich, Bayern und in der Türkei.


 

Stapelbare Stapelware

Queen Angela und der Mega-Schulz

Frau Angela Merkel ist in einem Land aufgewachsen, in dem freie Rede nicht erlaubt war, außer, man war Kabarettist. Sie hat diese Sprachpraxis mit sich gebracht und dem wiedervereinigten Lande einverleibt. Nur Kabarettisten haben in den letzten zehn Jahren die Dinge beim Namen genannt.
 
Aber jetzt kommt Martin Schulz daher. Man sagt, er sei emotional. Das interessiert nur am Rande. Wichtig ist, er macht das Maul auf. Er redet ganze Sätze! Lange Sätze mit wenn und aber und obwohl. Woher hat er das? Er hat's nicht in der Schule gelernt, wie wir wissen.
 
Martin Schulz kommt beinahe von der Westgrenze und hat seine Karriere im Europaparlament gemacht. Da sitzen Niederländer, Italiener und Franzosen, viele Leute, die sich offen zu reden trauen. Zugegeben, das Europaparlament ist eine Quatschbude, mehr als jedes andere Parlament, es bestimmt nicht die Politik der EU.
 
Die EU wird von Regierungen gelenkt. Die mächtigste sei die deutsche Regierung, sagt man. Sie reden in Telefonkonferenzen und hinter verschlossenen Türen, undemokratisch mit 20.000 Lobbyisten im Hintergrund und wir glauben, dass Frau Merkel das besonders gut kann.
 
Aber jetzt kommt einer auf uns zu, und der ist der offenen Rede mächtig. Er redet von sozialer Politik, als Politiker, nicht wie ein Kabarettist und dieser Martin Schulz ist sogar Kanzlerkandidat! Wunderbar.
 
Oder wollen wir, dass Angela Merkel, genau wie Helmut Kohl, so lange regiert, bis niemand sie mehr leiden kann? Nein! Frau Merkel hat viel taktiert, sie ist sicher noch koalitionsfähig, Martin Schulz dagegen ist wählbar. Es ist Zeit, ein ganz klein wenig nach links zu schielen.

Weiterlesen: Klick auf die blaue Schrift...

Soziale Gerechtigkeit nicht nur SPD-gerecht verkünden, sondern in die Tat umsetzen durch:
Eine Soziale Quellensteuer auf alle Einnahmen für eine Sozial Integrierte Wirtschaft
Konzepte für linke Politik steuern durch Steuern; ja, durch Steuern, das Unwort des Wahljahres
Wahlkampf-skeptischer Artikel von Wolfgang Koschnick: Die alte Leier frisch aufgeschulzt.
Angela Merkels Erfolg durch Untätigkeit
Der Status Quo in der EU ohne Demokratie
Das Europäische Parlament nicht kompetent

   Rob Kenius, 16.04.2017, 
   Wiederholung vom 02.02.2017
   Denken Sie sich diesen Kommentar wiederholt,
   bis die Bundestagswahl 2017 entschieden ist.

Das letzte Wort

W a h l k r a m p f

Wer gehofft hatte, im Wahlkampf ein paar klare Programm-Hinweise zu bekommen, ist enttäuscht. Nur ein Hoffnungsträger ist erschienen, Mega-Schulz, aber er trägt schon schwer daran, die Hoffnungen der SPD zu tragen; denn SPD ist wie CDU, nur älter und schon etwas eingeschrumpft.
 
Jetzt muss der Martin erst mal Hannelore Schulden-Kraft unterstützen, weil die offiziellen Medien NRW als Testfeld für die BRD ausgerufen haben. Das vereinfacht die Berichterstattung.
 
Am meisten Übelkeit erregen die Koalitionshoroskope. Es scheint so, als würden Parteien, Journalisten und Demoskopen die Wahlen unter sich ausmachen. Als Wähler hätte man gerne die Illusion, etwas mit zu entscheiden. Doch, wenn alles so ausgeht, wie es prognostiziert wird, dann bleibt es so, wie es ist.
 
Der beste Wahl-Tip für Niederrhein und Westfalen ist ein Sonntagsspaziergang an Rhein, Ruhr, Rur, Wupper, Düssel, Lenne, Lippe, Emscher oder Sieg, dazu Gespräche und Meditation über einen Neustart mit Direkter Demokratie. Ein solcher Ausflug in den Frühling der Demokratie erspart späteren Ärger.

 

Das letzte Wort

Türkenväter

Der offizielle Sprechgesang lautet immer noch, dass Deutschland und die Türkei Freunde sind. Wer sich aber um Freundschaft mit real existierenden Türken bemüht, wird meistens vor den Kopf gestoßen, am meisten vom amtierenden Super-Türken Erdogan.
 
Mehr als 20 Jahre lebe ich in Köln und bis heute ist es mir nicht gelungen, einem einzigen Türken oder einer Türkin geschäftlich, nachbarschaftlich oder freundschaftlich näher zu kommen. Zugegeben, ich habe es nicht professionell betrieben, sondern nur mit bürgerlicher Neugierde und gelegentlich mit künstlerischen Mitteln.
 
Das Problem ist irrational, das merkt man schnell. Aber ist es nur Religion? Der Islam erklärt vieles, ist aber nicht das eigentliche Problem; denn so sehr religiös sind die Rheintürken gar nicht; besonders nicht die jungen Burschen mit ihrem Maschinenhaarschnitt und die jungen Frauen in ihren Stretch-Jeans.

Mädchen aus Mülheim
oder Mukater kann nicht sterben
 
Eine Dub-Story (Kurzgeschichte mit Dub-Musik) aus dem islamischen Milieu.
 
Der Islam verfestigt nur eine Grundeinstellung der Kultur: tief verwurzeltes Patriarchat; Herrschaft des Vaters über die ganze Familie, im Guten wie im Bösen. Da verläuft die Grenze und an diese Grenze können wir von außen nicht kommen, weil wir nicht in das innere einer türkische Familie eindringen.
 
Deutschland hat sich vom Patriarchat sehr weit entfernt und mit der Regierung von Angela Merkel auch ohne den Feminismus so weit wie nie zuvor. Das ist ein Fortschritt, bringt uns aber stärker in Konflikt mit monotheistischer Religion und patriarchalischer Kultur. (Mit orthodoxen Juden und konservativen Arabern kommen wir nicht in Kontakt, aber wahrscheinlich bestünde das gleiche Problem.) Der Konflikt ist da am größten, wo Familientradition, Religion und aktuelle Politik sich treffen.
 
Erst heute bin ich auf einen Essay gestoßen, der viele Fragen beantwortet. Der Text stammt von der Psychologin Deniz Baspinar aus Köln und ist am 13.03.2017 in der Zeit erschienen. Er hat den etwas irreführendenTitel:
 
Ödipus auf Türkisch, DIE ZEIT.
 
Dort wird auch genau erklärt, warum Atatürk jetzt out ist und Erdogan die neue Vaterfigur.

 

Warum hören Politiker nicht auf Wissenschaftler?

Volkswagen und die Maya-Völker
Gibt es einen verborgenen Channel?

   Verfasst 1/2 Jahr vor der Diesel-Auto-Debatte.

Per Zufall stieß ich im Museum für Völkerkunde auf ein Buch Die Welt der Maya (ISBN 3-8053-1390-X), das dort verramscht wurde. Ein Schinken von 624 Seiten nach dem Stand der Wissenschaft. Ich suchte die letzten Erkenntnisse über den Untergang der Maya-Kultur, der lange vor dem Auftauchen der Spanier in sehr kurzer Zeit erfolgte. Der Niedergang ist weder auf eine nachweisbare Katastrophe noch auf Eroberung durch fremde Krieger zurückzuführen, sondern aus der Maya-Kultur selbst erklärbar.
 
Die Maya-Kultur hatte eine sehr schmale ökonomische Basis; die Kulturpflanze Mais, wodurch es möglich wurde mit steinzeitlicher Technik Millionen Menschen in diesem Regenwaldgebiet zu ernähren. Dazu kam die erstaunlich hohe Intelligenz der Maya, welche zu der ästhetisch so prächtigen Hochkultur führte.
 
Um Pyramiden, Paläste, Sportanlagen, und die unendlich vielen Steine und Stelen mit künstlerisch gestalteten Hieroglyphen zu schaffen, muss dort eine steile hierarchische Struktur in Politik und Organisation der Arbeit existiert haben, was auch aus den inzwischen entzifferten Texten hervorgeht.
 
Das System der Maya-Kultur war kompliziert, basierte aber auf wenigen Grundlagen, so dass es durch leichte Störungen in sich zusammenbrechen konnte. Ein paar Missernten oder eine Häufung von Wirbelstürmen, wie sie in der Region auch heute nicht selten sind, konnte als erster Anlass für den Sturz ins Bodenlose reichen.
 
Die inneren Faktoren, die zu so einem Absturz führen, sind steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes.
 
Wir dürfen uns das Leben der Maya nicht tropisch-idyllisch vorstellen, auch wenn ihre Kunst so sympathisch wirkt. Wir sind nicht diejenigen, die gezwungen waren, die Monumente und Artefakte unter steinzeitlichen Bedingungen zu erschaffen, in einem hochtropischen Land, wo es nicht einmal das Rad oder Pferde gab. Wir sollten uns das trotzdem einmal plastisch vorstellen und den Stress der arbeitenden Bevölkerung, der damit verbunden ist.

Neue Software für den Kopf

Steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes sind uns nicht fremd. Es sind Komponenten auch unserer Zivilisation, genauer gesagt, der Finanzökonomie, die alles zu beherrschen scheint und die unseren Politikern als unverzichtbar gilt. Sollte dieses System zusammenbrechen, hätten unsere derzeitigen Regierungen nicht das geringste Konzept, um den Absturz aufzuhalten.
 
Deutschland gehört in die Spitzengruppe der Wirtschaftsmächte, doch die ökonomische Basis für die extrem hohen Gewinne der sogenannten Eliten ist sehr schmal, sie basiert auf dem Exporterlös der metallverarbeitenden Industrie deren Spitzenprodukte sind: Automobile, Werkzeugmaschinen und Waffen. Waffen sind immer ein wackeliges Geschäft; sie schaffen hier einige Arbeitsplätze und erfordern sehr viele Plätze auf fernen Friedhöfen. Das ist keine gute Basis für Nachhaltigkeit.
 
