html> Soziale Quellen-Steuer

Soziale Quellensteuer für eine
NeoSoziale Wirtschaft

Mit ein paar mathematisch korrekten, aber einfachen Überlegungen zum Steuerrecht, ergibt sich ein System der Sozialen Quellensteuern mit erstaunlichen Eigenschaften:
  • Sozialabgaben werden halbiert
  • Produktionsverlagerung ins Ausland wird weniger lukrativ
  • Billig-Importe werden belastet
  • Besteuerung von Internetanbietern ist weltweit möglich
  • Roboter und Maschinen leisten einen Beitrag zum Sozialetat
  • Scheinselbständigkeit wird definitiv sinnlos

  • Das Ergebnis ist eine NeoSoziale Wirtschaft

Viele reden auch von Sozialer Gerechtigkeit. Sie meinen damit in der Regel Geldverteilung an berechtigte Empfänger. Man streitet sich um Ausgaben für Bildung, Polizei, Kitaplätze, Straßen und Rüstung; die Asymetrie bei der Erhebung von Steuern wird nicht beseitigt. Und ein Heer von Steuerberatern, Spezialanwälten und internationalen Kanzleien arbeitet intensiv daren, die Steuereinnahmen der Staaten herunter zu pfuschen.
 
Simple Lösungen gibt es nicht, gegen systematische Veränderungen hört man aber schnell: Nur nichts verkomplizieren! Das bestehende System ist kompliziert genug, so dass keiner mehr durchblickt. Dieses Argument wird hier genauer untersucht.

Wer heute Steuern noch kassieren will, muss auch die Einnahmen besteuern, nicht nur die "Einkommen" (nach der Steuererklärung). Solche Steuern nennt man Quellensteuern.
 
Es wäre möglich, durch ein zweigliedriges System an sozialen Quellensteuern bzw. Abgaben, den Sozialstaat von der Geldquelle aus satt zu finanzieren und gleichzeitig die freie Wirtschaft, die menschliche Leistung und die soziale Verantwortung in ein angemessenes Verhältnis zu setzen. Gerechtigkeit, die sich in Zahlen ausdrückt.

Der Versuch, durch Umverteilung und ständiges Erhöhen der Ausgaben Soziale Gerechtigkeit herzustellen, wird ewig scheitern, wenn nicht die Ungerechtigkeiten auf der Seite der Staatseinnahmen beseitigt werden.

Die herkömmlichen Sozialabgaben

Der Begriff Soziale Quellensteuer ist neu, obwohl es längst eine Soziale Quellensteuer gibt, die für die Mehrheit der Beschäftigten auch gezahlt wird, nur der Begriff ist nicht gebräuchlich. Es handelt sich um die obligatorischen Sozialabgaben. Diese Abgaben sind ein merkwürdiges Konstrukt. In Deutschland werden sie bekanntlich etwa zur Hälfte von Arbeitnehmern und zur Hälfte von Arbeitgebern erhoben.
 
Das ist ein Täuschungsmanöver.
 
Es soll über die enorme Höhe der Abgaben hinweg täuschen. Die Beschäftigten können glauben, die Abgaben seien nur halb so hoch. Sie täuschen sich darüber, wie teuer die Beschäftigung von Menschen im Rahmen normaler Arbeitsverhältnisse ist. Die Unternehmen müssen beide Anteile erwirtschaften und auszahlen. Genau das macht die Beschäftigung von Menschen in der Wirtschaft oft unrentabel, so dass versucht wird, mit riesigen Investitionen die Produktion ohne Menschen zu betreiben. Absurder Gedanke, aber profitabel.
 
Ein anderer Täuschungsversuch besteht darin, dass man nicht das Unwort Steuer verwendet, sondern das Wort Abgabe, was sich schwächer anhört, obwohl diese Abgabe härter ist als jede direkte Steuer. Sie wird vom monatlichen Einkommen direkt abgezweigt, ohne Steuererklärung, und sie ist zweckgebunden, exklusiv für die Sozial- und Krankenkassen.

