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Anleitung zum Aufstieg
Ein kurzer Vortrag über alles:

Es spricht der Autor Rob Kenius
Das muss man gehört haben.



X mal Freies Denken
Bewusstseins-Erweiterung
gegen Realitätsverlust



    Seitenübersicht, blaue Links zu den Texten

  1. Jugend in Deutschland schaltet die Gehirn-App ein
  2. Parlamentarisches Regieren, ein Schritt vorwärts zur Demokratie
  3. Solarenergie + Meerwasser = Sahara-Grün
  4. Das Gespenst des Kapitalismus vertreiben
  5. Lava, Erdriss und Bauernprotest. Gegen den Trend zum Irrationalen.
  6. Der abstrakte Gott der Juden, Christen und Moslems
  7. Sünden der Evolution
  8. Amerikas Finanzfeudalismus im Abstieg
  9. Alles anders, als Politikerinnen und Politiker denken
  10. Zwei Zahlen, welche Macht bedeuten und die Realität als Feind
  11. Kein Kinderspiel: Stein, Schere und Papier
  12. Medien im Mainstream der Meinung
  13. Von Viren über Evolution lernen
  14. Freiheit der Lüge - Lüge der Freiheit mit einer Erinnerung an das größte Festival aller Zeiten
  15. Die Infektion mit künstlicher Demenz
  16. Der Kampf gegen Viren und Windmühlen
  17. Was bedeutet Realitätsverlust?
  18. Warum schweigen die Lämmer?
  19. Das Absurde im Geldsystem
  20. Corona-Korrelation. Die Wahrheit in Zahlen
  21. Wer bestimmt, was politische Wirklichkeit ist?
  22. Alle Ohnmacht geht vom Volke aus, muss aber nicht.
  23. Ein Festival der Jugend, Isle of Wight 1970
  24. Sprechende Puppen in Watte verpackt
  25. Facebook-Algorithmen fördern sinnlose Klicks
  26. Hass kommt aus den Strukturen im Netz
  27. Diskrepanz zwischen Sprache und Realität
  28. Sprache tötet Menschen
  29. Die Realität und Angela Merkel
  30. Die Realität und Robert Habeck
  31. Sieben Gründe, die Armee abzuschaffen
  32. Was wir brauchen, was wir nicht brauchen
  33. Galileo Galilei, Sieg über Religion und Philosophie
  34. Eine Schlussfolgerung, die nie gemacht wurde. Das Durchnittsalter der Corona-Toten lag immer oberhalb der statistischen Lebenserwartung. Was folgt daraus?


Jugend in Deutschland schaltet die Gehirn-App ein, aber die Trendstudie wird als Rechtsruck dargestellt

  Dieser Artikel ist am 27.04.2024 auch auf
Krass&Konkret im Overton-Magazin erschienen

Wie Fakten manipuliert werden, lässt sich deutlich an der Studie Jugend in Deutschland 2024 von Simon Schnetzer und den nachfolgenden Medienberichten nachlesen.

Das generelle Ergebnis war: Die Jugend ist unzufrieden, an erster Stelle mit ihrer finanziellen Lage. In relativen Zahlen hat sich die Zufriedenheit mit der finanziellen Lage von 2022 bis 2024 stark verringert.

Geben wir der für das Jahr 2021 bis Mai 2022 angegebenen Zufriedenheit den Faktor 6, dann betrug im nächsten Jahr nur noch ein Drittel, Faktor 2 und reduzierte sich für 2023 bis zur Erhebung 2024 noch einmal auf die Hälfte, Faktor 1.

Umgekehrt ausgedrückt, die Zufriedenheit der jungen Leute mit ihrer finanziellen Lage hat sich in drei Jahren auf ein Sechstel reduziert. Das ist die krasseste Aussage dieser Studie, die auf Befragung von gut 2.000 Personen basiert, welche man mit dem Ziel, einen Querschnitt der Bevölkerung darzustellen, ausgewählt hat.

Das Ergebnis ist bei nur 2000 Befragten nicht sehr genau, sondern mit einem hohen wahrscheinlichen Fehler behaftet. Trotzdem ist die Aussage über die finanzielle Zufriedenheit wegen ihrer besonderen Deutlichkeit ernst zu nehmen.

Weniger ernst zu nehmen ist die in allen Medien verbreitete Meldung von einem Rechtsruck. Die Bildzeitung titelte: Deutsche Jugend rückt nach rechts (oder so ähnlich). "Das hätten die gerne", könnte man kommentieren. Der Rechtsruck, der in allen Schlagzeilen behauptet wird, basiert wahrscheinlich auf einer Agenturmeldung, die sich zielgerecht ein Nebenergebnis der Studie im Sinne der Öffentlich-Rechtlichen Meinung herausgepickt hat. Es wurde nämlich auch nach Wahlpräferenzen gefragt.

Bei der Frage nach den Parteien sind die Werte für die Ampel-Parteien in den Keller gerutscht, was niemanden verwundert. Und die Werte für die lautstarke Opposition AfD sind gestiegen, auf ähnliche Werte wie fast überall. Die Zahlen der Studie Jugend in Deutschland sind nur krass, wenn man sie mit den Bundestagswahlen von 2021 vergleicht, wo die jungen Leute, laut Umfragen, überwiegend für die Grünen und die FDP gestimmt hatten.

Das ist kein Rechtsruck, sondern die Jugend ist sauer auf die Regierung, weil sie gemerkt hat, wie sie verschaukelt wird.

Wer muss die immensen Schulden von Kanzler Olaf Scholz bezahlen?

Es trifft im Prinzip alle, aber je jünger man ist, um so mehr. Wer 80 ist, zahlt vielleicht noch 10 Jahre, wer 20 ist zahlt 70 Jahre für die Scholz-Schulden, also sein gesamtes Erwerbsleben und weiter im Rentenalter. Das ist eine sehr einfache Rechnung, die jeder mit dem Gehirn bewältigen kann, auch Smartphone-Süchtige können das.

Und wer auf die Ampel-Parteien sauer ist, der tendiert nicht zur CDU, weil deren Programm sich in allen wesentlichen Punkten (Finanzen, Rüstung, Nato, Waffenlieferungen) nicht wahrnehmbar von dem der Regierung unterscheidet. Die AfD dagegen bezieht in vielen Punkten Gegenpositionen, weil sie populistische Fundamentalopposition betreibt, und weiß, dass sie so schnell doch nicht ans Regieren kommt.

Mit vielen oppositionellen Positionen, die ja zum großen Teil richtig sind, kann man leicht Stimmen gewinnen und so lange die Regierung auf ihren Fehlern beharrt, macht sie es der AfD leicht.

Ein riesiger Anlass zur Unzufriedenheit ist schon lange die Umverteilung von unten nach oben, die immer weiter betrieben wird. Der Mechanismus dieser Finanzverschiebungen ist schwer zu durchschauen. Alice Weidel durchschaut das System wahrscheinlich, aber die AfD geht nicht in Opposition dazu, im Gegenteil, sie steht stramm auf der Seite des Neoliberalismus.

Die prekäre finanzielle Lage aber kann niemand, weder Herr Scholz noch Herr Merz, jetzt noch ändern, weil man die dreistelligen Milliardenbeträge, die bereits in Corona-Maßnahmen, Rüstung und Ukraine geflossen sind, nicht zurückholen kann. Das Geld ist futsch, es ist verbrannt, aber die Schulden und Zinsen müssen Jahrzehnte lang abgezahlt werden.

Der Rechtsruck ist nur ein Phantom, auch und gerade dann, wenn dagegen demonstriert wird. Wenn Regierende der Ampel da mitmachen, demonstrieren sie gegen sich selbst.

Die Ampel-Regierung in Berlin agiert extrem weit rechts (im ursprünglichen Sinne): Rüstung, Feindbilder im Osten, Verordnungen statt Gesetze, Missachtung der Verfassung, Polizeieinsätze, Behinderung und Bestrafung von Oppositionellen und Meinungsmache ohne Ende.

Beispiele für all das findet man, sobald man nur Nachrichten liest oder den Bildschirm einschaltet. Auch die allgemeine Wehrpflicht wird wieder diskutiert. Damit kann man die Jugend nicht gewinnen. Pistorius und Strack-Zimmermann reden so, als wollten sie einen Putsch vorbereiten. Wer da noch rechter sein will, als die Regierung in Berlin, wie zum Beispiel Björn Höcke, muss radikale, nationalistische Sprüche klopfen.

Das Wort Rechtsruck ist also ein gezieltes Falschwort, um vom Kern der falschen Politik abzulenken. Aus irgendwelchen Gründen fallen fast alle Entscheidungen zu Gunsten der USA, die uns finanziell sehr, sehr teuer zu stehen kommen. Rüstung ohne Ende, Waffenlieferungen ohne Bezahlung, steigende Preise für Gas, Strom und Öl.

Und um neben dem hohen Rüstungs-Etat den Staat noch zu finanzieren und die Leute einigermaßen bei Laune zu halten, gibt es Schulden über Schulden und keinen Zugriff auf die Einkommen und Vermögen der Großgeldbesitzer. Es gibt keine finanzielle Gerechtigkeit, was die Voraussetzung für die viel geforderte soziale Gerechtigkeit wäre. Alles geschieht nach dem Muster USA und es trifft zunächst uns alle, aber am meisten die Jugend, es trifft sogar deren ungeborene Kinder.

Wenn man noch genauer hinschaut, trifft es nur die, die mehr an den Staat zahlen müssen, als sie vom Staat ausgezahlt bekommen, das sind die Nettozahler. Es trifft nicht die Regierenden selbst, es trifft nicht das Parlament, das überwiegend aus dem Öffentlichen Dienst hervorgeht. Es trifft den Mittelstand, Unternehmer, Selbständige, Handwerker, gut verdienende Arbeiter und Angestellte privater Firmen.

Es trifft auch Millionen Menschen, die so wenig verdienen, dass sie kaum Steuern zahlen, aber nicht genug vom Staat unterstützt werden können, weil kein Geld da ist. Die steigenden Mieten müssen alle zahlen und die Wohnung und das Bad heizen müssen sie auch. An der Geldverteilung zwischen oben und unten, wollen die Regierenden, aber auch CDU und die laut opponierende AfD nichts ändern.

Wenn es einen Rechtsruck gibt oder gab, dann ist er mit der Zeitenwende von Olaf Scholz synchron und die Jugend sitzt in der Schulden-Falle, sie wird mit jedem neuen Wumms nach Rechts geruckt. Das begann schon in der letzten großen Koalition von Angela Merkel, wo der Bankenfreund Scholz Finanzminister war. Er hat da einiges vergessen, wir nicht.

  
  27.04.2024




Parlamentarisches Regieren, ein Schritt vorwärts zur Demokratie

Es gibt eine starke Strömung in Richtung Obrigkeitsstaat, Kontrolle, Diktatur, Bevormundung, Medienzensur, Totalitarismus und sogar in den Krieg. Vieles davon findet Zustimmung der Bevölkerung, wobei man oft die Worte und Fakten verdreht und vom Kampf für Demokratie und von Werten redet.

Immer und überall kann aus der repräsentativen Demokratie eine Diktatur werden. Die Weichen sind bereits gestellt, Warnungen werden nicht gehört.
    Es fehlt nur noch ein Machtmensch, der die Stunde nutzt und alle Gewalt an sich reißt:
  • Partei
  • Militär
  • Finanzen
  • Medien
  • Verwaltung
  • Justiz
  • Polizei und
  • das Parlament
  • Es ist nicht nur schon oft geschehen, es geschieht bereits wieder.

Wer gegen diesen Strom schwimmt, wird zum Außenseiter. Aus dieser Position und aus der bestehenden Lage heraus gibt es trotzdem einen umgekehrten Weg:

  • Mehr Demokratie
  • weniger Regierungsmacht
  • mehr Diskussion
  • weniger Diktat
  • mehr Lebendigkeit
  • weniger Starrsinn
  • mehr Intelligenz
  • weniger Gehorsam
  • mehr Kreativität
  • weniger Zwang

Dieser Weg ist schmal und beschwerlich, aber er geht aufwärts, während der breite Strom immer weiter abwärts fließt.

Unsere Ampel in Berlin liefert ein Beispiel für den Trend zu diktatorischen Entscheidungen in einer Koalition mit wenig Volksnähe. Es hilft nicht, dass die Maßnahmen dann von den Medien auf allen Kanälen unterstützt werden. Die Wahlen sind noch demokratisch, doch danach gelten strikte Regeln, die den Parteispitzen das autoritäre Regieren leicht machen: Willkürliche Koalitionen, Fraktionszwang, Koalitionsverträge, Berücksichtigung von Interessen der stärksten Kräfte in Wirtschaft und Finanzen, meist der USA, und ein wenig marktgerechte Politik mit Meinungsumfragen. Auf diese Weise läuft die repräsentative Demokratie ins Aus. Aber wohin?

Um dieses System ohne große Utopie zu demokratisieren, soll hier ein Verfahren erörtert werden, das schon bald der einzige Ausweg aus immer komplizierteren Konstellationen sein könnte. Wenn keine regierungsfähige Koalition mehr möglich ist, kommt es zur Minderheitsregierung. Das ist ein Ansatzpunkt.

Es ist dann aber besser, gar keine Koalitionen zu bilden und das Parlament demokratisch abstimmen zu lassen. Wenn man diesen Gedanken weiter entwickelt, führt er zu deutlich mehr Demokratie, ausgehend vom Parlament, ein Verfahren, das ich Parlamentarisches Regieren nenne.

Was läuft falsch in den westlichen Demokratien?

Die repräsentative Parteiendemokratie ist unglaubwürdig geworden. Als Reaktion darauf gibt es ständig neue Parteien und Bewegungen, die sich gegen die "Altparteien" stark machen. In Deutschland wird dieser Trend durch die 5%-Hürde abgeschwächt. In den Niederlanden, ein Land das uns in der Entwicklung oft einen kleinen Schritt voraus ist, sehen wir eine extreme Aufspaltung des Parteienspektrums im Parlament, bis zuletzt eine Partei die Wahl gewann, die nur ein einziges Mitglied hat. (Dort kommt jede Partei ins Parlament, die genug Stimmen für ein Mandat zusammenbringt.)

Die Ursache für diese Entwicklung ist tiefe Unzufriedenheit der Wählerinnen und Wähler über die Art, wie Parteien mit Wahlergebnissen umgehen. Das Volk, man darf das Wort kaum noch benutzen, fühlt sich von den etablierten Parteien verraten, weil sie nicht verwirklichen, was sie vorher versprochen und vertreten haben.

Je mehr die ins Parlament Gewählten glauben, sich auf ihre Wählerinnen und Wähler verlassen zu können, um so mehr erlauben sich die Parteiführungen, von ihrer traditionellen Linie und ihren Wahlprogrammen abzuweichen. Das bekannte Beispiel ist in Deutschland die SPD, welche die soziale Demokratie schon vor mehr als 40 Jahren verraten hat. Auch die CDU, die vom breiten Mittelstand gewählt wird, hat den Mittelstand zu Gunsten der finanziellen Oberschicht im Stich gelassen.

Die Grünen, hervorgegangen aus einer Umwelt- und Friedensbewegung, operieren in der Regierung völlig losgelöst und machtgeil als Partei der Atlantiker und Kriegstreiber.

Dabei ist Krieg, so ganz nebenbei, die größte Umweltsünde, die ein Staat sich leisten kann. Wenn man so tut, als hätten Waffenlieferungen und finanzielle Unterstützung einer Kriegspartei nichts mit dem Tod auf den Schlachtfeldern und Zerstörung bombardierter Städten zu tun, dann ist das öffentlich zur Schau gestellte Dummheit.

Systemfehler und diktatorische Maßnahmen

Die Medien personalisieren jede Debatte, weil sie sprechende Köpfe zeigen wollen. Der Fehler liegt aber im System der Regierungsbildung und des Regierens nach den Wahlen. Das Parlament sollte ja das Volk repräsentieren, das als Souverän gilt. "Alle Gewalt geht vom Volk aus." Gegen die im Parlament repräsentierte Macht des Volkes haben Parteien, Parteiführungen und Regierende ein starkes Maßnahmenpaket aus selbst geschaffenen Spielregeln für den Umgang miteinander und im Parlament aufgestellt.

    Diese Regeln ermöglichen es den Parteigrößen, gleich nach der Wahl die Demokratie auszuhebeln und von oben herab diktatorisch zu regieren:
  • Fraktionszwang
  • Koalitionsbildung in geheimen Treffen
  • Koalitionsverträge
  • Die Ergebnisse werden dann im Parlament nur noch abgesegnet.

Und wehe, wenn das eine oder andere Parteimitglied dagegen stimmt! Bei der nächsten Wahl werden sie nicht mehr aufgestellt. Nur wenige direkt Gewählte Abgeordnete, können der Macht der Parteiführung trotzen. Es sind vielleicht sieben von siebenhundert.

Nach der Abstimmung über den Koalitionsvertrag verliert nicht nur das Volk, sondern auch das Parlament seine Macht an die Regierung, die sich dann selbstherrlich aufführen kann bis hin zur Selbstinszenierung, je dümmer, desto dreister.

Offene Demokratie statt geheime Kungelei

Es gibt eine einfache Methode ohne Verfassungsänderung, wie das Parlament die Kontrolle über Regierung und Parteigrößen zurückgewinnt, wenn es nicht zur Fraktionsdisziplin gezwungen wird, sondern nach bestem Wissen und Gewissen schnell und anonym über die Personen, Sachfragen und Gesetze entscheidet. Nach der Methode des Parlamentarischen Regierens soll das Parlament nicht mehr die Entscheidungen der Regierenden Koalition bestätigen, sondern über Parteien hinweg in geheimer Abstimmung Sach-, Personal- und Finanz-Entscheidungen treffen.

Es sind nur zwei Regeln abzuschaffen, welche die Parteien zu sehr ermächtigt haben: Fraktionszwang und Koalitionen, die aus geheimen Verhandlungen hervorgehen mit einem umfangreichen Koalitionsvertrag. Eine Regierung kann völlig ohne die Bildung von Koalitionen mit dem Parlament zusammen parlamentarisch Regieren. Parlamentarisches Regieren ist ähnlich dem, was man mit einem negativen Wort Minderheitsregierung nennt. Es soll aber keine Minderheit regieren, sondern immer die demokratische Mehrheit nach folgenden Regeln:

Die stärkste Partei stellt nach eigener Wahl Kanzlerin oder Kanzler. Sind zufällig zwei Parteien gleich stark, gibt es eine geheime Kampfabstimmung ohne Fraktionszwang. Dann werden weitere Personen für die Ressorts vorgeschlagen, die vom Parlament mit Mehrheit bestätigt werden oder auch nicht. Wird ein Vorschlag nicht bestätigt, kann die zweitstärkste Partei einen Vorschlag machen. Wird der auch abgelehnt, fällt die Entscheidung mit einfacher Mehrheit.

Es ist also gewährleistet, dass die Regierungsmitglieder eine Mehrheit hinter sich haben, die aber nicht durch Zwang der Fraktionen und durch eine Koalitionsvereinbarung zustande kommt, sondern durch demokratische Abstimmung. Durch dieses Verfahren werden die Fronten zwischen den Parteien entschärft.

Koalitionen soll es nicht mehr geben. Wenn es Absprachen gibt, ist das, wie der Lobbyismus, im Graubereich, aber durch die geheimen Abstimmungen wird die Wirkung von Absprachen erschwert. Und mit Digitaltechnik lassen sich schnelle Abstimmungen realisieren, auswerten und wiederholen.

So kommt Bewegung ins Parlament und es ist die Anwesenheit aller erforderlich.

Schließlich soll nach dem gleichen Muster über alle Gesetze im Parlament entschieden werden. Dazu muss benötigt man noch eine Geschäftsordnung, die möglichst transparent und unkompliziert sein soll.

Entscheidungen der Vernunft statt Parteiengezänk

Das Verfahren des parlamentarischen Regierens bietet großen Vorteile gegenüber dem bestehenden System, vor allem eins:

Es wird demokratisch über Dinge abgestimmt, die jetzt vernachlässigt werden, weil über die Parteien hinweg eine Mehrheit daran interessiert ist, sich bisher aber die Parteistrategen aus taktischen Gründen nicht einigen konnten oder wollten. Da gibt es großen Handlungsbedarf.

Alle Parteien wollen Umweltschutz, aber nur eine Partei entscheidet, was Umweltschutz ist. Alle Parteien wollen bessere Infrastruktur, aber keine wagt sich an Einzelprojekte wie den Schienenverkehr, weil im konkreten Fall die anderen Fraktionen alle Vorschläge ablehnen, zum Beispiel einfach, weil sie in der Opposition sind. Alle Parteien wollen mehr Bildung, aber wegen der verschiedenen Koalitionen in den Ländern wird es nichts, denn Bildung ist Ländersache.

Der immense Reformstau basiert zum großen Teil darauf, dass Dinge, die uns alle angehen, in der marktgerechten Parteiendemokratie nicht angepackt werden, weil es für die gerade Regierenden keinen Vorteil im Wettbewerb um Stimmen bringt.

Wen soll ich wählen, wenn ich für höhere Steuern auf Finanzgewinne bin? Jede Partei, außer der FDP könnte es vorschlagen, aber es kommt nicht zustande, weil die Einsichtigen im Parlament auf verschiedene Parteien (SPD, CDU, AfD und Linke) verteilt sind. Gemeinsame Interessen und das Wohl der Allgemeinheit gehen unter, weil einzelne Parteien aus Taktik etwas Verhindern, für das es im Parlament eine Mehrheit geben würde, wenn die Abstimmungen frei und geheim ohne Druck von oben wären. Der Parteienstreit verhindert Entscheidungen von Allgemeininteresse.

Parlamentarisches Regieren ohne Koalitionen und ohne Fraktionszwang fördert also das Interesse der Allgemeinheit, es ist die Zukunft der repräsentativen Demokratie. Es ist nach einigem Nachdenken auch mehrheitsfähig im Volk und im Parlament.

Gesucht sind Parteien, die so etwas nicht verhindern wollen, so dass Vernunft und Einsicht über Macht, Lobbyismus, Disziplin und Konformismus dominieren. Das wäre Parlamentarische Demokratie, so wie sie gemeint ist.

  
  15.04.2024


Solarenergie + Meerwasser = Sahara-Grün

Während Politiker und Politikerinnen sich mit sogenannten erneuerbaren Energien abmühen, die an erster Stelle der Wirtschaft und nur an zweiter Stelle dem Klima dienen, hat ein Team der Hochschule Trier vom Umwelt-Campus Birkenfeld unter Leitung von Peter Heck damit begonnen, Sonnenenergie zum Begrünen der Sahara einzusetzen.

Die Idee ist nicht nur naheliegend, sondern wohldurchdacht und bereits in der Mache.

Man geht dahin, wo die Wüste ans Meer stößt, baut Solarkollektoren auf und nutzt den Solarstrom, um Wasser aus dem Meer zu pumpen und dann das Wasser, ebenfalls mit Solarstrom, zu entsalzen. Trinkwasserqualität ist nicht erforderlich, man will Bäume bewässern, die in der nahen Wüste gepflanzt werden. Das allein ist schon ein Gewinn für Klima, Umwelt und den Planeten Erde. Jedes grüne Blatt nimmt Kohlenstoff von dem in der Luft vorhandenen CO2 auf und produziert mit der Sonnenstrahlung Biomasse plus Sauerstoff.

Dieses Verfahren ist so ziemlich die einzige und die Beste Methode, die Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre wieder zu reduzieren. Es gibt bereits eine kleine Testanlage und Peter Heck hat sich in Mauretanien den Zugriff auf 20 Quadratkilometer Land (etwa 14 km x 14 km) gesichert. Um die Fläche zu kultivieren ist einiges an Technik erforderlich: Sonnenkollektoren, Pumpen, Röhren und die Entsalzungsanlage. Das ist weitgehend durchdacht und bereits geplant.

Der Phantasie sind mit dieser Idee keine Grenzen gesetzt. Die Sahara ist riesengroß, auch Saudi-Arabien und die Emirate haben genügend Wüste, die bis ans Meer stößt, außerdem Geld in Hülle und Fülle. Schließlich muss man, auf längere Sicht, wenn sich ein wenig Humus gebildet hat, nicht nur völlig anspruchslose, an Trockenheit gewöhnte Stechpalmen pflanzen, man könnte zur Produktion von Nahrungsmitteln übergehen, also zuerst Kokosnüsse und Palmöl, dann vielleicht Sonnenblumen oder Kichererbsen anbauen. Wie gesagt, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wenn wir aber eine Nummer kleiner denken, dann könnte man auf der Mittelmeerinsel Kreta, die im Sommer fast völlig verdorrt, die Pflanzenwelt direkt mit Nutzpflanzen beleben. Felder sind noch da, es gibt sogar Wasserrohre aus Plastik. Doch der Klimawandel hat die Vegetation der Insel ziemlich herunter gebracht. Das ließe sich mit Solarenergie, Pumpen und Entsalzung umweltfreundlich beheben, denn Kreta hat 300 Sonnentage im Jahr, die fast ausschließlich für den Tourismus genutzt werden.

Als wir im Sommer 2021 dort zu Gast waren, kam mir eine ähnliche Idee wie die von Professor Heck, basierend auf Solarenergie. Das ist dargestellt in dem Aufsatz Mittelmeer und Kreta im Mittelpunkt der Energie. Und ich dachte gleich darüber nach, wie man es realisieren kann und was dem entgegen steht. Es ist, wie viele gute Ideen, ein Projekt, das reichlich Geld kostet und es nutzt nur der Insel, ihrer Landwirtschaft und den einheimischen Bauern, es ist nichts für die global agierenden Investoren, die mit viel Geld noch mehr Geld verdienen wollen.

Die Investoren investieren auf Kreta zur Zeit in den Tourismus. Die Insel wird zugebaut mit Wohanlagen und Ferienhäusern, einige sogar mit großen, offenen Swimmingpools, wo das wenige Wasser, das man hat, den Vermietern dieser Objekte am meisten Geld bringt, viel mehr, als wenn man Wasser auf die Felder pumpen würde, um Weinreben, Oliven- und Feigenbäume zu bewässern.

Die Idee von Professor Heck hat ebenso einen Haken und zwar einen gewaltigen.

Es ist selbstverständlich die Finanzierung, die eigentlich noch völlig in der Luft hängt, man bewässert ja keine Kulturlandschaft, wie es auf Kreta der Fall wäre, sondern die mauretanische Wüste und hat zuerst einzig und allein den positiven Effekt, CO2 aus der Luft zu reduzieren. Und es funktioniert erst dann so richtig, wenn die gepflanzten Bäume heran gewachsen sind. Das dauert Jahrzehnte.

Man braucht also einige Millionen die dort lokal eingesetzt werden und den Nutzen hätten alle, buchstäblich alle, auf dem Planeten, sogar viele Tiere und Pflanzen. Wer will das bezahlen? Das Land Mauretanien ist bettelarm und von der geplanten Bepflanzung mit Bäumen aus der Sahelzone kann es nicht reicher werden.

Leider hat Professor Heck für seine Finanzierung die falsche Idee hervorgeholt:

Er will CO2-Zertifikate an reiche Länder verkaufen, die auf diese Art ihre Klimabilanz mit Geld ausgleichen können. Das ist möglich, es ist sytemkonform, aber zur Rettung des Klimas liefert die Finanzierung mit CO2-Zertifikaten unterm Strich keinen Beitrag.

Nehmen wir Deutschland, dessen CO2-Bilanz noch im Argen liegt. Herr Habeck würde Zertifikate in Mauretanien kaufen, um seine CO2-Bilanz aufzuhübschen, damit Herr Lindner weiter mit seinem Porsche über die Autobahn rasen kann und Millionen andere Automobilisten und SUV-Besitzerinnen mit ihm.

Lieber Professor Heck,
denken sie noch einmal nach. Es ist leider so: Der CO2-Ausstoß ist so hoch, weil man mit der Energie aus Verbrennung in den fossilen Kraftwerken und mit der Beschleunigung des Verkehrs durch Millionen Verbrennungsmotoren so leicht Geld verdienen kann. Mit Energie aus der Verbrennung wird sehr viel Geld verdient. (Nur Geld mit Geld zu verdienen ist finanziell noch ergiebiger.) Deshalb kann man die Schäden, welche die Energiewirtschaft verursacht, nicht mit Geld beheben; denn wo kommt das Geld her, mit dem man die CO2-Zertifikate bezahlt?

Das Geld, welches die Zertifikate kosten, wird in den Geldgeber-Ländern mit der produzierenden Wirtschaft verdient, welche genau das CO2 hervorbringt, das die Bäume in Mauretanien wieder beseitigen sollen. Und das machen diese Bäume auch erst in zwanzig oder dreißig Jahren.

Nichts gegen die Grundidee, mit Solarenergie aus Kollektoren in der Wüste, die Wüste am Meer zu bewässern, sie ist völlig logisch und naheliegend und sollte sofort verwirklicht werden, aber die Finanzierung mit Zertifikaten ist ein Irrweg, ähnlich wie die meisten sogenannten erneuerbaren Energien. Die Finanzierung sauberer Energie kostet oft schmutziges Geld. Ähnlich ist es mit den Wärmepumpen. Der Betrieb kostet im Winter viel Strom, dessen Herkunft, milde gesagt, fragwürdig ist.

Für ein solches Großprojekt wie die Bewässerung der Wüste mit Solarstrom gibt es andere Wege der Finanzierung, die nicht so leicht kontraproduktiv werden wie Umweltzertifikate:

Man könnte erstens von professionellen Gutmenschen wie Bill Gates etwas bekommen und andere würden ihm vielleicht folgen: Elon Musk, Larry Finck mit Black Rock, Mark Zuckerberg und MacKenzie Scott, die geschiedene Frau von Jeff Bezos. Da sind Milliarden zu holen und die sechzehn als Startgeld vorgesehenen Millionen sind für Milliardärinnen dieses Schlags nur so viel wie die Erdnussflips auf einer billigen Party.

Wir haben aber noch einen besseren Vorschlag mit Doppelgewinn für die Umwelt: Eine globale Steuer auf Kerosin, gleich happig, nämlich 500 oder 1.000 Euro pro Tonne.

Eine globale Steuer für ein globales Projekt.
Alle haben einen Nutzen und alle, die genug Geld zum Fliegen haben, werden zur Kasse gebeten. Das wäre mal eine konkrete Idee für die Klima-Konferenz. Mal sehn, ob den Vielfliegerinnen auf der nächsten Konferenz etwas besseres für Klima und Umwelt einfällt.
  
  14.02.2024
  Bearbeitung 15.02.2024
  nach oben: X mal Freies Denken





Das Gespenst des Kapitalismus vertreiben

   Dieser kurze Essay ist am 03.02.2024 auch auf Krass&Konkret
  (Overton) erschienen und hat nach einer Woche 118 Kommentare.

Veränderungen im Finanzsystem und in der Wirtschaft, zu Gunsten der Allgemeinheit, werden nicht nur von denen behindert, die gegen solche Veränderungen sind, sondern auch von vielen, die grundsätzlich für mehr Egalität und weniger Ungleichheit eintreten.

Diese Verwirrung entsteht dadurch, dass die Befürworter von sozialer Gerechtigkeit und besserer Verteilung von Einkommen und Eigentum, die Missverhältnisse generell auf den Kapitalismus schieben, den man zuerst abschaffen müsse, ehe es wieder aufwärts geht. Mit dem Wort Kapitalismus richtet man sich aber auf ein sehr verschwommenes Ziel. Wer das ist, was das ist und wie dieser -ismus definiert wird, lässt sich nur anhand von dicken Büchern beantworten, von denen viele schon geschrieben sind und weitere werden folgen.

Schon Karl Marx hat es nicht geschafft, sein Werk über das Kapital zu Lebzeiten zu Ende zu führen.

Der Begriff Kapitalismus und die Vorstellung von Kapitalisten ist und bleibt vage, erst recht nach mehr als 150 Jahren. Heute sind die Begriffe Kapitalist und Kapitalismus aus der Zeit gefallen, sie behindern das Denken über die realen Verhältnisse in der Finanzwelt, in Wirtschaft und Politik. Wer Kapitalismus sagt, müsste gleich ein paar Bücher auf den Tisch legen, um zu erklären, was er meint, es sei denn er befindet sich in einem philosophischen Seminar.

Zum Glück ist die Situation wesentlich einfacher, als man sie mit dem Kapitalismus-Begriff darstellen kann:

Die Welt wird beherrscht vom großen Geld, das man präzise in Zahlen messen und beziffern kann, es sind Zahlen, deren Relationen jeder versteht. Die Gesetze des Geldes sind klarer und einfacher zu beschreiben und zu verstehen als die Motive der Unternehmer und Interessen der Proletarier oder die der Arbeiterschaft. Gewerkschaften haben das schon immer erkannt, sie fordern an erster Stelle mehr Geld, am besten sofort.

Die Gesetze des Geldes sind einfache Mathematik, allerdings heute, im 21. Jahrhundert, sind es Mengen, Zahlen und Techniken, welche die Vorstellungskraft von Menschen überfordern.

Geld ist in der Menge von hunderten Billionen vorhanden und bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus, bei Tag und Nacht.

Diese Aussage ist mathematisch und physikalisch sicher, sie lässt sich nicht widerlegen oder bestreiten.
Aber Karl Marx (1818 - 1883) hätte sich solche Fakten nicht einmal mit dem Einsatz von höchster Intelligenz vorstellen können.

Zahlen wie Milliarde und Billion sind unvorstellbar groß und die Lichtgeschwindigkeit, mit der Kontendaten und Zahlen durch Glasfaserkabel übertragen werden, übersteigt jede Vorstellung von realen Bewegungen.

Weil Geld heute, wie damals, gegen alle wirtschaftlichen Güter tauschbar ist und man genau wie vor 150 Jahren fast alles für Geld kaufen kann, ist es in der jetzt vorhandenen Menge und Beweglichkeit dominant geworden. Geld hat die Macht über Produktion und Konsum, über Arbeit und Vergnügen, über Wirtschaft und Politik.

Um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert sind alle anderen Mächte, außer dem Militär, schwächer als die Finanzmacht, das gilt leider auch für die Demokratie. Wer das ändern will, muss die Macht des Geldes in die Schranken weisen und bekämpfen, nicht den ungreifbaren Kapitalismus. Wer soziale Gerechtigkeit will, muss finanzielle Gerechtigkeit herstellen. Das ist konkret und machbar, durch Zahlen wie Mindestlohn zu erfassen.

Wer die Macht des Geldes brechen oder auch nur eindämmen will, muss zuerst die Gesetze der Finanzwelt verstehen. Diese Gesetze sind zwar mathematisch einfach, aber weit entfernt vom alltäglichen Denken, sie sind absurd und teilweise irrational.

Wir leben unter einem feudalistischen Finanzsystem, dessen Spielregeln älter sind als die Demokratie. Aber das System arbeitet mit Lichtgeschwindigkeit und mit Großcomputern, die jede Finanzbewegung in Millisekunden registrieren und statistisch auswerten. Geld ist schneller als jedes Material, schneller als jeder Transport, schneller als Politik und die reale Wirtschaft. Das große Geld ist heute so schnell wie die Gedanken der Akteure, die in Algorithmen programmiert sind. Das ist die Realität.

Der verschwommene Begriff des Kapitalismus ist ungeeignet, gezielt gegen die Finanzmacht zu agieren. Es kommt auf konkrete Zahlen und Prozentzahlen an, um die Umverteilung nach oben zu stoppen und viel mehr finanzielle Gerechtigkeit herzustellen. Es geht um Zahlen, die wir verändern können und verändern müssen. Das beginnt beim Mindestlohn, der schon in Bewegung ist. Dann zuerst eine viel höhere progressive Steuer auf Finanzgewinne. Die Pauschalbesteuerung mit 25% ist ein Unding, wenn man Milliardengewinne vor sich hat, da wären 75% schon eher angesagt.

Zinsen müssten in Anbetracht der Geldmenge bei Null liegen. Trotzdem sollte die Staatsverschuldung aufhören. Staatsschulden sind voll zu Gunsten der Geldbesitzer und zum Nachteil der Steuerzahler und der nächsten Generation. Staatsschulden sind ein Element der Umverteilung nach oben und ein Bückling der Regierung vor der feudalen Finanzmacht. Für Politikerinnen und Politiker sind Staatsschulden ein Freifahrschein, der ihnen nicht zusteht, weil sie nicht der Staat sind, sondern nur Delegierte der Wählerinnen und Wähler.

Der Gegner des Fortschritts ist heute nicht irgendein Kapitalismus, sondern unsere Regierung in Berlin, die sich der Finanzmacht beugt und die Umverteilung nach oben forciert, anstatt zum Wohle der Allgemeinheit Steuern zu erheben und das Geld des Staates sinnvoll auszugeben. Saftige Steuern für Großverdiener und Großgeldbesitzer sind die optimale Finanzquelle, besser als Schulden für die mittelständischen Steuerzahler.

So leicht, wie die Vertreter es sich mit den Schulden machen, ist der Kampf mit dem Finanzdrachen nicht. Man muss schon etwas raffinierter vorgehen, um Geld mit angemessenen Steuern aus der Hochfinanz heraus zu pressen, ohne es (plus Zinsen) zurückzuzahlen. Angemessen wäre zum Beispiel, dass der Staat bei jeder großen Erbschaft mit wenigstens 50% dabei ist. (Diese Erbschaft des Staates könnte in Raten auf zwanzig Jahre gestreckt werden.)

Die Erkenntnis, dass Staatsschulden falsch sind, ist zwar noch nicht populär, aber auch nicht neu. Vor Jahren hat man sich heraus geredet, mit der Devise: Schulden nur für Investitionen. Gemeint waren Investitionen in die Zukunft und in die Infrastruktur.

Aber, wenn Investitionen, dann die Frage, wo wird investiert? Jetzt sind es nie dagewesene Summen nur in Krieg und Rüstung. Alles andere, auch die Infrastruktur, leidet unter Geldknappheit. Das ist die schlechteste Investition, die man sich nur denken kann. Wir investieren in einen Krieg, an dem wir nicht beteiligt sind, und weiter in einen zukünftigen Krieg gegen Russland.

Das ist das gleiche Land, unser übernächstes Nachbarland, das wir vor gut 80 Jahren selbst überfallen haben, mit dem Ergebnis von 25 oder 27 Millionen toten Sowjetmenschen. Die Idee, dass Russland uns heute oder in naher Zukunft überfallen will, ist noch verrückter als ein dystopischer Scifi-Film. Diese Hysterie hat, auf deutscher Seite, den Geruch von Revanchismus unverbesserlicher Nazis, von denen man glaubte, dass sie seit 30 Jahren ausgestorben sind.


  
  31.01.2024, ergänzt 02.02.2024 
  nach oben: X mal Freies Denken


Eine genauere Erklärung darüber, wie das Finanzsystem funktioniert findet ihr hier:
Umverteilung durch Schulden. Dort wird auch erklärt, wie Geld gleichzetig mit Schulden entsteht und die Geldmenge immer größer geworden ist.




Lava, Erdriss und Bauernprotest.
Gegen den Trend zum Irrationalen.

  Dieser Artikel ist am 03.01.2024 auch auf apolut als Podkast erschienen.

Die Erderwärmung wird nicht aufgehalten. Kriege werden nicht verhindert, sondern angeheizt. Die Umverteilung nach oben wird nicht gestoppt, sie wird von den Regierenden gefördert. Deutschland ist Trendsetter und hat sich in der Zeitenwende auf den Weg zur Militärmacht begeben.

Das alles ist nach dem gesunden Menschenverstand und in den Augen der erdverbundenen Bauern aus der Landwirtschaft im höchsten Maße irrational, aber es läuft wie geschmiert. Der Trend in die Selbstzerstörung wird mit Geld, Energie und viel Propaganda in den Medien vorangetrieben.

