Ein offenes Wort zur rechten Zeit
Tick des Tages (tdt) bringt keine täglichen Einträge, kommt aber einem Blog sehr nahe.
 
Auf der Seite klartext findet ihr tdt-Texte nach Themen geordnet

Der Islam, weder Feind noch tabu.

Durch den terroristischen Mord in Frankreich ist der Islam wieder krass ins Blickfeld gerückt. Den Terror von der Religion zu trennen, gelingt weder den meisten Kritikern noch den Moslems selbst. Das Attentat weist genau auf die Ursache des Problems. Der Lehrer wurde ermordet, weil er Karikaturen des Propheten besprochen hat.
 
Der Islam will die Person des Propheten Mohammed nicht als historische Person zur Kenntnis nehmen. Nur wenn das geschieht, können friedliche Moslems den islamistischen Terror besiegen, sonst niemand.
 
Ein Chaos, das bis heute anhält, ist der Titel meines kurzen Essays. Dieser Text, mit der aktuellen Einleitung, bedarf keiner Änderung.


 

...weil man euch die Zukunft klaut...

Regieren und Finanzieren sooo leicht

Für Politikerinnen und Politiker war es in Jahrzehnten nicht so leicht, Punkte zu sammeln wie jetzt in der sogenannten Corona-Krise und deshalb wird uns dieser Zustand wohl noch lange erhalten bleiben. Mit einfachen Ordnungsmaßnahmen lässt sich eine Angst für Leib und Leben bekämpfen und das besonders verlockende daran ist, die Maßnahmen sind quasi beliebig.
 
Die Effekte sind kaum messbar und die Gefahr ist gering. Also kann man bei dem Verordnen von Maßnahmen nichts falsch machen. Rücksichtnahme ist ja immer gut und das Maßhalten bei öffentlichen Besäufnissen und beim Ringelpitz mit/ohne Anfassen, ist auch nicht verkehrt. Da traut sich kaum einer, etwas dagegen einzuwenden.

Die sehr erträgliche Leichtigkeit des Seins

Alle wirklichen Probleme wie Klima, Umwelt, Rüstung, Finanzen und Abbau der Demokratie (unter reger Beteiligung der Öffentlich-Rechlichen Medien) treten in den Hintergrund.
 
In Regierung und Verwaltung verzweigen sich die Diskussionen. Risikogebiete und sichere Regionen innerhalb des Landes und sogar innerhalb einiger Millionenstädte werden neu entdeckt und abgesteckt. Bürgermeister und Lokalpolitiker verhängen mal die, mal jene Beschränkung, deren Kontrolle wiederum lax praktiziert wird, auch von der freundlichen Polizei.
 
Vielleicht wird es in drei oder vier Monaten möglich und populär sein, in einigen Vierteln oder Straßenzügen Karneval zu feiern, natürlich mit dem Verbot, aus Risikogebieten in tolerante Zonen zum Schunkeln, Tanzen und Singen zu wechseln, es sei denn, man hat einen gültigen Dreitage-Ausweis mit PCR-Test.
 
Wie lange das Interesse der Öffentlichkeit an solchen Mini-Problemen noch aufrecht erhalten werden kann, hängt von den Medien ab.

Schulden auf die lange Bank

Die wirklichen Probleme sind bekannt, und ein weiteres hat sich hinzu gesellt: Die Corona-Schulden. Sie haben ganz enorme Dimensionen angenommen und werden, jetzt wo die Schwarze Null erst einmal abgeschafft ist, unbefangen für bequeme Politik genutzt und erweitert.
 
Die Bundesregierung rechnet damit, dass die öffentlichen Kassen 2020/21 mit 1,446 Billionen Euro belastet werden, hat das Bundesfinanzministerium auf eine Anfrage des Linken-Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch mitgeteilt.
 
Das Neue dabei ist, diese Schulden werden nicht der nächsten Regierung oder der nächsten Generation aufgebürdet, sondern überwiegend den Enkeln der jetzt Regierenden.
 
Typisches Beispiel ist unsere Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die bekanntlich sieben Kinder hat. Eine hypothetische Enkelin, die jetzt 12 ist, soll nach dem Schulabschluss mit etwa 20 genau 30 Jahre lang, bis zum Alter von 50, die Schulden abbezahlen, welche die Kommissionspräsidentin der EU verordnet hat. Proteste von Seiten der Enkel gibt es bisher nicht. Eine Anleitung zum Protestieren finden die Enkel hier.

Verlierer und Gewinner

Das Schuldenmachen hat immer zwei Seiten. Auf der einen Seite sind diejenigen, welche die Summen zurückzahlen müssen, in diesem Fall die Enkelgeneration, auf der anderen Seite die Großgeldbesitzer, welche die Mittel zur Verfügung stellen. Die Schuldenaufnahme verläuft in jedem Fall zu Gunsten der Geldbesitzer. Die Stichworte hierzu sind Giralgeldschöpfung und Vergrößerung der Geldmenge.
 
Die Politiker stehen mit ihrer Schuldenpolitik zwischen Volk und Finanzwelt in einer sehr günstigen Position, weil sie die Schuld selbst nicht zurückzahlen müssen und - begünstigt durch niedrige Zinsen - die Rückzahlung noch so weit hinaus schieben können, dass sie mit großer Sicherheit nicht mehr im Amt sein werden, wenn die Tilgung beginnt.
 
Meine Prognose lautet: Die Enkel werden weder willens noch in der Lage sein, die ihnen jetzt auferlegten Schulden zu begleichen.

Wie kann das Schuldenproblem gelöst werden?

Das Thema Schuldendienst einfach nicht zur Sprache zu bringen, ist eine Lösung die nur für amtierende Politiker angenehm ist. Denn Schulden müssen ja irgendwie beseitigt werden, aber wer wird das seinen Wählerinnen und Wählern zumuten und offen verkünden?
 
Bisher wurde das Problem immer hinaus geschoben und alte Schulden wurden durch neue Schulden getilgt, die natürlich immer etwas größer sind als die alten Schulden. Das ist eine Lösung, die keine ist.

Schulden mit Papier bezahlen

Wer auf die Seite der Mehrheit der Bürger steht und nicht auf die Seite der kurzsichtigen Politiker, der kann zwei gangbare Wege erkennen, die uns von der Schuldenlast befreien. Beide Wege verlaufen zu Ungunsten der Großgeldbesitzer und müssen gegen den Willen der Finanzwelt durchgesetzt werden. Das heißt in der bestehenden Parteien-Konstellation ist es nicht möglich.
 
Der eine Weg ist Inflation. Schon immer haben Staaten ihre Schulden durch Inflation beseitigt. Das geht einfach. Eine Milliarde Schulden wird halbiert, wenn so viel Geld gedruckt wird, bis sich dessen Wert halbiert hat. Wer Schulden hat, kann sie leichter zurückzahlen. Wer Geld hat, bringt es ins Ausland, verliert aber die Hälfte beim Umtausch.
 
So wurde es in Italien und Frankreich stets praktiziert, bis sich beide Länder dem Euro angeschlossen haben. Der Euro soll stabil sein, wie es vorher die Deutsche Mark und der Schweizer Franken waren und sein Wert soll nicht wie Lira und Franc in jeder Generation ein, zwei oder dreimal halbiert werden.
 
Trotzdem verliert auch der Euro ständig an Wert und das kann sich beschleunigen, wenn es in Frankfurt so beschlossen wird. Der Nachteil einer Inflation ist der, dass man leicht die Kontrolle und das Vertrauen verliert.

Schulden mit vorhandenem Geld bezahlen

Es gibt einen anderen Weg, die Schulden des Staates zu begleichen. Mit dieser vernünftigen Methode hätte man die Schulden auch gleich vermeiden können:
 
Der Staat holt sich das Geld, da wo es ist, bei den Geldbesitzern, ohne die Verpflichtung es zurück zu zahlen, und zwar durch Steuern und Vermögensabgaben.
 
Die Gegenpropaganda gegen eine solche rationale Finanzpolitik ist gewaltig, weil ja die Geldbesitzer genug Geld haben, um Propaganda und Lobbyarbeit zu betreiben. Parteispenden und Wahlkampf-Hilfen sind ein gutes Mittel, sozial gerechte Besteuerung zu verhindern.

Das ist Zukunftsmusik:

Sozial gerecht, rational vertretbar und konsequent ist folgende Methode:
  1. Spitzensteuern auf Spitzeneinkommen
  2. Transaktionssteuer auf alle Geldgeschäfte
  3. hohe Erbschaftssteuer,
    gestreckt über 15-20 Jahre
  4. Sozialabgaben auf alle Einkommen und sonstige Vergünstigungen
  5. Soziale Quellensteuer zur Gleichbewertung von Menschen gegenüber Maschinen und Robotern
Speziell für die EU, die jetzt weitere Staatsschulden auf einer höheren Ebene hinzufügt:
    Beseitigung der Finanzoasen innerhalb der EU:
  • Luxemburg
  • Irland
  • Malta
  • Zypern
  • Niederlande
Wann endlich werden die Bürger von ihren Politikern verlangen, die realen Probleme da anzupacken, wo sie sind, und das nötige Geld sich da zu holen, wo es ist?
Rob Kenius, 12.10.2020
überarbeitet, 21.10.2020

 

Verdrängung in jede Richtung

Der Präsident, Corona, Trump und Amerika

Amerika zuerst!    
   

Der Präsident ist infiziert, Trump winkt aus dem Auto, der Präsident kehrt zurück, Trump ist verrückt, der Präsident wird möglicherweise wiedergewählt, Trump ist eine Zumutung. Jeden Tag, in allen Medien, immer mit Bild. Man wundert sich, ob der Präsident noch irgendetwas anderes macht, außer twittern, lügen und sich fotografieren zu lassen.
 
Die Infektion beweist es: Trump ist so gut wie Corona, er lenkt ab von der Realität und das ist in den Medien das beliebteste Spiel, in den USA noch viel mehr als bei uns. Realität wird überspielt durch Aufbauschen und ständige Wiederholung von unglaublichen Geschichten aus der Welt der Einbildung.
 
Corona ist gut gegen die wirklichen Krisen, Trump lenkt uns ab vom Niedergang der USA.
 
Die Realität ist: Die USA sind dekadent im wörtlichsten Sinne. Die USA sind im Abstieg. Und das ist nichts Neues. Es ist keine Sensation mehr, weil es schon seit weit mehr als 50 Jahren abwärts geht, seit der Ermordung von John F. Kennedy, Robert F. Kennedy und Martin Luther King. Auf dem Woodstock-Festival 1969 offenbart Jimi Hendrix es als musikalische Prophezeiung, die Nationalhymne als eine verstörende Kadenz in den Abgrund.
 
Beim Niedergang der westlichen Demokratie, bei der Zerstörung des Lebensraums auf dem Planeten, beim Kontrollverlust über die Zukunft, bei Rüstung und Bedrohung anderer Länder, immer gilt:
 
America first!
 
Um diese andere Bedeutung des Slogans in Worte zu fassen und akustisch zu betonen, gibt es hier ein rhythmischer Text mit Bongo-Begleitung. Der Text spricht auch das an, was Amerika einmal war, in einer Zeit, an die sich viele noch erinnern können.
 
Amerika war eine kulturelle Großmacht. Wer jünger ist, kann wenigstens die Filme noch sehen, die Musik noch hören und die good vibrations von damals noch spüren.


Amerika zuerst!    
   
  Ein Teil des Textes wurde hier in anderer Folge
  schon als Tick des Tages präsentiert.

 

Alle reden von nichts

Was macht die Realität so unbeliebt?

  • Realität ist hart und schwer zu ertragen.
    Rüstung, Krieg, Finanzwelt, Armut, Umwelt, Klima.

  • Realität kann banal und langweilig sein.
    Zum Beispiel Statistik.

  • Der Realität kann man nicht ausweichen.
    Zum Beispiel, dass die Zukunft auf uns zu kommt.

  • Realität begrenzt Gedanken in alle Richtungen.
    Kein Gott, kein Himmel, keine Hölle, kein Urknall.

  • Das Wissen über die Realität ist nie ganz sicher.
    Jede wissenschaftliche Aussage kann ungültig werden.

  • Realität widerspricht Religion und Ideologie.

  • Realität entbehrt der freien Phantasie.
    Kunst, Theater, Film und Literatur sind lustiger. Deshalb wird im universellen TV Realität überbrückt und untertunnelt.

  • Realität ist in vielen Fällen unbequem,
    vor allen Dingen dann, wenn sie schwer verständlich ist.
Menschen, die anderen helfen, über die Realität hinweg zu kommen, sind von je her beliebt: Geschichtenerzähler, Priester, auch deren Töchter, Schauspielerinnen, Künstler, Kabarettisten, Populisten und Politikerinnen. In der Realität aber, gelten Zahlen, Fakten, Mengen und Funktionen mehr als Worte.
Übernommen aus Bewustseins-Erweiterung:
Was bedeutet Realitätsverlust?

 

Man kann es nicht oft genug fragen

Wer bestimmt, was politische Wirklichkeit ist?

  Aus der Bewusstseins-Erweiterung 

Was in der Berliner Republik 2020 geschieht, ist eine Krise der Demokratie, wie es sie nach 1949 hier nicht gegeben hat. Die Regierung, der Öffentliche Dienst und die Öffentlich-Rechtlichen Medien bestimmen konform, was entschieden, was durchgesetzt und was darüber berichtet wird. In Deutschland hat sich eine neue Form von sanftem Totalitarismus etabliert.
 
Mit sanft ist gemeint, dass der totalitär gewordene Staat sanfter regiert wird als in der ehemaligen DDR und dass die Ohnmacht der Bürger ähnlich wie in den USA durch materiellen Wohlstand überdeckt wird. Das Schwinden demokratischer Möglichkeiten ist besonders schmerzhaft, weil in der gleichen Zeit die Geldbesitzer ihre Macht über den Staat sehr effektiv ausgebaut haben.
 
Selbst die Massendemonstration am 29.08.2020 vor dem Reichstag hat keine Wirkung auf die öffentliche Meinung gezeigt, weil die Leitmedien ARD/ZDF, von Staats wegen mit unvermeidbaren Gebühren der Bürger finanziert, alle Berichte und Meinungen im Sinne der Regierung hinbiegen und die entsprechenden Narrative ständig wiederholen.
 
Die Menschen außerhalb des staatlich-medialen Macht-Bereichs haben keine Chance und keine Freiheit, zu denken, zu sagen und durchzusetzen, was sie als Bürger für richtig halten.
 
Wer die Bilder und die Berichte von Teilnehmern der Demo vom 29.08.2020 mit der Darstellung im Fernsehen, aber auch im SPIEGEL und anderen großen Medien vergleicht, kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Es gibt eine riesige Diskrepanz zwischen Realität und Medienbericht, aber gleichzeitig eine verblüffende Übereinstimmung zwischen dem Bild in den Medien und den Stellungnahmen der regierenden Politiker.
 
Das Team aus dem Sektor B vom spenden-finanzierten KenFM hat genau das gemacht, was das hoch-dotierte deutsche Fernsehen hätte machen sollen: Ein fernseh-gerechter Bericht, der die Bilder sprechen lässt.
 
Wer es noch nicht gesehen hat, schaue sich vor allem die dritte (kurze) Folge des Berichts an: Redner auf der Bühne, insbesondere Robert Kennedy jr., und die Kamera schwenkt von der Bühne weit ins Publikum, wo die Zahl der Teilnehmer deutlich sichtbar wird und auch die Tatsache, dass Reichsbürger mit ihren schwarz-weiß-roten Fahnen keinen nennenswerte Rolle spielen.
 
Man gewinnt den Eindruck, den auch alle Teilnehmer bestätigen, dass es sich bei den Demonstranten um das normale Volk handelt, wo Randgruppen vorhanden sind, aber wie in der täglichen Wirklichkeit auch Randgruppen bleiben. Dabei haben sich einige, wie im wirklichen Leben, besonders hervogetan.
 
All das wurde im deutschen Fernsehen auf den Kopf gestellt, indem man die Masse der Demonstranten nicht zeigte, sondern nur die Randgruppen oder Einzelpersonen. Die Absicht, die dahinter steht, ist offensichtlich. Man will die Teilnehmer in ihrer Menge als Außenseiter ins Abseits schieben.
 
Das Ergebnis steht und stand damit von vorne herein fest: Die Demonstranten haben nicht viel erreicht, weil sie die breite mediale Öffentlichkeit nicht erreichen konnten, und die Politiker haben es daher nicht nötig, ihre Positionen zu überdenken oder gar zu ändern. Wer als Staatsbürger mit dem Herzen dabei war, wird traurig oder apathisch, bis dann der Verstand wieder einsetzt und man fragt sich:
 
Wie kann das sein? Ist die DDR auferstanden? Leben wir in einem totalitären System, wo die Regierung bestimmt, was die Medien berichten?

Sprechende Puppen in Watte verpackt

Wie kommt der enorme Realitätsverlust bei Politikern und in den ihnen nahestehenden Medien überhaupt zustande?
 
Politiker leben in einer Welt von Gesprächen. Das ist bei Angela Merkel besonders deutlich. Das Wort Gespräche kommt in ihren vorsichtigen Äußerungen ständig vor, um anzudeuten, wie sie Entscheidungen trifft oder wie sie den Entscheidungen ausweicht. Dabei wird nicht konkret gesagt, mit wem die Gespräche stattfinden und auch nicht, was ihr Inhalt ist. Es wird eher der Eindruck erweckt, dass solche Informationen indiskret wären, wie das bei persönlichen Gesprächen so ist. Darüber bewahrt man Diskretion.
 
Genaueres wissen aber die amerikanischen und britischen Geheimdienste.
 
In der Politik besteht eine andere Situation als in privaten Gesprächen. Was Politiker besprechen, geht die Öffentlichkeit etwas an; denn die Gewählten haben ein Mandat und verhandeln im Namen und im Auftrag und eigentlich auch zum Wohle der Allgemeinheit.
 
Frau Merkel ist ein typisches Beispiel. Doch sie ist nicht die einzige, die in einer Watte-Welt gefangen ist. So entsteht bei Politikern ein auf Gespräche verengtes Bewusstsein, das nur noch wenig Berührung mit der Realität hat, sich aber in den Medien wiederspiegelt.

  Als Einschub hier zu lesen: 
  Corona-Logik: Konsens
 und Realität im Widerspruch
  Wissenschaftlich, aber verständlich.

Falsche Perspektive
aus zu großer Distanz

Die Realität besteht, in der obersten Schicht, aus Finanztransaktionen, dann aus Baumaßnahmen und den Plänen dazu, aus Kontrollverfahren, aber auch aus tausend Dingen, die auf den unteren Ebenen geschehen: Das Erheben von Steuern, der Transport von Gütern und das Zustellen von Paketen bis an die Haustür, Installation von Wasser und Heizung, Elektro- und Datenleitungen und die Arbeit auf Baustellen, in Supermärkten, in Altenheimen und auf Schlachthöfen.
 
Dann scheitert der Bau eines Großflughafens, weil die Entscheidungen und Bedenken, Anforderungen und Termine, welche die Politik gesetzt hat, in der Realität nicht zu erfüllen sind, es sei denn mit sehr viel mehr Geld und in immer weiter hinaus geschobener Zeit.
 
Zu solch konkreten Dingen haben nicht nur Politiker, sondern auch die obersten Führungsebenen großer Firmen eine enorme Distanz. Durch die Entwicklung der Digitaltechnik hat sich diese Distanz noch vergrößert, weil die Informatik es erlaubt, den Überblick über riesige Datenmengen zu behalten, ohne mit den wirklichen Realitäten in Berührung zu kommen.

Rotation ohne Achse

Für die Entscheidungsträger entsteht der Eindruck, dass ihre Gespräche die einzige Realität sind, auf die es ankommt. Es stimmt ja auch teilweise. Für die Karriere von Politikern können einzelne Gespräche wirklich entscheidend sein, für ihre Beziehungen zur Partei, aber auch für ihr Bild in der Öffentlichkeit, also in den Medien.
 
Politikerinnen und Politiker sprechen gerne direkt in die Medien, haben Zugang zu Interviews und Talkshows und sie richten sich dann wieder nach der Darstellung ihrer Person, welche die Medien reflektieren.
 
Da schließt sich ein Kreis, könnte man sagen. Doch es ist nur verbal ein Kreis (als Redewendung). In Wirklichkeit ist diese selbstreflexive Interaktion zwischen Politik und Medien nicht ein Kreis, sondern es geschieht in einer aufwärts gerichteten Spirale in der sich Politik und Medien umeinander drehen und gleichzeitig immer weiter nach oben winden, weg von der Realität und weg vom Publikum. Sie schweben mehr und mehr über den Dingen.
 
Wer daran etwas ändern will, weiß nicht, wo er oder sie anfangen soll. Die Hoffnung, bei der nächsten Wahl durch ein anderes Kreuzchen auf dem Wahlzettel etwas zu bewirken, ist Illusion. Inzwischen sind alle Parteien in vielen Punkten der gleichen Ansicht, weil sich die Parlamentarier schon durch selbst verschaffte Privilegien weit nach oben abgesetzt haben. Die Medien machen dann die Ansichten der Regierenden durch ständiges Wiederholen zur Mehrheitsmeinung.
 
Ergebnis: Der totale Konformismus.

Lügen haben kurze Beine

Als Beispiel diene wieder die Großdemo vom 29.08.2020 in Berlin. Den Demonstranten wurde vorgeworfen, dass sie den 100 oder 200 Reichsbürgern, die auf den Reichstag gestürmt sind, eine Plattform geboten hätten. Daraus ist leicht die Anweisung zu entnehmen, gehorsame Leute sollten gefälligst nächstes mal zu Hause bleiben.
 
In Wirklichkeit ist die Plattform für die Propaganda der Rechten aber der Fernsehbericht selbst, der ihre Aktion in den Mittelpunkt stellt und alles andere tunlichst verschweigt. Und die Möglichkeit zu diesem Coup hat ihnen die Politik des Rot-Rot-Grünen Senats verschafft, der nicht in der Lage oder gewillt war, die Polizei vernünftig einzusetzen. Vielleicht war den Regierenden das sogar recht, weil es von den Anliegen der großen Mehrheit der Demonstranten (überzogene Ordnungsmaßnahmen gegen eine mittelschwere Infektionskrankheit) ablenkt.
 
Das Ergebnis wurde im Fernsehen dann stolz verkündet: Laut einer Blitzumfrage lehnten dreiviertel der Bevölkerung diese Demo ab. Kein Wunder, 99,5% der Bevölkerung waren nicht daran beteiligt und 95% haben nur aus den offiziellen Medien und den Stellungnahmen der Politiker folgendes erfahren: Da waren nur Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker und Reichsbürger.

Fernsehen weit vom Geschehen

Deshalb durften natürlich (im Fernsehen, das von Bildern lebt!) keine Bilder gezeigt werden, die einen Überblick über die Zahl und die Art der Teilnehmer erlaubt hätten. Nicht einmal der gleichnamige Sohn des ermordeten Robert Kennedy und Neffe des ermordeten Präsidenten, der auf der Bühne eine kurze, ergreifende Rede hielt, nicht einmal der lebendige Kennedy in Berlin kam ins deutsche Fernsehen.
 
Hätte man die Bilder gezeigt, wäre sofort klar geworden, dass es nicht 40.000 Demonstranten waren. Das ist die Zahl in einem Bundesligastadion. Möglicherweise stimmt aber die erste Ziffer und es waren 400.000 Menschen. Davon 0,05% Reichsbürger (wie Fische im Wasser), was vielleicht ihrem Anteil in der Bevölkerung entspricht.
 
So entlarven sich Lügen, die wie so oft einen kleinen Funken Wahrheit enthalten.

Wie kommen wir alle
raus aus der Falle?

Der Anteil der Menschen, die andere Informationsquellen als Fernsehen und große Medien nutzen, muss sich vervielfachen. Der Anteil derer, die an den offiziellen Medien zweifeln, ist schon zeimlich hoch. Das Fernsehen hat sich als Informationsquelle disqualifiziert. Das muss immer mehr publik werden. Für Fußball und Krimis okay, für Politik ist es aber Staatsfunk ohne Kritik.

  Lies hierzu:
  Warum schweigen die Lämmer?
  Antwort: Lämmer schweigen, weil die Hunde nicht bellen.

So weit ist es gekommen und das wird irgendwann auch die Mehrheit erfahren, wenigstens die Mehrheit der mit Intelligenz Gesegneten. Realität ist nicht mit Propaganda aus der Welt zu schaffen. Die Wahrheit kommt ans Licht oder Reality rules. Das war in der DDR so, es war im katholischen Mittelalter so, es ist in den USA und auch in China so und es wird so bleiben.
 
Die Schwarm-Intelligenz funktioniert, sie funktioniert am besten, wenn jeder einzelne, der die Lage erkannt hat, sich an der Aufklärung der anderen beteiligt. Und bitte nicht mit Beschimpfungen, mit obskuren Theorien und erfundenen Schuldzuweisungen an einzelne Personen oder geheime Zirkel. Und auch nicht anonym! Klick!
 
Immer ganz nah an der Realität bleiben und die eigene Erfahrung an die erste Stelle setzen!

Reality first

   Rob Kenius 
   letzte Bearbeitung 21.09.2020, lies hierzu 
   auch die endgültig klare Sicht auf die 
   Corona-Krise
   Corona-Logik

 

Satire oder Realsatire?

Die 10 Gebote der Corona-Gottheit

Ich bin Corona,
die Krone der Schöpfung.

 
1
Du sollst keine anderen Themen neben mir haben,
weder in den Medien, noch im privaten Gespräch, noch auf Transparenten oder Fahnen beim Demonstrieren.
 
2
Du sollst den Namen Coronas
oder Covid-19 nicht mit dem Wort Grippe verunglimpfen. Die Symptome sind zwar die gleichen, aber Covid-19 ist neu und Grippe-Viren gibt es schon immer.
 
3
Auch am Sabbat und am Wochenende
sollst du an Corona denken und das heilige Corona-Fernsehen einschalten. Weltliche Feiern und Vergnügungen, Partys, Konzerte, Theater und Kino sind des Teufels Bolsonaro.
 
4
Für Eltern ist es eine Ehre,
wenn die Kinder eingesperrt sind, Mundschutz tragen und den Mund halten.
 
5
Du sollst die Corona-Toten nicht zählen,
dazu sind es zu wenige. Bedenke, dass in Deutschland jedes Jahr fast 1 Million Menschen sterben, jede(r) Tote könntest du selber sein.
 
6
Für die Bestrafung von Unkeuschheit
sind zusätzlich andere Erreger akut. An erster Stelle AIDS, Syphilis und Tripper.
 
7
Du sollst weder Gesichtsmasken noch Test-Sets stehlen,
beides ist in Überfluss überall vorhanden und täglich werden es mehr. Mehr Tests, mehr Ergebnisse, mehr Corona. Diebstahl lohnt sich nicht.
 
8
Du sollst kein falsches Zeugnis
über die geringe Gefahr einer ernsthaften, tödlichen Erkrankung ablegen. Das ist Statistik, das versteht sowieso keiner.
 
9
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Begleiterin
oder deiner Nächsten ständigen Begleiter. Wenn beide keine Maske tragen, sind sie verheiratet.
 
10
Du sollst nicht fremde Staaten beneiden,
weder Schweden noch die Schweiz. Fürchte dich vor Brasilien und den USA, dort überleben nur die Reichen. Neid auf Millionärinnen und Milliardäre führt in eine neue, sozialistische Pandemie.
  Rob Kenius, 02.09.2020

 

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Eingreifen in das System

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Die fünf Autosünden

Kritik ist gut, Konzepte sind besser. Das gilt auch für die Systemkritik und ist gerade dort ein schwieriges Postulat. Systemkritik ist abstrakt und braucht einen weiten Überblick. Änderungen des Systems haben aber mit politischen oder wirtschaftlichen Entscheidungen zu tun, auf die wir mangels demokratischer Macht keinen Einfluss haben. Aber trotzdem:

Jeder kann eingreifen, denn jeder ist am System beteiligt.

Nehmen wir als Beispiel die Energiepolitik, die systematisch geändert werden muss, um den Klimawandel aufzuhalten. Eine genauere Überlegung zeigt: Die beste Methode, negative Folgen der Energieerzeugung abzuwenden, ist, die Verschwendung von Energie zu beenden und den Verbrauch zu drosseln.
 
Das kann jeder, jede Hausfrau, jeder Autofahrer, jeder Bewohner einer Wohnung und jeder Benutzer eines Kühlschranks. Besonders entscheidend sind die Bereiche, wo die Energieverschwendung voll im Trend liegt.
 
Es ist schick, ein dickes Auto zu fahren und damit auch die kleinsten Fahrten zu erledigen, es in der Lieblingsfarbe schwarz anzuschaffen und im Sommer mit Klimaanlage zu kühlen. Auf der Autobahn dann geht es ab mit 200 km/h.
 
Da sind gleich fünf Verhaltensweisen, die das Vergnügen mit dem Auto steigern und alle fünf sind kontraproduktiv für das Einsparen von Energie und für die Eindämmung des Klimawandels.

Die fünf beliebtesten Autosünden

  1. Die Autos sind zu schwer, sie sind doppelt so schwer wie vor 50 Jahren. Das Gewicht bedingt Energieverschwendung, denn die kinetische Energie, welche das Auto aufnimmt, ist direkt proportional zur Masse. Wer das nicht glaubt, mache ein kurzes Hanteltraining einmal mit 10 kg und einmal mit 20 kg Hanteln.

  2. Kurzfahrten sind besonders verschwenderisch und überflüssig. Das Starten braucht mehr Treibstoff und Strom für den Anlasser. Der kalte Motor hat einen geringeren Wirkungsgrad und muss mit Energie erwärmt werden. Das Fahrzeug verschleißt schneller, also höherer Material- und Energieverbrauch. Kurzstreckenfahrten blockieren den Verkehr und verursachen Leerlauf, wieder mit Energieverbrauch.
     
    Für die Fahrerin und den Fahrer wäre es gesünder, kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen.

  3. Schwarz lackierte Autos sind nur gut, wenn sie in der Garage stehen. Sobald sie der Sonne ausgesetzt sind, wird es im Innern unerträglich heiß. Das wird dann kompensiert durch eine Klimaanlage. Die Klimaanlage verbraucht Strom, der Strom kommt von der Lichtmaschine, die durch Verbrennungsmotor angetrieben wird. Erhöhter Energieverbrauch, den ein helles Auto und ein heller Kopf nicht benötigen.

  4. Klimaanlagen in Autos sind überflüssig. Hundert Jahre lang hat der Fahrtwind genügt, das Fahren im Auto erträgllich zu machen, jetzt gibt es Klimaanlagen. Das Absurde daran ist: Jede Klimaanlage schadet dem Klima. Es wird Wärme aus einem Privatraum in den öffentlichen Raum nach außen gepumpt. Dabei wird zusätzlich Energie aufgewendet. Beim Automobil ist diese Energieverschwendung besonders groß, weil der Motor einen geringen Wirkungsgrad (weniger als 30%) hat und die Wärmedämmung schlecht ist.

  5. Geschwindigkeiten über 120 km/h sind verschwenderisch und gefährlich. Sowohl die kinetische Energie als auch die Gefahr steigen mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, nicht einfach proportional, wie das beim Gewicht der Fall ist. Steigt die Geschwindigkeit um 50%, dann steigt die Energie um 125% und diese Energie muss bei jedem Beschleunigen neu aufgewendet werden. Nachher geht sie wieder verloren.

Es geht auch anders. Klick!

Aus diesen fünf Punkten kann man gleich fünf Maßnahmen ableiten, beim Autofahren Energie zu sparen und als Autobesitzer das Klima zu schonen:

  1. Ein leichtes Auto ist besser als ein schweres.

  2. Für kurze Fahrten ist das Auto nicht geeignet.

  3. Beim Autokauf bewusst auf die Farbe achten.

  4. Klimaanlage nicht betreiben, besser ausbauen.

  5. Höchstgeschwindigkeit freiwillig bei 120 km/h.

Corona-Auflagen sind bezüglich Automobilverkehr kontraproduktiv gegen die Klima-Rettung:

  1. Abwendung vom öffentlichen Nahverkehr
  2. keine Maskenpflicht
  3. mehr Kurzfahrten
  4. mehr Parkplatzsuche
  5. Miniparty im Auto als neuer Trend:
  6. vier oder fünf angetrunkene Bento-Leserinnen laut singend im schwarzen SUV auf der Hauptstraße

Das funzt und rockt vielleicht, aber besser nicht.

  Rob Kenius, 24.08.2020

 

Appell an alle!

Liste der Energieverschwendung gleich im Anschluss.

An Physikerinnen, Physiker, Ingenieurinnen, Ingenieure, Naturwissenschaftlerinnen, Naturwissenschaftler, an alle Parteien!

Wir brauchen dringend eine Physikerin (oder notfalls einen Physiker) in der Regierung, damit dem Volk eindeutig erklärt wird, dass der Klimawandel auf zu hohem Energieverbrauch beruht. Eine Reduzierung des Energieverbrauchs ist unumgänglich. Es ist nur die Frage, ob das freiwillig und politisch kontrolliert oder unfreiwillig, chaotisch oder katastrophal geschieht.
 