Eine Quellensteuer

Eine Steuer, die noch vor der Steuer-Erklärung direkt vom Einkommen abgezweigt wird, nennt man Quellensteuer; denn sie wird an der Quelle des Geldes erhoben. Die Sozialabgaben sind also eine an soziale Zwecke gebundene Quellensteuer, man könnte sagen, eine Soziale Quellensteuer; doch diesen Begriff verwenden wir für etwas anderes. Wir bleiben bei der Bezeichnung Sozialabgaben. Worauf werden sie erhoben?
 
Sozialabgaben werden auf (die meisten) Löhne und Gehälter für menschliche Arbeitsleistung erhoben. Das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird so an der Quelle, bei der Auszahlung, mit einer prozentualen Last in der Größenordnung 2 mal 40% belegt, im Prinzip ist das eine enorm hohe Quellensteuer.
 
Diese hohe Besteuerung von Beschäftigungsverhältnissen ergibt sich aus dem Postulat, dass alle Sozialen Leistungen des Staates nur aus dieser Quelle finanziert werden sollen. Das Ergebnis ist eine Wirtschaft, die normale Beschäftigungsverhältnisse wie die Pest meidet.

Gerecht kassieren ohne Privilegien

Parteien, Regierungen und Parlamente richten ihr Augenmerk bisher fast nur nur auf Höhe und Verteilung der Gelder.
 
Hier geht es darum, wie und wo und von wem eine Abgabe für die Sozialleistungen des Staates erhoben wird.

Am bestehenden Verfahren gibt es krasse Mängel. Die Täuschung, die in der Halbierung liegt, wurde schon erwähnt. Besteuert wird das reguläre Arbeits- oder Dienstverhältnis. Kein Wunder, dass sogenannte Unternehmensberater dazu raten, reguläre Arbeits- oder Dienstverhältnisse so schnell und so viel wie möglich zu kündigen.
 
Besonders merkwürdig ist die Obergrenze, oberhalb der keine Krankenversicherung mehr zu zahlen ist und der Versicherungsbeitrag prozentual geringer wird. Das hängt wohl damit zusammen, dass diejenigen, die Gesetze machen, sich oberhalb dieser Grenze bewegen. Weitere Ausnahmen gibt es an der Untergrenze, z.B. bei den 400-Euro-Jobs.

Sozial-Phobie und Flucht

Das Konstrukt der Sozialabgaben verleitet die Wirtschaft dazu, normale Arbeits- und Dienstverhältnisse zu kündigen, um Zahlungen in die Sozialkassen einzusparen, und zwar durch Subunternehmer, Scheinselbständigkeit, Werksverträge, Verlagerung in Billiglohnländer und vor allen Dingen, indem menschliche Arbeit durch Maschinen, Computerprogramme und Industrieroboter ersetzt wird.
 
Politiker haben den Trend bisher unterstützt, sie förderten durch entsprechende Rahmenbedingungen die Gier der Wirtschaft nach höheren Gewinnen. Jetzt zeigt sich, dass diese Entwicklung nur in eine Richtung und völlig aus dem Ruder läuft:
 
Einkommen im normalen Bereich stagnieren, die Gewinne und Einkommen oberhalb des Bereichs der vollen Sozialabgaben haben sich vervielfacht. Es ist höchste Zeit, das unausgeglichene System der Gewinnverteilung zu resozialisieren.

Soziale Selbstgerechtigkeit:
Je mehr einer verdient
desto gerechter findet er das.

Für diesen Spruch besteht kein Anspruch auf Urheberrecht.

 

Das muss sich ändern!

Leistung muss sich für alle lohnen, die an der Leistung der Wirtschaft beteiligt sind und nicht nur für diejenigen, die an der Gewinnabschöpfung und Gewinnverteilung beteiligt sind. Dazu dient das Konzept einer Sozialen Quellensteuer auf alle Einkünfte.
 
Die Soziale Quellensteuer soll im Endergebnis nicht die Einnahmen der Sozialkassen erhöhen, sondern sie auf alle Beteiligten verteilen, um die Erlöse der Wirtschaft und die menschliche Leistung in ein realistisches Verhältnis zu setzen.