Bei Umfragen gibt es knappe Mehrheiten und bei Wahlen siegen Populisten, die sich über die Folgen ihrer Parolen keine Gedanken machen. Die Ampelkoalition, dirigiert von Olaf Scholz, Habeck und Lindner ist längst nicht so harmlos und neutral wie eine Verkehrsampel, sie ist ein energischer Wegweiser, eine Richtungsanzeige, im Sinne der Trends, die in den Abgrund führen.

Olaf Scholz zeigt kein politisches Profil, dafür aber um so mehr Finanzaktivität, und das nicht erst seit er Kanzler ist. Seine Finanzpolitik ist systemkonform, aber das System der Hochfinanz ist im höchsten Maße instabil und schädlich für alle, die nicht davon profitieren. Es kann und darf mit der Finanzentwicklung so nicht weitergehen. Olaf Scholz aber beschleunigt den Trend.

Ein deutliches Symbol ist der Elb-Tower oder Scholz-Tower in Hamburg, der jetzt zur Bauruine zu werden droht. Das hängt damit zusammen, dass Herr Scholz die Finanzierung einem der windigsten Finanzakrobaten Europas, namentlich René Benko, überlassen hat. Wer sich mit solchen Leuten bindend einlässt, ist mit ziemlicher Sicherheit vom gleichen Schlag. Der Tower symbolisiert nicht die Stärke Hamburgs, sondern den Größenwahn der Finanzwelt und der Politik.

Herr Schulden-Scholz macht nicht nur Schulden am laufenden Band, er ist im Schuldenrausch und protzt auch gerne mit seinen Finanzaktionen im Stil der größten Milliardäre. Joe Biden ist bestimmt beeindruckt vom Milliarden-Wumms, denn für hundert Milliarden müsste er den Kongress oder die Notenbank fragen.

Scholz entscheidet über das Parlament hinweg. Das ist so ähnlich wie in der Drogenszene. Wer am meisten reinzieht, reindrückt und sich in den Kopf jagt, und wer am besten weiß, wie man an Stoff kommt, der ist unangefochten der King.

Olaf Scholz weiß, wie man das große Geld beschafft. Damit kann er die Genossinnen und Genossen in der SPD beeindrucken. Uns aber kann er damit nicht beeindrucken, denn wir wissen ebenfalls, wie Geld heute entsteht und es soll hier noch einmal kurz erklärt werden, so dass Grüne und Sozialdemokraten es auch verstehen und damit sie dem offiziellen Vertreter des Neoliberalismus, Herrn Lindner, Kontra geben können.

Geld wird durch Schulden generiert. Dazu gehören zwei Teilnehmerinnen am Deal: Eine Bank und jemand, der die Schulden übernimmt. Die Bank vergibt den Kredit dabei nicht aus ihrem vorhandenen Vermögen, sondern sie macht eine Gutschrift auf ein Konto, die nicht durch Rücklagen gedeckt sein muss. Damit wird die Geldmenge um den Betrag der Gutschrift erhöht. Das ist dann aber echtes Geld; die Summe steht zur freien Verfügung und ist von anderem Geld nicht zu unterscheiden.

So werden Geld- und Schuldenmenge mit dem Kredit gleichzeitig erhöht. Erhöhung der Geldmenge ist an erster Stelle ein Vorteil für die Finanzwelt; denn Geld ist ihr Betriebsstoff und zusätzlich fließen Zinsen in Richtung der Geldbesitzer. Außerdem wird durch Erhöhen der Geldmenge Inflation angereizt.

Bei dieser Verschuldung und Generierung von Buchgeld ist Sicherheit bedeutend. Denn das System bricht zusammen, sobald Unsicherheit im Kopf einer Zahl von Kontoinhabern entsteht und diese Leute Auszahlung ihrer Guthaben verlangen. Das führt direkt zur Bankenpleite, was sehr oft schon geschehen ist. (Pleitebanken werden, wenn sie groß genug sind, in Deutschland mit Steuermitteln gerettet.)

Nicht die Bank sichert also den Wert des neu erschaffenen Geldes, sondern die Schuldner. Ist der Kreditnehmer ein Herr Scholz, dann ist die Sicherheit maximal. Der Schuldner ist nicht die Regierung, die Schuld geschieht im Namen des Volkes und die Garantie übernehmen alle, die jetzt und vor allen Dingen in Zukunft, Steuern zahlen, also auch Kinder und Kindeskinder, die niemand gefragt hat. Die Regierung wechselt oft schnell, die Schuld bleibt bestehen, bis sie nach Jahrzehnten abgezahlt ist.

Für die Banken ist Herr Scholz der ideale Partner, er macht Schulden im Namen eines wirtschaftsstarken Landes. Das Geld wird neu geschaffen, die Geldmenge erhöht sich und ständig fließen Zinsen auf die Konten in der Finanzwelt. Verlierer sind nur die jetzigen und zukünftigen Steuerzahler.

Für Olaf Scholz und seine Regierung sind die Schulden ein bequemer Weg zu mehr Selbstebewusstsein und zum Prestigegewinn. Für das Land sind sie ein legaler Finanzbetrug. Betrug in sofern, als viele denken, die Ampel-Regierung tue ihnen was Gutes.

Deshalb gab es jetzt ein Stoppschild, ein Veto vom Bundesverfassungsgericht, denn die Verfassung verlangt, dass die Regierung sich zu Gunsten der Allgemeinheit verhält. Riesige Schulden für kostenlose Waffenlieferungen in Kriegsgebiete und für Hochrüstung sind nicht im Sinne des Grundgesetzes.

Schulden waren schon immer ein bequemer Weg zur militärischen Macht und an der Rüstung profitiert nicht nur die Finanzwelt, sondern auch die Rüstungs-Industrie und die Wirtschaft im allgemeinen. Militärische Macht wird von der Bevölkerung untertänigst akzeptiert, was nur logisch ist, denn wer weiß, wozu das Militär nicht alles eingesetzt werden kann. Der deutsche Versuch einer Revolution, die sogenannte Märzrevolution von 1848, wurde 1849 mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Ein Vulkanausbruch wie in Frankreich und ein Lavaausbruch wie in Island 2023, wurde verhindert.

Wenn es darum geht aufzurüsten, ziehen Finanzmacht, Regierung und Rüstungsindustrie an einem Strang. Die Medien liefern die ständige Propaganda, die dringend nötig ist, denn das normale Volk profitiert nicht von der Hochrüstung und erst recht nicht vom Krieg. Im Fall Deutschlands ist Rüstung besonders absurd, wir sind umgeben von zehn Nachbarstaaten, die meisten sind klein und keiner ist uns feindlich gesonnen.

Auf Rüstung folgen irgendwann Spannungen mit großen Nachbarn. Die sind für uns Frankreich und Polen. In Polen gibt es antideutsche Stimmungsmache und eine forcierte Hochrüstung. Man hat das Ziel das stärkste Militär in der EU aufzubauen. Ist das ein Grund mitzuziehen?

Es ist inzwischen selbstverständlich, dass Umweltschutz und Klima zurückgestuft werden. Weder die Finanzmacht noch die Rüstungsindustrie und erst recht nicht die Militärs sind daran interessiert. Es bleibt bei einer globalen Konferenz mit Absichtserklärungen und der Behauptung, dass nicht genug Geld für die Umwelt vorhanden sei.

Die Umwelt benötigt aber nicht Geld, sondern Schutz vor der Ausbeutung. Es gibt genug Ideen, das Klima und den Lebensraum zu retten, ohne dass es Geld kostet. Das effektivste Ziel wäre Einsparen von Energie. Aber das ist nicht im Interesse der Wirtschaft, denn Einsparen bedeutet Reduktion und Energie ist seit dreihundert Jahren das Treibmittel der Wirtschaft.

Weniger Energie bedeutet weniger Wachstum, also sucht man nicht Energie zu sparen, sondern Energie durch erneuerbare Energien zu ersetzen, koste es, was es wolle, Geld ist ja genug da und es kann mit Herrn Scholz durch Schulden ständig vermehrt werden.

Das wird krass und deutlich sichtbar beim Einsatz von Elektroenergie. Man kann natürlich mit Elektroantrieb Schienenfahrzeuge betreiben, die pro Energiemenge wesentlich mehr Menschen und Waren befördern als der Autoverkehr. Aber das ist nicht gewollt. Mit Automobilindustrie und Autoverkehr wird viel Geld verdient. Die Fahrzeuge wurden schwerer, schneller und teurer. Mehr Einsatz von Energie, mehr Geld in Bewegung. Der umweltfreundliche Schienenverkehr wird vernachlässigt.

Das SUV und das Superelektroauto Tesla sind der große Erfolg. Für Klima und Umwelt ist diese Entwicklung kontraproduktiv. Der Trend geht von einem richtigen Gedanken aus, wird aber umgebogen in die falsche Richtung. Würden alle Autos durch Tesla oder ähnliche Karossen ersetzt, wäre für Umwelt und Klima nichts, aber auch gar nichts gewonnen.

All diese falschen Trends sind nicht im Interesse der Menschen, sondern im Interesse einer Minderheit, die ganz oben ihre Sucht nach mehr Geld und Macht auslebt. Mehr Geld in der Hand, mehr Geschwindigkeit beim Überholen, mehr Bequemlichkeit im Sitz, mehr Einfluss, mehr Macht, mehr Rüstung, mehr Propaganda, mehr Bedeutung, mehr, mehr, mehr Größenwahn.

Dagegen bildet sich langsam eine Mehrheit in der Bevölkerung. Das wurde bei der großen Demo gegen die Corona-Maßnahmen schon deutlich, die Michael Ballweg organisiert hat. Seitdem ist bei jeder Demo mehr Polizei aufgeboten, als Demonstranten angemeldet sind, und Michael Ballweg hat neun Monate in Untersuchungshaft gesessen.

Die Bauern lassen sich von der Polizei nicht so leicht einschüchtern, auch nicht in Berlin, sie kommen mit ihren Traktoren und wenn die Polizei Wasserwerfer einsetzt, kommen sie möglicherweise mit Gülle. Keine Angst vor der Polizei! Die Polizei protestiert mit und ist ein Zeichen unserer Stärke.

Es gilt jetzt, den Trend mit demokratischen Mitteln zu stoppen, dazu gehört in jedem Fall Massenprotest, immer mehr und immer wieder, wie ein Ausbruch von Lava aus dem Erdinneren, der nicht aufzuhalten ist.

Die Milliarden, die dem Haushalt fehlen, sind bei Rüstung, Militär und Militärhilfe leicht einzusparen und wenn der Staat noch mehr Geld für gute Zwecke braucht, sollte er es sich da holen, wo es in Überfluss vorhanden ist.

Transaktionssteuer, progressive Steuern auf Finanzgewinne, Vermögensabgabe durch Beteiligung an Erbschaften. (Erbschaftsteuer ist ein Falschwort.) Das Geld kommt nicht vom Acker, es wächst nicht aus der Erde, es wird von der feudalen Finanzwelt generiert und dort auch akkumuliert und da ist es durch Steuern und Vermögensabgaben abzuernten, ohne Zinsen und ohne Rückzahlung.

Der Scholzomat muss gestoppt werden, wie der Scholz-Tower in Hamburg zum Stillstand gekommen ist, weil Schulden die Zukunft verkaufen und die Übermacht der Finanzwelt weiter ausbauen.

  
  am 03.01.2024 auf apolut erschienen 
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Der abstrakte Gott der Juden, Christen und Moslems

Wer in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg aufgewachsen ist, hat von Juden meist nur eine vage Vorstellung; denn es gab keine mehr, weil sie entweder umgebracht wurden oder emigriert sind. Als ich in der Szene einen jungen Burschen namens Moses kennen lernte, dachte ich zunächst, das sei ein Spitzname. Erst nach längerer Bekanntschaft wurde mir klar, dass er wirklich Moses hieß, was ja unter männlichen Juden ein häufiger Vorname ist. Dieser junge Moses war ein kumpelhafter, man könnte auch sagen, ein patenter Typ und unterschied sich in nichts von anderen patenten Typen, wie sie sich überall sportlicher Beliebtheit erfreuen.

Wegen der Geschichte unserer Vorfahren, man sagt meist, der Väter und Großväter, im Nazideutschland habe ich mir anfangs mit viel Mühe ein eigenes Bild von Juden konstruieren müssen, das sich aus verschiedenen mehr oder wenigen zuverlässigen Eindrücken speiste: An erster Stelle natürlich das Alte Testament der Bibel. Die Bücher des Moses wurden bei uns im Religionsunterricht sehr genau durchgenommen und stellenweise sogar auswendig gelernt. Im Ergebnis weiß ich, dass die Figur des Patriarchen Abraham der Schöpfer dieser Religion ist, die einen völlig abstrakten Gott verehrt. Es ist die Leistung der Juden, eine Theologie vom abstrakten Gott entwickelt zu haben, ein Gott, der keine fremden Götter neben sich hat. Diese Idee wurde durch Christen und Moslems global verbreitet, nicht durch die Juden selbst.

Gott ist nicht die Sonne, das Wasser, das Feuer und auch nicht ein Mensch wie Prometheus oder der göttliche Pharao. Gott ist auch keine menschenähnliche Gestalt wie die Figuren der griechischen Götterwelt, sondern er ist die völlige Abstraktion aller göttlichen Eigenschaften: Gott ist ewig, allmächtig, allgütig, allgegenwärtig und allwissend, aber er ist völlig unsichtbar und ungreifbar. Er hat keine Eltern, keine Herkunft, ist nicht aus irgendetwas anderem hervorgegangen und braucht keine Rechtfertigung für das, was er ist, was er tut und für das, was er sagt. Die fundamentale Aussage Gottes über sich selbst, die wohl von Abraham stammt, lautet:

Ich bin, der ich bin.

Das ist der Kern des abstrakten Monotheismus. Dieser Kern des jüdischen Glaubens ist von Mohammed im Islam fast eins zu eins übernommen worden. Im Christentum wird der Monotheismus abgeschwächt: Gott hat einen Sohn, der von einer Frau Maria geboren wurde. Später wurde die christliche Theologie noch komplizierter: Maria war eine Jungfrau, Jesus ist von den Toten auferstanden, Maria Magdalena hat das zuerst entdeckt, Gott existiert in drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Von diesen dreien ist nur eine Person so ganz abstrakt, wie der Gott Abrahams.

Juden und Moslems kennen solche verzwickten Glaubenssätze nicht. Deshalb wirbt der Islam heute noch in Afrika mit dem Slogan: The religion of truth, die Religion der Wahrheit.

Die jüdische Religion dagegen macht keine Werbung für sich, sie ist nicht missionarisch tätig und will keine Nicht-Juden in die Gemeinschaft hineinziehen. Juden locken niemanden an, aber sie verschließen und verstecken sich auch nicht. Das wird oft falsch gedeutet, bis hin zu den bekannten Verschwörungstheorien. Es führt zu antisemitischen Vorurteilen, die noch weit verbreitet sind.

Die Juden sagen nicht: "Wir sind intelligent; wir haben den abstrakten Monotheismus erfunden." Nein, sie sehen es umgekehrt: "Gott hat uns auserwählt, wir sind das Volk Gottes." Das ist logisch, aber nur für diejenigen, die strenggläubig sind und dazu gehören.

An dieser Stelle beginnen die Reibereien zwischen Judentum und Islam. Mohammed bewunderte die Religion der Juden und die Tatsache, dass sie schriftlich fixiert war. Er selber konnte weder die Texte lesen noch schreiben und diktierte seine Ideen, die theologisch denen von Abraham und Moses ähnlich sind, die ihm aber nicht genau bekannt waren. Für ihn war das Judentum eine Konkurrenz für den entstehenden Islam. Er wollte, dass alle Menschen an seinen Gott glauben.

Als ich später intellektuelle Juden kennen lernte, bemerkte ich, dass sie sich auch dann als Juden betrachten, wenn sie kaum an Gott glauben. Aber sie folgen den Riten und haben aus dem über tausende Jahre tradierten Gottesbegriff das abstrakte Denken gelernt. Für Moslems ist der Glaube an Gott allein entscheidend, für Juden sind die Zugehörigkeit zum Judentum und der feste Glaube an Gott zwei Elemente in verschiedener Gewichtung.

Es gibt die orthodoxen Juden, die in ihrer Radikalität den Islamisten ähnlich sind, und die aufgeklärten Juden, die manchmal enorme Geistesleistungen hervorbringen: Kunst und Dichtung, Philosophie, das komplizierte Finanzwesen und die unverständlichste Physik.

Physik abstrahiert die Gesetze der Natur und formuliert sie mit klarer Mathematik. Die große Gestalt im 20. Jahrhundert ist Albert Einstein, der erkannt hat, dass der physikalische Raum nicht durch menschliche Gedanken konstruiert worden ist, sondern, dass der Raum durch Lichtstrahlen (von endlicher Geschwindigkeit) aufgespannt wird. Für die aus dieser Erkenntnis resultierende spezielle Relativitätstheorie benötigt man keinen allmächtigen, allgegenwärtigen und auch keinen allwissenden Gott.

Der abstrakte Gott führt zum abstrakten Denken und es ist naheliegend, sich dann auch Gott noch wegzudenken. Würde sich irgendetwas ändern, wenn es diesen Gott nicht gäbe? Nein. Also weg mit der Theologie und hin zur Mathematik, zur Physik und zu anderen weltlichen Dingen. Da gibt es eine Menge an intellektuellen, wissenschaftlichen und praktischen Betätigungsfeldern.

Ein besonders großes Ding im Überbau der menschlichen Zivilisation, mit dem sich äußerst vielseitig und gewinnbringend umgehen lässt, ist das Geld. Das Geld an sich. Geld ist keine Erfindung der Juden, es ist viel älter, aber es hat von Anfang an den Charakter einer klaren Abstraktion: Man verwendet ein einfaches Symbol, Schekel, Mark oder Dollar, das einen Handelswert repräsentiert, ohne dass es diesen Wert materiell besitzt, und man kann damit beliebige Tauschgeschäfte ausführen, sogar zwischen Menschen, die sich sprachlich nicht verständigen können. Der Wert des Geldes wird nur durch eine Zahl bestimmt. Wer abstrakt denken kann, findet sich in diesem System schnell zurecht.

Wenn man im Mittelalter bestimmte Berufe den Juden verwehrt hat, ist dies ein Grund, aber nicht der einzige, dass sie ins Bankenwesen und den Handel mit Geld eingestiegen sind, nein, das allein kann es nicht sein, sie hatten ja auch besonderen Erfolg! Und der Erfolg basiert auf der Fähigkeit, mit Geld als einer abstrakten Größe umzugehen, dessen Zahl dann überall den direkten Bezug zum Handel, zur Wirtschaft und zum materiellen Besitz hat. Bingo. Wer abstrakt denken kann, kann auch gut mit großen Zahlen und viel Geld umgehen, nicht nur mit abstrakter Theologie und theoretischer Physik.

Das ist ein ungefähres Bild von aufgeklärten Juden, aus großer Distanz. Es erklärt aber, wie Antisemitismus teilweise aus Neid hervorgeht. Es erklärt ebenfalls, wieso Christen und Moslems die Juden mehr und mehr eliminiert haben: Das Judentum war in seiner Klarheit und Logik den unglaubwürdigen, christlichen Dogmen und dem verworrenen Islam überlegen. Die Dogmen der katholischen Kirche wurden immer merkwürdiger, bis hin zur leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel, aber sie wurden überall und, wie der Islam, teils mit Gewalt verbreitet. Die Juden blieben wenige und wurden bald wie eine Sekte von Ketzern angesehen.

So ist es auch heute noch: Eine klar denkende Minderheit wird von der stumpfen Mehrheit bis aufs Messer bekämpft und tief gehasst.

Der Islam hat vom Judentum nicht nur, wie das Christentum, den abstrakten Gott, den Teufel, die Engel und die Schöpfungsgeschichte übernommen, sondern auch den Begriff einer besonderen Gemeinschaft all derer, die an Allah glauben. Doch die Person des Propheten macht einen großen Unterschied zu den beiden anderen abrahamitischen Religionen. Mohammed war nicht nur Prophet, sondern später auch Flüchtling, Feldherr, Politiker und Eroberer ganzer Länder. Er hat anscheinend auch Juden ausplündern und Karawanen überfallen lassen. Aus seiner Sicht war das immer noch besser als gefangen genommen und gekreuzigt zu werden.

Die verschiedenen Phasen im Leben Mohammeds passen theologisch nicht zusammen, doch Mohammed hat dreiundzwanzig Jahre lang seine Worte als das Wort Gottes verkündet und so ein argumentatives Chaos hinterlassen, das offenbar jeden, der alle Suren kennt, befähigt, seine Ansichten und Entscheidungen mit dem Koran zu begründen. Die gedankliche Klarheit eines strengen, aber barmherzigen Gottes am Rande der Wüste, vor dem alle Menschen, also auch Frauen, gleich sind, ist für den radikalen Islam und für die Öl-Scheichs nicht das Leitmotiv. Man will mit der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit eines solchen Gottes nicht viel zu tun haben und findet für all die menschenverachtenden Regeln eine theologische Begründung in den Worten des Propheten.

Annäherung durch Distanz zur Religion.

Mit abstraktem Denken ist mehr zu erreichen als mit religiösem Fanatismus. Das gilt auch für die israelische Regierung, nicht obwohl, sondern weil sie Juden sind. Der Pazifist Albert Einstein wäre da ein gutes Beispiel. Er ist durch reines Nachdenken über die elektromagnetischen Wellen in bewegten Systemen und mit der Loslösung von Raum und Zeit aus der gängigen Vorstellung im Kopf, der physikalischen Realität einen riesigen Schritt näher gekommen, ohne einen einzigen physikalischen Versuch zu machen.

Je abstrakter man über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der monotheistischen Religionen nachdenkt, um so eher kann man auch zu Kompromissen kommen und sich ohne Religion auf die Realität einigen. Die Worte des späten Mohammed als Kriegsherr sind Kampfansagen und Parolen und die nehmen sich Dschihadisten als Vorbild, weil sie den siegreichen Feldherrn bewundern. Das kann aber nicht das Wort Gottes sein, wenn es ihn gibt.

Religionskriege, wie der in Palästina 2023, sind die grausamsten Kriege, weil sie sich nicht nur gegen das Militär der Feinde richten, sondern gegen alle, gegen Frauen, Männer und Kinder, die falschen Glaubens sind. Das gilt auch und gerade dann, wenn sie, wie Juden und Moslems, an den gleichen Gott, den Gott Abrahams glauben. Die Religion verhindert den Frieden.
  
  07.11.2023 
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Sünden der Evolution

  Dieser Essay über die Macht (oder Ohnmacht) des Menschen in der Evolution
  ist in leicht veränderter Form am 06.07.2023 auch auf manova erschienen
  und wurde hier am 03.08.2023 weiter bearbeitet.

Wer offen und unbeeinflusst über das nachdenkt, was in der Welt geschieht und es mit dem vergleicht, was geschehen müsste, um eine akzeptable Zukunft für alle und für lange Zeit zu organisieren, steht vor einer Wand, die das Bestehende zurückspiegelt und die Menschen dazu bringt, immer und immer wieder das Bisherige zu bestätigen, zu wiederholen und die Strukturen zu verstärken, die den unhaltbaren Zustand herbeigeführt haben.

Es fehlt ein anderer Blick, nicht aus der Position der eigenen Stärke und ständig wachsenden Macht über Technik, Ressourcen und Material. Es fehlt das Einordnen der Bedürfnisse und Möglichkeiten in den großen Zusammenhang, der durch das Leben auf dem Planeten Erde unausweichlich vorgegeben ist.

Leben ist ein universelles Prinzip, genau wie die materielle Existenz, zu der auch (physikalische) Energie gehört.

Weil Leben auf der Erde existiert, ist die Frage, ob es Leben im Weltall gibt, bereits geklärt, denn die Erde ist ein Teil des Weltalls.

Was auch immer man sich unter dem Begriff Weltall vorstellt, das Leben gehört untrennbar dazu.

Die Seele des Planeten

Nehmen wir an, wie es indigene Kulturen glauben, unser Planet Erde sei so etwas wie ein beseeltes Wesen. Diese Sichtweise hat ein großes Maß an Plausibilität, denn Leben gibt es auf der Erde in Hülle und Fülle, und die Vorstellung von einer Seele, die den Unterschied zwischen lebendigen Wesen und toten Objekten ausmacht, ist eine vernünftige und plausible Annahme. Menschen, Tiere, Pflanzen, alle haben etwas Gemeinsames in sich, was über das materiell Erklärbare hinausgeht und das beim Tod offensichtlich entschwindet.

Es gibt reichlich Behauptungen darüber, was nach dem Tod mit der Seele geschieht, die den toten Körper offenbar verlassen hat. Es kann auch sein, dass die Seele ähnlich wie der Körper erlöscht oder diffundiert, sich wie ein laufendes Programm des Computers in Nichts auflöst, wenn der Strom, also die Energiezufuhr, abgeschaltet wird.

Die Seele scheint etwas allen Lebewesen Gemeinsames zu sein. Jeder Mensch spürt mit ziemlicher Sicherheit, ob ein anderes Objekt lebt oder nicht, und je ähnlicher uns die Lebewesen sind, um so mehr fühlen wir Respekt vor dem Leben des anderen Lebewesens. In dieser Vorstellung ist die Erde nicht nur ein Lebensraum, sondern sie wird zu einem beseelten Planeten und das Leben des Planeten geht weit über das von Milliarden Menschen hinaus, um Milliarden Jahre, Billionen Arten und unzählige Einzelwesen. Alle diese Arten und Lebewesen haben oder hatten eins gemeinsam, das Prinzip des Lebens an sich oder, anders ausgedrückt, die lebendige Seele.

Naheliegend ist die Vorstellung, dass es nur eine Seele gibt, die Seele des Planeten. Wenn sie existiert, hat sie auch einen Willen, sie hat wenigstens den Willen zur Selbstbehauptung. Das ist eine minimalistische Annahme. Man könnte auch viel weiter gehen, indem man die Evolution betrachtet und als zielgerichtet interpretiert.

Diese Erkenntnis kann man personalisieren und sagen, die lebendige Seele ist konzentriert in einer Person, wie ich selbst, die hinter den Dingen steht, sie ist leider unsichtbar, aber viel, viel größer, mächtiger und intelligenter als ich und selbstverständlich unsterblich. Das ist die antropomorphe Vorstellung einer Göttin oder eines Gottes, wie ein Mensch, meistens männlich und omnipotent. Wer daran glaubt, neigt zum Größenwahn.

Dinosaurier, Vögel und Insekten

Der Mensch steht schon seit einiger Zeit diesem Ziel der Selbsterhaltung des lebendigen Planeten immer mehr im Wege und die Erforschung der Evolution zeigt uns, dass viele Arten bereits wieder verschwunden sind, weil sie zu groß, zu schwach, zu stark, zu spezialisiert oder einfach zu viele waren. Es haben nicht immer die stärksten überlebt.

Das Verschwinden der Dinosaurier finden wir beeindruckend. Das Überleben der Insekten, die immer noch den Planeten an Zahl, Artenreichtum und Biomasse dominieren, finden wir weniger anziehend. Wir beachten sie kaum und investieren viel in ihre Vertilgung, um uns die Beschaffung von Nahrung zu erleichtern. Diese Hybris des Menschen ist vielleicht eine natürliche Erscheinung, aber sie befördert uns selbst an die Spitze der Liste der für das Leben auf dem Planeten besonders gefährlichen Arten.

Die Dinosaurier sind ausgestorben, aber ihre Nachfahren, die Vögel haben längst vor den Menschen den gesamten Planeten besiedelt. Pinguine leben sogar in der Antarktis, ohne technische Unterstützung. Wir versuchen das Ende der Dinosaurier auf den Einschlag eines Meteoriten zurückzuführen, es könnte aber auch überwiegend daran liegen, dass diese Echsen keine Brutpflege betrieben haben, die bei Vögeln hingegen sehr ausgeprägt ist.

Eine solche sanfte Erklärung der Evolution steht gleichwertig neben dem "struggle for life" und der These vom Asteroiden-Einschlag. Die Dinosaurier haben nur gejagt, gefressen und Eier gelegt, die dann von den kleinen Flugechsen, den ersten Vögeln und Nagetieren angeknackt wurden.

Genau wie die Insekten werden Vögel als Mitbewohner unseres Planeten von Menschen weit unterschätzt. Vögel können nicht nur fliegen, was wir Menschen erst mit Flugmaschinen bei sehr hohem Energieaufwand bewältigen können. Vögel navigieren ohne Navi, sie können musikalisch improvisieren wie Charlie "the bird" Parker, ohne Instrument, und sie haben mit Sicherheit leistungsfähigere Gehirnzellen. Was Vögel in ihrem ausgesprochen kleinen Kopf an technischer Intelligenz, Flug- Lauf- und Schwimmtechnik, an sozialer Kompetenz und Kreativität hervorbringen, ist einfach phantastisch.

Der Mensch und seine Medien

Die Stärke des Menschen ist seine Kommunikationsfähigkeit mit hoher Präzision. Er hat zunächst die Sprache erfunden und vielseitige technische Medien entwickelt, bis hin zu den Massenmedien des 20. Jahrhunderts. Aber gerade hier scheint seine große Schwäche zu liegen, wie bei den Dinosauriern die viel zu große Körpermasse, welche die Riesen zur Ausbeutung aller essbaren Ressourcen verpflichtet hat. Auf diese Gefräßigkeit stützt sich die These vom Meteoriten-Einschlag, der die Sonne verfinsterte und die Vegetation zum Erliegen brachte.

Das besondere Interesse am Aussterben der Dinosaurier deutet darauf hin, dass wir unterschwellig befürchten, uns Menschen könnte schon bald ein ähnliches Schicksal ereilen, weil wir den Planeten nicht nur für Nahrung und Energie, sondern auch für tausend andere Bedürfnisse und für sehr viel Überflüssiges ausbeuten. Die Menschen fühlen sich dazu berechtigt, weil sie auf einem Gebiet alle anderen Arten übertreffen, nämlich auf dem Gebiet der Kommunikation. Die Kommunikationsfähigkeit über Sprache und technische Medien ist der entscheidende Punkt, der ein Überlegenheitsgefühl über andere Arten möglich macht, so dass der Mensch sich als "Krone der Schöpfung" sieht.

Die technischen Massenmedien sind die höchste Stufe der Kommunikationsmöglichkeiten, aber sie spalten die an sich intelligente Menschheit, analog zu den technischen Geräten, in Sender und Empfänger. Die Kommunikation wird für 99,99% der Individuen krass reduziert auf das Empfangen von Nachrichten, von dringenden Hinweisen und Befehlen und nebenbei auf Konsumanweisungen und ablenkenden Zeitvertreib.

Durch den Mangel an Möglichkeiten zur Entgegnung, zur Kritik, für Willensäußerung und Politisierung, um die Richtung zu beeinflussen oder umzukehren, wird Gehorsam gegenüber der Medienmacht eingeübt. Untertänigkeit ist ein Selbstläufer bei den Medienschaffenden, die durch (freiwillige) Unterordnung ihre Stellung und ihren Lebensunterhalt absichern. Die Massenmedien bieten keine produktive Kommunikation zwischen allen Beteiligten, sondern sie verhindern genau das, was sie bewirken müssten: Aufklärung und Vernunft.

Das Überleben und Verschwinden von Arten

Wenn wir alle Elemente des Monotheismus und eines mechanischen Weltbildes aus unserer Vorstellung entfernen, ist das höchste erkennbare Wesen nicht der Mensch als singuläre Spezies, sondern der lebendige Planet Erde, der es bisher immer geschafft hat, die Fülle des Lebens vor den Übergriffen einer einzigen Spezies oder Art zu bewahren. Es scheint so, dass besonders ausgeuferte Entwicklungen sich dabei selbst zu Fall bringen.

Die Nachteile der menschlichen Zivilisation gegenüber einem langfristigen Bestand allen Lebens auf der Erde sind offensichtlich: Viel zu hoher Energieverbrauch, wobei die in hunderten Millionen Jahren aufgebauten Reserven in der Erdkruste innerhalb von zwei oder drei Jahrhunderten aufgezehrt werden. Dazu immer noch starkes Anwachsen der Population, verbunden mit einem exorbitanten Bedarf an Lebensmitteln, teils tierischer Herkunft, was den Ressourcenverbrauch an pflanzlicher Nahrung vervielfacht.

Noch bedrohlicher ist der Hang menschlicher Staaten, durch Kriege andere Staaten zu vernichten oder wenigstens zu versklaven und wirtschaftlich und finanziell zu unterdrücken und auszubeuten. Das alles geschieht mit militärischer Gewalt, das heißt mit immer höher entwickelten Tötungswerkzeugen der profitlichen Rüstungsindustrie. Die Sprache ist im Krieg zum Befehl pervertiert. Das Töten auf Befehl wird nicht infrage gestellt.

Energieverschwendung und Ressourcenverbrauch werden durch Krieg und Rüstung noch einmal vervielfacht. Aus der Erkenntnis dieser Tatsache heraus wird der Untergang der Menschheit in den meisten Dystopien als Krieg aller gegen alle dargestellt. Das entbehrt nicht der Plausibilität, wird aber durch die Angst vor nuklearen Waffen zur Zeit, bis auf Weiteres, hinaus geschoben.

All diese Gefahren könnten durch menschliche Intelligenz - gleich Einsicht - und noch mehr durch die Fähigkeit zur Kommunikation aller mit allen, erkannt, bekämpft und gebannt werden. Die Fähigkeit der Menschen, dass alle mindestens eine Sprache beherrschen, viele lesen und schreiben können und die meisten Zugang zur Kommunikationstechnik haben, diese einzigartige Fähigkeit ist inzwischen aber der schwächste Punkt der hoch entwickelten Zivilisationen geworden. Das ist nicht grundsätzlich neu, es wurde schon im Gleichnis von der babylonischen Sprachverwirrung dargestellt.

Zusammenbruch der Kommunikation aller mit allen

Wenn die Kommunikation zwischen den Millionen und Milliarden unterbrochen, eingeschränkt oder falsch gesteuert wird, sind die Menschen machtlos, sich selbst und den egoistischen Impulsen Einzelner oder bestimmter Gruppen und Organisationen ausgeliefert. Genau das ist schon seit Jahrzehnten der Fall. Freie Massenkommunikation existiert nicht, obwohl sie möglich wäre, spätestens seit der Einrichtung des Internets.

Die Corona-Krise hat uns die Ohnmacht gegenüber einem Abwürgen der Kommunikation erschreckend deutlich vor Augen geführt und alle, die sich auf ihre eigene Intelligenz verlassen haben, Psycholiginnen, Intellektuelle, Publizisten, Künstlerinnen, Gefühlsmenschen und überzeugte Demokraten, sie alle sind besonders hart gebeutelt worden.

Nicht ein Virus hat das Leben oder die Gesundheit von Milliarden Menschen ernsthaft gefährdet, sondern die falsche Kommunikation von Wissenschaftlern, Medien und regierenden Politikerinnen und Politikern. Man hat die Wahrnehmung der Realität und die Kommunikation über den Sinn und Zweck von Maßnahmen ausgeschaltet und statt dessen eine Massenpsychose angezettelt, die auch jetzt, Jahre nach Covid19, noch nicht geheilt ist.

Nicht einmal eine Aufarbeitung der falschen Maßnahmen, Nachrichten und Beschimpfungen (Covidioten, Querdenker) findet in den Medien statt. Es wird so getan, als hätte man nur ein wenig Pech damit gehabt, dass Regierung, Medien und die wenigen zu Wort gekommenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam so extrem weit neben der Realität lagen. Die breite Bevölkerung ist nach dieser Krise kaum irritiert, weniger als nach einer vergeigten Meisterschaft im Fußball oder beim Song-Contest

Die größte Stärke des homo sapiens, seine Kommunikationsfähigkeit, wurde durch die gewollt falsche Kommunikation über dieses, Pandemie genannte Ereignis, umgedreht und in eine Schwäche verwandelt. Durch verlogene Kommunikation und sinnlose Maßnahmen entstand mehr Schaden als durch ein Corona-Virus, das nicht mehr Leben beeinträchtigt hat als eine starke Grippe. Der angerichtete Schaden war aber gleichzeitig ein Geldgewinn im Bereich von hunderten Milliarden für Pharmaindustrie und Investoren.

Großes Gehirn, keine lebenserhaltende Kompetenz

Es ist kein Zufall, dass der Corona-Hype durch den Krieg mit Russland, der längst schon in der Luft lag, beendet wurde. Das Umschwenken der Aufmerksamkeit beweist, dass Corona an erster Stelle ein von Medien und Politik angezettelter Hype war. Die neue Gefahr jetzt ist real, aber die Intelligenz, den sinnlosen Krieg durch Kommunikation, das heißt durch Vernunft und Verhandlungen zu beenden, ist in den Massenmedien nicht vorhanden, im Gegenteil Friedensappelle werden massiv bekämpft. Realität und Bewusstsein sind weit auseinander gedriftet.

Die Kräfte, welche die Medien steuern, sind nicht geheim, genau so wenig wie die Fakten über das Virus, seine Tests, die angeblichen Neuinfektionen, die Überflüssigkeit der Maßnahmen und Wirkungslosigkeit der Impfdosen. Diese Informationen waren von Anfang an vorhanden und greifbar, genau wie jetzt das Gebot der Vernunft, mit sofortigen Verhandlungen, zu Gunsten des Lebens auf diesem Planeten, den Krieg durch Waffenstillstand zu beenden und diesen Gedanken auf allen Kanälen zu propagieren.

Die "übermenschlichen" Kräfte, welche die Realität in den Massenmedien ausgeschaltet haben, sind der Finanzfeudalismus, die Arroganz der postdemokratischen Regierungen und die frommen, angepassten Journalistinnen und Journalisten in den großen Medien, die sich wiederum den Geldgebern und den Regierungen, wie zu Corona-Zeiten, aus Gehorsam und Bequemlichkeit einfach unterordnen. Das ist besonders erstaunlich, weil zur Ausübung der Berufe in den Medien, besonders in den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten hohe Anforderungen an Intelligenz und formaler Bildung gestellt werden, wenigstens müsste man davon ausgehen. Das offensichtliche Ergebnis ist blinder Konformismus wie bei einem Heer von Dummköpfen.

Ein Konsens darüber, dass der Mensch an vielen Punkten zu weit gegangen ist und eine Zivilisation entwickelt hat, die nicht im Einklang mit dem Leben auf diesem Planeten steht, diese Erkenntnis kann sich immer noch nicht durchsetzen, weil die Massenmedien es verbieten. Die große Mehrheit verharrt so in bequemer Uninformiertheit und wartet auf mehr aktuelle Krisen, mehr Inflation, mehr Krieg oder auf den Asteroiden-Einschlag, der sie moralisch entlasten würde.

Da die Öffentlich-Rechtlichen Medien ein Totalausfall bezüglich der Annäherung an die Realität sind, bleiben uns nur die persönliche Kommunikation und das Internet, um Selbsterkenntnis über die Rolle und die Position unserer Spezies in der Evolution weiter zu verbreiten. Der direkte Link zu diesem Artikel, den jede Leserin und jeder Leser weiterleiten kann, lautet:
https://kritlit.de/ton/anleitauf.htm#sdevo


   21.06.2023
  letzte Aktualisierung 03.08.2023
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Amerikas Finanzfeudalismus im Abstieg

Dieser Artikel zur Bewusstseinserweiterung erschien am 16.04.2023 auf
Krass&Konkret, dem Forum, das der ehemalige Telepolis-Chef Florian Rötzer
jetzt im Overton-Portal betreibt. Die Diskussion dort war der Anlass,
einen Abschnitt über Staatsschulden und ihre Vermeidung durch Steuern
für Großgeldbesitzer zu ergänzen. Hier der Link zu K&K 
Die USA haben zwei starke Säulen ihrer Macht: Die Finanzwelt und das Militär samt Rüstungsindustrie. Die Finanzmacht der USA geht global auf ihr Ende zu. Der Grund ist, dass China, Saudi-Arabien und die BRICS-Länder den Dollar nicht mehr als alleinige Leitwährung anerkennen wollen. Schon längst ist die US-Wirtschaft schwach, schwach gegenüber China, aber auch schwach gegenüber der eigenen Finanzwirtschaft und gegenüber dem militärisch-industriellen Komplex.