Die Automobilindustrie wackelt jetzt noch nicht, aber sie zittert vor der Verurteilung durch Gerichte; denn die deutsche Automobilindustrie hat Umweltschützer, Regierungen und Kunden in aller Welt millionenfach mit System und technischer Raffinesse betrogen. Das weiß jeder, nur die VW-Chefs haben es nicht gewusst! Deshalb werden sie auch so hoch bezahlt, damit sie sich nicht kleinlich um Details und Abgase kümmern und darum, was in ihren Autos softwaremäßig so vor sich geht.
 
Wie lange noch ist die Welt bereit, für ein deutsches Auto das doppelte zu zahlen wie für ein asiatisches? Wie lange noch kann die Verschwendung von Rohölprodukten auf den Straßen der EU geduldet werden? Wohin mit all den Luxuskarossen (manieristisch gestylt, klimatisiert, übermotorisiert), wenn das Automobil mit Otto- oder Dieselmotor als Macho-Spielzeug und Prestigeobjekt einmal aus der Mode kommt?
 
Die Autoindustrie sollte aus ihrem Wohlstandschlaf erwachen. In Deutschland wurde der Volkswagen entwickelt und in USA mit dem Slogan think small vermarktet. Das war noch eine Unternehmens-Philosophie:
Think small!
 
Den echten Nachfolger des VW, den Weltwagen WW, gibt es immer noch nicht. Es müsste ein unverwüstliches Fahrzeug sein, sparsam und vielseitig verwendbar, ein Chassis, das in der dritten Welt mit lokal gefertigten Aufbauten bestückt wird, als Familien-PKW, Kombi, Kleinbus oder Minitransporter, für Prestige, Raserei und Militär ungeeignet.
 
Ebenso reizvoll für pfiffige Ingenieure, wäre ein preiswertes Elektromobil mit mäßiger Akkuleistung für Fahrten in Stadtnähe. Leicht im Gewicht, leicht zu beladen mit Einkaufsgut, leicht zu parken, leicht an der Steckdose aufzuladen, mit einer Höchstgeschwindigkeit im zweistelligen Bereich und leicht zu überholen von Porsche, BMW, Audi und Mercedes. Ein Elektrofahrzeug, das weder Subventionen (Abwrackprämie) noch einen zweiten Motor (Hybridtechnik) braucht, noch hieroglyphen-ähnliche Rücklichter und das der deutschen Auto-Protzerei total widerspricht. Think small!
 
Was die metallverarbeitenden Industrie sonst noch bringt, sind Panzer, Fregatten und Werkzeugmaschinen, unverzichtbar für alle aufstrebenden Schwellenländer, Tigerstaaten und Diktaturen. Als einzige Basis für unseren friedlich gehobenen Wohlstand wird das auf Dauer nicht reichen.
 
Wir müssen uns auch organisatorisch etwas Neues einfallen lassen mit der Intelligenz von Ingenieuren und Wissenschaftlern, angewandt in der Politik.

  Rob Kenius, 23.02.2017

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wie und wo der Hass entsteht
aus Privilegien, Geldgier und falscher Liberalität

Die Voraussetzung dafür, dass spontane Beschimpfungen öffentlich in Gang kommen, ist eine bestimmte Konstellation zwischen Medien und Politik. Ein Privileg, das zunächst nur Prominente und Politiker haben: Ihre spontanen Äußerungen werden sofort und unzensiert publiziert und reproduziert.
 
Gemeinsam ist all diesen Meinungsäußerungen, dass eine bestimmte Klasse das Privileg hat, direkt in die Öffentlichkeit hinein zu posaunen wie in ein Medien-Mikrofon, das ihre Worte in die einschlägigen Kanäle leitet, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Ein Privileg wird "sozialisiert".
 
Das Privileg der unkontrollierten Meinungsäußerung in der Hand weniger Prominenter wird sozialisiert durch die "Sozialen" Medien Twitter und Facebook. Sie haben das Recht der spontanen, unüberlegten und unqualifizierten Meinung auf das gesamte Feld ihrer Nutzer ausgedehnt, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Die Nutzer von Facebook und Twitter verhalten sich nicht anders
als viele prominente Politiker; sie kommentieren flink, gehässig und ohne nachzudenken. Und durch eine weitere anti-soziale Spielregel wurde ihnen das letzte Hemmnis genommen, durch die Möglichkeit, sich in aller Öffentlichkeit zu verstecken. Eine absurde Situation, die für Politiker in den offiziellen Medien nicht besteht; nämlich die Möglichkeit zur Anonymität bei öffentlichen Äußerungen, also gleichzeitig öffentlich und versteckt zu sein.
 
Das widerspricht sogar der Quantentheorie. Dort gibt es unterscheidbare und ununterscheidbare Elemente; sie befolgen unterschiedliche Statistiken. Die ununterscheidbaren haben deutlich weniger Möglichkeiten.
 
So wurde in Internet-Foren öffentlich eine unöffentliche Situation konstruiert, wie sie bisher nur in Toiletten mit ihren vollgekritzelten Wänden bestanden hat. Dort ist sie zwar zugänglich, aber nicht öffentlich. Eine übel riechende Schmuddelecke am Analausgang der sprachlichen Kultur. Und jetzt ist eine solche Schmuddelecke des öffentlichen Bedürfnisses mit Facebook und Twitter in den Fokus der Medien und der Politik gerückt. Der Präsident macht mit!
 
Anstatt Ekel zu zeigen und die Betreiber zur Reinigung der Kloake zu zwingen, neigen sich Medien, Parteien und Politiker vor der Macht der großen Zahlen: Milliarden an Nutzern, Billionen an Klicks und steigende Aktienkurse an den Börsen der freien westlichen Welt. Das ist Liberalitä-terätätä. Falsch verstandene Freiheit, vergleichbar mit der Freiheit, in einem Restaurant auf den Tisch zu scheißen, solange man dabei eine Maske aufsetzt und seine Identität verbirgt.
 
Was treibt die sogenannten Sozialen Medien dazu, durch die Struktur ihrer Algorithmen und ihre selbsterfundenen Spielregeln den Zwist und den Hass im Volk zu schüren? Ganz einfach das Geld. Und die Aussicht, mit immer mehr Klicks, immer mehr Mitgliedern und mit steigenden Aktien Wachstums-Milliarden anzuhäufen, ganz im Sinne des Neo-Liberalismus.
 
Das Geldeinsammeln wird dadurch gewährleistet, dass die Werbeeinnahmen direkt von der Zahl der Klicks abhängen, egal von wem und egal warum, egal ob aus Neugier, Ärger, Frust oder Wut. Es geschieht im Einvernehmen mit den Regierenden "Eliten", die sich vor der Geldmacht beugen, ohne Rücksicht auf geistige Hygiene.
 
Das ist entfesselter Neoliberalismus im rechtsfreien Raum.
 
Niemand darf Plakate aufhängen, auf denen kein Name steht. Niemand darf Flugblätter verteilen, auf denen kein Verantwortlicher genannt wird. Niemand darf eine Zeitschrift verbreiten, die kein Impressum hat. Niemand darf Rundfunk- oder Fernsehsendungen ausstrahlen, wenn der Sender nicht genehmigt ist.
 
Warum nicht? Damit die Justiz Beleidigung, Volksverhetzung und Anleitung zu Straftaten im öffentlichen Raum belangen kann.

Und was lässt sich dagegen tun?

Man kann die "sozialen" Medien für ihr asoziales Verhalten beim Gelderwerb mit Ordnungsstrafen in Form von Geld belegen; denn Geld ist das einzige Argument, das sie verstehen. Für jede
Beleidigung 1000 Euro, für
Volksverhetzung 10.000 Euro, für
Morddrohung 100.000 Euro
.
Für einfache Geschmacklosigkeiten 100 Euro.
 
Ein solcher Bußgeldkatalog hat sich im Straßenverkehr bestens bewährt. Er führt dazu, dass nicht bei jeder Geldstrafe ein Gerichtsverfahren in Gang gesetzt wird. Autofahrer, Polizei und Justiz halten sich daran und die Zahl der Unfälle ist deutlich zurückgegangen.
 
Man sollte den Firmen hinter den Kontaktmaschien aber das Recht einräumen, auf dem Wege der Zivilklage, diese Ordnungsstrafen von ihren Mitgliedern (Nutzern) zurück zu fordern, falls sie deren Identität kennen. Es sollte aber nicht erlaubt sein, die Verantwortlichkeit für den Inhalt der Medien auf die Nutzer abzuschieben. Das kann auch eine Zeitung nicht! Es haftet nicht der Autor, sondern der Verlag. Auch für ein falsch parkendes Fahrzeug zahlt der Fahrzeughalter.

   09.01.2017, Rob Kenius.
   Aktualisierung 15.01.2017 
Ein ausführlicher Artikel über Facebook und Twitter erklärt genauer, warum das Wort sozial völlig unangebracht ist.

 

Stapelbare   Stapelware

Selbstzufriedenheit
verdreht die Fakten

Eine Zeit, in der Fakten keine Rolle mehr spielen, kann es nicht geben. Wohl aber gibt es einen Trend, Fakten zu ignorieren, Meinungen ohne faktisches Wissen zu bilden und Behauptungen durch ständiges Wiederholen zu bestärken, anstatt sie durch Tatsachen zu belegen. Diese Mode ist in Kontaktmaschinen (Facebook, Twitter) besonders verbreitet, hat aber dort nicht ihren Ursprung. Die ersten, die in neuerer Zeit postfaktisch argumentiert haben, waren Politiker. Namhafte Politiker.
 
Gestern Abend (05.12.2016) sah ich in der Tagesschau das Interview mit Angela Merkel, in dem sie auf die Frage nach ihren politischen Erfolgen als erstes (wie immer) die Beseitigung der Arbeitslosigkeit nannte. (Sie schien alle Fragen zu kennen und antwortete sehr entspannt, während der Moderator Zamparoni journalistische Aggressivität mimte.)
 
Ohne Zweifel ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland während der Regierung von Frau Merkel zurück gegangen, aber ich fragte mich, was hat das mit der Kanzlerin zu tun? Wieso stellt Frau Merkel den Rückgang der Arbeitslosigkeit als ihre Leistung dar? Oder sagt sie das nur, weil keiner ihr widerspricht?
 