 
Dazu brauchen wir zwei Komponenten. Für die eine wollen wir die Bezeichnung Sozialabgaben beibehalten, die andere soll Soziale Quellensteuer heißen, wohl wissend, dass Sozialabgaben auch eine Soziale Quellensteuer sind.

2 Komponenten gekoppelt

Die erste Komponente ist wie das bestehende System: Sozialabgaben, jetzt aber auf alle Einkünfte aus Arbeit und Beschäftigung, ohne Obergrenze: auf alle Löhne, Gehälter, Bonus-Zahlungen, Honorare, Provisionen. Die prozentualen Anteile an den Einkommen fallen dann automatisch deutlich niedriger aus wegen der breiteren Grundlage und wegen der folgenden, zweiten Komponente.
 
Die zweite Komponente ist eine Soziale Quellensteuer auf alle Einnahmen (nicht Einkünfte, nach Steuererklärung!) mit einem niedrigen Erhebungs-Satz.
 
Weiter unten in den Rechenbeispielen wird dieser Satz mit 6,5% angesetzt. Diese Quellensteuer gilt für alle Verkaufserlöse, Mieten, Leasing-Gebühren, Gebühren für Dienstleistungen, Gebühren für Strom, Wasser, Gas, Telekommunikation, sogar auf Spenden an Vereine und Organisationen, einfach auf alles, was Geld kostet, außer Zahlungen direkt an den Staat.
 
Die Soziale Quellensteuer von Firmen, Einzelunternehmern und Organisationen ist monatlich fällig. Bei ausländischen Firmen wird sie aus den Zahlungen auf die entsprechenden Konten ermittelt und im Ernstfall bei Auslandsüberweisungen eingezogen, falls Zweifel daran bestehen, dass die Empfänger im Ausland die Quellensteuer korrekt entrichten.

Ein raffinierter Rechentrick

Beide Formen der sozialen Besteuerung fließen in den Sozialetat und sind durch Verrechnung aneinander gekoppelt.
 
Von der monatlich zu zahlenden Sozialen Quellensteuer wird zunächst der Betrag abgezogen der als Vorsteuer durch den Einkauf von Waren und externe Dienstleistungen bereits fällig wurde. Das funktioniert so wie bei der Mehrwertsteuer und kann im Buchungsverfahren mit den gleichen Ausgangsdaten wie MWSt berechnet werden. Weiter unten gibt es Zahlenbeispiele.
 
Dann aber kommt der entscheidende Schritt, der zur direkten Kopplung an das Sozialsystem und zur Neubewertung der menschlichen Arbeit führt:
 
Die Summe der geleisteten Sozialabgaben wird von der prozentual zu zahlenden Sozialen Quellensteuer abgezogen.
 
Die Soziale Quellensteuer soll dabei so hoch sein, dass sie im Normalfall die Sozialabgaben übersteigt, auch bei Firmen, die fast nur Arbeitsleistung verkaufen. Erstattet werden soll nichts.

Der erste Effekt dieser Maßnahme ist der, dass die Sozialabgaben insgesamt um das Aufkommen der Sozialen Quellensteuer gesenkt werden können. Das ist ein enormer Effekt. Sie sollten in Kombination mit der Verbreiterung der Erhebungs-Basis der Sozialabgaben als erste Komponente, die vorher schon diskutiert wurde, etwa auf die Hälfte fallen. (Die endgültigen Zahlen sind von Steuerexperten durch ein Computermodell abzuschätzen und können nach den Erfahrungen modifiziert werden.) Zahlenbeispiele.
 
Das System aus Sozialabgaben und Sozialer Quellensteuer hat einen deutlichen Effekt auf die Wirtschaftlichkeit von menschlicher Arbeit. Der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben vermindert die Soziale Quellensteuer der Unternehmen im günstigsten Fall bis in die Nähe von Null.
 
Begünstigt werden Firmen, die zahlreiche normal Beschäftigte haben und diese gut bezahlen. Umgekehrt werden solche Unternehmen zur Kasse gebeten, die billig importieren, Arbeit ins Ausland verlagern, Niedriglöhne zahlen oder ihre Betriebe so einrichten, dass nur Maschinen und Roboter Arbeit leisten.