Das Militär der USA untersteht dem Präsidenten, die Finanzwirtschaft aber nicht. Die amerikanische Noten- und Zentralbank FED ist in privater Hand; sie gehört einem Konsortium von Großbanken und indirekt einer kleinen Zahl von reichen Familien. Wie viele Schulden die Administration in Washington jährlich machen darf, bestimmt die Zentralbank. Zum Ausgleich für diese finanzielle Machtlosigkeit besteht die stillschweigende Vereinbarung, dass die Staatsschulden der USA nie zurückgezahlt werden; es gibt nur Zinsen, keine Tilgung.

Eine weitere stillschweigende Vereinbarung ist die, dass Schulden in Höhe des Militär-Etats von der FED immer bewilligt werden. Die Administration in Washington macht jährlich ein Defizit fast genau in Höhe des Militär-Etats und die FED liefert das Geld dazu. Das bedeutet im Klartext, die Großbanken der Wallstreet finanzieren das US-Militär.

Was hier stillschweigende Vereinbarungen genannt wurde, ist nicht als schriftlicher Vertrag, als Gesetz oder Artikel der Verfassung formuliert, ist also nicht juristisch festgelegt, aber es entspricht seit Jahrzehnten der Praxis und bedarf keines Nachweises; denn es funktioniert sichtbar und immer wieder. Der Militär-Etat ist bekannt, die Schulden im Haushalt sind bekannt, dass keine Tilgung der Staatsschulden erfolgt, ist ebenso bekannt und woher das fehlende Geld kommt, ist leicht zu erkennen.

An dieser Stelle könnte man sagen: Das ist doch prima, lass die USA so wirtschaften, unser Kanzler aber zahlt seine dreihundert Milliarden Euro an Schulden zurück. Außerdem haben unsere Schulden nichts mit den Schulden der anderen zu tun. Diese Argumentation ist kindlich, sie basiert auf Unkenntnis der Zusammenhänge. Ein paar Tatsachen über das Finanzsystem kann man nicht ignorieren, wenn man die Finanzmacht, die Wirtschaft und die Politik bis hin zur permanenten Aufrüstung und zum Krieg durchschauen will.

Der US-Dollar befolgt drei mathematisch strukturierte Gesetze. Dies sind die Spielregeln des Finanzsystems. Sie gelten auch für die anderen Währungen, für die der Dollar Leitwährung ist: Euro, Britisches Pfund, Schweizer Franken, Kronen (der skandinavischen Länder) und viele andere.

1.
Der Dollar hat, seit seiner Loslösung vom Gold im Jahre 1971 durch Präsident Nixon, keinen materiellen Gegenwert mehr. Der Wert ist nur noch eine Vereinbarung und beruht darauf, dass alle oder möglichst viele Menschen, Märkte oder Staaten diesen Wert akzeptieren, das heißt, dass sie das abstrakte Geld als Zahlungsmittel benutzen und als Wertreserve ansehen.

2.
Geld wird durch Schuldenaufnahme erzeugt. Staatliche und private Banken verleihen Geld, das sie bei der Kreditvergabe selber erst als Buchgeld erzeugen. Sie machen den Kreditnehmerinnen eine Gutschrift über Geld, das sie nicht besitzen. Das nennt man girale Geldschöpfung. Es ist ein feudales Recht, das sich Banken seit Jahrhunderten genommen haben und die Staaten haben es akzeptiert. Staaten leihen sich Geld in der Finanzwelt, wo dieses Geld als Buchgeld aus dem Nichts erschaffen wird.

3.
Durch die girale Geldschöpfung, bei der Geld und Schulden gleichzeitig entstehen, steigt die Geldmenge unkontrolliert immer weiter. Je mehr Schulden gemacht werden, um so größer wird die Geldmenge. Es gibt keine Obergrenze. Die Geldmenge ist inzwischen vier oder fünf mal so groß wie alle wirtschaftlichen Güter, die man dafür kaufen könnte und die Geld- und Schuldenmenge steigt rasant weiter, weil tausende Banken auf der ganzen Welt nach diesem System Geld erschaffen. Würde man die Geldmenge auf alle Menschen der Welt verteilen, könnte man jeder und jedem, vom Säugling bis zur Greisin, 25.000 Dollar auszahlen oder gut schreiben. Doch die Verteilung ist bekanntlich so, dass 1% über den Großteil des Geldes verfügen und die meisten überhaupt kein überschüssiges Geld besitzen.

Banken, die Geld erzeugen, können sich dieses Geld aber nicht selber in die Tasche schieben, nein, sie geben es als Kredit und verlangen neben Gebühren auch Zinsen und Zinseszinsen. Durch die Zinsforderungen wächst die Menge der Schulden schneller als die Geldmenge und das geht seit ewigen Zeiten so. Das heißt alle Schulden können nie zurückgezahlt werden. Es gibt Unmengen an faulen Krediten und würde man alles korrekt bilanzieren und Ausgleich der Konten verlangen, wären nicht nur viele der Schuldner, sondern auch die meisten Banken der Welt zahlungsunfähig.

Die stillschweigende Vereinbarung zwischen Washington und der Wallstreet, dass der Staat seine Schulden nicht ausgleicht, ist in diesem Sinne logisch, denn das ginge gar nicht. Wo sollte das Geld herkommen? Die USA verlangen aber, dass alle anderen Staaten, die direkt oder indirekt Dollar-Schulden gemacht haben, diese zurückzahlen, obwohl es unmöglich ist.

Weil die Schuldenmenge wegen der über Jahrhunderte geforderten Zinsen die Geldmenge übersteigt, befindet sich die Finanzwelt in einer selbst erzeugten Dauerkrise. Ständig drohen Inflation und Zusammenbruch. Dieses Dilemma wird nur dadurch gelöst, dass überall die Geldmenge ständig erhöht wird, indem weitere Schulden gemacht werden. Das System bläht sich auf, wird dadurch aber nicht stabil, sondern völlig instabil.

Wer will, kann dieses absurde System Schuldenkarussell nennen oder einen Teufelskreis oder ideologisch verbrämt, Ende des Kapitalismus. Die Finanzwelt ist jedoch bis heute in der Lage, die Situation in der Öffentlichkeit zu verschleiern. Man tut immer noch so, als wenn Geld knapp wäre und Kredite ein wohlwollendes Geschenk für die Kunden. Das ist eine Täuschung, die immer mehr offenkundig wird, während das System von Krise zu Krise taumelt. In Wirklichkeit ist die Krise permanent, es braucht aber spektakuläre Pleiten, wie zuletzt Credit Suisse, um in die Medienöffentlichkeit zu gelangen.

Für die USA besteht die Möglichkeit, das Militär als Druckmittel einzusetzen, um andere Länder zum Verkauf (Privatisierung) von Rohstofflagern zu zwingen und mit dem Überfluss an Dollars alles zu kaufen: Aktien, Immobilien, Ländereien, Infrastruktur, ganze Regionen.

Andere Staaten können sich der Macht und dem Niedergang des Dollars entziehen, indem sie seine Funktion als Leitwährung nicht mehr anerkennen. Die Devise lautet: Raus aus diesem absurden System und Distanz zum Dollar, der in immer größeren Mengen durch immer mehr (Staats-)Schulden erzeugt wird.

Zuerst hat China das erkannt. Man hat die Dollar-Reserven aufgelöst, das Geld aber nicht an die Börse gebracht, sondern in Afrika investiert. Dann hat Saudi-Arabien seine Chance ergriffen und liefert jetzt Öl gegen das chinesische Volksgeld Renminbi, (Einheit Yuan) und andere kräftige Währungen und schon lange gegen Euro. Sogenannte Mittelmächte wie Brasilien und Iran (die BRICS-Staaten) schließen sich an. Russland ist durch die Sanktionen sowieso dazu gezwungen und wird trotz des Krieges zur soliden Finanzmacht mit einem ausgeglichenen Staatshaushalt und Rohstoff-Reserven, die den Wert des Rubels garantieren.

Die EU, leider muss man es sagen, scheint ihre Chance verpasst zu haben. Obwohl der Euro die erste echte Konkurrenz zum US-Dollar war, verfolgt die EU keine eigene Finanzpolitik mehr. Sie verfolgt überhaupt keine eigene Politik, sondern folgt den USA anscheinend blind. Einige Länder wie Ungarn und Polen und etliche Kleinstaaten geben außerdem ihren nationalen Interessen den Vorrang.

Ein besonders zuverlässiger Vasall der USA ist Deutschland. Die Regierung stützt das amerikanische Schuldenfinanzsystem durch sehr hohe Neuschulden und durch Investitionen in die Rüstung. Dazu benutzt man das Falschwort Sondervermögen, eigentlich müsste es Sonderschuld außerhalb der Verfassung heißen.

Weil das Schuldenmachen für die Regierenden so einfach ist, wird es gerne auch in den Medien als lockere Alternative zum kaufmännisch korrekten Wirtschaften dargestellt. Es hat sich, besonders in linken Kreisen, die Meinung durchgesetzt, dass mit Staatsschulden alle Probleme zu lösen sind. Dabei werden einige Konsequenzen nicht berücksichtigt.

Erstens müssen die Staatsschulden hierzulande vom Staat und damit von uns allen zurückgezahlt werden. Und je jünger jemand ist, um so mehr trifft es sie oder ihn. Es trifft sogar Ungeborene, denn einige Kredite der EU sind schon jetzt so geplant, dass sich die Tilgung über mehr als dreißig Jahre hinziehen wird. Das ist äußerst unfair gegenüber der zukünftigen Generation.

Zweitens ist das Schuldenmachen ein unentbehrlicher Bestandteil des absurden Finanzsystems, denn so wird im bestehenden System die Geldmenge erhöht und die Erhöhung der Geldmenge ist erforderlich, weil sonst die bereits bestehenden Schulden samt Zinsen nicht bedient werden können. Banken und Finanzmacht sind auf weitere Schulden angewiesen und profitieren grundsätzlich von der erhöhten Geldmenge. Geld ist ihr Betriebsstoff.

Wir dürfen nicht vergessen, in der Finanzwelt dient Geld zum Geldverdienen, und je mehr davon da ist, um so leichter wird das. Ein Viertel des vorhandenen Geldes würde reichen, die Wirtschaft zu betreiben, so dass, bei gerechter Verteilung, niemand leiden muss.

Die Alternative zum Schuldensystem ist folgende: Der Staat holt sich das Geld, da wo es ist, in der Finanzwelt, in Form von Steuern, ohne Zinsen und Tilgung, ohne Rückzahlverpflichtung. Dazu geeignet sind Transaktionssteuer, hohe progressive Steuern auf Finanzgewinne und Vermögensabgaben. Damit so etwas nicht geschieht, wird durch die Finanzlobby auf allen Ebenen und in den Medien für Schuldenaufnahme plädiert.

Deutschland und die EU taumeln mit in den finanziellen Strudel des Untergangs, der für das US-geführte Schulden-Finanzsystem bereits eingeleitet ist. Aber nicht wenige träumen von einer Rettung des Systems durch Rüstung und Krieg.

Diese Analyse basiert auf Gedanken aus dem gerade erschienenen Buch:
Hunderttausend Milliarden zu viel / Finanzfeudalismus aus rationaler Sicht.
   17.04.2023
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Politikerinnen und Politiker denken gerne:
Wer das größte Militär hat, ist unser bester Freund.

Das ist eine sehr verständliche Einstellung für Menschen, die nie einen eigenen Standpunkt hatten, nie eine eigene Position bezogen und schon gar nicht ihre Meinung durchgesetzt haben, also, kurz gesagt: Es ist ein Standpunkt von Kindern. Dass Kinder sich die stärkste Person in ihrer Umgebung als Freundin oder Freund wünschen und als besten Anker in ihrer reichen Phantasie vorstellen, ist ganz natürlich.

Wenn man das kindliche Denken auf die Politik überträgt, ist es ebenso natürlich, zu sagen: Wer das größte Militär hat, ist unser bester Freund. Und das größte Militär haben mit großem Abstand die USA. Je schwächer die europäischen Länder und ihre Regierungen sind, desto größer die erwünschte Freundschaft und tatsächliche Gefolgschaft. Beispiele sind die baltischen Länder im ehemaligen Ostblock, die sich schwach fühlen und diese Erfahrung in der stalinistischen Zeit der Sowjet-Union gemacht haben. Sie glauben, die Amerikaner sind besser, weil sie nicht mitbekommen haben, wie die USA seit Generationen in Latein-Amerika agieren.

Dazu ein sehr kurzer Kommentar:

Wären die Menschen in USA freundschaftlich gesinnt, würden sie nicht so viel Geld in Waffen investieren, nicht privat und auch nicht als Nation.
 Dazu gibt es diesen Blitz des Tages vom 16.10.2022
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Bewusstseinserweiterung


Minimalismus, Maximalismus und mehr...

Im Folgenden nur
ein wenig Kultur...

Minimalismus ist ein Begriff aus der Kunst, den viele kennen und sehr viele auch mögen. In der gehobenen Musik verwirklicht durch Steve Reich und in der Popmusik durch Dub-Musik, die aus Reggae entstanden ist. Auch Reggae hat minimalistische Züge. Man verzichtet auf Sound, leistet sich aber Texte mit kulturellen Inhalten. Beim Dub wird der Text wieder weg gemixt. Auch Minimalismus lässt sich steigern.

Kunst wird zum Geschäft

Wer nicht sicher weiß, wovon die Rede ist, höre sich das Stück Music for 18 Musicians von Steve Reich sehr genau an. Eine beglückende Entspannung. Als ich es neulich, nach längerer Zeit, noch einmal hörte, dachte ich: "Warum hat sich diese Musik nicht durchgesetzt und weiter entwickelt? Da tut sich eine riesige Welt auf und eigentlich kann jeder mitmachen."

Die Antwort ist leicht zu finden: Minimalistische Musik ist kein Geldbringer im Musikgeschäft. Minimalismus passt nicht in die Musikwirtschaft, bei der es, wie überall sonst, ums Geld geht.

Ausgehend von der minimalistischen Reggae- und Dubmusik, genauer gesagt, aus dem Toasting der DeeJays, hat sich ein anderer Stil entwickelt, der weltweiten Erfolg bringt und sehr viel Geld in die Kassen spült: HipHop. Auch HipHop ist minimalistisch, in der Instrumentierung, in den Harmonien und im Rhythmus, aber er schwelgt im Sound der Drums und in sprachlichen Möglichkeiten mit sehr aggressiven Texten. Das entscheidende aber ist, HipHop hat sich in den USA zu einem riesigen Geschäft entwickelt.

Die Musiker und Rapper sind völlig rücksichtslos gegenüber Moral und musikalischen Werten. Und mit großer Intensität betreiben sie ihre eigene Promotion. Die Texte bestehen zur Hälfte oder mehr, nur aus Angeberei, Eigenlob und Egomanie. Das kommt gut an, bei denen, die es nötig haben, z.B. junge Männer in der Pubertät.

Je mehr, desto besser

Interessant an diesem Phänomen ist, dass sich eine im Prinzip minimalistische Idee aus Jamaika und London, in den USA zu einem maximalen Geschäft entwickelt hat. Man kann das Phänomen, das hinter dieser Entwicklung steckt, mit dem Wort Maximalismus bezeichnen. Es ist nicht auf Musik und nicht auf Kunst beschränkt. Maximalismus ist ein unausgesprochenes Grundprinzip der Bewertung von Handlungen. Auf eine Kurzformel gebracht, gilt das Prinzip: Je mehr desto besser. Dieses Maximalprinzip gilt an erster Stelle für Geld.

Obwohl das Wort eine Neuerfindung ist, kann man Maximalismus als ein Grundprinzip des Handelns, vornehmlich in den USA ansehen, fast alles wird dort maximiert und den Trends in den USA folgen andere gerne nach. Man maximiert die Zahl der verkauften Tonträger, die Höhe der Häuser, den Umsatz der Konzerne, die Fördermengen von Erdöl und Kohle, den Einsatz von Geld bei der Präsidentenwahl, die Flüge ins Weltall. Im Internet gilt es, die Zahl der User, die Klicks und Likes zu maximieren und die Zahl der Downloads; all das bringt Geld in die Kasse.

Überall wird am liebsten Geld maximiert. Erstens als Bewertungsmaßstab für Erfolg, der fast nur in Geld gemessen wird, und zweitens als Geldmenge an sich. Die Liste der reichsten Frauen und Männer der Welt wird selbstverständlich von Amerikanern geführt und auch angeführt und es ist selbstverständlich, dass diese Leute ständig versuchen, ihren Geldbesitz zu vergrößern. Merkwürdig ist die Tatsache, dass Maximalismus beim Geld grundsätzlich nicht hinterfragt wird.

Maximalismus bringt das Leben aus der Balance

In der Natur und in der alten Philosophie ist Maximalismus kein gültiges Prinzip, im Gegenteil. Sehr oft ist Minimalismus erfolgreicher. Die erfolgreichste Klasse unter den Tieren ist seit ein paar hundert Millionen Jahren die Klasse der Insekten. Sie sind klein und leicht, können auf sechs Beinen laufen, sogar auf dem Wasser, können fliegen, Staaten bilden und entwickeln erstaunliche Kräfte.

Insekten sind die artenreichste Klasse auf dem Planeten, offensichtlich weil sie klein sind, sich auf ihre Fähigkeiten beschränken und keine Gigantomanie betrieben haben wie etwa die Dinosaurier, die im Vergleich zu den Insekten schnell wieder ausgestorben sind.

Der Mensch betreibt sehr viel Gigantomanie und es ist eindeutig, dass der geistige Maximalismus überwiegend aus den USA kommt. Auch der Star-Kult, eine extreme Form der Bekanntheit von Personen, kommt aus den USA. Das hat es so nicht immer gegeben. Johann Sebastian Bach war kein Star zu seiner Zeit, auch Emanuel Kant war kein Star. Heute sind sie es, weil Journalisten ohne den Star-Kult ungewöhnliche Menschen nicht einordnen können. Das gilt leider auch in der Politik.

Politikerinnen und Politiker werden zu Stars gemacht und Stars werden auch Politiker. Nicht so in der Schweiz, dort gibt es keine Polit-Stars, es herrscht Demokratie, das Volk ist der Star in der Politik.

Vom goldenen Mittelweg abgekommen

Maximalismus birgt eine tiefe Gefahr in sich, das haben schon die alten Griechen erkannt. Kein Geringerer als Aristoteles hat verkündet, der Mittelweg zwischen den Extremen sei das Beste. Es ist leicht einzusehen. Je mehr, desto besser, gilt nicht. Es ist z.B. wichtig, dass Menschen genug zu Essen haben, wenn sie aber immer mehr essen, kommen enorme Probleme: Übergewicht, Krankheit und geringe Lebenserwartung. Viele leiden daran, am meisten in den USA und in Ländern wie Deutschland, die im Überfluss leben müssen.

Warum sind amerikanische Autos von den Straßen verschwunden? Weil kleine Automobile aus Europa und Japan sie verdrängt haben. Doch dann kam, wieder aus den USA, eine neue Fehlentwicklung, das militärisch gestylte SUV-Fahrzeug. Es ist nicht länger, aber höher, ist nicht schneller, aber stärker. Das verleiht den Fahrerinnen und Fahrern ein Gefühl von aggressiver Überlegenheit. Es kostet natürlich mehr Sprit und mehr Geld. Genau das sind die Zeichen einer Fehlentwicklung. Sprit-Verbrauch ist Umweltbelastung.

Das Prinzip mehr Geld ist schon längst der Maßstab für Fehlentwicklungen in alle Richtungen.

Wer die Menschen dazu verführt, mehr Süßes zu essen, will mehr Geld verdienen. Die Bildzeitung will mehr Geld verdienen als seriöse Zeitungen. Wer noch Reklame für Tabak macht, will Geld verdienen. Wer die Menschen mit Algorithmen an Facebook fesselt, ohne dass etwas dabei heraus kommt, will Geld verdienen. Wer dann auch noch Steuern hintergeht, will mehr Geld für sich allein behalten. Wer Waffen produziert, will damit Geld verdienen.

Gewinn im Geldüberfluss

Geld als Ziel der Maximierung ist überall gewollt und doch ist leicht einzusehen, dass diese Bewertung falsch ist; denn es gibt schon längst viel zu viel Geld auf der Welt. Das ist nichts Positives, weil das überschüssige Geld sich nur in der Finanzwelt bewegt. Die Menge des vorhandenen Geldes ist das größte Problem, das wir mit der Finanzwirtschaft haben. Zu viel Geld muss unweigerlich zur Inflation führen und jetzt ist sie da, die Inflation, sie reicht von der Tankstelle bis in den Supermarkt.

Schon etliche Jahre zuvor hatten wir die sogenannte Finanzinflation. Das überschüssige Geld wurde in Aktien angelegt, dann in Immobilien. Am schnellsten bewegt sich Geld, wenn es kaum die Realität tangiert, sich nur in der Finanzwelt bewegt.

Wenn eine Firma es schafft, sehr schnell bekannt zu werden, kann sie auch ohne Gewinn, nur auf Basis von Krediten, existieren und expandieren. Der Gewinn entsteht erst beim Börsengang und das Geld kommt direkt aus der Finanzwelt, nicht von den Kunden. Dieses Muster gilt z.B. für Amazon und Tesla, aber besonders für Facebook. Viele Start-Ups versuchen denen nachzueifern.

Der Boom an der Börse basiert auf dem Geldüberschuss. Man kauft Aktien, nicht, weil die Firma den entsprechenden Wert hat, sondern weil man hofft, dass die Aktien schnell steigen. Je größer das Volumen, desto rasanter der Börsenstart. Und es funktioniert. Der Geldüberfluss in der Finanzwelt sucht nach Möglichkeiten, Dinge in großer Menge zu kaufen.

Der Wert der Aktien steigt, weil die Nachfrage steigt und die steigt, weil die Geldmenge steigt. Das ist eine Spirale, die ständig aufwärts geht und sich von der Realität immer weiter entfernt. Am einfachsten kann man Geld mit Geld verdienen, man muss nur ein Startkapital von zehn oder hundert Millionen mitbringen, also reines Spekulationsgeld, das man nicht zum Leben benötigt.

Maximalismus führt in den Untergang

Maximalismus ist eine Taktik, die unweigerlich in eine Katastrophe führt; denn ewiges Wachstum ist unmöglich.

Beim Geld ist das nicht gleich zu erkennen, weil die Geldmenge im Prinzip unbegrenzt ist. Geld ist seit mehr als 50 Jahren nur noch eine Zahl, an deren Wert alle glauben. Reine Zahlen können immer weiter gezählt werden. Deshalb kann die Geldmenge ungehindert und ungebremst vergrößert werden. Das Problem ist, dass man für Geld alles kaufen kann, und da lauert die Gefahr. Inflation ist noch das geringere Übel.

Viel gefährlicher ist der Großeinkauf von Waffen, angeblich für die Sicherheit. Sicherheit ist die Argumentation der Waffenlobby in den USA. Wenn alle Waffen tragen, sagt man, ist jeder vor den Verbrechern sicher.

Bei Kriegswaffen gilt die gleiche Argumentation: Wir rüsten für den Frieden, um sicher zu sein, gegen die anderen und das sind die Bösen. Diese Argumentation galt schon gegenüber den Indianern, die fast völlig vernichtet wurden. Die Rüstung ist in den USA schon immer ein Riesengeschäft.
Lies hierzu:
Lederstrumpf und die letzten Feinde

Das Gegenteil von diesem apokalyptischen Sound ist minimalistische Musik oder Stille. Zeit zum Zuhören, Zeit zum Nachdenken, Zeit zum ruhigen Verhandeln über den Frieden. So wenig Waffen wie möglich, am besten gar keine. Bei Waffen ist Minimalismus das Optimum.

   06.06.2022
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Selenskyj kann den Krieg gewinnen, die Ukraine nicht.

  Der Artikel ist am 03.05.2022 auch 
  auf krass&konkret erschienen.
  Am 05.05.2022 erschien er auf apolut
  als Tagesdosis auch als Podcast unter dem Titel:
  "Das Selenskyj-Theater präsentiert..."
  Man beachte die Jahreszahl des Erscheinens: 2022

Wolodymyr Selenskyj ist an erster Stelle ein Glückspilz und an zweiter Stelle Schauspieler. Außerdem ist er seit Mai 2019 Präsident der Ukraine. Jeder kennt ihn, denn Selenskyi hat ein seltenes Medientalent von globalem Format. Zunächst wurde bekannt, dass er im Film jemanden gespielt hat, der zufällig Präsident geworden ist und dass er dann mit Unterstützung der Mächtigsten zum Präsidenten der Ukraine gewählt wurde.

Der professionelle Medienstar

"Diener des Volkes" war eine satirische Fernseh-Serie über 4 Jahre mit 51 Episoden in 3 Staffeln, die Selenskyi selber produziert hat. So harmlos, wie er aussieht, ist er also nicht. Selenskyi gehört zu denen, die am Krieg Geld verdienen. Die Serie wurde synchronisiert und weltweit vermarktet. Als Producer verdient er an den Filmrechten und je länger der Krieg dauert, um so mehr.

Selenskyi ist Medienprofi durch und durch, als Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent von mehreren Dutzend Werken. Sein Markenzeichen ist das harmlose Gesicht, das er als Präsident im Krieg der ganzen Welt präsentiert. Von Politik versteht er nicht viel, muss er auch nicht, um den Präsidenten zu spielen. Für die Politik ist das Drehbuch zuständig und der Drehbuchautor schreibt inzwischen auch die Präsidentenreden.

Dazu wurden eigene Formate entwickelt, die das Fernsehen einem normalen Schauspieler nicht bieten kann: Militärnahe Szenen mit gut aussehenden Kämpfern, im Hintergrund zerstörte Häuser oder Panzer und Kanonen. Wer genau hinschaut, erkennt, dass die Bilder genau durchdacht und aufgebaut sind. Man erkennt es an der Bildkomposition und an der Blickrichtung der Beteiligten.

Der Clou war das Format Videoauftritt des Präsidenten der Ukraine in einem anderen Parlament. Selenskyi hat es in mehreren Ländern durchgespielt und überall eine auf das jeweilige Land zugeschnittene Ansprache gehalten. Mal Bettelnd, mal drohend oder fordernd. Medienperformance vom Feinsten.

In Israel ist er damit böse angeeckt, weil er oder sein Drehbuchautor die dreiste Idee hatten, den Angriff auf die Ukraine mit dem Holocaust gleich zu setzen.

Heute hier und morgen anders

Wer Selsnskyis Auftritte und seine Aussagen verfolgt, stellt fest, seine Statements und Forderungen sind nicht konsistent. In Istanbul verhandelt er mit Russen über Waffenstillstand, in Berlin fordert er Panzer und schwere Waffen, in Polen hetzt er die Hardliner auf, in München hat er behauptet, Ukraine könne Atomwaffen produzieren.

Damit die Menschen in der Ukraine, die am nächsten dran sind, nicht erkennen, wie sie aufgestachelt und verheizt werden, sind alle Nachrichten im Land gleichgeschaltet worden und die oppositionellen Parteien wurden verboten. Teilweise wurde das Mobilfunknetz abgeschaltet. Wolodymyr Selenskyj agiert nicht allein, er hat rabiate Leute hinter sich.

Selenskyi selbst ist ein mediales Großereignis, ständig neue Szenen, manchmal auch durchsichtig und geschmacklos. Das passt ins Zeitalter von Twitter und Whatsapp.

Selenskyi steht mit olivgrünem T-Shirt vor der Kamera, im Hintergrund Sandsäcke gestapelt. Ein Foto aus größerem Abstand zeigt jedoch, dass die ganze Szene auf einer Freitreppe aufgebaut ist, vielleicht im Präsidentenpalast. Wer nur den Oberkörper sieht, glaubt, Selenskyi steht an der Front in Deckung.

Psychologische Kriegsführung

Die durchsichtigen Inszenierungen des Verteidigers der westlichen Werte mit gestellten Fotos und ausgetüftelten Videobotschaften werden flankiert von einer völlig verzerrten Darstellung des Krieges, die fast nur aus Kriegsverbrechen russischer Bestien besteht, was von unseren Medien und Politikern (!) kritiklos übernommen wird. Für weibliches Publikum, besonders in Deutschland, wird von sexualisierter Gewalt gegen Zivilistinnen und Angriffen auf Krankenhäuser und Kindergärten erzählt.

Das alles erinnert stark an die bekannte Brutkastenlüge gegen den Irak. Der Unterschied: Die Taktik des Filmprofis Selenskyi ist wesentlich vielseitiger und sehr kreativ. Im Film- und Fernsehgeschäft war er ein Vielschaffender. Ehe eine Lüge enttarnt werden kann, sind schon zehn neue Gruselgeschichten in den Medien.

Weil es unkontrollierbare Milizen gibt und Waffen an Zivilisten verteilt wurden, gibt es Übergriffe von Fanatikern und Kriminellen auf alle möglichen Personen. Selenskyi ist es gelungen, alles, was nach Verbrechen aussieht, den Russen in die Schuhe zu schieben. Die Behauptung, dass Russen plündern würden und Kühlschränke klauen, wurde nur ganz kurz aufgestellt, wohl weil niemand sie geglaubt hat. Was gut ankommt, wird ständig wiederholt.

In diesem Spiel mit Emotionen geht völlig unter, dass an erster Stelle Soldaten sterben, auf beiden Seiten. Und Soldaten sterben nicht durch Verbrechen oder Terror, sondern durch die Wirkung von Kriegswaffen, welche die Politikerinnen und Politiker aus der Westlichen Werte-Welt gerne finanzieren und ins Kriegsgebiet liefern.

Unsere gewählten Volksvertreter

Die durch den Medienkrieg angeheizte Hysterie gipfelte zuletzt im Antrag der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP (Drucksache 20/1550 vom 27.04.2022 des deutschen Bundestags).

Hier das pdf. https://dserver.bundestag.de/btd/20/015/2001550.pdf

Das ist ein Dokument der Massenpsychose, in dem alle Narrative der Selenskyi-Propaganda aufgegriffen werden. Soldatinnen und Soldaten sind zwar gegendert, aber ihr Tod ist für die Fraktionen, die das Pamphlet verfasst haben, nicht relevant, so als seien sie ein Teil der Munition. In diesem offiziellen Papier gibt es nur Waffen, Verbrecher und Helden und hundertfach die Ausbrüche von Allmachts-Phantasien deutscher Volksvertreter.

Das sind genau die 700 Leute, die wir vor einem halben Jahr völlig arglos in den Bundestag gewählt haben, damit sie unsere Interessen vertreten. Jetzt vertreten sie mit einem vergifteten Wortschwall die amerikanische Expansionspolitik gegenüber Russland, China und einem starken Europa.

Man fühlt sich, wenn man das liest, in eine Dystopie versetzt, wo die Menschen ferngesteuert sind oder erst mit 80 Jahren erwachsen werden.

So grausam es auch klingt, dieses Schriftstück ist eine detaillierte Antwort auf die teuflische Frage, die Joseph Goebbels in der Sportpalastrede 1943 gestellt hat:

"Wollt ihr den totalen Krieg?"

Die Antwort des deutschen Bundestages 2022 lautet: Ja! Aber in der Ukraine.

Realitätsverlust oder Kunst

Wir leben im Medienzeitalter und haben in der Westlichen Werte-Welt die Realität als Fundament allen Denkens aus dem Bewusstsein verloren. Selenskyi weiß das und spielt bravourös den perfekten Präsidenten im Medienkrieg. Das Verrückte ist, dass die Welt ihm kritiklos glaubt und ihn, den Darsteller, für einen realen Helden hält.

Ist das, was Selenskyi macht, Kunst? Im Sinne von Joseph Beuys könnte es Kunst sein, nach dessen erweitertem Kunstbegriff. Auch Beuys hat Kunst und Politik vermischt, sogar Kunst und Krieg. Er hat von seiner Rettung aus dem abgestürzten STUKA auf der Krim erzählt, die selbstverständlich zu Russland gehörte, und von Schamanen, die seine Wunden mit Filz, Fett und Honig behandelten. Das waren später seine Lieblings-Materialien.

Beuys war Pazifist. (Kunst ist das Gegenteil von Krieg.) Die Grünen haben schon damals Beuys aus ihren Reihen weg geekelt. Heute sind die Grünen die Kriegstreiber der Regierung. Anhänger der Friedensidee sind entsetzt, auch Umweltbewusste, denn Krieg ist die denkbar größte Umweltsünde und Verschwendung von Ressourcen und von Menschenleben!

Um allen Friedensbemühungen von vorne herein den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat Annalena (Leoparda) Baerbock gefordert, Russland müsse erst seine Truppen abziehen, ehe man verhandelt. Das widerspricht jeder Logik eines Waffenstillstands, der die Voraussetzung für Frieden schafft.

Katastrophe als Medienereignis

Die Begeisterung von Wolodymyr Selenskyj für seine jetzige Rolle als Präsident ist durchaus echt. Plötzlich ein Weltstar zu sein, ist für jeden Medienschaffenden verlockend, auch wenn aus der Satire Ernst geworden ist. Krieg ist zwar grausam, aber, gut inszeniert, ein Renner in Film, Funk und Fernsehen, auch als Foto, Kommentar, Augenzeugenbericht oder Diskussionsgegenstand, sogar als Sondersitzung des deutschen Bundestags. Da ist man gerne dabei und je weiter vom Geschehen, um so lieber.

Die Realität wird in der Westlichen Werte-Welt schon lange hinter das Medienereignis zurück gedrängt.

Wir erinnern uns noch an Corona. Da gab es täglich Neuinfektionen, die weder Infektionen, noch neu waren. Da gab es Inzidenzen, die man, wie die Neuinfektionen, mit der Zahl der Tests beliebig steigern konnte. Und niemand hat diese einfachen Lügen öffentlich bloßgestellt. Nur hinter vorgehaltener Hand durfte man das weitersagen. Uns wurde der Glaube aufgezwungen, dass Covid eine hochgefährliche Krankheit ist, und immer noch wird jede neue Mutation mit lautem Krach als Todesgefahr angekündigt.

Krieg und Frieden

Jetzt wollen uns Politikerinnen und Medien den Glauben aufzwingen, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen kann, wenn wir nur genügend Waffen liefern und Milliarden an Geld hinein pumpen. Die große Mehrheit der Deutschen glaubt das, weil ein Superstar es verkündet. Frieden ist langweilig und Friedensverhandlungen sind noch langweiliger, nix für Wolodymyr Selenskyi, auch nicht als verantwortlicher Präsident, der er ja in Wirklichkeit auch wirklich ist.

Man könnte sich ein Drehbuch mit einem anderen Plot vorstellen:

Zwei Nebendarsteller hecken einen Friedensplan aus, ohne dass der Präsident es merkt. Sagen wir, zwei freche Kerle wie Max und Moritz, dargestellt von Olaf Scholz und Emanuel Macron.

Warum diese beiden? Weil Frankreich und Deutschland am besten wissen, dass man Russland nicht besiegen kann. Napoleon und Hitler haben es ernsthaft versucht, sehr ernsthaft. Sie hielten sich für die größten Feldherren ihrer Zeit und ihre Armeen waren den Russen technisch überlegen. Beide sind gescheitert und beide Länder haben gegenüber Russland immer noch etwas gut zu machen, im Fall von Deutschland eine ganze Menge: 27 Millionen tote Sowjetbürger.

Stellen wir uns folgende Szene vor:

Macron und Scholz als Garanten des Friedens machen dem Kreml ein Angebot: Ukraine kommt nicht in die NATO, bleibt neutral wie Österreich und verzichtet darauf, die Krim zu erobern, weil sie zu Russland gehört. Die Ostprovinzen können abstimmen, ob sie zur Ukraine oder zu Russland oder unabhängig sein wollen.

Was ist an einem fairen Friedensangebot so ungeheuerlich? Es widerspricht nur der US-amerikanischen Expansion im globalen Machtgefüge.

Frieden ist billiger als Krieg. Das Geld, das jetzt für Waffen vorgesehen ist, wird in den Wiederaufbau des Landes gesteckt. Auch die 100 Schulden-Scholz-Milliarden. Moskau stimmt zu und das war's. Man fragt sich, warum nicht gleich so?

Flucht nach Hollywood

Selenskyi muss in diesem Szenario natürlich mitspielen und eine Ansprache über die gleichgeschalteten Medien in der Ukraine halten, vielleicht auf einem improvisierten Soldatenfriedhof mit Holzkreuzen im orthodoxen Stil. Wie immer dreist, drastisch und aggressiv, etwa so:

"Unsere Soldaten sind gefallen, aber viel mehr Russen haben sie getötet.

Der Westen hat uns Waffen und Geld geliefert, aber keine Soldaten. Feige Drückeberger sind sie alle.

Wegen der Angst der Deutschen und Franzosen vor Russland müssen wir jetzt den Krieg beenden.

Es lebe die neutrale Ukraine!"


Und tschüss.

Für Selenskyi gibt es, damit er diese Szene spielt, einen lukrativen Anreiz: Man garantiert ihm, er kann als Filmstar und Produzent im Westen weitermachen. Es muss nur noch eine letzte Szene in Kiew gedreht werden:

Selenskyi, nur provisorisch bekleidet und unrasiert, wird zum Rettungshubschrauber hoch geseilt und dann, ab über die Grenze, zum nächsten internationalen Flughafen. Einer Film-Karriere im Westen, ähnlich der von Roman Polanski, steht nichts im Wege.

Selenskyi kann als Regisseur, Schauspieler und Medienstar den Krieg gewinnen, nicht aber die Ukraine gegen Russland. Vielleicht hat er als Star den Medienkrieg schon gewonnen. Es fehlt nur noch eine letzte Episode: "Flucht nach Hollywood." Dann ist er da, wo er hin gehört.

   28.04.2022 (Beachte die Jahreszahl!)
  Letzte Überarbeitung 01.05.2022 
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Zwei Zahlen, welche Macht bedeuten
und die Realität als Feind

  Dieser Artikel ist auch auf 
  krass&konkret erschienen, Titel: 
  Verteidigung der westlichen Werte: Dollar,
  Euro, Schweizer Franken und Britisches Pfund.

Der US-Präsident benötigte für 2023 einen Militär-Etat von 813 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wird bekannt, das Defizit des US-Haushalts liegt bei 800 Milliarden. Diese beiden Zahlen sind, grob gerechnet, gleich und das ist kein Zufall.

Schon seit Jahren fällt auf, dass der Militär-Etat der USA immer ungefähr gleich dem Haushaltsdefizit ist. Erst waren es 600 Milliarden, dann 650, dann 700 und jetzt 800. Das ist also eine Gewohnheitsregel. Genaueres mögen Fakten-Checker zusammenstellen, mir fehlt dazu die Zeit.

Finanzmacht und der Präsident der USA

Man muss zur Kenntnis nehmen, dass die US-Regierung die von der Notenbank FED genehmigten Schulden, nicht zurückzahlt. Der Staat zahlt nur Zinsen, er leistet keine Tilgung. Im Gegenzug kann die FED, die sich in Privathand befindet, den US Dollar in Eigenregie verwalten. Das ist der Grund, warum die Staatsschulden der USA so unermesslich hoch sind. Man kann dieses US-agreement nicht mit den Staatsschulden in anderen Ländern, wie Deutschland vergleichen. Die FED finanziert zum Teil den US-Staatshaushalt und hat die volle Macht über die Dollar-Währung. Das heißt, sie kann soviel Dollars erzeugen und Kredite zu ihren Konditionen vergeben, wie sie für richtig hält. Der US-Präsident hat keine Finanzhoheit.