Eine Physikerin (oder notfalls ein Physiker), mit dem Verständnis des Energiebegriffs und soliden Kenntnissen der Wärmelehre, müsste der Industrie erklären, dass ihr erstes Ziel jetzt sein soll, den Energieverbrauch drastisch zu reduzieren, zuerst auf 50%, in zwei oder drei Jahren, Reduzierung auf 10% oder das vorindustrielle Niveau in 10 Jahren. Die deutsche Regierung muss Verantwortung übernehmen für diese führende Industrienation, welche der Welt in zwei großen Kriegen ihre technische Überlegenheit vorgeführt hat. Diese erwiesenen Fähigkeiten sollten radikal bei der Energiespartechnik eingesetzt werden und nicht für sogenannte erneuerbare Energien, die den Energieverbrauch nicht reduzieren.

 

Eine Physikerin oder ein Physiker mit Zugang zu den Medien sollte offen und unmissverständlich klar stellen, dass es keine erneuerbare Energie gibt. Es widerspricht der Thermodynamik. Energie lässt sich nicht erneuern, sondern nur umwandeln. Die Energie kommt von der Sonne und endet in Wärme. Es gibt keinen Weg zurück. Die einzige Ausnahme ist Kernenergie.
 
Die militärische und wirtschaftliche Nutzung der Kernenergie ist der große Irrtum von überwiegend männlichen Physikern im 20. Jahrhundert. Die meisten haben eingesehen, dass es ein Irrtum war. Die Kernenergie steht den Menschen der Erde nicht zum Heizen zur Verfügung. Es ist die Funktion der Sonne, Nukleare Energie freizusetzen.
 
Physikerinnen und Physiker wissen, dass die Sonnenenergie, welche die Erde trifft, ausreicht, die Bedürfnisse zu befriedigen. Sie sollten der Welt klar machen, dass die vorübergehende Ausbeutung der fossilen Brennstoffe in eine Umweltkatastrophe geführt hat. Die Erde war vorher in Balance mit der Sonnenstrahlung. Durch die Verbrennung riesiger Mengen gespeicherter Vorräte ist diese Balance gekippt.
 
Eine Physikerin und jeder intelligente Mensch in einer global exponierten Position muss mit wenigen, oft wiederholten, Worten der Finanzwelt, der Wirtschaft, dem Transportwesen und der Automobilindustrie folgendes erklären: Der Mensch hat sich mit Hilfe von Wissenschaft und Technik die Herrschaft über den Planeten verschafft und muss deshalb auch die Verantwortung übernehmen. Jetzt sofort, radikal, mit allen Konsequenzen.
Rob Kenius, 12.08.2020
bearbeitet 15.08.2020

Energieverschwendung.
Wo geschieht sie am meisten?

  1. Militär
    • Krieg
    • Manöver
    • Truppenbewegungen
    • Übungsflüge
    • Flugzeugträger
    • Militärbasen
  2. Energie zum Geldverdienen
    • mehr anbieten
    • mehr produzieren
    • mehr Werbung
    • mehr verkaufen
    • schneller arbeiten
    • schneller wachsen
    • mehr wegwerfen
    • schneller nachbestellen
    • schneller liefern
    • schneller zugreifen
  3. Automobilverkehr Klick!
    • maximale Beschleunigung
    • höhere Geschwindigkeit
    • doppeltes Gewicht
    • Klimaanlagen Klick!
    • Kurzstreckenfahrten
    • geringe Auslastung
  4. Flugzeugverkehr (immer noch keine Steuer auf Kerosin!)
    • Hubschrauber
    • Ferntourismus
    • Konferenzwesen
    • Politiker-Meetings
    • unnötige Flugtransporte
    • Kurz- und Billigflüge
  5. Haustechnik
    • Solarthermische Anlagen fehlen
    • Heizung in allen Räumen
    • Kühlgeräte in warmen Zimmern
    • Klimaanlagen Klick!
  6. Metalle (Energie bei der Herstellung)
    • Flugzeuge (Aluminium)
    • Leichtbauteile
    • Blechautos (Eisen und Verarbeitung)
    • Verpackungen aus Blech
    • Tuben
    • Alufolie
    • Grillplatten
  7. Produkte zum Wegwerfen
    • Klarsichtfolien
    • Plastikverpackungen
    • Ein-mal-Geschirr, -Becher, -Besteck
    • Vernichtung von Retouren
    • Wegwerf-Mode
  8. Technik
    • Geräte mit Sollbruchstellen
    • Reparatur unmöglich
    • Recycling unmöglich
    • Schnelle Modellfolge
    • Spielzeug für Erwachsene
  9. Geldprotzerei (Geldverschwendung ohne Energieverschwendung ist nicht so schlimm.)
    • Segelyachten
    • Motorräder
    • Motorboote
    • Wasser-Ski
    • Extremsportarten
    • Kreuzfahrten
    • SUVs
    Was kann man dagegen tun?
    Gestaffelte Mehrwertsteuer
   Die Liste wird weiter bearbeitet, 
   aber nicht entschärft.

Verdrängung in jede Richtung

Unsichtbare Bedrohung - unsichtbare Macht

Es ist rätselhaft, wie sehr die Menschen sich von einem Virus bedroht fühlen, das nur wenige Infizierte krank gemacht hat, ganz wenige schwer krank und das fast nur Menschen tötet, die schon sehr alt oder bereits dauerhaft geschädigt waren. Die Monothematik der letzten Monate in allen Medien ist ein Phänomen der Massenpsychologie.

Normal ist das nicht.

Weniger als ein Jahr zuvor ging eine andere Bedrohung durch alle Talkshows und Kommentare: Das Klima-Gas CO2.
 
Haben Covid19 und CO2 vielleicht irgendetwas gemeinsam? Es kann nicht die Art der Wirkung oder Gefahr sein, nicht einmal der Lebensbereich, in dem sie vorkommen. Die Gemeinsamkeit zwischen Covid19 und CO2 ist verdammt banal:

Beide Bedrohungen sind unsichtbar.

Das ist keine Erklärung für die Gefahr, aber es erklärt die Resonanz in Medien und im Bewusstsein der Massen.
 
Große, reale und sichtbare Bedrohungen sind täglich überall:

  • Hitzewellen und Trockenheit
  • Militärflugzeuge, die über uns herum düsen
  • das Verschwinden der Insekten
  • Blechlawine auf den Straßen
  • die täglichen Nachrichten aus den USA
  • verdorrende Wälder
  • Kriege im nahen Osten
  • Brände in Sibirien
  • Plastik-Müll in den Meeren
  • schmelzendes Eis am Nordpol

Am meisten beschrieben und kommentiert werden aber das unsichtbare Gas CO2 und das unsichtbare Corona-Virus.

Was geht hier vor?

Es ist ganz einfach Verdrängung. Die realen Dinge, die zum sofortigen Handeln zwingen würden, die werden verdrängt durch Beschäftigung mit dem Unsichtbaren. Das Unsichtbare kann man vergessen, man muss nicht aktiv werden, man kann es mit Worten und rituellen Handlungen beschwichtigen, man kann im Grunde darüber denken und reden, was man will, - und braucht nichts zu tun.
 
Das Unsichtbare war schon ein Lieblingsthema der Medien, als es die technischen Medien noch gar nicht gab. In den Überlieferungen und Texten der großen Weltreligionen. Der unsichtbare, aber allmächtige Gott, der uns bestrafen oder belohnen kann, nach dem Tod, wenn die unsichtbare Seele in den unsichtbaren Himmel wandert oder in die leicht vorstellbare, aber nicht sichtbare Hölle.
 
Priester haben Jahrtausende das Unsichtbare als das Wesentliche gepredigt und sie haben von diesen Predigten gelebt, gut gelebt, ohne die Mühen der Arbeit. Heute sind es alle sprachlichen Medien, die mit Erfolg das Unsichtbare sich zu eigen machen und unsere Psyche neigt dazu, sich dem zu unterwerfen.
 
Vielleicht sind es auch nur tief sitzende Demütigungen und Verletzungen im Unterbewusstsein unserer Kultur, die wir durch unser Unbehagen ablegen und überwinden können.

Ende des Kommentars.

Und vergesst nicht, dass wir in der Realität leben. Zwingt euch selbst und andere zum Handeln!

    Und hier noch einmal die Liste der sichtbaren Bedrohungen, damit sie nicht bei der permanenten Beschäftigung mit dem Unsichtbaren vergessen werden:
     
  1. Hitzewellen und Trockenheit
  2. Militärflugzeuge, die über uns herum düsen
  3. das Verschwinden der Insekten
  4. Blechlawine auf den Straßen
  5. die täglichen Nachrichten aus den USA
  6. verdorrende Wälder
  7. Kriege im nahen Osten
  8. Brände in Sibirien
  9. Plastik-Müll in den Meeren
  10. schmelzendes Eis am Nordpol
  Rob Kenius, 31.07.2020, bearbeitet 10.08.2020

  Lies dazu auch
  die 4 Krisen hinter der Krise!
  

 

Verdrängung in jede Richtung

Ideologie statt Einsicht, Streitereien statt Klarheit

  Dieser Kommentar ist auch integriert
  (im Zusammenhang Umwelt und Klima)
  in der Rubrik klartext.
Menschen haben durch ihre Zahl, ihren Konsum, ihre Beweglichkeit und Bequemlichkeit, durch ihre Gier und Unersättlichkeit den Planeten so sehr ausgebeutet, verschmutzt und gequält, dass die Schäden nicht mehr zu beheben sind.
 
Zuletzt drehte sich die Diskussion typischerweise aber nur noch um ein unsichtbares Gas als Verursacher, CO2, das sehr leicht aus dem Bewusstsein zu verdrängen ist. Ähnlich funktioniert die Verdrängung der wichtigsten Probleme mit dem unsichtbaren Virus, an dem außerdem niemand Schuld ist, auch nicht die Chinesen und Billy Gates.

Verdrängung ist angesagt.

Ein geradezu gefährlicher Verdrängungsmechanismus übergeht nicht nur das Problem, er bewirkt auch eine Spaltung der Gesellschaft, (wie sie in den USA schon gefährliche Dimensionen angenommen hat).
 
Das Problem wird ideologisiert, ein teuflischer Effekt.
 
Die Ursachen dafür sind falsche Entscheidungen der Regierung. Es gibt keine Vorschriften, sondern Appelle, Anregungen, freiwilligen Konsens oder gar nichts außer Diskussionen. Das hört sich zunächst demokratisch und liberal an, ist aber falsch und wird schnell zur Ursache von Hass und Verachtung.
 
Man stelle sich vor, der Autoverkehr wäre so geregelt, dass man es den Autofahrerinnen überlässt, aus Rücksicht nicht vor Einfahrten zu parken oder 50 km/h in Ortschaften einzuhalten oder einen Sicherheitsgurt anzulegen, dann würden sich vielleicht 80% der Verkehrsteilnehmer daran halten, aber das Ziel dieser Maßnahmen, stressfrei zu fahren und die Gefahren zu verringern, würde nicht erreicht.
 
Es gibt immer einen wesentlichen Prozentsatz an Leuten, denen freiwillige Rücksichtnahme fremd ist, was uns die vielen Raser mit Tempo 200 auf den Autobahnen täglich vorführen. Da sieht man, warum Verbote richtig sind:

Gesetze gelten für alle.

Beim Umwelt- und Klimaschutz ist vieles freiwillig und in weiten Kreisen Konsens. Aber diejenigen, die sich daran halten, werden von anderen als links-grün-versifft beschimpft. Statt Vorschriften für alle gibt es eine ideologische Spaltung, sie sich ständig und sichtbar vertieft.
 
Wer seinen Müll nicht trennen will, wer ein SUV fährt, wer Plastik herum schmeißt, glaubt, wenn er auch AfD wählt, sei alles erledigt. Ein paar krasse Tattoos oder bei Männern ein glatt rasierter Schädel, das kann auch bei der Entlastung des Gewissens helfen. Man zeigt Flagge und macht den anderen nichts vor.
 
Ich bin cool, ich bin gut drauf, ich bin stark. SUV plus Tattoo plus die entsprechende Oppositionspartei und schon ist Frau oder Mann raus aus dem Schlamassel mit Umwelt und Gewissen.
 
Auf der anderen Seite, im Milieu der gleichberechtigten Akademikerinnen gibt es ähnliche Verdrängungen. Wer es sich leisten kann, lässt seinem Kaufrausch im Bio-Supermarkt freien Lauf, macht Urlaub in Südamerika, fährt nicht SUV, sondern Zweitwagen, hat Meetings in Zürich, Krakau oder Turku und kauft seinen Kindern sehr intelligentes Spielzeug. Das Kreuzchen auf dem Wahlzettel bei der richtigen Partei liefert die Absolution.
 
Eine satte Steuer auf Kerosin würde alle in gleicher Weise treffen, die Finanz-Manager, die Viel-Urlauber, die Finca-Besitzer auf Mallorca und die Ballermann-Säufer. Ähnlich wäre es mit einer gestaffelten Mehrwertsteuer auf SUVs, aber auch auf Sport- und Zweitwagen und selbstverständlich auf Motorräder und Privatflugzeuge. Oder eine erhöhte MWSt auf süße Sachen, Knabber-Artikel, Fleisch und Plastik-Verpacktes.
 
Für eine Politik, die Politik ernst nimmt, gibt es Möglichkeiten genug, Umwelt, Klima und Überfluss in den Griff zu bekommen, ohne die Bürger mit falscher Ideologie gegeneinander aufzuhetzen.

Steuern durch Steuern

Das Modell einer gestaffelten Mehrwertsteuer, die einen Faktor und einen Steuersatz benutzt, liefert unbegrenzte Möglichkeiten, das Verhalten der Bürger zu steuern und zu belohnen, ohne zu gängeln oder zu bestrafen. Auch gesundes Verhalten lässt sich organisieren, was ja im Fall des Tabakrauchens auf andere Weise schon gelungen ist.
 
Der ausführliche Entwurf einer gestaffelten Mehwertsteuer ist hier seit mehr als sechs Jahren zu finden und wartet auf Politiker, Aktivisten und Kollegen in den Medien die etwas Raffiniertes ins Programm nehmen möchten.
  Rob Kenius, 29.07.2020

 

Verlierer und Gewinner

Wer sind die Gewinner des Sondergipfels?

Die 2 Kommentare zum Gipfel in einem klartext

An erster Stelle die Finanzwirtschaft, weil sie an der Vergabe von Krediten verdient. Das gilt auch dann, wenn die Zinsen sehr niedrig sind oder bei Null liegen. Bei der Kreditvergabe durch die EZB oder durch private Banken wird die Geldmenge erhöht und Geld zirkuliert in der neoliberalen Weltordnung so, dass es nach oben driftet, in die Hände der Großgeldbesitzer.
 
An zweiter Stelle gewinnen die beteiligten Regierungschefs, die es so beschlossen haben.
 
Die Kredite, die gewährt wurden, sollen erst ab 2028 zurückgezahlt werden. Weshalb? Diejenigen, welche die Beschlüsse jetzt gefasst haben, werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr im Amt sein und haben mit den Schulden, die sie 2020 gemacht haben, im Jahre 2028 nichts mehr zu tun. An erster Stelle gilt das für Angela Merkel, die große Lichtgestalt in den Medien, die ihren Rückzug aus der Politik schon angekündigt hat.

Die Zukunft ist ein Loch

Kredit auf die Zukunft ist ein Gedanke, der Politiker seit ewigen Zeiten zum Schuldenmachen verleitet. Schulden gerne. Abzahlen sollen die anderen. Kinder und Jugendliche von heute sind die zur Rückzahlung Verpflichteten von morgen, 30 Jahre lang, erst ab 2028.
 
Dass die Regierungen der Länder, die nicht nur Kredite, sondern auch Geld geschenkt bekommen, zu den Gewinnern gehören, ist selbstverständlich. Eine Kontrolle darüber, was sie mit dem Geld machen, gibt es in den Strukturen der EU nicht. Es gibt nur verbale Richtlinien. Und auch die Bremser, die geizigen Vier, können sich als Gewinner darstellen, denn sie haben auf ihr Angebot von 350 Milliarden nur 40 Milliarden drauf gelegt.
 
So haben alle Grund, zufrieden zu sein, bis auf die Steuern zahlenden Bürgerinnen und Bürger Europas, besonders die jungen, welche die Zeche innerhalb der nächsten Jahrzehnte bezahlen müssen.
 
Die staatlichen Rundfunk-Anstalten und die privaten Medien, im Besitz reicher Familien, sind schon jetzt dabei, den Sondergipfel 2020 als historisches Ereignis zur Rettung Europas und der (deutschen) Wirtschaft zu verkaufen.
 
Na dann herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen und Gewinner, es war nichts anderes zu erwarten. Wir kämpfen weiter für Demokratie und ein Europa der Völker oder Menschen oder Bürger.


Abstieg vom Gipfel

Die Tagung des Europäischen Rates, der Sondergipfel, der am Morgen des 21.07.2020 endete, hat die größte Geldsumme in der Geschichte der EU bewegt und das verursacht den ersten großen Schuldenberg der Gemeinschaft. Für die Finanzwelt ist es ein vielversprechendes Ergebnis. Wer mit Geld handelt, kann ein gutes Geschäft machen.
 
Die Summe von 1,8 Billionen Euro ist für Staatsfinanzen viel, es ist aber in der Finanzwelt 2020 eine gängige Größenordnung. So etwas wird täglich an den Börsen der Welt bewegt. Man wird das fehlende Geld leicht beschaffen können, den Staaten zur Verfügung stellen und die Rückzahlung der Jugend Europas überlassen.

Wer trägt die Schuldenlast?

Die Kommunen machen Schulden, die Länder machen Schulden und der Bund macht Schulden. Jetzt ist noch eine höhere Ebene eingezogen worden: Die EU macht ebenfalls Schulden. Jeder, der in Deutschland mit seiner Hände Arbeit, seinem Geschäft oder seiner Dienstleistung ein Plus macht, wird einen hohen Anteil an Tilgung und Zinsen zahlen.
 
Die Gipfelstürmer gebärden sich als erschöpfte Sieger und als Wohltäter gegenüber den Armen. Wohltaten mit dem Geld der anonymen Masse ihrer Wählerinnen und Wähler, ganz besonders aber mit dem Geld der zukünftigen Generation.

Es ist viel leichter, Schulden aufzunehmen und Geld der Staaten an andere Staaten zu verteilen, als direkte Einnahmen der EU in Form von Steuern zu generieren. Wer das verstehen will, muss sich etwas mit der verzwickten Konstruktion der EU befassen.

Unangetastet sind die Gewinne und Vermögen der Riesen: Amazon, Google, Facebook, Ikea und viele andere in den europäischen Finanzoasen. Unter diesen Finanzoasen sind nicht nur britische Inseln, sondern auch Gipfelteilnehmer:
Luxemburg,
Irland,
Niederlande,
Zypern,
Malta.

Geld ausgeben
keine Steuern einnehmen!

Fragen der Besteuerung von Goßgeldbesitzern haben die Gipfelstürmer nicht verhandelt. Das ist auch gar nicht möglich, weil die Statuten der EU alle Beschlüsse verhindern, die ins Steuersystem einzelner Länder eingreifen. Auch Steuern direkt in die Kasse Europas wurden nicht diskutiert. Ausgaben ja, direkte Einnahmen nein.
 
Dabei gibt es sehr sinnvolle Bereiche, wo die einzelnen Länder machtlos sind, die Gemeinschaft aber satte Summen kassieren könnte:
 
Transaktionssteuer,
Steuer auf Kerosin,
Steuer auf Börsengewinne,
Transportsteuer.

 
Da schweben sie drüber in Brüssel und wenn sie vom Gipfel herabgestiegen sind, können sie wieder sagen: Das muss Brüssel entscheiden. Nein, Brüssel entscheidet nur zu Lasten der Normalbevölkerung. Jetzt sollten endlich mal die Betroffenen, die Bürgerinnen und Bürger Europas in einem demokratischen Verfahren irgendetwas in der EU entscheiden. Es wird langsam Zeit.
 
Doch Europa-Demokratie ist etwas das bisher in den Statuten der EU noch nicht vorgesehen ist.
  Rob Kenius, 21.07.2020
  Ergänzung 22.07.2020

 

Satire oder Realsatire?

Die Nudel-Königin
und der Starkbier-Prinz

Das Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit Markus Söder auf Schloss Herrenchiemsee ist ein extremer Punkt und markiert den Tiefstand der deutschend Demokratie. Geht es noch herrschaftlicher? Geht es noch abgehobener? Sind wir jetzt 150 Jahre im Kampf um Demokratie zurückgeworfen?
 
Die beliebte Kanzlerin, die so volksnah ist, dass sie nicht einmal fehlerfrei sagen kann, dass sie nichts sagen will, ist so beliebt, weil sie das Volk an der Realität vorbei lleitet. Markus Söder hat sich als Markus Söder verkleidet, ist aber Markus I von Bayern: Protzig, selbstgefällig, undurchsichtig. Wie kann man für das Volk im Jahre 2020, ohne den geringsten Anlass, eine Kutschenfahrt zum dritten Luftschloss des durchgeknallten Königs von Bayern inszenieren?
 
Zur Erinnerung: Wir leben in einer Republik! Wir haben, allen Medienberichten nach, Demokratie! Ludwig II war süchtig nach Prunkschlössern, wie andere nach starken SUVs, aber er war soziophob. Er mochte weder Frauen, noch Kinder, noch Freunde, noch das Volk und auch sich selbst mochte er nicht sehr und ertränkte sich im See. Seit 130 Jahren ein Fall für Psychiaterinnen. Seine Schlösser sind Fehlstellen der Realität, Tiefpunkte der Staatsführung, Negationen von Politik und Wirtschaft.

Monarchie und Alltag

Dort sitzen Queen Angela und Prinz Markus im Prunksaal und schauen niedlich in die Kameras. Die Demokratie ist am Ende, das wissen wir längst. Soll deshalb im Jahre 2020 die Monarchie aufleben und wenn ja, welche? Die preußische? Um Himmels Willen! Die bayrische? Gott bewahre!
 
Die Verehrung, die Angela Merkel genießt, resultiert daraus, dass sie wie Elizabeth II regiert und kaum in das Geschehen eingreift. Brauchen wir danach den Markus Söder, der vor Selbstgefälligkeit nur so strotzt und seine Meinungen den Umfragen anpasst?
 
Queen Angela ist beliebt wie Nudeln mit roter Sauce. Das kann man kaum übertreffen. Markus Söder geht ab wie Starkbier. Die Gefahr liegt in der Dosierung. Zuviel macht betrunken. Trunkenheit befördert zwar die Kommunikation, gefährdet aber die Inhalte der Kommunikation. Gepolter, Gerülpse, leeres Gelalle. Und danach kommen die Kopfschmerzen.

Strategie und Dummheit

Die Inszenierung des Treffens im Prunksaal auf Schloss Herrenchiemsee ist sorgfältig geplant, von Publicity-Abteilungen, von Medinungs-Strategen. Es bringt das Demokratieverständnis zum Ausdruck, das im Jahre 2020 angesagt und mehrheitsfähig ist:
 
Die Leute wählen CDU/CSU, damit sie lang regierende Alleinherrscher bekommen, die ihnen alle Probleme vom Leib halten. Außer Corona. Doch das lässt sich mit ein wenig Distanz und Maske leicht bewältigen.
 
Meidet Kontakte mit Verwandten, Kindern und mit dem Volk, wie Ludwig II von Bayern!

Kraft und Gegenkraft

Für die Demokratie in diesem Land ist das ein pessimales Signal. Demonstrieren ist fast verboten. Schreien ist sinnlos, wählen alle vier Jahre bringt nichts. Müssen wir warten, bis die königliche Familie sich selbst zerfetzt und entleibt?
 
Wir können die Bilder aus Herrenchiemsee auch als zündende Provokation verstehen. Demokratie wird mit Füßen getreten, von Pferden zerstampft, vom neofeudalen Glitzer geblendet. Unsere gewählten Vertreterinnen und Vertreter ergehen sich in Prunk und Protz ohne Sinn und Ziel.
 
Die repräsentative Demokratie ist am Tiefpunkt angelangt. Wir müssen etwas Neues erfinden, am besten hier im Internet. Direkte Digitale Demokratie !

                          Rob Kenius, 15.07.2020

 

Spuren der Vergangenheit

Castles made of sand...
Ein kurzer Trip zur Atlantik-Küste

Castles made of sand...
1944 wurde im besetzten Frankreich von den Nazis der Atlantikwall gebaut. Die Planung reichte bis Norwegen.
...slip into the sea  
Er war völlig sinnlos, weil die Alliierten an einer einzigen Stelle in der Normandie landeten.

. . . e v e n t u a l l y . . .
Der Vers stammt aus einem Song von Jimi Hendrix

 

 

Geldvermehrung 2020

Selbstbedienungsladen ohne Kasse

Der folgende Text und zwei weitere Artikel über das Geldsystem, mit dem Lösungsvorschlag einer degressiven digitalen Währung (DDM), sind jetzt auf der Seite klartext zu einem Kapitel vereint:
Raus aus dem absurden Finanzsystem!
Unter diesem Titel ist der Stoff auch auf
KenFM erschienen.

Etwa 200 Jahre lang war das oberste Ziel der Wirtschaft, zu produzieren, zu liefern und zu konsumieren und zu diesem Zweck die Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen auszunutzen oder auszubeuten. Dabei schienen alle Ressourcen unerschöpflich zu sein, mit einem anderen Wort, der Globus schien unendlich zu sein. Das alles geschah und es geschieht noch, um damit Geld zu verdienen.

In diesem Denksystem sind die materiellen Ressourcen unendlich und das Geld ist knapp.

Im 21. Jahrhundert ist das Geld für die meisten Menschen immer noch knapp, aber für eine Minderheit ist es in beliebigen Mengen verfügbar. Die Finanzwelt ist in der Position, Geld entsprechend der Nachfrage zu erzeugen und in Verkehr zu bringen. Geld wird von privaten Banken, von Staatsbanken und von privaten Staatsbanken (z.B. FED und Bank of England) ständig erschaffen. Das geschieht durch Kreditvergabe mit der sogenannten Giralgeldschöpfung.
 
Bei der giralen Geldschöpfung werden Gutschriften auf der einen und Schulden auf der anderen Seite gleichzeitig erzeugt. Auf diese Weise wird die Geldmenge permanent vergrößert. Dieser Vorgang geschieht weltweit unkontrollierbar und unbegrenzt. Geld ist Macht, aber dahinter steht keine materielle Substanz.

Geld ist nur ein von Menschen erschaffener abstrakter Wert, der durch eine Zahl dargestellt wird.

Der Wert des Geldes besteht darin, dass es gegen alle Güter auf dem Markt getauscht werden kann und dass jeder auf dem Markt das Geld akzeptiert. Und jede Ware hat eine Zahl, die ihren Preis in Geld bezeichnet.
 
Das Geld hat inzwischen eine typische Eigenschaft von Zahlen angenommen: Jede Zahl kann in unserem positionellen dekadischen Zahlensystem beliebig bis ins Unendliche weiter gezählt werden. Die Zahlen, die Geld darstellen, werden immer größer. Das gilt auch für die größte Zahl, die Geld inzwischen hat, die Geldmenge.

Die Geldmenge hat keine obere Grenze, sie ist praktisch unendlich.

Unendlich ist ein Wort, das Mengen bezeichnet, die das menschliche Gehirn nicht erfassen kann. Das trifft auf die Menge von Sandkörnern, Molekülen oder Sternen im All zu.
 
Schon eine Milliarde ist unzählbar.
 
Es ist einfacher und anschaulicher, zu sagen, die Geldmenge ist unendlich, als zu sagen, sie beträgt 60.000.000.000.000,- (sechzig Billionen) Euro oder Dollar.
 
Alle Ressourcen des Planeten sind aber endlich und begrenzt. Sie werden ständig weniger mit dem unveränderten Verbrauch durch die Wirtschaft und durch den wachsenden Konsum der wachsenden Bevölkerung.

Das Verhältnis zwischen Geld und Ressourcen der Erde hat sich in 200 Jahren umgedreht.

Damals erschien der Planet unendlich und das Geld war knapp, weil Geld an Gold gebunden war. Jetzt aber sehen wir, die Erde und ihre Ressourcen sind endlich.
 
Für diejenigen aber, die Geld erzeugen und für einige, die es aus der Wirtschaft unversteuert abschöpfen, ist Geld in beliebig großen Mengen verfügbar. Die Geldmenge ist für die Finanzwelt unbegrenzt, das heißt für den normalen gesunden Verstand:

Geld ist unendlich.

Alle Anstrengungen zum Geldverdienen durch Arbeit oder Verkauf von materiellen Gütern erscheinen auf einmal sinnlos, wenn auf der anderen Seite Banken, Staatsbanken und private Staatsbanken Geld einfach erzeugen können, indem sie Kredite vergeben. Besonders sinnlos ist die Aufnahme von Schulden im Namen des Staates, also der Allgemeinheit, weil Geld in Überfluss bereits vorhanden ist und durch die Aufnahme von Schulden der Allgemeinheit auf der Seite der Geldbesitzer auch noch mehr wird.
 
Das bestehende Finanzsystem ist für die einen ein Selbstbedienungsladen ohne Kasse und für die anderen eine Tretmühle ohne Entkommen.
 
Das Geldsystem muss durch ein neues System ersetzt oder ergänzt werden. Dieses demokratische Geldsystem darf nicht zulassen, dass private Organisationen Geld in beliebigen Mengen erzeugen, es darf nicht Privateigentum sein. Niemand hat das Recht, einen von allen akzeptierten Wert nach eigener Willkür aus dem Nichts zu erschaffen, der dann gegen alle anderen materiellen Werte, Waren, Dienstleistungen und menschliche Arbeit eingetauscht werden kann.

Niemand soll einen Wert aus nichts willkürlich erschaffen können, für den man alles andere kaufen kann.

Ein System, in dem das möglich ist, ist nicht nur ungerecht, sondern absurd und falsch. Es muss beseitigt, geändert oder unterlaufen werden.
 
Wenn diese Forderung in absehbarer Zeit nicht durchgesetzt werden kann, muss parallel ein zweites Geldsystem in der Hand des Staates oder einer kommunalen Gemeinschaft kreiert werden, das, wie alle materiellen Werte auf diesem Planeten, begrenzt ist und sich nicht von selbst vermehrt oder durch nicht demokratisch kontrollierte Personen vermehrt werden kann.
 
Ideal wäre es, wenn dieses Geld wie alle natürlichen Ressourcen auf der Erde mit der Zeit weniger wird. Genauer gesagt, es muss von sich aus nicht im Wert, sondern zahlenmäßig weniger werden, mit einer Wortschöpfung, es sollte degressiv sein.
 
Die Idee einer degressiven Währung ist nicht neu, aber erst im digitalen Zeitalter elegant zu realisieren. Das wird detailliert beschrieben in dem Artikel über die Degressive Digitale Mark.

                          Rob Kenius, 07.07.2020

 

Intelligenz und Medien

Verschwörungsideologe im HohlSPIEGEL

Vor ungefähr 15 Jahren habe ich zum letzten mal den SPIEGEL gelesen. Titelgeschichte war Google. Ich wollte wissen, wie Google funktioniert. Wie schaffen die das, in Millisekunden das ganze Internet zu durchsuchen.
 
Ich wusste bereits, dass sie eine Kopie anlegen, nur Text, ohne Formatierung, ohne Bilder, ohne alles. Aber wie sieht die Hardware dabei aus und wie ist das Suchprogramm strukturiert?
 
Von der SPIEGEL-Titelgeschichte erwartete ich eine Antwort auf diese Fragen, aber ich bekam sie nicht. Statt dessen wurde über Werbemethoden und Einnahmen aus der Werbung spekuliert.
 
Da wurde mir klar, für den SPIEGEL war Google kein Thema der Informatik, sondern eine unangenehme Konkurrenz im Anzeigengeschäft. Damals hatte jeder SPIEGEL mehrere Dutzend ganzseitige Anzeigen von der Automobilindustrie, den Versicherungen, Fluglinien und Finanzdienstleistern. Man hätte das Heft umsonst verteilen können.
 
Google ist als Werbeträger effektiver als Zeitschriften, denn die Werbung wird durch Suchanfragen gesteuert, was sowohl den Suchenden als auch den Anbietern Nutzen bringt, wenn es nicht zu viel mit der Werbung wird. Inzwischen hat Google die Sache übertrieben. Wer nur in den Verdacht gerät, etwas kaufen zu wollen, wird bei den Suchergebnissen auf den ersten Seiten von Kaufangeboten und Preisvergleichen überflutet.
 
Dass der SPIEGEL eine Titelgeschichte im eigenen Interesse, statt zur Information seiner Leserinnen präsentiert, das hat mich so verärgert, dass ich nie wieder einen SPIEGEL gekauft habe. Viel Zeit habe ich dadurch gewonnen und der SPIEGEL und seine hoch dotierten Schreiberlinge sind trotzdem immer mehr mit Geld kontaminiert worden.

Geld verdirbt den Journalismus.

