Grüße aus Griechenland

Europa zum Anfassen

Europa ist vielseitig und kompliziert, es hat so viel zu bieten! Die Bevormundung durch die USA brauchen wir nicht. Im Gegenteil, wir müssen uns von der Dominanz (genannt "Freundschaft") befreien.

                                           
  Grüße aus Griechenland
Es gibt in Europa nicht nur viele Menschen, die Rüstung, Nato und Krieg bejahen, es gibt auch eine starke Tendenz, sich den USA mental, kulturell und politisch unterzuordnen. Fast scheint es so, als wenn viele davon träumen, im 51. Bundesstaat der USA aufzuwachen. Ich gebe offen zu, dass ich nicht zu diesen Träumern gehöre. Mit fünfzehn oder sechzehn Jahren glaubte ich auch, dass die USA das Land der Zukunft sind, inzwischen habe ich das alte Europa liebgewonnen.

Städte wie Amsterdam in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Spanien, ein wenig Italien, dann London, nicht so sehr Großbritannien, aber Irland, Dänemark, Schweden, Finnland... Europa ist der komplizierteste Erdteil auf dem Globus und ich mag das. Die vielen Sprachen, die unterschiedlichen Menschen, immer finden wir noch Plätze, an denen nur wenige deutsche und englische Touristen sind. Auch Deutschland ist nicht ohne Reiz und erst recht die Schweiz und Österreich, Respekt!

Kürzlich sind wir von einem acht-Wochen-Trip, mit dem Camping-Wagen, durch viele Staaten und Kurven des Balkan zurückgekommen: Erst durch ganz Österreich, dann Baden in Kroatien, Bier trinken in Montenegro, Essen und Wein in Griechenland, in die kalten Flüsse springen, in Albanien, in Bosnien, mit ihren sympathischen Moslems und der freundlichen Polizei.
Grüße aus Kroatien

Aber USA? Nichts zieht mich da noch hin. Damals habe ich Jack Kerouac gelesen on the road auf deutsch und auf englisch, ich finde das reicht.

Doch während ich das Land so langsam vergessen hatte, sind mir die USA mit ihren Errungenschaften und ihrer Expansion auf die Pelle gerückt. Sie kamen mit all ihren Parolen, Narrativen, Behauptungen und viel Geld im Gepäck nach Europa: Das Finanzsystem, die Rüstungsindustrie, Überwachung, Expansion der Nato, Feindschaft zu Russland. Dominant ist dabei immer noch die unermessliche und unersättliche Finanzpolitik der USA.

Vor wenigen Jahren war die Europäische Zentralbank schon zu einer Null-Zins-Lösung gekommen. Wenn Geld in diesem riesigen Überfluss in der Finanzwelt zur Verfügung steht, ist es falsch, auch noch Zinsen zu nehmen oder zu zahlen. Dann hat 2022 die US-Notenbank FED wieder Zinsen eingeführt. Warum? Ganz einfach, weil die FED nicht dem Staat, sondern einigen Großbanken gehört, hinter denen super-reiche Familien stecken, die auf ihr leistungsloses Grundeinkommen nicht verzichten wollen.

Die Nation der Schuldenmacher zahlt Zinsen an ihre reichste Oberschicht. Das soll in den USA meinetwegen so sein, sonst gibt es wahrscheinlich Ärger. Aber das ist deren System, wo die FED in den letzten Jahren immer einen Kredit gewährt, der ziemlich genau den Militär-Etat deckt.

Unsere EZB hat sich der letzten Zinserhöhung der FED leider angepasst.

Sie ist aber nicht in Privatbesitz und sollte die Interessen der dem Euro angeschlossen Staaten vertreten und das System der Zinsen auf unermessliches Geld endlich auslaufen lassen. Es macht keinen Sinn mehr, weil schon lange, überall viel zu viel und nicht zu wenig Geld da ist.

Eine bessere Methode für die Finanzierung der Wirtschaft, besser als das Schuldenmachen, wäre Teilhabe am Erfolg und am Misserfolg: Statt den Geldgebern einen festen Zinssatz und Rückzahlung der Einlage zu garantieren, würden sie prozentual, der Einlage entsprechend, am Gewinn beteiligt. Das kann kompliziert werden, aber bei den heutigen Methoden der digitalen Berechnung ist es zu bewältigen, nur die Rahmenbedingungen müssen klar und fair festgelegt werden.

Durch Zinsen wird Wirtschaftswachstum vorgetäuscht. Wenn eine Firma 3% Zinsen auf laufende Kredite zahlt und 5% Wachstum erzielt, dann gehen 3% dieses Wachstums an die Finanzeigentümer, das tatsächliche Wachstum von 2% wird dann auch noch durch schleichende Inflation kompensiert. Für die erwähnte Firma und die Allgemeinheit ist also gar kein Plus vorhanden, nur für die Kreditgeber. Wirtschafts­wachstum enthält immer Zinsen, die an die Großgeldbesitzer fließen, deshalb wird es auch so unerbittlich gefordert.

Viele Jahre hatte der Euro den eindeutigen Vorteil, dass der Euro nicht der Dollar ist. Das haben auch die Öl-Lieferanten anerkannt. Wenn aber die EZB in Person ihrer Präsidentin Christine Lagarde die Politik der FED einfach übernimmt und die Zinsen erhöht, wird der Dollar als Leitwährung bis auf Weiteres bestätigt. Das Ergebnis ist: Der Euro ist im Wert wieder unter den Dollar gefallen.