Die private Notenbank FED finanziert also, zunächst einmal rein zahlenmäßig, das Militär der USA. Dies ist eine Hypothese, aber wenn man den Mechanismus der Finanzen genauer anschaut, sieht man, dass dieser Zusammenhang tatsächlich existiert, weil ein starkes Militär sehr im Interesse des großen Geldes ist.

Die US-Notenbank FED ist nicht der Hoheit der US-Regierung unterstelltist, sie gehört einem Konsortium von Privatbanken. Der Präsident kann sie nicht zwingen, ihm Geld zu geben, er kann auch nicht beliebig viel Schulden machen. Wenn die FED Schulden in Höhe des Militär-Etats bewilligt, tut sie das in vollem Bewusstsein aus eigenem Kalkül und nicht nur aus Vaterlandsliebe.

Ehe wir fragen, warum die Notenbank das tut, sollten wir uns daran erinnern, dass die Präsidenten Obama und Trump, beide nach ihrer Amtseinführung, eine kurze Zeit, ohne Geld da standen. Sie konnten Regierungsangestellte nicht bezahlen. Das ist ungeheuerlich. Wir denken, wie kann das sein, dass ein neu gewählter Präsident der USA, der mächtigste Mann der Welt, kein Geld in der Kasse hat?

Der Präsident der USA ist eben nicht der mächtigste Mann der Welt. Wenn es um Geld geht, und es geht fast immer um Geld, dann sind andere mächtiger als er. Die Finanzmacht musste den beiden Neulingen im Machtgefüge der USA, Obama und Trump, zeigen, wer über die Finanzen des Staates bestimmt. Im Fall Joe Biden war das nicht erforderlich, der war schon Vizepräsident und ist überhaupt ein Insider. Obama und Trump waren Neulinge.

Das Geld und sein System

Warum die Finanzmacht über die zentrale Notenbank FED den Militär-Etat voll finanziert, während sie andererseits die Ausgaben des Staatshaushalts unter Kontrolle hält, hat folgenden Grund: Der Dollar braucht das Militär um seinen Wert in der Welt zu behaupten. Auch diese Erkenntnis klingt zunächst gewagt und ich will sie genau begründen.

Dollars, aber auch Euros, Pfunde und Schweizer Franken, also Geld, hat seit mehr als 50 Jahren keinen materiellen Wert. Früher war es durch Goldreserven teilweise gedeckt. Die Deckung spielt keine wesentliche Rolle mehr.

Geld ist ein völlig abstrakter Wert geworden, eine Zahl, die einen Wert nur symbolisiert. Wenn alle Beteiligten das anerkennen, ist dieses abstrakte Geld, auch Fiat-Geld (Wikipedia) genannt, eine intelligente Idee. Es kommt darauf an, was man daraus macht und wie man es durchsetzt. Die USA sind bereit, die Akzeptanz des US-Dollars mit Gewalt durchzusetzen.

Die kritische Fragestellung ist die: Wie kommt Geld zustande, wer kann es in Verkehr bringen, wie groß ist die Geldmenge und in welcher Währung wird das bemessen? Es ist nicht schwer zu erraten, dass alle diese Fragen in den USA, genauer an der Wallstreet und an erster Stelle in der FED zugunsten des US-Dollars beantwortet werden.

Die Realität ist stärker als eine Idee

Es ist wichtig zu wissen, dass Geld überwiegend von privaten Banken erzeugt wird und zwar durch Kreditvergabe. Eine Bank gibt jemandem Kredit, den sie für so potent hält, das Geld zurückzuzahlen bzw. dafür materielle Werte zu schaffen oder bereits zu besitzen, die man sich per Pfändung aneignen kann. Das Geld wird dann durch die Gutschrift auf das Konto des Schuldners erst in die Welt gesetzt, er kann frei darüber verfügen, aber vorher war es nicht vorhanden.

Wer das bisher noch nicht wusste oder nicht glauben wollte, sollte sich mit der giralen Geldschöpfung (Wikipedia oder kritlit.de) vertraut machen. Die Geldmenge wird bei diesem Vorgang um den Betrag der Kreditsumme erhöht. Bei manchen Banken wird ein Eigenanteil eingesetzt, in der Schweiz sollen es 10% der Kreditsumme sein.

Das abstrakte Fiat-Geld, das immer mehr wird, hat ein grundsätzliches Problem: Wenn jemand es nicht akzeptiert, hat es keinen Wert. In der Realität sind einige materielle Werte von Natur aus stärker als das abstrakte Geld. Das sind immer noch an erster Stelle die Stoffe zur Energieerzeugung: Öl, Erdgas und Kohle. Hinzu kommen andere Rohstoffe wie Uran und seltene Metalle, deren Menge begrenzt ist, die man aber unbedingt haben will.

Globalisierung und Geldexport

Das meiste Geld existiert nur noch auf einem digitalen Speicherplatz und kann mit Lichtgeschwindigkeit durch Glasfaserkabel transferiert werden, was auch in jeder Sekunde auf dem ganzen Globus geschieht, weitgehend unkontrolliert. Dieser digitale Geldverkehr ist die Basis der Globalisierung.

Das Land der Geldbesitzer sind die USA. Sie erhöhen die Geldmenge jedes Jahr um viele Milliarden und haben es durchgesetzt, dass überall der US-Dollar als Leitwährung gilt. Leitwährung bedeutet, alles, was groß und wichtig ist, wird in Dollar verrechnet. Dollars in Scheinen ausgeben darf nur die FED. Sie erfüllt außerdem Kreditwünsche zu den von ihr festgesetzten Zinsen und generiert so weitere US-Dollars, ganz nach Belieben.

Auf diese Weise finanzieren US-Banken nicht nur das Defizit ihres Staates, sondern auch Defizite der privaten Wirtschaft und den Superkonsum. Auch Kreditkarten vergrößern die Geldmenge kurzfristig um den Betrag, der bei der nächsten Abbuchung fällig ist.

Stein, Schere und Papier

Das System hat einen wunden Punkt, den man mit einem Kinderspiel veranschaulichen kann: Stein macht Schere stumpf, Schere schneidet Papier und Papier wickelt Stein ein. Das ist ein Machtspiel, das im Kreis unentschieden bleibt.

Wenn aber Stein = Kohle oder Erz, sich nicht von Papier = Geld, einwickeln lässt, ist Stein stärker als Papier und stärker als Schere. Wer also Bodenschätze hat, ist auf lange Sicht stärker, als derjenige, der nur Geld hat.

Geld, als abstrakte Zahl, die nur durch die Akzeptanz aller Lieferanten und Geldverdiener ihren Wert hat, wird weniger wert, wenn einige wichtige Lieferanten es nicht akzeptieren, aber auch schon dann wird es weniger wert, wenn einige Lieferanten anderes Geld genau so akzeptieren wie den Dollar. Wenn die Schere vom Papier größere Stücke abschneidet, kann es den Stein nicht mehr einwickeln.

Hier endet die Macht des Geldes

Geld in Milliarden und wertvolle Materialien sind Gegenpole.

Auf der einen Seite haben wir Geld, dessen Menge durch wachsende Schulden immer weiter ansteigt. Dabei ist die Geldmenge schon längst so groß, dass ein Drittel oder ein Viertel reichen würde, alle Produkte, die auf dem Weltmarkt angeboten werden, zu kaufen, alle Flugzeuge, Autos, Maschinen, Elektronik, Lebensmittel und Konsumgüter. Dazu würde etwa ein Drittel des vorhanenen Geldes genügen. Zwei Drittel kursieren nur in der Finanzwelt und warten auf eine Gelegenheit der lukrativen oder sicheren Geldanlage.

Auf der anderen Seite sind Länder, die zwar Erdöl, Erdgas und Metalle verkaufen wollen, nicht aber die Lagerstätten. Zu diesen Ländern gehören Russland, Venezuela und Iran. Sie sind das Ziel der Begehrlichkeit, die vom riesigen Geldüberschuss ausgeht, und sie werden das Opfer von psychologisch geschickt gesteuerten Attacken, die in den Medien beginnen.

Man tut so, als wäre es totalitär, wenn ein Land die Rohstoffe im Boden des Landes als Eigentum der Allgemeinheit ansieht und sie verstaatlicht. Seit Venezuela das gemacht hat, wird es als undemokratisch bezeichnet und ständig angeprangert. Schlimmer erging es Irak und Libyen, die Staaten wurden militärisch ausgelöscht. Es wird suggeriert, als sei Gemeineigentum ein Angriff auf das Privateigentum an sich. Dabei ist es eine ganz natürliche Regel, wenn Bodenschätze allen, also dem Staat gehören.

Die Finanzmacht sieht gerne Aktiengesellschaften als Besitzer aller wertvollen Güter. Am Aktienmarkt geht die Übernahme von Eigentum durch die Besitzer von Fiat-Geld glatt über die Bühne. Man kauft alles, was an Aktien verfügbar ist. (Nicht vergessen, zwei Drittel oder drei Viertel allen Geldes werden frei im Finanzsektor bewegt.)

Innerhalb zwei Wochen, nach der Ankündigung von Olaf Scholz, 100 Milliarden in die Rüstung zu stecken, sind die Aktien von Rheinmetall, der düsseldorfer Waffenschmiede für Panzer und Kanonen, auf mehr als das Doppelte angestiegen. Rheinmetall ist zwar eine deutsche Firma, aber die Eigentümer sind Aktionäre, an erster Stelle US-Investoren. Rheinmetall ist nur ein aktuelles Beispiel, es gilt im Prinzip für Aktien und auch für Immobilien auf der ganzen Welt.

Ein steiniges Kapitel: Russland

Wegen der Aktualität ein Blick auf Russland. Russland hat die meisten Bodenschätze der Welt und die sind überwiegend in Besitz des Staates. Das war schon immer so. Öl- und Gasquellen, Gruben und Minen werden nicht verkauft. Der Staatshaushalt ist auf Dauer ausgeglichen.

Wegen dieser harten Tatsachen ist Russland für Großinvestoren ein unzugängliches Gebiet und wird damit als natürlicher Feind der US-Finanzmacht angesehen. Bodenschätze, wenn man sie hat, sind eine härtere Währung als Fiat-Geld. Und je mehr Geld die Banken erzeugen, desto weniger ist es wert. Bei Bodenschätzen geht der Trend aber umgekehrt, je weniger da ist, desto mehr steigen sie im Preis.

Weil die Geldmenge ständig wächst, die Ressourcen kleiner werden und weil China sich vom Dollar als Leitwährung gelöst hat, wird der Druck auf Russland seit 30 Jahren Schritt für Schritt intensiviert. Deshalb richtet sich die NATO jetzt gegen Russland mit seinem staatlichen Reichtum. Man hofft auf eine Regierung, die sich der US-Finanzmacht nicht widersetzt, entweder aus Schwäche, aus Ignoranz oder weil sie korrupt ist, wie die Boris Jelzins.

Es kann gut sein, dass Russland, anstatt den Krieg in der Ukraine anzufangen, die Hochrüstung und Umzingelung des Westens, sprich, der NATO, durch eigene Sanktionen hätte stoppen können. Alle feindlich gesonnenen Länder, an erster Stelle USA, GB und Deutschland, hätte Russland von der Belieferung mit Gas, Erdöl, Kohle, Kobalt, Gold und Industriediamanten ausschließen können.

Das hätte natürlich eine Welle der Entrüstung ausgelöst, weil Russland sich nicht an die Lieferverträge hält. Durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine, ist die Entrüstung jetzt aber hundert mal so groß und das spielt der Finanzwelt in die Hände. Der Krieg wird von Vasallen verlängert und intensiviert. Die USA liefern nur Geld und Waffen. Beides besitzen sie in Überfluss. Hinzu kommt die äußerst geschickte psychologische Kriegsführung.

Zu den treuesten Vasallen der USA gehört die Bundesrepublik Deutschland. Sie handelt zugunsten des Großen Bruders gegen die eigenen Interessen. Den Stopp der Gaslieferungen unsererseits als Sanktion gegen Russland zu sehen, ist unrealistisch. Es ist ein Opfer für die Wirtschaft und die Währung der USA und es geht in die gleiche Richtung wie gesteigerte Rüstungsausgaben, auch die dienen der US-Wirtschaft und nutzen uns gar nichts.

Das Militär ist der reale Arm der abstrakten Finanzmacht

Die härtesten Stützbeine der abstrakten und leicht vermehrbaren Dollarwährung sind die Rüstung und das Militär als materielle Macht, die überall auf der Welt präsent ist (außer im Inneren von Asien) und die notfalls die Privatisierung und Anerkennung des Dollars erzwingt.

Die Wallstreet, die den Dollar erzeugt und kontrolliert und damit die Finanzwelt beherrscht, finanziert deshalb voll die US-Rüstung und das weltweite Militär, um den Wert des Dollars in der Welt abzusichern oder durchzusetzen. Wenn Joe Biden 813 Milliarden braucht, um nach seiner Vorstellung militärisch allen anderen überlegen zu sein, dann bekommt er die, weil der Dollar die Militärmacht braucht, um ein Gewicht in der Realität zu haben.

Die Realität als Feind

Russland mit seinen materiellen Gütern bedroht aus Sicht der Wallstreet das abstrakte Fiat-Geld, das mit steigender Menge weniger wert wird. Man will Russland auf lange Sicht zum günstigen Verkauf seiner Bodenschätze und zur Privatisierung der Quellen, Lager und Minen zwingen. Deshalb wird die immense Rüstung finanziert.

Die US-Finanzmacht treibt das Militär und die NATO an, um den Geltungsbereich des Dollars gegen die Realität der materiellen Bodenschätze in Russland (und in einigen anderen Ländern), auszudehnen. Im Neusprech, heißt das: Wir müssen die westlichen Werte verteidigen.

Aus dem Neusprech in Realsprache übersetzt: Die westlichen Werte sind: Dollar, Euro, Schweizer Franken und Britisches Pfund. Verteidigen bedeutet Stationierung und Einsatz von Angriffswaffen.

Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, erkennt man, dass ein zur Hälfte irrationaler Kampf stattfindet: Auf der einen Seite eine abstrakte Zahl, nämlich Geld, als höchster Wert der westlichen Wertegemeinschaft und auf der anderen Seite eine riesige Landfläche mit begehrten Rohstoffen, also unbestreitbare Realität.

Diese Sichtweise erklärt auch den Realitätsverlust in den westlichen Medien, der in der Corona-Krise schon deutlich wurde. Die Medien empfangen von oben Narrative und geben sie weiter. Sie haben die Realität und den Wert von Recherche, das Suchen nach der Wahrheit, aus den Augen verloren.

Wer etwas nicht Reales als höchsten Wert über die Realität stellt, neigt dazu und ist sogar gezwungen, in seinem Denken den Boden der Realität zu verlassen. Das führt zur totalen Verwirrung der Geister.

   07.04.2022
  Neufassung am 12.04.2022
  letzte Bearbeitung 23.12.2023
  nach oben: X mal Bewusstseins-Erweiterung


Der Kampf gegen Viren und Windmühlen

1.Teil: Viren und Evolution
2.Teil: Politik und Virologie

  Am 09.02.2022 ist dieser Essay als
  Tagesdosis auf apolut erschienen.
  Dort könnt ihr den Text auch anhören.

Fast alle Politiker haben die Corona-Viren und die durch sie verursachte Krankheit Covid zum Politikum gemacht und verhindert, dass unterschiedliche Standpunkte das Testen und Impfen und die nichtmedizinischen Maßnahmen hinterfragen. Noch ist es nicht zu spät, die entscheidende Frage zu stellen:
 
Was sind Viren überhaupt und welche Rolle spielen sie für das Leben von Menschen?
 
Viren sind keine Lebewesen, obwohl sie sich vermehren. Sie können sich weder selbst bewegen, noch Nahrung oder Energie aufnehmen, noch können sie Proteine produzieren. Ihre Vermehrung ist nur in fremden, lebendigen Zellen möglich. Dabei geben sie ihre Erbinformation weiter, die einen ganz besondere Struktur besitzt.

Prinzip der Selbstreproduktion

Die Besonderheit der Virenreproduktion ist durch sogenannte Computerviren deutlich geworden. Es sind Programme, die sich unter günstigen Bedingungen selbst kopieren. Computerviren führen uns vor, dass so ein Programm das sich selbst kopiert, weder Hexerei ist, noch unendlich kompliziert.
 
Die Reproduktion von (in der Natur vorkommenden) Viren ist aber kein mathematischer, sondern ein biologischer Prozess und gelegentlich gibt es Kopier-Fehler. Das führt dazu, dass Mutationen entstehen, ähnlich wie bei der Reproduktion der Lebewesen.

Evolution mit Viren

Viren sind nach Definition der meisten Biologen keine Lebewesen, aber sie vermehren und wandeln sich ebenfalls nach den Gesetzen der Evolution. Einige reproduzieren sich sehr schnell, andere werden von neuen Mutationen verdrängt und verschwinden wieder. Das funktioniert bei Viren ähnlich wie in der Evolution des Lebens.
 
Ein entscheidender Effekt kommt noch hinzu, der die Evolution der Wirtszellen betrifft, weil sie in deren Stoffwechsel eingreifen und die Reproduktion der lebendigen Zellen stören. Wir stellen fest, dass Viren oft eine schädliche Wirkung haben.
 
Allein dadurch greifen sie aktiv in die Evolution der Lebewesen ein, in denen sie sich vermehren lassen.
 
Viren sind in doppeltem Sinne ein Teil der Evolution:
 
Sie entwickeln sich selbst nach den Gesetzen der Evolution und sie beeinflussen die Evolution der von ihnen betroffenen Lebewesen.

 
Es ist schwierig, diesen Vorgängen einen Sinn zu geben. Doch es wäre naiv und kindlich, einen so fundamentalen Prozess in der Evolution des Lebens einfach als negativ, schädlich oder gar böse anzusehen.
 
Viren sind nicht die Feinde der Evolution, sondern ein Teil davon.
 
Vielleicht haben sie in diesem Prozess eine Funktion, die über Schädigung hinaus geht.

Generationenfolge und Evolutionsprozess

Außer einigen Pflanzen und Pilzen, die einfach nur räumlich und zeitlich weiter wachsen, bilden die meisten Lebewesen Generationen. In jeder Generation werden komplette neue Exemplare erzeugt, an welche die Erbinformation weitergegeben wird. Erst mit der nächsten Generation geht die Vermehrung weiter.
 
Zum Generationenwechsel gehört, dass die Lebenszeit des Individuums begrenzt ist. Jede höhere Lebensform ist mit dem Absterben älterer Exemplare verbunden. Der Tod ist von diesem Punkt an ein Teil des Lebens.
 
Ein Generationenwechsel bedeutet, dass nur nach bestimmten Zeitspannen Mutationen stattfinden können, bei höheren Tieren ist das die Zeit bis zur Geschlechtsreife. Ganz anders sieht es bei Viren aus. Viren vermehren sich ohne Generationswechsel kaskadenartig mehrmals hintereinander in einem einzigen Lebewesen und zwar schnell, oft in Stunden oder Bruchteilen davon.
 
Hinzu kommt ein biologischer Unterschied bei der Weitergabe der Erbinformation. Die Erbinformation ist normalerweise in einer sogenannten Doppelhelix der DNA gespeichert, also gleich zweimal vorhanden, was bei der Kopie Fehler vermeiden hilft. Die meisten Viren dagegen haben nur eine Sequenz, sie mutieren deshalb schneller und mit höherer Wahrscheinlichkeit.
 
Diese beiden Effekte wirken in die gleiche Richtung: Auf der einen Seite Vermehrung über Generationen mit Doppelhelix, auf der anderen Seite permanente Vermehrung meistens ohne Sicherheitskopie der Erbinformation. Beides führt dazu, dass Viren sehr viel schneller mutieren als alle Lebewesen. Das logische Ergebnis:

Viren sind Antreiber und Beschleuniger der Evolution.

Diese Tatsache können wir als Sinn der Existenz von Viren ansehen. Sie beschleunigen den trägen Evolutionsprozess von Lebewesen, indem sie zur Anpassung herausfordern.
 
Es ist nicht selbstverständlich, diesen Vorgang negativ zu bewerten.
 
Man sollte Naturgesetze und natürliche Prozesse der Biologie wertfrei sehen oder wenigstens versuchen, emotionale Bewertungen auszuschalten, um die Vorgänge besser zu verstehen.


  Nachträglich eingeschobenes Kapitel:

Von Viren

über Evolution lernen

Weil Viren viel schneller mutieren als Lebewesen, welche Generationen bilden, weil die Evolution bei Viren also tausend oder hunderttausend mal schneller erfolgt als die von Menschen, Pflanzen und Tieren, kann man daraus etwas Grundsätzliches über den Evolutionsprozess lernen.

Wir erkennen: Die Evolution erfolgt nicht so, dass die stärksten und aggressivsten Mutanten sich immer gegen sanftere durchsetzen, es ist bei Viren umgekehrt. Viren, die weniger schädigend sind, verdrängen die aggressiveren Varianten. Beim Corona-Virus haben wir das alle miterlebt.

Corona Panik menschengemacht

Die Welt war erst geschockt, weil Corona-Viren sich so schnell verbreiten. Ehe die Virologen solide Informationen hatten, wurde eine Panik erzeugt. Dabei ist die schnelle Ausbreitung nichts Besonderes. Corona-Viren verbreiten sich nämlich über die Atemwege und werden von Aerosolen transportiert. Aerosole sind etwas wie Nebel, salopp gesagt, es ist der feuchte Hauch des Atems. Viele, bis dahin schon bekannte Viren verbreiten sich so, sie verursachen Erkältungskrankheiten und Grippe.

Das neue Corona-Virus von 2019 verursachte eine der Grippe ähnliche Erkrankung, Covid19 genannt. Alte und schwache Menschen können daran sterben, gelegentlich auch junge, besonders dann, wenn sie körperlich geschwächt sind. Bei der ersten Welle 2020 war Covid19 in etwa so gefährlich wie die Hongkong-Grippe von 1968, aber bei Weitem nicht so tödlich wie die Spanische Grippe hundert Jahre vorher.

Die schnelle Mutation führte zu immer neuen Varianten und jedes mal, wenn eine neue Variante auftauchte, wurde behauptet, die sei gefährlicher als die vorhergehenden. Diese Angst erzeugenden Prognosen haben sich alle als falsch erwiesen.

Ein sanftes Gesetz

Es ist einfach so, dass Mutationen, welche die Menschen weniger schädigen und auch weniger als schwere Krankheit wahrgenommen werden, sich leichter und mehr verbreiten als gefährliche Mutationen. Die Tatsache, dass Corona so schnell mutiert, hat die Epidemie in weniger als zwei Jahren ziemlich harmlos gemacht.

Zuletzt ist in Südafrika die Variante Omikron aufgetaucht und hat sich noch schneller verbreitet als vorherige Varianten. Das war gleich ein Hinweis darauf, dass Omikron wahrscheinlich harmloser ist. Doch wieder wurde auf allen Kanälen Panik erzeugt. Karl Lauterbach sprach von der Omikron-Wand (gegen die wir rasen, wenn wir nicht auf die Bremses treten und die Maßnahmen verschärfen).

Doch es kam umgekehrt: Omikron hat die Gefahr von Corona gebannt. Das harmlosere Virus Corona-Omikron hat alle aggressiveren Mutanten verdrängt und die Pandemie beendet. Natürlich hat die einflussreiche Pharma-Werbung das Ende als Erfolg der Impfungen hingestellt.

Wenn man die statistischen Gesetze versteht, erkennt man leicht, dass diese Entwicklung wahrscheilicher ist als die umgekehrte und immer wieder von unseren "Experten" prognostizierte. Auch die Spanische Grippe ist längst verschwunden, ohne dass irgendein Medikament oder Impfstoff eingesetzt wurde, ja ohne dass die Wissenschaft überhaupt etwas von den auslösenden Viren gewusst hätte.

Evolution ist also nicht nur der "struggle for life", wie häufig gesagt wird. Evolution begünstigt auch die sanfte Anpassung an Umgebung und Umwelt, sie begünstigt Kooperation und Verträglichkeit mit anderen Formen.

Evolution der Kultur

Mit dieser Erkenntnis können wir den sogenannten Kultur-Darwinismus auch umkehren, indem wir feststellen, dass die aggressiven menschlichen Kulturen wie die der Wikinger und der mongolischen Reitervölker nicht lange die Welt beherrscht haben. Das Britische Weltreich wurde an erster Stelle von Gandhi und seiner Bewegung in Indien besiegt. Gandhi hat mit friedlicher Taktik mehr Menschen von der Herrschaft der Briten befreit als irgendein bewaffneter Kampf.

Das lässt hoffen, dass auch die rücksichtslose und immer noch expansive Kultur, die sich in den Vereinigten Staaten in Nordamerika entwickelt hat, trotz aller Perfektion der Rüstung zur Vernichtung anderer Länder und Kulturen, dass dieser Waffen-Kult der Amerikaner nicht den Globus vereinnahmen wird. Es lässt hoffen, dass die extreme Konzentration auf das Militär, der Mangel an Friedfertigkeit und an Schonung der Umwelt, dass auch die Dominanz der USA schneller wieder verschwindet als zum Beispiel die sanftere Kultur der Chinesen.

China macht aktuell den Fehler, einen Krieg gegen Corona-Omikron zu führen. Das ist ziemlich überflüssig. Doch gerade überflüssige Maßnahmen sind schwer als nutzlos zu erkennen, weil es scheint, als würden sie eine Gefahr bannen, die ohne die Maßnahmen auch nicht vorhanden wäre. Das Hin und Her der Maßnahmen bei uns ist ein Zeichen dafür, dass es gar nicht so sehr auf Maßnahmen und Impfung ankommt, weil die Gefahr von Covid, so oder so, eher gering ist.

Lehre aus Corona

Corona lehrt uns, dass die Gefahr durch natürliche Entwicklung nachlässt, in diesem Fall durch Mutationen. Deshalb gibt es auch in den USA die Chance einer kulturellen Mutation zum Frieden. Vor gut 50 Jahren war es schon beinahe so weit. Die Jugendbewegung, die bei uns als 68er Revolte in Erscheinung trat, hat die US-Regierung dazu gebracht, den Vietnamkrieg zu beenden.

Doch mit der gleichzeitigen Ermordung von John F. Kennedy, Robert Kennedy und Martin Luther King hat sich der Trend schnell wieder gedreht: Mehr Egoismus, mehr Gewalt, mehr Waffen, mehr Geld und Finanzmacht... die neoliberale Ära.

Und nach der Auflösung der Sowjetunion sehen Hardliner der USA und die jungen Atlantiker in Europa sich als endgültige oder zukünftige Sieger. Die endgültigen Sieger sind aber immer diejenigen, die mit Sanfmut, in Frieden und in Liebe leben.
 15.04.2022

2.Teil: Politik und Virologie

Todeszahlen "in
Evolutionsprozesse verlaufen in der Regel sehr langsam, so langsam, dass man die Veränderungen im Zeitmaßstab des menschlichen Lebens kaum erkennen kann. Aber es geht schnell, wenn Viren vor unseren Augen mutieren und durch ihre Wechselwirkung in die Evolution eingreifen.
 
Viren sind in der Lage, die Evolution zu beschleunigen. Wenn sie die Evolution beschleunigen, was haben dann die Corona-Viren bei der menschlichen Evolution bewirkt?
 
Wenn wir diese Frage für den kurzen Zeitmaßstab stellen, den die Viren durch ihre schnelle Mutation vorgeben, dann können wir nur von kultureller oder sozialer Evolution reden, von Veränderungen unseres Verhaltens und unserer wirschaftlichen Verhältnisse. Biologische Entwicklungen dagegen verlaufen beim Menschen in ganz anderen Zeiträumen: Generationswechsel finden erst innerhalb von zwanzig oder dreißig Jahren statt.
 
Das Corona-Virus aus Wuhan ist vor gut zwei Jahren aufgetaucht, aber Corona hat nicht nur mehrere Mutationen durchlaufen, es hat auch unser Verhalten, die Wirtschaft und die Politik und das öffentliche Leben in diesen zwei Jahren enorm verändert.

Evolution oder Rückschritt?

Covid hat die Menschen aufgescheucht, die Reaktionen sind überall sichtbar und spürbar. Die zahlreichen Tests, die Maßnahmen und die Impfkampagnen haben die Gesellschaft verändert und wir können Bilanz ziehen.
 
Was sind die größten Veränderungen, die Corona und die Maßnahmen dagegen bewirkt haben? Können wir von einer kulturellen Evolution sprechen?
 
Wir sehen keine positive Evolution, sondern Rückschritte. Große System-Fehler sind nicht korrigiert sondern verstärkt worden, die negativen Trends haben sich verstärkt. Wir stehen schlechter da, als vor der Epidemie und vor den Maßnahmen, welche Wissenschaft, Politik und Medien durchgesetzt haben.

Wer hat das große Geld gemacht?

Unser größtes Problem war und ist die Herrschaft der Finanzwelt über Wirtschaft, Politik, Medien und Demokratie. Das Maß für die Herrschaft der Finanzmacht ist die Verteilung des Geldes in der Bevölkerung. Die Polarisation zwischen Arm und Reich ist schon lange sehr krass und ist in den Corona-Jahren noch viel krasser geworden.
 
Die reichsten Milliardärinnen und Milliardäre haben ihr Vermögen in zwei Jahren verdoppelt. Die Schulden der Staaten gegenüber der Finanzwelt sind um einen zweistelligen Betrag an (europäischen) Billionen gestiegen. Das bedeutet, die Reichen sind wesentlich reicher und die Allgemeinheit ist ärmer als zuvor, unsere Staatsschulden sind um tausende Milliarden angewachsen.
 
Die Kinder- und Enkel-Generationen nach uns sind auf Jahrzehnte hinaus mit Corona-Schulden belastet.
 
Diese Schulden sind der Schlüssel zur Umverteilung nach oben. Der Staat beschafft sich das Geld in der Finanzwelt, wo man es bereitwillig zur Verfügung stellt, weil man es einfach aus dem Nichts erzeugen kann und darf. Die Geldmenge wird erhöht, nicht vom Staat, sondern von den Banken.
 
Auch wenn die Zinsen gering oder bei Null sind, profitiert die Finanzmacht automatisch von der Vergrößerung der Geldmenge. Grob gesagt landen zwei Drittel allen Geldes nach kurzem Umlauf in der Finanzwelt. Daraus resultiert die Verdoppelung der Top-Vermögen in Corona-Zeiten.

Wer beherrscht den Markt?

In der globalen Wirtschaft, verstärkt im Internet, besteht schon lange das Problem der neuen Monopolisten, die durch Digitaltechnik und Globalisierung entstanden sind. Begünstigt durch die Unaufmerksamkeit der Kartellwächter in den USA, beherrschen sie den Markt: Amazon, Google, Facebook, Apple und Microsoft.
 
Die Internet-Riesen sind durch Kontaktbeschränkungen, Home-Office und Behinderung der direkten Kommunikation, also durch Corona-Maßnahmen gefördert worden. Gleichzeitig wurden alle lokalen Geschäfte, Ereignisse und Verdienstmöglichkeiten beschnitten: Fachgeschäfte, Gastronomie, Märkte, Kultur und Unterhaltung.
 
Die Maßnahmen haben lokalen Handel, urbane Kultur und menschliche Beziehungen erstickt, zu Gunsten von Internet-Riesen und digitaler Konzerne.
 
Das ist ein Trend, den jeder kennt.
 
Weil Viren zu ihrer Verbreitung Lebensfunktionen nutzen, hat man das Leben reduziert. Man hat uns, bildlich gesprochen, den Atem genommen, um Husten zu verhindern.
 
Die Monopolisten nutzen die Globalisierung dazu, alle Konkurrenten auszuschalten und gleichzeitig keine Steuern zu zahlen. Auch das Vermeiden von Steuern schafft ihnen ungerechtfertigte Vorteile gegenüber der lokalen Wirtschaft.

Wer verdient an Tests und Impfungen?

Die Pharma-Industrie hat das größte Geschäft aller Zeiten gemacht. Milliarden Tests, Milliarden Impfdosen und noch ist kein Ende abzusehen. Das alles wird von den Regierenden und von den großen Medien propagiert und zum größten Teil aus öffentlichen Kassen finanziert.
 
Auch schon vor der Pandemie haben die Pharma-Konzerne immer mehr Medikamente entwickelt, die nicht endgültig heilen, sondern, oft lebenslänglich, die Krankheit lindern und in die Länge ziehen. Immer mehr Menschen müssen für den Rest ihres Lebens regelmäßig Medikamente nehmen. Die Medizinerinnen stellen sich nicht gegen diesen Trend, weil sie ebenfalls davon profitieren.
 
Der große Coup aber sind die neu entwickelten Impfstoffe. Früher war man geimpft und war dann immun. Bei der Corona-Impfung beginnt es gleich mit zwei Dosen und dann kommt eine Booster-Impfung.
 
Die Impfung macht nicht immun, sie verhindert nicht einmal die weitere Verbreitung von Viren, sie verursacht keine Herden-Immunität, sondern es läuft darauf hinaus, dass alle Menschen alle drei Monate geimpft werden.
 
Impfstoffe sind für die Hersteller hundert mal so lukrativ wie Medikamente, weil die Staaten sich um das Marketing kümmern und immer gleich Millionen und Milliarden Impfdosen bestellt werden. Impfzwang droht in einigen Ländern noch immer.
 
Pharma-Industrie, Politikerinnen und Medien ziehen an einem Strang und hunderte Milliarden fließen auf die Konten der Pharma-Konzerne, die gleichzeitig vom Boom ihrer Aktien profitieren, auch wenn die Kurse jetzt etwas eingebrochen sind, weil die Wirksamkeit der Impfungen nicht alle Aktionärinnen überzeugt.

Wer bestimmt die Richtung?

Alle drei Entwicklungen, Finanzgewinne, Stärkung der Monopolisten und ewiger Geldfluss in die Pharmabox, gehen in die falsche Richtung. Von einer positiven Evolution der Gesellschaft kann nicht die Rede sein.
 
Das Virus hat die Menschen aufgescheucht, aber die Politiker haben sich eingemischt und in einer Weise reagiert, die milde ausgedrückt, konservativ genannt wird. Man hat die Stärksten begünstigt und die Schwachen noch schwächer gemacht.
 
Diese politische Taktik funktioniert immer, besonders dann, wenn die Medien sich konform verhalten. Gemeinsam mit der Politik kämpfen die Medien für die Finanzmacht, für die profitabelste Wirtschaft, für die raffiniertesten Konzerne und gegen die Interessen der breiten Bevölkerung.
 
Dieser Feldzug richtet sich selbstverständlich auch gegen Demokratie und freie Meinungsbildung.

Politik der Angst, angestachelt von Virologen

Der Rückschritt in der kulturellen Evolution wurde hauptsächlich dadurch erreicht, dass man alle Chancen genutzt hat, Angst zu erzeugen. Beginnend mit den Tests, an denen auch schon kräftig verdient wurde. Man hat exzessiv getestet und erzählt heute noch täglich die Lüge, dass positive Testergebnisse Neuinfektionen seien. Sie sind weder neu noch Infektionen.
 
Auch die Todeszahlen "in Zusammenhang mit Corona" sind falsch. Man zählt alle, die positiv getestet waren und verstorben sind, zu den Corona-Toten, was wegen der immer sehr wahrscheinlichen Sterblichkeit alter und schwacher Menschen die Sterbezahlen "mit Corona" etwa verdreifacht. Der "Zusammenhang mit Corona" ist in zwei Dritteln der Fälle nur der Test.
 
Die systematisch erzeugte Angst geht so tief in die Bevölkerung, dass sich niemand entziehen kann. Wir haben Angst, auch wenn wir wissen, wie übertrieben alles ist. Wir haben auch noch Angst, wenn wir Covid bereits überstanden haben und sicher wissen, dass es nicht mehr ist als eine etwas andere Grippe.
 
Wir haben Angst vor den Maßnahmen, den Zwängen, dem Starrsinn und den irrationalen Reaktionen der Mehrheit, die vor dem Virus zittert.

Evolution vom Geld korrumpiert

Viren können die Evolution beschleunigen. Aber durch den Eingriff der Politiker in das Geschehen und die massive Unterstützung der Medien ist die kulturelle Evolution so verlaufen, dass die negativen Trends sich durchgesetzt haben, angeblich, um die Menschen vor einer Gefahr zu retten, die nur durch Angstmache so groß geworden ist.
 
Gerettet wurden kaum Menschenleben, aber verstärkt wurden negative Trends: die Verschiebung unermesslicher Geldmengen nach oben, die Konzerngewinne, die Marktpositionen im Internet und die erschreckende Konformität in allen großen Medien.
 
Eine Chance ist vertan, hauptsächlich, weil die Politik sich eingemischt hat und versucht hat, die Probleme mit Drohungen, Einschüchterung, Angstmache und sehr viel Geld zu lösen. Dabei bleibt unklar, wieso alles, was Politiker entschieden haben, auf eine Geldverschiebung an die Reichen und die profitabelsten Firmen hinaus gelaufen ist. Die Macht des Geldes wirkt unsichtbar im Hintergrund bis in die Köpfe der Entscheider.
 
Symptomatisch ist der Fall Karl Lauterbach. Wenn die Pharma-Riesen einen Top-Lobbyisten aufgebaut hätten, müsste er genau wie Lauterbach reden und Karriere machen. Jedes Wort das er spricht, ist Reklame fürs Testen und Impfen und durch Unterstützung der Medien ist er zum Gesundheitsminister aufgestiegen. Für die Pharmaindustrie ist der Fall Lauterbach optimal gelaufen.

Virus als Lieblingsfeind der Politikerinnen

Die negativen Trends der Evolution, welche die Corona-Viren ausgelöst haben, sind durch Maßnahmen der Politik verursacht worden, nicht durch medizinische Wirkung der Krankheit. Covid ist nach wie vor eine etwas andere Grippe, die sich zwar sehr schnell ausbreitet und uns etwas länger belästigt, die aber die Volksgesundheit nicht bedroht. Weder in Deutschland mit seinem aufwändigen Gesundheitssystem, noch in Afrika, mit seiner ungeimpften, aber gesunden Bevölkerung.
 
Der krasseste Fall der staatlichen Einmischung ist China. Dort sieht die Regierung das Virus als absoluten Feind an und will es komplett ausrotten, vielleicht aus einem Schuldgefühl heraus, weil Covid aus Wuhan gekommen ist, ob von einem Tiermarkt oder aus einem Labor ist nicht wirklich wichtig.
 
Die Regierung in Peking hat die Macht und das Ziel, alle Viren und alle Menschen, die positiv getestet sind, zu lokalisieren und zu isolieren. Das läuft darauf hinaus, dass China, wie schon Jahrhunderte zuvor, sich vom Rest der Welt isoliert. Wenn es so sein soll, bitteschön, es war erfrischend, ein offenes Reich der Mitte erlebt zu haben.

Der positive Impuls

Sollte jemand fragen, was wir konkret gegen die negative Evolution, den kulturellen Rückschritt und den sozialen Abstieg unternehnebn können, dann ist die Antwort einfach:
 
Alle politischen Maßnahmen und Impf-Kampagnen sofort zurückdrehen.
 
Masken freiwillig.
Impfen nur freiwillig.
Kontrolle an Geschäften und in der Gastronomie nur, wenn die Geschäftsleitung es will.


   03.02.2022
  Überarbeitet am 04.02.2022
  nach oben: X mal Bewusstseins-Erweiterung

Künstliche Demenz funktioniert wie künstliche Intelligenz, anders herum.

