Anleitung zum Aufruhr
Ein kurzer Vortrag über alles, es spricht der Autor Rob Kenius

Der Vortrag basiert auf Gedanken aus dem
Buch: Leben im Geldüberfluss
(Erschienen 01.07.2019)

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Gegen den Maianstream, die andere Richtung

Finanzfachleute sagen einen totalen Crash des Finanzsystems voraus.

Klimaforscher warnen vor dem Hitzetod und vor der Überflutung von Millionenstädten am Meer.

Meeresbiologen berechnen die Anreicherung von CO2 in den Weltmeeren und erforschen, wie dadurch ein großer Teil des Lebens im Meer vernichtet wird.

Wirtschaftsexperten sagen, dass eine Übertragung des europäischen Lebensstandards auf den Rest der Welt unmöglich ist, aber trotzdem wird er vorangetrieben. Alle nur denkbaren Märkte sollen erschlossen werden. Dazu wäre die Ausbeutung von drei Planeten wie der Erde erforderlich. Für den amerikanischen Standard müsste man fünf Planeten zur Verfügung haben.

Mediziner befürchten, dass durch natürliche Evolution oder durch Genmanipulation tödliche Viren und andere Mikroben entstehen können, gegen die es keine Mittel gibt.

Biologen haben beobachtet, wie ein Pilz fast alle Froscharten vernichtet, und es steht fest, dass sich dieser Pilz durch Transportsysteme der Menschen ausbreitet.

Friedensforscher wissen, dass eine Hochrüstung, wie sie zur Zeit global stattfindet, zum Krieg führt, und ein weiterer Weltkrieg könnte der letzte sein, den Menschen anrichten.

Die Wirtschaft der USA

Die Wirtschaft der USA kann den Wohlstand des Landes nicht mehr sichern, das geschieht durch das Finanzsystem. Gewinne entstehen dadurch, dass die Geldmenge ständig vergrößert wird. Dieser Geldmenge in der Größenordnung von hundert Billionen Dollar stehen keine realen Werte gegenüber. Das Geld-System hat sich von der Realität gelöst und kann jederzeit zusammenbrechen.

Man versucht, die Defizite der US-Wirtschaft durch Rüstung und Export von Waffen auszugleichen. Waffen sind gemacht, um Krieg zu führen und Menschen zu töten, sie wandern immer in die Hände von Militärs, Milizen und Terroristen.

Es besteht die akute Gefahr, dass die USA im Taumel des drohenden Untergangs, die Welt mitreißen, indem sie ihre Massenvernichtungswaffen einsetzen. Die nuklearen Sprengköpfe und Bomben sind bereits überall stationiert. Ein globaler Atomkrieg würde nicht nur uns vernichten, sondern die meisten Menschen auf allen Kontinenten. Diese Möglichkeit ist real und die Wahrscheinlichkeit dafür ist stark angestiegen.

Dass die Trends in den Abgrund nicht gestoppt werden, hat diverse Gründe, die jeweils durch eine Gruppe von unterschiedlichen Interessenten durchgedrückt werden.

Die Erderwärmung wird nicht gestoppt

Die Erderwärmung wird nicht gestoppt, weil das Interesse der Wirtschaft besteht, mit Einsatz von immer mehr Energie ein prozentuales Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Schon vor 50 Jahren haben Wissenschaftler des Club of Rome angekündigt, dass dieses prozentuale Wirtschaftswachstum zu einer exponentiellen Steigerung führt und die Möglichkeiten auf der Erde überfordert. Wirtschaft und Politik weichen der Erkenntnis dieser Tatsache aus.

Die sichtbaren Abfälle aus dem Konsumüberfluss werden in andere Länder exportiert oder auf dem Weg dorthin ins Meer gekippt. Im Meer taucht der Plastikmüll wieder auf, die Verseuchung ist offensichtlich, aber ein Urheber ist nicht mehr feststellbar. Das Problem verschwindet aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit.


Abfall der Energiegewinnung ist CO2

Ein unsichtbare Abfall der Energiegewinnung ist CO2, das zu Milliarden Tonnen in die Atmosphäre geblasen wird und sich nebenbei auch im Weltmeer auflöst. Das führt zu einem sogenannten Treibhauseffekt: Die Wärmestrahlung von der Erde in den Weltraum wird durch CO2 und Methan stärker zurück reflektiert. Dadurch erhöht sich die durchschnittliche Temperatur auf der Erde.
 