Die Schreiber schreiben, um Geld zu verdienen, womit sie dann anderen gefallen, die ebenso oberflächlich sind. Das gilt nicht nur für den SPIEGEL, sondern inzwischen für 80% der Medien im Mainstream, leider auch für die Öffentlich-Rechtlichen Anstalten, die vom Staat eine totalitäre Einkommensgarantie haben.
 
Der 90-prozentige Konformismus schmerzt besonders im Fall des SPIEGEL, der ja einmal die Stimme von Rudolf Augstein war und vielleicht das beste Nachrichtenmagazin der Welt.
 
Der allgemeine Konformismus im journalistischen Angebot hat dazu geführt, dass sich im Internet eine Riege von oppositionellen Medien etabliert hat, die qualitativ den wohl bezahlten Qualitätsmedien nicht nachsteht, im Gegenteil:
 
Wer die Wahrheit erfahren will, muss die Tagesschau ausschalten, den SPIEGEL am Kiosk liegen lassen und im Internet surfen: KenFM, Telepolis, Rubikon und viele andere, auch kritlit.de, bieten den kritischen Blick, den früher der SPIEGEL präsentierte.
 
Auch Russia Today ist eine verlässliche Quelle, wenn es um Schwachstellen der deutschen Politik geht, ohne russische Propaganda und ohne ideologische Verzerrungen.

Kampagne gegen Konkurrenz

Und wieder ist der SPIEGEL in Bedrängnis. Die oppositionellen Medien im Internet sind eine ernsthafte Konkurrenz geworden. Sie sind glaubhafter und interessanter als das regierungskonforme Einerlei. Und wieder wird vom SPIEGEL Journalismus im eigenen Interesse betrieben:
 
Der SPIEGEL fährt seit Wochen eine Kampagne gegen Online-Medien insgesamt und gegen Ken Jebsen im besonderen, der sich ohne Not selber als Zielscheibe anbietet. Warum er das tut, ist seine Privatsache.
 
KenFM hat mit den 90 Minuten langen Interviews und Gesprächen ein TV-Format geschaffen, das an Substanz und Solidität nicht zu überbieten ist. Autoren, Professoren, Regisseure, ehemalige Rundfunkmitarbeiter, selbst CDU-Politiker nehmen die Chance wahr, ihre Standpunkte, Erfahrungen und Ansichten so klar zu präsentieren, wie es sonst nirgendwo möglich ist.
 
Eigentlich müssten ARD und ZDF sich darum reißen, Herrn Jebsen als Abteilungsleiter und Chefinterviewer anzuwerben und einzustellen, wenn man ihn nicht vor Jahren raus geschmissen hätte, wahrscheinlich, weil er zu frech war. Damals wurde ihm in einer Intrige Antisemitismus unterstellt.
 
Ken Jebsen hatte sich kritisch zur Politik des Staates Israel geäußert. Das darf man als Deutscher nicht. Es hat sich durchgesetzt, dass Kritik an der Politik der Regierung Netanjahu als Antisemitismus definiert wird und dass der Vorwurf des Antisemitismus genügt, jemanden zu disqualifizieren. Wohlgemerkt, der Vorwurf genügt.
 
Ein Antisemit ist, auch in der Facebook- und Twitter-Welt, jemand, der als solcher beschuldigt wird und keine Mehrheit findet, die ihn spontan entlastet. Ich habe das selber erlebt. Seitdem trage ich wieder meinen Judenstern am Hals, den ich vor Jahren aus Amsterdam mitgebracht habe, um zu zeigen, dass ich mich auf die Seite der am meisten Verfolgten stelle.

Verzerrungen im HohlSPIEGEL

Die SPIEGELredaktion hat für Herrn Jebsen ein neues Schimpfwort erfunden: Verschwörungsideologe. Verschwörungsideologe soll wohl eine Steigerung von Verschwörungstheoretiker sein. Es sollte vielleicht das Unwort des Jahres 2020 werden.
 
Herr Jebsen ist, wie er selber gerne erwähnt, auf einer Walldorf-Schule von Anthroposophen erzogen worden. Für die Anthroposophen steht der Mensch (Anthropos) im Zentrum ihres Denkens. Das ist legal und ungefährlich. Der Walldorf-Schüler Ken sagt am Ende einer Aufzeichnung oft: "Meine Zielgruppe bleibt der Mensch." Auch daran ist nichts auszusetzen.
 
Während ich die Fehler im System suche,
 

 
sehen andere Kritiker lieber Personen und Personengruppen als fehlerhaft Handelnde, weil sie, vielleicht als Anthroposophen, Menschen in den Mittelpunkt stellen. Das ist eine andere Sicht auf die Dinge und kein krasser Widerspruch zur Systemkritik, besonders dann nicht, wenn man nichts Genaueres über die Fehlerquellen weiß.
 
Es gibt auch schlecht informierte Spinner, und das sind nicht wenige, die behaupten, genau zu wissen, dass sich eine Clique von Juden oder Freimaurern oder Opus Dei oder wer auch immer, gegen die Welt verschworen hätte und dass sie damit die Verursacher allen Übels seien.

Alu-Hüte und Schlapp-Hüte

Diese Sorte, in der Art einer Sekte, wird von Journalisten als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Vielleicht ist da was dran, aber mich hat das nie genauer interessiert, weil es eine Form von Okkultismus ist.
 
Nachrichtendienste greifen das Wort Verschwörungstheoretiker gerne auf, um jene abzuwehren, die nach den Hintermännern oder Hinterfrauen der Morde an J.F. Kennedy, Robert Kennedy und Martin Luther King fragen. Sie tun das, um zu verhindern, dass auch nur der Schatten eines Verdachtes auf einen der zahlreichen amerikanischen Geheimdienste fällt.
 
Zu diesen Unbequemen, die im Hintergrund und im Sumpf der heimlichen Beziehungen herum stochern, gehörten früher auch SPIEGEL-Journalisten. Heute benutzt der HohlSPIEGEL das Schimpfwort Verschwörungsideologe, um einen erfolgreichen Konkurrenten anzuschwärzen.
 
Gerne würde ich wissen, welche inhaltliche Affinität die Begriffe Verschwörung und Ideologie zueinander haben, so dass man sie zu einem Schimpfwortgebilde zusammenfügen kann. Aber den SPIEGEL, in dem das drin stehen müsste, kaufe ich mir deshalb immer noch nicht.
  Rob Kenius, 20.06.2020

 

Intelligenz und Medien

Kommunikation ohne Inhalt ?

In Köln fährt man gerne mit der Straßenbahn. Die KVB (Kölner Verkerhrs-Betriebe) sind wirklich gut. In der Tram setze ich keine Kopfhörer auf, sondern höre gerne zu, was andere reden. Dabei fällt auf, dass die (jungen) Leute beim Telefonieren fast nur Standortmeldungen und Ähnliches von sich geben:
 
Straßenbahn... Aachener Straße... bald am Neumarkt... verstehst du mich? ... ja ich auch... ist heute nicht angesagt... vielleicht am Wochenende... bis dann... vielleicht Mittwoch. Meine subjektive Erkenntnis: 90% der Gespräche drehen sich um Orts- und Zeitangaben und das Thema technische Verständigung im Netz.
 
Doch heute dominiert das I-Phone. Wischen und scrollen. (Warum heißt das nicht rollen?) Sie tippen und klicken, manchmal schreiben sie mit beiden Daumen. Das macht mich neugierig auf Texte, die ich aber nicht zu Gesicht bekomme.
 
Inzwischen ist eine andere Kommunikationsform aktuell: Der Videokontakt. Bei den ersten Konferenzen, an denen ich teilnahm, musste ich feststellen, auch dabei ist das wichtigste Thema, (also das, was die meiste Zeit in Anspruch nimmt,) die Videokonferenz selber. Wie, wo, wann, wer sich einloggt, wer dazu kommt, wer gut rüber kommt, wer fehlt, wo eine Störung, ein Bildhänger oder, was im Hintergrund ist, und das Wetter, die Lichtverhältnisse und schließlich der nächste Termin. Das nimmt viel Raum und Zeit in Anspruch.

In der Hand privater US-Konzerne

Die Smartphone-Generation ist bestens vernetzt, ständig über Standorte und Termine informiert, sie weiß, wo man klickt und wie man wen und was findet. Sie haben sich aber völlig von Konzernen abhängig gemacht, die ihnen kostenlose Kommunikation anbieten: Google, Facebook, Twitter und genügend andere, wo jeder sich absichern und einigen oder einigeln kann.
 
Die Avantgarde, die mit den neuesten Apple-Produkten, weiß genau, welches Medium im jeweiligen Augenblick angesagt ist. Ich weiß, dass ich da nicht mitreden kann, und nehme als Beispiel für meine Überlegungen Facebook, weil es weltweiter Marktführer ist. Facebook ist inzwischen so groß und so finanzkräftig, dass es jede bedrohliche Konkurrenz sofort aufkaufen kann. Mark Zuckerberg hat Facebook mit dem Börsengang zu einer Geldmaschine gemacht.

    Dass Kommunikation und Medien in erster Linie zum Geldverdienen da sind, ist in den USA schon immer eine Selbstverständlichkeit. Doch was bedeutet das? Es führt zu einer klaren Strategie aller kommerziellen Medien:
     
  1. So viele Teilnehmer wie möglich
  2. Ein Programm, das die Leute fest hält
  3. Eine Stimmung, die Laune macht und zum Konsum anregt
  4. Ein Programm, das Werbung begünstigt oder zulässt, das nicht von der Werbung ablenkt
  5. Ein homogenes Publikum, das sich möglichst mit den Zielgruppen der Werbung deckt

  6. Das gilt in den USA seit Generationen,
    für Rundfunk, Fernsehen und für die meisten Zeitschriften.

Das Ergebnis ist, dass alle schwierigen Inhalte aus den Programmen verschwinden, wenn sie je da waren. Es führt zur seichten Unterhaltung auf allen Ebenen und zur Verdummung des Publikums.

    Darunter leidet am meisten die Politik.
     
  • Politik geht jeden was an, ist aber nicht konsumierbar.
  • Politik kostet Geld, bringt aber kein Geld ein für die normalen Bürger.
  • Politik ist sensationell, aber kompliziert und schwer verständlich.
  • Politik ist als Gegenstand für die kommerzielle Kommunikation ungeeignet.

  • Das Ergebnis im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, dass die große Mehrheit der Bürger keine Chance hat, sich ausreichend über das zu informieren, was sie als Wähler, Steuerzahler und Staatsbürger wissen müssten.

Die Nutzer der Medien sind und bleiben Schatten ihrer selbst: Geldverdiener, Konsumenten und Zielgruppen der Werbung. Auch Werbung für Parteien und Präsidenten. Darum ist es so unglaublich teuer, in den USA Präsident zu werden.
 
Mit Politik allein kann das keiner schaffen, mit dummen Werbesprüchen aber wohl!
 
Damit sind wir beim Thema Twitter und Facebook und auch gleich wieder im eigenen Land. Im Gegensatz zum Bereich Funk und Fernsehen haben es die US-Konzerne im Internet geschafft, auch bei uns den freien Markt der Kommunikation mit ihren kommerziellen Kontaktmaschinen zu beherrschen.

    Die Richtlinien in der Branche Facebook sind offenbar folgende:
     
  1. So viele User wie möglich
  2. So viele Klicks wie möglich
  3. So lange Verweilzeit im Forum wie möglich
  4. So wenig Ablenkung von der Werbung wie möglich
  5. Ein Umfeld, das stimuliert, aber nicht befriedigt
  6. Eine Nachrichtenflut, die nicht strukturiert ist, sich ständig widerspricht und nicht zu Ergebnissen kommt.

  7. Die Umsetzung dieser Richtlinien ist in geheimen Algorithmen einprogrammiert.

Man führt bestimmte Interessen zusammen, andere nicht. Man sammelt heimlich Daten, die statistisch verwertbar sind und Werbekunden interessieren könnten. Man sorgt am Ende dafür, dass die Leute möglichst viel Zeit mit Kommunikation ohne Inhalt verbringen, um sie nicht von der Werbung und vom Konsum abzulenken. Das sind die Maximen der US-amerikanischen Kontaktmaschinen. Fast alle Teilnehmer sind damit zufrieden.
 
Das Ergebnis ist gelenkte Kommunikation aller zum Geldverdienen weniger.
 
Es scheint, dass auch hier in Europa eine ganze Generation von den kommerziellen Medien im Internet für dumm verkauft wird. Und ob es nach 15 oder 20 Jahren Facebook wieder aufwärts geht, ist nicht gesagt. Doch dafür kämpfen kritlit.de und in viele andere, unabhängige Medien.

    Hier geht es um Inhalte, die sonst oft verschwiegen werden.
     
  • Demokratie und Direkte Digitale Demokratie fördern klick!
  • Einen Weg in den öffentlichen Debattenraum öffnen klick!
  • Übermacht und Geldüberfluss der Finanzwelt bewusst machen klick!
  • Gelderwerb nicht als Ziel des Lebens akzeptieren
  • Vernichtung von Klima und Umwelt bekämpfen klick!
  • Raubwirtschaft und Energieverbrauch sofort reduzieren klick!
  • Propaganda und Reklame aus dem Bewusstsein vertreiben
  • Bewusstseins-Erweiterung gegen den Realitätsverlust klick!
  Rob Kenius, 18.06.2020

 

Die Krisen hinter der Krise
Alle 4 Krisen, Reihenfolge 1, 2, 3, 4 in klartext

4. Krise, Zerstörung von
Klima und Umwelt

Das Corona-Virus hat sich über Monate hin zum alles beherrschenden Thema ausgeweitet. Das entspricht nicht der realen Bedeutung oder der wirklichen Bedrohung.
 
Ein Grund für die Überbewertung ist der, dass diese Epidemie nicht von Menschen gemacht ist. Das ist cool, wir sind nur Opfer und nicht Täter.
 
Es entlastet vor allem die Politiker und gefällt auch den Bürgerinnen und Bürgern, die sich bereitwillig eine Maske vors Gesicht binden und Abstand halten.

Abstand und Ablenkung

Das Aufstellen und Einhalten solcher Regeln wirkt wie ein Ablassgebet. Es befreit von Schuld und Strafe. Corona lenkt ab von den anderen Problemen, die wir selbst verschuldet haben und deren Lösung sehr viel schwieriger ist.
 
Das gilt am meisten für die menschengemachte Zerstörung von Klima und Umwelt.
 
Für die Krise in den Medien, den Niedergang der Demokratie und die Bedrohung durch die Finanzwelt können wir jeweils Journalisten, Politiker oder Spekulanten verantwortlich machen. Das ist zwar nicht korrekt, aber wenigstens diskutabel.

An der Zerstörung von Klima und Umwelt sind wir alle beteiligt.

Schon in der Klimadebatte wurde der Blick gerne von der offensichtlichen Realität abgelenkt:
 
Menschen haben durch ihre Zahl, ihren Konsum, ihre Beweglichkeit und Bequemlichkeit, durch ihre Gier und Unersättlichkeit den Planeten so sehr ausgebeutet, verschmutzt und gequält, dass die Schäden nicht mehr zu beheben sind.
 
Zuletzt drehte sich die Diskussion typischerweise nur noch um ein unsichtbares Gas, CO2, das sehr leicht aus dem Bewusstsein zu verdrängen ist.

Realitäten unsichtbar gemacht

Dass die geliebten Verbrennungsmotoren, die Geschwindigkeit der Flugzeuge und Automobile, die Schweinefilets und weggeworfenen Speisen, die Bequemlichkeit der Touch-Screens, Akkus und Rolltreppen, die Wegwerf-Kleidung und nicht zuletzt Rüstung und Militär, dass der ganze Überfluss an Material und Verbrauch die Ursache für alle Schäden ist, das lässt sich viel leichter verdrängen, wenn man etwas Unsichtbares an die Stelle setzt: Ein Gas, das doch ganz natürlich ist und das in jeder Dose Red Bull vorkommt, sogar im Magen und im Darm von Menschen. Wie ungefährlich ist doch CO2!
 
Ähnliche Wirkung erzielt ein unsichtbares Virus. Es ist zwar für Alte und Schwache gefährlich, aber wir sind unschuldig an dieser Pandemie und können mit einfachen Ordnungsmaßnahmen etwas dagegen tun. Das gilt ganz besonders für alle Politiker, die sich bereitwillig darauf gestürzt haben.

Die Wachstumsfunktion

    So einfach ist es mit der Umweltkatastrophe aber nicht. Da sind Finanzleute, Politiker, Ökonomen und Konsumenten in gleicher Weise mitverantwortlich.
     
  • Mehr Wachstum
  • mehr Umsatz
  • mehr Konsum
  • mehr Gewinn
  • steigende Kurse
  • Geldvermehrung
  • Lies hierzu auch die Glosse Besinnliches Geldzählen
  • größeres Angebot
  • höhere Reichweite
  • schnellere Lieferung
  • mehr Akkuleistung
  • mehr Speicherplatz
  • schnelleres Netz
Da geht doch die Post ab! Aber wir bewegen uns in die falsche Richtung. Denn alle Folgeschäden wachsen mit:
  • Mehr Energieverbrauch
  • mehr Verbrennung
  • mehr CO2
  • mehr Abfall
  • mehr Materialverbrauch
  • der Kampf um Ressourcen
  • Ausbeutung von Arbeiterinnen
  • Überfischung der Meere
  • Klimawandel
  • Gletscherschmelze
  • Tierquälerei
  • Vernichtung von Arten
  • Zerstörung von Lebensraum
Zwischen diesen beiden Kolonnen besteht immer und überall ein fester funktionaler Zusammenhang. Der ist unsichtbar, manchmal auch sehr kompliziert, aber es ist Mathematik und deshalb unausweichlich. Der Mensch kann es zwar aus dem Bewusstsein verdrängen, aus der Welt verschwinden die Schäden aber nicht.
 
Liebe Leute hört auf, die Realität und die Zukunft zu vergessen, wir können nichts besseres tun, als unseren Grips und unsere Kraft auf die Lösung der wirklichen Probleme zu richten.
  Rob Kenius, 06.06.2020
4 Krisen
hinter der Krise:
*
1 Medien
*
2 Demokratie
*
3 Finanzen
*
4 Zerstörung

Die Krisen hinter der Krise

Lesetipps
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4 Krisen
hinter der Krise:
1 Medien
2 Demokratie
3 Finanzen
4 Zerstörung
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London Fotos
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Der Feind
steht rechts

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Besinnliches
Geldzählen

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Saskia Es.
*
Volkspartei
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Merkel,
New York

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Wirtschafts-
wachstum
%
*
Passivisten
*
Repräsentative
Demokratie

*
Klimawandel
*
Schulden
*
Nationalstolz
*
Eropagrün
*
America first!
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Das Leben
*
Wissen
& Politik

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Schwundgeld
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Migranten
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Auf der Seite klartext findet ihr tdt-Texte nach Themen geordnet
Alle 4 Krisen, Reihenfolge 1, 2, 3, 4 in klartext

3. Krise des globalen Finanzsystems durch Geld-Infektion

Die Schwäche der repräsentativen Demokratie ist die Stärke des privaten Finanzsektors. Je weniger unsere Staaten die Finanzwelt kontrollieren, desto mehr werden wir von Banken, Investoren, Fonds, Börsen, Ratingagenturen und Steueroasen beherrscht. Doch auch die Finanzwelt hat sich selbst nicht unter Kontrolle. Im Gegenteil, sie befindet sich in wilden Turbulenzen.
 
Das deutlichste Zeichen, dass hier etwas nicht stimmt, ist der riesige Geldüberschuss. Die Geldmenge ist 3 bis 4 mal so groß, wie erforderlich, um die Wirtschaft zu betreiben und die Funktion als universelles Tauschmittel für Handel und Konsum voll zu erfüllen.
 
Der Grund dafür ist die Geldschöpfung durch Kreditvergabe. Banken haben das Recht, Gutschriften über Summen zu erteilen, die weit über ihren eigenen Geldbesitz hinausgehen und sie erschaffen damit gleichzeitig neues Geld und Schulden. Dies geschieht ständig auf der ganzen Welt, weshalb niemand das Geldsystem und die Geldmenge unter Kontrolle hat.

Disponenten und Zocker

Die Krise das Finanzsystems trifft aber nicht diejenigen, welche nur reine Finanzgeschäfte mit großen Summen betreiben und durch geschickte Disposition ihr Finanzvolumen ständig steigern. Das Geldverdienen im Finanzsektor ist riskant, aber im Schnitt gibt es viel höhere Erträge als in der realen Wirtschaft. Das ist logisch, weil die Geldmenge durch Kreditaufnahme immer weiter steigt.
 
Die Tatsache, dass durch die Aufnahme von Staatsschulden die Geldmenge vergrößert wird, und dass dieses Geld durch Staatsausgaben in der privaten Wirtschaft und am Ende in der Finanzwelt landet, ist immer noch nicht in das Bewusstsein der Regierenden gedrungen.
 
Dieser Zustand ist auf Dauer unhaltbar, weil die Vorgänge der Kreditvergabe, die Menge des Geldes, die Höhe der Schulden und die Disposition der superflüssigen Finanzen sich nicht in den Händen demokratisch gewählter Regierungen, sondern in den Händen einer unkontrollierbaren Schar von Finanz-Akteuren befindet. Dies ist keine überschaubare oder homogene Gruppe. Viele von ihnen handeln unreflektiert und irrational, auf jeden Fall aber im eigenen Interesse.
 
Es besteht ständig die Gefahr eines Zusammenbruchs von Teilsystemen: Aktienmarkt, Hypotheken, Pensionsfonds, Staatshaushalte und nicht zuletzt Privatbanken in riesiger Zahl. Fast alle Banken sind überschuldet, das heißt, sie könnten die Guthaben auf ihren Konten nicht auszahlen, wenn es von allen oder vielen Kontoinhabern gleichzeitig verlangt würde.

Ein kurzer Schock und dann Entwarnung

Der Geldüberschuss sucht nach Anlagemöglichkeiten: Immobilien, Staatsanleihen, Aktien und man zockt mit komplizierten Finanzprodukten, weil zu viel Geld vorhanden ist. Es herrscht Finanzinflation. Man erkennt das daran, dass die Aktienkurse und die Preise für Immobilien ständig steigen.
 
Irgendwann muss die Inflation im Finanzsektor (wie eine Infektion) auch auf die Realwirtschaft und die alltägliche Konsumwirtschaft übergreifen. Und das tut sie jetzt auch schon.
 
Als die Wirtschaft wegen Corona stark eingeschränkt wurde, sackte zunächst die Börse ab, weil es vorherzusehen war, dass viele Firmen Verluste machen würden. Doch der riesige Geldüberschuss im Finanzsektor trieb die Kurse im statistischen Mittel schnell wieder nach oben, weil man umdisponiert hat.
 
Es gibt Riesen an der Börse, die von der Krise nicht betroffen sind: Amazon, Facebook, Telekom und Unterhaltungsmedien. Weil das Geld da ist, wird es auch angelegt. Der absurde Zustand bleibt bestehen:

Geld in Überfluss und schwindende Wirtschaft

Die Staaten machen jetzt Schulden, was der Finanzwelt nur willkommen ist, und so wird die Krise, die im Finanzsystem steckt (Instabilität und Abhängigkeit von unkontrollierbaren Zockern), auf die Staaten und damit auf die Bürgerinnen und Bürger übertragen. Die Krise des globalen Finanzsystems wird von den Staaten abgefangen aus Angst vor der Krise des globalen Finanzsystems.

Selbstansteckung aus Angst vor Infektion

Besser wäre es, einmal rational betrachtet, sich dort das nötige Geld zu holen, wo es in Überfluss vorhanden ist, ohne die Verpflichtung, dass wir es zurückzahlen müssen.

    Das ist möglich durch Steuern auf
  • Transaktionen
  • Finanzgewinne
  • Vermögen
  • Wertzuwachs
  • Erbschaften
  • und durch Vermögensabgaben.
  • Steuern durch Steuern.

Nicht vergessen: Eigentum verpflichtet und der Staat darf Steuern erheben, wann, wie viel und von wem er will. Der Staat darf nicht nur Solidarität der Bürger mit Risikogruppen vorschreiben, sondern auch Solidarität von denen verlangen, die zu viel mit Geld infiziert sind.

  Der Staat kann steuern durch Steuern.  
  Rob Kenius, 05.06.2020
Die globale Gefahr durch den Geldüberfluss
 

Ausführlicher Vortrag ber das Thema Finanzmacht

 

Die Krisen hinter der Krise
Alle 4 Krisen, Reihenfolge 1, 2, 3, 4 in klartext

2. Krise der repräsentativen Demokratie

Freiheit für Religion und Kunst,
aber
keine Freiheit von ARD und ZDF

Deutschland ist wieder Weltspitze! In den Korona-Eindämmungs-Charts sind wir ganz vorne dabei. Es handelt sich bei COVID-19 aber um eine eher leichte Übung, wie im Sport Badminton und Squash. Das lenkt uns davon ab, dass im Hintergrund 4 unbewältigte Probleme lauern, die schnell durch irgendein Ereignis zur akuten Krise werden.
 
Was uns wie eine Krise vorkommt oder von Medien und Politikern als Krise präsentiert wird, ist fast immer das Ergebnis von groben Fehlern, die auf Dauer nicht behoben oder beseitigt wurden.
 
Im Leitmedium Fernsehen besteht der Fehler darin, dass die Öffentlich-Rechtlichen Anstalten seit Jahren mit den Privaten zu deren Spielregeln konkurrieren, was sie nicht nötig hätten, dass sie also genau wie die Privaten Medien um Einschaltquoten buhlen. Sie setzen Massentauglichkeit als Maßstab, obwohl sie von Staats wegen zur Information und zur Bildung verpflichtet sind.
 
Die Regierung machte dann einen Fehler, der diesen Trend auf fatale Weise auch noch unterstützt. Es wurde eine Komplizenschaft zwischen Regierung und Öffentlich-Rechlichen Medien hergestellt: Statt die Zuschauer von Zahlungen für das immer mehr kommerzialisierte TV-Programm zu entlasten, wurden sie per Gesetz zu hohen Gebührenzahlungen gezwungen, unabhängig davon, ob sie das Angebot wahrnehmen oder nicht. (Damit wurde das Geldeinnehmen den Sendern leichter gemacht als dem Staat selbst, der seine Einnahmen über Steuern finanzieren muss, die man bekanntlich umgehen kann.)
 
Die Zwangsgebühren sind ein absurdes Konstrukt. Rundfunk und Fernsehen sind ja eine geistige Beeinflussung, genau wie Religion und Kunst, und das darf in einer freiheitlichen Demokratie niemandem aufgezwungen werden, also auch nicht die Bezahlung dafür. Kunst muss keiner kaufen. Aus der Kirche kann man austreten und man zahlt dann auch keine Kirchensteuer mehr. Aus der Fernsehgemeinde kann niemand austreten.
 
Rundfunk, Fernsehen und Mediathek zu bezahlen, ist jetzt Bürgerpflicht. Das ist ein Schritt in den Totalitarismus. Die Anstalten sind damit zum Staatsfunk geworden und das verursacht auf Dauer eine Medienkrise, weil es das Bewusstsein der Bürger und das der Medienmacher in eine Konfrontation lenkt: Wir da unten - ihr da oben.

Krise der repräsentativen Demokratie

Die zweite Dauerkrise ist die Krise der Repräsentativen Demokratie. Sie zeigt sich jetzt in vielen Ländern, in unterschiedlichen Varianten, besonders deutlich in den USA.
 
Die Form dieser Demokratie stammt etwa aus dem Jahre 1790, als es weder Eisenbahn noch Telefon, noch Film, Funk und Fernsehen gab.
 
Die Stimmabgabe ist eine Informaton über den Willen der Wähler. Die Art und Weise, wie diese Information übermittelt wird, ist seit 1790 gleich geblieben:
 
Man schmeißt einen Zettel in eine Kiste, auf dem ein paar Namen von Kandidaten oder Parteien angekreuzt sind. Das ist eine Methode der Kommunikation aus dem griechischen Altertum.
 
Die Botschaft der Wähler (bei der Bundestagswahl sind es zwei Kreuze auf dem Wahlzettel mit dem Informationswert von maximal 4 Bit) beeinflusst die Sitzverteilung im Parlament. Danach endet die demokratische Einflussnahme der Wählerinnen und Wähler. Was dann kommt, ist nicht mehr Demokratie; denn es wird kein Wunsch oder Wille oder auch nur die Meinung der Wähler mehr übermittelt.
 
Demgegenüber steht eine Medienflut in Rundfunk, Fernsehen und Presse, der niemand entgehen kann: Meinungen, Entscheidungen, Begründungen, Anweisungen, Gesetzestexte, und -pakete, Ansprachen, Kommentare, Diskussionen von Politikern und Prominenten, es nimmt kein Ende.
 
Medien, Regierung und Parteien übermitteln uns so eine Darstellung von Politik, die sie immer wieder und bei jeder Gelegenheit Demokratie nennen. Aber das Demos, das Volk, ist in dieser Inszenierung vier Jahre lang nur noch Zuschauer. Demokratie ist es nicht, weil der Wille, der Wunsch oder die Meinung der Bürger nicht mehr vorkommt, es sei denn in Reden und in demoskopischen Umfragen.

Hundert Jahre Einsamkeit

Diese Scheindemokratie, Postdemokratie, oder Pateien-Oligarchie kann durch kleine Veränderungen nicht zur Demokratie umgemodelt werden. Der Fehler, dass all die neue Technik nur zur Beeinflussung der Wähler und nicht zu deren eigener Willensäußerung angewandt wird, existiert schon seit 100 Jahren und ist nie korrigiert worden.
 
Nicht behobene Fehler führen zur Krise. Die repräsentative Demokratie, die sich für die Wähler auf das Ankreuzen von Zetteln beschränkt, führte schon mehrmals zur Krise, genauer gesagt, zur Diktatur.
 
Ein Möchtegern-Diktator kommt legal an die Macht, nutzt alle Medien für sich aus und kann gegen Vernunft, Intelligenz und Moral alles durchsetzen, was ihm sein Großhirn oder sein Größenwahn vorschreibt. Beispiele gibt es im Dutzend, von Hitler bis Duterte.
 
Die Repräsentative Demokratie ist durch die technische Entwicklung ausgehebelt,
weil die Massenmedien das extreme Ungleichgewicht zwischen Bürgern und gewählten Vertretern nie beseitigt oder auch nur gelindert haben. Weil dieser Systemfehler immer weiter besteht, sind neue Diktaturen unvermeidbar. Aber nicht alternativlos und sie sind auch keine Alternative!
 
Das interaktive Internet ist das neue Massenmedium, in dem Demokratie neu erfunden werden muss und aktiv gestaltet werden kann.
Ein Klick und du weißt mehr:
Direkte Digitale Demokratie.
  Rob Kenius, 04.06.2020

 

Die Krisen hinter der Krise
Alle 4 Krisen, Reihenfolge 1, 2, 3, 4 in klartext

1. Krise in den Medien

Keine Angst vor der Zukunft! Der freie Blick auf vier dauerhafte Fehlentwicklungen bringt uns der Realität näher.

    Unsere 4 Bereiche in Dauerkrise sind:
  1. Medien
  2. Repräsentative Demokratie
  3. Finanzwelt
  4. Klima und Umwelt

Die Medien werden als erstes genannt, weil wir auf Medien angewiesen sind, um Informationen von Dingen zu erhalten, zu denen wir persönlich keinen Zugang haben. Alle Medien können auch falsch informieren. Das lässt sich grundsätzlich nicht vermeiden.

Es gibt von Anfang an eine Diskrepanz zwischen
Sprache (also Medien) und Realität.
Ein Klick und du weißt mehr!

Konformismus gegen Demokratie

Das Problem mit den Medien sind nicht etwa die Meinungen und Thesen einzelner Medienmacher und Journalisten zu unaufgeklärten Ereignissen wie dem Mord an JFK oder dem Einsturz der Gebäude bei 9-11. Problematischer ist der alltägliche Realitätsverlust in der Darstellung von Politik, genauer gesagt, der Konformismus der großen Mehrheit deutscher Journalisten mit der Regierung der großen Koalition.
 
Es fehlt der Widerspruch gegen Entscheidungen der Regierung, es fehlt die Darstellung von Zusammenhängen, es fehlen Zahlen und ihre Statistik. Statt dessen werden Beschlüsse verkündet und wiederholt, Positionen bekräftigt, Ergebnisse nicht mehr in Frage gestellt. Das ist Konformismus auf breiter Front, ein Angriff auf die lebendige Demokratie und die menschliche Intelligenz.
 
Der Konformismus ist am größten in den TV-Sendungen, welche die größten Einschaltquoten haben (Tagesthemen, Tagesschau), oder in Zeitungen auf der ersten Seite.
 
Konformismus ist schwer zu belegen, weil es nicht auf den Einzelfall ankommt, sondern auf die Häufung. Ganz offensichtlich wurde das, als alle nur noch ein Thema hatten, das Corona-Virus und die Maßnahmen dagegen, die sogenannte Corona-Krise, dann die Lockerung der Maßnahmen und schließlich die Folgen der Lockerung und die Folgen der Folgen...
 