So ist es, wenn Europa sich von den USA nicht im eigenen Interesse distanziert.

Es wird deutlich, dass die USA direkt in die EU und in die Länder Europas hinein regieren. Das hat seinen Grund in einer Peinlichkeit, die gerne verschwiegen wird. Doch die Regierungen der USA nutzen es längst für sich aus, weil sie über alles bestens informiert sind, auch über das, was nur am privaten Handy zwischen Politikerinnen und Politikern in Europa geflüstert wird.

Das peinlich verborgene Geheimnis der europäischen Verträge ist: Die Europäische Union ist wegen ihrer Struktur fast immer beschlussunfähig. Das hängt vor allem mit dem sogenannten Ministerrat zusammen, der in wichtigen Fällen einstimmig entscheiden muss. Das ist aus statistischen Gründen, aber quasi unmöglich. Auch qualifizierte Mehrheiten sind kaum zu bekommen und können von Gruppen kleiner Staaten leicht blockiert werden. Ganz grob kann man sich folgende Faustformel merken:

In der EU ist es 1000 mal leichter,
einen Beschluss zu verhindern,
als einen herbei zu führen.


Wir alle sehen jeden Tag das Ergebnis. Europa leistet keinen Widerstand gegen den Willen der USA. Die Expansion der Nato, ohne kommunistische Bedrohung, ist nur ein Beispiel der Dominanz falschen Denkens aus falschen Köpfen. Man hat sich in Washington noch dreißig Jahre lang gegen den Teufel des Kommunismus gerüstet, als er schon tot war. Das ist ein Teufel, an den die USA immer noch glauben, obwohl sie ihn nie gesehen haben.

Wir hier in Europa wissen, dass es diesen Teufel nicht mehr gibt, und doch lassen die meisten sich den falschen Glauben aufzwingen.

Selbst ein Präsident der USA kann die Rüstungsmaschine nicht stoppen, wie uns der Friedensnobelpreisträger Obama gezeigt hat. Wir in Europa aber können das, wir haben siebzig Jahre lang in Frieden gelebt, ohne weitere Versuche, wie Napoleon und Hitler, den Osten zu erobern. Diesen Rüstungswahn, gegen Osten gerichtet, brauchen wir nicht, er nutzt nur den Hirngespinsten einiger US-Strategen und der amerikanischen Rüstungsindustrie.

Die USA haben die besten Psychologen, die besten Psychiater, die besten Werbeagenturen, die meisten Geheimdienste, die weitestgehende Überwachung, die Drohnen mit der größten Reichweite, sie haben ein global präsentes Militär, die meisten Flugzeugträger, Raketen, Panzer und Soldaten in Waffen, aber sie haben kein Angebot für ein besseres Leben und eine bessere Zukunft. Wenn sie es hätten, wo ist das Ergebnis in den Ländern die sie kürzlich erobert haben: Irak, Libyen, Afghanistan?

Sind die USA selbst vielleicht der bessere Lebensraum? Wohl kaum. Keine allgemeine Krankenversorgung, kein staatliches oder stattliches Rentensystem, kein allgemeiner Zugang zur optimalen Hochschulbildung, nur private Medien, aber materieller Überfluss in einer polarisierten Gesellschaft. Die reichste Oberschicht und die meisten Gefängnisinsassen. Die meisten Morde und Amokläufe und die meisten Waffen in Privatbesitz.

Wäre John Lennon nicht in die USA ausgewandert, würde er vielleicht noch leben.

America first / Text, Grafik und Rap

Was können uns US-Amerikaner über das Zusammenleben und den Frieden hier, in einem dicht besiedelten, nach Osten offenen, Europa erzählen? Nichts. Rüsten? Raketen aufstellen? Immer näher rücken, bis die Spannung am Gegenpol einen Knall erzeugt? Kurzschluss? Geistesblitz? Gehirnknall? Reflex? Wo bleibt da die hochentwickelte Psychologie?

Die Massenpsychologie der Propaganda­abteilung in Washington ist, wie sehr vieles in den USA, völlig überdimensioniert. Man kann die Gedanken von Milliarden Menschen über Facebook und andere Medien registrieren, auswerten, manipulieren und gleich schalten, aber nur, so lange sie an den Geräten bleiben. Wenn sie Fernsehen, IPhone, Rundfunk, Handy, Computer, Tablet und Telefon abschalten, sind sie wieder bei sich selbst. Willkommen in der Weltgemeinschaft.

Einige fangen dann an zu meditieren, andere baden am Strand, viele legen sich schlafen, manche beginnen sogar Gespräche mit räumlich anwesenden Partnerinnen und Partnern. Es entstehen nicht nur sexuelle Beziehungen, sondern auch Liebe.

Ungesteuerte Emotionen zwischen Menschen in vielen Sprachen, die von Gedanken, Blicken und Bewegungen ausgehen und die sich in die Tiefe fortsetzen. Es gibt ein lebendiges Medium, das zwischen Menschen und sogar Tieren und Pflanzen schwingt oder vibriert, webt und träumt. Ohne Technik, auch ohne Sprache, ohne Lüge und Befehle andere zu töten, was ja niemand will.

Der Friede kann hier und jetzt in Europa und in uns allen jederzeit beginnen.
Dies ist ein Abschnitt aus dem Buch:


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