Die Auswirkungen werden überlagert von zufälligen Ereignissen: Von Luftbewegungen, Meeresströmungen, Wolkenbildung und Niederschlägen. Damit existiert keine eindeutige Kausalität mehr. Es besteht ein statistischer Zusammenhang in einem dynamischen System.
 
Solche Zusammenhänge können mit Computerprogrammen simuliert werden, man kann sie aber nicht sicher berechnen und man kann sie deshalb auch leugnen.
 
Genau so wurde der Zusammenhang zwischen Zigarettenrauch und Krebs Jahrzehnte lang geleugnet, im Interesse der Tabakindustrie.

Unverständnis für die Dynamik statistischer Prozesse

Im Fall des Klimawandels scheitert das konsequente Handeln am Unverständnis für die Dynamik statistischer Prozesse. Dieses Unverständnis ist verständlich, es ist quasi der Normalfall. Das kann aber nicht der Maßstab für eine Regierung sein, nicht zu handeln.
 
Politiker sollten nicht die Sichtweise der Unwissenden übernehmen, sondern auf einsichtige Menschen und Wissenschaftler hören, selbst dann, wenn die Unwissenden in der Mehrheit sind.

Die gewinnbringende Rüstungsindustrie und der Drang nach Energiequellen heizt die Interessen der Industrieländer an, sich gegen die Länder zu wenden, die Vorräte an Öl, Erdgas und anderen Rohstoffen haben. Diese Länder werden militärisch bedroht, bedrängt, sanktioniert und angegriffen, zum Beispiel: Libyen, Irak, Iran und auf lange Sicht auch Russland. Das ist ein Spiel mit dem Feuer.

Massenmedien propagieren die Interessen der Geldgeber

Die Gegenbewegung gegen all diese Trends ist schwach. Unsere Massenmedien propagieren die Interessen der Geldgeber, der Regierungen und der politischen Parteien, sie stehen nicht auf der Seite der friedlich gesinnten Bevölkerung.
 
Vor fünfzig Jahren war das ganz anders. Es gelang der Jugendbewegung, noch ohne Internet und ohne digitale Kommunikation, den Vietnamkrieg der amerikanischen Regierung zu stoppen. Der Wandel im Bewusstsein kam über starke kulturelle Einflüsse, durch Musik, Mode und Kunst. Der Untergang wurde hinaus geschoben.

Die Massenmedien vertreten nicht die Interessen der Medienbenutzer. Genau so vertreten die Repräsentanten in der Politik nicht die Interessen ihrer Wähler gegenüber der Wirtschaft, sondern sie sorgen für einen sogenannten Interessenausgleich. Dabei dominieren die stärksten finanziellen Interessen über die vernünftigsten Einsichten. Das ist Plutokratie in den Zeiten der Postdemokratie.
 
Auch hier sind die Medien als Diener der Macht beteiligt, indem sie den Schein von Demokratie aufrecht erhalten. Sie schaffen für das öffentliche Bewusstsein eine demokratische Kulisse. Das geschieht z.B., wenn im Fernsehen Wahlen als große Medienereignisse inszeniert werden. Zu jeder Wahl gibt es umfangreiche Analysen, Interviews, Tortendiagramme und Hypothesen von Wählerwanderungen und Rätselraten über den Wählerwillen. Wenn die Aufmerksamkeit des Publikums nachgelassen hat, geht es in der Politik so weiter wie vor der Wahl. Es läuft, wie die Mächtigen in der Finanzwelt, der Wirtschaft und der Politik es unter sich ausgemacht haben.

Wahlen verändern nicht die Richtung der Politik

Wahlen verändern nicht die Richtung der Politik.Wahlen verändern auch nicht das tatsächliche Machtgefälle: Oben die Finanzwelt, darunter die reale Wirtschaft, darunter die Berufspolitiker und ihre Parteien, darunter die Staatsdiener, die Polizei und das Militär und ganz unten das gemeine Volk.
 
Zu diesem Volk ohne Macht gehören dummerweise auch fast alle Wissenschaftler und Kritiker, welche die Fehler des Systems erkennen und ein Driften in den Abgrund verhindern wollen. Die Wissenden und die Einsichtigen aber kommen nicht zu Wort.