Das ist Konformismus, wo jeder dran fühlen kann, er macht die Zukunft und den demokratischen Wandel unzugänglich. Das Problem mit den Mainstream-Medien besteht darin, dass sie uns das Denken abgewöhnen. Wohin das auf die Dauer führt, sehen wir in den USA.

Weiter im Text über die vier Krisen in der richtigen 
Reihenfolge 1, 2, 3, 4  in der neuen Rubrik klartext

Die Gewinnerinnen stehen fest

Wo kommt all das Geld her
und
wer wird an der Krise verdienen?

Die Schätzungen, was alle Maßnahmen gegen die Epidemie und die zur Behebung der finanziellen Schäden durch diese Maßnahmen den deutschen Staat kosten werden, liegen bei 1.000.000.000.000 (einer Billion) Euro.
 
Ich erwähne diese Zahl, obwohl sie das Vorstellungsvermögen, das wir von Zahlen haben, weit überschreitet. Schon eine Milliarde (gleich 1.000 Millionen) ist unvorstellbar für das menschliche Gehirn. Das ist wohl der Grund, warum viele Politiker und Journalisten, welche die Menschen gerne mit Worten zudröhnen, das Wort Milliarde so oft erwähnen. Es wirkt wie ein Schlag auf den Kopf mit dem Gummihammer.
 
Obwohl wir uns die Billion nicht vorstellen können, wir können damit rechnen. Auf jeden, der Einkommen hat und der nicht von Transfer-Leistungen lebt, grob geschätzt 40 Millionen, kommen 25.000 Euro. Die wenigsten von uns könnten das bezahlen und wir wollen es auch nicht. Aber die Politiker haben damit kein Problem. Es ist nicht ihr Geld und sie leihen es sich in der Finanzwelt.

Hier endet die Logik der Politik, aber nicht die der Zahlen.

Diese Billion ist in der Finanzwelt längst vorhanden, dort herrscht schon lange Geldüberfluss von 50 oder 100 Billionen, genau weiß das keiner, und man wird keine Schwierigkeiten machen, eine Billion dem deutschen Staat als Kredit zur Verfügung zu stellen. So ein Staatskredit ist immer willkommen.
 
Durch Kreditvergabe wird die Geldmenge erhöht, siehe Giralgeldschöpfung. Und wenn das absurde Finanzsystem nicht angetastet wird, wandert die Billion am Ende wieder auf die privaten Konten der Geldbesitzer.
 
Eine Zeit lang wurde in der Finanzwelt befürchtet, der Staat würde sich das Geld da holen, wo es ist, also auf den Konten der Reichen, durch:
  • Transaktionssteuer (auf jede Transaktion, auch Hochfrequenzhandel im Bereich von Millisekunden, an der Börse leicht zu realisieren)
  • Vermögenssteuer (schwierig zu realisieren und leicht zu umgehen)
  • Erbschaftssteuer (leicht zu realisieren, kann auf 25 Jahre verteilt werden, um Firmeneigentum nicht zu zerstören)
  • Vermögensabgabe (einmaliger Befreiungsschlag, aber auf 10 Jahre verteilt, ähnlich dem Lastenausgleich)

  • Es wäre auch möglich, die Einnahmen internationaler Konzerne, die in Steueroasen angesiedelt sind, angemessen zu besteuern mit einer
  • Umsatz-Quellensteuer(damit Firmen wie Google, Apple und Amazon hierzulande angemessen Steuern zahlen)
Doch all das wird in Deutschland von der CDU untertänigst verhindert, vulgär ausgedrückt, es kommt gar nicht in der Tüte. In den USA, wo ein Milliardär regiert, läuft es genau so.
 
An den wieder deutlich steigenden Aktienkursen lässt sich erkennen, dass die Geldbesitzer die Krise überstanden haben, weil sie wissen, dass sie, wie immer, die Profiteure sein werden.

Was soll man dazu sagen?

Falsches Denken kommt aus falschen Köpfen.
Oder:
Dummheit ist ein Menschenrecht.
 
Die einzige Hoffnung wäre, dass dieses Finanzsystem bald zusammenbricht, was viele Experten vorher sagen, oder dass Politiker an die Macht kommen, die das Interesse ihrer Wählerinnen und Wähler nach der Wahl noch wahrnehmen oder, dritte Chance, ein Finanzminister, der sich das Geld nicht leiht, sondern direkt einkassiert, genau da, wo es in Überfluss vorhanden ist, in der Finanzwelt.
  Rob Kenius, 18.05.2020
Ausführlicher Vortrag über die Finanzwelt bei attac Wuppertal
"Die globale Gefahr durch den Geldüberfluss"
 

 

Die Krise der Krise ist da!

Lesetipps
***
London Fotos
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CDU
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Der Feind
steht rechts

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Besinnliches
Geldzählen

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Saskia Es.
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Volkspartei
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Merkel,
New York

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Wirtschafts-
wachstum
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Passivisten
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Krise der
Demokratie

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Klimawandel
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Schulden
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Nationalstolz
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Eropagrün
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America first!
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Das Leben
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Wissen
& Politik

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Schwundgeld
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Migranten
*

Kontrollverlust

Das neue Virus hat sich sehr schnell verbreitet, aber COVID-19 ist keine Seuche und auch keine wirklich gefährliche Krankheit. Es hat als beherrschendes Thema, in einer Art Psychose, Politik und Medien fast total für sich eingenommen. Es sei die größte Herausforderung "seit dem Zweiten Weltkrieg", sagt man. Man formulierte diese Zeitspanne früher anders und sagte: "seit Menschengedenken".
 
Ich gehöre zu der "Risikogruppe" (ein Risiko für die Mächtigen), die schon sehr lange wie ein Mensch denkt. Deshalb möchte ich an ein paar Themen erinnern, die meine Gedanken mehr als COVID-19 herausgefordert haben:

  • Die Chinesische Revolution
  • die atomare Rüstung
  • der Vietnamkrieg
  • die Raumfahrt
  • die Ermordung der Kennedys
  • die Ermordung von Martin Luther King
  • die islamische Revolution
  • die Auflösung der Sowjetunion
  • der Terrorismus und der islamische Staat
  • die Wiedervereinigung
     
    und ganz aktuell:
  • der Klimawandel
  • der permanente Krieg im nahen Osten
     
    und
  • der neue kalte Krieg gegen China und Russland.

Schon der Krieg gegen den Terror war irrational, weil man gegen Terroristen keine Kriege führen kann. Der Krieg gegen das Virus ist erst recht irrational. Beiden Kriegen ist etwas gemeinsam: Es geht gegen den Kontrollverlust der Menschen. Krieg an sich führt aber nicht zum Sieg über Terror und Virus, sondern zu noch mehr Kontrollverlust.

Politik und Medien

Kontrollverlust ist die Horrorvision derjenigen, die das Sein und das Bewusstsein der Menschen kontrollieren oder zu kontrollieren glauben oder kontrollieren wollen. Das sind Politiker, Bürokraten, einige Wissenschaftler, Militärs, geistige Führer und viele, die Macht in den Medien besitzen.
 
Die Medien sind in unserem Kulturkreis an die Stelle der Religionen getreten. Sie bestimmen die öffentliche Meinung und Moral, sie kontrollieren die sogenannten westlichen Werte, sie beten vor, was wir denken und reden sollen, sie bilden die Meinung der Mehrheit und einige studierte Philosophen sagen sogar, sie erschaffen Wirklichkeit.
 
Die Überreaktion auf das Virus geht von Politikern und Medien aus. Warum? Weil sie über die Verbreitung und Auswirkung von COVID-19 keine Kontrolle haben. Kontrollverlust ist das große Trauma der Mächtigen und wie jedes Trauma hat es einen tieferen Grund, der mit der Sache an der Oberfläche, der Korona-Psychose, nichts zu tun hat.
 
Man hat die Kontrolle über einige selbstgemachte Bedrohungen verloren. Diese wurden aus dem Bewusstsein verdrängt, man arbeitet sich satt dessen ab an einem Kontrollverlust, der wesentlich harmloser und auf keinen Fall selbst verschuldet ist.
 
Seht her, wir sind unschuldig an dem neuen Virus, aber wir haben es unter Kontrolle, wir können den Verlauf der Epidemie verlangsamen.

Das Trauma der Macht

Dabei geraten die ungelösten Probleme aus dem Blickfeld. Das Finanzsystem ist außer Kontrolle geraten und der menschengemachte Klimawandel. Die Ursache des Klimawandels ist Energieverbrauch, der ist ebenso außer Kontrolle und fast schon aus dem Bewusstsein verschwunden.
 
Diese unkontrollierten Trends hängen direkt mit der Wirtschaft und dem Fetisch Wirtschaftswachstum zusammen. Dieses Wirtschaftswachstums führt zum Kampf um Ressourcen und zur verstärkten Rüstung. Daraus resultiert die steigende Kriegsgefahr.
 
Es wäre also genug zu diskutieren, zu entscheiden und zu tun, beziehungsweise durch strikte Maßnahmen einzuschränken, um die Macht des Geldes zu begrenzen, den Verbrauch von Energie zu drosseln und das exponentielle Wachstum zu beenden. Aber der Kopf wird uns offiziell zugedröhnt mit Corona-Viren und den Maßnahmen dagegen.
 
Diese Maßnahmen sind einfach durchzuführende Ordnungspolitik, also für die Regierenden leicht zu realisieren, haben aber den Nebeneffekt, dass sie das Wachstum dämpfen. Dieser Effekt verläuft unkontrolliert. Es ist wieder ein Kontrollverlust und es wäre besser, daran zu arbeiten, die größeren realen Gefahren unter Kontrolle zu bringen:

Ebenso nebensächlich sind Demos dagegen; denn sie haben keine Chance, und am allernebensächlichsten sind irgendwelche rechten Spinner, die sich an diesen Demos beteiligen. Doch die meisten Medien sehen das umgekehrt.

  Rob Kenius, 13.05.2020

 

Communication Breakdown

Das Virus tötet Kommunikation

Die stärkste Nebenwirkung aller Maßnahmen gegen COVID-19 ist die Einschränkung der Kommunikation. Diese Nebenwirkung ist effektiver als die Hauptwirkung; denn die Pandemie lässt sich, wie bei jeder neuen Grippe, nicht wirklich aufhalten. Das Abwürgen der sprachlichen Kommunikation aber, funktioniert bestens.
 
Dies geschieht auf zwei völlig getrennten Ebenen: In den Massenmedien und direkt zwischen den Bürgern.
 
Das Thema Corona-Krise dominiert alle Zeitschriften, Nachrichtensendungen und Online-Kommentare, mehr als je ein anderes Thema. Es ist die am meisten publizierte und diskutierte Bedrohung der Menschheit, seit es Fernsehen gibt. Vergessen der Klimawandel, vergessen der 11. September 2001, vergessen Fukushima und Tschernobyl. Es gibt Kommentatoren, Journalisten und Politiker, die das alles vergessen haben, wenn sie sich bei der Angstmache vor dem Corona-Virus übertreffen wollen.

Die Grenze der Gefahr

Dabei wird nicht berücksichtigt, dass 95% aller Menschen gar nicht bedroht sind. Die Lebensbedrohung hält sich sehr in Grenzen und betrifft vor allem Mitmenschen, die 60 Jahre lang zu viel Fleisch und überhaupt zu viel gegessen haben oder sie haben 40 Jahre lang Zigaretten und mehr geraucht.
 
Das sind eher Männer als Frauen und vor allem sehr alte Männer. Der älteste Coronatote war 104 Jahre alt. Kaum jemand stirbt an Covid-19 allein, ohne andere, ernsthaftere Erkrankungen. Wenn ein 40-jähriger mit Corona stirbt, geht die Nachricht um die ganze Welt.

Ist Schrödingers Katze ertrunken?

Das böse Wort von der Lückenpresse (Abschwächung von Lügenpresse) meinte etwas anderes, ist aber jetzt angebracht, weil alles außer einem einzigen Thema in dieser Lücke verschwindet, wie in einem schwarzen Sommer-Loch. Wer aber im März oder April 2020 die Haustüre aufmachte und einen Schritt in die real existierende Welt nach draußen tat, geriet in die größte Dürre, die wir seit Menschengedenken (seit dem zweiten Weltkrieg) um diese Jahreszeit erlebt haben.
 
Dabei sind März und April Regenmonate, genauer gesagt, sie waren es bis vor drei Jahren. Die Pflanzenwelt Mitteleuropas ist seit Urzeiten darauf eingestellt und jetzt ist es vorbei mit dem mitteleuropäischen Klima. Wir haben Steppe und die Wetterfrösche im Fernsehen versuchen uns Schönwetter zu verkaufen: klarer Himmel mit Regenwahrscheinlichkeit. Virtueller Regen. Schrödingers Katze wird vielleicht nass, sonst niemand.

Realitätsverlust

Kein Medium berichtet mehr vom Klimawandel. Das ist ja nur Realität, die jedefrau und jedermann einfach wahrnehmen kann. Nein, die Medien haben Corona-Krise.
 
Viele Menschen haben schon Ausgehverbot und nicht nur das: Versammlungsverbot, Mindestabstand 1,50 oder 2 Meter, keine Treffen von mehr als 3 Personen. Für die sprachliche Kommunikation bedeutet das, nur hallo, hallo, zahlen Sie bar oder mit Karte, und keine weiteren Worte außerhalb der Familie.

Sprechverbot und Mundschutz

Während die Medien fast nur noch über die sogenannte Pandemie berichten, die keine Seuche ist, aber so dargestellt wird, gibt es eine zweite, zwischenmenschliche Ebene: Es ist die Einschränkung der direkten sprachlichen Kommunikation. Durch die zahrlreichen Beschränkungen im öffentlichen Umgang miteinander wird das direkte Gespräch zwischen Menschen in der Öffentlichkeit fast völlig abgewürgt.
 
Was vor kurzem noch in aller Munde war, ist aus dem Bewusstsein verschwunden. Greta Thunberg ist ausgeschaltet. Sie müsste wie alle über COVID-19 reden, um in die Medien zu kommen. Fridays for Future? Nein, die Schulen sind erst einmal geschlossen. Die Tatsache, dass Greta Thunberg so leicht stumm zu schalten ist, zeigt übrigens, wie idiotisch die Annahme war, sie sei von mächtigen Drahtziehern installiert worden.
 
Die Verengung der Kommunikation auf ein relativ harmloses Thema ist gut für die Verschleppungspolitik unserer Regierenden. Kein Wort mehr über CO2-Emissionen, keine Energiedebatte, selbst Europa kann unkommentiert weiter wurschteln und brexeln. Auch das unangenehme Thema Krieg ist aus dem öffentliche Bewusstsein verschwunden. Da war doch was in Syrien, Afghanistan, Jemen? Jetzt unwichtig. Die Debatte geht um den Mundschutz und die divergierenden Anweisungen der verschiedenen Bundesländer.
 
Diese Verengung des öffentlichen Bewusstseins führt zu einer drastischen Form von Realitätsverlust. Ein Klick und du weißt mehr durch Bewusstseinserweiterung.
Rob Kenius, 23.04.2020
Ergänzung 04.05.2020

Kontaktsperre im Bewusstsein

Eine Krone für den Konformismus

Das lateinische Wort für Krone ist bekanntlich Corona. Wegen Ähnlichkeit mit der Form einer Krone haben phantasiebegabte Virologen ein paar Grippeviren Corona-Viren genannt. Sie dachten nicht daran, dass ein Virus dieser Gruppe im Jahre 2020 einmal die Krone des Konformismus darstellen würde.
 
Noch nie waren Menschen in Massen so gehorsam gegenüber ihren Führern, wenigstens nicht, soweit ich mich erinnern kann. Man sagt, sie hätten Angst, aber das alleine kann es nicht sein.
 
Handeln die Journalisten aus Angst, wenn sie seit vielen Wochen nur ein einziges Thema behandeln?
 
Handeln Fernsehredaktionen aus Angst, wenn sie bei Talkshows und Diskussionen nur um eine einziges Ding kreisen?
 
Handelt die Regierung aus Angst, wenn sie die größte finanzielle Anstrengung seit dem zweiten Weltkrieg dazu aufwendet (oder aufwenden wird), die Wirtschaft und das öffentliche Leben zum Stillstand zu bringen?

Ist das Thema alternativlos?

Nein, nicht wirklich.
 
Es gibt viele, recht unterschiedliche Gründe, warum alle das Gleiche behandeln, reden, schreiben und senden. Und man könnte, in einer sekundären Diskussionswelle, dann über diese Gründe diskutieren, warum das Thema so tief und suggestiv und so alternativlos ist.
 
Das eigentliche Ding kann es nicht sein, denn alles, was man über das neue Corona-Virus COVID-19 weiß, lässt sich in wenigen Zeilen zusammenfassen:

  • Es ist kürzlich auf den Menschen übergesprungen, ist also neu.
  • Es vermehrt sich in den oberen Atemwegen und in der Lunge.
  • Die Weitergabe kann erfolgen, ehe Symptome auftreten.
  • Bei weniger als der Hälfte der Infizierten gibt es eine Grippe.
  • Die Grippe COVID-19 verläuft mittelschwer, weniger intensiv als Influenza, aber nicht ungefährlich.
  • Die Risikogruppe sind sehr alte und durch Krankheiten geschwächte Menschen.
  • Im groben Mittel stirbt auf tausend Infizierte eine Person.
  • Die Hauptgefahr liegt im Gesundheitssystem, wenn es zu schwach ist, wie in Italien, oder auf eine Epidemie schlecht vorbereitet, wie in Deutschland.
  • Als Gegenmaßnahme muss man die Ausbreitung verlangsamen, damit alle Kranken fachgerecht behandelt werden können.

Ist das eine historische Herausforderung?

Viele kranke Menschen, wären glücklich, wenn ihre Krankheit ein so geringes Risiko mit sich brächte wie COVID-19. Woher kommt dann aber die Überreaktion der Politiker, je konservativer, desto energischer?

  • Grenzschließungen
  • Ausgehsperre
  • Kontaktverbot
  • Besuchsverbot
  • Versammlungsverbot
  • Ausnahmezustand
  • Verbote überall

Wer Verwandte in Polen besuchen will, muss dort zwei Wochen in Quarantäne, und wenn er zurückkommt noch einmal zwei Wochen in Deutschland. In Ungarn wurde die Diktatur eingeführt. Wahrscheinlich werden auf den Philippinen bald die ersten Menschen wegen COVID-19 erschossen, wenn es nicht schon geschehen ist, und niemand hat darüber diskutiert.
 
Um die Verbreitung des Virus direkt zu verhindern, müsste man das Tragen von Atemmasken vorschreiben. Das bleibt uns erspart, weil die staatliche Gesundheitsfürsorge nicht genügend Masken zur Verfügung stellen kann. Wer dafür die Verantwortung trägt, wird nicht diskutiert.
 
Die Tagesschau zeigt den Transport von Särgen in Italien, ein Vorgang, den man jederzeit und überall filmen könnte, wenn man eine Schockwelle auslösen will. Informationswert gleich null, aber emotional erprobt in Film und Fernsehen. Grusel, grusel, der Tod lauert.
 
Der Konformismus der Journalisten ist jetzt schon maximal. Das konforme Verhalten steigerte sich seit mehr als zehn Jahren zum sogenannten Mainstream. Jede Kritik an der Regierung, die sich selbst als alternativlos gibt, ist eingeschlafen.
 
Ständig Narrative, die herunter gebetet werden, anderes geht unter. Keine Fragen, keine Varianten, keine Richtigstellung von Falschmeldungen. Die Rückkehr der Krim nach Russland durch Abstimmung wird Annektion genannt. Der Krieg im Jemen wird verschwiegen. Putin ist ein Autokrat, die Regierung Chinas ein Regime, Trump ein kurioser Alleinunterhalter und die USA sind ein friedliebender Freund, der uns wohlgesonnen ist. Die Rüstung bringt Arbeitsplätze. Särge für die Coronatoten.
 
Man wünscht sich den SPIEGEL zurück, wie er vor 40 Jahren war. Montags SPIEGEL lesen und du weißt Bescheid. Das beste Nachrichtenmagazin der Welt. Das ist vorbei, kehrt nie zurück.

Die erste Corona-Krone:
Für den Journalkonformismus

Die erste Krone für Konformismus geht an alle deutschen Journalisten in Funk, im Fernsehen und in den großen Printmedien. Die Laudatio hält der Bundespräsident auf dem Bildschirm, von seinem Schloss aus.
 
Manchmal ist beim Konformismus schwer zu erkennen, was Ursache und was die Folge ist. Sind die Leute so gehorsam, weil es ihnen eingetrichtert wird, oder sind die Medien so konform, weil niemand Kritik sehen, hören oder lesen will? Glaubt die Jugend wirklich, es käme nur darauf an, welchen Knopf man anklickt, oder wurden sie in Schule, Elternhaus, Facebook und Whatsapp-Gruppe des Denkens entwöhnt?
 
Von Tag zu Tag werden die Personenabstände in den Warteschlangen und die Warteschlangen an den Läden länger, weil immer weniger Menschen hinein dürfen und dort immer mehr kaufen: Dauerhaftes zum Essen, Kosmetik, Blumen zu Ostern und sehr viel Bionudeln. Ingwer ist ausverkauft. Es scheint, die Leute finden es gut so.
 
Sie haben darauf gewartet, dass ihnen endlich mal jemand alles verbietet, außer kaufen und Auto- oder Fahrradfahren. Es ist auch nicht verboten, dass die Müllmänner zu dritt auf einer Bank in der Fahrerkabine ihrer Müllautos sitzen.
 
Das Volk ist gehorsam, wie sonst nur Soldaten sind. Diesen Gedanken könnt ihr selber weiter spinnen...

Die zweite Corona-Krone:
An die gehorsamsten Bundesbürgerinnen und Bürger

Wir verleihen die zweite Krone für Konformismus an alle, die nicht zur Risikogruppe gehören und trotzdem die Verbote noch übertreffen.
 
Macht weiter so, Queen Angela wird euch retten. Sie weiß als Pfarrers Tochter, dass die Guten in den Himmel kommen, die Bösen Mädchen und Buben müssen später die Schulden des Staates abbezahlen.

Kommt dann eine Gegenbewegung der Ungekrönten?

  Rob Kenius, 07.04.2020

 

Wissen macht frei!

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& Politik

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Migranten
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Die globale Gefahr durch den Geldüberfluss
 

 
Das Finanzsystem in 1 Stunde verstehen. Vortrag bei attac Wuppertal am 11.02.2020


   Tick des Tages vom 22.03.2020
   aktualisiert am 04.04.2020

Über Statistik, Tod und Hype

Jede Epidemie verläuft so, dass viele angesteckt werden und man weiß nicht, wer wen angesteckt hat. Das gilt aus zwei Gründen besonders für COVID-19:
 
1. Die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion ist sehr leicht möglich, weil das Virus neu ist und noch kein Mensch immun dagegen.
 
2. Das Virus kann sich anscheinend schon im Rachenraum und in den Bronchien vermehren, nicht erst in der Lunge, wie andere Grippeviren.
 
3. Personen, die infiziert sind, können ein bis zwei Tage, ehe Erkältungssymptome auftreten, bereits andere anstecken.
 
Die Folge ist, dass sehr schnell viele Leute angesteckt werden. Anders gesagt, das Virus breitet sich schnell aus. Die Ausbreitung kann man nur mit der Hilfe von Statistik erfassen. Einzelne Ansteckungen entziehen sich der Beobachtung oder Kontrolle.
 
Die Voraussetzung jeder statistischen Bewertung oder Berechnung ist, dass man nicht den Einzelfall betrachtet, sondern eine Menge oder Teilmenge. Wenn man aber die Gefahr so darstellt, als ob die eigenen Großeltern bedroht seien, dann verlässt man schon die Ebene der Information zugunsten der Seelenmassage. Der großangelegte Hype der Koronakrise beginnt schon an dieser Stelle und endet mit Bildern von Sargtransporten, die man zu jeder andren Zeit auch machen kann.

Niemand ist persönlich bedroht.

Richtig ist dagegen: Alle, außer Kindern, sind im statistischen Mittel mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gefährdet.
 
Wie sieht die Bedrohung durch COVID-19 aus?
 
Die maximale Bedrohung ist der Tod der Infizierten. Wenn medizinische Behandlung nach dem Stand der Wissenschaft erfolgt, ist der Tod sehr unwahrscheinlich, bei gesunden Menschen unter 70 Jahren fast ausgeschlossen.
 
Schwierig ist die Frage zu beantworten, wie groß die Wahrscheinlichkeit in Zahlen ist, mit COVID-19-Viren im Körper zu sterben. Es gibt reichlich statistisches Material aus verschiedenen Ländern, welches stark voneinander abweicht und einige Merkwürdigkeiten aufweist.
 
Besonders auffällig ist das Durchschnittsalter der Gestorbenen. Es liegt deutlich über 80 Jahren. Es handelt sich also um Menschen, die wegen ihres Alters nur noch eine geringe Lebenserwartung hatten. Hinzu kommt die Tatsache, dass ein großer Anteil der Gestorbenen bereits vorher, meist schwerer, erkrankt war.
 
Wenn dann behauptet wird, 5% der befallenen Patienten sind an COVID-19 gestorben, ist diese Aussage statistisch gesehen nicht nur ungenau, sondern falsch. Man kann nur sagen, es sind 5% der Menschen gestorben, die neben hohem Alter und anderen bereits festgestellten Erkrankungen als weiteres Risiko die Infektion mit COVID-19 hatten, welche durch einen, gerade neu entwickelten, Test festgestellt wurde. Die Grippe war also in den meisten Fällen nicht die eigentliche Todesursache, sondern ein Risikofaktor von mehreren für Menschen mit geringer Lebenserwartung. Mehr kann man aus den klinischen Fakten nicht herleiten.

Multikausal ist nicht nicht gleich kausal

Es handelt sich dabei um ein multikausales Ereignis, bei dem nicht ein bestimmter Faktor die logische Ursache ist.
 
Wie hoch die Steigerung der Todesrate durch die Grippe tatsächlich ist, kann man erst beurteilen, wenn man die Sterberate einer breiten Bevölkerung im März 2020 mit der im März 2019 vergleicht und dabei eine merkliche Steigerung feststellt. Im Rahmen der statistischen Möglichkeiten ist aber keine deutliche Steigerung festzustellen, sondern nur im Schwankungsbereich von weniger als 1%.
 
Die Infektion mit COVID-19 hat also nicht 5% Opfer unter den Getesteten gefordert, sondern es ist anders: unter den (früher sagte man an Altersschwäche) Verstorbenen hatte ein Anteil von 5% das getestete Virus. Andere Todesursachen oder Viren wurden nicht erfasst. Genau so hatte ein bestimmter Anteil der Verstorbenen wahrscheinlich auch Herpes oder Diabetes oder grüne Augen.
 
Die Todesgefahr ist gering, aber fast alle, die strenge Maßnahmen gegen die Verbreitung fordern, verschweigen die geringe Sterblichkeitsrate und die statistisch relevanten Eigenschaften der Betroffenen (hohes Alter, schwerwiegende Erkrankungen). Schon der Ausdruck Vorerkrankungen ist irreführend, weil er suggeriert, COVID-19 sei die letale Komponente. Das Virus ist aber nur eine, nämlich die aktuell in den Medien gehypte, Komponente bei den Todesursachen.

Mängel im Gesundheitssystem

Die häufigste Todesursache, die mit dem Virus in Verbindung steht, sind Mängel im Gesundheitssystem. Das erkennen wir in Italien, im Iran und jetzt auch in den USA.
 
Die Patienten sterben an Lungenentzündung. Vor 70 Jahren war Lungenentzündung auch in Deutschland noch eine fast unheilbare Krankheit, besonders in Verbindung mit schlechter Ernährung. Heutzutage ist Lungenentzündung ein Sammelbegriff für lebensgefährliche Infektionen der Lunge. Die Patienten können durch künstliche Beatmung und andere Maßnahmen nach dem Stand der Intensivmedizin zu 80% - 90% gerettet werden. Ursache der Lungenentzündungen sind verschiedene grippale Infekte (Erkältungskrankheiten).
 
Die Gefahr, die von der Infektionswelle ausgeht, besteht darin, dass bei schwachen Patienten vermehrt Lungenentzündungen auftreten und nicht genügend Kapazitäten für künstliche Beatmung vorhanden sind. Genau das ist in Italien der Fall, wo in den letzten Jahre im Gesundheitswesen sehr viel an Personal und Material, also an Geld, eingespart wurde. Das US-amerikanische Gesundheitswesen entspricht längst nicht unseren sozialen Standards. Es ist stark vom finanziellen Status der Kranken abhängig.
 
In China hat man mit einem riesigen Kraftakt die Möglichkeiten beträchtlich erweitert, schwere Lungeninfektionen zu kurieren. Anhand von genaueren Statistiken ist man inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, dass die bisher getroffenen Maßnahmen ausreichen, um einen Anstieg der generellen Sterblichkeit zu unterdrücken. Und darauf kommt es auch bei COVID-19 an. Es gibt sogar positive Nebeneffekte der Maßnahmen, welche die Sterblichkeitsrate herunter setzen: Sauberere Luft und weniger Verkehrstote. Man glaubt in China, die Krise überwunden zu haben und spendet Material zur Eindämmung von Infekten nach Italien.

Die Sperrung von Rheinbrücken

In Deutschland herrscht bereits seit Wochen ein Medien-Hype, der von regierenden Politikern ausgenutzt wird, ihre Führungskraft zu demonstrieren. Richtig ist es, direkte Infektion durch Menschenansammlungen und Intensive Kontakte zu vermeiden, damit die medizinische Versorgung nicht überlastet wird. Falsch sind alle Panikreaktionen und besonders falsch ist es, Todesfurcht zu verbreiten, sei es für die Großeltern oder für medizinisches Personal oder für Elfriede Musterfrau. Die Sperrung von Grenzübergängen zum Beispiel ist nicht sinnvoller als die Sperrung von Rheinbrücken, an die niemand denkt.
 
Alle Einschränkungen der menschlichen Kontakte führen zu wirtschaftlichen Einbußen, die der Staat gerecht regeln muss. Wenn dies aber durch Schuldenaufnahme erfolgt, werden kommende Generationen belastet und die Übermacht der Finanzwirtschaft verstärkt. Ein Gegenvorschlag ist der, die erforderlichen Gelder bei der Rüstung einzusparen und so lebensrettende Maßnahmen durch Einsparungen bei todbringenden Investitionen ins Militär gegenzufinanzieren. Es wäre auch sinnvoll endlich angemessene Steuern von Amazon und anderen Krisengewinnern einzufordern.
 
Sieben weitere Gründe, am Militär zu sparen und die Armee abzuschaffen, sind hier ausführlich erklärt. Der verlinkte Artikel ist auch auf KenFM erschienen.

 

 

Alle reden vom Virus, wir auch

Pandemie und Rüstung

Die weltweite Epidemie ist nicht zu vermeiden, wir können sie aber bremsen, indem wir Aktivitäten einschränken, bei denen Personen in Kontakt kommen (Tröpfchen-Infektion). Das beeinträchtigt die Wirtschaft. Außerdem benötigen wir medizinisches Gerät und klinisches Personal, das sich engagiert und mutig für das Wohl der Patienten und damit der Allgemeinheit einsetzt. Und am Ende benötigt der Staat eine Menge Geld.
 
In Berlin denkt man an das Wohl der größten Firmen. Hunderttausende kleine aber sind existenziell betroffen: Kneipen, Cafés und Restaurants, die ihre Miete nicht zahlen können, und alle Veranstalter, die vom Publikum leben, auch Musiker und frei schaffende Künstler aus Theater, Cabaret und Comedy und deren Locations, die sich am Rande der Existenz von Monat zu Monat durchhangeln. Die Liste ist lang.
 
Hier zeigt sich wieder, dass der Staat (CDU und SPD) diejenigen schützt, die eine starke Lobby haben: Eigentümer, die Miete verlangen, Industriearbeiter, die nicht entlassen werden, Beamte und staatliche Angestellte, die einfach zu Hause arbeiten können und dürfen und voll bezahlt werden. Ebenso die Festangestellten der Öffentlich-Rechtlichen Anstalten, die beamteten Freigeister.
 
Auch, wenn vielen nicht geholfen wird, man braucht Geld für Virenschutz, Intensivmedizin, für zusätzliches Personal und die Ausrüstung von Schulen für den Internet-Unterricht. Woher nehmen? Die einfachste Lösung ist immer wieder Schuldenaufnahme. Auf die 38.000 Euro pro Kopf (inklusive Kinder, Rentner und Hartz4-Empfänger) noch einen drauf setzen. Staatsschulden sind ein Irrweg, der die Finanzwirtschaft seit Jahrzehnten immer mächtiger gemacht hat.

Rüstung und Pandemie

Das Geld, das der Staat für das nackte Leben der Bürger und die nötigsten Hilfen an die Betroffene braucht, ist leicht bei Rüstung und Militär einzusparen. Die Pandemie dürfte dem letzten Dummkopf klar machen, wie idiotisch der aufgewärmte Kalte Krieg ist, wo sich 2020 die Probleme häufen, die einen Zusammenhalt der Weltbevölkerung erfordern.
 