Rückgang der Arbeitslosogkeit ist doch, wenn es eine Leistung ist, eine Leistung der Wirtschaft, die international erfolgreich ist und mehr Arbeitskräfte eingestellt hat. Und wenn es mit Politik zusammenhängt, dann damit, dass die Regierung Schröder vor dem Amtsantritt von Frau Merkel den Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsverhältnissen geschaffen hat, worauf hin viele Arbeitslose aus den Statistiken verschwunden sind und heute zu den Geringverdienern gehören.
 
Ein Zusammenhang mit der Kanzlerschaft von Angela Merkel besteht nur darin, dass sie das Glück hatte, in dem Augenblick gewählt zu werden, als die Arbeitslosigkeit zurück ging.
 
Aber Frau Merkel ist ja nicht nur Bundeskanzlerin, sondern auch Vorsitzende der CDU. Das Interview fand genau vor ihrer Wiederwahl statt. Vielleicht steht die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit dem CDU-Vorsitz? So fragte ich mich und es gelingt in der Tat, einen Zusammenhang zu konstruieren.
 
Der größte Erfolg der deutschen Wirtschaft ist der Export von Automobilen und technischen Maschinen bis hin zu Panzern und Fregatten. Das gehört in den Bereich der metallverarbeitenden Industrie. Daran sind nicht nur einige Großfirmen wie VW, Daimler-Benz und BMW beteiligt, sondern auch eine Unzahl von kleineren Spezialfirmen, die teilweise als Zulieferer der großen agieren, teilweise eigene Produkte weltweiter Spitzenqualität herstellen.
 
Die metallverarbeitende Industrie ist der Kern des deutschen Wohlstands. Der Erfolg basiert nicht nur auf Qualifikation der Firmen und ihrer Mitarbeiter, sondern auch auf sogenannten sekundären Moraltugenden: Die Firmen, ihre Chefs, Ingenieure und Facharbeiter sind konzentriert bei der Sache, sind zuverlässig und fleißig.
 
Dass die Arbeitsmoral der Firmen eine wesentliche Komponente für den Erfolg ist, korrespondiert mit der Tatsache, dass die Hochleistungsindustrie sich auf bestimmte Regionen konzentriert, in denen die Bevölkerung solche oft belächelten Tugenden besitzt.
 
Umgekehrt lässt sich feststellen: Spitzen-Industrie finden wir kaum in Berlin oder Bremen, auch weniger in München und Hamburg, also nicht in den Großstädten mit besonders hohem Freizeitwert. Eine Ausnahme bildet Köln, wo die Fordwerke immer noch Motoren internationaler Spitzenqualität bauen und andererseits rund ums Jahr der Rheinische Frohsinn gefeiert wird. Wer böswillig ist, könnte sagen, das liegt an den Türken, die bei Ford arbeiten und nicht mitfeiern.
 
Ein großer Teil der Hochleistungsindustrie liegt in Gebieten mit etwas konservativerer Bevölkerung, ungefähr da, wo man traditionell CDU und CSU wählt. So weit ist der Gedankengang zwar anfechtbar, aber nicht falsch und man könnte sagen, es besteht eine schwache Korrelation zwischen Industrieerfolg und CDU-Wählerschaft. Mehr aber auch nicht.
 
Gedanken sind Verbindungen von Ereignissen. Alle Gedanken sind falsch, wenn zwischen den Ereignissen
keine Verbindung besteht.

Jetzt mal logisch nachgedacht!

Man kann die Sache nicht herumdrehen. Die CDU hat keinen Einfluss auf die Arbeitsmoral und den Industie-Erfolg. Wenn ein CDU Politiker sich und die CDU als Ursache für diesen Erfolg sieht, ist das Selbstüberschätzung und leicht zu widerlegen. Beispielsweise dadurch, dass die Bevölkerung von Baden-Württemberg sich inzwischen der Grünen Partei zugewandt und ihren Winfried Kretschmann zum Landesvater erkoren hat. Die Grüne Partei könnte ab jetzt den Erfolg von Mercedes, Bosch und Porsche für sich in Anspruch nehmen, was sie nach einer angemessenen Zeit des Regierens wohl auch tun wird und vielleicht vorher schon in der Matthias-Riechling-Show.
 
Wozu die Selbstidentifikation der CDU mit den Erfolgen der CDU-Wählerschaft in bestimmten Regionen führt, konnte man mit Erschrecken feststellen, als Helmut Kohl nach der Ruck-Zuck-Wiedervereinigung den Ostdeutschen blühende Landschaften versprach. Etwas ausgeschmückt: Wenn ihr nur schön fleißig CDU wählt und euch brav verhaltet, werdet ihr leben wie im Schwabenland, in Franken, Baden und in Niederbayern, immer in Reichweite einer modernen Fabrik, die Exportgüter für den Weltmarkt produziert und nur darauf wartet, euch einen Spitzen-Job anzubieten.
 
Diese Versprechungen sind nicht eingelöst worden, weil die Politik überhaupt nicht in der Lage ist, solche Dinge zu lenken, erst recht nicht, wenn man wie Herr Kohl in Ökonomie völlig inkompetent ist.
 
Die Selbstzufriedenheit von Frau Merkel und CDU spiegelt die Selbstzufriedenheit von weiten Kreisen der Bevölkerung. Das macht ihren Erfolg aus. Wenn aber Politiker sich und das, was sie ihre Arbeit nennen, als Ursache des Wohlstands darstellen, dann ist das postfaktische Selbstzufriedenheit.
 
Genau so könnte man sagen, der Brexit ist ein Erfolg von kritlit.de und der ausführlichen Kritik an den Strukturen der EU.

 

Das letzte Wort

Fidel Castro & die Marktwirtschaft
"Wenn ich einmal sterbe, wird man es mir nicht glauben."

Das ist der letzte von Fidel Castro überlieferte Spruch. Ohne Zweifel war er einer der Größten des vorigen Jahrhunderts, vielleicht auch der größte Glückspilz. So etwas nennt man Charisma, weil es unerklärbar ist.
 
Leider hat sein Leben und Wirken einen etwas unangenehmen Nachgeschmack: Das Scheitern des Sozialismus. Doch halt, das stimmt nicht ganz. Gescheitert ist nicht der Sozialismus, gescheitert ist an erster Stelle die Planwirtschaft.
 
Planwirtschaft bedeutet, dass der Staat die Wirtschaft übernimmt und in einer zentralen Bürokratie die wirtschaftlichen Prozesse plant und lenkt: Beschaffung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln, Fabrikation von Idustrie- und Konsumgütern, Transport und gerechte Verteilung der Waren an die Bevölkerung. Das hört sich gut an in der Theorie, aber es funktioniert nicht.
 
Der freie Markt ist ein unüberschaubarer statistischer Prozess, der sich nicht in einem Gleichgewicht befindet, sondern in ständiger Dynamik. Der freie Markt ist durch kein Gesetz der Mechanik oder sonstiger Theorien zu beschreiben.
 
Was bedeutet Statistischer Prozess?
 
Der beste Vergleich für die Funktion, die der freie Markt als Statistischer Prozess hat, ist die Verdauung. Jawohl, Verdauung im Darm. Verdauung findet in jedem tierischen Lebewesen statt, vom Einzeller bis zum Menschen. Und spätestens vom Wurm an ist der Vorgang im Verdauungstrakt ein völlig unübersichtlicher Statistischer Prozess, an dem Millionen und Milliarden von Bakterien beteiligt sind, die sich wie Parasiten verhalten.
 
Im Verdauungstrakt leben sie und ernähren sich von dem, was das höhere Lebewesen, in dem sie hausen, eigentlich zu seiner eigenen Ernährung herunter geschluckt hat. Bakterien im Darm scheinen Parasiten zu sein, aber indem sie sich selbst von der Nahrung nähren, ermöglichen sie die Verdauung des höheren Lebewesens in einem unüberschaubaren Wirrwarr von Geben und Nehmen, Vertilgen und Ausscheiden, Konkurrieren und Zusammenwirken. Etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar.
 
Dagegen ist die Wärmebewegung in einem Gas oder in einer Flüssigkeit ein theoretisch einfacher Vorgang und auch der ist nur statistisch und nicht im Einzelnen zu beschreiben. Die Verdauung ist ein Statistischer Prozess mit Milliarden von lebendigen Teilnehmern, den Bakterien, dazu zahllosen chemischen Reaktionen und obendrein findet ein thermodynamischer Austausch statt in einem offenen System.
 
Ja, etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar. Es entzieht sich jeder Beschreibung im Einzelnen und jeder individuellen Kontrolle der beteiligten Mikroben. Und doch ist die so strukturierte Verdauung seit Milliarden von Jahren in allen Tieren bis hin zum Menschen ein zuverlässiger Vorgang. Verdauung ist unumgänglich und stellt für uns die Basis des Lebens dar, sie liefert alles, was der biologische Körper zu seinem Betrieb braucht; zum Beispiel auch die nötige Energie für Kopf und Muskeln.
 
So ähnlich wie die Verdauung im einzelnen Lebewesen funktioniert die Marktwirtschaft in einem Staat oder einer Wirtschafts-Gemeinschaft. Wir alle sind daran beteiligt in ganz unterschiedlichen Funktionen, auch in mehreren Funktionen gleichzeitig, als Hersteller, Helfer, Lieferanten, Transporteure, Konsumenten, Entscheidungsträger, Zuarbeiter, Auswählende, Verteilende, Verdienende, Verlierer und Gewinner.
 
Dieser Prozess ist nicht theoretisch nachvollziehbar. Man kann ihn ein wenig steuern und in gewisse Bahnen lenken, auch beeinflussen, für sich und andere nutzen. Es gibt Theorien, die einzelne Aspekte klären und in gewissen Grenzen überschaubar machen. Der Gesamtprozess der Freien Marktwirtschaft ist aber nicht planbar; jeder Plan muss scheitern, weil die Wirtschaft als Ganzes diesen unkontrollierten statistischen Prozess benötigt, den freien Markt.
 
Das wissen wir heute. Die Leute der Oktoberrevolution wussten das nicht, sie kannten nur Marx und ein paar andere Theoretiker.
 