Wären wenigstens die Medien auf der Seite der Kritik, wo sie eigentlich hin gehören, dann könnte der Trend sich wenden, aber fast alle Journalisten schwimmen im Mainstream, weil sie glauben, sonst ihre Privilegien zu verlieren.
 
Dieser Glaube, dass man durch Veränderung verlieren wird, ist die Hauptursache dafür, dass sich nirgendwo etwas bewegt. Nirgendwo werden die Trends in den Überfluss, in die Überhitzung, in die Verseuchung und in die Rüstung gebremst oder umgedreht.

Das Schwimmen im Mainstream ändert nichts

Der Glaube, dass jede Veränderung eine Verschlechterung bewirkt, ist aber ein Zeichen dafür, dass es bereits abwärts geht. Das Schwimmen im Mainstream ändert nichts. Es verleiht nur ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Das ist die Sicherheit, so wie die meisten anderen zu sein und sich selbst nicht ändern zu müssen.

Es müsste etwas Neues geschehen, obwohl dem überall riesige Hindernisse im Weg stehen. Diese Hindernisse scheinen übermächtig zu sein, aber es ist trotzdem erhellend und gesund, über Veränderungen nachzudenken und davon zu reden.

Polarisation bedeutet Aufspaltung

Was die Entwicklung behindert, ist die gewaltige Polarisation der Gesellschaft. Polarisation bedeutet Aufspaltung in zwei gegensätzliche Pole. An erster Stelle ist das die Aufspaltung in Arm und Reich, die sich immer weiter zuspitzt, weil die Politik nichts gegen die Umverteilung von unten nach oben unternimmt.
 
Polarisation bedeutet auch die Aufsplittung der Menschen in global bewegliche, die sich an jedem beliebigen Punkt der Erde treffen können, und auf der anderen Seite Milliarden Menschen, die lokal verwurzelt sind und z.B. die Erde bewirtschaften oder Häuser, Straßen und Flugplätze bauen. Die einen jetten über die anderen hinweg und das Kerosin das sie dabei verbrauchen, ist nicht einmal mit einer Steuer belegt.
 
Polarisation existiert auch in den Medien. Die Polarisation der Gesellschaft wird von den Medien verstärkt. In den Medien bedeutet Polarisation die Aufspaltung der Menschen in welche, die Medienpräsenz haben und solche, die unbekannt bleiben. So ist der Begriff des Prominenten oder Promis entstanden. Ein Promi ist jemand, der im Fernsehen erscheint, egal aus welchem Grund. Alle anderen sind unsichtbar.

Repräsentanz normaler Menschen

Dem Fernsehen mangelt es völlig an der Repräsentanz normaler Menschen, sie kommen in Spielfilmen vor, zum Beispiel als Polizei, dann werden sie aber von prominenten Schauspielern dargestellt.
 
Für alle, die nicht zum Kreis der Promis gehören, gilt: So wenig wie möglich Fernsehen. Das stärkt unser Selbstbewusstsein, weil es nicht ständig von Überfiguren bedrängt wird, und es schützt vor der täglichen Meinungsmanipulation.

Polarisation der Gesellschaft bedeutet generell eine starke Differenzierung zwischen oben und unten. Das ist unsozial. Man kann zwar nicht alle Menschen gleich machen, aber man kann verhindern, dass diejenigen, die oben sind, immer weiter nach oben driften und diejenigen, die unten im Staub und im Schlamm und im Dunkeln agieren, völlig unmündig bleiben und aus dem Bewusstsein verschwinden.
 
Zu diesen Unsichtbaren gehören aber nicht nur Kanalarbeiter, sondern auch die meisten Wissenschaftlerinnen, Ingenieure, Handwerker und Ärztinnen. Das sind all diejenigen, die nicht in der Öffentlichkeit über Probleme reden, sondern sie anpacken und lösen.


Egalität bedeutet Gleichberechtigung

Das Gegenteil von Polarisation ist Egalität, französisch egalité. Egalität ist angesagt. Egalität bedeutet Gleichberechtigung, nicht Gleichmacherei. Eine egalitäre Gesellschaft, ohne viel Oben und Unten, ist dynamisch, durchlässig und anpassungsfähig und sie reagiert schnell.
 