Als die ersten Computer, zu deutsch Rechner, auftauchten, nannten die Indianer in den USA sie denkendes Metall. Heute erzählen uns Transhumanisten und Software-Entwickler aus dem Silicon Valley gerne von künstlicher Intelligenz. Wer die Digitaltechnik nicht durchschaut, könnte glauben, dass Maschinen selbständig denken und bald intelligenter sein werden als Menschen.
 
Computer können rechnen, zählen, kopieren, vergleichen, durchsuchen und speichern und all das tausendmal oder Millionen mal schneller als Menschen. Sie besitzen aber kein lebendiges Urteilsvermögen und keine kreative oder emotionale Intelligenz.
 
Die beste Voraussetzung, um trotzdem an eine, den Menschen überlegene, künstliche Intelligenz zu glauben, ist Denkfaulheit oder Demenz. Mit Demenz ist hier nicht eine Krankheit gemeint, oder ein Syndrom von Krankheiten. Laut deutscher Wikipedia ist Demenz ganz allgemein das Nachlassen der Verstandeskraft mit Einbußen an kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten.
 
Die so definierte Demenz kann auch durch äußere Entwicklungen zustande kommen, sie lässt sich sozusagen künstlich erzeugen. Das geschieht, indem man Menschen mit absurden Tatsachen bombardiert, die sie nur durch das Abschalten oder Nachlassen ihres Verstandes verkraften können. Absurditäten erzeugen künstliche Demenz.
 
Absurd bedeutet sinnlos oder sinnwidrig.
Absurditäten richten sich gegen das rationale Denken und die Gewöhnung daran erfordert das dauerhafte Abschalten des Verstandes. Dazu gibt es zwar keine viel zitierten Studien, aber aktuelle Beispiele und schließlich gibt es Möglichkeiten, die künstliche Demenz durch Beseitigung der Absurditäten zu beenden.

1.
Das Absurde im Geldsystem
Das Geldsystem ist eine, in sich widersprüchliche Konstruktion.

Es ist absurd, dass Regierungen sich Milliarden an Geld in der Finanzwelt leihen, wo Geld durch Kreditvergabe erzeugt wird. Der krasseste Fall der Geldschöpfung durch Banken ist die Praxis im US-amerikanischen Notenbank-System FED. Das oder die FED verleiht jedes Jahr viele hundert Milliarden - zuletzt 800 Milliarden im Jahr 2022 - neu erschaffener Dollars an die Regierung der USA, die der Staat eigentlich zurückzahlen soll, aber niemals zurückzahlen wird.
 
Dieser Betrag entspricht ungefähr dem Militär-Etat der USA (813 Milliarden im Jahr 2022). Die Hochrüstung der Vereinigten Staaten ist eine der größten Absurditäten, die nicht nur mental unseren Verstand, sondern auch physisch die halbe Welt bedroht. Wer das Militär in der "freien westlichen Welt" voll akzeptiert, wird sehr schnell ein Opfer von künstlicher Demenz.
 
Wir konnten das an unserer damaligen Verteidigungsministerin AKK deutlich beobachten. Aktuell trifft es Frau Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und die bei den Grünen so beliebte Außenministerin Anna-Leoparda Baerbock. Warum gerade Frauen sich für Rüstung so begeistern, könnte daran liegen, dass sie keine Furcht davor haben, selber an die Front geschickt zu werden.
 
Es ist im Prinzip absurd, dass um so mehr Geld entsteht, je mehr Kredite vergeben und je mehr Schulden gemacht werden. Das ist für die Banken ein Freifahrschein und bringt sie dazu, Staaten und Unternehmen zum Schuldenmachen zu animieren. Das Ergebnis ist absurd: Die Geldmenge ist so groß geworden, dass etwa ein Drittel oder ein Viertel des Geldes ausreicht, um alle Bedürfnisse der Wirtschaft zu befriedigen.
 
Zwei Drittel allen Geldes kursieren nur in der Finanzwelt, zum Beispiel an den Börsen, und erzeugen automatisch einen Gewinn, weil die investierte Geldmenge wächst. Das Geld wird in Aktien angelegt und die Aktienkurse steigen mit der Geldvermehrung.
 
So entsteht ein absurder, wahrscheinlich unbeabsichtigter Effekt: Die Regierungen machen Schulden, manchmal in der Absicht, einem hilfsbedürftigen Teil der Bevölkerung etwas Gutes zu tun. Durch Schuldenaufnahme erhöht sich aber die Geldmenge, die am meisten denen nutzt, die damit Finanzgeschäfte betreiben. Das Geld ist ihre Verfügungsmasse und ihr Betriebsstoff. Die Schulden von Staaten schieben wegen der damit verbundenen Erhöhung der Geldmenge automatisch Geld auf die Konten der Großgeldbesitzer.
 
Das Schlechteste, was Politikerinnen und Politiker machen können, wenn sie glauben, mehr Geld zu benötigen, ist, Schulden aufzunehmen, anstatt sich das Geld über Steuern in der Finanzwelt zu holen. Wenn jemand das befürwortet, der ansonsten intelligent zu sein scheint, lautet die Diagnose: Künstliche Demenz, verursacht durch das absurde Finanzsystem. Akute Verdachtsfälle sind Christian Lindner und Olaf Scholz.
 
Dass die meisten Menschen Geld für den höchsten materiellen Wert halten, ist besonders absurd, weil eine kleine Gruppe von Bankern das Recht hat, Geld aus dem Nichts zu erschaffen, ohne Gegenwert, fast unkontrolliert und in beliebigen Mengen. (In beliebigen Mengen heißt, soviel, wie Bedarf an Krediten besteht.) Es kann nicht etwas der höchste materielle Wert sein, das Banken, die sich selbst dazu ermächtigt haben, einfach erzeugen und vermehren können.
 
Das Geldsystem hat absurde Konsequenzen.

 
Wenn die Geldmenge zu groß ist, gehen die Zinsen für sichere Geldanlagen gegen null. Jeder Zins größer null wird unterboten, weil nicht nur genug, sondern zu viel Geld da ist. Wenn die Zinsen bei Null sind, werden von Unternehmen und Regierungen mehr Kredite aufgenommen, wodurch die Geldmenge noch schneller steigt.
 
Dieser Verlockung, Schulden ohne Zinsen zu machen, können Politikerinnen und Politiker nicht widerstehen. Frau von der Leyen hat da im Namen der EU gleich kräftig zugegriffen. Auch diese Schulden sollen zurückgezahlt werden, aber erst von denen, die jetzt noch Schülerinnen sind.
 
Das Finanzsystem muss, absurder Weise, durch Erhöhung der Geld- und Schuldenmenge vor dem Kollaps gerettet werden. Wieso? Obwohl die Zinsen in den Zentralbanken bei Null gelandet sind, spielen Zinsen noch eine gewaltige Rolle im Geldsystem und in der Wirtschaft, weil Zinsen seit 500 Jahren obligatorisch sind.
 
Das Bankensystem steckt in der Klemme.
 
Durch Zinsen und Zinseszinsen ist die Menge aller Schulden größer geworden als die gesamte Geldmenge.
Das liegt an der Art und Weise, wie Geld und Schulden gleichzeitig und in gleicher Höhe erzeugt werden, und die Zinsen kommen auf der Seite der Schulden noch oben drauf. Es ist schon lange nicht mehr möglich, dass alle Schulden zurückgezahlt werden, alles Geld der Welt würde dazu nicht ausreichen.
 
Das bedeutet, Banken sitzen auf faulen Krediten und die meisten Banken würden bei einer korrekten Bilanz pleite gehen. Das zu verhindern, ist ein Grund, warum die EZB die Geldmenge erhöht und den Banken spezielle Kredite zur Verfügung stellt.
 
Wenn ein Staat dann zusätzlich Banken rettet, mit hunderten Milliarden an Steuergeld, dann ist das wieder ein Fall von künstlicher Demenz. Bei geistiger Klarheit müsste man die Bankenwelt allein für ihr absurdes System verantwortlich machen. Sie haben es selber erschaffen, kein Staat ist dafür verantwortlich. Bankenrettung ist nicht die Aufgabe einer Regierung.
 
So etwas, wie dieses Geldsystem, nannte man früher einen Teufelskreis. Heute glauben wir nicht mehr an den Teufel, aber wir werden gezwungen, an das Absurde Geldsystem zu glauben. Und dadurch schrumpft der Verstand, er reibt sich am System und an sich selber, wie bei Aberglauben, Ideologien und Esoterik.

2.
Die machtlose Demokratie
Herrschaft des Staates über das Volk

Unsere Demokratie kommt bekanntlich aus Griechenland. Das Wort Demokratie bedeutet Herrschaft des Volkes und es wird auch so verstanden. Dabei wird immer vorausgesetzt oder behauptet, dass in einer Demokratie das Volk den Staat beherrscht. Genau das ist nicht der Fall.
 
Das Wort Demokratie hat eine absurde Verdrehung erfahren, es bedeutet nicht mehr Herrschaft des Volkes über den Staat, das wäre Demokratie von unten, nein daraus ist Demokratie von oben geworden und Demokratie bedeutet jetzt Herrschaft des Staates über das Volk.
 
Die Herrschaft des Staates über das Volk geschieht absurderweise im Namen des Volkes, unter dem Deckmantel der Demokratie oder mit dem Label Demokratie, wobei das Wort Demokratie vom Volk immer noch als Demokratie von unten verstanden wird.
 
Der Staat hat das Volk im Griff. Jede Frau und jeder Mann im Dienst des Staates herrscht über andere Bürgerinnen und Bürger, von denen zum Glück mehr als die Hälfte noch nicht im Dienste des Staates stehen.
 
Der Staatsapparat besteht aus Regierung, Verwaltung, Polizei, Justiz, Militär, Parlament, Parteien, Professorinnen und Lehrern. Auch die Angestellten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks und zahlreicher anderer Organisationen gehören dazu, weil sie vom Staat und seinen Lenkern per Gesetz alimentiert (Zwangsgebühren) und im Prinzip auch kontrolliert werden (Rundfunkrat). Sie alle herrschen über andere, obwohl viele in den genannten Organisationen sich nach Dienstschluss selber zum gemeinen Volk zählen.
 
Staatliche Autorität ist zwar notwendig, aber in der Demokratie muss das Volk der Souverän sein, was durch Wahlen von Repräsentanten realisiert werden soll. Doch das funktioniert nicht mehr. Es ist Herbst geworden in der Demokratie.

Politik geschieht nicht im gewählten Parlament, sie geschieht irgendwo geheim, hinter verschlossenen Türen. Jedenfalls vermuten wir das und Journalisten spekulieren darüber, aber wir erwarten immer weniger, dass unsere Wahl die Politik danach bestimmt.
 
Durch die Wahl wird ein Teil der Personen im Parlament ausgetauscht. Wir sehen auch immer wieder ein paar neue Gesichter in den Talk-Shows. Das Fernsehen beteiligt sich maßgeblich an der Show, die uns Demokratie von unten vortäuscht, während irgendwo, unsichtbar, die Demokratie von oben praktiziert wird, auch in den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten, die streng hierarchisch organisiert sind.
 
Das, was auf uns zu kommt, hat mit den Wahlprogrammen der Parteien sehr wenig zu tun. Künstliche Demenz der Wählerinnen und Wähler ist eine willkommene Volkskrankheit und dringend erforderlich, um die Diskrepanz zwischen demokratischer Darstellung und Realität zu akzeptieren.

3.
Demenz in der Umweltpolitik
Vom Schlüsselbegriff Energie wird ständig abgelenkt.

Viele fragen sich, was von den Themen im Wahlkampf übrig bleibt. Immer wieder haben sich staatliche Vertreter aus der ganzen Welt zum Klimagipfel getroffen und sie versprachen, dass die Erderwärmung gestoppt wird. Aber sie wird nicht gestoppt. Bei solchen Anlässen versammeln sich viele Demonstrantinnen, für die wir einen Sprechchor, jetzt auch als Tonaufnahme bereit halten.
 
Absurd ist die Tatsache, dass es nirgendwo darum geht, den Energieverbrauch zu drosseln, der ja gemäß den Naturgesetzen direkt und indirekt der Grund für die menschengemachte Erderwärmung ist. Nein, es soll der Ausstoß des unsichtbaren und auch natürlich vorkommenden Gases CO2 reduziert werden.
 
Der Zusammenhang von CO2 mit der Erderwärmung ist für 95% aller Menschen unverständlich. Das soll nicht heißen, dass er nicht tatsächlich existiert. Nur wäre der direkte Zusammenhang zwischen Gaspedal des Porsche oder SUV, und der Energie für Geschwindigkeit und Beschleunigung leichter zu verstehen und einzusehen.
 
Die Erwärmung des Planeten resultiert aus dem Aufwand an Energie, das ist unmittelbar einsehbar. Der einfachste Weg, das zu stoppen, ist, den Energieverbrauch zu drosseln. Doch diese Einsicht ist nicht erwünscht, weil sie die Energiewirtschaft und den Autowahn (zu groß, zu schwer, zu schnell, zu viele, zu viel unterwegs) direkt angreift.
 
Das Gas CO2 ist ein diffuser Teil der Klima-Theorie und bequem zu ignorieren. Es verhindert den Blick auf das Problem, weil es unsichtbar ist. Die CO2-Bilanz kann man, bei künstlich erzeugter Demenz, sogar durch den Kauf von Zertifikaten, also mit Geld bestechen.
 
Das absurde Ergebnis ist und bleibt: Der CO2-Ausstoß wird nicht reduziert, sondern er steigt.
 
Das gilt auch für Deutschland, das 16 Jahre lang von einer Frau regiert wurde, die in der DDR Physik studiert hat. Physik ist die Wissenschaft, die den Begriff der Energie sehr genau definiert hat, ausgehend von der Wärmelehre, die hier maßgebend ist. Die offizielle Energiepolitik erfordert das Abschalten von intelligenten und gesunden Gehirnzellen.

4.
Künstliche Demenz und Neuinfektionen
Verwirrung im Kopf entsteht durch kopflose Politik.

Eine aufmerksame Leserin wird sich gefragt haben, was hat der Begriff Infektion, in der Überschrift dieses Essays, mit künstlicher Demenz zu tun, die ja, wie dargelegt, durch das Aufrechterhalten absurder Zustände verursacht wird. In der Medizin bedeutet Infektion den Beginn einer Erkrankung mit feststellbaren Symptomen wie Fieber, Husten, Kopfschmerz, Schwindel- und Schwächegefühl.
 
Seit der Pandemie ist Neuinfektion die ständig wiederholte Bezeichnung für das positive Ergebnis eines Tests. Das hat nichts mehr mit Infektion im Sinne einer Krankheit zu tun. Nur ein geringer Teil der Neuinfektionen bewirkt Krankheitssymptome. Außerdem wird nie gesagt, wie viele Tests bei welchen Personengruppen durchgeführt wurden. So steigt die Zahl der "Neuinfektionen" immer mit der Zahl der Tests und hängt davon ab, wen man testet. Das Wort Infektion hat völlig seinen Sinn verloren.
 
Neuinfektion ist ein offizielles Falschwort. Der Begriff wird durch das Robert-Koch-Institut vertreten, er bedeutet nicht neu, sondern gerade getestet und nicht Infektion, sondern Nachweis von Virenspuren. Das RKI ist offiziell, es ist eine staatliche Institution und untersteht dem amtsführenden Gesundheitsminister.
 
Damit ist der Begriff Infektion unabhängig von einem medizinischen Tatbestand neu definiert. Man kann also auch sagen: Infektion mit künstlicher Demenz. Sie wird informativ übertragen, z.B. über Medien, durch Desinformation oder einfach durch einen Zustand, in dem absurde Tatsachen nicht rational verarbeitet werden können und das führt zum Nachlassen der Verstandeskraft mit Einbußen an kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, also Demenz.
 
Der RKI-Begriff Neuinfektionen ist auch wieder ein Beispiel für Absurditäten, weil er der medizinischen Realität widerspricht. Es ist erstaunlich, dass er selbst in den Nachrichten der Öffentlich-Rechtlichen Anstalten täglich benutzt wird, obwohl die Redaktionen und Moderatorinnen von ARD und ZDF am Anfang ihrer Karriere nicht ohne Verstandeskraft gewesen sein dürften. Auch in den Anstalten scheint sich künstliche Demenz auszubreiten.

5.
Konkrete Maßnahmen gegen künstliche Demenz
Die Künstliche Intelligenz gehört nicht dazu.

Künstliche Demenz soll möglicherweise in naher Zukunft durch künstliche Intelligenz kompensiert werden, wobei viel Geld auf die Konten der IT-Branche fließen wird, das schließlich in Steueroasen landet und von da aus den Finanzmarkt weiter überflutet.
 
Viel einfacher wäre es und finanziell weniger aufwändig, künstlich Demenz erst gar nicht zu erzeugen, sondern die absurden Fehler im System mit menschlicher Intelligenz anzugehen und schließlich zu beheben:

  • Geldmenge nicht ständig durch Kredite steigern
  • Ohne Verschwendung von Ressourcen wirtschaften
  • Ab sofort Reduzierung des Energieverbrauchs
  • Kein Überfluss an Lebensmitteln, Fleisch, Konsum, Wärme und Energie
  • Staat und Regierung unter die Macht des Volkes stellen
  • Demokratie von unten statt von oben organisieren
  • Finanzsystem unter gesellschaftliche Kontrolle bringen
Wenn Wahlen nicht helfen, hilft Direkte Digitale Demokratie. Klick!

 
   10.11.2021
  letzte Überarbeitung am 03.06.2022
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Freiheit der Lüge - Lüge der Freiheit
Mit einer Erinnerung an Isle of Wight 1970

Dieser Essay ist auch auf apolut erschienen und wurde
vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine verfasst.

Die Ampel blinkt gelb und alles deutet darauf hin, dass in der nächsten Regierung die beliebte Politik der beliebten Kanzlerin fortgesetzt wird und einen liberalen Anstrich bekommt und die Anliegen der Zukunft weiterhin liegen bleiben:
  • Nicht der geringste Versuch, die Finanzmacht zu kontrollieren.
  • Weiterhin Energie- und Materialverschwendung.
  • Keine Einschränkung eingefahrener Gewohnheiten.
  • Keine Begrenzung der Umverteilung nach oben.
  • Beibehalten der Amerika- und Nato-Hörigkeit.
  • Kein Stopp von Hochrüstung und Waffenhandel.
  • Weitere Feindseligkeiten gegenüber Russland.
  • Fortsetzung der Agenda des Neoliberalismus.
Aber!
 
Unendlich frei sein, Freiheiten ausdehnen, Liberalismus und Neoliberalismus sind eine Ideologie ohne Zukunft.

Eine Vision ohne Fortschritt

Das Wörtchen "frei" hat Hochkonjunktur unter Politikern. Es klingt auch unter Jugendlichen verlockend. Kürzlich habe ich mir eine Wahlkampfrede von Robert Habeck angehört und gleich fiel mir auf, wie oft er das Wörtchen "frei" und den Begriff "Freiheit" benutzte. Ich dachte gleich, der peilt eine Koalition an, in der Grüne und FDP zusammen kommen.
 
Andererseits kritisierte Habeck in seiner Rede scharf den Ultra-Neo-Liberalen Jeff Bezos und dessen Weltraum-Spinnerei. Mehr Freiheit, als Jeff Bezos sich genommen hat, geht nicht: Alles an sich reißen, Millionen andere ausbooten, keine Steuern zahlen und dann ab in den Orbit. Diese Art Freiheit meint Robert Habeck ganz bestimmt nicht.

Frei ist ein Wort ohne Inhalt geworden

Was meint Robert Habeck mit frei? Das gleiche wie Christian Lindner? Die FDP vertritt den jeweils aktuellen Liberalismus, und das ist seit vielen Jahren der globale Neoliberalismus. An dieser Tatsache führt kein Weg vorbei.
 
Neoliberalismus ist Freihandel, Geldverschiebung und Gewinnverlagerung, die Girale Geldschöpfung, die Gelderschaffung aus dem Nichts und Freiheit von Steuern für die Finanzwelt. Die größte Freiheit in der Wirtschaft ist die Freiheit des großen Geldes.
 
Man erkennt schnell, das Wörtchen "frei" ist ambivalent. Robert Habeck ist studierter Philosoph, er meint mit Freiheit, das, was die Studenten sangen: Die Gedanken sind frei! Dem will niemand widersprechen, es sei denn man oder frau hat sich mit der Psychologie der Massenmedien vertraut gemacht. Unter dem Einfluss der großen Medien sind Gedanken schon lange nicht mehr frei.
 
Gedanken der Mehrheit werden gelenkt durch ständiges Wiederholen der Parolen einer Seite und geschicktes Verschweigen der Argumente der anderen, egal, ob es um die Nato, um Russland, um Coronamaßnahmen oder um die selbsternannten Querdenker geht.

Die Jugend frei von Freiheit

Als Parteivorsitzender der FDP vertritt Christian Lindner die Freiheit des Marktes und der Wirtschaft, überragt von der Finanzwirtschaft. Als Person verkörpert er die Freiheit eines Porsche fahrenden Rechtsanwalts, der sich gut aus allem heraushalten und herausreden kann.
 
Statt unter Merkel mitzuregieren hat er die Freiheit der Straße genossen und jetzt das Recht der Raserei auf deutschen Autobahnen noch einmal durchgesetzt. Das gefällt einem Teil der Jugend und die FDP ist unter den Jungwählerinnen nach den Grünen die zweitstärkste Partei geworden.
 
Die Jugend hat eine neue Freiheit entdeckt: Die Freiheit des Internets. Die genieße ich auch seit bald 30 Jahren, aber ich verstehe nicht, wieso sich jemand von Facebook fesseln lässt, wo einem Inhalte und Kontakte durch Algorithmen zugeteilt werden, wo man jeden Klick registriert und statistisch auswertet und dann die Statistiken an Werbekunden verkauft. Damit verkauft Facebook, namentlich Mark Zuckerberg, seine User, die sich das freiwillig und umsonst gefallen lassen.

Die Freiheit der Lüge

So entstand ein riesiger Meinungsmarkt im Internet: Die Sozialen Medien. Die Bezeichnung sozial ist eine Lüge; denn das Geschäftsprinzip basiert auf Datendiebstahl und Ausbeutung der Arglosen. Es ist zwar, bezogen auf Einzelpersonen, ein Diebstahl in winzigen Dosen, aber, wenn man es mit Millionen und Milliarden Usern so macht, ist es wie industrielles Fische Fangen im freien Meer. Gegenüber den Fischen ist es asozial.
 
Robert Habeck hat schon vor einiger Zeit gemerkt, dass die Beteiligung an Facebook an erster Stelle nur für Mark Zuckerberg ein Gewinn ist, und er hat seinen Facebook-Account gelöscht. (Wie das geht, kann man über die Suchmaschine erfahren.)

Wer aber vermittelt der Jugend, dass die Freiheit im Internet längst gekapert ist?

Freiheit besteht an erster Stelle für die industriellen Plattformen, wie Amazon und Facebook, die sich auch die Freiheit nehmen, in den Staaten, wo sie ihr Geld verdienen, keine Steuern zu zahlen.
 
Obwohl der Liberalismus, genauer gesagt, der Neoliberalismus die Freie Westliche Welt regiert, ist die Freiheit der meisten Menschen in den letzten 50 Jahren nicht größer, sondern kleiner geworden. Den Leuten wird nicht vorgeschrieben, was sie tun sollen, aber um so mehr, was sie denken, fühlen und gut finden sollen. Das gilt ganz besonders für junge Menschen.

Ein Festival der Jugend

Was Jugendkultur und Freiheit bedeuten können, will ich an einem Beispiel darstellen: das Festival Isle of Wight 1970. Ich war dort mit einer Freundin. Wir waren kein Paar, sondern einfach befreundet. Wir waren diejenigen in unserem Bekanntenkreis, die den Mut und die Freiheit hatten, trotz minimaler Infos, dieses Festival zu besuchen, das sich dann als das Mega-Event herausstellte.
 
Ein Hinweis für junge Leserinnen: Es gab 1970 weder Handys, noch Navi, noch Google noch ein für alle zugängliches Internet. Die offiziellen Medien, insbesondere das Fernsehen, brachten nichts über dieses 5-Tage-Ereignis und doch wurde es das meistbesuchte Popmusik-Festival aller Zeiten.
 
Wir wussten nur, dass Jimi Hendrix dort auftreten würde und dass die Isle of Wight irgendwo, südlich von London, nahe an der englischen Küste liegt. Also fuhren wir mit dem Zug nach London-City, beide mit einem Schlafsack unterm Arm und weniger als hundert DM in der Tasche.
 
Vom Victoria-Bahnhof bis zum Festival ging es ganz einfach, denn da waren Hunderttausende unterwegs, die einem alles zeigen und erklären konnten. Mit der U-Bahn zum südlichen Stadtrand, dann per Anhalter zur Küste. An der Fähre mussten wir ewig warten, zum Glück waren wir nicht mit dem Auto unterwegs. Dann ging es zu Fuß weiter. Ich wunderte mich am Eingang über den niedrigen Eintrittspreis, es kostete ungefähr 30 DM.
 
Isle of Wight war genau wie Woodstock kein Festival des Establishments: Die Beatles, Rolling Stones, Bob Dylan, Pink Floyd, Ray Charles und Elvis Presley traten nicht auf. Dafür aber Jimi Hendrix, The Doors, The Who, Jethro Tull, Donovan, Joni Mitchell, Miles Davis, Leonard Cohen, Moody Blues, Taste, 10 Years After und die unvergessliche britische Band namens Free. Sollte ich noch Namen vergessen haben, heute findet ihr das alles im Internet.

The Doors, The Who und Jimi Hendrix

Der Höhepunkt war erreicht, als The Doors und The Who unmittelbar hintereinander spielten. The Who waren besser, da war Keith Moon am Schlagzeug noch dabei. Ihr Young Man Blues hat, auf deutsch übersetzt, folgenden Text:
 
Ein junger Mensch hat nichts auf dieser Welt, heutzutage.
 
Das stimmt 2020/21 ganz wörtlich. Die Freiheit junger Menschen wurde ins Internet verlagert. Zuletzt haben die deutschen Politiker Ursula von der Leyen und Olaf Scholz die nächste und übernächste Generation mit Schulden in der Größenordnung von Billionen belastet.
 
Die Schulden entstanden wegen Eingriffen in die Wirtschaft, wie man sie für Klima und Umweltschutz nie gewagt hätte. Es geschah, um für einen geringen Anteil von etwa 2% bis 3% der statistisch normalen Sterbefälle das Leben sehr alter Menschen geringfügig zu verlängern.
 
1970 war der Satz, ein junger Mensch hat nichts auf dieser Welt, heutzutage eine Art Satire, wie das ganze Konzept von The Who, das Pete Townshend entwickelt hat. Schon der Name The Who? ist eine satirische Anspielung auf die Großen, die man nicht erreichen kann.
 
Selten war ein politisch-satirischer Song und seine Performance nach 50 Jahren noch so aktuell. Darum hier der Link:

Young Man Blues, The Who, Isle of Whight, 1970
 
Jimi Hendrix war im August 1970 schon ziemlich fertig. Zum Glück hatte ich ihn im Januar 1969 bei seinem legendären Auftritt in der Kölner Sporthalle erlebt, wo er quicklebendig auf die Bühne kam und die Halle nach 30 Sekunden zum Ausflippen brachte, als er die Gitarre leckte. Das war noch vor dem Woodstock Festival, wo er mit seiner prophetischen Version der Nationalhymne den Niedergang der USA in Klängen und Geräuschen intoniert hat.
 
Zwei Wochen nach der Isle of Wight gab Jimi Hendrix auf der Insel Fehmarn sein letztes Konzert. R. I. P.

Jim Morrison von den Doors: This is the end!

Natürlich waren die Isle of Wight und das Festivalgelände zu klein. Außerhalb des Festivalgeländes saßen und standen hunderttausend oder mehr auf den Dünen, sie hatten keine Tickets. Viele, wohl aus Frankreich, hatten auch nicht genug Geld, aber sie waren dabei, sie konnten hören und sehen und wurden gesehen, sie waren ein Teil der Menge.
 
Bei den Angaben über die Zahl der Teilnehmer sind diese Leute nicht erfasst. Gezählt wurde nur die Zahl derjenigen, die Eintritt gezahlt haben und die Veranstalter haben die Zahl der Tickets wahrscheinlich nach unten frisiert. Die Dünen waren am letzten Tag schwarz von Menschen. Es war die größte Menschenmenge die sich je zu einer Musikveranstaltung versammelt hatte.
 
Trotz aller Euphorie muss ich betonen, die Jugendkultur war auch damals, bis zu ihrem Höhepunkt 1970, eine Gegenkultur. Rundfunk und Fernsehen brachten weder diese Musik noch Informationen darüber. Die Informationen kamen durch Mundpropaganda.

Freiheit der Opposition

Wir waren in Opposition, aber wir hatten eine Freiheit, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann. Diese Freiheit der Jugend wurde zwar nicht von allen Eltern, aber vom Staat weitgehend toleriert, man hatte Respekt vor der Jugend, weil sie die Zukunft darstellt.
 
Wir sind hier,
wir sind laut
weil ihr uns die Zukunft klaut!
  Hier sind 13 solche Verse im gleichen Rhythmus

Trotz der riesigen Menschenansammlung auf der kleinen Insel kann ich mich an Polizei kaum erinnern, sie lenkten den Verkehr, sonst nichts. Alles verlief in Eigenregie und sehr diszipliniert. Es war besser organisiert als Woodstock und es war diese britische Hippie-Jugend, viele von ihnen aus London, die sich als Gegenbewegung selbst in der Gewalt hatte. Die etablierte Presse war der Bewegung auch damals nicht gut gesonnen.
 
Einige der Vielen, die draußen vor dem Gelände geblieben waren, stellten die Forderung auf, das Festivalgelände frei zugänglich zu machen. Dann versuchten einige die Zäune einzureißen und es kam zu Rangeleien.
 
Die Presse hat das später hochgespielt. Es war ein Randereignis, im Gelände hat man kaum etwas davon gemerkt, außer dass ein Wortwechsel auf der Bühne stattfand, was ja zu begrüßen ist. Noch heute wird das Festival Isle of Wight 1970 negativ kommentiert, natürlich von Leuten, die nicht dabei waren.
 
Es ist eine ähnliche Lüge in den Medien, nur viel harmloser, wie die mit den Reichsbürgern auf den Stufen des Reichstagsgebäudes, August 2020 in Berlin. Man vertauscht gezielt das eigentlich positive Ereignis mit einer negativen Nebensächlichkeit oder Randerscheinung.

50 Jahre danach und immer weniger frei

So ein Event wie das Festival Isle Of Wight 1970 ist 50 Jahre später, im August 2020, völlig unmöglich geworden. Genau deshalb habe ich jetzt ausführlich davon berichtet.
 
Inzwischen regiert das große Geld, auch im Musikgeschäft. Die Gagen für so viele Spitzenbands und Stars könnte niemand mehr bezahlen und wenn, dann wären die Tickets so teuer, dass nur gutsituierte Wohlstandsbürgerinnen sich das leisten könnten. Die Sicherheitsauflagen wären unermesslich, die Überwachung würde alle Kapazitäten der Ordnungskräfte sprengen. Von den Corona-Maßnahmen ganz zu schweigen.
 
Eine eigene Jugendkultur gibt es nicht mehr. Statt dessen sind Meinungsäußerungen und emotionale Entscheidungen fast nur auf Online-Konsum und Klicks beschränkt, die sich innerhalb eines engen Rahmens von Algorithmen abspielen. Freiheit des Internets begann als Freiheit der Wissenschaft und ist heute an erster Stelle die Freiheit der Betreiber von Internet-Portalen und Plattformen.
 
Die FDP hat das Internet ganz groß auf ihre Agenda gesetzt und das kommt gut an. Sie meinen damit, schnelleren Zugang zu allen Inhalten durch größere Datenströme. Was wir aber brauchen, ist nicht noch mehr Unterhaltung und noch mehr Kommerz, sondern freie Kommunikation aller.

Wir brauchen den freien Debattenraum

Freie Kommunikation ist nicht nur Freiheit der Gedanken, sondern die Möglichkeit, seine Gedanken öffentlich und frei zu äußern und mit anderen frei zu kommunizieren, und das alles nach dem Stand der Technik. Wer hat diese Möglichkeit?
 
In den klassischen Medien ist die Möglichkeit freier Kommunikation begrenzt auf wenige Personen. Ob es 1000, 200 oder 20 Personen sind, in einem Land wie Deutschland, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass etwa 80 Millionen diese Möglichkeit nicht haben, sie haben keinen aktiven Zugang zu den Massenmedien. Dies erscheint selbstverständlich, weil Freiheit für alle in den klassischen Medien kaum zu realisieren wäre.
 
Im Internet ist es möglich. Das beweist Facebook. Das Internet bietet die Möglichkeit freier Massenkommunikation für eine unbegrenzte Zahl von Teilnehmerinnen. Diese Möglichkeit wird aber abgeschöpft von Firmen, welche die Freiheit des Netzes zum Geldverdienen nutzen, obwohl das Internet nicht ihr Eigentum ist.
 
Wer demokratisch ist, die Freiheit will und das Internet auf seine Agenda setzt, müsste als erstes ein Online-Medium erschaffen oder planen, das so frei zugänglich ist wie Facebook, das aber nicht der Geldbeschaffung dient, sondern der feien Kommunikation von freiwilligen Teilnehmerinnen.

Die Lüge von der Freiheit

Das wäre echte Freiheit für alle, die mitmachen wollen, und es könnte ein zentraler Programmpunkt für die Ampelkoalition rot-gelb-grün sein, die nicht nur in allen Farben blinken sollte, sondern den Weg frei macht für mehr Demokratie. Diese Freiheit für alle kostet unglaublich wenig an Geld, 1% des Geldes, das die Öffentlich-Rechtlichen Anstalten verschlingen, würden schon reichen. Das sind 80 Millionen Euro pro Jahr,aus den Zwangsgebühren plus 10 Millionen aus den Werbeeinnahmen (1% von 80+10 Milliarden) ein Betrag, welcher der Diskussion unter Politikerinnen normalerweise nicht wert ist.
 
Man kann auch mit wenig Geld sehr viel machen, aber es hört sich im Polit-Betrieb besser an, mit großen Zahlen, ab einer Milliarde, für was auch immer, um sich zu werfen. Um die Umwelt zu schonen und das Klima zu retten, muss man Energie und Material einsparen, kann aber trotzdem die Kommunikation der Menschen untereinander und mit den Mächtigen gewaltig verbessern.
 
In der Parteiendemokratie ist die Entscheidung für ein Öffentlich-Rechtliches Meinungsforum, an dem alle teilnehmen können, quasi unmöglich und zwar, weil es keiner Partei direkten Nutzen bringt, sondern nur der Allgemeinheit und darunter am meisten dem politisch aufgeweckten Teil der Bevölkerung. Deshalb ist es unerwünscht, weil so ein freies und offenes Forum schon nach wenigen Wochen alle Lügen und falschen Versprechungen der Politiker entlarven und bloßstellen würde.

Vor dieser Art von Freiheit haben die Mächtigen Angst.

Die Politiker aller Parteien behaupten ständig, wir leben in der Freien Westlichen Welt. Wir werden aber im Einvernehmen von Wirtschaft und Politik gezwungen, unsere materielle Freiheit der Freiheit des Geldes unterzuordnen. Und viele werden gezwungen, ihr Verhalten vom Geldbeutel abhängig zu machen.
  • Wer am meisten Geld hat, bestimmt, was auf den Markt kommt.
  • Wer am meisten Geld hat, bestimmt, wer arbeitet und wo gearbeitet wird.
  • Wer am meisten Geld hat, bestimmt, wo Steuern gezahlt werden und wo nicht.
  • Wer genug Geld hat, kann sich durch CO2-Zertifikate vom Klimaschutz freikaufen.
  • Wer genug Geld hat, kann zum Mond fliegen und soviel Energie verschwenden wie er will.
  • Wer genug Geld hat, kann jeden Preis für Fernflüge, Benzin, Diesel, SUVs, Privatflugzeuge und Sportwagen zahlen.
    Dieser Gedanke lässt sich beliebig fortsetzen.
Das Wort von der Freien Westlichen Welt ist eine Lüge geworden. Es gibt die totale Freiheit für ganz Wenige und materielle Unfreiheit für die restlichen 99%.
 
Der Trend geht dahin, in der Freien Westlichen Welt auch die geistige Freiheit, die Freiheit der Gedanken und der freien Rede immer mehr zu unterdrücken. Das gilt insbesondere für die Freiheit, auf der Straße, seine Meinung zu zeigen und zu demonstrieren.
 
Es ist krass: Anstatt, dass Politiker im Namen der Demokratie ein Internetforum unter gesellschaftlicher Kontrolle schaffen, konsensieren sie mit Google, Facebook und Twitter, die nach eigenem Gutdünken politische Zensur betreiben. Wer Freiheit und Demokratie in seine Programme schreibt und damit den Status Quo im Internet meint, wo nur das nackte Geld regiert und Meinungen vermarktet und gesteuert werden, diese Parteien haben Wählerinnen und Wähler verraten und belogen.

Die Freiheit, die wir noch haben

Die echte Freiheit hat zwei Richtungen: Freiheit von Zwängen und Freiheit, etwas zu tun. Auch Denken ist eine Tätigkeit. Denken und weitersagen, was richtig ist, eigene Parolen erfinden, direkte Kommunikation betreiben. Reden, Flüstern, schreiben, mailen. Anklicken genügt nicht. Runter Schlucken genügt nicht.
 
Anpacken und berühren. Wenn gar nichts anderes geht, ist sogar Warten und auf der Lauer liegen eine Haltung und eine Tätigkeit. Viele intelligente Tiere machen das so. Wir müssen die kleinste Chance nutzen, um Lügen zu entlarven. Die Wahrheit kommt ans Licht, auch wenn sie nicht ins Fernsehen kommt. Und das Fernsehen verliert jedes mal, wenn wir es aus freier Entscheidung abschalten oder gar nicht erst einschalten.

  Rob Kenius, 18.10.2021
  letzte Bearbeitung 12.12.2023
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Corona-Korrelation. Die Wahrheit in Zahlen

Statistik ist exakte Mathematik
von Dingen, die wir nicht genau wissen.

Die Zahlen, die Angst machen, haben sich mehr und mehr von der Realität entfernt: Von Sterbefällen zu sogenannten Infektions-Zahlen, die nur positive Tests sind, schließlich die Inzidenzen. Zuletzt sind es nur noch "die Zahlen", die es zu reduzieren gilt. Das ist die Front, an der Politiker kämpfen. Von der Frage, was Covid19 in welchem Ausmaß als Krankheit bewirkt, hat sich der Blick weit entfernt.

Zusammenhang mit Sterbefällen

Die harte Zahl ist die der Sterbefälle und sie wird so formuliert: Sterbefälle "in Zusammenhang mit Corona". (Das heißt, Corona ist nachgewiesen und die Menschen sind gestorben.)
 
Die Zahl von Sterbefällen ist generell sehr hoch, weil jeder sterben muss. Das ist hart, aber gerecht. Bei acht Milliarden Menschen und einer Lebenserwartung von global weniger als 70 Jahren, ist die Zahl der Sterbefälle mehr als 115 Millionen pro Jahr. In Deutschland etwa 1 Million, ungefähr 3.000 an einem Tag. Wenn 300 davon "im Zusammenhang mit Corona sterben" ist das nicht wirklich viel; denn es heißt nur, dass unter all den positiv getesteten Personen 300 verstorben sind.