Mensch und Maschine

Der jetzige Stand der Entwicklung zeigt, dass es sinnvoll ist, wenn Industrieroboter nicht nur Gewinn für Unternehmen erwirtschaften, sondern auch zum Sozialstaat beitragen. Umgekehrt ausgedrückt:
Es darf nicht rentabel sein, eine Maschine deshalb anzuschaffen, weil sie keine Sozialabgaben zahlt, das heißt, weil sie den Vorteil hat, kein Mensch zu sein, der ein soziales Umfeld beansprucht. Die jetzige Konstruktion des Steuer- und Sozialrechts begünstigt Maschinen, Computer und Roboter gegenüber Menschen. Das muss sich ändern.

Vieles wird sich ändern

Die Soziale Quellensteuer beinhaltet automatisch eine Sozialversicherung für Selbständige; auch, wer niemanden beschäftigt, zahlt Soziale Quellensteuer auf seine Einnahmen und soll dadurch mit seiner Familie sozialversichert sein. Siehe Zahlenbeispiele! Hier müsste zusätzlich ein Eigenanteil aus dem Einkommen (nach Steuererklärung) beigesteuert werden, entsprechend dem Arbeitgeberanteil bei den Sozialabgaben.
 
Das Problem der Scheinselbständigen entfällt, es macht keinen Sinn mehr. Was gegenüber einem reguläten Arbeitsverhältnis an Sozialabgaben eingespart wird, wird durch die unvermeidbare Soziale Quellensteuer wieder aufgefangen.
 
Die Verlagerung von Arbeit in Billiglohnländer ist nicht mehr so rentabel wie bisher.
 
Versand-Firmen, die hierzulande viel kassieren, ihre Geschäfte offiziell von einer Steueroase aus lenken und ihr Logistik-Personal vor Ort in den Mindestlohn drücken, die oder ihre Subunternehmer werden deutlich zur Kasse gebeten; denn sie können nur wenig Sozialabgaben von der Sozialen Quellensteuer abziehen.
 
Auch Dienstleister, die über das Internet Gewinne erzielen und im Ausland residieren, beteiligen sich dann durch die Soziale Quellensteuer am Sozialsystem. Deshalb ist es eine Quellensteuer, damit Steuer- und Sozialflucht internationaler Konzerne nicht mehr möglich ist.

Integrierte Wirtschaft

Der normale Mittelstand, der anders als Großkonzerne, mit gut bezahlten Fachkräften und einheimischen Hilfskräften agiert, steht wieder besser da.
 
Alle sozialbeitrag-pflichtig Beschäftigten haben deutlich mehr Geld in der Tasche, sie müssen aber etwas mehr für Billigtextilien, Paketzustellung und das Telefonieren ausgeben. Wir müssen zugeben, dass wahrscheinlich auch der Kraftstoff teurer wird. Wenn wir uns aber die SUV-Fahrzeuge und das Fahrverhalten auf Straßen und Autobahnen anschauen, scheint es, dass für die gut Verdienenden und rasant Fahrenden, das Benzin noch zu billig ist.
 
Sollte man das Modell in Frankreich, Italien, Spanien anwenden, könnte man dort und überall sonst die Arbeitslosigkeit mit der Sozialen Quellensteuer bekämpfen. Menschen werden rentabel gegenüber Maschinen, Robotern und Billigimporten.
 
Zu den Zahlenbeispielen

Weitere Effekte zur Steuergerechtigkeit lassen sich mit einem System der gestaffelten Mehrwertsteuer erzielen.

  Rob Kenius       
  Neue Fassung: 11.04.2017

Klick auf die Grafik


zur Übersicht über weitere Steuermodelle


Zahlenbeispiele:
Berechnung und Verrechnung
der Sozialen Quellensteuer SQ

Das Modell der Sozialen Quellensteuer hat mehrere Variablen als Parameter für den Ausgleich der Interessen. An erster Stelle der Prozentsatz der Quellensteuer auf alle Einnahmen. Sie wird in den folgenden Beispielen mit 6.5% angesetzt.
Der Erhebungs-Satz für den Arbeitgeberanteil des Sozialbeitrags wird sich reduzieren und wird hier vorsichtig mit 25% angenommen, das ist deutlich weniger als der jetzige Satz von mehr als 40%.
 