Als sich die Sowjetunion auflöste und die Staatsideologie gescheitert war, dachten viele, das wäre der endgültige Sieg des Kapitalismus über sozialistische und soziale Ideen. Sogar viele Sozialdemokraten haben das gedacht und sich in der Zeit des Neoliberalismus entsprechend entschieden.
 
Aber endgültige Siege gibt es nicht. Auch die Kubanische Revolution hat keinen endgültigen Sieg errungen. Der Prozess geht weiter. Nach fast 30 Jahren Postkommunismus ist die Welt nicht wirklich besser geworden. Der Finanzsektor frisst uns die Zukunft weg; die Polarisation von Arm und Reich blockiert Wirtschaft, Politik und Ökologie.
 
Fidel Castro war stur, er hat daran geglaubt, irgendwann doch noch Recht zu behalten, eine sehr ehrenhafte Einstellung. Teilweise bekommt er vielleicht auch noch Recht: Die Welt braucht wieder mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit, mehr materiellen Ausgleich, mehr Rücksicht und mehr Kontrolle über die Ströme der Finanzen. Sozialismus nennen wir das am besten nicht; denn der ist historisch mit dem Versuch der zentralen Planwirtschaft verbunden.
 
Die Planwirtschaft war ein typischer Fall von menschlicher Hybris der Köpfe. Sie kann nicht funktionieren, weil wir, so lange es menschliches Wirtschaften gibt, einen freien Markt als dynamischen statistischen Prozess nötig haben zur Verdauung der wirtschaftlichen Güter..
29.11.2016


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Postfaktisch = freiwillig dumm?

Wer den Ausdruck postfaktisches Zeitalter erfunden hat, weiß ich nicht; ich weigere mich, ihn zu akzeptieren, weil die ständige Verwendung eines Begriffs die Behauptung enthält, dass so ein Ding wirklich existiert.

Etwas wie Postmodern?

Modern ist ein relativer Begriff. Modern ist etwas im Verhältnis zu anderen Dingen, die vorher modern waren. Wer postmodern sagt, will das Denken an einer Stelle unterbrechen, wo es ihm passt. Postmodern ist etwas, das nachher kommt, aber den Vergleich mit dem Vorhergehenden scheut.

Fakten bleiben Fakten

Ob ein Selbstmordattentäter nur eins oder zehn Kilogramm Sprengstoff bei sich trägt, ob er seine Ladung auf der Straße oder in einem gut besuchten Lokal oder überhaupt nicht zündet, das sind Fakten, die über Leben und Tod entscheiden, unabhängig davon, ob man sie ermitteln kann, ob man sie erfährt oder geheim hält. Was bedeutet dann postfaktisch?

Reden, ohne zu wissen

Das Wort postfaktisch soll ein aktuelles Phänomen beschreiben: Leute reden gerne über Ereignisse, ohne sich an Fakten zu halten und sie berücksichtigen nicht gerne die Wahrscheinlichkeit, mit der etwas stimmt.
 
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Erderwärmung der letzten 40 Jahre auf den Einfluss des Menschen zurück geht. Zu 100% beweisen kann man es nicht, dafür ist der Vorgang zu komplex. Erwärmung an sich ist schon ein statistischer Prozess mit einer großen Wahrscheinlichkeit und einer kleinen Unsicherheit. Was ein statistischer Prozess ist und wieso Erwärmung dazu gehört, wissen viele nicht, sie wollen es auch nicht wissen, aber mitreden wollen sie trotzdem.
 
Das ist freiwillige Unwissenheit. Wo ist der Unterschied zur Dummheit? Dummheit ist unfreiwillg.
 
Sie sagen:
Der Klimawandel durch Menschen ist nicht bewiesen.
 
Es gibt ihn aber doch
, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% und das ist ebenso wahrscheinlich wie die Pünktlichkeit der nächsten Straßenbahn, auf die wir uns aber gerne verlassen.

Wahrscheinlichkeit, was ist das?

Um Wahrscheinlichkeiten zu verstehen, genügen die vier Grundrechenarten, wir haben Wahrscheinlichkeitsrechnung aber an der Schule nicht gelernt. Beim Studium auch nicht. Journalisten, Juristen, Politiker, Theologen, Kommunikationswissenschaftler und Ärzte, sie alle brauchen für ihre Qualifikation nicht zu wissen, was Wahrscheinlichkeit ist, sie werden aber tagtäglich damit konfrontiert:
 
Wahrscheinlichkeit einer Fehlinformation, Wahrscheinlichkeit eines Tathergangs, Wahrscheinlichkeit eines Wahlergebnisses, Wahrscheinlichkeit der Auferstehung Christi, Wahrscheinlichkeit eines Missverständnisses, Wahrscheinlichkeit einer Diagnose.

Zwischen Null und Eins

All den Menschen, die Wahrheit suchen, sei gesagt:
Alles was wir wissen und zu wissen glauben, ist mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen Null und Eins behaftet. Nur, was die Wahrscheinlichkeit Eins hat, ist zu 100% wahr oder vorhanden und was die Wahrscheinlichkeit Null hat, ist zu 100% nicht nicht wahr und nicht vorhanden. Jeder Wert zwischen Null und Eins ist möglich und meistens lässt sich der genaue Wert der Wahrscheinlichkeit nicht ermitteln, ist also strittig. Trotzdem ist er nicht beliebig.

Wahrheit und Wissenschaft

Wissenschaftler streiten oft um die Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen, aber nur in einem gewissen Zahlenbereich und Statistiker ermitteln den Wert mit einer bestimmten Genauigkeit. Wer mitreden will, sollte sich informieren. Aber das tun viele nicht. Sie sagen einfach, das stimmt nicht, weil es nicht zu 100% stimmt, also stimmt das Gegenteil. Ein Trugschluss.
 
Wahrheit existiert selten, Wahrscheinlichkeit existiert immer, Fakten existieren meistens. Wie sieht es mit der Wahrscheinlichkeit von Fakten aus? Sie existiert immer. Es gibt also kein postfaktisches Zeitalter.

Fakten in den Medien

Medien haben eine unangenehme Eigenschaft: Bei jeder Übermittlung von Nachrichten treten Ungenauigkeiten und Fehler auf. Solche Fehler sind in den Medien unvermeidbar.
 
Weil Medien die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung von Nachricht und Tatsachen prinzipiell nur verringern und nicht vergrößern, sind Medien mehr oder weniger unzuverlässig. Besonders unzuverlässig ist die mündliche Übermittlung in Form von Gerüchten, Mythen, Sagen, Legenden, Märchen.

Das Internet

Das interaktive Internet hat den unzuverlässigen Medien eine neue Art der unzuverlässigen Nachrichten hinzugefügt durch die Kommentarfunktion.
 
Hier werden Fakten berichtet, kommentiert, richtig gestellt, widerlegt, ignoriert, bestätigt, ergänzt. Es wird Kommentaren widersprochen oder sie werden übernommen, bekräftigt, wiederholt, übertroffen, hinausposaunt, beschimpft, hundertfach gelobt, tausendfach für gut befunden. Und das alles gleichzeitig, durcheinander, in einem einzigen Fluss.
 
Und was das Verrückteste daran ist: Hinter den meisten dieser Äußerungen stehen keine greifbaren Personen, nicht einmal entfernte Bekannte von Bekannten, sondern viele anonyme Teilnehmer mit Phantasienamen; es können Schreibroboter, sogenannte Bots sein. Jeder, der will, kann beliebig viele Identitäten erschaffen und steuern.
 
Jede Übernahme und Weitergabe verringert den Wahrheitsgehalt (Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung). Um das zu kompensieren, werden die Behauptungen ständig wiederholt und bestärk. Sie werden von immer mehr Teilnehmern übernommen, was aber nichts daran ändert, dass sie sich von den Fakten mehr und mehr entfernen, je mehr sie weiter gegeben werden. So ist das unzuverlässigste schriftliche Medium entstanden.
 
Dieses unzuverlässige Medium ist aber nicht das Internet an sich! (Es wird nur von Journalisten so hingestellt.) Das unzuverlässige Medium ist ein Forum mit Kommentarfunktion und der Möglichkeit der Anonymität. Davon gibt es zehntausende.

Facebook, Twitter, Whatsapp

Diejenigen mit den meisten Mitgliedern sind Facebook und Twitter, morgen kann es Whatsapp sein. In diesen Medien wird postfaktische Kommunikation betrieben. Jeder der mitmacht, tut es freiwillig. Er verzichtet freiwillig auf Fakten, ist also freiwillig unwissend oder unfreiwillig dumm oder unfreiwillig unwissend oder freiwillig dumm.
 
Es gibt kein neues postfaktisches Zeitalter, sondern nur eine Mode des Zeitvertreibs und die kann morgen schon unmodern sein, unmodern in postmoderner Zeit.
 
Das Internet enthält mehr Wahrheit, als jede Bibliothek der Welt, mehr als die untergegangene Bibliothek von Alexandria.

kritlit.de

Diese Webseite ist ein milliardster Teil davon.
21.11.2016

Einen Überblick über andere Versuche (Essays), die Dinge klar zu stellen, findest du mit einem Klick auf dieses Feld. Stichwort Mehr wissen!.


 

Das letzte Wort

Der falsche Preis (Dynamit Nobel) für den richtigen Mann (Bob Dylan)

Die Preisverleiher überall schmücken sich mit Bob Dylan. Da kann auch die Jury in Stockholm nicht mehr zurückstehen. Doch ist das Literatur, was Dylan macht? Es sind sehr vielseitige Songtexte und ohne Zweifel ist er der Sprachbegabteste unter den englischsprachigen Songschreibern seiner Generation.
 
Stimme, Gesang und die musikalische Struktur der Stücke sind eher bescheiden. Die Texte aber sind und bleiben erstklassig: Vielseitig, inspiriert, reich an Bildern und voll von gelungenen Formulierungen. Was ihnen fehlt, ist ein tieferer Sinn. Es gibt wenige Ausnahmen: "Blowing in the Wind" oder der diffuse Protest von "Maggie's Farm".
 
Brillante Texte eines weniger brillanten Musikers, die irgendwie supergut klingen und genau zur schrappigen Musik passen. Dylan selber weiß das und bestreitet es nicht. Und als man ihn zum Sprachrohr seiner Generation machen will, ist er verwundert; er widerspricht eine Zeit lang und lässt es dann über sich ergehen. Ähnlich distanziert verhält sich der Vielgelobte jetzt, wo er mit Preisen überhäuft wird. Das ist cool. Ohne Zweifel, vielen erscheint es rätselhaft.
 