Wir brauchen Engagement, Kooperation und auch Geld. Was wir absolut nicht benötigen, sind Waffen jeder Art, militärisches Personal und Investitionen in die Rüstung. Wir brauchen keine Drohnen, die auf höchstem technischen Niveau operieren, sehr viel Geld kosten und äußerst qualifiziertes Personal erfordern, um irgendwo in Syrien ein paar Iraner umzubringen.
 
Die Pandemie führt uns vor, wie irrsinnig die Rüstung ist, wie sie Geld, Personal und Kraft verschwendet für das Bedrohen und Töten von Menschen oder das Schwächen von Nationen. Ein Corona-Virus kann das auch. Da dämmert hoffentlich die Erkenntnis, dass wir alle in einem Boot sitzen, dass wir vorhersehbaren und unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt sind, auch ohne Waffen, ohne Militär und ohne Ideologie vom ewigen Wachstum und von der unbegrenzten Expansion menschlicher Macht.
 
Die Pandemie bringt es an den Tag: Rüstung und Militär sind vergeudete Energie und verschwendetes Geld. Das gilt ganz besonders für Deutschland. Hier gibt es besonders triftige Gründe, warum wir keine Armee mehr brauchen. Sieben Gründe, die Armee abzuschaffen, sind hier ausführlich erklärt.
 
Der Artikel ist auch auf KenFM erschienen.


 

Geld contra Viren contra Geld


Das Virus springt über auf die Finanzwirtschaft

Die Angst vor dem Virus kann gefährlichere Folgen haben als das Virus COVID19 selbst. Der Erreger ist erst kürzlich auf den Menschen übergesprungen und niemand hat Abwehrkräfte wie gegen vergleichbare Viren. Daher verbreitet es sich schnell.
 
Die ausgelöste Krankheit ist nur eine starke Grippe, bei wenigen Menschen eine tödliche Lungenentzündung, insbesondere bei sehr alten und sehr schwachen. Das ist zwar traurig für die Betroffenen, aber kein Grund zur Panik.
 
Die rasante Ausbreitung hat die chinesische Regierung dazu veranlasst, radikale Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen, um Zeit zu gewinnen und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Am Fall von Deutschland sieht man, dass ein starkes Gesundheitssystem die Entdeckung der Infektionen fördert und hohe Todeszahlen verhindert. Die Ausbreitung des Virus verhindert dieses bestehende System jedoch nicht.
 
Was dagegen hilft, ist zu Hause zu bleiben und Kontakte zu meiden, bei denen das Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen werden kann. Doch das schränkt die Wirtschaft ein. Menschen gehen nicht zur Arbeit und verbringen die gewonnene Freizeit zu Hause. Und, was im bestehenden System fast noch schlimmer ist, der Konsum bricht ein.

Der Fetisch Wirtschaftswachstum wird angegriffen

Schließlich wurden auch Reisen in China und von und nach China eingeschränkt. Und Weil China eine der beiden größten Volkswirtschaften ist, leidet die globale Wirtschaft: Konsumeinbruch, Transportschwierigkeiten, Abnahme von Aktivitäten (Meetings, Messen, Konferenzen, Tourismus). Solche Maßnahmen wurden dann auch von Italien und anderen Ländern ergriffen, sie dienen dazu, die Ausbreitung zu verlangsamen, aber sie verlangsamen auch die Wirtschaft.
 
Auch hier hat die Angst vor dem Geschehen stärkere Auswirkungen als das Geschehen selbst. Die Angst vor eine Zusammenbruch der globalen Wirtschaft findet ihren Ausdruck im Absturz der Börsen. Das globale Finanzsystem wird stark erschüttert. Und um dieses System ist es schon lange schlecht bestellt.

Das Finanzsystem bedroht uns wie ein Geschwulst

Das globale Finanzsystem hat zwei gravierende Fehler:
 
Erstens ist die Geldmenge viel zu groß und die Menge der Schulden ist noch größer. Deshalb kann das System zweitens nur bei ständigem Wachstum bestehen bleiben. Würde man innehalten und versuchen, die Schulden zu begleichen, würden zahllose Banken und die meisten Staaten in Konkurs gehen. Die Notenbanken haben bisher keine andere Lösung gefunden, als ständig neues Geld zu generieren und in die Finanzwelt hinein zu pumpen.
 
Durch Finanzspritzen wird zwar das Wachstum aufrecht erhalten, aber Fehler Nr. 1, die zu große Geldmenge wird weiter verstärkt. Das gefällt den Finanzakteuren, weil das große Geld automatisch bei ihnen landet und sie machen damit, was sie wollen, nicht, was die Notenbank oder Zentralbank will, und erst recht nicht, was zum Wohle der Allgemeinheit dienen würde. Sie spekulieren mit Derivaten und Banken beteiligen sich an diesem Glücksspiel.
 
Die Mechanismen der Finanzwirtschaft sind antidemokratisch, Geld gibt denen Macht, die es besitzen und darüber bestimmen. Die Staaten haben sich, indem sie die Spielregeln akzeptieren, der Finanzwelt ausgeliefert und gehen sogar so weit, dass sie, wenn ein Teilsystem, etwa eine Großbank, zusammenbricht, mit Steuermitteln, also dem Geld der Normalbürger, rettend eingreifen.
 
Durch Finanzspritzen wird der untragbare und hochgefährliche Zustand dieses Systems nur verlängert. Ein Zusammenbruch ist vorhergesagt, ist von der Finanzwelt aber nicht gewollt, weil das bestehende System für diejenigen, die am meisten Geld zur Verfügung haben, große Vorteile bietet.
 
Das Verhältnis von Finanzwirtschaft und Demokratie kann man ganz einfach so formulieren:
 
In der Demokratie zählt die Zahl der Stimmen, in der Finanzwelt zählt nur die Zahl, die Geld bedeutet. Und je größer die Geldmenge, desto größer die Übermacht der Finanzakteure gegenüber dem Staat, seinen Gremien und Bürgern.
 
Alle Macht geht vom Geld aus. Alle Ohnmacht geht vom Volk aus.

Ein krankes System ist besonders gefährdet

Es besteht jetzt die akute Möglichkeit, dass die Epidemie einer nicht sehr gefährlichen Krankheit das Finanzsystem zum Einsturz bringt, weil das Wirtschaftswachstum gestoppt wird. Das wäre die Chance, endlich neue Strukturen einzuführen und zwar solche, bei denen Staaten die Finanzwelt kontrollieren und nicht umgekehrt.
 
Was hier in Kürze nur angedeutet ist, und einige Vorschläge für die staatliche Steuerung, das alles wird in diesem Vortrag für attac behandelt:

Die globale Gefahr durch den Geldüberfluss
 

 

  Rob Kenius, 10.03.2020
  aktualisiert am 12.03.2020

 

Geld contra Viren contra Geld

Helikopter über Hongkong
Schutzengel über Deutschland

In Hongkong, wo man den Puls der chinesischen Wirtschaft hautnah fühlt, wurde angekündigt, dass jeder Einwohner der Stadt knapp 1.200 Euro (10.000 Honkong-Dollar) von der Stadt geschenkt bekommt. Verbunden wird das mit der Weisung, dieses Geld schnell wieder auszugeben. Das soll die lokale Wirtschaft ankurbeln. (Ein beabsichtigter Nebeneffekt könnte sein, die aufmüpfige Bevölkerung durch ein Geldgeschenk zu besänftigen.)

Meldung aus Berlin, 09.03.2020:
In Deutschland plant die Regierung, der Wirtschaft schon mal finanziell unter die Arme zu greifen, obwohl da bis heute noch gar keine drastischen Einbußen gemeldet sind.

Die Wirtschaft in Hongkong leidet unter den anhaltenden Massenprotesten und jetzt auch noch unter den Quarantäne-Maßnahmen in China wegen des Corona-Virus COVID-19. Ein enormer Rückgang der chinesischen Wirtschaft ist unvermeidbar. Die Maßnahme lenkt unseren Blick auf das Finanzsystem.
 
Hongkong ist eins der globalen Zentren der Finanzwelt und die dortigen Behörden scheinen Sachverstand in Finanzgeschäften zu haben. Das ist ja bei Politikern, erst recht bei Stadträten, nicht selbstverständlich. Man hat erkannt, wo der Fehler im System liegt. Trotzdem ist Helikopter-Geld noch nicht die ideale Lösung. Eine bessere Lösung wird hier gleich vorgestellt. Zunächst aber ein Blick aufs Problem.
 
Der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems wird seit mehr als zehn Jahren dadurch verhindert bzw. hinausgeschoben, dass die FED und die EZB immer mehr Geld in das System hinein pumpen. Man will Pleiten von Banken verhindern und die Wirtschaft ankurbeln. Aber das frische Geld landet bei den falschen Adressaten, es landet, weil es über die Banken eingeschleust wird, automatisch in der Finanzwelt, wo bereits ein riesiger Geldüberfluss besteht. Dort praktiziert man immer gewagtere Formen der Geldanlage in Form von Derivaten, nur um mit dem Geld irgendetwas anzufangen. Der realen Wirtschaft nutzt das gar nichts.
 
Durch die ständige Geldvermehrung wird das System aber nicht stabilisiert, sondern es wird instabiler, weil eine unüberschaubare Schar von Akteuren in der Hochfinanz damit freihändig operiert, wie in einem Spielcasino.
 
Die Verwaltung von Hongkong hatte also eine sozialere Idee, als Geld durch Kredite an Banken einzuschleusen. Man will Geld unten direkt an die Leute zu bringen, die mit ihrem Geld nicht in den Handel mit Derivaten einsteigen. Man hofft, dass sie es schnell wieder ausgeben und bittet sie auch darum. Doch, dass sie das tun, ist nicht sicher. Der gewünschte Effekt bleibt aus, wenn das zusätzliche Geld gespart oder doch irgendwo angelegt wird.

Ein Schritt in in die richtige Richtung

Nach den Negativzinsen der EZB ist dies ein zweiter Schritt in die richtige Richtung. Es ist die Richtung zu einer degressiven Zweitwährung. Kurz erklärt: Ein Geld, das nicht durch Zinsen mehr wird, sondern mit der Zeit automatisch weniger, zum Beispiel um 1% pro Woche. Wer am Samstag noch 100 Einheiten auf dem Konto oder seiner Geldkarte hat, der hat am Montag um Null Uhr nur noch 99 Einheiten.
 
Das lässt sich mit Geldkarten verwirklichen, viel besser als vor hundert Jahren, als Silvio Gesell es zuerst vorgeschlagen hat. Er nannte es Freigeld, es hieß auch Schwundgeld. Mein Vorschlag ist das treffende Beiwort "degressiv", also Degressive Digitale Mark oder Drachme oder Degressiver Hongkong-Dollar.
 
Mit dem Degressiven Honkong-Dollar als Zweitwährung auf Geldkarten könnte man direkt verhindern, dass die Menschen das Geld gar nicht ausgeben, es zurückhalten oder an die Börse bringen, welche die degressive Währung wahrscheinlich gar nicht annimmt. Alle Gewerbetreibenden im Geltungsbereich wären aber verpflichtet, die degressive Währung anzunehmen. Die Kommune könnte auch ihre Angestellten (teilweise) mit dieser Währung bezahlen und müsste sie für ihre eigenen Gebühren akzeptieren.
 
Für den Umtausch in Festwährung wie Dollar oder Euro wäre eine Transaktionsgebühr in beide Richtungen fällig, der Kurs bliebe dem freien Handel überlassen.
 
Viele Probleme des bestehenden Finanzsystems können wir durch eine degressive Währung lösen. Sie begünstigt diejenigen die Geld verdienen und ausgeben gegenüber denjenigen, die es ansammeln oder (in großen Mengen) besitzen. Mehr zu diesem Thema hier weiter unten oder in den beiden Büchern:

EinKlick auf die Cover führt zur Buchvorstellung mit Inhaltsverzeichnis und Leseproben in Auszügen.

Rob Kenius, 03.03.2020


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Kurz nach dem Brexit
London im Zwielicht der Freiheit

Die kostenlose Stadtzeitung bringt schon am 21.02.2020 ein Foto des Mörders von Hanau mit Nennung des vollen Namens, wie es in GB üblich ist.

Masten, Kräne, Laster, Hochspannung in den Docks
London wird umgebaut für den Boom nach dem Brexit
Wer zählt die Baukräne? Wer zählt die Brücken?
Licht am Ende der Finsternis in Brickwall
In Camden Town gibt's viel zu schau'n
Gefährliche Baustelle, bewacht und feuergeschützt
Wer hier gemietet hat, sucht bald wieder nach draußen
...und trottet mit kleinem Gepäck zur U-Bahn-Station
Tief unter der Erde von Westminster
oder überirdisch und ohne Fahrerin mit der DLR
Jetzt soll es richtig aufwärts gehen, von Grund auf
   Rob Kenius, 25.02.2020


Demokratie kann so einfach sein.

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Was jetzt Frau Annegret?
Krampf-Karre-aus-dem-Dreck?

Gäbe es nicht die verkrampfte CDU-Doktrin, auf keinen Fall mit den Linken zu gehen und deren gewählte Vertreter wie Kommunisten-Teufel anzustarren, dann wäre die Welt einfach und demokratisch. Ist sie aber nicht. Denn die CDU hat von Geburt an einen Krampf:
 
Die Christlich Demokratische Union entstand aus dem Wunsch heraus, die katholische Partei Zentrum durch Evangelische zu bereichern und dann zu einer großen Partei wie die SPD zu werden. Das konnte 1947-49 nur dadurch gelingen, dass man ehemalige Nazis nicht verschmäht hat, im Gegenteil.

Nazis in die CDU

Die Nazis hatten als ihre Gegner, im Kampf um die Mehrheit, die SPD, die Kommunisten und die Zentrumspartei verinnerlicht und sie strömten in Scharen in die offenen Arme der jungen CDU, wo sie bockig oder ein wenig reuig, meist in der zweiten Riege und als Wähler, mitmachen konnten. Adenauer ließ einige Nazis auch ganz nach oben kommen. Das wird ihm bis heute von Historikern und Biografen übel angerechnet.
 
Doch ohne Nazis wäre Adenauer nie Kanzler geworden, erhielt er doch bei der ersten Kanzler-Wahl nur eine Stimme mehr als der SPD-Kandidat. Seitdem ist das oberste Ziel der CDU, den Kanzler oder aktuell die Kanzlerin zu stellen.

Antikommunismus = Antirealismus

Was brachten die vielen Nazis mit in die neue Partei? Sehr fromm waren sie nicht, aber sie waren stramme Antikommunisten. Den Antikommunismus hatten die Nazis und die überlebenden Soldaten verinnerlicht für die Rechtfertigung des selbstmörderischen Feldzugs gegen Russland, der, zum Glück für die Welt, kläglich verloren ging.
 
Adenauer war Opportunist, was sollte er anders sein in dieser verzwickten Lage. Antikommunismus war opportun gegenüber Amerika und gegenüber den heimatlosen Nazis. Also wurde die junge Bundesrepublik ein ideologisches Bollwerk gegen den Kommunismus und die CDU eine antikommunistische Partei, was sie dummerweise bis heute geblieben ist.
 
Dass der Kommunismus seit dreißig Jahren nur noch eine aussterbende Sekte ist, wird von den christlichen Demokraten nicht zur Kenntnis genommen. Kommunisten sind als Feinde immer noch unentbehrlich. Auch die idiotische Feindschaft gegen Russland, die von der CDU propagiert wird, und so fast täglich ins Fernsehen eindringt, basiert auf einem irrationalen Antikommunismus.

Nach der Wahl vor der Wahl

Doch jetzt ist die Karre im Dreck. In Thüringen ist die Linke die stärkste Partei und die AfD hat den anderen so viele Stimmen weggenommen, dass die CDU nach der Wahl vor der Wahl steht: Entweder mit der Linken oder mit der AfD.
 
Hinter den Kulissen hat man sich in Erfurt erst einmal für AfD entschieden, doch das geht gar nicht. Damit wäre die CDU als völlig substanzlos entlarvt, also stop! Stop sagen AKK und auch Christian Lindner. Und sogar Frau Merkel merkelt aus Afrika, so geht es doch nicht, dududu. Aber wer zieht den Karren aus dem Dreck?
 
Das Volk hat entschieden, dass es mit dem ganzen Koalieren, Paktieren und Verteufeln ein Ende haben muss. Dem Herrn Ramelow fehlen vier Stimmen. Und ohne die idiotische Doktrin der CDU wäre es ein Leichtes, diese zu beschaffen, wahrscheinlich sogar mit großem Gewinn für das Land und für die Beweglichkeit der CDU.

Parlamentarische Regierung
nicht "Minderheitsregierung"

Und dann? Eine parlamentarische Regierung, auch Minderheitsregierung genannt. Das Parlament diskutiert offen, was die Regierung in dem kleinen Bundesland will und entscheidet frei und demokratisch. Wäre das nicht wunderbar?
 
Wen kümmert es dann, dass vielleicht manchmal auch ein paar AfDler dafür stimmen. Das kann nur der Resozialisierung ehemalier CDU-Wähler in der AfD dienen. Eine parlamentarische Regierung ist endlich mal was Neues, was Demokratisches, etwas das Bewegung bringt und wäre auch kein schlechtes Modell für den Stagnationsstandort Berlin.
  Rob Kenius, 06.02.2020
  überarbeitet 07.02.2020
  

Manchmal wirkt es doch!
06.02.2020
Der Aufschrei der Vernunft hat etwas bewirkt. Gestern sah die Sache gefährlicher aus.

Der Feind steht rechts

Wer hat Hitler an die Macht gebracht? Es war nicht der Wille des Volkes, nicht die Macht des Mobs, sondern es war die Entscheidung des rechtskonservativen Hindenburg, der Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannte, mit der Zustimmung von Liberalen. Unter den Liberalen, die dann für das Ermächtigungsgesetz stimmten, war der spätere Bundespräsident Theodor Heuss.

Liberale für Hitler

Genau dieser liberale Patriarch Theodor Heuss hat 1949 verhindert, dass Elemente direkter Demokratie in das Grundgesetz aufgenommen wurden, mit der Begründung, dass der direkte Volkswille Hitler an die Macht gebracht habe. Für diese Argumentation gibt es ein treffendes Wort: Realitätsverlust.

Das Normale wird verhindert

Was sich in Thüringen abgespielt hat, geht in die gleiche Richtung: Rechtskonservative und Liberale reichen sich die Hand, um den linken Ministerpräsidenten zu verhindern und ebnen den Weg für Björn Höcke, den prominentesten deutschen Nazi 2020; denn er ist der Vorsitzende der AfD im Lande Thüringen.
 
Wenn die Truppe aus CDU, AfD und FDP, die das bewerkstelligt hat, in Koalitionsverhandlungen eintreten sollte, wird sich Höcke als Minister kaum verhindern lassen.

Kommunisten-Angst der CDU
ist völlig aus der Zeit gefallen

Und das nur, weil die CDU geschlossen einem um 30, 70 oder 90 Jahre verspäteten Kommunistenhass frönt, wie die Bürgerlichen 1933. Es ist Angst vor einem Feind, den es nicht mehr gibt. Das Resultat ist die absurde Logik (von CDU und FDP?): Besser ein Nazi wie Höcke Im Machtzentrum als ein Linker, der bürgerliche Politik machen kann.
 
Deutschland und Thüringen, du hast etwas besseres verdient als dieses drohende Gruselkabinett.

Rob Kenius, 05.02.2020

 

Trägheit ist kein Aktionsprinzip

Im Sande verlaufen?

Es scheint, dass die weltweite Initiative, die Greta Thunberg ausgelöst hat, zunächst im Sande verlaufen ist. Sie hat sich an die Regierenden gerichtet, und glaubte, dass Regierungen das Wohl der Bürger und der zukünftigen Generation ernst nehmen würden. Das ist leider ein Irrtum.
 
Die Regierenden dieser repräsentativen Demokratie haben als oberstes Ziel, selber an der Macht zu bleiben.
 
Der Protest der Jugend auf den Straßen, denen sich Bürger aller Altersgruppen angeschlossen haben, hat es aber bis in die Medien geschafft. Medial hat Greta sehr viel erreicht. Das Thema Erderwärmung und Klimarettung ist ganz groß und Greta Thunberg erscheint nicht nur auf Youtube, sondern auf den größten internationalen Konferenzen und im Fernsehen.
 
Die Realität aber funktioniert nach dem Prinzip Sandsack.

Träge Masse - vergeblicher Impuls

Man schlägt mit voller Wucht dagegen und der Impuls wird durch leichte, unkontrollierbare Verschiebungen und durch das innere Geriesel in ein kaum merkbares Schwingen umgewandelt. Denn der Sack ist schwer, der Sand ist locker und geschmeidig. Die einzelnen Sandkörner haben nichts miteinander zu tun, sie gleiten aneinander vorbei und das bewirkt, dass sich der Sack insgesamt nicht bewegt. Vielleicht kommt ein leichtes Schwingen zustande, das aber bald wieder in eine Gegenschwingung übergeht.

Die Finanzmacht schwingt mit

Das leichte Schwingen der öffentlichen Meinung hat als sichtbaren Effekt, dass der Anlageberater und Fondsmanager Larry Fink, CEO von Black Rock, die Parole ausgegeben hat: Mehr Geld in andere Energietechnik investieren und weniger in fossile Energieträger.
 
Was kommt dabei heraus? Damit werden Investitionen gerettet, aber nicht das Klima und nicht der zukünftige Lebensraum der Jugend, die ja nicht investiert, sondern protestiert.
 
Die Realität im Industrie- und Autoland sieht so aus: Der Autoverkehr wird dichter, die Fahrzeuge werden schwerer und teurer, Fahrer werden aggressiver, der Anteil von SUV-Fahrzeugen steigt. Die Aufrüstung im Straßenverkehr geht weiter. Die Macht der Automobilindustrie über die Regierung ist ungebrochen.
 
Der Sandsack der Automobilisten ist so groß, dass er sich überhaupt nicht bewegt hat. Wer als Fußgänger am Straßenrand entlang geht, kommt sich so vor wie eine Migrantin oder wie ein Exemplar einer aussterbenden Spezies, die mit den Figuren hinter den Steuern der Automobile nur noch wenig gemeinsam hat. Vielleicht die gleichen Schuhe an oder die gleiche Nackenstarre.

Populismus der Berufspolitiker brauchen wir nicht

Nach ihren eigenen Aussagen sehen Politikerinnen und Politiker ihre Aufgabe darin, zwischen Interessen zu vermitteln. Sie tun das in zähem Ringen mit ständigem Einsatz. Welche Interessen ausgeglichen werden, lässt sich nur vermuten; denn der Interessenausgleich findet nicht in der Öffentlichkeit statt, nicht im Parlament, sondern in Koalitionsverhandlungen und Ausschüssen oder in sogenannten Kungelrunden. Aber die Ergebnisse sind öffentlich erkennbar.
 
Die Autolobby setzt sich durch. Das Kraftwerk Datteln IV geht ans Netz. Sigmar Gabriel geht zur Deutschen Bank. Das Diktat der Finanzmacht ist ungebrochen.
 
Berufspolitiker müssen damit leben, dass sie alle vier Jahre ihre Posten verlieren können, wenn sie in der falschen Partei oder auf einem schlechten Listenplatz gelandet sind. Nach der Wahl können sie dann vier Jahre lang schalten und walten wie sie wollen, unterstützt durch die staatstragenden Medien, welche die Regierung und ihre Parteien im positiven Licht darstellen.
 
Weil diese komfortable Situation aber von Wahlergebnissenen abhängt, sind Berufspolitiker ständig im Wahlkampfmodus, unterstützt durch Medien und Meinungsforschung. Es gibt ein Wort für diese Taktik: Populismus. Demokratie ist es nicht.
 
Die Stimmung der Bevölkerung kommt alle vier Jahre bei Wahlen zum Ausdruck und wirkt sich dadurch aus, dass die Gremien prozentual ein wenig anders besetzt werden. Mehr Grüne und mehr AfD, weinger CDU/CSU und SPD. Keine Machtveränderungen durch die LINKE.
 
Das parlamentarische System der repräsentativen Demokratie ist am Ende, es ist mehr als 230 Jahre alt.
 
Wir brauchen nicht nur Beweglichkeit, Konsum und Unterhaltung, sondern wirksamen Einfluss auf Medien und Politik, einen öffentlichen Debattenraum.
Wir brauchen direkte Demokratie.
Rob Kenius, 29.01.2020

Bewusstseins-Erweiterung

Es gibt hier auf kritlit.de einen ganzen Katalog mit dem was wir brauchen und was wir nicht brauchen.
Da wird jeder von euch genug Stoff zum Nachdenken und Opponieren finden...

 

Man kann es auch so sagen

 
 Oder mit Worten und Musik:    
Rob Kenius, 27.01.2020

 

If you have a message...

Ballad Of A Big Man
(Bob Dylan, modified by Rob Kenius)

You walk into the room
with your pencil in your hand
 
You see somebody killed
and you say, "Who is that man?"
 
You try so hard
but you don't understand
 
Just what you will say
when you get home
 
Because something is happening here
but you don't know what it is
 
Do you, Mr. Trump?

  09.01.2020

Zahlen auf den Tisch legen

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Argumente gegen Zahlen
Zahlen gegen Argumente

Einer der Gründe, warum Finanzakteure die Welt beherrschen, ist der, dass sie in Zahlen denken können, und zwar in großen Zahlen, in Zahlen größer als eine Million. Das können oder wollen die meisten Menschen nicht. Sie können die großen Zahlen hersagen und aufschreiben, aber sie können nicht realitätsnah in Millionen denken, im Gegenteil, sie vermeiden es.
 
Die meisten, auch Gebildete, Akademiker, Juristen, Journalisten und vor allen Dingen Politiker, sie denken in sprachlichen Begriffen, mit geschickten Argumenten, in gewagten Vergleichen, persönlichen Bewertungen, bei gegensätzlichen Meinungen, in Darstellungen mit Video-Präsentation aus Expertisen, anhand von Publikationen, wissenschaftlichen Studien und Verhandlungsergebnissen.
 
Das verheerende daran ist: Nur so verbal wird Politik gemacht und so werden Entscheidungen für uns alle getroffen.
 
Aber die Finanzakteure denken in genauen Zahlen: Soviel Zinsen für soundsoviel Kredit, soviel Millionen für Werbung, soviel Spenden an die CDU und an die AfD, soviel für Lobbyisten, soviel Rendite für soviele Jahre. Die Berechnungen sind kinderleicht, aber wer nicht mitrechnet, hat schon verloren. Und wenn es unsere Politiker sind, die nicht bis zum Ende rechnen, weil sie vorher von der Bühne treten, dann sind wir alle die Verlierer.
 
Finanzberater sagen Politikern: Wir leihen euch 500 Millionen, damit könnt ihr wunderbar einen Flugplatz bauen. Doch der Flugplatz kostet 5 Milliarden und die Stadt oder das Land könnte sich den gar nicht leisten. Die Finanzwirtschaft aber hat kein Problem, 4,5 Milliarden nachzuschießen. Sie können mit Zahlen umgehen.
 
Frau Merkel sagt, wir wollen den CO2-Ausstoß reduzieren. Sie hat 15 Millionen Wähler, aber es gibt 40 Millionen Autofahrer und eine Industrie mit 500 Milliarden Umsatz und die bestimmen, wo es lang geht. Die Finanzindustrie steht hinter ihnen.

Anders rechnen als die Finanzwelt

In Wirklichkeit ist es nicht schwer, den Finanzexperten bei zu kommen; denn die Finanzwelt ist nicht wirklich gut in Mathematik. Sie können mit Millionen und Milliarden als Zahl umgehen, addieren, subtrahieren und mit Prozenten multiplizieren. Aber sie beherrschen nicht Infinitesimalrechnung, nicht Exponentialfunktionen und auch Statistik ist den meisten von ihnen fremd. Damit sind sie zu packen.
 
Die Infinitesimalrechnung, wie sie schon am Gymnasium in der 11. Klasse vermittelt werden sollte, sagt, dass eine Folge von Zahlen, die immer größer werden, nicht konvergiert. Sie hat keinen Grenzwert, volkstümlich ausgedrückt, sie geht ins Unendliche. Wenn der Verbrauch von Nahrungsmitteln, Konsumartikeln, Rohstoffen, Energie und Bodenfläche immer nur steigt, geht das daneben.
 
Exponentialfunktionen lernt jede Studentin der Physik im ersten Semester, ebenso jeder Lehramtskandidat der Naturwissenschaften, jeder Maschinenbauer oder Elektrotechniker. Exponentialfunktionen entstehen dadurch, dass man zu einer vorhandenen Menge immer wieder etwas hinzufügt, das man mit einem Faktor multipliziert hat, zum Beispiel mit einer Prozentzahl.
 
Wer also ein permanentes Wirtschaftswachstum von 2% fordert, verlangt, dass die Wirtschaft exponentiell wächst. Auch das geht bald gegen unendlich. Und mit der Wirtschaft wachsen nicht nur die Finanzgewinne, sondern auch unangenehme Begleiterscheinungen: Umweltschäden, Ressourcenverbrauch und CO2-Ausstoß. So weit denken die Finanzexperten und Politikerinnen aber nicht.
 
Der Club of Rome hat es schon vor 50 Jahren verkündet.
 
Statistik ist der Schlüssel zum Verständnis unübersichtlicher Systeme. Wenn überall auf der Welt an Banken durch Kreditvergabe unkontrolliert Geld erzeugt wird, dann geht die Geldmenge gegen unendlich und die Finanzmacht überwältigt alles, was mit Geld zu tun hat.
 
Das ist dann zwar im Einzelfall die beliebte Freiheit des Einzelnen, aber die Statistik sagt uns, es kann insgesamt nicht gut gehen. Schon deshalb nicht, weil sie einen riesigen Geldüberfluss erzeugen und uns mit diesem Geld irgendwann alles weg kaufen: Das Land, die Häuser, die Wohnungen, die Arbeitsplätze, die Rohstoffe, die Medien, die Politikerinnen, Parteien und EU-Kommissare.
 
Wir müssen sehen, was da auf uns zu kommt, und dass es nicht nur Gewinn ist. Wir müssen uns mit allen Mitteln zur Wehr setzen, weil die Schäden nicht mehr mit Geld zu beheben sind.
  Alles Gute im neuen Jahr und hoffen wir,
  dass sich 2020 etwas bewegt.
  Rob Kenius, 31.12.2019

Zahlen auf den Tisch legen

Besinnliches Geldzählen

Kürzlich wurde in irgendeiner Diskussion oder in einem kritischen Online-Artikel erwähnt, dass jemand, der bis zu einer Milliarde durchzählen wollte, dafür 30 Jahre benötigt. Diese Überlegung fand ich sehr beeindruckend, weil damit gezeigt wird, wie weit wir von einem Verständnis solcher Zahlen entfernt sind.
 
Aber insgeheim dachte ich auch, vielleicht kommt irgendwann doch ein indischer Fakir, wenn es solche noch gibt, oder eine schottische Schülerin, die ins Guinness-Buch der Rekorde will, auf die Idee, das wirklich durchzuzählen. Es scheint ja irgendwie überschaubar zu sein, sich dreißig Jahre seines Lebens einer solchen Aufgabe zu widmen.
 
Auf jeden Fall wollte ich diesen Gedanken über die Zahl 1.000.000.000 (eine Milliarde) in das Repertoire meiner Argumente aufnehmen, womit ich die Absurdität unseres Finanzwesens darstelle. Leider hatte ich die Quelle vergessen und das darf man sich als ernstzunehmender Autor nicht leisten. Man muss zwar nicht unbedingt wie ein Doktorand oder publizierender Wissenschaftler jede Aussage mit Fußnote und Anhang belegen, aber im Prinzip sollte eine Quelle greifbar sein. Weil das aber nicht der Fall war, begann ich selber nachzurechnen und das führte zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Das Jahr hat 31.536.000 Sekunden.

Anmerkung: Diese Zahl ist astronomisch nicht ganz korrekt, sie basiert auf 365 Tagen zu 24 Stunden.
 
In dreißig Jahren kommt man auf etwa 1 Milliarde, wenn jede Zahl beim Zählen eine Sekunde beansprucht. Aber niemand kann die Zahlen bis zu einer Milliarde mit der Geschwindigkeit von einer Zahl pro Sekunde durchzählen. Das geht von 1 bis 1.000 noch so gerade, danach werden die Zahlen immer länger.
 
Komme ich in den Bereich von
zweihundertfünfundsechzig Millionen
dreihundertdreiunddreißigtausend
vierhundertsiebenundzwanzig

und
zweihundertfünfundsechzig Millionen
dreihundertdreiunddreißigtausend
vierhundertachtundzwanzig
,
dann reicht eine Sekunde bei weitem nicht aus, um die Zahlen auch nur zu murmeln, man braucht 5 Sekunden pro Zahl!
 
Natürlich gibt es auch kürzere Zahlen, aber das sind immer jeweils nur 10% der längsten. Weil ich am 24.12.2019 nichts wirklich Wichtiges zu tun habe und in einer besinnlichen Stimmung bin, habe ich mir die Mühe gemacht, das genauer zu kalkulieren, und das Ergebnis ist ein ganz anderes als das aus der vergessenen Quelle, wo 30 Jahre als Zählzeit von 1 bis 1 Milliarde veranschlagt wurden.