Für eine korrekte Besteuerung von Einnahmen muss die Reihenfolge der prozentualen Berechnungen von Sozialer Quellensteuer und Mehrwertsteuer festgelegt sein. (Ähnlich wie bei Benzinsteuer und Mehrwertsteuer; die MWSt wird zuletzt, also auch von der hohen Benzinsteuer erhoben.) Hier nehmen wir ohne Begründung an, dass die Soziale Quellensteuer in Höhe von 6.5% vom Bruttobetrag (inc. MWSt) berechnet wird.

1. Beispiel: Einmannbetrieb, z.B.
selbständiger Teppichverleger

Alle Zahlen, bezogen auf einen Monat,
gerundet auf ganze Euro.

Erlös   6,5%   VK  enth.SQ  Rest SQ
10.000   650  4000     244      406

VK = Vorkosten (Material, Miete etc.)
SQ = Soziale Quellensteuer monatlich
enth.SQ = in Vorkosten enthaltene SQ
Rest SQ = monatlich zu zahlende SQ
Der Selbständige zahlt 406 Euro an SQ. Er ist damit aber sozialversichert! (Er sopllte noch einen Eigenanteil draufzahlen, analog zum Arbeitnehmer-Anteil, was hier nicht diskutiert wird.)
 
Das Beispiel zeigt, dass mit Einführung einer SQ das Problem Scheinselbständigkeit sich von selber löst. Wenn er ausschließlich für eine Firma arbeitet, fällt die gleiche SQ an, möglicherweise noch etwas mehr, weil dann seine Vorkosten geringer sind.
 
Stellt er eine Hilfskraft zum Mindestlohn ein und steigert dabei seinen Erlös um 30%, dann sieht die Rechnung so aus:

Erlös   6,5%   VK  enth.SQ  SozAb 25%  Rest SQ
13.000   845  5200     317        325      203

SozAb = Sozialabgaben (Arbeitgeberanteil)
nach Einführung der SQ reduziert auf 25%
Der Kleinunternehmer zahlt für seine Hilfskraft 317 Euro an Sozialabgaben (jetzt 25%) und seine monatliche SQ hat sich dadurch auf 203 Euro halbiert. Beide Personen sind sozialversichert. Der Anreiz, jemanden einzustellen, ist deutlich größer als im bestehenden System.

2. Beispiel: Einzelhandel Fachgeschäft;
selbständiger Inhaber und 4 Angestellte

Wenn alle 4 Angestellten 2000 Euro verdienen,
ergibt sich bei Einnahme 100.000,- Folgendes:

Erlös   6,5%   VK  enth.SQ  SozAb 25%  Rest SQ
100000  6500  55000   3357       2000    1.143

VK Vorkosten (Wareneinkauf etc.) mit 55000 angesetzt
Es scheint ein gutgehendes Fachgeschäft zu sein. Der Inhaber zahlt 1.143 Euro SQ und ist mit seiner Familie sozialversichert. Der Beitrag ist ziemlich hoch, weil die Angestellten wenig verdienen. Werden die Mitarbeiter mit 2.300 Euro besser bezahlt, sieht die Rechnung so aus:

Erlös   6,5%   VK  enth.SQ  SozAb 25%  Rest SQ
100000  6500  55000   3357       2300      843

Die SQ für den Geschäftsinhaber reduziert sich!

3. Beispiel: Ramschladen mit 4 Niedriglöhnern
und Geschäftsführerin in einer Ladenkette

4 Angestellte arbeiten zum Mindestlohn 1300 Euro.
Filialleiterin verdient 2100; alle zusammen 7300.
Der Laden habe den gleichen Umsatz wie das Fach-
geschäft, aber weniger Vorkosten (Billigimporte!).