Egalität ermöglicht den Aufstieg ohne sich zu verbiegen und den Abstieg ohne Gesichtsverlust. Wir können das in den skandinavischen Ländern und in der Schweiz sehen. In der Schweiz gibt es keine Polit-Stars, obwohl die Schweiz politisch eins der besten Länder der Welt ist. Das liegt an der direkten Demokratie, die keine Politstars nötig hat. Die bekanntesten Stars der Schweiz sind alternative Systemkritiker wie Jean Ziegler und Daniele Ganser oder die deutsche Kulturmigrantin Sybille Berg.

Durch das Internet ist eine neue Form von Egalität entstanden. Der Grund dafür ist die Interaktivität. Jeder kann selber seine Gedanken öffentlich machen.
 
Gäbe es nicht diese Möglichkeit, dass jeder sich im Internet äußern kann, auch ohne Macht, auch ohne Geld und ohne eine Genehmigung, ohne diese Freiheit wäre nicht einmal dieser Text hier entstanden. Irgendwo wird er hochgeladen und dann gelesen oder gehört werden und wer ihn liest oder hört kann die Datei kopieren, weitergeben oder verlinken. Das ist revolutionär und bringt die Macht zum Wanken.

Das Internet ist kommerzialisiert

Wir müssen jedoch um diese Freiheit kämpfen. Das Internet ist kommerzialisiert, es wird von Internet-Riesen beherrscht: Google, Facebook, Twitter usw. Und die staatliche Kontrolle nimmt zu. Die Mächtigen der Welt sind aufgewacht und werden nicht ruhen, bis sie das Internet genau so unter Kontrolle haben wie die klassischen Medien oder wie die katholische Kirche im Mittelalter die Texte der Bibel und die Moral der Gläubigen.
 
Wer das Netz versteht, gehört zu denen, die es beherrschen. Es ist so ähnlich wie mit der Sprache: Wer eine Sprache versteht, kann sie beherrschen. Auch die Sprache ist weder Privateigentum noch unter Kontrolle der Macht.

Neue Möglichkeiten für das Geldsystem

Dieser Gedanke öffnet auch neue Möglichkeiten für das Geldsystem. Geld ist auf die Akzeptanz aller Menschen angewiesen, genau wie der Markt auf alle angewiesen ist, die handeln und etwas kaufen. Dazu gehören alle Konsumenten. Sie können den Konsum nämlich auch verweigern, z.B. den Konsum von Fleisch, von Wegwerfartikeln und Kerosin.

Das Geld hat im Dollar schon lange keine materielle Basis mehr, niemand garantiert einen Umtausch in Gold. Geld ist darauf angewiesen, dass alle es akzeptieren und dafür arbeiten oder Waren für Geld verkaufen. Sobald das verweigert wird, gewinnt man eine Kontrolle über das Geld. Es beginnt damit, dass bestimmte Dinge als unverkäuflich gelten: Die Luft, das Wasser, das Meer. Und wer die Qualität von Luft, Wasser und Umwelt versaut, muss belangt werden.

Gegen die Übermacht der Finanzwelt

Eine Maßnahme gegen die Übermacht der Finanzwelt ist auch, den Kauf von Waren einzuschränken. Einige Länder erlauben keinen Landbesitz für Leute, die nicht im Lande leben. Das reduziert die Bodenspekulation und Spekulation auf dem Wohnungsmarkt. Arbeiter können sich weigern, nur für Geld allein zu arbeiten, sie können Mitsprache verlangen. Das begrenzt die Macht der Finanzwelt.

Die Verfassung könnte es den Regierungen verbieten, im Namen der Bürger Schulden zu machen und so die Lasten auf kommende Regierungen und kommende Generationen zu verschieben. Dadurch entfallen auch Zinsen, die ein Geschenk an die Banken sind.

Am Anfang aller Gegenmaßnahmen gegen die Macht des Geldes steht die Erkenntnis, dass Geld nicht den Reichen, nicht den Banken und nicht einmal den Staaten allein gehört, sondern der Allgemeinheit, die es akzeptieren muss. Ohne die Akzeptanz aller, ist Geld nichts wert.
 
Diese Erkenntnis, dass Geld und seine Akzeptanz nicht von oben kommen, sondern ein Allgemeingut sind, das ist der Ansatz für eine Demokratisierung des Geldsystems.

Fast all die Trends, die abwärts führen, werden vom Geld ausgelöst oder für Geld in Kauf genommen. Wer sich dem aus Einsicht widersetzt, vergrößert die Chance für einen Aufstieg.
  Rob Kenius, 20. Juli 2919

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