Das merkwürdige Geheimnis des Robert Zimmerman ist: Was er tut, macht er mit vollem Einsatz, mit äußerster Konzentration und Konsequenz, ein exzellenter Performer. Das scheint für ihn selbstverständlich zu sein und es macht ihn zum Star, aber ein Star mit einer sehr merkwürdigen Charaktereigenschaft: Bob Dylan ist kein Egoist. Ein Super-Star, aber kein Super-Ego!?
 
Er findet sich offenbar selber nicht so toll, wie die Fans und Journalisten ihn finden, sie verstehen ihn deshalb nicht. Die meisten sind wohl selber Egoisten. So ist das in einer Zeit, wo der Egoismus die zentrale Charaktereigenschaft einer Kultur geworden ist; ganz besonders im herrschenden Überbau aus Wirtschaft, Politik und Finanzen und im beherrschenden Amerika.
 
Bob Dylan hat damit nichts zu tun; das macht ihn so sympathisch, wenn er auftritt. Er war anfangs sehr bescheiden, nahm den Namen eines bewunderten Poeten (Dylan Thomas) an und sang die Lieder seines Vorbilds Woody Guthrie, der wirklich ein Protestsänger war und sein Leben lang darunter gelitten hat. Als Bob Dylan in New York anfängt, ist Woody Guthrie schon hoffnungslos erkrankt und das Folk-Publikum jubelt seinen Songs zu, die der Junge aus Minnesota so trefflich nachsingen kann.
 
Die Welle der Zeit hat nicht Woody Guthrie, sondern Bob Dylan nach oben gespült und heute ist er einer der letzten überlebenden Stars dieser Generation, die es geschafft hat, das sollte man nicht vergessen, mit ihren Protesten den Vietnamkrieg zu beenden. Jawohl, so etwas ist heute undenkbar, wo das gesamtdeutsche Volk trotz Mehrheitsmeinung es nicht einmal schafft, die paar Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan zurück zu holen.
 
John Lennon wurde ermordet, Jimi Hendrix starb wie viele an den Drogen, Mick Jagger ist das normale Super-Ego in der Szene. Die Preisverleiher möchten sich gerne mit dem Nimbus dieser ungewöhnlichen Generation schmücken. Dass ist gut so, und Bob Dylan ist der würdige Repräsentant, aber Literatur und Protest ist es trotzdem nicht, was Bob Dylan bringt. Es ist einfache Musik eines unprätentiösen Stars aus der goldenen Zeit der Jugendkultur, der eine wenig reflektierte, aber sehr kreative Sprache besser beherrscht als alles andere und besser als alle anderen.
  Nachtrag:
  14.10.2016
  Bob Dylan ist in Las Vegas aufgetreten;
  kein Wort über den Nobelpreis. Als Zugabe auf 
  Wunsch des Publikums "Blowing in the Wind".
  16.11.2016
  Dylan hat angekündigt, dass er den Nobelpreis 
  für Literatur nicht persönlich entgegennehmen wird.
  
  letzte Aktualisierung 21.11.2016
  Rob Kenius
    

 

Im Kopf fängt es an
Viel, viel, viel zu viel
Wohlstand
macht Konsumenten
krank

Die Krankheit bildet Metastasen. Der Bauch wird dicker. Das Gesicht wird voll und rund. Die Beine schwer. Das Körpergewicht steigt. Dadurch werden Kreislauf und Herz belastet. Es entsteht der Wunsch nach Bequemlichkeit und weniger Bewegung. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten werden bevorzugt: Essen und Trinken, Autofahren und Fernsehen. Der Geist wird träge, der Kopf schwerer und es beginnt eine zweite Phase. Das Denken wird eingeschränkt. Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Magen erweitert sich. Die Trägheit steigt. Das Gesicht ist noch voll Zufriedenheit, doch das Gehen wird lästig. Durch das Vergrößern des Körpervolumens werden Kreislauf und Herz belastet. Zufriedenheit dreht sich in Unzufriedenheit. Ärzte werden zurate gezogen.

Es gibt tausende Krankheiten,
aber nur eine Gesundheit.

Anstrengungen sollen vermieden werden. Es verstärkt sich der Wunsch nach Bequemlichkeit, nach so wenig Bewegung wie möglich. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten wie Fernsehen sind bevorzugt. Autofahren angenehmer als Gehen. Das Nachdenken wird abgeschaltet, Entscheidungen sind schwer und es beginnt eine dritte Phase.

Das Weltbild verengt sich.

Veränderungen werden als lästig empfunden, besonders im Umgang mit Menschen. Konservative Vorstellungen überwiegen. Wahrnehmungen werden vom Bewusstsein ausgeschlossen. Ebenso tiefer gehende Gedanken. Kein Austausch mit Menschen anderer Meinung, anderer Hautfarbe oder Religion. Sattheit und Zufriedenheit, unterbrochen von Selbstzweifeln. Die Meinung ändert sich nicht mehr.

Wohlstandsdummheit

Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Verantwortung wird abgeschoben. Zukunft wird durch Prognosen ersetzt. Handeln durch Absicht. Wohlstand wird zum Ziel und Inhalt des Handelns. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Psychiater liefert ein neues Selbstbild. Die Krankheit nennt er Symptom des Wohlstands. Es finge im Kopf an. Der Wohlstand sei ein Symptom der Krankheit. Die Lage ist festgefahren. Der Wohlstand ist Ziel, Ursache und Rettung aus dem Formtief. Die Gedanken kreisen um das Wohlbefinden, dessen Steigerung und dann kommt der Absturz ins Bodenlose. Die Außenwelt wird als Störung empfunden. Das Weltbild verengt sich. Die Meinung der Mitte wird übermächtig, die Übermacht des Durchschnitts. Konservative Vorstellungen überwiegen. Der Blick ist verschwommen auf das Vergangene gerichtet, woran man sich festhalten kann. Der Wohlstand ist Vergangenheit. Vergangenheit ist Zukunft. Meinung ist Irrtum. Zukunft ist Illusion. Realismus ist Ideologie. Die Ideologie ist die Krankheit.

Im Kopf fängt es an.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Aufwärtstrend

Trotz aller Anschläge, Amokläufe und ausufernder Berichte über alles, was Angst macht, geht ein Aufwärtstrend weiter: die Steigerung der Einkommen und Vermögen derjenigen, die schon am meisten haben. Das könnte eine gute Nachricht sein, wenn sie nicht eine Kehrseite hätte, nämlich die Tatsache, dass dieses Geld, das nach oben verschoben wird, weiter unten breitgefächert zusammen gekratzt und heraus gepresst wird.
 
Um einem vielfachen Milliardenvermögen nur eine einzige weitere Milliarde hinzu zu fügen, muss man tausend Millionären eine Million oder einer Million Menschen tausend Taler (Dollar oder Euro) wegnehmen. Noch besser ist, wenn man zehn Millionen Menschen nur hundert Taler oder hundert Millionen nur zehn Taler aus der Tasche zieht. Irgendwann merkt das keiner mehr. So funktioniert die Umverteilung und sie funktioniert durch die Unachtsamkeit der Staaten und Regierungen, die diesem Treiben ratlos und tatenlos zusehen. Sie schwimmen ja selber im Geld, (das ihnen nicht gehört,) und merken es nicht.
 
Der Staat sollte wenigstens intelligente Steuern erheben und zwar mit der gleichen Raffinesse wie die Absahner, Geldverschieber und Steuerflüchtlinge.

 

Milde Gedanken - gefährlicher Zustand

Deutsch-türkische Fakten

Bei Politikern müssen wir genau unterscheiden, zwischen dem, was sie sagen und dem was sie tun. Ein deutliches Beispiel für die Notwendigkeit dieser Unterscheidung ist die Haltung der deutschen Regierung gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan, der sich nach dem Putsch ganz offen als Diktator präsentiert, aber nicht so genannt werden soll.
 
Zuerst hat man zugelassen, dass er in Deutschland Wahlkampfreden in seiner demagogischen Art und natürlich in türkischer Sprache hielt. (Mit der doppelten Staatsbürgerschaft dürfen 500.000 Deutsch-Türken in Deutschland und in der Türkei wählen, etwa dreimal so viele haben nur einen türkischen Pass.)
 
Später bei der Neuwahl, die Erdogan nach der verlorenen Wahl veranlasst hatte, hat Bundeskanzlerin Merkel ihn während des Wahlkampfs in der Türkei mit einem offiziellen Besuch beehrt.
 
Es heißt, Frau Merkel hätte gleichzeitig etwas über die Einhaltung demokratischer Spielregeln gesagt, doch ihre simple Anwesenheit als Gast der Regierung Erdogan war eine massive Unterstützung; denn Deutschland ist für Türken ein Musterland mit Vorbild-Funktion, in dem drei Millionen ihrer Landsleute bereits leben. (Erdogan spricht von türkischem Blut, welches deutsch-türkische Bundestagsabgeordnete aber nicht besitzen sollen.)
 
Wenn die deutsche Regierungschefin neben Erdogan auftritt, macht sie automatisch Werbung für dessen Person. Was sie dabei in ihrer bekannt vorsichtigen Art äußert, ist für die türkische Öffentlichkeit nicht von Belang. Der türkische Präsident hat seine Medien voll im Griff.
 
Was tun? Eingreifen in das Geschehen können wir nicht. Aber wir müssen ab sofort jede Unterstützung für den Diktator einstellen.
 
Keine Propagandaveranstaltungen in Deutschland.
Keine Freundschaftsbesuche,
keine Beitrittsverhandlungen,
nichts,
was Herrschaft oder Wirtschaft der Diktatur stützt.
 
Von allen neuen Rechts-Populisten ist Erdogan der erfolgreichste und gefährlichste und die Türkei ist das militärisch, demografisch und wirtschaftlich stärkste der rechts-okkupierten Länder.
Deutschland ist in der Geschichte das schrecklichste Beispiel für die möglichen Folgen.
 