Je mehr auf Corona getestet wird, desto höher ist also auch die Zahl der normalen Sterbefälle von Menschen, die vorher positiv auf Corona getestet wurden. Das Zusammentreffen dieser beiden Faktoren sagt nicht aus, dass der Tod durch das Virus herbeigeführt wurde. Wenn 100.000 Menschen positiv auf Corona getestet sind, gilt für diese, genau wir für alle anderen, die allgemeine Sterblichkeit, die unabhängig von jeder Virenausbreitung vorhanden ist.
 
Es werden auch ohne Covid19 wenigstens so viele der positiv Getesteten sterben wie in der nicht getesteten Bevölkerung. Dieser Anteil, welcher der normalen Sterblichkeit entspricht, kann nicht als durch das Virus verursacht angesehen werden, sondern nur zusätzliche Sterbefälle, die über die normale Sterblichkeit hinaus gehen.

Logisch denken und die Realität erkennen!

Im Folgenden wird durch Betrachtung der Korrelation gezeigt: Etwa dreiviertel der Toten "in Zusammenhang mit Corona" wären auch ohne die Pandemie verstorben. Das klingt wie eine kühne Behauptung von Corona-Leugnern, ist aber nichts anderes als ein Schritt in die Realität.
 
Die Realität wird durch Statistik abgebildet
, nicht durch Befürchtungen und Angst. Wer Statistik berücksichtigt, leugnet nicht Corona, es ist umgekehrt: Man kann diejenigen, die eine statistische Sicht ablehnen, und alle positiv Getesteten, die verstorben sind, als Corona-Tote hinstellen, als Statistik-Leugner bezeichnen.

Was ist die Todesursache?

Der Begriff Todesursache ist selten eindeutig, außer bei Mord, Herzinfarkt, Todesstrafe und Krieg. Um das klar zu machen, ein gar nicht ungewöhnliches Beispiel: Ein Mann, der den ersten Weltkrieg als Soldat überlebt hatte, es war mein Großvater, stürzte im zweiten Weltkrieg die Treppe hinunter bei Fliegeralarm und starb wenige Tage später an einer Lungenembolie. Was war die Todesursache?
 
Der Krieg war es nicht, die Witwe bekam keine Krieger-Witwenrente. Die britische Luftwaffe war es auch nicht, denn die Stadt, in der es passierte, wurde erst zwei Jahre später bombardiert. Der Fliegeralarm war es auch nicht; denn der Verunglückte hätte die Treppe im eigenen Haus ohne zu stolpern meistern können. War es Panik? War der Verunglückte unter Alkoholeinfluss? War der Hausarzt schuld, der die Lungen-Embolie nicht erkannt hat?

Die Nahestehenden werden spontan eine Möglichkeit als Todesursache ansehen. Die Frau sagt, der Krieg war es, die Tochter sagt, der Arzt war es, der Nazi von nebenan sagt, die RAF (Royal Air Force) war es, ein Feuerwehrmann sagt, der unnötige Alarm war es. Der Arzt sagt, es war der Alkohol.

Das Problem ist, dass wir es gewohnt sind, in Ursachen zu denken. In Wirklichkeit aber ist es schon falsch, zu denken, dass es in so einem Fall die eigentliche Ursache überhaupt gibt. Das Wahrscheinlichste ist, dass mehrere Faktoren zusammen gewirkt haben. Es gibt keine eindeutige Todesursache.

Statistik erweitert das Wissen über den Zufall

Je größer die Zahl der Fälle ist, desto genauer sind statistische Aussagen. Es gibt exakte Formeln für die Schwankungsbreite des Zufalls, abhängig von der Zahl der Ereignisse. Ist die Zahl kleiner tausend, dann sind alle Aussagen unsicher. Statistik erlaubt, über Dinge, über die unser Wissen unvollständig ist, trotzdem gültige und sehr exakte Aussagen zu machen, wenn wir tausende und Millionen Ereignisse beurteilen.
 
Man muss sich dabei aber an die Gesetze der Statistik halten und die sind den meisten Menschen unbekannt, obwohl sie nicht schwer zu verstehen sind. Die meisten Schüler der fünften Klasse würden sie verstehen. Wer aber die Regeln der Statistik nicht kennt, traut der Statistik nicht.
 
Misstrauen gegenüber Statistik wird auch dadurch erzeugt, dass Satistik mit statistischen Erhebungen verwechselt wird. Statistische Erhebungen sind leicht zu beeinflussen und werden oft fehlerhaft ausgewertet. Eine Telefonbefragung von ein paar hundert Leuten liefert kein statistisches Ergebnis.
 
Viele Menschen wollen auch den Zufall als Prinzip nicht anerkennen. Der Glaube an Gott steht dem entgegen und der Glaube an die eigene Kraft oder an das Gute, das Glück oder an das unvermeidliche Schicksal. Im realen Leben aber sind Zufälle oft entscheidend, es beginnt schon mit dem biologischen Geschlecht, das einem vom Zufall zugeteilt wird.

Die Wissenschaft hat uns, spätestens seit der Quantenphysik gelehrt, dass der Zufall ein fundamentales Element bei der Abfolge von Ereignissen ist. Und Statistik ist dazu da, zufällige Ereignisse mathematisch zu beschreiben.
 
Ohne Kenntnisse des Einzelfalls erlaubt Statistik (bei unvollständigem Wissen) sichere Aussagen über große Zahlen von zufälligen Ereignissen.

Der Einzelfall ist nicht das Maß der Dinge

Leider steckt in den Köpfen immer noch der Satz: Alles muss einen Grund haben. Dieser Satz ist falsch. Die Kausalität ist kein Naturgesetz, sondern ein Denkmuster. Das ist der Wissenschaft seit Jahrhunderten (David Hume) bekannt. Wir können nur die Reihenfolge von Ereignissen feststellen.

Der Gedanke, dass eins das andere bewirkt, ist in vielen Fällen vernünftig. Wenn ein Stein zur Erde fällt, ist es gut, die Erdanziehungskraft als den Grund zu sehen und nicht die Tatsache, dass ich die Hand geöffnet habe. Man kann es auch umgekehrt sehen. Beides zeigt, dass die Kausalität ein Denkmuster ist und aus dem Kopf kommt. Wenn aber ein Atom zerfällt, ist es Zufall und wenn eine Eizelle befruchtet wird und ein weibliches Embryo entsteht, ist es ebenso Zufall.
 
Mit Statistik ist trotzdem eine sichere Aussage möglich: Die Hälfte aller Geburten sind weiblich. Oder in der Atomphysik: Nach einer bestimmten Zeit, der Halbwertzeit, ist die Hälfte aller Atomkerne zerfallen. Zwei Beispiele, bei denen man, ohne die Statistik der großen Zahl, keine gültige Aussage machen kann.

Multikausalität und Korrelationen

Sehr viele Ereignisse sind teilweise Zufall, haben aber auch Voraussetzungen, die das Ereignis begünstigen. Ein grober Begriff dafür ist: Die Ereignisse sind multikausal. Es gibt mehrere beeinflussende Faktoren, von denen keiner der allein ausschlaggebende Grund ist.
 
Todesfälle sind in der Regel multikausale Ereignisse, ganz besonders im Alter. Früher sagte man, er oder sie ist an Altersschwäche gestorben. Heute ist die Medizin weiter und kann fast immer neben dem Alter diagnostizierte Faktoren nennen, die zum Tod beigetragen haben: Herz-Kreislauf-Schwäche, Leberschaden, Diabetes, Lungenschaden, Nierenversagen, Krebs usw.
 
Trotzdem ist der Begriff Altersschwäche ein sinnvoller Begriff. Im Alter wird der Mensch schwach. Die Muskeln werden schwach. Die Atmung wird schwach. Das Immunsystem wird schwach, das Herz wird schwach und oft wird auch das Gehirn schwach. Am Ende tritt der Tod mit Sicherheit ein.
 
Mit Statistik kann man auch in diesem unangenehmen Bereich Aussagen machen. Die Lebenserwartung ist eine statistische Größe, sie ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Wir wollen es nicht zu genau nehmen, sagen wir die Lebenserwartung sei im Schnitt in Europa 75 Jahre.
 
Die Menschen sterben dann durch den Einfluss verschiedener Faktoren. Diese Faktoren kann man durch den Begriff der Korrelation quantitativ beschreiben. Korrelationen treten also bei multikausalen Ereignisse an die Stelle von Kausalität, weil Korrelationen der Realität näher kommen.

Eine Korrelation ist eine Teil-Wahrscheinlichkeit, welche die Verbindung einer Voraussetzung mit einem bestimmten zufälligen Ereignis quantitativ beschreibt. Kausalität dagegen ist ein eindeutiges logisches Verhältnis, das keine Aussage über multikausale Ereignisse macht.

Der Tod als statistisches Ereignis

Wenn man eine große Zahl untersucht, könnte man für bestimmte Todesursachen Wahrscheinlichkeiten feststellen. Wer völlig gesund ist, wird sehr alt und stirbt an Zufälligkeiten wie einer Hitzewelle, Schreck, Selbstaufgabe, falsche Ernährung, Dehydrierung, schlechte Pflege. Am Ende stirbt jeder, auch ohne Ursache, doch das wird gerne verdrängt.
 
Beim Tod stellt eine Ärztin oder ein Arzt den Totenschein aus und legt eine Todesursache fest. Dieser Vorgang hat keine diagnostische Bedeutung; es wird eine Ursache eingetragen, die man vermutet, obwohl man weiß, dass es meistens mehrere Ursachen gibt. Das ist eine Formalität, sie kann nicht als Basis für Statistik dienen.

Wenn Ärzte aber per Autopsie Tote untersuchen, legen sie nicht einfach eine Todesursache fest, sondern sie ermitteln die verschiedenen Risikofaktoren: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eventuell Leberschäden und Schäden der Lunge und Schäden an anderen Organen.
 
Im Prinzip wäre es möglich, Korrelationsfaktoren für die einzelnen Gefährdungen zu bestimmen, die zum Tode geführt haben. Das ginge aber nur mit Statistik in einer großen Zahl von Fällen.

Einfache Regeln der Wahrscheinlichkeit

Ohne solche umfangreichen Untersuchungen die auch nicht stattfinden, lassen sich trotzdem Korrelationen abschätzen. Dazu helfen ein paar einfache Regeln:
 
Jede Wahrscheinlichkeit ist eine Zahl zwischen null und eins. Null bedeutet, es ist unmöglich, eins bedeutet, es ist sicher.

Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel eine 6 zu würfeln, ist 1/6 und die, eine 1 zu würfeln, ist ebenfalls 1/6.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, eine 6 oder eine 1 zu würfeln?
Sie ist logischerweise doppelt so groß:
1/6 + 1/6 = 1/3
Die entweder-oder-Wahrscheinlichkeit ist gleich der Summe der einzelnen Wahrscheinlichkeiten.
 
Die Wahrscheinlichkeit eine beliebige Zahl von 1 bis 6 zu würfeln ist gleich 1.
Die Summe aller möglichen Wahrscheinlichkeiten ist immer gleich 1.

Das gilt auch für Korrelationen.
 
Die Summe aller Korrelationsfaktoren, die an einem Ereignis beteiligt sind, das eingetreten ist, muss 1 sein, auch dann, wenn man nicht alle Korrelationen kennt. Bei Sterbefällen ist das Ereignis, leider der Tod, mit Sicherheit eingetreten. Die Summe aller Korrelationen, die zum Tod geführt haben, ist gleich 1.

Eine Schlussfolgerung, die nie gemacht wurde

Jetzt kommt eine erstaunliche Tatsache bei den Sterbefällen durch Corona ins Spiel. Von Anfang an sind vornehmlich sehr alte Menschen (über 80 Jahre) verstorben. Das Durchschnittsalter der Corona-Toten lag oberhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung. Das bedeutet, die Korrelation mit dem Alter war stärker als die Korrelation mit dem Virus.
 
Die Summe der beiden Korrelationsfaktoren ist höchstens gleich 1 und, wenn der Korrelationsfaktor mit dem Virus kleiner ist als der mit dem Alter, kann er höchstens gleich 1/2 oder 50% sein.
 
Dann wurde bei Obduktionen festgestellt, dass die Corona-Toten meistens mehrere andere Krankheiten hatten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lungenschäden, Leberschwäche oder Hepatitis usw. Das zeigt, dass wesentliche weitere Korrelationen mit sehr ernsthaften Krankheiten bestanden haben, die jede für sich ebenfalls zum Tode geführt haben können.
 
Das reduziert den Korrelationsfaktor für das Virus, der schon unter 50% liegt, noch einmal um weitere Anteile und es ist keine gewagte Annahme, dass er sich im Bereich von 20% bis 30% bewegt. Die Summe aller anderen Faktoren, neben dem Alter, läge dann ebenfalls zwischen 20% und 30%.

Wir machen eine vereinfachte, aber vorsichtige Annahme:
 
Korrelationsfaktor für das Alter wenigstens 50%,
für alle anderen Erkrankungen zusammen 20%
und es bleiben für Corona allein 30%,
also weniger als 1/3 als Korrelationsfaktor.
Diese Abschätzung ist realistisch und in wissenschaftlichen Sinne konservativ. Sie gilt, solange sie nicht präzisiert oder widerlegt wird.
 
Das zeigt uns folgenden Sachverhalt:
 
Von den vage definierten Sterbefällen "im Zusammenhang mit Corona" wären 70% der Menschen im betrachteten Zeitraum auch ohne Corona gestorben. Das ist das Ergebnis der Altersstruktur und der Krankheitsbilder bei Obduktionen. Um ein Maß für die Todesgefahr des Virus zu finden, müssen wir die angegebenen Todeszahlen "im Zusammenhang mit Corona" wenigstens durch 3 teilen, weil der Korrelationsfaktor für Covid19 mit den registrierten Sterbefällen größer nicht ist.

Entscheidend ist die Übersterblichkeit

Es kann sein, dass sich in einem kurzen Zeitraum beim akuten Ausbruch in einem Pflegeheim Sterbefälle häufen, dafür sterben dann später aber weniger Menschen der gleichen Gruppe, von Statistikern Kohorte genannt. Über einen längeren Zeitraum von Monaten oder einem Jahr, entspricht die Sterblichkeit, die man Corona zuschreiben kann, der Gesamtzahl der "im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen" mutipliziert mit dem konservativ abgeschätzten Korrelationsfaktor 1/3.
 
Die Relativierung der Sterbezahlen wird dadurch bestätigt, dass die sogenannte Übersterblichkeit, also eine eventuelle höhere Zahl an Toten im Vergleich der Jahre vorher, kaum vorhanden ist. Sie liegt oft unterhalb der Schwankungsbreite in der Jahresstatistik. Diese Schwankungsbreite hängt besonders stark vom Wetter ab. Bei rauer Witterung (trocken, heiß oder kalt) sterben mehr alte Menschen.

Alle öffentlich bekannt gegebenen Todeszahlen berücksichtigen nicht die Korrelationen mit Alter, Herzschwäche, Leberschäden, Hepatitis, Krebs und so weiter. Die absoluten Zahlen sind außerdem von der Zahl der Tests abhängig. Je mehr Tests, desto mehr Koinzidenzen (zufällige Zusammentreffen) von alters- und krankheitsbedingtem Tod und positiven Testergebnissen.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Toten hängt auch direkt von den Entscheidungen der Ärzte ab, wenn sie Totenscheine ausfüllen. Es ist naheliegend, dass sie, wenn ein positiver Test vorliegt, in den Jahren 2020 oder 2021 als Todesursache Covid19 eintragen. Das ist keine Diagnose.

Testen und Spritzen für Milliarden

Die realen Tatsachen werden in der Öffentlichkeit nicht diskutiert, nicht berücksichtigt und als Information in den Medien systematisch unterdrückt. Die Statistik-Leugner beherrschen das Feld der Information. Fast alle anderen haben nie etwas von statistischen Gesetzen und Wahrscheinlichkeiten gehört und glauben, dass alle, die nach einem positiven Test verstorben sind, an Covid gestorben sind. Das geht inzwischen so weit, dass einfache Geister glauben, dass alle, die verstorben sind und nicht geimpft waren, an Covid gestorben sind.
 
Das öffentliche Bewusstsein ist durch eine nicht endende Nachrichtenflut auf Tests und diverse Impfstoffe fixiert. Beides, Tests und Impfstoffe, liefert die Pharmaindustrie. Die Gewinne der Pharma-Konzerne an den Tests und den Impfdosen liegen im hohen Milliardenbereich. Hinzu kommen noch die Kursgewinne der Pharma-Aktien an der Börse.
 
Das führt uns zu den Gewinnern der Pandemie.
1. Die Gewinner der Maßnahmen
2. Die Krisengewinner stehen fest
  Rob Kenius, 04.04.2021
  letzte Bearbeitung 20.02.2022
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Hass kommt aus den Strukturen im Netz
Es besteht kaum ein Zweifel, dass durch das Internet Hass- und Gewaltphantasien und am Ende auch reale Gewaltakte angeregt werden. Ob Gewaltbereitschaft und Aggressivität sich im Netz erst entwickelt haben oder ob sie vorher schon vorhanden waren, ist eine akademische Frage.
 
Unstrittig ist, dass sich in den sogenannten sozialen Medien verbale Gewalt, Androhung von Gewalt und vielerlei Angstmache wie Buschbrände ausbreiten.

Wenn man nach den Ursachen sucht, muss man sich auf die Strukturen und Algorithmen konzentrieren und nicht all zu sehr auf die Personen, welche die Hetze betreiben und schon gar nicht auf die Inhalte der Hassbotschaften. Unzufriedene, verbitterte und hasserfüllte Menschen wird es immer geben. Dass ihre Meinungen und Pamphlete solche Verbreitung finden und dass sie sich in Internet-Blasen zusammenrotten, liegt an der Struktur und an den Maximen der Algorithmen.

Hasserfüllte Menschen und Gewaltphantasien sind schwer zum Besseren zu verändern, die Strukturen, Programme und Algorithmen aber wohl, sie lassen sich verändern oder, besser noch, durch andere Foren ersetzen. Wenn es darum geht, die verbale Gewalt einzudämmen, sind die kommerziellen Ziele und Bedingungen der Kontaktmaschinen der richtige Ansatzpunkt.

Die wichtigste Bedingung für das Verbreiten von Hass, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Intoleranz ist die Anonymität im Netz. Nur wenige der aggressiven Stimmen würden sich so lautstark erheben, wenn jeder, der es liest, die Personen erkennen und identifizieren könnte, die das verbreiten. Wer würde in einer Versammlung, vor der eine Frau eine Rede mit feministischen Inhalten hält, laut in den Saal rufen: Halt die Schnauze, du dumme Fotze, sonst gibts Vergewaltigung!
 
Jeder, der das täte, würde schnell aus der Versammlung entfernt, egal wie und durch wen. So eine Äußerung ist in der Öffentlichkeit so gut wie unmöglich, erst recht da, wo andere Personen den Maulhelden vielleicht kennen. Im Internet aber und in anonymen E-Mails gehören solche Unflätigkeiten zur Alltäglichkeit.

Man muss also gegen die Anonymität argumentieren, um die Flut von Hass, Gewalt, Rassismusund Sexismus zu dämmen, aber das ist schwierig. Die Anonymität ist ein hohes Gut bei Usern und Betreibern der Plattformen.

Warum ist die Anonymität so beliebt?

Anonymität erleichtert den Einstieg in eine Szene. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, nicht nur im Internet. Die meisten Menschen wollen sich einer Gemeinschaft aus der Position des unbekannten Neulings annähern. Am deutlichsten wird es da, wo große Freiheiten bestehen, zum Beispiel wenn man zum ersten mal eine Diskothek betritt, in der richtig was los ist, oder wenn man an den Strand geht und sein Handtuch an einem freien Plätzchen ausbreitet.

Es mag Leute geben, die sich krass anders verhalten, und sich gleich in Pose bringen, aber die Mehrheit ist in neuer Umgebung erst einmal vorsichtig, zurückhaltend und vielleicht ein wenig schüchtern. Man will auf keinen Fall gleich im ersten Augenblick mit seiner vollen Persönlichkeit wahrgenommen werden.

Ähnlich ist es bei Internet-Foren. Meistens genügen beim Anmelden die Angabe einer E-Mai-Adresse und ein Pseudonym, um den Zugang zu erhalten. Das erleichtert sehr den Einstieg und ist einer der großen Vorzüge dieser Technik, die uns leichte Kontaktaufnahmen ermöglicht. Aber wo ist die Grenze der Anonymität? Gibt es da überhaupt eine sinnvolle Grenze?
 
In den meisten Foren und Kontaktmaschinen gibt es keine Grenzen, anonym zu bleiben, es scheint auf Seite der Betreiber niemanden zu interessieren wer du wirklich bist. Du wirst eher zu einer Geldspende aufgerufen als dazu, deine Identität preis zu geben.

Aber in der realen Welt sieht es anders aus. Unter einer überschaubaren Zahl von lebendigen Personen einer Szene wird die Anonymität des Einzelnen sehr schnell aufgehoben. Das geschieht durch natürliche Kontaktaufnahme zunächst mit einzelnen Personen, Bekanntschaften, die sich erweitern und vertiefen.

Es gibt aber keine Grenzen der Anonymität in den Kontaktbörsen, auch da nicht, wo es Grenzen geben müsste. Wenn die Möglichkeit besteht, nur anhand einer E-Mail-Adresse jemanden, der öffentlich bekannt ist, anonym mit Beleidigungen, Beschimpfungen und Drohungen zu verfolgen, dann ist die Grenze eines sozialen Verhaltens überschritten, egal, wo diese Grenze definitiv liegt, beziehungsweise, an welcher Stelle eine Grenze fehlt.
 
Ein Forum, das Beleidigungen und Hassbotschaften in Form anonymer Mails an bekannte oder prominente Personen oder an Personen auf gleicher Ebene ermöglicht, ist kein soziales Medium mehr, sondern ein asoziales Medium.

Anonyme Politik gibt es nicht

Jenseits der Grenze, wo Anonymität angemessen ist, liegen alle politischen Diskussionen. Aktive Politik und Anonymität schließen einander aus.
 
Aber auch auf dem Feld der Politik wird ganz am Anfang ein Einstieg durch Anonymität erleichtert. Es ist völlig natürlich und richtig, dass demokratische Wahlen anonym erfolgen, weil jede und jeder, egal wie vorsichtig jemand ist, unbehelligt an der Wahl teilnehmen soll.

Der nächste Schritt ist die Teilnahme an einer öffentlichen Kundgebung oder an einer Demonstration. Da zeigt man den Umstehenden und im Grunde allen anderen, dass man dabei ist und man kann von allen Bekannten wiedererkannt werden. Wer nicht erkannt werden will, muss der politischen Demo fern bleiben. Es herrscht bei Demonstrationen zu Recht ein Vermummungsverbot.

Aktive Politik in Form von Rede, Gespräch und Diskussion aber erfordert nicht nur öffentliche Präsenz, sondern die Preisgabe der Identität. Man wird in einer Versammlung vorgestellt oder stellt sich selber vor und kann dann das Wort ergreifen.

In einem Internet-Forum ist es aber in der Regel ganz anders. Die meisten sind und bleiben anonym, das heißt, sie sind wie Vermummte, die Person ist unkenntlich, wie maskiert. Auf dieser Basis kann man keine Politik betreiben.
 
Warum?
 
Weil man anonyme Redner nicht beim Wort nehmen kann. Man kann sie sich nicht merken, sie können auch einfach verschwinden und unter einem anderen Namen wieder auftauchen. Genau das führt dazu, dass sie sich auch nicht zu mäßigen brauchen.

Wenn wir die Frage stellen, warum Anonymität grundsätzlich erlaubt ist, und wieso sie nicht irgendwann bei bestimmten Funktionen aufgehoben wird, finden wir schnell eine plausible aber unbefriedigende Antwort: Es ist im Interesse der Betreiber, den Nutzern alles, was sie wollen, so leicht wie möglich zu machen, auch das schlechte Benehmen und das asoziale Verhalten. Hauptsache, sie bleiben in der Blase und liefern Content sowie Material für die Statistik.

So viel Kontakte wie möglich

Manche Kontaktmaschinen sind ursprünglich einmal aus anderen Motiven entstanden, aber alle die groß geworden sind, wie Facebook und Twitter, arbeiten nach kommerziellen Gesichtspunkten, das heißt immer, bestimmte Zahlen sollen maximiert werden.

1
So viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie möglich.
Bei Facebook funktioniert das nach einem Schneeball-Prinzip. Wer nach einer Person sucht, die sonst unbekannt ist, bekommt fast immer das Angebot, das Facebook etwas über diese Person weiß. Um das zu erfahren, muss man sich aber erst selber anmelden. Schon eine Teilnehmerin mehr.
 
2
So viel Verweilzeit wie möglich und so viele Klicks wie möglich.
Das sind die Media-Daten, um lukrative Angebote an die Werbebranche zu machen. Deshalb werden Dispute angeregt, die sich im Kreise oder um nichts drehen, sie werden durch die Algorithmen so gesteuert. Aus rein quantitativen Gründen sind lebhafte Auseinandersetzungen gefragt.
 
Gefördert werden Teilnehmer, die schnell und bedenkenlos irgendetwas abdrücken, was wiederum andere provoziert, es ihnen gleich zu tun. Das alles geschieht im Interesse der Klick-Zahlen für die Werbung, mit der sich Facebook finanziert. Für eine sachliche oder gar politische Diskussion sind diese Ziele, der Steuerung kontraproduktiv.

Explosiver Stoff

Facebook geht es um die Aufmerksamkeit des Publikums und weil das Publikum selber den Inhalt liefert, fördert und belohnt Facebook solches Verhalten der User, das Aufmerksamkeit erregt. Das sind aber genau die gleichen Inhalte, die in allen kommerziellen Medien Aufmerksamkeit erregen, die aber bei persönlichen Kontakten und Gesprächen unangebracht sind: Mord und Totschlag, Gewalt und Bedrohung, Angst und Schrecken.
 
Hinzu kommt dann eine gesteigerte Intensität der Kommunikation: Übertreibung, ständige Wiederholung, Klischees, Feindbilder, Pauschalurteile, Fronten-Bildung, Freund-Feind-Denken, Intoleranz, es gipfelt bei Engstirnigkeit und Rassismus.
 
Eins geht aus dem anderen hervor oder es verstärkt sich gegenseitig. Die Meinungen, Übertreibungen und die Verrohung der Sprache schaukelt sich automatisch hoch, weil die steuernden Algorithmen Intensität, Wiederholung und Impertinenz im Interesse der kommerziellen Auswertung begünstigen.

Man sieht leicht, dass diese negativen Elemente der Internet-Kommunikation weniger mit bestimmten Inhalten und auch weniger mit den beteiligten Personen zu tun haben, als viel mehr mit der Struktur der anonymen Massenkommunikation, die auf Quantität und Lautstärke abzielt, um Aufmerksamkeit zu erregen.
 
Aufmerksamkeit zu erregen ist das erste Ziel jeder Werbung und Reklame.

Das Phänomen ist längst bekannt aus der Boulevardpresse. In den asozialen Medien im Internet kann sich jetzt aber nicht nur jeder erregen lassen, sondern auch aktiv daran beteiligen. Viel Intelligenz ist dazu nicht erforderlich. Die Dummheit besteht darin, den Wert einer Botschaft nach der Lautstärke Intensität und Impertinenz zu beurteilen. Laut schreiende Mitläufer, die nur Beifall von sich geben, sind von den Algorithmen erwünscht. Sie verstärken die Zielgruppe und sind von Aktivisten kaum zu unterscheiden.

Waldspaziergang und Netzwerkdurchsetzungsgesetz

Die Frage ist, was kann man dagegen tun? Die einfachste Lösung ist, sich nicht an Facebook zu beteiligen. Ich muss zugeben, dass ich mich selber seit vielen Jahren an diese Regel halte. Erreicht habe ich damit nicht viel, weil die Lawine weiter gerollt ist, während ich am Waldrand spazieren ging und den freien Blick auf das Geröllfeld hatte. Aus dieser Position lässt sich aber die Lage klar überblicken.

Die Regierung ist da in einer besseren Position, sie kann Gesetze entwerfen und großkoalitionsmäßig durchdrücken. Der Versuch, mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz Facebook, Twitter und Co. In den Griff zu bekommen, machte aber den Fehler, dass dieses Gesetzt überhaupt nicht in die Strukturen eingreift.
 
Auf dem Label steht, dass dieses Gesetz gegen Hass und Gewalt gerichtet ist, aber im Gesetzestext richtet es sich ebenso gegen Beleidigung und Verunglimpfung. Das sind ganz andere Begriffe, die kaum objektiv feststellbar sind und der persönlichen Beurteilung unterliegen.

Wie wird Beleidigung und Verunglimpfung festgestellt? Wer stellt das fest? Die Dinge werden von Betroffenen festgestellt und können in der Regel zu einer gerichtlichen Klage führen.
 
So ist es im Netzwerkdurchsetzungsgesetz aber nicht. Es wird nicht der Rechtsweg beschritten, sondern es wird von Betroffenen oder solchen, die sich betroffen fühlen, den Betreibern gemeldet und die sollen dann reagieren. Was bedeutet, das?
 
Wenn eine Prominente oder ein Politiker es dem Betreiber meldet, das sie oder er sich beleidigt fühlt, wird der Betreiber schnell alles löschen was beanstandet wird, ohne das Ansinnen objektiv zu prüfen, insbesondere deshalb, weil die Strafandrohungen bei Zuwiderhandlung immens hoch sind.

Dieses Verfahren läuft also indirekt auf Zensur hinaus, was aber dadurch verschleiert wird, dass keiner der Beteiligten Zensur direkt ausübt. Die einen beschweren sich nur, die anderen löschen freiwillig, was den ersteren nicht gepasst hat.
 
Auf dem Rechtsweg dagegen würde ein unabhängiges Gericht urteilen, ob es sich überhaupt um Beleidigung und Verunglimpfung handelt oder um erlaubte Provokation oder angemessene Satire oder um eine unwesentliche Banalität.

Ein Bußgeldkatalog für Mediendreck

Es wäre wesentlich einfacher, per Gesetz zu erklären, dass die Kontaktmaschinen, die sich selbst soziale Medien nennen, auch Medien vor dem Gesetz sind. Sie generieren zwar nicht die Inhalte, aber sie verbreiten sie und man kann sie als Medien per Gesetz für das haftbar machen, was sie verbreiten. Auch Zeitschriften haften für das, was ihre Redaktion veröffentlicht.

Facebook und Twitter sind nicht so etwas wie Telefon oder Post, sie schaffen Öffentlichkeit.
 
Mit einer Grundsatzentscheidung sind sie per Definition neue Medien genau so wie jeder per Grundsatzentscheidung ein Teilnehmer am Öffentlich Rechtlichen Rundfunk ist, wenn der Rundfunk sich über das Internet verbreitet. Gegenüber den Bürgern ist der Gesetzgeber nicht zimperlich, wenn es um pauschale Vereinfachung geht, und er kann sich auf die Exekutive verlassen.
    Weil die zahlreichen Vergehen mit verbalen Entgleisungen im Netz für den allgemeinen Rechtsweg etwas zu häufig und zu alltäglich sind, wäre ein Bußgeldkatalog wie im Straßenverkehr angebracht:
     
  • Ein Unterleibswort auf eine Person bezogen: 100 Euro
  • Jedes andere Wort aus einem Schimpfwort-Katalog 50 Euro
  • Sexuelle Belästigung 150 Euro
  • Bedrohung mit Gewalt 200 Euro
  • Androhung von Mord oder Vergewaltigung 500 Euro
  • Sobald sich diese Verbal-Aggressionen gegen Frauen oder Farbige richten, das doppelte, gegen Juden, das dreifache.
    Zahlbar wären die Bußgelder sofort durch die Betreiber des Netzwerks, andernfalls Bußgeldbescheid und Pfändung der Werbeeinnahmen.
     
    Die Betreiber dürfen sich das Geld ohne weitere Formalitäten von den Absendern der Hassbotschaften zurückholen, wenn sie diese identifizieren und finanziell belangen können.

Grenze der Anonymität

Ungeklärt ist noch die Frage, wo die Grenze zwischen Anonymität und persönlichem Auftritt im Internet liegen soll. Eine harte aber effektive Regelung wäre folgende:
 
Jeder kann sich einfach per E-Mail anmelden. Wer aber von sich aus Texte veröffentlichen und E-Mails an andere User schicken will, muss seine Identität angeben und die soll auch verifiziert werden. Das ist schon deshalb unumgänglich, um zu verhindern, dass durch Computerprogramme erzeugte Identitäten, sogenannte Bots, mitmischen, wie das bereits millionenfach geschieht.

Eine sanfte Kontrolle der Identität lässt sich dadurch realisieren, dass jeder einen (einmaligen) Beitrag per Bank überweist und dann unter dem Namen des Kontoinhabers agieren darf. Es müsste eine Widerspruchsmöglichkeit des Kontoinhabers bestehen, falls jemand (Ehemann, Sekretärin), der Zugang zum Konto hat, das Konto unerlaubt für diesen Zweck benutzt.

Den zusätzlichen Aufwand könnten die Betreiber wie Herr Zuckerberg, sich auf diese Weise mit Geld bezahlen lassen. Die Flut der Texte und Meinungen, insbesondere aber der Falschnachrichten, Beleidigungen und kriminellen Äußerungen würde enorm abnehmen, ganz ohne Strafandrohung.

Der öffentliche Debattenraum

Für ein Forum, das ernsthaften politischen Debatten dient, welches es leider so, wie es nötig wäre, noch nicht gibt, ist Anonymität grundsätzlich ausgeschlossen. Dieses Forum muss erst noch erschaffen werden, am besten von einer offiziellen Instanz, unabhängig von der Regierung, aber unter demokratischer Kontrolle.

Der Entwurf für einen politischen Debattenraum wurde hier bereits vor zwei Jahren unter dem Namen Demokrit vorgestellt und dann auch über KenFM veröffentlicht. In Italien ist ein Forum für Direkte Digitale Demokratie bereits von dem leider verstorbenen Internetunternehmer Gianroberto Casaleggio verwirklicht worden.

Das Internet hat viele Möglichkeiten, die Politik zu beleben und durch seine Interaktivität Demokratie zu schaffen. Das wurde durch die asozialen Medien Facebook, Twitter & Co. in eine falsche, rein kommerzielle Richtung gelenkt und dadurch verhindert.
 
Die Regierungen haben es versäumt, von öffentlicher Seite (für wenig Geld) demokratische Strukturen im Netz zu ermöglichen und so haben sie den Rechtspopulismus, Fremdenhass und die Dominanz der Dummheit gefördert. Sie wiegen sich in Sicherheit vor demokratischen Ansprüchen, weil die großen Medien nicht die freie Meinungsbildung fördern, sondern die Sichtweise der Regierung propagieren.
 
Das war nicht immer so und es sollte auch nicht immer so bleiben, denn es ist ein Rückschritt in den Totalitarismus.

  Rob Kenius, 02.02.2021
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Wer bestimmt, was politische Wirklichkeit ist?

Was in der Berliner Republik 2020 geschieht, ist eine Krise der Demokratie, wie es sie nach 1949 hier nicht gegeben hat. Die Regierung, der Öffentliche Dienst und die Öffentlich-Rechtlichen Medien bestimmen konform, was entschieden, was durchgesetzt und was darüber berichtet wird. In Deutschland hat sich eine neue Form von sanftem Totalitarismus etabliert.
 
Mit sanft ist gemeint, dass der totalitär gewordene Staat sanfter regiert wird als in der ehemaligen DDR und dass die Ohnmacht der Bürger ähnlich wie in den USA durch materiellen Wohlstand überdeckt wird. Das Schwinden demokratischer Möglichkeiten ist besonders schmerzhaft, weil in der gleichen Zeit die Geldbesitzer ihre Macht über den Staat sehr effektiv ausgebaut haben.

Selbst die Massendemonstration am 29.08.2020 vor dem Reichstag hat keine Wirkung auf die öffentliche Meinung gezeigt, weil das Leitmedium ARD/ZDF, von Staats wegen mit unvermeidbaren Gebühren der Bürger finanziert, alle Berichte und Meinungen im Sinne der Regierung darstellt.

Die Menschen außerhalb des staatlich-medialen Macht-Bereichs haben keine Chance und keine Freiheit, zu denken, zu sagen und durchzusetzen, was sie als Bürger für richtig halten.

Wer die Bilder und die Berichte von Teilnehmern der Demo vom 29.08.2020 mit der Darstellung im Fernsehen, aber auch im SPIEGEL und anderen großen Medien vergleicht, kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Es gibt eine riesige Diskrepanz zwischen Realität und Medienbericht, aber gleichzeitig eine verblüffende Übereinstimmung zwischen dem Bild in den Medien und den Stellungnahmen der regierenden Politiker.

Das Team aus dem Sektor B vom spenden-finanzierten KenFM hat genau das gemacht, was das hoch-dotierte deutsche Fernsehen hätte machen sollen: Ein fernseh-gerechter Bericht, der die Bilder sprechen lässt.

Wer es noch nicht gesehen hat, schaue sich vor allem die dritte (kurze) Folge des Berichts an: Redner auf der Bühne, insbesondere Robert Kennedy jr., und die Kamera schwenkt von der Bühne weit ins Publikum, wo die Zahl der Teilnehmer deutlich sichtbar wird und auch die Tatsache, dass Reichsbürger mit ihren schwarz-weiß-roten Fahnen keinen nennenswerte Rolle spielen.
 
Man gewinnt den Eindruck, den auch alle Teilnehmer bestätigen, dass es sich bei den Demonstranten um das normale Volk handelt, wo Randgruppen vorhanden sind, aber wie in der täglichen Wirklichkeit auch Randgruppen bleiben. Dabei haben sich einige, wie im wirklichen Leben, besonders hervogetan.
 
All das wurde im deutschen Fernsehen auf den Kopf gestellt, indem man die Masse der Demonstranten nicht zeigte, sondern nur die Randgruppen oder Einzelpersonen. Die Absicht, die dahinter steht, ist offensichtlich. Man will die Teilnehmer in ihrer Menge als Außenseiter ins Abseits schieben.

Das Ergebnis steht und stand damit von vorne herein fest: Die Demonstranten haben nicht viel erreicht, weil sie die breite mediale Öffentlichkeit nicht erreichen konnten, und die Politiker haben es daher nicht nötig, ihre Positionen zu überdenken oder gar zu ändern. Wer als Staatsbürger mit dem Herzen dabei war, wird traurig oder apathisch, bis dann der Verstand wieder einsetzt und man fragt sich:
 
Wie kann das sein? Ist die DDR auferstanden? Leben wir in einem totalitären System, wo die Regierung bestimmt, was die Medien berichten?

Sprechende Puppen in Watte verpackt

Wie kommt der enorme Realitätsverlust bei Politikern und in den ihnen nahestehenden Medien überhaupt zustande?

Politiker leben in einer Welt von Gesprächen. Das ist bei Angela Merkel besonders deutlich. Das Wort Gespräche kommt in ihren vorsichtigen Äußerungen ständig vor, um anzudeuten, wie sie Entscheidungen trifft oder wie sie den Entscheidungen ausweicht. Dabei wird nicht konkret gesagt, mit wem die Gespräche stattfinden und auch nicht, was ihr Inhalt ist. Es wird eher der Eindruck erweckt, dass solche Informationen indiskret wären, wie das bei persönlichen Gesprächen so ist. Darüber bewahrt man Diskretion.
 
Genaueres wissen aber die amerikanischen und britischen Geheimdienste.

In der Politik besteht eine andere Situation als in privaten Gesprächen. Was Politiker besprechen, geht die Öffentlichkeit etwas an; denn die Gewählten haben ein Mandat und verhandeln im Namen und im Auftrag und eigentlich auch zum Wohle der Allgemeinheit.