Man braucht 155 Jahre,

um bis zu einer Milliarde zu zählen und auch das ist noch lange nicht realistisch, weil niemand 24 Stunden am Tag nur zählen kann, egal ob es sich um Geld oder um die Nadeln an Tannenbäumen handelt. Legt man eine 40-Stunden-Woche zugrunde, dauert der Zählvorgang 651 Jahre, ohne Urlaub und ohne die beliebten deutschen Feiertage. Mit dem Guinness-Buch der Rekorde wird es also nichts.
 
Wenn jemand 20 Milliarden besitzt, das soll es ja auch in Deutschland geben, und sein Vermögen in Form von 100-Euroscheinen durchzählen wollte, dann würde sie oder er nach einer groben Schätzung 100 Jahre dazu benötigen.
 
Das zeigt uns schon, wie absurd die Finanzwelt ist und wie idiotisch das Beharren der Politiker darauf, diese Vermögen nicht anzutasten, weder mit einer Vermögenssteuer noch mit einer satten Erbschaftssteuer.

Falsch ist schon das Wort Steuer,

wodurch eine Solidaritätsgefühl mit allen Steuerzahlern erzeugt wird. Es handelt sich bei Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer nicht um Steuern, die auf Einnahmen oder Ausgaben erhoben werden, sondern um eine Vermögensabgabe, die deshalb gerechtfertigt ist, weil diese großen Vermögen niemandem nutzen, nicht einmal denen, die sie besitzen oder geerbt haben.
 
Mit Sicherheit wird es Experten geben, die solche Überlegungen absurd finden. Aber es ist umgekehrt: Die Absurdität ist das bestehende Finanzsystem. Das Finanzsystem ist unsinnig in seiner Dimension. Es ist irrational und völlig unökonomisch mit einer Geldmenge zu operieren, die alle materiellen Werte auf dem gesamten Planeten um ein Vielfaches übersteigt, einer Geldmenge, die ständig weiter wächst und die sich zu 90% in Händen einer winzigen Zahl von Finanzakteuren befindet.
 
Und das System ist so angelegt, dass dieses Geld überwiegend nur im Finanzsektor zirkuliert, sich dabei vermehrt und sich immer weiter von unten nach oben in den Händen dieser kleinen Minderheit konzentriert.

Es ist nicht nur Gier

der Geldbesitzer oder die Unfähigkeit der Vermögenlosen dieser Welt, sondern das Finanzsystem ist so konstruiert, dass es so laufen muss, bis es zusammenbricht oder, von wem auch immer, bewusst verändert wird.
 
Selbst für die Menschen, die das große Geld haben oder verwalten, ist es unmöglich, den realen Wert ihres Vermögens zu erfassen, sie können es nicht einmal zählen. Und erst recht ist es unmöglich, diese finanziellen Mittel sinnvoll einzusetzen. Das System selbst ist der helle Wahnsinn, was allein schon aus den Zahlen hervorgeht.
 
Mehr Brainfood als diese einfachen, nackten Zahlen im Milliardenbereich, verbunden durch Addition und Multiplikation, möchte ich euch an so einem besinnlichen Tag nicht vorsetzen. Wir sind schon genug mit dem Verdauen von Wohlstand überlastet.

  Rob Kenius, 24.12.2019

Politiker/innen zum Anfassen

Wer hat Angst vor der Schwarzen Null?

Saskia Esken hat Angst vor der Schwarzen Null. Das muss nicht sein.
 
Liebe Saskia,
 
ich finde dich unreflektiert sympathisch, weil du mich an meine Großmutter erinnerst, in meiner frühesten Kindheit, als Ihre Haare noch dunkel waren. Dass du als eine Linke giltst, ist mir ebenfalls sympathisch, obwohl ich in Diskussionen mit Linken immer Schwierigkeiten habe, wenn es um Geld geht. Das sollte sich ändern!
 
Ihr linken Politiker fallt auf die Tricks der Geldbesitzer herein. Sie sagen euch: Hier habt ihr Geld, damit könnt ihr wunderbar Politik machen. Investiert Milliarden in die Zukunft, die nachfolgenden Generationen werden es euch danken, erst recht die lebenden, wenn ihr ihnen ein paar Wohltaten zukommen lasst, sie werden euch wieder wählen.
 
Was die Verleiher nicht deutlich genug sagen, ist, dass sie das Geld zurück haben wollen. Die nachfolgenden Regierungen, die vielleicht gar keine Linken sind, aber spätestens die folgenden Generationen, müssen die Kredite bedienen und tilgen. Das ist dir doch klar, Saskia, oder?
Zwischenbemerkung:
Das Problem mit Staatsschulden ist nicht das, an Kredite zu kommen. Die gibt jeder Geldgeber gerne, weil bei der Kreditvergabe an den Staat sehr hohe Sicherheit besteht.
 
Das Problem sind auch nicht die Zinsen, weil die inzwischen nahe bei Null liegen. Das Problem von Schulden ist generell die Rückzahlung. Alle Schulden müssen zurückgezahlt werden. Wer das negiert, bekommt keinen Kredit.
 
Politiker treten gerne für mehr Staatsschulden ein, ganz einfach, weil sie diese Schulden nicht persönlich zurückzahlen müssen, sondern die Gesamtheit der Bürger und zwar um so mehr, je jünger sie sind.
 
Politiker können das geliehene Geld aber zu ihrem eigenen (politischen) Vorteil ausgeben oder davon reden, welche Wohltaten sie damit bewirken. Wenn die Wähler vergessen, dass sie es sind, die zurückzahlen müssen, wählen sie die Schuldenpolitik.
 
Jedes neugeborene Kind in unserem Land ist bereits mit 38.000 Euro belastet, erst, wenn es ein Vermögen von 38.001 Euro aufgebaut hat, ist es schuldenfrei. Eine Mehrheit der Bürger erreicht nie im Leben diesen Status.

Es geht also um die Zukunft, und da gibt es diesen peinlichen Sprechchor der jugendlichen Nichtwähler:
Wir sind hier,
wir sind laut,
weil ihr uns die Zukunft klaut.
Das 13-Silben-Rap

 
Sie meinen damit, dass die Wirtschaft den Planeten dermaßen ausbeutet und durch enormen Energieverbrauch das Klima belastet, dass diejenigen, die in 50 Jahren noch leben wollen, Angst vor der Zukunft haben. Dem ist nicht zu widersprechen, wer es versucht, kann leicht als Dummkopf oder Egozentriker entlarvt werden.
 
Was die Kinder nicht wissen, ist, dass die Zukunft nicht nur täglich durch Raubbau an der Umwelt geklaut wird, sondern auch schon längst von regierenden Politikern verkauft wurde.
 
Die Besitzer von Geld, Firmen, Ölquellen, Aktien, Kohlegruben, Schuldscheinen und Fondsanteilen beuten für mehr Geld den Planeten immer weiter aus. Aber die gewählten Politiker haben für ihre Politik Geldschulden gemacht, welche Kinder und Enkel zurückzahlen müssen, und zwar in der gleichen Zukunft, wo es auf dem Planeten nichts mehr auszubeuten gibt.
 
Die Zukunft wurde den Kindern also bereits zweimal geklaut. Das ist hart, Saskia, du bist zwar kein Kind mehr, aber du verstehst hoffentlich, was ich meine.
 
Die Schwarze Null ist auch gar nicht so schwarz, sie ist nur eine Erfindung von schwarzen Politikern, um einen Stopp beim Schuldenmachen zu erreichen, womit der große Kanzler Schmidt angefangen hat, und der noch größere und viel dickere Kanzler Kohl hat es schamlos fortgesetzt, leider muss ich das so sagen. Damals war alles noch nicht so chaotisch, weder in der Umwelt noch in der Finanzwirtschaft.
 
Der Schuldenstand in Deutschland, wenn man die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Rentenkassen zusammenrechnet, ist so hoch, dass jedes neugeborene Kind schon mit 38.000,- Euro belastet ist. Dazu kommen Plastik- und Atom-Müll, das Gift auf den Agrarflächen, die Vertilgung bestäubender Insekten und der CO2-Ausstoß auf Straßen und in Verbrennungsanlagen (Kraftwerke, Müllverbrennung, Heizung).
 
Die Schwarze Null ist nicht schwarz wie die schwarze Partei und auch kein Fetisch, sondern ein Versuch, durch Neuschulden-Stopp die Zukunft nicht noch schwärzer aussehen zu lassen. Mit der Schwarzen Null wird von den 38.000,- noch kein einziger Euro zurückgezahlt.
 
Was bei dieser Überlegung jetzt neu ist, das ist eine schwer zu verstehende Tatsache, die den Finanzmarkt betrifft: Die Geldmenge ist praktisch schon unendlich. Es sind 60 bis 100 Billionen, ohne Derivate, genau weiß das keiner, denn die Geldmenge ist außer Kontrolle. Es ist auch egal, ob man Euros oder Dollars sagt, der Kurs-Unterschied ist geringer als die Ungenauigkeit bei der Schätzung.
 
Wenn ich sage, die Geldmenge ist unendlich, dann heißt das, es ist mehr, als man zählen und mehr als ein Mensch sich vorstellen kann, dafür hat man ja das Wort unendlich erfunden. Unendlich steht für eine Zahl jenseits der Vorstellungskraft von Menschen.
 
Die Geldmenge ist aber auch jenseits aller Kauf-Möglichkeiten auf dem Markt. Deshalb kann der Markt auch nichts mehr regeln, weil das Geld inzwischen viel, viel mehr ist, als der reale Markt hergibt. Wenn man alles kaufen würde, was zu kaufen ist, würde ein Drittel oder ein Viertel des vorhandenen Geldes ausreichen. Auch das weiß keiner genau, manche sagen auch, dass es zehnmal soviel Geld gibt, wie alle materiellen Güter wert sind.
 
Der Markt ist nicht unendlich und auch der Planet ist nicht unendlich, nur die Geldmenge kann immer weiter ins Unendliche gesteigert werden. Die Finanzwelt kann das und sie tut es auch. Das Geld, das sie den Politikern als Kredit anbieten, haben sie selber erzeugt, erschaffen oder aus der Luft gezaubert und täglich wird es mehr.
 
Jetzt wirst du wahrscheinlich fragen, Saskia, wie machen die das in der Finanzwelt? Es ist leider nicht einfach zu erklären, weil es eine Praxis ist, die lange vor der Öffentlichkeit verborgen wurde: Geld wird erschaffen und in Verkehr gebracht durch Kreditvergabe (girale Geldschöpfung).
 
Dabei entstehen Geld und Schulden gleichzeitig. Das ist so, weil man es zunächst nicht merkt und niemand es verhindern kann, es sei denn durch Strafandrohung wie bei Falschgeld, Betrug oder Trickdiebstahl. Girale Geldschöpfung ist aber nie verboten worden.
 
Eine Bank kann dir einen Kredit geben über Geld, das sie gar nicht besitzt. Und keiner merkt was. Sie macht eine Gutschrift auf dein Konto und weist dir eine Schuld zu, die zu tilgen ist, und das ist alles. Du kannst mit diesem Geld machen, was du willst. Geld und Schulden entstehen dabei gleichzeitig und wegen der Zinsen ist die Menge der Schulden größer als die Geldmenge.
 
Geld entsteht durch Kreditvergabe und die Geldmenge steigt durch Schuldenaufnahme. Das gilt ganz besonders für Staaten, weil Staatsschulden die größten Schulden sind. Staatsschulden stärken die Position der Finanzwirtschaft schon dadurch, dass sie die Geldmenge vergrößern.
 
Stell dir vor, Saskia Esken sei Finanzministerin und habe die Schwarze Null abgeschafft. Sie will dreißig Milliarden Neuschulden machen, das ist nur der Betrag, den Kanzler Kohl jedes Jahr an Defizit produziert hat. Für die Europäische Zentralbank ist das ein Leichtes, heutzutage, sie vergibt das Geld bei Null Zinsen. Aber nicht an den Staat, das darf sie nicht, sondern an private Banken, die es in Form von Staatsanleihen an dich als Ministerin weiterreichen. Aber es ist und bleibt eine Schuld, die du deinen Nachfolgerinnen im Amt, deinen Kindern und eventuell Enkelinnen aufbürdest.
 
Klüger wäre es, als Staat in das Finanzwesen selber einzugreifen und sich das Geld bei den Geldbesitzern direkt zu holen, da wo es generiert wird und in Überfluss vorhanden ist, und zwar ohne Rückzahlverpflichtung. Der Staat darf das, er darf Steuern erheben, so viel und von wem er will. Doch das ist ein anderes Kapitel.
 
Denk mal darüber nach, wie du als Linke Staatslenkerin zum Wohle der Allgemeinheit an das Geld der Finanzwelt kommen kannst, ohne es zu leihen und zurückzahlen zu müssen. Hier schon mal einige Tipps für die Diskussion: Finanztransaktionssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatz-Quellensteuer, Sondersteuer von mehr als 70% für Einkommen oberhalb einer Millionengrenze von 1.000.000, 10.000.000 oder 100.000.000.
 
Sollten zufällig ein paar Linke das hier lesen, die nicht Saskia heißen, dann seid mir gegrüßt, und entschuldigt meinen Starrsinn, es musste mal wieder gesagt werden.
  06.12.2019 Rob Kenius

 

Die finanzielle Dimension

Die finanzielle Dimension


Der Autor rezitiert den folgenden Text:

Die finanzielle Dimension

Eines Tages hat der größte Präsident dieser Welt
ein Expertenteam zusammengestellt,
die Frage war, wie viel Geld
gibt es überhaupt auf der Welt?

Da waren Bänker, Broker und Schmierer,
Ökonomen und Kassierer,
sie grübelten wohl ein halbes Jahr
und lösten zuerst den Fall Afrika:
In Afrika gibt es kein Geld
wie überhaupt in der Dritten Welt
die meisten dort haben zu wenig Geld.

Doch Mathematiker unterbrachen hier die Kassierer.
Sie sagten: Zählt nicht das Geld der Verlierer!
Geld ist weder da noch hier,
es ist schon längst nicht mehr nur auf Papier
es ist nicht mehr Silber oder Gold
in Münzen, für den Soldatensold.

Geld ist einfach nur eine Zahl.
Fast nichts daran ist noch wirklich real.
Es ist ein digitaler Datensatz
auf einem beliebigen Speicherplatz.
So kann es um den Globus rasen
bei Tag und bei Nacht, wenn keiner wacht,
versteckt es sich in den Finanzoasen.

Das kann man auch nicht so einfach zählen
man muss sich durch tausende Daten quälen.
Wir können da nur auf Statistik setzen
und ungefähr die Menge abschätzen.

Und Leute passt auf, hört mal genau her:
Das Geld wird täglich immer mehr und mehr
denn Banken können Geld erschaffen
sie brauchen es nicht erst zusammen zu raffen.

Du denkst, die Bank macht dir 'ne Gutschrift
von Geld, das sie hat, was aber nicht zutrifft.
Sie kreieren Geld und verbuchen dir Schulden
und die gebuchte Zahl ist so gut wie die Gulden
wie Dollars oder Euro-Mark
alles gleich braun, fett, flüssig und stark.

Und mit Buchgeld kannst du alles kaufen.
Du kannst den Kredit auf dem Konto versaufen.
Durch Kreditvergabe werden zuguterletzt
mehr Geld und mehr Schulden in die Welt gesetzt.

Das große Geld wird am meisten vermehrt
wenn die Zentralbank einem Staat Kredit gewährt.
Die größte Vermehrung, in jedem Jahr
ist der Dollar-Kredit der FED an die USA.

Inzwischen hat jetzt die ganze Welt
unvorstellbare hundert Billionen an Geld.
Das sind hundert Millionen Millionen Geld
Soviel Geld gibt es auf der Welt.

Das alles hat der größte Präsident dieser Welt
zur Kenntnis genommen und die Frage gestellt
ne Zusatzfrage hat er gestellt:

Experten der Welt,
Männer von Geld
ihr habt gut gezählt,
doch es gibt noch ne Frage,
die mich quält:
Wie viel kostet die Welt?


Da waren die Experten doch sehr betroffen
und ihre Laptops sind abgesoffen
denn die ganze Welt ist weniger wert
als all dieses Geld, das auf der Welt verkehrt.
Die ganze Welt ist viel weniger wert
als all dieses Geld, das sich schnell vermehrt.
Würden man damit die ganze Welt kaufen,
hätten wir immer noch 'n riesigen Haufen.

Das ist Überschussgeld, nicht verwertbares Geld
Abfallgeld, totes Kapital, Geld ohne Wert
Geld wird zur Qual!
Geld, das keiner verwenden kann!
Und was machen wir dann?
Einfach mal diese Frage gestellt:
Was machen wir mit dem Überschussgeld?

Das Problem dieser ganzen Kalkulation
ist die vierzehnte Null an der Geld-Billion:
Diese Welt ist zu klein für die finanzielle Dimension!
Wusstet ihr das schon?

Was niemand gern zu gibt an den Banken der Welt,
es herrscht Überfluss und kein Mangel an Geld.
Und der stärkste Druck auf die Börsen der Welt
kommt vom Überfluss, nicht vom Mangel an Geld.
Aber keiner sagt es den Ärmsten der Welt:
Wir haben ein Überflussproblem
und keinen Mangel an Geld.

Die Völker liegen weit unten im Dreck.
Die Finanzwelt kauft uns alles Wertvolle weg.
Land und Fabriken, Häuser und Umwelt
während die Regierung in Berlin sich dumm stellt.

Da hilft nur eines:
protestieren
friedlich auf die Straßen
marschieren
vernetzen, beraten und
selber regieren.
Ich hoffe, dass wir das
endlich kapieren.

Rob Kenius, 21.11.2019
Creative Commons-Lizenz

Demokratie ist machbar

Eins, zwei, drei,
die Volkspartei

Bei der Bundestagswahl 2017 hatten die drei selbsternannten Volksparteien jede etwa 10% ihrer Wählerinnen und Wähler verloren. Am meisten die CSU, am wenigsten die SPD. Der Wahlverlierer in den offiziellen Medien hieß aber Martin Schulz und die Lehre aus dem Debakel lautete:
Weiter so wie bisher
.
Die Regierung schützt die???
Automobilindustrie.
Sie bringt uns statt Äctschen?
Ein Klimapäckchen...

Und jedes mal, wenn die Volksparteien der GROKO abgestraft werden, heißt es in den offiziellen Medien: Die Ränder sind erstarkt, die Mitte ist geschwächt.
 
Was Mitte ist, wissen die Berliner am besten, aber, was eine Volkspartei ist, darüber kann jeder mitreden, der zum Volk gehört, oder etwa nicht? Denn es gilt der Satz:
Wir sind das Volk.
 
Was also ist eine Volkspartei? Ist es eine Partei, die sich dreist so nennt? Oder ist es eine Partei, die ein Viertel der Stimmen bekommt oder weniger oder mehr?

Ist Volkspartei eine Partei,
die sich um das Volk kümmert?

Schön wär's. Es ist aber vom Prinzip her kaum möglich, denn Partei bedeutet, dass eine Organisation Partei ergreift und Partei ergreifen bedeutet, dass man die Interessen eines Teils der Bevölkerung hervorhebt, begünstigt und vertritt.
 
Ist Volkspartei dann eine Partei, die für einen Teil des Volkes Partei ergreift? Für die Armen, oder die Reichen? Für den Mittelstand oder für Konzerne? Das wäre ein Widerspruch zu dem Begriff Volk. Eine Partei vertritt per Definition nicht das Volk, es sei denn, es gibt nur eine Partei, wie in China.
 

 
So eine Partei kann sich Volkspartei nennen. Das ist aber ein anderes System, das Einparteiensystem. Da regiert nicht nur eine Partei ständig, wie in Bayern, sondern es gibt nur eine einzige Partei.

Wer Politiker werden will,
tritt in die Partei ein.

Man kommt ins Grübeln, wenn man über die Volkspartei nachdenkt und sie verliert mehr und mehr an Attraktivität. Genau so ergeht es auch den drei Volksparteien der GROKO, sie verlieren an Attraktivität.
 
Wir können die Frage der Volksparteien auch von der entgegengesetzten Seite angehen, von der Seite der real existierenden, selbsternannten Volksparteien in der GROKO Merkel.3 oder Merkel.4.

Wen vertritt die CDU/CSU
und wen vertritt die SPD?

Darf man das noch voraussetzen, dass es sich bei regierenden Parteien um Parteien handelt, die für jemanden, per Definition, Partei ergreifen, also jemanden vertreten? Nicht mehr unbedingt. Oft ist es so, dass Parteivertreter niemanden außer sich selbst vertreten, dafür vertreten sie sich selbst und ihre Partei aber um so mehr.
 
Die Parlamentarier vertreten das Parlament, die Minister vertreten die Regierung, sonst nichts. Das ist für uns, das Volk, der ungünstigste Fall und manchmal ist es so, als wäre schon ein Zustand der totalen Eigennützigkeit unserer Repräsentanten erreicht:
 
Hohe Diäten,
hohe Pensionen,
Kostenpauschalen,
Nebeneinkünfte,
eigene Angestellte,
Sonderposten für Fraktionen,
Wahlkampfkostenerstattung,
wachsende Zahl von Abgeordneten,
mehr Minister,
mehr Staatssekretäre
plus externe Berater, die noch mehr verdienen als die Repräsentanten,

es nimmt kein Ende.
 
Trotzdem noch einmal die konkrete Frage: Wen vertreten die Vertreter der CDU/CSU und die der SPD am meisten? Es gibt da eine einfache Faustregel, um die Winkelzüge der Volksparteien zu verstehen, oder auch (für Aktivisten), um in den Parteistrukturen als Kandidat selber Karriere zu machen. Die grobe Faustregel lautet:

Die CDU/CSU vertritt seit Adenauers Zeiten Kanzler und Regierung.
 
Die SPD vertritt die Verwaltung und deren Angestellte.

Anzunehmen, dass eine Partei das Volk vertritt, oder gar als Repräsentant in einer Volkspartei selber die Vertretung des Volkes zu praktizieren, beides wäre naiv.
 
Doch Regierung (CDU) und Verwaltung (SPD) zusammen als Block, ist das nicht die ideale Kombination für eine stabile Koalition? Es scheint so zu sein und wird in den offiziellen Medien auch nicht in Frage gestellt.
 
All das Drum und Dran, das Volk, die Wahlen, die Programme, die Diagramme, die Diskussionen, Talkshows und Kommentare, all das ist Stoff für Nachrichten, System-Journalisten und für die Tagesschau, es ist unterhaltsames Theater. Ein System, das sich längst erschöpft hat und um sich selber kreist.

Parteien sind ein Auslaufmodell.

Es gibt in der digitalen Welt, im 21. Jahrhundert, bessere Formen der Kommunikation und der Willensbildung. Diese technischen Möglichkeiten werden von Internet-Kontaktmaschinen schon lange genutzt, leider nur zum Geldverdienen, mittels statistischer Auswertung, und leider auch zu häufig mit anonymen Teilnehmern.
 
Wir brauchen etwas anderes, den
öffentlichen Debattenraum, Demokrit, das interaktive Medium für Demokratie.
 
Demokratie ist in,
Frau Nachbarin.
 
Demokratie ist machbar,
Herr Nachbar.
 
Jetzt oder nie
Direkte Demokratie!
  Rob Kenius, 13.11.2019
  Wir haben auch einen Song zum Thema:

dada muzungu: direkte demokratie

 
 

Man kann nicht oft genug fragen

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Sozialer Patriotismus,
was ist das?
Es ist eine Formulierung von Björn Höcke.

Mein Großvater kam im Krieg bei Fliegeralarm ums Leben, durch einen Sturz von der Treppe. Kein ruhmreiches Ende, aber er hatte im Ersten Weltkrieg mit Gott für Kaiser und Vaterland genug gekämpft... und verloren.
 
Er war absolut kein Nazi, im Gegenteil, er gehörte zu den Rheinländern, die "den Hitler" nicht richtig ernst nahmen und ihn wegen seiner verstockten Redeweise für einen Verrückten und Spinner hielten. Und auch ich dachte ähnlich, als ich in der Schule zum ersten mal Hitler im Film in Bewegung sah und reden hörte. Da kam er mir wie eine Parodie vor.

So kann man sich irren!

Fast scheint es, dass die Menschen in Thüringen den Höcke aus Lünen oder Neuwied ebenso falsch einschätzen und für einen harmlosen Rhetoriker halten. Das ist gefährlich. Björn Höcke ist ein Fanatiker wie Hitler, dessen Radikalität exakt bis an die erlaubten Grenzen geht. Durch geschickte Wortwahl versucht er zu verschleiern und doch für seine Fans unmissverständlich anzudeuten, dass er ein großer Führer sein will und dass es zwischen seinen Ideen und dem Nationalsozialismus kaum einen Unterschied gibt, außer den Äußerlichkeiten von Zeit und Stil.
 
Das Thema Höcke finde ich eigentlich unappetitlich, aber die Tagesthemen vom 27.10.2019 haben mir ein Interview mit ihm aufgezwungen, wo er versuchte, so bürgerlich wie möglich anzukommen. Dem Ingo Zamperoni entging dabei, dass Höcke folgendes Wortgebilde formulierte:

Sozialer Patriotismus.

Da hätte Zamperoni einhaken müssen: Sozialer Patriotismus, was ist das, was meinen sie damit?
 
Leute wie Björn Höcke nutzen rücksichtslos ihren Vorteil aus, den sie als Redner haben, indem sie von der Bühne aus vergiftete Pfeile losschießen, die kaum erkennbar sind. Beim Fernsehinterview ist es ähnlich, die Fragen sind vorher festgelegt, die Interviewer sind keine schlagfertigen Disputanten oder Anwältinnen der Zuschauer. So blieb das Wort Sozialer Patriotismus im Raum stehen und außer den Fans werden viele es nicht einmal wahrgenommen haben.

Sozialer Patriotismus ist ein Synonym für Nationalsozialismus.

Die beiden Wortteile sind in der Reihenfolge vertauscht und der -ismus ist an Patriot angehängt. Der Kernbegriff ist durch ein Synonym ersetzt. Das harmloseste am Nationalsozialismus kommt zuerst: Sozial. Und dann Patriot statt Nazi. Aus Nationalsozialismus wird Sozialer Patriotismus. Inhaltlicher Unterschied? Für mich nicht vorhanden.
 
Jetzt mag einer sagen, sei nicht so spitzfindig! Doch bei Höcke muss man spitzfindig sein, denn er ist ein Intellektueller, ähnlich Joseph Göbbels, kein zweiter Adolf, sondern ein Gemisch aus Göbbels und Hitler, sprachliche Raffinesse und fanatische Ideologie in geleckter Gestalt. Ich finde den Mann zum Kotzen.

  Rob Kenius, 28.10.2019

Milde Gedanken - Absurder Zustand

Frieden mit Gott und der Welt

Frau Merkel verspricht in New York das blaue vom Himmel. Und gerade hat in Berlin die Regierung Merkel.4 beschlossen, dass alles so weiter laufen soll. So, dass kein Autofahrer was merkt von den Maßnahmen gegen CO2. Wie immer verschiebt die Kanzlerin das Problem auf eine höhere Ebene, wo sie in Frieden mit Gott und der Welt um die Erde jettet.
 
Dass sie dazu ihr Flugzeug nicht einmal mit der CDU-Vorsitzenden und Verteidigungsministerin (von Angelas Gnaden) teilen will, ist ein Zeichen gegen die Klima-Politik auf der Ebene ihrer eigenen Verantwortlichkeit. Königin der Passivisten.
 
Hier unten auf den Straßen der Republik demonstrieren Kinder und Zwerge, während die Großen der Finanzwelt weiterhin das Wirtschaftswachstum als ihren Fetisch feiern.
 
Wirtschaftswachstum in Prozenten ist die treibende Idee hinter Energieverschwendung, Ausbeutung und Umweltzerstörung.
 
Dazu wäre viel zu sagen, wenn es nicht schon am 24.07.2019 in dieser Rubrik unmissverständlich klargestellt worden wäre.
 
Was für ein Irrsinn, für eine %-Zahl alle Vernunft zu opfern.
 
Wirtschaftswachstum
oder Opium fürs Volk

 
Ein Klick und du weißt mehr!

 
Physik lernen mit
Angela Merkel

1. Die Lösung von Problemen.
 
Jedes Problem kann die Physik mit einem System von partiellen Differentialgleichungen darstellen. Deren Lösung ist äußerst schwierig und oft unmöglich.
 
Das Gesamtproblem hat aber immer eine richtige Lösung. Das ist der Zustand, genau so, wie es ist. Wer diesen Zustand nicht verändert, hat die einfachste Lösung bereits gefunden, die Möglichkeit zu handeln, aber verspielt.

 

Nicht nur freitags für die Zukunft

Freitagsdemo Köln, 20.09.2019

Schlecht organisiert, aber 20.000 Teilnehmer.
 
6-jährige Kinder skandieren:
 
Wir sind hier,
wir sind laut,
weil ihr uns
die Zukunft klaut.

 
Nach Muster dieses Sprech-Chors ein
13 Silben Rap mit 13 Strophen hier:
 
Doch es sind nicht nur 50 Jahre falsche Klimapolitik (davon 14 Jahre unter Klimakanzlerin Angela Merkel), sondern es sind auch 38.000 (achtunddreißigtausend) Euro Schulden, die auf jedem Kind lasten, das in der Bundesrepublik Deutschland geboren wird.
 
Und dann opponieren linke Politiker und Mainstream-Journalisten gegen die schwarze Null! Diese Null ist gar keine Null, sondern es ist die Zahl minus 3.000.000.000.000 (drei Billionen Euro Schulden). Dieser Schuldenberg wird nicht abgebaut, schwarze Null bedeutet nur, es werden keine zusätzlichen Schulden gemacht.
 
Wenn das diese Kinder wüssten! Aber sie sind noch zu klein, um solche Zahlen zu ermessen und das ganze Ausmaß des Diebstahls an ihrer Zukunft zu erkennen. Das haben ihnen die vergangenen Regierungen und deren Parteien eingebrockt.
 
Irgendwann werden sie fragen:
 
Mama, hast du damals auch CDU gewählt?
Papa, hast du damals auch SPD gewählt?

  Rob Kenius, 20.09.2019
  (zurück von der Demo)

Poster.jpg

in voller Größe

Wie lösen wir ein Problem,
das alle angeht?

Gegen die Mehrheit der Passivisten

Die Klimawandel-Leugner werden weniger, weil es nach zwei Trockensommern, all den Waldbränden und den schmelzenden Gletschern so offensichtlich ist. Es steigt auch vielleicht die Zahl der Aktivisten, die freitags etwas verändern wollen, aber immer noch dominiert bei Wahlen und Abstimmungen die große Mehrheit der Passivisten.
 
Die Passivisten argumentieren so:
 
Der Klimawandel ist eine große Bedrohung, die uns alle betrifft;
es ist ein globales Problem und verlangt eine globale Lösung. Als Einzelner kann ich gar nichts dagegen tun, weil ich nur einer von siebeneinhalb Milliarden bin. Auch der deutsche (österreichische, schweizer, französische, belgische, italienische, niederländische) Staat ist nicht in der Lage, den Klimawandel zu stoppen, weil die CO2-Emissionen unseres Landes im globalen Vergleich nur wenige Prozent ausmachen.
 
Man denke nur an die Waldbrände in Brasilien!
 
Es ist global gesehen völlig unbedeutend, ob ich oder mein Land aktiv werden oder passiv bleiben. Also bleibe ich passiv, das ist die einfachste Lösung, weil ich schon immer Passivist gewesen bin.

 
Richtig oder falsch?
 
Die richtige Argumentation ist folgende:
 
Der Klimawandel ist eine große Bedrohung, die uns alle betrifft, also betrifft er auch mich. Ich bin betroffen und habe die Möglichkeit zu reagieren, vielleicht spüre ich sogar den Impuls, zu handeln. Ich weiß auch, dass alle betroffen sind und weiß, dass eigentlich alle handeln müssten.
 
Von all diesen Betroffenen, bin ich mir selbst aber immer die oder der Nächste, ich bin die Einzige, die ich direkt beeinflussen kann und bin der Einzige, der für mich verantwortlich ist. Also muss ich mit mir selber anfangen und etwas gegen den Klimawandel tun, für die Reduzierung von CO2, gegen die Verschwendung von Energie, gegen die Wegwerf-Mentalität.
 
Wenn alle so denken, werden alle etwas tun.
 
Gleich erkennt man, dass es dazu sehr viele Möglichkeiten gibt. Ich kann den Co2-Ausstoß verringern, indem ich nicht mit dem Auto fahre. Langfristig kann ich ein bescheideneres Auto kaufen oder gar keins mehr. Ich kann beim Autofahren auf die Klima-Anlage verzichten. Ich muss nicht meinen Urlaub auf Bali verbringen.
 
Im Haushalt kann ich an jeder Ecke Energie einsparen, beim Heizen, beim Kühlen und beim Kochen. Den Fleisch- und Milchkonsum kann ich einschränken und damit gesunder leben und spare mir später auch manchen Arztbesuch.
 
Dann kann ich, wenn meine persönlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, darüber nachdenken, was mein Land gegen den Klimawandel tun kann.
 