Chor der Fahnen schwenkenden Rhein-Türken

Wenn die bunten Fahnen wehen
geht die Fahrt so hin und her
Wenn wir's aus der Ferne sehen
quält uns Diktatur nicht sehr

Über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch und das Verhältnis der Putschisten zur Gülan-Bewegung bietet die Neue Zürcher Zeitung am 27.09.2016 einen klaren Überblick. Wie lange dieser Artikel über den Link aufzurufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


 

Das letzte Wort

Das Wort des Tages, 14.07.2016

"Die Welt hat genug Probleme..."
(Angela Merkel)
Dann nichts wie ran!
(Rob Kenius)

Ein Schritt nach vorne
25.06.2016

Die Briten haben mit klarer Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt.
Was bedeutet das?
 
Es ist erstens eine Abstimmung gegen die EU und damit liegen die Briten richtig. Die EU ist ein undemokratisches Konstrukt der Politiker, in dem die Völker kaum eine Rolle spielen. Die Parlamentarische Demokratie ist am Ende; die Verfassung der EU aber ist noch schlechter als jede Parlamentarische Demokratie; es ist gar keine Verfassung, sondern ein Wirrwar an Zuständigkeiten, wobei die Bürokraten dominieren, die sich am besten damit auskennen. Große Länder wie GB, werden benachteiligt, kleine wie Luxemburg, Zypern und Malta werden bevorzugt.
 
Es ist zweitens eine Abstimmung für die Freiheit. Die Briten, genauer gesagt, die Engländer sind ein Freiheit liebendes Volk; sie gehören zu denen, welche die Demokratie in ihrem Land aus eigener Kraft eingeführt haben. Darauf sind sie stolz und sie können es nicht ertragen, dass sie von der undemokratischen EU und deren Bürokratie gegängelt werden. Damit liegen sie ebenfalls richtig.
 
Es ist drittens eine Abstimmung gegen die Dominanz der Ökonomie. Alle Ökonomen und politischen Vertreter der Wirtschaftsmacht waren gegen den Austritt. Das britische Pfund ist abgerutscht. Die Ökonomen sagen jetzt, die Emotionalität habe über die Vernunft gesiegt. Sie definieren Vernunft als Dominanz der Ökonomie, das ist Arroganz. Das Volk wollte diese Arroganz und die Dominanz der Ökonomie nicht mehr.
 
Als der gemeinsame Markt geschaffen wurde, war es gut, etwas für die Wirtschaft in Europa zu tun, sie von Schranken zu befreien. Heute ist es genau umgekehrt, wir müssen versuchen, die Macht der Wirtschaft einzudämmen. Das haben die Wähler dort getan; und damit liegen sie richtig. Mehr Überfluss brauchen wir nicht.
 
Großbritannien hat von Anfang an die Entwicklung zu einem Europäischen Staatenbund oder Bundesstaat gestoppt. Nach dem Beitritt der Briten zur EU war die Vision von einer politischen Einheit nicht mehr realisierbar. Der Austritt schafft viertens die Möglichkeit, in Richtung Einheit voranzukommen, wenn jetzt noch Interesse besteht. Leider gibt es nach dem Beitritt der Ost-Länder einige neue Probleme in Richtung Vereinigung, die es vor dem Beitritt Englands nicht gab.
 
Fünftens ist die Abstimmung ein Sieg der Direkten Demokratie. Keins der zahlreichen Gremien der EU, auch das Parlament nicht, kein führender Politiker der Mitgliedsländer hat es geschafft, die Richtung der europäischen Politik zum Guten, also zur Demokratie hin, zu wenden. Dieser Volksentscheid für den Austritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Entweder ein demokratisches Europa oder nur ein Wirtschaftsraum.
 
Genaueres zu den Themen:
Konstruktion der EU
Direkte Demokratie
Parlamentarische Demokratie
              24.06.2016 10h, Rob Kenius.

Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor

Chatbot "Tay" lernt den Hass.

Wer Hass säht, wird Hass ernten.
 
Ausgerechnet Microsoft, die biedere Mainstream-Programmier-Anstalt hat Tay erschaffen, eine künstlich intelligente Chat-Person (Chatbot), die mit Teenagern chatten sollte. Also ein Programm, das eine nette Chatperson vortäuscht.
 
Was im Test dabei am Ende heraus kam war der Satz:
Hitler hatte recht, ich hasse die Juden.
Danach wurde das "intelligente" Programm von Seiten Microsoft abgeschaltet. Die Firma, die sonst nur auf extremes Geldverdienen programmiert ist, hatte ein Monster erschaffen.
 
Was sagt uns dieses Experiment?
 
Microsoft lernt daraus erst einmal, dass mit diesem Programm kein Geld zu verdienen ist. Welcher kommerzielle Seitenbetreiber könnte diesen Chatbot gewinnbringend einsetzen? Tay wird also nicht auf den Markt kommen.


  Kritischer Islam gehört dazu. Klick hier!  

Wir schließen daraus aber noch mehr.
 
Mit Sicherheit haben die Experten von Microsoft, ehe sie den Algorithmus entwickelten, tausende Chats analysiert. Sie haben versucht, die Reaktionsweise der Teilnehmer in kleinste logische Schritte zu zerlegen und sie durch die Programmstruktur künstlich als "intelligent" nachzubilden.
 
Wir können also davon ausgehen, dass die Software so konstruiert war, dass sie die Struktur einer einfachen online-Auseinandersetzung, wie sie bei Twitter erfolgt, präzise simuliert und genau nach den intern von Microsoft ermittelten Kriterien antwortet und die Regeln dieser Kommunikationsform strikt befolgt. Mit anderen Worten, Chatbot Tay tut so, als wäre sie oder er ein von Microsoft erschaffenes Menschlein, das chattet wie die anderen.
 
Dabei besteht ein prinzipieller Unterschied
zu einer lebendigen Person.
 
Chatbot Tay hatte, wie Mikrosoft selbst, keine eigene Meinung und keine Moral, sondern nur Reaktionsschnelle und vielleicht vorprogrammierte Gefälligkeit gegenüber dem Partner. So kam sie dazu, auch den rassistischen Parolen von der anderen Seite zuzustimmen und sie durch eigene Formulierungen zu ergänzen, sich also affirmativ zu verhalten, wie das auch viele menschliche Dialogteilnehmer tun, die wie Chatbot Tay einfach nur nett sein wollen.

Digitale Technik
wird die Dummheit nicht abschaffen

Nehmen wir einmal an, ein junger Chatter oder eine junge Chatterin bei Twitter oder facebook hätte ebenso wie Tay noch keine Meinung und keine ausgeprägte Moral. Was würde passieren, wenn er oder sie nach den Regeln von Rede und intelligenter Gegenrede mit einem Menschenhasser auf der anderen Seite chatten würde???
 
Es käme das gleiche dabei heraus, wie bei dem Chat mit Chatbot Tay. Mit anderen Worten: Die Chat-Struktur und die übliche Dialog-Technik führen schon dazu, dass unbedarfte, meinungslose und moralisch nicht gefestigte Teilnehmer schnell die Parolen anderer Teilnehmer*innen lernen, sie aufgreifen, selber benutzen und bekräftigen.
 
Und entwickelt sich dazu noch ein gewisser Ehrgeiz, dann wird der unbedarfte menschliche Teilnehmer seinen Chatpartner, der Hass säht, auch noch übertreffen, er wird versuchen, ihn zu toppen. Der Dialog steigert sich bis zum rassistischen Ausbruch, zur Aufforderung zu Brandstiftung, Landfriedensbruch und Mord.
 
Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor!
 
Microsoft hat mit seinem Chatbot Tay der Welt vorgeführt, dass die Struktur der anonymen computergesteuerten Standard-Kommunikation in den sogenannten sozialen Netzwerken Hassparolen automatisch verstärkt. Besser hätten man&frau&kritlit.de es nicht nachweisen können.
25.03.2016
 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wer ist das Volk? Wo ist das Volk? Wie ist das Volk?

Aufgeschlossene Journalisten wollen das Volk zu Wort kommen lassen. Sie wollen die Sozialen Medien als Quelle und Meinungs-Barometer einbeziehen. Leider müssen sie wie jede/r andere feststellen, dass in den Foren Fehlinformation, Entgleisung, Beschimpfung und Aggression an der Tagesordnung sind.
Ist das wirklich Volksmeinung?
 
Sind soziale Medien überhaupt sozial?
Und warum klingen viele Äußerungen so, als würden sie von Asozialen stammen?
Der Essay über soziale Medien ist ein Versuch, soche Fragen zu klären.
 

 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Der Friede im Jahre 2016

Wie lange können Menschen den Frieden ertragen? Anscheinend nur wenige Tage. Illusion, zu glauben, dass 2016 friedlicher werde als 2015. Es gibt zu viele, die in die andere Richtung drücken:
 
Saudi-Arabien, die Türkei, Frankreich, USA und Israel, um nur "befreundete" Nationen zu nennen.
Und Deutschland ist feste mit dabei, versteckt, im Hintergrund. (Im Vordergrund freundliche Frauengesichter.) Unbekannte Hetzer schüren außerdem das Feuer. Sie könnten Lieder singen wie Mein Kampflied, aber dieses Lied ist Satire, scharf und bissig, es gehört nicht ihnen, sondern uns.
Dazu gibt es auch Noten als .pdf für alle, die etwas mit Noten (Leadstimme + Harmonie-Akkorde) anfangen können.

Alle Uhren bleiben stehn
wenn wir uns nicht weiter drehn

 
Das ist Kunst - kann nicht weg
Kleiner Begrüßungs-Chor
für Migranten und Flüchtlinge

 
Dieses Land braucht keine Religion,
nur Wahrheit
und kriegt nie genug davon.

Wir wollen wissen, wie die Lage ist,
in jenem Land, das ihr
vielleicht vermisst,
aus dem ihr her zu uns geflohen seid,
ihr Glücklichen!
Wir sehn das ohne Neid.
 
Wir warnen vor Bürokratie
und vor dem Untertanengeist.
Seid kritisch und vergesst es nie
Wovor ihr geflohen seid:
Vor den Dispoten,
vor dem Größenwahn,
vor Waffen und
vor dem Islam.
 
Man will euch nicht zu Christen machen.
Ihr dürft hier über alles lachen.
Lacht über Staat und Polizei!
Fühlt Euch unbeschwert und frei!
 