Frau Merkel ist ein typisches Beispiel. Doch sie ist nicht die einzige, die in einer Watte-Welt gefangen ist. So entsteht bei Politikern ein auf Gespräche verengtes Bewusstsein, das nur noch wenig Berührung mit der Realität hat, sich aber in den Medien wiederspiegelt.

Perspektive aus zu großer Distanz

Die Realität besteht, in der obersten Schicht, aus Finanztransaktionen, dann aus Baumaßnahmen und den Plänen dazu, aus Kontrollverfahren, aber auch aus tausend Dingen, die auf den unteren Ebenen geschehen: Das Erheben von Steuern, der Transport von Gütern und das Zustellen von Paketen bis an die Haustür, Installation von Wasser und Heizung, Elektro- und Datenleitungen und die Arbeit auf Baustellen, in Supermärkten, in Altenheimen und auf Schlachthöfen.
 
Dann scheitert der Bau eines Großflughafens, weil die Entscheidungen und Bedenken, Anforderungen und Termine, welche die Politik gesetzt hat, in der Realität nicht zu erfüllen sind, es sei denn mit sehr viel mehr Geld und in immer weiter hinaus geschobener Zeit.

Zu solch konkreten Dingen haben nicht nur Politiker, sondern auch die obersten Führungsebenen großer Firmen eine enorme Distanz. Durch die Entwicklung der Digitaltechnik hat sich diese Distanz noch vergrößert, weil die Informatik es erlaubt, den Überblick über riesige Datenmengen zu behalten, ohne mit den wirklichen Realitäten in Berührung zu kommen.

Rotation ohne Achse

Für die Entscheidungsträger entsteht der Eindruck, dass ihre Gespräche die einzige Realität sind, auf die es ankommt. Es stimmt ja auch teilweise. Für die Karriere von Politikern können einzelne Gespräche wirklich entscheidend sein, für ihre Beziehungen zur Partei, aber auch für ihr Bild in der Öffentlichkeit, also in den Medien.
 
Politikerinnen und Politiker sprechen gerne direkt in die Medien, haben Zugang zu Interviews und Talkshows und sie richten sich dann wieder nach der Darstellung ihrer Person, welche die Medien reflektieren.

Da schließt sich ein Kreis, könnte man sagen. Doch es ist nur verbal ein Kreis (als Redewendung). In Wirklichkeit ist diese selbstreflexive Interaktion zwischen Politik und Medien nicht ein Kreis, sondern es geschieht in einer aufwärts gerichteten Spirale in der sich Politik und Medien umeinander drehen und gleichzeitig immer weiter nach oben winden, weg von der Realität und weg vom Publikum. Sie schweben mehr und mehr über den Dingen.
 
Wer daran etwas ändern will, weiß nicht, wo er oder sie anfangen soll. Die Hoffnung, bei der nächsten Wahl durch ein anderes Kreuzchen auf dem Wahlzettel etwas zu bewirken, ist Illusion. Inzwischen sind alle Parteien in vielen Punkten der gleichen Ansicht, weil sich die Parlamentarier schon durch selbst verschaffte Privilegien weit nach oben abgesetzt haben. Die Medien machen dann die Ansichten der Regierenden durch ständiges Wiederholen zur Mehrheitsmeinung.
 
Ergebnis: Der totale Konformismus.

Lügen haben kurze Beine

Als Beispiel diene wieder die Großdemo vom 29.08.2020 in Berlin. Den Demonstranten wurde vorgeworfen, dass sie den 100 oder 200 Reichsbürgern, die auf den Reichstag gestürmt sind, eine Plattform geboten hätten. Daraus ist leicht die Anweisung zu entnehmen, gehorsame Leute sollten gefälligst nächstes mal zu Hause bleiben.


 

In Wirklichkeit ist die Plattform für die Propaganda der Rechten aber der Fernsehbericht selbst, der ihre Aktion in den Mittelpunkt stellt und alles andere tunlichst verschweigt. Und die Möglichkeit zu diesem Coup hat ihnen die Politik des Rot-Rot-Grünen Senats verschafft, der nicht in der Lage oder gewillt war, die Polizei vernünftig einzusetzen. Vielleicht war den Regierenden das sogar recht, weil es von den Anliegen der großen Mehrheit der Demonstranten (überzogene Ordnungsmaßnahmen gegen eine mittelschwere Infektionskrankheit) ablenkt.

Das Ergebnis wurde im Fernsehen dann stolz verkündet: Laut einer Blitzumfrage lehnten dreiviertel der Bevölkerung diese Demo ab. Kein Wunder, 99,5% der Bevölkerung waren nicht daran beteiligt und 95% haben nur aus den offiziellen Medien und den Stellungnahmen der Politiker folgendes erfahren: Da waren nur Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker und Reichsbürger.

Fernsehen weit vom Geschehen

Deshalb durften natürlich (im Fernsehen, das von Bildern lebt!) keine Bilder gezeigt werden, die einen Überblick über die Zahl und die Art der Teilnehmer erlaubt hätten. Nicht einmal der gleichnamige Sohn des ermordeten Robert Kennedy und Neffe des ermordeten Präsidenten, der auf der Bühne eine kurze, ergreifende Rede hielt, nicht einmal der lebendige Kennedy in Berlin kam ins deutsche Fernsehen.
 
Hätte man die Bilder gezeigt, wäre sofort klar geworden, dass es nicht 40.000 Demonstranten waren. Das ist die Zahl in einem Bundesligastadion. Möglicherweise stimmt aber die erste Ziffer und es waren 400.000 Menschen. Davon 0,05% Reichsbürger (wie Fische im Wasser), was vielleicht ihrem Anteil in der Bevölkerung entspricht.
 
So entlarven sich Lügen, die wie so oft einen kleinen Funken Wahrheit enthalten.

Wie kommen wir alle
raus aus der Falle?

Der Anteil der Menschen, die andere Informationsquellen als Fernsehen und große Medien nutzen, muss sich vervielfachen. Der Anteil derer, die an den offiziellen Medien zweifeln, ist schon zeimlich hoch. Das Fernsehen hat sich als Informationsquelle disqualifiziert. Das muss immer mehr publik werden. Für Fußball und Krimis okay, für Politik ist es aber Staatsfunk ohne Kritik.

  Lies hierzu: Warum schweigen die Lämmer?
  Antwort: Lämmer schweigen, weil die Hunde nicht bellen.

So weit ist es gekommen und das wird irgendwann auch die Mehrheit erfahren, wenigstens die Mehrheit der mit Intelligenz Gesegneten. Realität ist nicht mit Propaganda aus der Welt zu schaffen. Die Wahrheit kommt ans Licht oder Reality rules. Das war in der DDR so, es war im katholischen Mittelalter so, es ist in den USA und auch in China so und es wird so bleiben.

Die Schwarm-Intelligenz funktioniert, sie funktioniert am besten, wenn jeder einzelne, der die Lage erkannt hat, sich an der Aufklärung der anderen beteiligt. Und bitte nicht mit Beschimpfungen, mit obskuren Theorien und erfundenen Schuldzuweisungen an einzelne Personen oder geheime Zirkel. Und auch nicht anonym! Klick!
 
Immer ganz nah an der Realität bleiben und die eigene Erfahrung an die erste Stelle setzen!

Reality first

   Rob Kenius, 03.09.2020, 
   letzte Bearbeitung 21.09.2020
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Alle Ohnmacht geht vom Volke aus.

   Der Artikel wurde auch 
   auf KenFM veröffentlicht
Die große Ohnmacht, in der sich 99% aller Menschen wahrnehmen, resultiert daraus, dass sie keinen Zugang zu den Medien haben, die sie ständig, täglich und stündlich mit Nachrichten überfluten. Diese Nachrichten bleiben unwidersprochen und haben den Effekt, dass sie durch ständige Wiederholung das Denken im Sinne der Verbreiter dieser Nachrichten steuern.
 
Die Situation spitzt sich immer weiter zu. Die Fülle der digital verfügbaren Medien steigt und der Kreis derjenigen, welche die zentralen Inhalte bestimmen, wird kleiner. Durch die sogenannte Corona-Krise hat sich das Problem enorm verschärft. Der Mundschutz ist Symbol und Zeichen dafür, dass die Bürger mundtot gemacht werden und von den Medien ausgeschlossen sind.

Mehr Angst vor Corona als vor dem Tod

Das Durchschnittsalter der Corona-Toten liegt etwas über der durchschnittlichen Lebenserwartung oder geringfügig darunter. Eine echte Gefahr, an Covid19 zu sterben, besteht also im statistischen Mittel gar nicht. Die Angst vor Corona darf nicht größer sein als die allgemeine Angst vor dem Tod im Alter, die man nicht weg diskutieren kann, weil der Mensch ja sterblich ist und im Schnitt kaum 85 Jahre alt wird.

Die Unterdrückung der Kommunikation durch die Maskenpflicht ist offensichtlich und wird von vielen auch so empfunden, aber es besteht für 99% der Bürgerinnen und Bürger keine Möglichkeit, das medienwirksam zu artikulieren. Selbst dann nicht, wenn die einzige bestehende Chance, sich bemerkbar zu machen, ergriffen wird und Menschen auf die Straße gehen. Inzwischen wird aber in den Medien auch die Nachricht über die Demonstrationen verfälscht.

Das Volk passt den Medien nicht.

Dem Volk wird vorgeworfen, dass es selbst nicht wie eine einheitliche Partei der Mitte ist, also wie diejenigen, welche regieren, sondern ein echtes Volk mit allen Schattierungen. Dem Volk wird vorgehalten, dass es aus Rechten und Linken, Weißen, Grauen, Grünen, Braunen und Bunten, aus Lauten und Leisen besteht.
 
Einmal wird in den Medien behauptet, die Protestierenden seien Autonome und Linksradikale, ein andermal heißt es, es seien Rechte Reichsbürger. Nur die Teilnehmer der Demonstrationen wissen, dass es überwiegend normale Bürger sind, unter denen sich, wie überall sonst, bestimmte extrovertierte Charaktere hervortun, die besonders auffallen und auch auffallen wollen.

Die Steuerung der Medien hat sich in Jahrzehnten so weit entwickelt, dass jedes Ereignis von einer Flut konform geregelter Sprache überlagert wird, erkennbar an der ständigen Wiederholung der gleichen Formulierungen (Narrative). Selbst Zahlen werden manipuliert und die wahren Zahlen verschwiegen, in dem Wissen, dass die meisten Menschen mit Zahlen größer als 100 oder kleiner als 1% schlecht umgehen können.

Die Polizei zählt Erbsen statt Menschen.

Ob an einer Demonstration 1.000, 10.000 oder 100.000 Menschen teilgenommen haben, das ist keine reale Zahl mehr, sonder es ist der Berichterstattung und Meinungsmache überlassen. Dabei lassen sich solche Zahlen bei offenen Versammlungen mit ein wenig Erfahrung leicht abschätzen, mit einem Fehler von vielleicht 20%, was niemanden stören würde.
 
Die Medien manipulierten die Teilnehmerzahl der großen Demo in Berlin mit einem Foto, das zwei Stunden vor dem Höhepunkt aufgenommen wurde. Das ist bewusste Fälschung. Die Polizei, die wohl mit Hubschraubern präzise Aufnahmen gemacht hat, hält diese zurück, angeblich aus Datenschutz Gründen, was völlig unglaubwürdig ist. Die Polizei ist weisungsgebunden und wer die Weisungen erteilt, ist offensichtlich, auch wenn keine Amtsperson genannt werden kann.

Hexen, Ketzer und Henker

Die Ohnmacht gegenüber den Medien kann man mit der Situation im europäischen Mittelalter vergleichen, als die katholische Kirche noch die einzige Medienmacht dargestellt hat. Die katholische Kirche war in der Lage, nicht nur ihre Lehre von der Auferstehung der Toten und dem jüngsten Gericht, mit anschließendem Himmel oder Hölle, durchzusetzen, sondern sie konnte auch die Hinrichtung von vielen tausenden Hexen und Ketzern durchführen lassen und rechtfertigen. Diese Menschen hatten nichts anderes verbrochen, als ihren Unglauben an den Erzählungen der Kirche offen zu zeigen.
 
Die Erzählungen der Kirche und auch des Islam sind bis heute in der Lage, bei vielen Menschen mehr Angst vor der imaginären Hölle als vor dem realen Tod zu erzeugen. Das ist eine weitere Parallele zum Corona-Geschehen. Die irreale Angst vor dem Virus übersteigt gewaltig die mögliche Angst vor den wenigen Todesfällen, die statistisch gesehen in der normalen Sterblichkeit fast verschwinden.
 
Die weltliche Obrigkeit im Mittelalter in Europa war nicht willens oder in der Lage, dem Bewusstseins-Terror der Religion Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil: Adelige, Fürsten, Könige und Kaiser profitierten zusammen mit der Priesterschaft ihr Leben lang vom unmündigen und untertänigen, aber gläubigen Volk.

Die vielseitige Technik der Medien hat sich im 20. Jahrhundert zu einer Bewusstseins-Industrie entwickelt und täuscht durch ihr unterhaltsames Angebot darüber hinweg, dass ein Zustand der völligen Ohnmacht genau wie im Mittelalter erreicht ist. Wir gehen nicht mehr zur Kirche als wöchentlichem Versammlungsort, sondern wir werden täglich und stündlich im eigenen Wohnzimmer durch Fernsehen, Rundfunk und Presse abgefüllt mit Inhalten, denen wir nicht widersprechen können. Die Ungläubigen unter uns werden zwar nicht verbrannt, aber sie sind wie alle anderen mundtot gemacht und stumm geschaltet.

Meinungsbildung wie und wo?

Das hat unsere Möglichkeiten zur Demokratie beseitigt. Ohne öffentliche Teilnahme am Gespräch mit der Beteiligung aller, die das Bedürfnis und die Fähigkeit dazu haben, ohne Meinungsbildung und eigenen Zugang zu den vorhandenen Medien ist Demokratie unmöglich. So einfach ist das. Massenmedien steuern von oben die Meinungen.
   Das Problem der (Staats)-Medien in Deutschland nach
   der Verfügung von Zwangsgebühren wird hier behandelt:
   Krise in den Medien

Zum Glück gibt es das Internet. Auch diese Gedanken hier werden im Netz allen zugänglich sein und sind deshalb so formuliert, dass jeder sie versteht. Das lässt eine Hoffnung aufkommen, dass sich in der Mediensituation etwas ändern könnte. Das Internet hat eine Bewusstseinsänderung auch schon eingeleitet.
 
Doch im Netz gibt es riesige Fallen, in die viele Menschen und ihre offenen Gedanken hinein trudeln wie Wespen in ein Marmeladenglas. Es sind die kommerziellen Kontaktmaschinen, die sich soziale Medien nennen.
 
Jedem sollte aufgefallen sein, dass Facebook und Twitter sehr offensiv von denen genutzt werden, die unser Denken im großen Stil zu ihren Gunsten steuern wollen. Mit Twitter ist jemand Präsident der USA geworden. Wo ist das Problem? Es liegt darin, dass die großen Kontaktmaschinen zum Gelderwerb programmiert sind. Die Meinungen und die Persönlichkeit der Teilnehmer spielen keine Rolle.

Algorithmen fördern sinnlose Klicks

Einschub zum Essay
Alle Ohnmacht geht vom Volke aus
Ein Grund, warum Facebook so erfolgreich mit den Daten umgeht, welche die User ihnen kostenlos liefern, ist der, dass die Algorithmen für die Steuerung der Teilnehmer und deren statistische Auswertung geheim sind und nicht öffentlich gemacht werden. Sie gelten juristisch als Betriebsgeheimnis.
 
Das wäre ein Ansatzpunkt für Eingriffe per Gesetz. Man müsste Transparenz über die Datenverwertung von persönlichen Eingaben verlangen. Das geschieht aber nicht, genau wie bei der Steuervermeidung von Online-Konzernen (Amazon, Apple, Alpha-Google) nichts geschieht. Statt dessen werden die User jetzt auf jeder Seite gezwungen, ihre Zustimmung zu der Verwendung von Cookies abzugeben. Das geschieht zu 99% unbesehen, weil es sonst noch mehr nervt. Es ist die Erfüllung einer juristische Floskel und schafft keine Spur von Transparenz.
 
So bevorzugt unsere Regierung die Großen (US-Konzerne) gewaltig gegenüber den Kleinen (den Normal-Bürgern). Während die Lokalität und die Bewegungen (Klicks) der User erfasst und ausgewertet werden, bleibt die Steuerung und Auswertung ihrer Daten als Geschäftsgeheimnis selbst dem Staat verborgen.
 
Sicher ist, dass in den (geheimen) Algorithmen die Zahl der Klicks auf Werbung gezählt wird. Bei Google wird danach auch der Tarif für Werbekunden berechnet, was gegenüber der Kundschaft fair ist. Ein Vorteil gegenüber Plakaten und Anzeigen, da weiß niemand, ob die Reklame gesehen wird.
 
Doch das Zählen von Klicks hat einen Nebeneffekt auf die Steuerung der User und deren Verhalten. Für die Anbieter von Online-Werbung sind Teilnehmer besonders wertvoll, die schnell, spontan und wahllos herum klicken, nervöse Menschen, die kaum nachdenken, aber schnell reagieren. Wie viele Sekunden oder Zehntelsekunden sie irgendetwas anschauen oder lesen, bleibt offen.
 
Ein Gegenbeispiel sind die Angebote beispielsweise von KenFM: Gespräche die 90 Minuten dauern und im statistischen Mittel wohl auch 45 Minuten lang verfolgt werden. Viele Klicks kann man damit nicht erzielen.
 
Die Webseite kritlit.de ist ähnlich unkommerziell: Sie ist ein riesiges Magazin, in dem man Stunden lang herumstöbern kann, durch digitale Technik bereichert und für jeden kostenlos. Es ist ein Buch, das ohne spezielle App von vorne und von jeder Seite aus lesbar ist.


Insektenfalle digital programmiert

Die Algorithmen von Facebook haben viel banalere Ziele als Meinungsbildung. Es kommt auf die Zahl der Teilnehmer an, auf die Zahl der Klicks und auf die Verweildauer im System. Die Nachrichten und Meinungen der Teilnehmer spielen keine Rolle und die Personen sind nur als Zielgruppe für Werbung interessant.
 
Durch die Algorithmen wird das Verhalten so gesteuert, dass die Teilnehmer Gruppen bilden, sich im Kreis informieren und im gleichen Medium bleiben, wo sich ihre Gedanken tot laufen oder gegeneinander aufschaukeln bis zur Hetze und Beschimpfung, je nach Temperament.
 
Der Vergleich mit Wespen, die durch ein Loch im Deckel ins Marmeladenglas schlüpfen und nicht mehr hinaus finden, ist treffend. Die Intelligenz der Wespen ist gering. Die Intelligenz von Menschen wird in den Kontakt-Algorithmen auf Reflexe reduziert: Klick ja, klick nein, klick rauf, klick runter, klick weg. Freund - Feind - Kurznachricht - Treffen ja, nein, wann, wo - besser nicht!

Wie verdient Facebook sein Geld?

Ein wenig durch Werbung, aber am meisten durch den Börsengang. Die Zahl der Teilnehmer und die Bekanntheit auf der ganzen Welt sind die Trümpfe, die Facebook im Aktienpoker auf der Hand hält. Auf der anderen Seite existiert die unübersichtliche Gruppe der Geldanleger und Spekulanten und eine riesige Geldmenge, die dahinter steckt. Das führt dazu, dass der Kurs der Aktien, wie beim Börsengang geplant, bestehen bleibt und wie alle anderen Kurse langsam steigt. Es ist intelligent geplant und eingefädelt, setzt aber voraus, dass alle privaten User ihre eigene Intelligenz und ihre Emotionen umsonst bei Facebook vergeuden und verzetteln.

Verlasst euch nicht auf kommerzielle Kontaktmaschinen! So einfach geht das nicht, wenn man politische Meinungen bilden und komplizierte Gedanken über das herrschende System entwickeln und verbreiten will. Ohne öffentlichen Disput, real oder im Netz, an dem jeder teilnehmen kann, fallen wir zurück ins europäische Mittelalter.
   Rob Kenius, 26.08.2020, ergänzt 27.08.2020
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            Was bedeutet Realitätsverlust?            

Im Mainstream der Medien

Egal, welches Ereignis uns bewegt: Klimawandel, Finanzmacht, Flüchtlingswelle, Bürgerkrieg, Corona-Virus oder akute Gewalt: Anschläge, Bombardierungen, Umweltkatastrophen, egal, was uns bewegt, in der Medienwelt ist es schwierig, sich dem realen Ereignis anzunähern. Die Nachrichten mischen sich mit Bewertungen, Kommentaren, Diskussionen mit Meinungen von Prominenten und münden dann in einem Mainstream von immer wiederholten Floskeln, Klischees oder Stellungnahmen.
 
Manchmal widersprechen sich die Darstellungen, verzweigen sich in unterschiedliche Lager, denen wir uns anschließen können oder nicht, und wir verlieren in der Medienflut den Blick auf die Realität.

Das Ergebnis der Medienflut.

Das, was aus den Medien auf uns einstürzt, kann wahr sein oder falsch, auf jeden Fall ist es das zehnfache bis hundertfache von dem, was nötig wäre, ein bestimmtes Ereignis nach dem Kenntnisstand der unmittelbaren Zeugen und Betroffenen zu beschreiben. Ein sehr großer Teil der Daten- oder Informationsmenge ist überflüssig, redundant oder unwesentlich und häufig irreführend, oft ist es schlicht Propaganda der Parteien und Regierenden.
 
Realitätsverlust ist ein Dauerzustand, es ist ein Nebeneffekt der Medienflut und je mehr Medien uns beeinflussen, desto weiter entfernt sich das Bild im Kopf von der Sache selbst.

    Realitätsverlust spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab:
     
  • Die Wahrnehmung entfernt sich vom Ereignis.
  • Die Diskussion entfernt sich vom Problem.
  • Die Meinung entfernt sich vom Entschluss.
  • Die Wahl entfernt sich von der Entscheidung.
  • Das Bewusstsein entfernt sich von der Realität.
Medien schaffen die Möglichkeit, Realität abzubilden. Medien schaffen aber auch die Möglichkeit, genau das Gegenteil zu tun, Realität zu negieren, zu ignorieren, umzudrehen, zu verändern. Medien schaffen die Möglichkeit, nicht Reales zu behaupten, Realität zu überdecken, Ereignisse anders darzustellen. Medien schaffen die Möglichkeit, völlig irreale Dinge, sogar völlig Unmögliches in die Welt zu setzen, so dass tausende, Millionen, sogar Milliarden Menschen es glauben. Wir sind dann im Bereich von Ideologie und Religion.

Diskrepanz zwischen Sprache und Realität

Was Realität ist, glaubt fast jeder zu wissen. Es ist das, was wir mit unseren Sinnen direkt wahrnehmen. Wir versuchen es, im Kopf zu speichern und zu verarbeiten. Doch das reicht nicht.
 
Weil jeder im Prinzip etwas anderes wahrnehmen kann, ist es sinnvoll, sich der Realität von verschiedenen Positionen aus anzunähern, indem man Wahrnehmungen anderer Menschen einbezieht. Dazu ist Kommunikation über ein Medium erforderlich. Und da liegt das Problem.

Das fundamentale Medium ist die Sprache. Der Mensch ist durch den Gebrauch der Sprache ausgezeichnet und glaubt daher, über anderen Lebewesen zu stehen. Genau das ist bereits eine sprachliche These und ist mit dem Dilemma verbunden, dass die Aussage auch falsch sein kann. Was jemand sagt, kann nicht nur falsch sein, es kann, bewusst und gewollt, auch Lüge sein.

 


 

Sprache und Lüge, untrennbar miteinander verbunden.

Die Entstehung der Sprache liegt im Dunkel der Menschwerdung, irgendwo in Afrika. Linguisten wissen mehr. Den Anfang der Sprache kann man sich so vorstellen, dass ein Mensch um Hilfe schreit: "Hiiilffe!" Oder nur ein schriller Schrei, der das gleiche bedeutet. Mutter, Vater, Bruder, Schwester, alle, die es gehört haben, eilen herbei.
 
Was ist aber, wenn gar nichts passiert ist, wenn der Schrei nur dazu diente, die anderen um sich zu scharen?
 
Wenn es schon ein wenig Sprache und ein Wort gibt, das ein gefährliches Tier bezeichnet, dann wird denen, die zu Hilfe eilen, der Satz entgegengeschleudert: "Da war ein Tiger!" Und das kann schon die erste Lüge sein. Der Tiger ist gar nicht aufgetaucht. Wie löst man dieses mit der Sprache geschaffene Kommunikationsproblem?

Können wir der Lüge Herr werden?

Religionen verbieten, zu lügen, aber verhindern können sie die Lüge nicht. Im Gegenteil. Menschen, die Religionen verbreiten, stellen selbst andauernd Behauptungen auf, die sie wiederum nur von anderen gehört und übernommen haben. Das sind Dinge, die sie gar nicht wissen, die sie gar nicht wissen können, die auch kein Zeuge jemals beobachtet hat.
 
Ein krasses Beispiel sind die Zeugen Jehovas. Weil es keine Zeugen gibt, nennen sie sich einfach Zeugen und benutzen auch noch das Wort Jehova aus dem Alten Testament, dabei sind sie eine christliche Sekte. Ihre Lehre ist voller Absurditäten und das scheint die Anhänger besonders zu fesseln.

Religionen basieren auf Überlieferung.

Manchmal steht ein einzelner Mensch am Anfang der Überlieferung, der behauptet, Dinge zu wissen, die man in der Realität nicht erfahren kann:
  • Gott und die Erschaffung der Welt
  • Das Leben nach dem Tod
  • Das Wort und der Wille Gottes
    Das alles wird geglaubt und für Realität gehalten, wenn es immer wieder erzählt wird. So entsteht ein Narrativ.

Die Psychologie hat erkannt, dass Menschen an die merkwürdigsten Dinge glauben, wenn sie ihnen nur immer wieder erzählt werden. Das sind, mit einem Modewort, Narrative (vom lateinischen narrare = erzählen), es sind permanent von verschiedener Seite wiederholte Behauptungen.
 
Man muss kein Prediger oder Religionsstifter sein, um diese Erkenntnis der Psychologie umzusetzen. Das wissen inzwischen nicht nur Werbeagenturen und Ifluencer, sondern auch Politiker. Sie benutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Medien, um ihre Narrative in die Welt zu setzen.

Medien im Mainstream der Meinung

   Nach dem Kenntnisstand bis zum 04.05.2020
Die Medien verbreiten Aktualitäten, Meinungen, Unterhaltung, Reklame und Propaganda der Regierenden. Wissenschaft, Wahrheit und Realitäten spielen in den Medien nur eine untergeordnete Rolle.
 
Medien nutzen dabei die gleiche Methode wie Religion und Ideologie, um beim Publikum Meinungen zu erzeugen. Es ist die ständige Wiederholung der Narrative, Bruchstücke von Ideologie und Propaganda, die oft winzig sind wie der Köder an einer Angel oder wie die Dosis einer psychedelischen Droge.
    Es sind die immer wiederholte Floskeln, die einen direkten Hinweis darauf liefern, wo uns von oben etwas eingetrichtert wird:
     
  • Die Machthaber in China
  • Die gemeinsamen Werte
  • Die amerikanische Schutzmacht
  • Die westlichen Demokratien
  • Die Übernahme von Verantwortung
  • Die freie westliche Welt
  • Der Autokrat im Kreml
  • Die Friedensmission
  • Die Annektion der Krim
  • Die westliche Wertegemeinschaft
  • Die Entscheidung des Volkes
  • Die Verteidigung der Freiheit
    Hinter dieser Mauer aus ständigen Wiederholungen verbirgt sich etwas ganz anderes als die Wahrheit.

Was macht die Realität so unbeliebt?

Keiner weiß alles, also müssen Menschen ihr Wissen austauschen. Das führt dazu, dass sogar die Information über fundiertes Wissen in Frage gestellt werden kann. Nicht reale Dinge aber werden gerne geglaubt, weil sie gefälliger sind. Das führt zu einem Realitätsverlust, bedingt durch die zweifelhafte Qualität der Medien und übermäßigen Medienkonsum.
    Die Realität hat in den Medien und in den Meinungen der Mehrheit vieles an sich, was unangenehm ist.
     
  • Realität ist hart und oft schwer zu ertragen.
    Rüstung, Krieg, Finanzwelt, Armut, Umwelt, Klima.
  • Realität kann auch banal und langweilig sein.
    Zum Beispiel Statistik und große Zahlen.
  • Der Realität kann man in den Gedanken nicht ausweichen.
    Zum Beispiel, dass die Zukunft auf uns zu kommt.
  • Realität begrenzt die Vorstellungswelt in alle Richtungen.
    Kein Gott, kein Himmel, keine Hölle, kein Jüngstes Gericht.
  • Realität widerspricht Religionen und Ideologie.
  • Das Wissen über die Realität ist nie ganz sicher.
    Jede wissenschaftliche Aussage kann ungültig werden.
  • Realität entbehrt der freien Phantasie.
    Kunst, Theater, Film und Literatur sind lustiger.
  • Realität ist in vielen Fällen unbequem,
    vor allen Dingen dann, wenn sie schwer verständlich ist. (Mathematik, Physik, Chemie, Molekularbiologie...)
Menschen, die anderen helfen, über die Realität hinweg zu kommen, sind von je her beliebt: Geschichtenerzähler, Priester, auch deren Töchter, Schauspielerinnen, Künstler, Kabarettisten, Populisten und Politikerinnen. In der Realität aber, gelten Zahlen, Fakten, Mengen und Funktionen mehr als gute Worte.

 

Die Realität und Angela Merkel

Am 18.03.2020 hielt Angela Merkel ihre Rede zu Covid19, woraufhin ihre Beliebtheitswerte deutlich nach oben gingen. So mag man sie, eine Regierungschefin, die mehr predigt als anordnet.
 
Die Corona-Epidemie ist jetzt offiziell und auf längere Zeit die aktuelle Krise, die alles überschattet. Vergessen der Klimawandel, vergessen die Kriege im nahen Osten. (Die 4 Krisen hinter der Krise) Die Pandemie lässt sich relativ leicht mit ordnungspolitischen Maßnahmen bekämpfen. Dazu braucht es keine Politik und eigentlich auch keine Spitzenpolitiker.
 
Doch die Dürre, die jetzt schon seit Wochen anhält und im dritten Jahr hintereinander der Tier- und Pflanzenwelt die Feuchtigkeit entzieht, erinnert uns an das Hauptproblem:
 
Der Mensch hat durch sorgloses Wirtschaften die Biosphäre des Planeten beschädigt und in den 50 Jahren nach dem Erkennen dieser Gefahr durch den Club of Rome haben es Politiker nicht vermocht, diesen Wahn der Wirtschaft zu stoppen.
 
Einen großen Teil der vertanen Zeit, seit bald 15 Jahren, regiert Angela Merkel und wir sind eine führende Wirtschaftsnation, wir gehören also zu den am meisten Verantwortichen für die Umweltschäden.
 
Frau Merkel hat Physik studiert und war Umweltministerin und trotzdem hat sie all die Jahre als Bundeskanzlerin das prozentuale Wirtschaftswachstum gepredigt und ganz konkret den Kauf von schweren Automobilen und damit die Aufrüstung auf Deutschlands Straßen gefördert. Auch die Corona-Maßnahmen lassen Autofahrer ungeschoren, sie stochen sebstbewusst wie nie mit ihren Protz-Mobilen in die Klima-Katastrophe. (Die fünf Autosünden)
 
Es ist kaum vorstellbar, dass Angela Merkel das Wesen einer Exponentialfunktion nicht versteht, man lernt das im ersten Semester höhere Mathematik. Sie hat aber weder gegen das prozentuale Wachstum gepredigt noch etwas Wirksames gegen den Energieverbrauch unternommen, sondern sie ist den Interessen der Finanzleute gefolgt, die Wachstum der Wirtschaft benötigen, um das profitable System von Kreditvergabe, Geldvermehrung, Schuld und Zinsen aufrecht zu erhalten.
 
Prozentuales Wachstum, ständig wiederholt, führt aus rein mathematischen Gründen (alternativlos) zum Anstieg in Form einer Exponentialfunktion.
 
Das gilt nicht nur für die Wirtschaft, die Produktion, den Konsum, den Transport und den Energieverbrauch, sondern es führt logischerweise auch zum exponentiellen Anstieg der Abfälle und des Plastikmülls, des Ausstoßes von Abgasen und zur CO2-Emission und damit zum Klimawandel; denn all das steigt gleichzeitig mit dem wirtschaftlichen Ergebnis, auch wenn man eigentlich nur schnell mal möglichst viel Geld verdienen will.
 
Wie ist diese Realität im Kopf einer einzigen Person auszuhalten, wenn sie ständig Wachstum predigt und immer wieder als Erfolg ihrer CDU-Politik darstellt?
 
Das Erstaunen darüber, dass unsere Physik-Kanzlerin, das alles nicht wahrhaben will, habe ich schon in einem Artikel vom 04.05.2018 formuliert, den Rubikon so betitelt hat:
Mathe-Nachhilfe für Merkel.
Auf kritlit.de etwas weniger aggressiv formuliert:
Nachhilfe in Mathe
für Wirtschafts- und Finanzpolitik
.
Es geht um das unverändert bestehende Problem des Realitätsverlustes auf höchster Ebene.

Was ist bloß
mit den Medien los?

Warum schweigen die Lämmer?
Die Lämmer schweigen,
weil die Hunde nicht bellen.

Unsere Medien sind seit vielen Jahren auf Regierungs-Linie. Durch Zwangsgebühren hat die Regierung (Merkel) die Öffentlich-Rechtlichen Anstalten finanziell besser gestellt als den Staat selbst, der über Steuern finanziert wird, die man bekanntlich vermeiden kann.
 
Das ist, wenn man es genau betrachtet, Totalitarismus (ein Schnipsel DDR). Man kann sich Rundfunk und Fernsehen nicht entziehen, man muss wegigstens dafür zahlen.

Aus der katholischen Kirche kann man austreten, aus der Fernsehgemeinde nicht.

Die privaten Medien sind natürlich nicht besser, sie befinden sich in der Hand weniger Familien: Mohn, Springer, Funke, Burda, Neven-Dumont, Holtzbrinck, die traditionell zur CDU stehen.
 
Des Brot ich ess, des Lied ich sing.
    Die CDU-geführten Regierungen und die Mehrheit der Medien sind sich einig über die groben Richtlinien der Politik:
  • Priorität der Wirtschaft
  • Dominanz der Finanzwelt
  • US-Hörigkeit
  • Rüstung und Waffenexport
  • neuer kalter Krieg gegen Russland und China
  • Ausbeutung der Ressourcen schwacher Länder
    Ebenso einig ist man sich über gezielte Unterlassungen:
  • Kein ernsthafter Klima- und Umweltschutz
  • keine Unterstützung armer Staaten
  • keine Besteuerung des Reichtums
  • keine Soziallasten für Spitzeneinkommen
  • keine Transaktionssteuer
  • keine Kontrolle der Kreditwirtschaft von Banken
  • keine Steuer auf Kerosin
Gerade weil Unterlassungen so entscheidend sind, war Angela Merkel die ideale Regentin. Sie hielt der Finanzwelt, der Wirtschaft und dem Volk die Unannehmlichkeiten einer realistischen Politik vom Hals. Hätte sie eine fünfte und sechste Amtsperiode angestrebt, wäre ihr die Mehrheit sicher gewesen. Es ist ein Zeichen von Intelligenz, dass sie sich den Folgen ihrer Politik in der Zukunft entzieht.
 
Die sanfteste Krise aller Krisen, die sogenannte Corona-Krise verschaffte Angela Merkel die Möglichkeit, bis zum Ende ihrer vierten Amtszeit mit dem kleinen Finger zu regieren.
 
Die Medien in unserem Land lullen die Bevölkerung ein. Sie sind nicht wie aufmerksame Wachhunde, die ihre Herde vor Gefahren warnen. Nein, es sind überfütterte Möpse, die mit Herrin und Herrchen auf der Couch kuscheln, die Tagesschau zu einem Nickerchen nutzen und ein wenig knurren oder auch mal kläffen, wenn sie von der Herrin (nicht) gekrault werden.
Rob Kenius, 19.04.2020
letzte Bearbeitung 29.09.2020
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Sprache tötet Menschen.

Die Macht der Worte ist manchmal so gewaltig, dass Menschen, die etwas anderes sagen, als diejenigen, welche die Macht haben, öffentlich verurteilt und hingerichtet werden. Die berühmtesten dieser wegen ihrer Worte zum Tode Verurteilten und Hingerichteten sind Sokrates und Jesus. Ihnen sind hunderttausende andere in den Tod gefolgt, weil sie ihre eigene Wahrheit in Worten verkündet ind nicht widerrufen haben, vielleicht sind es sogar Millionen.
 
Ob der Islam oder das Christentum mehr Ungläubige ermordet hat, lässt sich nicht leicht feststellen, niemand hat sie gezählt.

Galileo Galilei

Die Realität hat immer wieder über Religionen gesiegt. Doch kein Sieg ist endgültig und das ist heute das Problem.
 
Den größten Sieg der Realität über die sprachliche Botschaft hat die junge Wissenschaft vor ungefähr vierhundert Jahren errungen. Die Galionsfigur dieser Bewegung ist Galileo Galilei. Er hat es unternommen, Bewegungen von Gegenständen zu beobachten und in Beziehung zur Geometrie zu setzen.
 
Damit wurde das Prinzip der Physik begründet:
 
Man beschreibt die Realität nicht mit Worten, sondern mit Zahlen, Gleichungen und Funktionen, mit Geometrie und Statistik, also mit Mathematik. Andere Wissenschaften haben dieses Prinzip übernommen, mit großem Erfolg.
 
Ein unendliches Feld der Erkenntnis von Realität und der Kommunikation über diese Entdeckungen hat sich aufgetan, verbunden mit einem zähen Kampf gegen die Worte der Bibel und die Schriften des Aristoteles. Dieser Kampf zwischen Sprache und konkreten Darstellungen der Realität in Form von Mathematik, Grafiken, Feldern, Funktionen, Statistik und digitalen Programmen ist noch lange nicht beendet.
 
Die Methoden der Wissenschaft haben sich erweitert. Heute forschen zehntausende Wissenschaftler auf einem engen Wissensgebiet. Neben Beobachtungen werden unzählige Versuche durchgeführt und die meisten gehen schief. Versuch und Irrtum gehören zusammen und das wird durch internationale Kommunikation ausgebügelt. Das Internet, von Militärs erfunden, wurde als Medium schnell von der Wissenschaft erobert, längst vor der totalen Kommerzialisierung.
 
Versuch und Irrtum und die offene Kommunikation darüber sind eine Methode heutiger Forschung und dabei spielt Statistik eine zentrale Rolle. Statistik liefert Aussagen über Wahrscheinlichkeiten. Die absolute Wahrheit tritt in den Hintergrund.
 
Die Politik, die auf verbaler Kommunikation und der öffentlichen Meinung basiert, kann und will dem nicht folgen. Die regelbasierte Ordnung, die gemeinsamen westlichen Werte und einige beständige Wahrheiten wie Humanität sind zu Worthülsen geworden, die nicht nur von Gutmenschen benutzt werden.

 


Das Problem mit den sprachlich dominierten Medien besteht weiter; denn Meinungsbildung und Entscheidungen werden fast aususschließlich nach sprachlichen Gesichtspunkten gefällt und so auch kommuniziert und beurteilt.
 
Das ist unser aller Problem mit der Politik und ganz besonders mit der repräsentativen Demokratie. Die Auswahl der Repräsentanten richtet sich nach dem, was sie uns erzählen, wo sie es erzählen und wie sie es erzählen. (Zwei Beispiele, Angela Merkel und Robert Habeck werden hier, jeweils in einem grauen Kasten, unter die Lupe genommen.)
 