Es gilt für die Regierung das Gleiche, was für den einzelnen Bürger gilt.
 
Etwas ändern kann jede Regierung zunächst nur im eigenen Land. Jede Regierung ist erst einmal nur für ihr eigenes Land verantwortlich, nicht für die EU und nicht für die UNO.
 
Und wenn alle so denken, werden alle etwas tun.

 
Die Passivisten sind bei Weitem in der Mehrzahl; sie dominieren die Politik und auch die meisten Diskussionen in den Medien. Und doch begehen sie einen Denkfehler. Dieser Denkfehler ist ein Fall von Schizophrenie. Politiker und Journalisten sind besonders davon betroffen.
 
Am Anfang des Gedankengangs ist das eigene Ich eins von allen, die betroffen sind. Das ist logisch. Am Ende wird das Ich aber isoliert betrachtet und verabsolutiert. Es ist ein Ich, das alleine da steht, nichts tut und nichts tun kann.
 
Bei der Erkenntnis ist die Person ein Teil der Gesamtheit, bei der Schlussfolgerung ein isoliertes Einzelwesen. Beides wird mit dem Wort Ich bezeichnet. Es handelt sich also auf einmal um zwei unterschiedliche Ichs. Ein soziales Ego, das die Bedrohung der Gesamtheit erkennt, dann aber um das Konsumego, das nur an die Befriedigung seiner Bedürfnisse denkt.

 
Wer so denkt, denkt schizophren.
 
Die Schizophrenie der Passivisten ist ein Problem, das uns alle angeht.
Also bin auch ich betroffen. Bin ich vielleicht selber schizophren, wenn ich von München nach Berlin fliege? Oder wenn ich mich nicht traue, einem Autonarren und Raser im Bekanntenkreis zu sagen, was ich davon halte? Bin ich nicht selber schizophren, wenn ich ein SUV fahre oder ein schwarzes Auto mit Klima-Anlage?
 
Jede private Klima-Anlage ist ein kurzsichtiger eigener Vorteil zu Lasten des Klimas und zum Schaden der Allgemeinheit.

Bin ich selber schizophren, wenn ich zu Weihnachten Kirschen aus Argentinien kaufe? Wenn ich sage, ich kann es mir leisten, man gönnt sich ja sonst nichts?
 
Merke:
Geldverschwendung ist okay, Energieverschwendung aber nicht.
 
Die Schizophrenie unserer Konsumwelt ist ein Problem, das uns alle angeht.
Beim Konsumieren ist jeder sich selbst der Nächste. Ich kaufe, was ich will und esse, was mir schmeckt, soviel, wie ich will, wann und wo ich will. Und wie ich dahin komme, wo ich hin will, ist nur meine Sache. Um das Klima sollen sich die Regierung und die Klimaforscher kümmern.
 
Und dann kam ein Mädchen aus Schweden, das nur ein einziges Ego hat, und zeigte uns, wie einfach das Denken und das konsequente Handeln einer ungespaltenen Persönlichkeit ist.
   Rob Kenius, 
   Cres/Kroatien, 25.08.2019 

 

Mehr bedeutet weniger

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Egoismus tötet, Verzicht kann uns retten.

Je mehr Menschen es auf der Erde gibt, desto weniger kann Egoismus die Lösung sein. Fragen wir zunächt einmal, was ist überhaupt Egoismus? Einfach zu erklären ist es bei Kindern und Tieren, wenn sie versuchen, das beste Stück den anderen wegzuschnappen.
 
Laut Darwin soll das gut sein, doch es findet seine Grenzen, wenn es gilt, für den eigenen Nachwuchs zu sorgen. Dann ist die Erhaltung der Art das höhere Gebot. Der Gedankengang lässt sich weiter fortführen, von der Familie zur Dorfgemeinschaft bis hin zum Sozialstaat. Je komplizierter es wird, desto mehr sind Ideologie und Religion im Spiel.
 
Und dann passiert etwas Merkwürdiges: Eine Lehre, die ursprünglich dazu da ist, den Egoismus der einzelnen Menschen zu bremsen, und das auch teilweise erreicht hat, macht viele Menschen, die daran glauben, aggressiv gegen andere, die nicht daran glauben, und besonders gegen solche, die an etwas Ähnliches glauben, an eine andere Version der gleichen Lehre. Aus der egalitären Gemeinschaft der Gläubigen hat sich Gruppenegoismus entwickelt.
 
Egoismus versteckt sich nicht nur hinter Religion, sondern auch hinter Ideologien, Strömungen, Bewegungen, sogar hinter Moden und Gewohnheiten. Egoismus wird gesteuert und gefördert von Werbung, von politischer Propaganda und von kommerziellen Medien.
 
Noch immer ist Reklame für suchterregende Stoffe nicht verboten. Die Sucht nach mehr Geld fördert die Sucht nach Nikotin und Alkohol. Es funktioniert genau so wie beim Handel mit harten Drogen. Der Impuls, mehr Geld für das eigene Ego zur Verfügung zu haben, benutzt den egoistischen Wunsch der anderen nach einem besseren Gefühl, den die Droge erst befriedigt und dann verstärkt entfacht.
 
Nicht nur Drogen haben den Effekt, dass sie Verlangen nach mehr vom gleichen Stoff erzeugen. Bei vielen Menschen wirken Zucker und Schokolade suchterregend, bei anderen Fleisch. Manche sind so schwach, dass sie ständig zu viel essen oder knabbern, harmlose Nahrungsmittel. Ihr Ego braucht das und die Reklame fordert dazu auf. Die Basis jeder Sucht ist das Verlangen, sein Ego stärker oder besser zu fühlen.
 
Über allem schwebt die Gier nach Geld, weil man mit Geld jede Sucht und fast jedes Verlangen befriedigen kann. Mit Werbung, die sehr teuer ist und oft von Süchtigen konzipiert wird, lässt sich das Suchtpotential verstärken. Geld ist in der zentralen Position und so zu einer Sucht erregenden Psycho-Droge geworden. Die Sucht nach Geld ist völlig legal, sie ist sogar erwünscht. Dass Geld suchterregend ist, erkennt man leicht an der Sucht nach Glücksspielen.
 
Genau wie man synthetische Suchtmittel und Medikamente herstellt, lassen sich gezielt geistige Drogen konzipieren. Religion und Ideologie kann zu einer Sucht werden, man nennt das Fanatismus. Da tut sich ein weites Feld auf.
 
Schon vor Jahrhunderten hat der Dichter Cervantes den verrückten Helden Don Quijote beschrieben, der süchtig nach Liebesromanen war. Heute sind es Computerspiele, Pornovideos, Filmserien und Apps auf der Touchscreen. Dieser Gehirn-Stoff erzeugt das Verlangen nach mehr und bewirkt am Ende, dass irgendwer Geld einkassiert. An der Spitze stehen die sogenannten Sozialen Medien, die den Nutzern offen ein weit reichendes Ego vortäuschen und sie heimlich informativ ausbeuten, so dass Mark Zuckerberg zum Milliardär wird.
 
Geld fördert Egoismus. Geld ist der vielseitigste Ego-Verstärker, den es gibt. Wer Geld hat, kann sein Ego ausdehnen, er kann es durchsetzen, verwirklichen, auch geschickt tarnen oder verkleiden oder streicheln lassen. Wer Geld hat, für den gibt es keine Grenzen mehr, er kann um die Welt jetten und sich zum Mond schießen lassen. Vielleicht ist Jeff Bezos der erste Egoist, der sich aus eigener Intention auf den Mond schießen lässt und hoffentlich dort bleibt.
 
Geld und Ego sind eng verschränkt und Geld hat von sich aus schon einen Dreh zum Größenwahn; denn es kann immer mehr werden. Und es wird immer mehr. Das wird zwar nicht offen kommuniziert, aber es ist eine fundamentale Tatsache unseres Finanzsystems: Geld wird mehr und mehr und mehr und zwar unkontrolliert.
 
Keiner weiß genau, wie viel Geld es gibt und wie schnell es sich vermehrt. Das ist denen, die an der Spitze der Geldpyramide stehen, auch recht so. Sie wollen mehr haben und je mehr Geld es insgesamt gibt, desto mehr bekommen sie davon ab. Das gilt auch für Staaten und Regierungen. Also unternehmen die Staaten nichts gegen die Geldvermehrung, obwohl sie nur wenig, über Steuern, davon ab bekommen.
 
Das System ist so konstruiert, dass Geld von selber akkumuliert und die Geschäfte der Top-Verdiener sind so angelegt, dass es mit großer Sicherheit bei ihnen landet. Larry Fink, der Manager von Black Rock, betreibt zu diesem Zweck einen der größten privaten Computer der Welt. Damit berechnet er die Wahrscheinlichkeit, mit der Geld sich vermehrt, abhängig von der Disposition durch zahlreiche, unkontrollierbare Anleger. Am schnellsten und sichersten vermehrt es sich bei Black Rock.
 
Egoismus gipfelt im Größenwahn. Das ist ein geistiges Krebsgeschwür, eine Krankheit, die das Ego aufbläht, es ständig füttert und doch nie satt macht. Das ideale Futter ist Geld; denn es hat einen Unendlichkeitseffekt. Das ist nichts Mystisches oder übernatürliches. Geld ist eine Zahl und Zahlen kann man beliebig fortsetzen, man kann Zahlen immer weiter zählen, multiplizieren oder prozentual vergrößern.
 
Aber halt, wieso ist Geld eine Zahl? Das hat sich ganz langsam so entwickelt. Erst gab es Münzen aus Gold und Silber, da stand eine Zahl drauf. Die war etwas größer als der wirkliche Wert. Man konnte damit Söldner bezahlen, die Wein kauften, sich betranken und in die Schlacht zogen. Dann gab es Geld aus Kupfer, Bronze und Nickel und schließlich aus Papier. Doch immer noch hieß es, die staatliche Bank ist bereit, das Geld gegen Gold oder Silber einzutauschen. Das war nur möglich, weil nie alle Geldbesitzer gleichzeitig ihr Geld eintauschen wollen.
 
Richard Nixon hat das abgeschafft. Seitdem war der Dollar nur noch Papier. Alle haben ihn weiter benutzt und den Wert weiter akzeptiert. Und jetzt im digitalen Zeitalter ist Geld nur noch eine Zahl auf einem Speicherplatz. Es wandert neun- und zwölfstellig, in Nanosekunden durch Prozessoren und Glasfaserkabel, rund um den Globus.
 
Dieses digitale verfügbare Geld ist der ideale Stoff für den Größenwahn. Dem Super-Ego sind keine Grenzen in Raum und Zeit mehr gesetzt. Es ist wie in einer Wahnvorstellung und alles scheint Realität zu sein, wenn nur genug Geld da ist. Das digitale Zeitalter bietet tausend Möglichkeiten für Egomanie und ungebremsten Egoismus. Beispiele gefällig? Da braucht man nicht lange zu suchen, es steht in den Tagesnachrichten.
 
Das digitale Zeitalter hat auch das Internet hervor gebracht, ein Medium unbegrenzter Kommunikation für alle, nicht nur für einen oder für wenige! Es zeigt uns die Bilder von Satelliten, und wir sehen, wie klein und blau der Planet ist. Das Netz präsentiert die Zahlen, wie schnell die Menschheit wächst, was sie konsumiert, was sie wegwirft und was sie verheizt, was sie verspeist und wie viel CO2 sie in die Luft bläst.
 
Alle spüren, wie das Klima sich wandelt und kaum einer glaubt, dass es harmlos ist. Eigentlich sehen alle, dass der persönliche Egoismus und der Gruppen-Egoismus ein Ende haben muss. Menschen sind keine Heuschrecken, keine Milben oder Bakterien, die ihren eigenen Lebensraum vernichten, weil sie ihre kleinen, egoistischen Triebe nicht beherrschen können. Oder doch?
 
Was viele nicht erkennen, ist, dass dieses Problem beim eigenen Ego beginnt. Es beginnt bei dir selbst. Es scheint aussichtslos, im globalen Maßstab etwas zu bewirken, aber jeder, absolut jeder, kann sein Ego reduzieren und das ist auf lange Sicht die einzige sichere Lösung, bei der nicht irgendjemand sonst noch einen Geld-Gewinn macht.
 
Gegen den Egoismus der anderen ist die beste Maßnahme, das eigene Verlangen nach mehr zu begrenzen. Und wir sollten das nach außen auch zeigen und stolz darauf sein, wenn wir auf das maximal Erreichbare verzichten.

Rob Kenius, 08.08.2019

 

Zum Thema Geldgier dieses hier:
Leben im Geldüberfluss

Nicht nur freitags für die Zukunft

Außer der Wirtschaft gibt es nichts Lebendiges, das immer nur wächst oder immer nur wachsen soll. Wieso fordern alle permanentes Wirtschaftswachstum?
 
Die Wirtschaftsbosse sind vielleicht verblendet und glauben, dass ihr Ding immer nur wachsen soll. Aber Politiker fordern es auch und Journalisten ebenso. Warum?
 
Politiker fordern Wirtschaftswachstum, weil dann die Steuern automatisch mitwachsen, ohne dass die Steuern erhöht werden.
 
Journalisten kommerzieller Medien fordern es, weil sie überwiegend von Werbeeinnahmen leben, die von der Wirtschaft bezahlt werden.
 
Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen Anstalten fordern es, weil die Regierung es fordert, und die Anstalten ebenfalls Werbeeinnahmen haben.
 
Sie alle fordern aus eigenem Interesse permanentes Wirtschaftswachstum, weil sie immer mehr Geld haben wollen.
 
Die Finanzwelt ist die treibende Kraft. Ihr Produkt ist nur eine Zahl, das Geld. Diese Zahl entfernt sich mehr und mehr von der Realität, in der die Wirtschaft operiert.
 
Die Wirtschaft ist aber ein Prozess der sich auf dem Planeten Erde abspielt. Dieser Planet ist nicht unendlich groß. Die Geldmenge kann gegen Unendlich wachsen, der Planet und seine Möglichkeiten aber nicht.
 
Wenn die Finanzwirtschaft und die Wirtschaftslenker das nicht einsehen, sind sie kurzsichtig oder narzisstisch verblendet.
 
Wieso sehen Politiker es nicht ein und Journalisten? Sind sie weniger intelligent oder weniger realistisch als wir?

Wirtschaftswachstum
oder Opium fürs Volk

Wirtschaftswachstum, was ist das?
 
Vorwärts in alle Richtungen? Ein lohnendes Ziel? Aufschwung? Ein Postulat der Finanzwelt? Ganz einfach nur eine Zahl? Ein Fetisch oder eine Religion? Opium fürs Volk?
 
Fairytales of economic growth.
(Greta Thunberg in ihrer Rede vor der UNO)

Der Begriff Zahl kommt der Realität in einem ersten Schritt am nächsten.
 
Wenn vom Wirtschaftswachstum die Rede ist, wird von einer Zahl gesprochen, einer Prozentzahl. Wirtschaftswachstum um 2, 3, 5 bis 10 Prozent. Das ist angesagt, es wird nicht hinterfragt.
 
Die erste Frage ist: Prozente wovon?
 
Die Antwort muss dann wieder eine Zahl sein, Prozente muss man von einer Zahl berechnen. Um das Wachstum in einer Prozentzahl auszudrücken, muss man die ganze komplexe Wirtschaft mit einer einzigen Zahl messen. Wirtschaft ist aber eine sehr komplizierte Sache, ein umfangreicher Teil unseres materiellen Lebens.
 
Die zweite Frage ist also: Geht das überhaupt?
 
Die Wirtschaft ist eigentlich ein Gewimmel von Zahlen: Einnahmen, Ausgaben, Preise, Gebühren, Einkommen, Löhne, Steuern, Eckdaten, Provisionen, Marktanteile, Rabatte, Zinsen, Verluste, Staatsausgaben, Finanzpläne... Und das Volumen der Wirtschaft soll in einer einzigen Zahl auszudrücken sein, die man dann um 2, 3, 5 oder 10 Prozent steigern kann? Ist das möglich?
 
Viele Experten sagen ja.
 
Die Zahl, die alles umfasst, sei das Bruttosozialprodukt. Was ist das?
 

 
Den Begriff des Bruttosozialprodukts (Gross National Product) hat Robert F. Kennedy im Jahre 1968 in einer bedeutenden Rede öffentlich angeprangert und quasi lächerlich gemacht.
 
Nach seinem Gedankengang enthält das Bruttosozialprodukt Waffen für die Armee, Werbemittel für Tabak, Alkohol und Süßigkeiten und ebenso Medizinkosten, um die Süchtigen und Übergewichtigen zu heilen. Es enthält Dienstleistungen und Trinkgelder, Konsum und Verschwendung. Aber es enthält keine Zahl, die das Wohlbefinden der Kinder misst oder den Bildungsstand oder die Lebensfreude.
 
Weniger als drei Monate nach dieser wirtschafts-kritischen Rede wurde Robert Kennedy ermordet.
 
Das Bruttosozialprodukt enthält auch Staatsausgaben, auch, wenn sie mit Kredit finanziert sind. Das hatte schon Helmut Schmidt erkannt. Es ist einfach: Eine Regierung kann das Bruttosozialprodukt steigern, indem sie Schulden aufnimmt und das Geld an Bedürftige verteilt, für Waffen ausgibt oder sinnlos verplempert.
 
Was ist also das Wirtschaftswachstum?
 
Es ist eine Zahl, die etwas beschreibt, was nicht mit einer einzigen Zahl zu beschreiben ist. Diese Zahl wird zum Fetisch, weil sie als unabdingbares Ziel des Handelns gilt, und damit wird sie gefährlich. Das Wirtschaftswachstum ist wie eine Droge, man glaubt, je mehr desto besser, das bringt den Kick.
 
Wie unsinnig das alles ist, kann man an einem abartigen Vergleich sehen: Man stelle sich vor, Menschen wollten das Aufziehen und Erziehen ihrer Kinder, mit einer einzigen Zahl bewerten, die dann so weit wie möglich zu steigern sei. Wäre dies die Zahl der Kinder? Oder deren Körpergröße, gemessen in Zentimetern? Oder das Gewicht der Kinder, gewogen in Kilogramm?

Das prozentuale Wirtschaftswachstum ist eine globale Gefahr.

Das wurde um 1970 schon erkannt. Es ist ganz einfach eine mathematische Tatsache: Wenn man eine Größe (Zahl) regelmäßig (jedes Jahr) um einen prozentualen Faktor steigert, dann wächst diese Größe (die Wirtschaft) auf längere Sicht exponentiell. Das ist Mathematik, gegenüber der es kein Entrinnen gibt. Der Club of Rome hat es damals verkündet. Es hat sich bewahrheitet.
 
Was bedeutet Exponentielles Wachstum?
 
Exponentielles Wachstum folgt einer Kurve, die immer steiler wird, denn der Zuwachs wird um so größer, je mehr schon vorhanden ist. Exponentielles Wachstum hat keinen Wendepunkt, keine Sättigung, es strebt nur schnell gegen Unendlich.
 
Das prozentuale Wachstum der Wirtschaft ist zum Fetisch geworden. Aber da wächst nicht nur eine einzige Zahl. Es wachsen viele Zahlen und Mengen, Tonnen, Zahlenkolonnen, Stunden und Kubikmeter.
 
Es wachsen Einnahmen, Ausgaben, Kreditaufnahme und Schuldenstand, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß, Warenangebot, Kaufkraft und Abfallmenge, landwirtschaftlicher Ertrag, Flächenverbrauch und die Menge an Pestiziden, an Nitraten und die Zahl an vernichteten Arten anderer Lebewesen.
 
Es wächst der Welthandel, die Zahl der Containerschiffe, die Zahl der Automobile und der Flugkilometer, es wächst die Zahl der Passagier- und Kampfflugzeuge, es wächst der Import und Export von Waffen in mehr Länder als je zuvor. Dadurch wächst die Konfliktbereitschaft, die Zahl der Milizen, der Fanatiker und es wächst die Kriegsgefahr.

Was nicht wächst, ist Lebensqualität.

Was nicht wächst, ist das Wohlbefinden. Was nicht wächst, ist die Qualität von Lebensmitteln. Was nicht wächst, ist die Zufriedenheit. Was nicht wächst, sind die Löhne der Billigarbeiterinnen in Bangladesch. Aber es wächst überall der Stress, die Belastung, die Bedrohung, die Angst.
 
Das Wirtschaftswachstum ist das Allerheiligste unserer Zivilisation, es ist die geistige Droge Nr. 1 und es treibt die große Mehrheit aller Menschen an, in allen Ländern. Aber das Wachstum treibt uns in den Untergang. Denn die negativen Begleiterscheinungen, alle Produktionsabfälle und sozialen Missstände wachsen mit.
 
Es ist noch ein weiter Weg bis zur Einsicht in das Unvermeidbare. Die Wirtschaft ist eindimensional auf das Geld fixiert. Die reale Wirtschaft hat aus der Geldwirtschaft das Postulat übernommen, dass eingesetztes Geld und damit die ganze Wirtschaft sich prozentual vermehren muss, von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag, vom Abend zum Morgen. Das tut das Geld auch, jedes Jahr, Tag und Nacht.
 
Geld vermehrt sich, unkontrolliert, durch Kreditaufnahme mit Giralgeldschöpfung und driftet in Form von Gewinnen am Ende in die Finanzwelt. Das ist ein komplizierter Vorgang, der hier nicht erklärt werden soll, dessen Ergebnis aber für alle sichtbar ist: Umverteilung von unten nach oben.
 
Geld ist längst schon in Überfluss vorhanden und für den Geldeinsatz in der Wirtschaft gibt es keine finanziellen Grenzen mehr. Alles ist finanzierbar und sei es noch so verrückt: Der bemannte Flug zum Mars, Maut auf allen Straßen, eine Mauer nach Mexiko, Privatbesuche auf dem Mond, die Aufrüstung des Weltraums.

Es ist, als wenn eine höhere Macht ein suchterregendes Gift ausgestreut hätte.

So vergiftet man heutzutage Ratten mit einem Stoff, der sie erst süchtig macht und dann tötet. Durch den Suchteffekt locken die ersten, die das Gift entdeckt haben, die anderen Ratten an, ehe sie krepieren, so dass die ganze Population im Bereich des Giftes vernichtet wird. Dieses suchterregende Gift ist für den Menschen das prozentuale Wirtschaftswachstum, gemessen in Geld.
 
Die Vernichtung der eigenen Umwelt haben bereits andere, viel primitivere Lebewesen schon vorexerziert, wahrscheinlich, weil sie zu dumm waren, über sich selbst als Spezies zu reflektieren. Man kann so etwas in der Erdgeschichte, aber auch heute in der Natur beobachten: an Bakterien, an Milben und Heuschrecken. Die fressen und mästen und vermehren sich immer weiter, bis sie den eigenen Lebensraum vernichtet haben.
 
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Rob Kenius, 24.07.2019
Bearbeitet und gekürzt 07.10.2019

So ganz langsam bewegt sich was

Das verwunschene Wort Steuern wird ausgesprochen

Es bewegt sich etwas in der Steuerdebatte.
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet am 07.07.2019 darüber. Endlich haben Politiker erkannt, dass mit Reden und Versprechen allein kein Staat zu machen ist. Man braucht zusätzlich Geld und das ist überwiegend in den Händen der Finanzwelt.
 
Jahrelang hat man sich damit begnügt, Schulden zu machen und diese Last den nachfolgenden Regierungen und späteren Generationen (Kinder und Enkel) aufzubürden. Das kann nicht ewig so weitergehen. Man muss sich das Geld nicht in der Finanzwelt leihen, sondern es in Form von Steuern dort abholen, wo es ist.
 
Staatsschulden sind immer ein Geschenk an diejenigen, welche die Zinsen kassieren. Die Lage wird dadurch verschärft, dass multinationale Konzerne extrem wenig Steuern und viele Internet-Riesen gar keine Steuern zahlen, vor allen Dingen nicht in den Ländern, in denen sie am meisten Geld verdienen.
 
Das Problem ist inzwischen auf den obersten Ebenen der Politik, bei den internationalen Organisationen der Jet-Flieger gelandet und wird dort schon vornehm diskutiert: Bei G7, G20 und OECD.
 
In der OECD sind 129 Länder organisiert und nur wenige der 129 Länder profitieren von Steueroptimierung und Gewinnverlagerung wie z.B. die Schweiz. Zum Glück sind wirtschaftlich große Länder betroffen, auch die USA, Deutschland, Australien und Kanada, aber am meisten große Schwellenländer wie Indien und Brasilien, die sehr dringend Geld benötigen.
 
Aber leider ist es so:
Je höher die Ebene der politischen Diskussion, um so weniger fruchten die Ergebnisse auf dem Boden der Realität. Das ist deutlich an den Klima-Beschlüssen zu erkennen. Alles, was auf höchster Ebene Politikerinnen (an erster Stelle die Klimakanzlerin) und Politiker verkünden, bleibt globale Vision, es wird zeitlich enorm verzögert, inhaltlich verwässert und bietet genügend Spielraum für nationale Hintertüren, für Schummelei und Intransparenz. Die Politiker nennen das Realitätspolitik und Interessenausgleich.
 
Zu Hause angekommen, heißt es dann: Das können wir nicht hier (in Berlin), sondern nur auf globaler Ebene lösen. Dabei weiß jeder Depp, dass auf globaler Ebene das mächtigste Land der Welt immer gegen alles ist. Wie schizophren dieses Global-Argument ist, wurde bereits analysiert: Wie lösen wir ein Problem, das alle angeht?
 
Steuern kann man bisher nur auf nationaler Ebene erheben. Das Zauberwort heißt Quellensteuer. In diesem Fall die Umsatz-Quellensteuer. In Härtefällen sogar in ihrer Höhe auf einzelne Konzerne zugeschnitten. Das ist die gleiche Taktik, nach der Luxemburg und Irland für Amazon und Google spezielle Gesetze erlassen haben, um die anderen EU-Staaten zu hintergehen.
 
Wer sich ausgiebig und aktuell über die Beziehungen zwischen Staaten und Finanzwelt, über Geldflut, Schulden, Gewinnverlagerung und deren Bekämpfung durch Steuern informieren will, findet all das in diesem Buch:
 
Ein Klick und du weißt mehr.

Leben im Geldüberfluss.
Umwelt und Politik im Griff der Finanzwelt.

Vorgestellte Steuermodelle:
Umsatz-Quellensteuer,
Soziale Quellensteuer,
Gestaffelte Mehrwertsteuer
(auch geeignet als flexible CO2-Steuer).
Erschienen Juni 2019.


Man kann es nicht oft genug sagen!

Zwei Ohrfeigen für die Demokratie

Kaum ist die Wahl zum Europäischen Parlament gelaufen, da wird klar, dass dieses Parlament nichts zu sagen hat. Die Entscheidungen sind Sache der sogenannten Gipfeltreffen, das bedeutet: Es entscheidet das Geschacher der Regierungs-Chefinnen und Regierungs-Chefs.
 
Die gute Nachricht ist: Es sind zwei Frauen auserwählt: Christine Lagarde und Ursula von der Leyen. Die schlechte Nachricht ist: Es wird dadurch nicht besser mit der EU. Was die Buchstaben E und U aktuell bedeuten, ist hier dargestellt:
 

 
Früher nannte man das, was da geschieht, Hinterzimmer-Politik, aber das ist es nicht genau. Es wird telefoniert, gekungelt und um die Ecken getwittert. Im Hinterzimmer aber sitzt, wie Harald Schmidt so schön formuliert hat, im Hinterzimmer sitzt das Parlament, das nur noch zustimmen darf.
 
Idiotisch ist, dass dieses Hinterzimmer so riesengroß und mit 751 Personen besetzt ist, die auch noch zehn mal so viele Angestellte benötigen, um in 24 Sprachen ja sagen zu können. Dass man sich nicht vor der Weltöffentlichkeit schämt, ist kaum zu fassen.
 
Jeder, der in der EU lebt und selber denkt, muss sich möglichst sofort mit den Strukturen der EU vertraut machen. Das wird hier in 15 - 20 Minuten erledigt.

 

Worte zur Lage der Nation

Nationalstolz 4.0

Deutsch ist eine Sprache, nicht ein Land. Nationalismus ist von gestern und hat vielen Menschen viel Unglück und Krieg gebracht. Übersteigertes Nationalbewusstsein ist immer eine Bedrohung für alle anderen, die nicht zur Nation gehören.
 
Die stärkste Bedrohung dieser Art geht von den USA aus. Die USA sind ein Land, das 200 Jahre lang seine Grenzen erweitert hat und in seinem Expansionsdrang nicht zur Ruhe kommt. Man will offenbar die ganze Welt besitzen und hat die halbe Welt schon besetzt. Länder, die noch nicht besetzt sind, werden bedroht und sanktioniert.
 
Das umgekehrte Konzept hat China bisher verfolgt. Man lebt seit dreitausend Jahren im gleichen Raum. China nennt sich das Land der Mitte und meint die gefühlte Mitte Asiens. Nichts deutet darauf hin, dass China andere Gebiete der Welt erobern will.
 
Eine solche Einstellung, nicht expansiv zu denken, wäre auch ein gutes Konzept für unser Land gewesen, das in der tatsächlichen Mitte Europas liegt. Bekanntlich sahen zwei oder drei Generationen von deutschen Nationalisten und Nazis das anders. Es hat zu sinnlosen Schlachten und Morden geführt.
 
Europa ist geografisch der komplizierteste Erdteil und das Land in der Mitte Europas ist dabei in der schwierigsten Lage. Das ist keine Entschuldigung für Nationalismus, sondern ein Hinweis darauf, dass Nationalismus in dieser Position Wahnsinn ist.
 
Wenn ein Land keinen Nationalismus braucht, dann ist es genau dieses Land der Mitte, wo man die deutsche Sprache spricht. Und das ist nicht mal ein Alleinstellungsmerkmal. Österreich, Schweiz und Luxemburg liegen ebenfalls ziemlich in der Mitte, man versteht dort Deutsch und spricht deutsche Dialekte. Das zeigt, wir sind nichts Besonderes und sind vor allen Dingen keine besondere deutsche Rasse.
 
Wer das Land in der Mitte abriegeln will, hat viel zu tun, es ist quasi unmöglich. Wer eine Firma aufbauen und sich etablieren will, hat ebenfalls viel zu tun, denn die Qualitätsanforderungen sind hoch. Das liegt daran, dass bei der Position in der Mitte die Mittel zur Steigerung der Qualität von Arbeit und Produktion so vielseitig sind. Von allen Seiten kommen gute Waren und fähige Leute ins Land und stehen hier unter großem Qualitäts- und Leistungsdruck.

   Die sechs Herren auf diesem Bild sind von Prag
   nach Köln gereist, um eine Montage auszuführen.

Unter diesen Bedingungen hat sich die deutsche Sprache entwickelt, sie ist präzise und flexibel zugleich. Ihre Beherrschung ist die zentrale Voraussetzung, um als Fachkraft oder Migrant hier zu bleiben und Erfolg zu haben. Wer kommt und was bringt, kann gerne mitmachen. Mehr soll zu diesem Thema hier und jetzt nicht gesagt werden.

Alles Gute kommt von oben?

Deutschland scheint mehr als andere Länder Probleme mit seinen Regierungen zu haben.
Das Vertrauen ist groß, die Kontrolle ist schlecht. Das gilt auch für viele regierungsnahe Organe: Verwaltung, Schulen, Polizei, Bundeswehr, Geheimdienst usw.
 
Die Regierungen und ihre Organisationen sind offenbar von den hohen Qualitätsanforderungen, die sonst hier gelten, ausgenommen. Man findet sich damit ab, schlecht regiert, schlecht unterrichtet, schlecht verwaltet und schlecht überwacht zu werden.
 
In den letzten Jahrzehnten ist ein weiteres staatlichens Manko hinzugekommen.
 
Wir werden schlecht informiert, obwohl gerade in der heutigen Zeit präzise Informationen besonders nötig wären. Gemeint sind hier an erster Stelle die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk- und Fernseh-Anstalten. Deren Qualität an objektiver und vielseitiger Information ist in dreißig Jahren stark und permanent gesunken und erreicht ständig neue Tiefpunkte.
 
Je höher die Einschaltquoten, desto mehr Regierungsnähe und Anpassung an den Mainstream. Das gilt besonders krass für die Tagesschau, die Informationssendung mit der höchsten Reichweite. Dort erfährt man nur noch die offizielle Sicht der Regierung, ähnlich wie in einem Land, in dem es keine Meinungsfreiheit gibt. Das ist kein Grund, stolz auf unser Land zu sein.
 
Hinzu kommt, dass nicht nur Informationen, sondern auch Meinungen gezielt gelenkt werden. Da geht es oft in die nationale Richtung: Es wird Nationalstolz generiert. Wegen Fußball, wegen Olympia, wegen der deutschen Autos und wegen des hohen Lebensstandards, fast wie in den USA. Deutschland ist erfolgreich, weil es die zentrale Produktionsstätte Europas ist. Das ist kein Wunder, es wäre eher eine Panne, wenn es nicht so wäre. Kein Grund stolz oder überheblich zu sein.
 