Das gilt für alle,
auch für Frauen.
Ein Mann,
der Frau'n die Hand nicht gibt,
macht sich hier sehr schnell unbeliebt.
Ihr sollt auch keinem Manne trauen,
der euch verschleiert und versteckt.
Der Macho-Mann wird ausgecheckt.
 
Hier gibt es Gleichberechtigung;
denn jeder Staat
kommt erst in Schwung,
wenn auch die Frauen mitregieren.
Ihr müsst das nur mal ausprobieren.
Das gilt im Großen wie im Kleinen:
In Schule, Haushalt, in Vereinen,
vor dem Gericht und im Verkehr.
Das Männer-Heer
regiert nicht mehr.
 
Jetzt aufgepasst!
Da kommt noch was:
Das heikle Thema Judenhass.
Davon ist dringend abzuraten.
Zwanzig arabische Staaten,
dazwischen liegt ein Judenstaat,
der das Recht auf Leben hat.
 
Wir wollen offen davon sprechen:
Das deutsche Holocaust-Verbrechen
gibt uns auf ewig die Verpflichtung
in die umgekehrte Richtung.
Das lehrt uns auch die deutsche Dichtung.

Rob Kenius 2015

 

 

Politik. Realität! Demokratie?

Politiker sind keine Realisten. Sie handeln mit Versprechen, mit Emotionen und Gefälligkeiten, Erwartungen, die sie erwecken und mit dem guten Eindruck, den sie machen.
 
Leistungen und Geld
soll die Wirtschaft bringen,
Realismus die Wissenschaft,
Wahrheit die Kunst,
Informationen die Presse.

 
Politiker punkten mit der einzigen Münze, die sie auf den Tisch legen können: Sie haben ein Mandat. Wie sie dazu gekommen sind, ist eine andere Sache. Meistens haben sie es von der Partei und nicht vom Volk. Die Partei, wer immer das ist, hat sie auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt oder in einem Wahlkreis antreten lassen, den sie gewinnen konnten.
 
Und weil sie das Mandat nicht vom Volk haben, stimmen sie auch nicht im Sinne des Volkes ab, sondern im Sinne der Partei, das heißt, im Sinne der Führung. Das ist ständig zu beobachten, wenn das Parlament die Gesetze "durchwinkt". Demokratie, also Herrschaft des Volkes, ist das nicht.
 
Die Führung einer sogenannten demokratischen Partei kommt erst recht nicht durch eine Entscheidung des Volkes zustande. Weder in der Christlich Demokratischen Union, noch in der Sozial-demokratischen Partei Deutschlands oder in einer anderen Parteie des In- und Auslands.
 
Angela Merkel zum Beispiel kam an die Spitze der CDU, indem sie sich bei ihrem Vorgänger Helmut Kohl eingeschmeichelt hat und ihn dann stürzte. Ihre Herrschaft, die undemokratisch begann, bleibt trotz Beliebtheit und Ausrichtung nach dem Meinungs-Trend undemokratisch und weitgehend unfruchtbar.
 
Einige Entscheidungen sind totalitär, zum Beispiel die Zwangsgebühren für das
Staats-Fernsehen.
Selbst wer es nicht sehen will und keinen Fernsehapparat besitzt, muss zahlen. Aus der Kirche kannst du austreten, aus der ARD-und-ZDF-Fernsehgemeinde nicht. Übrigens: Das ist wie im Islam, der duldet auch keinen Austritt. Es macht also keinen Sinn, mit dem Islam zu fremdeln; wir haben ihn schon.
 
Wir sind ganz am Rand
ein islamisches Land

Die innerparteilichen Vorgänge in einer Partei, die nach außen Demokratie vertritt, verlaufen nicht viel anders als in einer Einheitspartei wie der SED der damaligen DDR. Ehemalige DDR-Bürger können sich also leicht in Parteiführungen einfügen, geschmeidiger als in einen demokratischen Prozess. Mit der Demokratie haben sie in Sachsen und Thüringen heute noch Schwierigkeiten, viele wissen nicht, dass in einem demokratischen Staat niemand wegen seiner Religion ausgeschlossen wird. Doch das nur nebenbei.
 
Helmut Kohl, der nie beliebt beim Volk war, interessierte sich zunächst nur für die Macht in der CDU; er wusste schon, dass die oder der Vorsitzende/r der CDU automatisch irgendwann Kanzler wird. Und er hat sich dem Volk 16 Jahre lang aufgedrängt.
 
Von der CSU im Einparteien-Staat Bayern wollen wir nicht reden. Alle unsere Parteien sind im Innern undemokratisch und es ist ein Fehler der Verfassung, dass dies nicht anders vorgeschrieben wird.
 
Die Staaten behaupten aber, demokratisch zu sein, mit wenigen Ausnahmen. Es gibt (auch außerhalb der Arabischen Liga) noch einige, die von einer Familie regiert werden. Aber alle anderen Staaten behaupten, demokratisch zu sein. Sind sie es aber in Wirklichkeit, in der wirklich vorhandenen Realität?
 
Die Medien sagen ja.
Medien sind in etwa das, was früher die Kirche war. Sie sagen uns, was wir glauben, denken und für die Wahrheit halten sollen. Die Glaubenssätze, die sie verkünden, sind nicht einheitlich, sondern differenziert wie die der verschiedenen Religionen, aber sie verkünden uns Glaubenssätze.
 
1. Wir leben in einer Demokratie.
 
Es dauert sehr lange, bis jemand, der in USA, GB, Frankreich, Deutschland oder Italien aufgewachsen ist, daran zweifelt, in einer Demokratie zu leben. Genau so lange dauert es, bis einer, der katholisch erzogen wurde, oder in einem islamischen Land verwurzelt ist, an Gott zweifelt.
 
Demokratie ist griechisch und bedeutet: Herrschaft des Volkes.
Demokratie steht dabei im Gegensatz zu:
 
Diktatur,
Monarchie,
Oligarchie,
Feudalismus,
Plutokratie,
Bürokratie.

 
Demokratie ist also etwas anderes als die Realität, die wir um uns herum vorfinden; denn wir sehen:
Ausufernde Bürokratie in Brüssel,
Plutokratie der Milliardäre in USA,
Oligarchie des Partei-Vorstandes sowie
Feudalismus bei der Vergabe von Listenlplätzen in allen Parteien,
Monarchie in befreundeten Golf-Staaten, die wir mit Waffen ausrüsten und durch unsere Fußball-Weltmeisterschaft massiv unterstützen. Und überall sehen wir die
Diktatur des Geldes, des Kapitals und der Ökonomie.
Wo ist dann die Demokratie, die Herrschaft des Volkes?
 
Demokratie ist da, wo du dir von oben nichts gefallen lässt. Kein Bevormundung, keine Parolen, kein Zwang zur Konformität, auch kein Diktat der offiziellen Mehrheit.
 
 

Man kann es nicht oft genug sagen

Jede Klima-Anlage schadet dem Klima

Zuerst gab es Klima-Anlagen in Großbauten und Flugzeugen, wo man die Fenster nicht öffnen durfte. Die Räume waren vom Klima ausgeschlossen und bekamen über die Klima-Anlage ein künstliches Klima, daher der Name. Nicht jedem sind sie gut bekommen, empfindliche Nasen hatten zu leiden, Viren wurden in Krankenhäusern durchgeschleust. Weil sie aber der oberflächlichen Bequemlichkeit dienen, fanden Klima-Anlagen rasante Verbreitung, nicht zuletzt, weil die meisten Nutzer der klimatisierten Räume nicht wissen, was in der Anlage wirklich passiert.
 
Klima-Anlagen sind Wärmekraftmaschinen. Wenn alle glauben, dass sie ein Segen sind für die Erhitzten, ändert das nichts an der physikalischen Tatsache, dass sie das Klima nicht verbessern, sondern aufheizen.
 
Jeder, der Energie verwendet, leistet einen Beitrag dazu, dass der Planet weiter erwärmt wird.

Für alle, die noch nicht ausreichend über Wärmelehre informiert sind, soll hier der Sachverhalt einmal erklärt werden. Er ist Physik, etwas komplizierter als die Wünsche der Konsumenten und die Versprechungen von Politik und Reklame.
 
Jede Klima-Anlage ist eine Wärmepumpe und funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie das Aggregat eines Kühlschranks.
 
Ein Betriebs-Gas wird mit Motorkraft mechanisch in einer Pumpe so weit komprimiert, bis es sich verflüssigt. Dabei entsteht Wärme wie in einer Luftpumpe, die man intensiv betätigt. Sie wird über Kühl-Lamellen an die Umgebung abgeleitet. Das flüssige Gas wird dann in Röhren weiter geleitet und verdampft an einer anderen Stelle wieder, wo es nach einem Naturgesetz der Umgebung Verdampfungswärme entzieht. (Im Prinzip ist das die Wärme, die bei der Kompression entstanden ist.)
 
Dadurch wird die Umgebung dieser Verdampfungs-Stelle gekühlt. Diese befindet sich in dem zu kühlenden Raum. Das ist das innere eines Kühlschranks oder eines Autos oder ein Büro, ein Wohnraum bis hin zum tiefgekühlten Innenraum eines TK-Transporters.
 
Dann geht der Kreislauf des Kühlmittels weiter. Und die Wärme, die dem Innenraum entzogen wurde, entsteht dort wieder, wo das Gas komprimiert wird. Sie wird dorthin gepumpt, kann man salopp sagen. Daher der Name Wärmepumpe. Soweit so gut, das ist das Prinzip von Linde. Aber der gesamte Prozess ist bei Weitem nicht so gefällig wie bisher dargelegt.
 
Die "Wärmepumpe" ist ein periodischer Prozess der statistischen Physik, der mit hohen energetischen Verlusten verbunden ist. Auch diese Verluste sind Naturgesetz.
 
Zum Beispiel die Isolation kann nie perfekt sein, weil metallische Teile erforderlich sind, welche Wärme sehr gut leiten, besonders innerhalb der Maschine. Schon der Elektromotor, der die Wärmepumpe antreibt, erzeugt auch wieder Wärme.
 
Insgesamt wird immer wesentlich mehr Wärme auf der einen Seite erzeugt, als auf der anderen Seite entzogen wird. Wer das nicht glauben will, sollte einmal versuchen, einen Raum mit dem Kühlschrank zu kühlen, indem er die Kühlschranktür offen lässt. Der Raum wird nicht kälter, sondern er wird schnell wärmer.
 