Entscheidend sind sprachliche Nachrichten, Kommentare, Diskussionen, Verhandlungen und offizielle Ansprachen. In dieser Welt der Worte fehlen Zahlen, Funktionen, Statistik, Relationen, es fehlt die Klärung von Begriffen wie Kontinuität, Kausalität, Korrelation und Multikausalität.
 
Welcher Meinungsführer argumentiert mit dem Zufall und der Wahrscheinlichkeit von (zufälligen) Ereignissen?

Die Realität und Robert Habeck

Macht ist die stärkste Droge der Politiker. An zweiter Stelle kommt die Beliebtheit. Angela Merkel hat im Gegensatz zu Helmut Kohl überwiegend auf Beliebtheit gesetzt und bisher gewonnen. Sie hat Macht, zeigt ihre Macht aber nicht offen, sondern sagt in der Öffentlichkeit das, was angenehm in den Ohren der Wähler klingt. Mehr Pfarrerstochter als Politikerin. Versäumnisse sind das Manko dieser Sonn- und Feiertagspolitik.
 
Ein neuer Star am Himmel der Beliebtheit ist Robert Habeck. Gutaussehend, vernünftig, mit angenehmer Stimme vertritt er seine sanft-grünen Positionen. Doch leider hat er kein direktes Verhältnis zur Realität. Der promovierte Philosoph glaubt an die Realität der Sprache. Er sagt, dass Sprache Realität schafft und er hat wie viele Philosophen, Theologen, Politiker, Journalisten und Philologen ein weitreichendes Bewusstsein aus Sprache gebildet. Seine Philosophie gipfelt in dem Satz:
 
Nur, was wir sagen können, können wir denken.
(Robert Habeck, Wer wir sein könnten, gebundene Ausgabe 2018, S 11)
 
Damit spricht Herr Habeck nur für sich und wer ist wir? Ingenieure, Architekten, Chemiker, Molekularbiologen, Physiker, Geologen und Mediziner gehören nicht dazu, erst recht nicht Mathematiker und auch keine Grafiker, Maler, Musiker und viele andere. Sie alle denken in nicht-sprachlichen Strukturen und verständigen sich trotzdem untereinander über das, was sie denken, zum Teil viel genauer, als die Sprache es ermöglicht. In den Medien aber, die selber sprachfixiert sind, und in der Politik kommen all diese Menschen, die sehr viel wissen, nur ganz am Rande, in Sonderschaltungen und Einblendungen gelegentlich zu Wort.
 
Auch wer mit den sprachlich gut formulierten Ansichten des Herrn Habeck harmonisiert, sollte skeptisch sein, denn es kommt etwas auf uns zu, das mit sprachlichen Mitteln nicht zu bewältigen ist.
Lies dazu auch
Die 4 Krisen hinter der Krise!
Rob Kenius, 02.05.2020
Nachtrag, 2 Jahre später: Herr Habeck zeigt als Wirtschaftsminister im Krieg, dass er der realen Situation nicht gewachsen ist.

Weniger Realitätsverlust!

Diejenigen, die Entscheidungen fällen, sollten ein solides Wissen über reale Zusammenhänge haben und nicht nur darüber, wie man sich sprachlich durchsetzt oder verbal aus der Affäre zieht. Die wirklichen Zusammenhänge sind nicht schwieriger als Grammatik, Rhetorik, Werbung oder Juristerei, aber vieles hat mit Mathematik zu tun.
 
Mathematik mögen die Medien nicht.
 
Oder weiß jemand, wie man eine Exponentialfunktion twittert? Diese Mängel in der Kommunikation mit Worten führen zum Realitätsverlust nicht nur bei Politikern und Journalisten, sondern bei allen Medienkonsumenten. Und es geht obendrein durch das endlose Palaver über die jeweils aktuelle Krise eine Menge Zeit verloren.
  Rob Kenius, 15.04.2020
  letzte Bearbeitung 04.05.2020
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      Sieben Gründe, die Armee abzuschaffen      

                       Klick auf jedes der Argumente und du weißt mehr!
                       Der Artikel ist auch auf KenFM/apolut erschienen.
1. Die Bundeswehr wurde uns aufgezwungen

2. Deutschland hat keine Feinde mehr

3. Die Eroberung von Kolonien ist beendet

4. Für die Wirtschaft ist Rüstung kontraproduktiv

5. Wiedervereinigung macht Armee überflüssig

6. Viele Frauen sind gegen Krieg und Rüstung

7. Zwei verheerende Kriege sind genug
  Für jeden dieser Gründe
  ein paar Argumente
  
  Sieben Klicks und
  du weißt alles

Soviel vorweg:

Die Rüstung wird vorangetrieben, um Exporte und die Versorgung mit Rohstoffen zu sichern oder um Grenzen zu schützen oder, eine besonders perfide Begründung, um Verantwortung zu zeigen. Wir sollten einmal fragen, ob es nicht verantwortungsvoller wäre, neutral zu sein, wie die Schweiz und Österreich, und uns darauf besinnen, dass Deutschland historisch (Kriegsschuld) und geografisch (Mitte Europas mit maximaler Zahl an direkten, friedlichen Nachbarn) eine Sonderstellung hat und deshalb auf Rüstung und Armee verzichten sollte.

1. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Die Bundeswehr wurde uns aufgezwungen

Es war Anfang der 1950er Jahre schwierig für die Regierung Adenauer, deutsche Soldaten auf Wunsch der westlichen Alliierten aufzustellen. Die Mehrheit der Bevölkerung war strikt dagegen, nach dem Motto: "Nie wieder Krieg!"
 
Doch bereits 1950 begann man mit den (Jahre lang geheim gehaltenen und später verschleierten) Vorbereitungen zur Aufstellung der Bundeswehr. Bereits 1956 wurde die allgemeine Wehrpflicht beschlossen und 1957 sind die ersten Rekruten eingerückt. Die Stimmung in der Bevölkerung blieb negativ.
 
Zeitlich leicht verschoben hat man in der DDR die Nationale Volksarmee NVA aufgebaut. Eine echte Feindschaft zwischen den deutschen Streitkräften hat nie bestanden. Das Feindbild war der Kommunismus, also eine Ideologie, keine Armee. Die NVA war, so lange sie bestanden hat, nie an einem Krieg beteiligt.
 
Es dauerte fast 50 Jahre, bis, nach der Wiedervereinigung und der Auflösung der NVA, zum ersten mal deutsche Soldaten im Ausland eingesetzt wurden. Am 30. Juni 1995 beschloss der Bundestag, Soldaten nach Jugoslawien zu schicken und dort zu bombardieren.
 
Dieser Krieg war völkerrechtlich illegal, aber durch internationale Propaganda intensiv vorbereitet. Wie das im Einzelnen gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt wurde, darüber sind Bände geschrieben worden. Tatsache ist: Diese Kriegseinsatz, wie auch der in Afghanistan, wurde uns von den USA und von der NATO aufgedrängt. Eine Mehrheit der Bevölkerung war dagegen.
 
Die rotgrüne Regierung unter Gerd Schröder und Joschka Fischer hätte mutig "nein" sagen können und hat das feige "Ja" zu verantworten. Seitdem ist auch nicht mehr sicher, dass die Grüne Partei gegen Rüstung und Krieg eingestellt ist, und mit der Zustimmung zum Kriegseinsatz der Bundeswehr hat Joschka Fischer die Chance vertan, als großer Politiker in die Geschichte einzugehen.

2. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Deutschland hat keine Feinde mehr

Deutschland liegt, mit einigen anderen Ländern, in der Mitte Europas. Unsere unmittelbaren Nachbarn sind Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Alle diese Länder haben eine Armee, sogar Luxemburg hat eine leicht bewaffnete Truppe von etwa 1000 Mann, aber keins dieser Länder ist uns feindlich gesinnt.
 
In Polen gibt es vielleicht antideutsche Stimmungen, die aber nicht auf militärische Aggression hinaus laufen, sondern auf Geldforderungen. Es gibt auf jeden Fall auch keine Feindschaft Russlands. Es ist umgekehrt: Feindseligkeiten, Rüstung und Manöver auf Seiten der NATO, die gegen Russland gerichtet sind. Daran muss Deutschland nach der Wiedervereinigung sich aber nicht mehr beteiligen.
 
Die größte Bedrohung unserer Souveränität geht von den USA aus. Sie haben Militär in Deutschland stationiert, das im kriegerischen Einsatz ist, und man droht uns mit Sanktionen gegen den Bau der Pipeline für russisches Erdgas Nord Stream 2. Militärischer Druck ist in Zukunft nicht ausgeschlossen. Bei dem irrwitzigen Kräfteverhältnis aber, ist eine deutsche Armee gegen die USA völlig nutzlos und damit überflüssig.
 
Es gibt auch Stimmen, welche die Souveränität Deutschlands gegenüber den USA anzweifeln und behaupten, dass unsere Regierung nur Befehlsempfänger ist. Da ist wohl etwas dran. Unsere Politiker bewegen sich auf einer rutschigen, teils schmierigen, schiefen Ebene und die NATO spielt als Kraftfeld eine entscheidende Rolle, indem sie uns in Auseinandersetzungen hinein zieht. Am unteren Ende dieser Rutschbahn das NATO-Mitglied Türkei, das jetzt einen Teil von Syrien erobert hat.
 
Deutsche Berufspolitiker/innen wagen nicht, die NATO-Mitgliedschaft in Frage zu stellen. Aber wer steht uns näher? Die Türkei Erdogans oder die Nachbarn Schweiz und Österreich, die keine NATO-Mitglieder sind und trotzdem unbehelligt bleiben?

3. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Die Eroberung von Kolonien ist beendet

Der vorübergehende Reichtum vieler Europäischer Länder basiert auf Eroberungen, die sie mit Waffengewalt in anderen Teilen der Welt durchgefochten haben. Zuerst waren Spanier und Portugiesen mit Segelschiffen und Kanonen unterwegs. Dann kam England mit Dampfschiffen und zähen Soldaten, sie schlugen die Armada und beherrschten die Meere bis ins 20. Jahrhundert.
 
Den Prunk und Protz aus Stein und Eisen, der unter Queen Victoria seinen Höhepunkt fand, kann jeder in London heute noch bestaunen.
 
Auch Frankreich, die Niederlande, Belgien und Deutschland eroberten mit ihren Waffen Länder, Gebiete und Inseln auf dem ganzen Globus und machten sie zu Kolonien. Kolonialisierung bedeutet Ausbeutung aller Ressourcen und Vernichtung oder Unterdrückung der Ureinwohner.
 
Das Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse resultiert aus der überlegenen Waffentechnik gegenüber relativ unbewaffneten Völkern und eine heimliche Form von Rassismus ist Voraussetzung, um das alles zu rechtfertigen.
 
Die Analyse des menschlichen Genoms hat aber gezeigt, wie nahe die Menschen miteinander verwandt sind; es existiert keine genetische Schranke und keine rassische Überlegenheit. Außerdem gibt es heute auf der Welt nichts mehr zu erobern, auch wenn die USA sich auf eine Rückeroberung der alten Welt vorzubereiten scheinen. Das ist Irrsinn, an dem wir uns nicht mit einer einzigen Waffe und einem einzigen Soldaten beteiligen sollten.
 
Eine Armee zur Eroberung anderer Länder brauchen wir nicht, weil es für uns nichts zu erobern gibt.

4. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Für die Wirtschaft ist Rüstung kontraproduktiv

Die freie globale Wirtschaft hat die Eroberungen auf eine andere Ebene verlagert. Es geht um Wirtschaftsmacht und um die Macht des Geldes. Auch hier zeigt uns ein Blick auf die USA, wie man es am besten nicht machen soll. Dort hat der Finanzsektor die reale Wirtschaft weit überflügelt.
 
Es ist viel leichter Geld mit Geld zu verdienen als mit der Produktion von Wirtschaftsgütern, die einer globalen Konkurrenz ausgesetzt sind. Die Amerikanische Wirtschaft hat nur noch wenige Produkte zu bieten, die führend sind oder wenigstens mit europäischen und asiatischen Produkten konkurrieren können.
 
Eine Ausnahme ist die Rüstungsindustrie, dort konzentriert sich die technische Entwicklung der USA. In Deutschland und Japan war es nach dem Krieg genau umgekehrt: Die Rüstung wurde eingestellt, die zivile Technik und Industrie sind aufgeblüht. Es ist eine empirische Tatsache, dass starkes Militär die zivile Produktion beeinträchtigt. Frankreich und Großbritannien schneiden da, gegenüber Deutschland und Japan, schlecht ab.
 
Die USA wollen ihre Handelsbilanz durch den Export von Waffen verbessern. Sie fordern zur Rüstung auf und schüren Konflikte. Unsere Volkswirtschaft dagegen ist gesund, sie braucht das nicht, die Industrie ist auch ohne militärische Produktion und ohne eine bedrohliche Armee stark genug. Für die Entwicklung einer zivilen Wirtschaft sind Rüstung und Armee kontraproduktiv, ebenso für den Klimaschutz.
 
Die Energie- und Ökobilanz des Militärs ist katastrophal. Man verschwendet Energie und erzeugt CO2 mit Jagdflugzeugen, Helikoptern, Schwertransportern, Panzern und Dieselmotoren aller Art, ganz besonders bei Manövern, und Truppen-Verlagerungen. Vom Kriegseinsatz ganz zu schweigen.

5. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Wiedervereinigung macht Armee überflüssig

Die Wiedervereinigung Deutschlands wurde nach außen schnell vollzogen, nach innen aber noch nicht abgeschlossen. Die Regierung Kohl machte aus der Wiedervereinigung Deutschlands den Beitritt neuer Länder zur Bundesrepublik. Das war gegen das Grundgesetz, welches als Provisorium gedacht war und noch keine Legitimation durch das Volk besaß.
 
Helmut Kohl aber, in seiner Selbstgefälligkeit und protzigen Überheblichkeit, ging über alle demokratischen Forderungen hinweg, tat so, als hätte er die DDR erobert und mischte sich sogar, bei völliger Inkompetenz, in die Angliederung der Planwirtschaft ein, die hopplahopp ziemlich daneben ging. Angeblich war damals keine Zeit zum Nachdenken.
 
Sehr vieles hätte mit Anwendung von etwas mehr Verstand besser laufen können, doch in der Politik zählt nur das Faktische. Das wusste Helmut Kohl, es ist nichts Besonderes, das zu erkennen, und so hat er uns die miese Situation im Osten, mangels Sachkenntnis, eingebrockt.
 
Es wäre elegant gewesen, mit der NVA auch gleichzeitig die Bundeswehr abzuschaffen, als Zeichen für die Welt, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen soll.
 
Die Tatsache der Wiedervereinigung mit Zustimmung von Gorbatschow und den westlichen Alliierten macht eine deutsche Armee überflüssig. Artikel 87a, Grundgesetz sagt im ersten Satz: Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Zur Verteidigung! Gegen wen soll uns die Armee nach der Wiedervereinigung (mit Einverständnis der ehemaligen Gegner) noch verteidigen?
 
Mit ein wenig mehr geistigem Aufwand hätte man 1990 auch die Pflicht erfüllen können, endlich eine gültige, vom Volk legitimierte, Verfassung zustande zu bringen und in dieser Verfassung festzulegen, dass Deutschland keine Armee aufstellt. So steht es in der Verfassung von Costa Rica, ein viel schwächeres Land, in einer Region die wesentlich unruhiger ist. Die Bürger dieses Landes sind glücklich damit.

6. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Viele Frauen sind gegen Krieg und Rüstung

Die Gleichberechtigung der Frauen hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Worauf aber geht die zu Recht bekämpfte Dominanz der Männer zurück? Auf das Tragen von Waffen, den Kampf mit Waffen und auf die Struktur des Militärs, die in viele zivile Organisationen eingedrungen ist.
 
Ein Beispiel: Die Rundfunk- und Fernseh-Anstalten des öffentlichen Rechts sind wie das Militär strikt hierarchisch organisiert. Demokratie und Gleichberechtigung sind in den Programmen verbal immer präsent, aber in den inneren Strukturen der Öffentlich-Rechtlichen nicht erkennbar.
 
Frauen in Deutschland haben Macht und die große Mehrheit aller Frauen wollen mit Waffen und militärischen Befehlspyramiden nichts zu tun haben. Sie sind emotional und rational gegen Krieg eingestellt, gegen Rüstung, gegen Männerorganisationen und gegen Militär.
 
Das könnte übrigens der Grund sein, weshalb über Krieg und Frieden, über Rüstung und Abrüstung, über Angriff oder Verteidigung nie und nirgendwo vom ganzen Volk abgestimmt wird. Die regierenden Männer ahnen, dass sie jede dieser Abstimmungen verlieren würden.
 
Die wenigen Frauen, die für Aggression, Rüstung und Armee sind, würden bei so einer Abstimmung leicht durch männliche Kriegsverweigerer und Vernunftmenschen kompensiert. Eine Mehrheit gegen den Krieg wäre bei einer Volksabstimmung sicher. Rüstungslobby, Militaristen und Russenhasser würden glatt überstimmt.
 
Eins ist jedoch verwunderlich: Die christlichen Parteien der Bundesrepublik haben es geschafft, dass zwei Frauen aus ihren Reihen Rüstung und Geld für Rüstung auf nationaler und auf EU-Ebene propagieren und dass Queen Angela zustimmend schweigt. Wenn Spitzenpolitikerinnen aber das Lied der Falken pfeifen, hat das mit Gleichberechtigung nichts zu tun.
 
Gleichberechtigung bedeutet, dass die Wünsche fast aller Frauen gegenüber den Ambitionen der Männer klar zur Geltung kommen. Die meisten (deutschen) Frauen wollen keinen Krieg, keine Waffen, keine Rüstung und keine Armee. Ein Teil der Männer denkt genau so und die Mehrheit steht. Frauen entscheiden in diesem Fall, was die Mehrheit will.

7. Grund, warum wir keine Armee brauchen:
Zwei verheerende Kriege sind genug

Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffskrieg Hitlers gegen Polen, Belgien, Frankreich, Niederlande und gegen die Sowjetunion. Es war die größte Katastrophe dieser Art in der Geschichte und das Deutsche Reich und das Deutsche Volk tragen die Schuld.
 
Doch das ist noch nicht genug. Als das Blatt sich wendete und der Sieg der Roten Armee sich trotz riesiger Verluste anbahnte, als die deutschen Soldaten nicht mehr töten konnten, sondern in Stalingrad getötet und gefangen wurden, da heizten die Verbrecher in der Berliner Regierung die Verbrennungsöfen erst richtig an und mordeten bis 1945 noch Millionen unschuldiger Menschen.
 
Das ist das größte mir bekannte Verbrechen in der Geschichte. Und wer sagt, die deutsche Wehrmacht hätte nichts damit zu tun gehabt, der lügt.
 
Trotzdem wurde später von den westlichen Alliierten ein genereller Persilschein für deutsche Soldaten ausgestellt. Das geschah, damit beim Aufbau der Bundeswehr, ohne große Untersuchungen Offiziere der Wehrmacht übernommen werden konnten. Sie wurden mit höheren Dienstgraden wieder eingestellt. Daraus erklärt sich die Legende von der Unschuld der deutschen Wehrmacht an den Verbrechen in Polen und Russland.
 
Bei all dem müssten wir längst das friedlichste Volk der Erde sein und die Mitte Europas das Zentrum einer waffenfreien Zone. Keine Waffenproduktion, keine Rüstung, keine Armee und nie wieder Krieg. Muss das ewig eine Wunschvorstellung bleiben? Wann geht der Wahn der Rüstung zu Ende? Welches Land ist denn mehr dazu prädestiniert, endlich Schluss zu machen? Lasst euch nicht von den USA und Atlantikerinnen in die Irre leiten!
 
Was wäre, wenn wir wirklich Demokratie hätten, am besten Direkte Demokratie? Wir wären friedlich und neutral wie die Schweiz und Österreich und bestimmt glücklicher.
Am 13.03.2020 auf KenFM/apolut veröffentlicht
und hier leicht überarbeitet (interne Links).
Letzte Änderungen 03.05.2020

                                               


 

Was wir nicht brauchen

Mehr Rüstung und eine europäische Armee

  Was wir nicht brauchen

Deutsche Soldaten im Ausland und auf den Weltmeeren

  Was wir nicht brauchen

Amerika als Vorbild für Politik, Wirtschaft und Finanzen

  Was wir nicht brauchen

Staatsschulden anstatt Steuern auf Finanzgewinne

  Was wir nicht brauchen

Energieverschwendung nur zum Geldverdienen. (Reklame, Verpackung, Wegwerf-Produkte)

  Was wir nicht brauchen

Eine Nato, die keinen Feind (Warschauer Pakt) mehr hat

  Was wir nicht brauchen

Hass gegen Russland und seinen Präsidenten

Was
wir brauchen

Vertrauen in Friedenspolitik und Abrüstung
  Was wir brauchen
Ende der Umverteilung von unten nach oben. Es fängt damit an, dass der Staat bei den Geldbesitzern keine Schulden mehr macht.
  Was wir brauchen
Energie-Sparmaßnahmen auf allen Ebenen, in Haushalt, Verkehr und Industrie
  Was wir brauchen
Eine Strategie gegen Rechtsradikale und deren Parolen
  Was wir brauchen
Eine Transaktionssteuer und eine hohe Steuer auf Kerosin, beides am besten global
  Was wir brauchen
Erbschaftssteuer, um Wettbewerb und Chancengleichheit zu sichern, für Firmen-Erben auf 25 Jahre verteilt

Was wir nicht brauchen

Wirtschaftliche Sanktionen gegen Iran, Syrien oder Russland

  Was wir nicht brauchen

Verhaltenskontrolle durch Facebook, Google und andere mit geheimer Statistik aller Klicks und Likes

  Was wir nicht brauchen

100 Billionen Dollars und Euros an Geldüberfluss

  Was wir nicht brauchen

Rettung von Banken auf Kosten der Allgemeinheit

  Was wir nicht brauchen

Energieverschwendung um mehr Gewinn und ständiges Wachstum zu erzeugen

  Was wir nicht brauchen

Managereinkommen, die 100 bis 1000 mal so hoch sind wie Löhne und Gehälter der Angestellten

  Was wir nicht brauchen

Weitere Großflughäfen weder bei Berlin noch anderswo

Was
wir brauchen


Bessere Schulen für Unterricht in Informatik, Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften
  Was wir brauchen
Bildungs-Chancen die nicht abhängig vom Einkommen der Eltern sind
  Was wir brauchen
Vermögensabgaben für Superreiche und höhere Steuern für große Einkommen
  Was wir brauchen
Entlastung der Lohn und Gehaltsempfänger von Sozialabgaben
  Was wir brauchen
Gezielte Quellensteuern auf alle Umsätze der internationalen Großkonzerne
  Was wir brauchen
Eine Soziale Quellensteuer zur Verteilung sozialer Lasten auf Menschen, Maschinen und Roboter
  Was wir brauchen
Strukturreformen der EU, hin zur Demokratie

Wir brauchen einiges, aber nicht alles auf einmal

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Anleitung zum Aufstieg
Ein kurzer Vortrag über alles, es spricht der Autor Rob Kenius

Der Klick ins Studio


Gegen den Maianstream, die andere Richtung
(Der Text des Vortrags über alles)

Der Vortrag basiert auf Gedanken aus dem
Buch: Leben im Geldüberfluss
(Erschienen 01.07.2019)



Finanzfachleute sagen einen totalen Crash des Finanzsystems voraus.

Klimaforscher warnen vor dem Hitzetod und vor der Überflutung von Millionenstädten am Meer.

Meeresbiologen berechnen die Anreicherung von CO2 in den Weltmeeren und erforschen, wie dadurch ein großer Teil des Lebens im Meer vernichtet wird.

Wirtschaftsexperten sagen, dass eine Übertragung des europäischen Lebensstandards auf den Rest der Welt unmöglich ist, aber trotzdem wird er vorangetrieben. Alle nur denkbaren Märkte sollen erschlossen werden. Dazu wäre die Ausbeutung von drei Planeten wie der Erde erforderlich. Für den amerikanischen Standard müsste man fünf Planeten zur Verfügung haben.

Mediziner befürchten, dass durch natürliche Evolution oder durch Genmanipulation tödliche Viren und andere Mikroben entstehen können, gegen die es keine Mittel gibt.

Biologen haben beobachtet, wie ein Pilz fast alle Froscharten vernichtet, und es steht fest, dass sich dieser Pilz durch Transportsysteme der Menschen ausbreitet.

Friedensforscher wissen, dass eine Hochrüstung, wie sie zur Zeit global stattfindet, zum Krieg führt, und ein weiterer Weltkrieg könnte der letzte sein, den Menschen anrichten.

Die Wirtschaft der USA

Die Wirtschaft der USA kann den Wohlstand des Landes nicht mehr sichern, das geschieht durch das Finanzsystem. Gewinne entstehen dadurch, dass die Geldmenge ständig vergrößert wird. Dieser Geldmenge in der Größenordnung von hundert Billionen Dollar stehen keine realen Werte gegenüber. Das Geld-System hat sich von der Realität gelöst und kann jederzeit zusammenbrechen.

Man versucht, die Defizite der US-Wirtschaft durch Rüstung und Export von Waffen auszugleichen. Waffen sind gemacht, um Krieg zu führen und Menschen zu töten, sie wandern immer in die Hände von Militärs, Milizen und Terroristen.

Es besteht die akute Gefahr, dass die USA im Taumel des drohenden Untergangs, die Welt mitreißen, indem sie ihre Massenvernichtungswaffen einsetzen. Die nuklearen Sprengköpfe und Bomben sind bereits überall stationiert. Ein globaler Atomkrieg würde nicht nur uns vernichten, sondern die meisten Menschen auf allen Kontinenten. Diese Möglichkeit ist real und die Wahrscheinlichkeit dafür ist stark angestiegen.

Dass die Trends in den Abgrund nicht gestoppt werden, hat diverse Gründe, die jeweils durch eine Gruppe von unterschiedlichen Interessenten durchgedrückt werden.

Die Erderwärmung wird nicht gestoppt

Die Erderwärmung wird nicht gestoppt, weil das Interesse der Wirtschaft besteht, mit Einsatz von immer mehr Energie ein prozentuales Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Schon vor 50 Jahren haben Wissenschaftler des Club of Rome angekündigt, dass dieses prozentuale Wirtschaftswachstum zu einer exponentiellen Steigerung führt und die Möglichkeiten auf der Erde überfordert. Wirtschaft und Politik weichen der Erkenntnis dieser Tatsache aus.

Die sichtbaren Abfälle aus dem Konsumüberfluss werden in andere Länder exportiert oder auf dem Weg dorthin ins Meer gekippt. Im Meer taucht der Plastikmüll wieder auf, die Verseuchung ist offensichtlich, aber ein Urheber ist nicht mehr feststellbar. Das Problem verschwindet aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Abfall der Energiegewinnung ist CO2

Ein unsichtbare Abfall der Energiegewinnung ist CO2, das zu Milliarden Tonnen in die Atmosphäre geblasen wird und sich nebenbei auch im Weltmeer auflöst. Das führt zu einem sogenannten Treibhauseffekt: Die Wärmestrahlung von der Erde in den Weltraum wird durch CO2 und Methan stärker zurück reflektiert. Dadurch erhöht sich die durchschnittliche Temperatur auf der Erde.
 
Die Auswirkungen werden überlagert von zufälligen Ereignissen: Von Luftbewegungen, Meeresströmungen, Wolkenbildung und Niederschlägen. Damit existiert keine eindeutige Kausalität mehr. Es besteht ein statistischer Zusammenhang in einem dynamischen System.
 
Solche Zusammenhänge können mit Computerprogrammen simuliert werden, man kann sie aber nicht sicher berechnen und man kann sie deshalb auch leugnen.
 
Genau so wurde der Zusammenhang zwischen Zigarettenrauch und Krebs Jahrzehnte lang geleugnet, im Interesse der Tabakindustrie.

Unverständnis für die Dynamik statistischer Prozesse

Im Fall des Klimawandels scheitert das konsequente Handeln am Unverständnis für die Dynamik statistischer Prozesse. Dieses Unverständnis ist verständlich, es ist quasi der Normalfall. Das kann aber nicht der Maßstab für eine Regierung sein, nicht zu handeln.
 
Politiker sollten nicht die Sichtweise der Unwissenden übernehmen, sondern auf einsichtige Menschen und Wissenschaftler hören, selbst dann, wenn die Unwissenden in der Mehrheit sind.

Die gewinnbringende Rüstungsindustrie und der Drang nach Energiequellen heizt die Interessen der Industrieländer an, sich gegen die Länder zu wenden, die Vorräte an Öl, Erdgas und anderen Rohstoffen haben. Diese Länder werden militärisch bedroht, bedrängt, sanktioniert und angegriffen, zum Beispiel: Libyen, Irak, Iran und auf lange Sicht auch Russland. Das ist ein Spiel mit dem Feuer.

Massenmedien propagieren die Interessen der Geldgeber

Die Gegenbewegung gegen all diese Trends ist schwach. Unsere Massenmedien propagieren die Interessen der Geldgeber, der Regierungen und der politischen Parteien, sie stehen nicht auf der Seite der friedlich gesinnten Bevölkerung.
 
Vor fünfzig Jahren war das ganz anders. Es gelang der Jugendbewegung, noch ohne Internet und ohne digitale Kommunikation, den Vietnamkrieg der amerikanischen Regierung zu stoppen. Der Wandel im Bewusstsein kam über starke kulturelle Einflüsse, durch Musik, Mode und Kunst. Der Untergang wurde hinaus geschoben.

Die Massenmedien vertreten nicht die Interessen der Medienbenutzer. Genau so vertreten die Repräsentanten in der Politik nicht die Interessen ihrer Wähler gegenüber der Wirtschaft, sondern sie sorgen für einen sogenannten Interessenausgleich. Dabei dominieren die stärksten finanziellen Interessen über die vernünftigsten Einsichten. Das ist Plutokratie in den Zeiten der Postdemokratie.
 
Auch hier sind die Medien als Diener der Macht beteiligt, indem sie den Schein von Demokratie aufrecht erhalten. Sie schaffen für das öffentliche Bewusstsein eine demokratische Kulisse. Das geschieht z.B., wenn im Fernsehen Wahlen als große Medienereignisse inszeniert werden.
 
Zu jeder Wahl gibt es umfangreiche Analysen, Interviews, Tortendiagramme und Hypothesen von Wählerwanderungen und Rätselraten über den Wählerwillen. Wenn die Aufmerksamkeit des Publikums nachgelassen hat, geht es in der Politik so weiter wie vor der Wahl. Es läuft, wie die Mächtigen in der Finanzwelt, der Wirtschaft und der Politik es unter sich ausgemacht haben.

Wahlen verändern nicht die Richtung der Politik

Wahlen verändern nicht die Richtung der Politik. Wahlen verändern auch nicht das tatsächliche Machtgefälle: Oben die Finanzwelt, darunter die reale Wirtschaft, darunter die Berufspolitiker und ihre Parteien, darunter die Staatsdiener, die Polizei und das Militär und ganz unten das gemeine Volk.
 
Zu diesem Volk ohne Macht gehören dummerweise auch fast alle Wissenschaftler und Kritiker, welche die Fehler des Systems erkennen und ein Driften in den Abgrund verhindern wollen. Die Wissenden und die Einsichtigen aber kommen nicht zu Wort.

Wären wenigstens die Medien auf der Seite der Kritik, wo sie eigentlich hin gehören, dann könnte der Trend sich wenden, aber fast alle Journalisten schwimmen im Mainstream, weil sie glauben, sonst ihre Privilegien zu verlieren.
 
Dieser Glaube, dass man durch Veränderung verlieren wird, ist die Hauptursache dafür, dass sich nirgendwo etwas bewegt. Nirgendwo werden die Trends in den Überfluss, in die Überhitzung, in die Verseuchung und in die Rüstung gebremst oder umgedreht.

Das Schwimmen im Mainstream ändert nichts

Der Glaube, dass jede Veränderung eine Verschlechterung bewirkt, ist aber ein Zeichen dafür, dass es bereits abwärts geht. Das Schwimmen im Mainstream ändert nichts. Es verleiht nur ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Das ist die Sicherheit, so wie die meisten anderen zu sein und sich selbst nicht ändern zu müssen.

Es müsste etwas Neues geschehen, obwohl dem überall riesige Hindernisse im Weg stehen. Diese Hindernisse scheinen übermächtig zu sein, aber es ist trotzdem erhellend und gesund, über Veränderungen nachzudenken und davon zu reden.

Polarisation bedeutet Aufspaltung

Was die Entwicklung behindert, ist die gewaltige Polarisation der Gesellschaft. Polarisation bedeutet Aufspaltung in zwei gegensätzliche Pole. An erster Stelle ist das die Aufspaltung in Arm und Reich, die sich immer weiter zuspitzt, weil die Politik nichts gegen die Umverteilung von unten nach oben unternimmt.
 
Polarisation bedeutet auch die Aufsplittung der Menschen in global bewegliche, die sich an jedem beliebigen Punkt der Erde treffen können, und auf der anderen Seite Milliarden Menschen, die lokal verwurzelt sind und z.B. die Erde bewirtschaften oder Häuser, Straßen und Flugplätze bauen. Die einen jetten über die anderen hinweg und das Kerosin das sie dabei verbrauchen, ist nicht einmal mit einer Steuer belegt.
 
Polarisation existiert auch in den Medien. Die Polarisation der Gesellschaft wird von den Medien verstärkt. In den Medien bedeutet Polarisation die Aufspaltung der Menschen in welche, die Medienpräsenz haben und solche, die unbekannt bleiben. So ist der Begriff des Prominenten oder Promis entstanden. Ein Promi ist jemand, der im Fernsehen erscheint, egal aus welchem Grund. Alle anderen sind unsichtbar.

Repräsentanz normaler Menschen

Dem Fernsehen mangelt es völlig an der Repräsentanz normaler Menschen, sie kommen in Spielfilmen vor, zum Beispiel als Polizei, dann werden sie aber von prominenten Schauspielern dargestellt.
 
Für alle, die nicht zum Kreis der Promis gehören, gilt: So wenig wie möglich Fernsehen. Das stärkt unser Selbstbewusstsein, weil es nicht ständig von Überfiguren bedrängt wird, und es schützt vor der täglichen Meinungsmanipulation.

Polarisation der Gesellschaft bedeutet generell eine starke Differenzierung zwischen oben und unten. Das ist unsozial. Man kann zwar nicht alle Menschen gleich machen, aber man kann verhindern, dass diejenigen, die oben sind, immer weiter nach oben driften und diejenigen, die unten im Staub und im Schlamm und im Dunkeln agieren, völlig unmündig bleiben und aus dem Bewusstsein verschwinden.
 
Zu diesen Unsichtbaren gehören aber nicht nur Kanalarbeiter, sondern auch die meisten Wissenschaftlerinnen, Ingenieure, Handwerker und Ärztinnen. Das sind all diejenigen, die nicht in der Öffentlichkeit über Probleme reden, sondern sie anpacken und lösen.

Egalität bedeutet Gleichberechtigung

Das Gegenteil von Polarisation ist Egalität, französisch egalité. Egalität ist angesagt. Egalität bedeutet Gleichberechtigung, nicht Gleichmacherei. Eine egalitäre Gesellschaft, ohne viel Oben und Unten, ist dynamisch, durchlässig und anpassungsfähig und sie reagiert schnell.
 
Egalität ermöglicht den Aufstieg ohne sich zu verbiegen und den Abstieg ohne Gesichtsverlust. Wir können das in den skandinavischen Ländern und in der Schweiz sehen. In der Schweiz gibt es keine Polit-Stars, obwohl die Schweiz politisch eins der besten Länder der Welt ist. Das liegt an der direkten Demokratie, die keine Politstars nötig hat. Die bekanntesten Stars der Schweiz sind alternative Systemkritiker wie Jean Ziegler und Daniele Ganser oder die deutsche Kulturmigrantin Sybille Berg.

Durch das Internet ist eine neue Form von Egalität entstanden. Der Grund dafür ist die Interaktivität. Jeder kann selber seine Gedanken öffentlich machen.
 
Gäbe es nicht diese Möglichkeit, dass jeder sich im Internet äußern kann, auch ohne Macht, auch ohne Geld und ohne eine Genehmigung, ohne diese Freiheit wäre nicht einmal dieser Text hier entstanden. Irgendwo wird er hochgeladen und dann gelesen oder gehört werden und wer ihn liest oder hört kann die Datei kopieren, weitergeben oder verlinken. Das ist revolutionär und bringt die Macht zum Wanken.

Das Internet ist kommerzialisiert

Wir müssen jedoch um diese Freiheit kämpfen. Das Internet ist kommerzialisiert, es wird von Internet-Riesen beherrscht: Google, Facebook, Twitter usw. Und die staatliche Kontrolle nimmt zu. Die Mächtigen der Welt sind aufgewacht und werden nicht ruhen, bis sie das Internet genau so unter Kontrolle haben wie die klassischen Medien oder wie die katholische Kirche im Mittelalter die Texte der Bibel und die Moral der Gläubigen.
 
Wer das Netz versteht, gehört zu denen, die es beherrschen. Es ist so ähnlich wie mit der Sprache: Wer eine Sprache versteht, kann sie beherrschen. Auch die Sprache ist weder Privateigentum noch unter Kontrolle der Macht.

Neue Möglichkeiten für das Geldsystem

Dieser Gedanke öffnet auch neue Möglichkeiten für das Geldsystem. Geld ist auf die Akzeptanz aller Menschen angewiesen, genau wie der Markt auf alle angewiesen ist, die handeln und etwas kaufen. Dazu gehören alle Konsumenten. Sie können den Konsum nämlich auch verweigern, z.B. den Konsum von Fleisch, von Wegwerfartikeln und Kerosin.

Das Geld hat im Dollar schon lange keine materielle Basis mehr, niemand garantiert einen Umtausch in Gold. Geld ist darauf angewiesen, dass alle es akzeptieren und dafür arbeiten oder Waren für Geld verkaufen. Sobald das verweigert wird, gewinnt man eine Kontrolle über das Geld. Es beginnt damit, dass bestimmte Dinge als unverkäuflich gelten: Die Luft, das Wasser, das Meer. Und wer die Qualität von Luft, Wasser und Umwelt versaut, muss belangt werden.

Gegen die Übermacht der Finanzwelt

Eine Maßnahme gegen die Übermacht der Finanzwelt ist auch, den Kauf von Waren einzuschränken. Einige Länder erlauben keinen Landbesitz für Leute, die nicht im Lande leben. Das reduziert die Bodenspekulation und Spekulation auf dem Wohnungsmarkt. Arbeiter können sich weigern, nur für Geld allein zu arbeiten, sie können Mitsprache verlangen. Das begrenzt die Macht der Finanzwelt.

Die Verfassung könnte es den Regierungen verbieten, im Namen der Bürger Schulden zu machen und so die Lasten auf kommende Regierungen und kommende Generationen zu verschieben. Dadurch entfallen auch Zinsen, die ein Geschenk an die Banken sind.

Am Anfang aller Gegenmaßnahmen gegen die Macht des Geldes steht die Erkenntnis, dass Geld nicht den Reichen, nicht den Banken und nicht einmal den Staaten allein gehört, sondern der Allgemeinheit, die es akzeptieren muss. Ohne die Akzeptanz aller, ist Geld nichts wert.
 
Diese Erkenntnis, dass Geld und seine Akzeptanz nicht von oben kommen, sondern ein Allgemeingut sind, das ist der Ansatz für eine Demokratisierung des Geldsystems.

Fast all die Trends, die abwärts führen, werden vom Geld ausgelöst oder für Geld in Kauf genommen. Wer sich dem aus Einsicht widersetzt, vergrößert die Chance für einen Aufstieg. Text als .pdf
  Rob Kenius, 20. Juli 2019


 
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