Erlös   6,5%   VK  enth.SQ  SozAb 25%  Rest SQ
100000  6500  35000   2136       1825    2.539
Der Ramschladen zahlt bei gleichen Einnahmen mit der gleichen Zahl an Mitarbeitern fast 1700 Euro mehr SQ als ein Fachgeschäft, das seine Angestellten vernünftig bezahlt und solide Waren anbietet. Eine voll beabsichtigte Benachteiligung dieses Geschäftsmodells! Umgekehrt ist es eine willkommene Unterstützung für den gesunden Mittelstand; wobei auch der Geschäftsinhaber durch die SQ sozial abgesichert ist.

Das Modell und seine Schlussfolgerungen

Der Prozentsatz für die Soziale Quellensteuer ist in diesen Beispielen mit 6,5% eine freie Annahme, ebenso der Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben von 25%. Die Werte sind nicht unabhängig voneinander, weil die Summe von Sozialabgaben und Quellensteuer aller Unternehmen dem Gesamtvolumen des Sozialstaates entsprechen muss. (Über dessen Größe und Verwendung wird hier nichts ausgesagt.) Mit den angenommenen Zahlen kommen wir zu plausiblen Ergebnissen, aus denen man den Trend ablesen kann.

Das Modell ist äußerst flexibel im Gegensatz zu dem seit Jahrzehnten erstarrten Schema, nach dem die Sozialabgaben berechnet und so oder so verteilt werden. Es ist ein Unding, dass viele Einkommen am Sozialstaat nicht beteiligt sind, obwohl alle, die hier leben, davon einen Nutzen haben. Sogar die Wiedervereinigung wurde mit Sozialabgaben finanziert!

Zu den Nutznießern des Sozalstaates ohne eigene Beteiligung gehören z.B. Hausbesitzer, denen die Kommunen die Miete für sozial Schwache zahlen und ebenso niedergelassene Ärzte, die dank der großzügigen Krankenkassen weit überdurchschnittlich gut verdienen, aber keine Sozialen Lasten tragen. Sie gelten trotzdem einfach so als soziale Wohltäter. Das ist so, als wenn Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst keine Steuern zahlen müssten.
 
Gesund ist das nicht!
Was sagen die Parteien im Wahlkampf dazu?

Neuer Leitsatz für Sozialpolitiker
und engagierte Demokraten:


Was ist zu kompliziert?
Die Vorschrift zur Berechnung einer Steuer
oder tausend Ausnahmen und Hintertüren?

Als die Mehrwertsteuer eingeführt wurde, war sie deutlich komplizierter als die vorherige Umsatzsteuer. Zur Ermittlung des Mehrwertes konnte die Vorsteuer, (das ist die beim Waren-Einkauf und beim Bezahlen von Rechnungen schon enthaltene MWSt) abgezogen werden. Trotzdem war die MWSt ein Fortschritt und ein Erfolg, insbesondere für Händler, die ihre Ware ohne besonders großen Aufschlag weiterreichen.
 
ALDI machte damals, als die Angst im Volk vor der MWSt groß war, Werbung mit folgendem Spruch:
Die Mehrwertsteuer kommt und ALDI senkt die Preise. Das war logisch; denn man wusste, dass für einen besonders preisgünstigen Anbieter die MWSt geringer ausfallen würde als die Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer besteuerte den Umsatz und wurde auch dann fällig, wenn jemand eine Ware ohne Gewinn weiterverkaufte. Dass hemmte natürlich die Wirtschaft und daher war die Mehrwertsteuer für den Einzelhandel und Großhandel ein Fortschritt.
 
Für Gaststätten und Restaurants war es umgekehrt: Dort arbeitet man wegen der hohen Nebenkosten (Raummiete, Heizung, Beleuchtung, Musik etc.) und wegen der vielen Dienstleistungen (Kochen, Servieren, Toiletten, Reinigen etc.) mit einer Verdienstspanne von mehreren hundert Prozent und musste die Mehrwertsteuer überwiegend auf die Preise draufschlagen.
 