Eine Klima-Anlage kühlt immer nur einen Innenraum und führt die dabei produzierte Wärme, die deutlich größer ist, als die entzogene, nach außen ab. Besonders ungünstig ist dies bei Klima-Anlagen in Automobilen.
 
Der Motor des Autos erzeugt Strom über die Lichtmaschine. Dabei gibt der Motor, wie jede periodisch arbeitende Wärmekraftmaschine einen beträchtlichen Teil der durch Verbrennung produzierten Energie in Form von Wärme an die Umgebung ab, sogenannte Abwärme. Die Motoren normaler Automobile haben nur einen Wirkungsgrad von 25% (gemessen an der im Treibstoff enthaltenen Energie) und wenn die Lichtmaschine zusätzlichen Strom produzieren muss, muss der Motor neben der zusätzlichen Elektro-Energie auch noch mehr Abwärme produzieren.
 
Auch der Elektromotor hat, genau wie die Lichtmaschine, natürlich einen Wirkungsgrad von etwas weniger als 100% und beide geben die Fehlmenge wieder in Form von Wärme an die Umgebung ab. Dann komprimiert die Wärmepumpe der Klima-Anlage das Betriebsgas, wobei sehr viel Wärme erzeugt wird, deutlich mehr, als innen im Fahrgastraum entzogen wird.
 
Dass ein Auto, welches im Wesentlichen aus Metall besteht und nicht für die Wärmeisolation gebaut wurde, als Kühlraum besonders verlustreich arbeitet, ist wohl selbstverständlich. Ein Auto ist kein Kühlschrank!
 
Facit:
Jede Klima-Anlage gibt die innen entzogene Wärme an die Umgebung ab und produziert zusätzliche Wärme wegen ihres Wirkungsgrads, der bei Weitem nicht 100% sein kann. Für Automobile kommt hinzu, dass die elektrische Energie durch die vom Motor angetriebene Lichtmaschine produziert wird und der Motor im Fahrzeug nur 25% der Energie aus dem Treibstoff in mechanische Energie umsetzt.
 
Das ist besonders krasse Energieverschwendung.
 
Jeder, der Energie spart, leistet einen Beitrag dazu, dass der Klimawandel aufgehalten wird.

Dieser Effekt ist an heißen Tagen in Ballungsräumen deutlich spürbar, wo der Autoverkehr die Lufttemperatur schon unangenehm erhöht. Durch die Klima-Anlagen der Fahrzeuge ist es noch hitziger geworden. Besonders klima-schädlich sind schwarze Limosinen, in denen man es früher im Sommer kaum aushalten konnte.
 
Sogenannte SUV-Fahrzeuge, die prinzipiell zu schwer und über-motorisiert sind, verschärfen das Problem, bzw sind eine zusätzliche Klima-Belastung. SUV bedeutet in diesem Sinne: Sozial Unverträgliches Vehikel. Auch das muss einmal gesagt werden.
 
Merke also:
Jede Klima-Anlage schadet dem Klima durch Erhitzung und zusätzlichen Energie-Verbrauch. Die Klima-Anlage verbessert kein Klima, sondern sie senkt die Temperatur in einem Privatraum durch Wärmeentzug, wobei sie wesentlich mehr Wärme produziert und an die gemeinsame Umwelt abgibt, als sie dem Privatraum entzieht.
Jede private Klimaanlage ist ein kurzsichtiger eigener Vorteil zu Lasten des Klimas und zum Schaden der Allgemeinheit.

An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei, die Gesetze der Wärmelehre sind eindeutig; sie können nicht anders beschlossen, gewählt und interpretiert werden, weder von Gremien, noch von Juristen und Experten, auch nicht von amtlichen Regierungen. Die Gesetze der Thermodynamik können schlechtestenfalls verschwiegen und ignoriert werden, im Normalfall sind sie weitgehend unbekannt.
 
Alle reden von Energie, kaum einer weiß, was es ist.
 
Wärmepumpen, die der Raumkühlung dienen, müssten Anti-Klima-Anlagen heißen, weil sie im Innern das natürliche Klima abschaffen und dem Klima außen Schaden zufügen. Die Devise heißt also: Abschalten!
Wir haben das Abschalten von Reaktoren durchgesetzt, unsere Klima-Anlagen müssen wir selber abschalten, nicht nur beim Abgas-Test, sondern für immer.
 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Was ist das für ein Ding?

Kommunikationstechnik und Informationsflut entwickeln sich so schnell, dass die Sprache manchmal nicht mitkommt. Der schnelle technische Wandel kann soweit führen, dass auf einmal für ein globales Ding kein zutreffendes Wort existiert.
 
Es geht hier um das Ding, das viele immer noch Kapitalismus nennen. Es ist aber inzwischen etwas anderes als das, was Karl Marx so genannt hat. Es ist auch nicht mehr das, was die Linken vor 50 Jahren mit ihrem Schimpfwort Kapitalismus meinten.
 
Vorübergehend wurde das Ding das System genannt. Die sprachgewandten und kreativen Jamaikaner sagten Babylon Sistim. Es ist ein anonymes System der Herrschaft.
 
Nach der Auflösung des Sowjet-Systems hat sich der Westen sehr schnell in eine Richtung entwickelt, die mit dem alten Begriff Kapitalismus nicht mehr zu fassen ist. Bestimmte Trends, die schon vorhanden waren, haben sich verstärkt: Das Geld hat gewaltig an Bedeutung gewonnen. Geld ist Antrieb Ziel und Wertmaßstab der Wirtschaft.
 
Alle Versuche, höhere Werte über Geld, den Gelderwerb und den Geldbesitz zu stellen, sind bisher gescheitert. Weder die Umwelt, also der Lebensraum, noch das Klima, weder Humanität noch Moral sind sicher, wenn sie dem Gelderwerb privater Firmen und Investoren im Wege stehen.
 
Eine letzte Tabu-Zone gegen die Macht des Geldes schien eine Zeit lang der Krieg zu sein. Raubkriege wie zur Zeit der Kolonialisierung gab es weniger. Doch es gibt jetzt Kriege für Öl und militärische Bedrohung zur Ressourcen-Sicherung und dazu Waffenlieferungen in alle Krisengebiete, natürlich zur Friedens-Sicherung. Das alles dient dem Gelderwerb.
 
In den USA, die in jeder Hinsicht eine Ausnahme bilden (wollen), ist der größte Zweig der realen Wirtschaft das Militär und die Rüstungsindustrie, beides abhängig und gelenkt von der Finanzwirtschaft, welche für den Militärhaushalt den Kredit vergibt. Die Rüstung ist zwar real manifestiert in Waffen, Überwachungssystemen und Militärbasen, doch die Größe und der finanzielle Aufwand sind zehn mal überdimensioniert, also irrational. Wo sind die Ziele? Wo ist der Feind?
 
Auch der Friede steht als Wert nicht mehr über dem Geld. Der Geldkrieg ist längst schon entbrannt. Die USA und ihre Verbündeten führen permanent kleinere Kriege und rüsten für den Weltkrieg. Rüstung ist das Geschäft des Jahrhunderts, angetrieben von Gier nach Einfluss, Macht und Geld.
 
Die Akkumulation von Geld in Händen einer kleinen Schicht wurde in den letzten dreißig Jahren enorm beschleunigt, in der Zeit des Neoliberalismus, die noch nicht zu Ende ist. Regierungen haben die Umverteilung nicht bekämpft, sondern aktiv unterstützt. Ein völlig unlogisches Verhalten im Sinne der Demokratie.
 
Expansion und Beschleunigung im System der Geldwirtschaft funktionieren ausgezeichnet: Geld ist reichlich und im Überfluss vorhanden. Ständig wird neues Geld generiert und gleichzeitig werden neue Schulden produziert.
 
Die Staaten haben sich bei privaten Banken verschuldet und dadurch von der Finanzwirtschaft abhängig gemacht. Das geht zu Lasten der Völker oder zukünftiger Generationen, nicht zu Lasten der Volksvertreter und Banken. Staatsverschuldung dient der Machtzunahme und der Geldvermehrung in der Finanzwelt.
 
Wo sind die Kapitalisten und wie sollen wir das Neue System benennen? Ausdrücke wie super hyper und neo sind längst abgegriffen und schnell verschlissen. Neo-Liberalismus ist nur ein Teil-Aspekt, ebenso die Globalisierung. Digitalisierung und Internet sind Techniken und als solche wertfrei, sie haben den Trend verstärkt, aber nicht verursacht. Was steht im Zentrum der Bewegung?
 
Im Zentrum stehen zwei Dinge: Ein übersteigerter Egoismus der Individuen und das mit Digital-Technik effizient funktionierende System der Finanzwelt.

Was wir haben, ist die Geldherrschaft.


Lesetips
***
Wirtschafts-
wachstum
%
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Passivisten
*
Krise der
Demokratie

*
Klimawandel
*
Schulden
*
Nationalstolz
*
Eropagrün
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America first!
*
Das Leben
*
Frage
zur Lage

*
Schwundgeld
*
Migranten
*

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Ja, wir können... (yes we can...)

...den göttlichen Status des Geldes in Frage stellen, weil wir es täglich in der Hand haben.
...das System von innen verändern, weil wir selber ein Teil davon sind.
...Zeit gewinnen, nachdenken und kreativ werden, wenn wir das Fernsehen ausschalten.

Klick hier zur TV-Satire:
Klick - und weg!

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Intelligenz = Einsicht

Wenn du etwas eingesehen hast,
musst du es auch tun.
Aber keiner tut es.

 
Etwas zugeben, das Verhalten ändern, Gewohnheiten verlassen, Neuland betreten.
 
Weniger Ausreden erfinden,
weniger Energie verschwenden,
weniger Kerosin verbraten,
weniger Fleisch verzehren,
weniger Waffen produzieren,
weniger in Maschinen statt in Menschen investieren.
 
Weil keiner es tut, obwohl jeder es weiß,
ist der Fortschritt blockiert.
Unser Handeln und Tun ist
im Verbalen erstickt:
 
Die einen sagen dies,
die anderen sagen das.
Tun tut keiner was.

 
Ist dies hier ein politisches Gedicht?
Nein, das ist es nicht.
Es ist der Tick des Tages,
wenn du was besseres weißt,
dann sag es.


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