Ergebnis: Ein Glas Bier in einer Kneipe wurde teurer und Flaschenbier im Laden wurde billiger. Mit jeder Erhöhung der Mehrwertsteuer wurde dieser Unterschied krasser. An diesem Beispiel kann man deutlich sehen, wie das Steuersystem in die soziale Struktur eingreift.
 
Dass die Mehrwertsteuer komplizierter zu berechnen ist, fällt heute kaum noch ins Gewicht, weil solche Berechnungen für ein Computerprogramm ein minimaler Aufwand sind. Genau so wird es bei der Sozialen Quellensteuer sein. Da wird die Vorsteuer abgezogen und die gezahlten Sozialabgaben. Sind die Daten erst einmal vorschriftsmäßig eingegeben, ist die Berechung eine sehr einfache Computerleistung. Die Berechnung der Sozialen Quellensteuer ist zwar im Prinzip komplizierter als die der Mehrwertsteuer, beinhaltet aber keinen zusätzlichen Aufwand.
 
Was das bestehende System so kompliziert macht, ist die Berechnung der Einkommensteuer, die sogenannte Gewinnermittlung. Von dem tatsächlichen Einkommen oder den Einnahmen können hunderte Posten abgezogen oder auch nicht abgezogen werden und diese Abzüge können vom Finanzamt überprüft werden oder auch nicht.
 
Da gibt es viel zu erklären und zu täuschen, falsch oder geschickt zu Verbuchen, abzuschreiben, zu verbergen und in manchen Ländern auch zu bestechen. Ein Heer von Steuerberatern und Steueranwälten im In- und Ausland lebt von diesen Vorschriften, also von den undurchsichtigen Nebenbedingungen, mit denen Politiker sich nie befassen. Es sei denn sie verkomplizieren die Lage durch zusätzliche Subventionen und Begünstigungen ihrer Klientel unter dem Einfluss von Lobbyisten.
 
Das Prinzip der Gewinnermittlung begünstigt internationale Konzerne, also Firmen, die Betriebszweige und Abteilungen als einzelne juristische Personen in unterschiedlichen Ländern agieren lassen. Sie betreiben damit sogenannte Steuerflucht.
 
Dabei nutzen Konzerne für sich aus, dass sie global aufgestellt sind, mit allen Mitteln der Kommunikation und Geld-Transaktion, während jeder Staat erst einmal nur auf sein Territorium beschränkt bleibt. Globalisierung ist also zunächst im Interesse der internationalen Konzerne. Wie diese globalisierte Steuerflucht genauer funktioniert, wird hier erklärt.
 
Eine simple Vereinfachung kann sehr viel bewirken: Beispiel: Lizenzgebühren können vom Gewinn abgezogen werden. Mit diesem Trick verschieben hunderttausende Firmen in aller Welt Gewinne nach Delaware, weil in diesem winzigen Bundesstaat der USA Lizenzeinnahmen steuerfrei sind.
 
Indem man sagt, Lizenzgebühren gehören zum Gewinn und sind steuerlich nicht absetzbar, wird dieser Steuertrick vereitelt.
 
Es gibt dafür eine sehr gute Begründung: Wenn ich ein Geschäft unter Lizenz mache, muss es so rentabel und die Gebühr so angemessen sein, dass ich sie von meinem versteuerten Gewinn abzweigen kann. Ist dies nicht der Fall, ist es entweder kein gutes Geschäft, oder der Lizenzgeber ist ein Halsabschneider oder es ist ein Steuertrick. Ein Steuerschlupfloch wird durch Vereinfachung gestopft!
 
Auf dem Gebiet der Gewinnermittlung zur Steuererklärung gibt es Vieles zu vereinfachen, damit Transparenz und Gerechtigkeit eintreten. Die Soziale Quellensteuer und auch die Umsatz-Quellensteuer haben damit nichts zu tun. Sie umgehen nämlich das Dickicht der Bestimmungen und sorgen dafür, dass der Staat und seine Bürger von den Global Players das bekommen, was ihnen zusteht.
 
Die Quellensteuern sind von den Bestimmungen im Einkommensteuerrecht unabhängig und umgekehrt. Vereinfachungen sind in jedem Fall angebracht.