Wer braucht Nationalstolz? Nationalstolz und die damit verbundenen Reden und Riten sind ein Zeichen von Komplexen und von Dummheit, sie sind kein Ersatz für Qualifikation, wie sie hier in diesem Land der Mitte in verstärktem Maße verlangt wird. Tut mir leid, Kumpels , das musste an dieser Stelle einmal gesagt werden.

Rob Kenius, 29.06.2019


Kein Grund zum Feiern

Europa kann noch nicht ergrünen.

Ein schöner Erfolg für die deutschen Grünen. Dieser Wahlerfolg wurde maßgeblich von Youtubern bewirkt, also von alternativen online-Medien, zu denen sich auch kritlit.de zählt, genau wie Telepolis, KenFm, NuoViso.tv, Nachdenkseiten und viele andere, die sich nicht nur per Video und nicht nur auf amerikanischen Platformen präsentieren.
 
Der Euphorie müssen aber ein paar unpopuläre Fakten entgegengehalten werden, damit nicht die Meinung entsteht, es sei mit der Europawahl etwas für die Zukunft des Planeten oder für die Verbesserung der Demokratie in der EU erreicht worden.
 
Es gibt 17 Grüne zusätzlich im Parlament von 751 Abgeordneten. Das ist ein gutes Zeichen, mehr nicht. Die Ohnmacht des gesamten Parlamentes wird dadurch nicht beseitigt.
    Das EU-Parlament ist die schwächste von vier Institutionen:
  • Gipfeltreffen
  • Kommission
  • Ministerrat
  • EU-Parlament
  • Ein Klick und du weißt mehr.
     
    Das EU-Parlament hat nicht die Funktion eines Parlamentes:
  • Keine Wahl der Regierung (Kommission)
  • Keine Gesetzesinitiative
  • Keine Verfügung über die Finanzen
  • Es kann die anderen Gremien nicht überstimmen
Nach wie vor ist die Struktur der EU demokratiefeindlich:
 
Drei von vier Gremien werden von den einzelnen Nationalstaaten eingesetzt und nach Wahl der dortigen Regierungen und Parteien mit Politikern beschickt. Das geschieht nach taktischen Erwägungen und ist teilweise ein Abschieben von ausgedienten oder unbeliebten oder auch verdienten, aber erfolglosen Parteigenossen.
 
Das gute Abschneiden der Partei Die Partei, die jetzt mit zwei Vertretern im EU-Parlament sitzt, ist ein Zeichen dafür, dass viele Wähler Parteien nicht mehr ernst nehmen, weil sie erkannt haben, dass die politische Partei an sich ein Auslaufmodell ist.
 
Das Ergebnis der EU-Wahl 2019 in Deutschland ist ein positives Zeichen, das junge Leute gesetzt haben. Es ist kein politischer Erfolg, weil der demokratischen Wahl des Parlamentes keine demokratische Praxis in der EU entspricht.

Nach der Wahl: Aktionstheater

Das erste Wahlergebnis, nachdem alle Torten-Diagramme vorgestellt sind, ist ein hektisches Theater um mögliche Kommisionspräsidenten. Dabei ist, EU-typisch, kein eindeutiges Verfahren festgelegt, wie und von wem der Kommissionspräsident bestimmt wird. Es läuft darauf hinaus, dass die Regierungs-Chef/inen es auskungeln.
 
Mit der Parlamentswahl und mit Demokratie hat das nichts zu tun. Der Kampf um Meinung und Macht geht weiter.


Eine Frage zur Lage der Nation
 
Frage des Tages: Warum hören Politiker nicht
auf Wissenschaftler?


Hört auf Wissenschaft und auf kritlit.de!

Warum hören Politiker nicht auf Wissenschaftler?
 
Das ist eine brennende Frage, die von protestierenden Schülern und Your-Tubern gestellt wurde, doch die Antwort ist banal:
 
Wissenschaftler gehören zum ohnmächtigen Volk, das keine politische Macht besitzt. Schüler und Studenten ahnen das nicht, weil in ihrer Welt die Wissenschaft einen hohen Rang hat. Das sollte in einem fortschrittlichen Staat auch so sein. Doch die Bewertung von Wissenschaftlern sieht in der Politik anders aus.
 
Politiker hören nicht auf Wissenschaftler, auch nicht auf Ärzte oder Ingenieure, nicht auf Apotheker oder Architekten, auch nicht auf Kreative oder auf Philosophen, genau so wenig wie auf allein erziehende Mütter, Paketzusteller oder Hartz4-Empfänger. All diese Gruppen sind im politischen System nicht präsent. Sie sitzen nicht in angemessener Zahl in den Parlamenten, sie haben keine Lobby, machen keine namhaften Parteispenden und haben keinen Einfluss auf die offiziellen Medien, erst recht nicht auf Parteivorstände, Minister oder Staatenlenker.
 
All diese Gruppen sind machtlos, genau wie 95% aller Bürger, weil sie zu den 95% gehören.
 
Viele glauben daran, dass von der Stimmabgabe bei einer Wahl starke Impulse und dauerhafte Richtungsänderungen ausgeben. Doch die Entscheidungen der Regierung basieren nicht auf dem Willen und dem Wunsch ihrer Wähler, sondern auf dem Abwägen von Interessen.
 
Wenn man regierende Politikerinnen und Politiker fragt, warum sie sich so und und nicht so entscheiden, sagen sie immer das Gleiche: Wir müssen alle Interessen gegeneinander abwägen, das ist Realpolitik.
 
Was heißt hier abwägen und welche Interessen sind das?
 
An erster Stelle stehen die Interessen der Finanzmacht. Denn die Macht der Finanzen ist größer als die Macht der Staaten. Schon deshalb, weil sie global wirkt. Und die Macht der Finanzwelt steigt mit der Geldmenge. Das große Geld kann in Bruchteilen von Sekunden auf dem ganzen Globus eingesetzt werden, bei Tag und Nacht.
 
So etwas kann keine Staatsmacht, es sei denn mit einem Druck auf den roten Knopf. Doch diese Macht, Massenvernichtungswaffen einzusetzen, ist nicht geeignet, die Finanzmacht unter Kontrolle zu bringen und auch nicht die Drohung mit dieser Option. Das Gegenteil ist der Fall.
 
Militärische und nukleare Rüstung ist neben Finanztransaktionen eins der lukrativsten Geschäfte, was sich täglich an der Börse zeigt. Bomben und Raketen haben keine Wirkung gegen finanziellen Druck auf Regierungen. Sie helfen nicht gegen Korruption und Schulden. Krieg schadet an erster Stelle den einfachen Menschen, den Soldaten und sesshaften Bürgern, nicht den Banken und Finanziers.
 
Die zweite Gruppe, welche Politik steuert, mehr als die Stimmen der Wähler, sind die Führer der Wirtschaft. Sie bestimmen über Beschäftigung, Löhne, Preise und Steuern. Der Staat lässt ihnen die Freiheit, nach eigenem Ermessen Menschen in lohnende Arbeit zu bringen oder auch nicht. Sie können Konsumenten mit brauchbaren Produkten beliefern oder auch nicht und ihre Produkte zu angemessenen Preisen anbieten oder nicht. Internationale Konzerne können Steuern in einem Land zahlen oder auch nicht.

    Umgekehrt ausgedrückt: Die Wirtschaft, insbesondere große Konzerne, können den Menschen
  • Arbeit und Lohn entziehen,
  • sie dürfen jeden Konsumschrott verkaufen,
  • sie können mit einer Alleinstellung auf dem Markt, z.B. mit Patenten in der Pharmazie, hundertfach überhöhte Preise nehmen
  • und durch Gewinnverlagerung den Staaten, in denen sie ihr Geld verdienen, die Steuern entziehen.

  • All das wird von Regierungen und den regierenden Parteien seit Jahrzehnten akzeptiert und nicht aktiv bekämpft, weder in den einzelnen Nationalstaaten noch in der Europäischen Union.

Das politische Personal, das in herkömmlichen Parteien seine Karriere macht, hat weder die Kompetenz noch den Willen, die Interessen der Wirtschaft zu kontrollieren und ihren Auswüchsen entgegen zu treten.


Selbstbewusstsein
ist kein Ersatz für
Kompetenz

Die Politik überlässt den Konzernen ihre Gewinne und die Verteilung dieser Gewinne nach eigenem Ermessen, auf Shareholder, Manager und Mitarbeiter. Dabei steht eindeutig fest: Ohne die Infrastruktur der Staaten, ohne die Leistung der Mitarbeiter und ohne die willige Masse der Konsumenten wären diese Gewinne nicht möglich.

    Politiker richten sich, wie auch die Wirtschaftslenker, nach ihren eigenen, persönlichen Interessen.
  • Da ist an erster Stelle die Wiederwahl,
  • an zweiter Stelle das Einvernehmen der Finanzwelt und der USA,
  • an dritter Stelle sind es die Interessen der Wirtschaft
  • und erst an vierter Stelle kommt bei Berufspolitikern das Wohl der Wähler.

Der Schutz des Lebensraums für kommende Generationen ist vom Wohl der Wähler nur eine Komponente in Konkurrenz mit dem Erhalt der Arbeitsplätze, der inneren Sicherheit, der Bildung, den Renten, der Gleichberechtigung, der Integration, der Barrierefreiheit usw.
 
Umweltschutz hat für Politiker also keine Priorität, es sei denn in der Wahlwerbung. Nach der Europawahl wird sich bald zeigen, dass in den folgenden Wahlkampagnen das Versprechen Umweltschutz eine größere Rolle spielen wird. Wahlversprechen und Wahlen beeinflussen aber nicht die Interessenlage, wonach Regierende ihre Entscheidungen treffen.
 
Deshalb sind Wissenschaftler, auch wenn ihre Erkenntnisse in Wahlergebnisse münden, genau so unmündig wie alle anderen.
 
Der Kampf um Meinung und Macht geht weiter. Das wichtigste Feld ist jetzt die Energiepolitik.
Ein Klick und du weißt mehr.

Rob Kenius, 27.05.2019
Erklärung der Naturrechte
 
Die Rechte und Gesetze der Natur sind unantastbar.

 
Naturgesetze, auch die Gesetze der Energie lassen sich weder mit Gewalt, noch mit Geld, noch mit Religion oder Ideologie aushebeln, auch nicht mit Rhetorik, juristischen Tricks und demokratischen Entscheidungen.
 
Alle menschlichen Anstrengungen, Wünsche und Gedanken scheitern daran. Keine Argumentation und Propaganda kann gegen die Gesetze der Physik, Chemie, Biologie, Mathematik und der formalen Logik etwas bewirken.
 
Die Wirkung von Naturgesetzen lässt sich zeitlich nicht verschieben oder vertagen.

 
Alles verschwindet im Schwarzen Loch

Das Schwarze Loch der Finanzindustrie

Um zu verstehen, was ein Schwarzes Loch im Kosmos ist, muss man nicht die Allgemeine Relativitätstheorie beherrschen. Auch mit weniger Kenntnissen in Physik lässt sich das Phänomen anschaulich erklären:

So wenig Physik wie möglich

In jedem Atomkern befinden sich die schweren Teilchen Proton und Neutron. Protonen mit einer elektrisch positiven Ladung stoßen sich eigentlich gegenseitig ab, werden aber durch die Starke Wechselwirkung im Kern zusammengehalten. Die Starke Wechselwirkung überwindet elektrische Abstoßungskräfte.
 
Wie jede Masse haben diese schweren Teilchen aber auch Gravitationskräfte, die zwar viel schwächer sind als die Starke Wechselwirkung und schwächer als die elektrostatische Kraft, aber in großen Ansammlungen von Masse haben sie trotzdem entscheidende Wirkung Das nächstliegende Beispiel dafür ist unsere Sonne.
 
Die Sonne ist eine riesige Ansammlung von Masse in ihrer einfachsten Form, ursprünglich in Form von Wasserstoff. Die Gravitation bewirkt dann, dass durch den Druck im Innern der Sonne Kernfusionen stattfinden können. Wasserstoff wird zu Helium und dabei wird Energie in riesigen Mengen freigesetzt. So profitiert die Erde im sicheren Abstand von der Sonnenstrahlung durch Kernfusion.

Wie entsteht ein Schwarzes Loch?

Der Prozess der Verschmelzung von Atomkernen setzt sich in einem sonnenähnlichen Plasma immer weiter fort. So kann die Gravitation, also die Anziehung der Masse, die wir hier auf der Erde als Gewicht wahrnehmen, dazu führen, dass sich kosmische Masse von selber nur durch die eigene Anziehungskraft zu einer riesigen Ansammlung von Protonen und Neutronen zusammenzieht, bis die Anziehungskraft so groß ist, dass selbst das Licht in der Gravitation versinkt.
 
Eine solche Ansammlung von Kernmasse nennt man ein Schwarzes Loch. Alles stürzt hinein, nichts dringt mehr nach außen. Diese Theorie hat den Vorteil, dass sie nicht widerlegt werden kann, denn Schwarze Löcher sind per Definition unsichtbar.
 
Der Philosoph Karl Popper hat aber die Ansicht vertreten, dass eine Theorie falsifizierbar sein muss. Das ist also ein weiteres Problem. Wenn aber doch etwas sichtbar werden würde, könnte man Schwarze Löcher nicht nur postulieren, sondern dingfest machen.
 
Das ist jetzt geschehen. Wir können auf einem raffiniert erzeugten Bild so etwas wie einen Strudel an glühender Masse erkennen, der sich um einen absolut schwarzen Kern herum bildet.


Dieses Schwarze Loch ist eine Fälschung. Das Foto zeigt eine leere, grüne Regentonne von innen. Das Bild ist so weit abgedunkelt, dass der Boden schwarz erscheint.

Die Crux der Allgemeinen Relativitätstheorie

In der allgemeinen Relativitätstheorie treten die Schwarzen Löcher als Singularitäten auf. Etwas im Nenner der Lösungsgleichungen geht gegen Null. Das würde unendliche Masse in einem Punkt bedeuten, etwas, das es in der Realität nicht geben kann. Deshalb hat Einstein an der Existenz Schwarzer Löcher gezweifelt. Der Fehler in der Gravitationstheorie besteht aber darin, dass sie die Quantenphysik nicht berücksichtigt.
 
Die theoretisch ermittelten Singularitäten können in der Realität maximal einer Anhäufung von Protonen und Neutronen entsprechen, sie befinden sich in einem Zustand, der prinzipiell nicht beobachtet werden kann. Die Schwarzen Löcher sind also nicht singulär, wie die Theorie ergibt, sondern sie haben wie Atomkerne eine reale Ausdehnung. Auch das wird auf dem jetzt veröffentlichen Bild deutlich.

Dieses Schwarze Loch ist ebenfalls eine Fälschung. Das Foto zeigt ein Loch im schwarzen Asphalt, auf das ein Flicken gesetzt ist. Die Farben sind mit Photoshop erzeugt, indem die Farbintensität extrem gesteigert wurde.

Auch die Geldmenge tendiert zu Singularitäten

Schwarze Löcher haben eine auffallende Analogie in der Finanzwelt von heute. Wir beobachten ähnliche Phänomene:
 
Es gibt Geldansammlungen von so riesiger Masse, dass die Geldmenge in diesen Zentren unvorstellbar groß ist. Wir können zwar Zahlen nennen, aber wir können das dadurch erfasste Geld nicht zählen und uns die Menge nicht konkret vorstellen. Niemand hat einen Begriff davon, was Milliarden und neuerdings Billionen an Geld bedeuten. Ob Dollar oder Euro oder Franken oder Pfund spielt dann keine Rolle mehr.
 
Der zweite Effekt, den das Geld mit der Materie im Weltall gemeinsam hat, ist der, dass es sich mit einer eigenen Kraft, ähnlich der Gravitation selbst anzieht und quasi automatisch in Zentren ansammelt. Wir verfolgen das seit Jahrzehnten, wie Geld sich in immer weniger Händen zu immer größeren Mengen anhäuft. Es bündelt sich und konzentriert sich in Organisationen wie Black Rock. Der Name ist nicht zufällig dem Begriff Schwarzes Loch sehr ähnlich. Die Betreiber wissen, was sie wollen.
 
Eine weitere Ähnlichkeit zwischen Schwarzen Löchern und den Zentren der Finanzindustrie besteht darin, dass kein Licht nach außen dringt. Es herrscht totale Intransparenz.
 
Geld konzentriert sich so, dass es wachsende Gravitation auf sich selber ausübt und nur noch seinen eigenen Gesetzen unterliegt, das heißt es löst sich aus der realen Wirtschaft und verliert seinen Sinn als Schmier- und Antriebsmittel für wirtschaftliche Unternehmungen. Geldverdienen mit Geld ist längst schon einträglicher geworden als Geldverdienen in der Realwirtschaft.

Firmen ohne primäre Gewinnabsicht

Durch diesen Effekt der Finanzkonzentration hat sich ein neuer Typ von Unternehmen entwickelt. Amazon und Facebook waren die ersten weltbekannten Beispiele. Es sind Unternehmen, die durch ihr operatives Geschäft in der realen Wirtschaft zunächst keinen Gewinn oder nur sehr geringen Gewinn erwirtschaftet haben. Der große Coup für die Eigentümer kam erst beim Börsengang, beim Verschmelzen mit der globalen Geldmacht.
 
Die Finanzwirtschaft operiert wie ein Schwarzes Loch, sie hat Geld in immer größeren Mengen angezogen und sucht nach Geldanlage, um den Betrag weiter zu vermehren. Geldvermehrung durch Disposition von Geld ist das Geschäft. Und dazu ist die Börse da. An der Börse wird jetzt nicht mehr nach Firmenwert oder Firmengewinn gefragt und disponiert, sondern nach dem zu erwartenden Kursgewinn, der aber durch die Geldanlage selber generiert wird. Man setzt dabei auf die Größe, weil nur die Größe garantiert, dass die größten globalen Anleger darauf setzen.
 
Nach dem ersten Börsengang steigt der Wert weiter mit dem Anstieg der Aktienkurse. Die sogenannte Marktkapitalisierung sagt: Dieses Unternehmen ist ein paar hundert Milliarden Dollar wert und Jeff Bezos ist dann der reichste Mann der Welt, weil er als Eigentümer gilt und einen guten Teil der Aktien besitzt. Ähnliches gilt für Mark Zuckerberg.

Dieses Bild kommt dem Foto vom Schwarzen Loch sehr nahe. Es könnte echt sein, ist aber ebenfalls eine Fälschung und zeigt nur ein weiteres schwarzes Loch im Asphalt.

Geldgewinn an der Börse ohne materiellen Ballast

Das Beispiel Amazon und Facebook hat inzwischen gezündet und Nachahmer sind bewusst am Werk. Gesucht sind Geschäftsideen, die man global inszenieren kann, ohne Rücksicht auf Firmengewinne. Solche Firmen benötigen, wie schon Facebook, keine materielle Substanz, die erst langsam aufgebaut werden müsste in Form von Fabriken, Warenlagern, Fuhrpark. Man benötigt auch keine gut ausgebildete und fair bezahlte Belegschaft.
 
All das braucht so eine Geschäftsidee nicht, weil die Börse nicht danach fragt. Es genügt eine Software, welche die Expansion fördert, die sich von selbst vervielfältigt, die als App herunter zu laden ist und jeden befähigt mitzumachen, als User oder als Selbstvermarkter, Selbstfahrer oder Kleinstunternehmerin. So strukturiert sind jetzt die Fahrdienste, Sharing-Systeme und bisher waren es schon die sogenannten Sozialen Medien.
 
Die Erfinder verzichten ein paar Jahre auf Gewinn und darauf, eine wertvolle Struktur aufzubauen, was in der gewünschten Geschwindigkeit auch gar nicht möglich wäre. Sie vertrauen darauf, dass der Sog und die Anziehungskraft des Geldes sie am Ende reich machen wird. Sie kämpfen ohne Gewinnabsicht mit der Unterstützung von Risikokapital, bis ihnen der Börsengang gelingt und die Geldmaschine sich selbst den Gewinn ausschüttet.

Der Mittelstand verschwindet im Schwarzen Loch

Leider wird dabei viel reale Wirtschaft zerstört. Amazon hat in den USA den Buchhandel marginalisiert und attackiert jetzt den globalen Einzelhandel. Die Fahrdienste müssen das Taxigewerbe und die öffentlichen Verkehrsmittel zerbröseln, um die Position als Marktführer zu erreichen, die dann Black Rock dazu bewegt, beim Börsengang mit hundert Milliarden einzusteigen.
 
Wie ein Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße Sterne verschlingt, so verschlingt die konzentrierte Geldmacht mittelständische Unternehmen in der realen Wirtschaft auf der ganzen Welt und die politischen Parteien der Mitte schauen zu.
 
Aber Halt! Es gibt da einen riesigen Unterschied!

Das runde Symbol überlagert ein Schwarzes Loch der globalen Finanzansammlung und ist ein Hinweis darauf, dass man die absurden Regeln der Finanzindustrie von Staats wegen überall sofort entsorgen sollte.

Geldansammlung ist kein Naturgesetz

Die Schwarzen Löcher in der Tiefe des Weltalls folgen Naturgesetzen der Physik. Auch wenn wir sie hier nicht genau beschreiben können, eins ist sicher, diese Gesetze sind von Menschen nicht beeinflussbar, sie sind unabhängig davon, ob auf dem Planeten Terra intelligentes Leben existiert oder nicht.
 
Die Gesetze des Geldes aber und das Geld selbst sind vom Menschen gemacht und können von Menschen abgeschafft, geändert oder neu erfunden werden. Es sind nur ein paar einfache Regeln der Mathematik einzuhalten, denn Geld ist in erster Linie eine Zahl.
 
Wenn wir sehen, wie die Finanzwelt als treibende Kraft nicht nur Umwelt, Leben und Zukunft zerstört, sondern auch die Wirtschaft, für die das Finanzwesen einst als Dienstleister angetreten ist, dann müssen wir die Spielregeln radikal ändern.
 
Alle Mechanismen, die begünstigen, das Geld sich ständig vermehrt, dass es sich von unten nach oben verteilt, sich, wie durch Gravitation angezogen, zusammenballt, all das muss so schnell wie möglich außer Kraft gesetzt werden:

Der Staat kann steuern, wenn er will

  • Abschaffung der Giralgeldschöpfung durch Privatbanken.
  • Steuern auf alle Finanztransaktionen insbesondere auf den Hochfrequenzhandel.
  • Deutlich höhere Steuern auf Finanzgewinne, höher als auf Löhne und Gehälter und auf Erträge der realen Wirtschaft.
  • Eine satte Erbschaftssteuer, die verhindert, dass Geldansammlungen von Generation zu Generation immer mehr akkumulieren.

Auch die Gewinnverschiebung in Steueroasen lässt sich von außen verhindern, indem man den Geldfluss in und von diesen Kleinstaaten aus durch hohe Transaktionsgebühren belastet oder Geldüberweisungen dorthin und von dort her ganz unterbindet. Außerdem kann jeder einzelne Staat mit Quellensteuern zulangen.
 
Geld, das auf den Cayman-Inseln eingefroren ist, verliert seine Anziehungskraft, es kann keinen Schaden in der realen Wirtschaft mehr anrichten. Es ist totes Schwarzgeld. Diese dunkle Materie kann man nur noch in Koffern transportieren, bis die Polizei und der Zoll wie beim Drogenhandel zugreifen.


Dieses Verbotsschild soll andeuten, dass Abdrücken von Schwarzgeld in schummerigen Kleinstaaten im höchsten Grade anrüchig ist.
Rob Kenius, 12.04.2019
letzte Überarbeitung 07.10.2019
Menschen ohne Meinung

Warum so stumm im Publikum?

Weil die Kommunikation zwischen unten und oben nicht klappt und es keine öffentliche Meinungsbildung gibt, folgen Unzufriedene leicht Parolen auf Twitter-Niveau. Je nach Temperament maulen sie herum, fluchen laut oder gehen randalierend auf die Champs-Élysées.
 
Es fehlt an Medien und Mustern für konstruktive Auseinandersetzung und Einflussnahme auf die Politik. Wahlen, offizielle Nachrichten und Talkshows täuschen etwas vor, das es nicht gibt:

Demokratische Meinungsbildung und öffentliche Gesprächskultur

Wie kommen politische Entscheidungen zustande? Jeder glaubt es zu wissen, aber wir wissen es nicht wirklich. Wir wissen, wie eine Wahl abläuft: Millionen gehen an einem Tag zur Wahlurne und werfen Zettel ein, auf welche sie Kreuze gemacht haben. Was danach geschieht, entzieht sich ihrer Kontrolle.
 
Wir haben Parteien und deren Kandidaten gewählt. Es kommen nur Kandidaten in die Parlamente, die von Parteien aufgestellt wurden. Wer hat sie vorgeschlagen? Wie groß ist der Einfluss des Parteivorstandes? Wir wissen es nicht.
 
Nach der Wahl gibt es Koalitionsverhandlungen. Wenn ein Ergebnis zustande kommt, wird uns dies in den Nachrichten mitgeteilt. Wie kommt das Ergebnis zustande? Wie laufen die Gespräche ab? Wer gibt den Ton an? Wir wissen es nicht, denn die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt.
 
Auch die Sitzungen der Regierung sind nicht öffentlich. Wie ein Beschluss zustande kommt, wissen wir nicht. Wir wissen nicht einmal, wie so ein Gespräch funktioniert, wer das Wort erteilt, wer das letzte Wort hat, wer das Ergebnis formuliert. Sind Lobbyisten daran beteiligt?
 
Alle sehen, wie eine Talkshow abläuft. Die Moderatoren sind in der Schlüsselposition. Manche wollen die Diskussion beeinflussen. Doch wer hat die Teilnehmer ausgewählt und nach welchen Kriterien? Wir werden es nicht erfahren.
 
Tatsache ist, die meisten Teilnehmer an Talkshows sind Interessenvertreter und Meinungsmacher: Politiker, Funktionäre, Journalisten, Vertreter von Religionen und Behörden. Manche lassen ihre Ziele deutlich erkennen, andere nicht.
 
Welche Ziele verfolgen die Moderatoren und Redaktionen? Unterhaltung? Meinungsbildung? Interessenvertretung? Wollen sie, dass die Diskussion ein Ergebnis bringt? Wollen sie konform sein mit der Regierung, dem Sender, einer bevorzugten Partei? Wir ahnen es, wissen aber nichts Genaues.

Die Debatten im Parlament sind völlig unproduktiv.

Roger Willemsen hat die Zustände im Parlament ausführlich dokumentiert. Ein Meinungsaustausch mit offenem Ergebnis findet dort nicht statt. Wo sonst gibt es aber einen Meinungsaustausch zwischen verschiedenen Lagern? Wenn es ihn gibt, dann hinter verschlossener Tür.
 
Alles ist so organisiert, dass der Weg der Meinungsfindung nicht publik wird. Es könnte sein, dass eine Person alles entscheidet, wir würden es nicht merken. Das wäre auch die einfachste Lösung, doch das wollen wir nicht! Wir leben in einer Demokratie, heißt es. Mit Diktaturen, Kaiserinnen und Königshäusern haben wir Jahrhunderte lang Erfahrungen gemacht. Es hat viel zu viele Schlachten, Kriege und Tote gegeben.
 
Und dennoch existiert jetzt wieder ein Trend zur präsidialen Demokratie, wenn das nicht schon ein Widerspruch in sich ist. Die regierenden und direkt gewählten Präsidenten werden nach mehr als zehn Jahren unangenehm, wenn sie es nicht schon vorher waren. Diktatoren, egal wie sie an die Macht kamen, werden schnell größenwahnsinnig. Schon in der Antike war das so.
 
Wo kein präsidiales Amt existiert, entscheiden kleine Gruppen hinter verschlossener Tür. Weil niemand genau weiß, wer, wie, wo entscheidet, entstehen Verschwörungstheorien.
 
Die sichtbaren Personen legen ihre Gespräche nicht offen, deshalb glauben viele, dass im Hintergrund andere, unsichtbare Personen, entscheiden, die sich leicht einigen können, weil sie starke, gemeinsame Interessen haben: Geld, Besitz, Macht, Weltherrschaft.

Wer sind wir?

Wir sind Vereinzelte in der Massengesellschaft, aber sehr viele. Wir sind 99% der Bürger. Die meisten sitzen vor den Bildschirmen, sie schauen zu und werden selber nicht gesehen. Kaum jemand erfährt, was wir denken, weil wir nicht in der Öffentlichkeit reden können.
 
Wir prägen nicht die öffentliche Meinung, obwohl wir die Öffentlichkeit sind.
 
Wir sind jetzt meistens online; denn im Internet bewegt sich was, da haben alle die Möglichkeit, sich zu äußern. Die Schwelle ist niedrig. Es genügt, ein paar Zeilen in ein Gerät zu tippen, es genügt vielleicht sogar, etwas anzuklicken.
 
Aber das Anklicken ist, mathematisch gesehen, nicht effektiver als das Ankreuzen auf dem Wahlzettel, es bringt nur ein einziges Bit an Information, das wir von uns geben, ein Staubkorn auf der Datenautobahn.
 
Online ist so ein Klick oder Kreuzchen auf dem Wahlzettel, zwar häufiger möglich als bei einer Wahl, doch wir haben in beiden Fällen keine Kontrolle darüber, was dieses eine Bit an Information bewirkt.
 
Bei Facebook werden unsere Klicks zu Geld gemacht. Wie das geschieht, wissen wir auch nicht genau. Bei der Urnenwahl werden unsere Markierungen auf dem Wahlzettel zu einem Mandat. Was dann mit dem Mandat geschieht, bestimmen die, welche die Mandatsträger kontrollieren und die Posten verteilen. Das sind Parteiführer. Indem sie die Mandatsträger kontrollieren, kontrollieren sie unser Votum und damit auch uns.
 
Viele bemühen sich darum, online ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Das ist gut so, aber es geschieht meistens anonym. Wir sind das so gewohnt. Vor dem Bildschirm sind wir immer dazu verdonnert, anonym zu bleiben, ebenso am Radioapparat, beim Lesen der Zeitung, als Publikum großer Veranstaltungen. Wir bleiben anonyme Masse. Im Internet sind wir aber freiwillig anonym!
 
Unzufriedene wollen ihre Meinung öffentlich machen und sie schreiben Kommentare in die Kommentarspalten, aber die meisten verstecken sich hinter einem Phantasienamen.

Anonym bleiben und sich gleichzeitig öffentlich äußern?

Anonym in der Öffentlichkeit, das ist ein Widerspruch und es ist ein großer Irrtum, zu glauben, dass es einen Sinn macht. Der Irrtum ist deshalb so groß, weil es Millionen Menschen so machen und der Irrtum ist auch deshalb groß, weil das Ergebnis so weit von dem entfernt ist, was wir eigentlich wollten. Wir wollen eine offene und ehrliche Auseinandersetzung über Themen, die uns persönlich am Herzen liegen, wir wollen uns an Politik beteiligen.
 
Als anonymer Teilnehmer ist niemand zur Offenheit oder Wahrheit oder Ehrlichkeit verpflichtet, niemand muss zu seinem Wort stehen, niemand muss die geäußerte Meinung wirklich vertreten, wenn es ernst wird. So entsteht keine fruchtbare Diskussion, kein echter Meinungsaustausch, sondern nur ein erregendes Echo, von Algotithmen verstärkt, das sich im Kreise dreht, oft mit einem negativen Drall. Das Niveau der anonymen Debatte geht in einer Spirale abwärts und endet bei Scheißhausparolen.

So sehen die Parolen aus, die immer wiederholt werden:
Gemeint sind gebildete, auch etwas arrogante Leute.

Kommerzielle Kontaktmaschinen im Internet führen Teilnehmer zusammen, die ähnliche Ansichten haben. Sie werden automatisch mit ähnlichen Nachrichten gefüttert. So arbeitet Facebook. Die Meinungen schaukeln sich hoch. Extreme Positionen sind nicht riskant, sondern verlockend, sie erregen Aufmerksamkeit und für die Betreiber gibt es mehr Klicks, mehr Verweilzeit auf der Seite und für diese Quoten mehr Geld.
 
Der Mangel an Aufmerksamkeit für die eigene Person war einer der Gründe, daran teilzunehmen. Aufmerksamkeit ist verlockend wie ein Lolly. Je extremer die Ansichten, desto mehr Aufmerksamkeit. Das geht wegen der Anonymität an der echten Person vorbei.

Anonyme Accounts sind flackernde Schatten von schwachen Lichtern.

Eine öffentliche Meinung von gleichgestellten Demokraten existiert also nirgendwo und die veröffentlichten Verlautbarungen der Meinugsmächtigen überlagern alles mit großer Lautstärke, hoher Frequenz, Professionalität und persönlicher Impertinenz.
 
Die Technik, das zu ändern, ist vorhanden: Es ist das globale Internet mit seinen ungeahnten Möglichkeiten.
 
Das Netz ist interaktiv, finanziell nicht aufwändig und überall erreichbar. Es fehlt eine unabhängige Struktur zur Meinungsbildung und eine Kultur, diese zu nutzen. Unabhängig soll heißen: Unabhängig von Regierungen, Parteien, Eigentümern und kommerziellen Zielen, wie Geldgewinn, Marktposition oder Börsenwert.
 
Alle technischen Voraussetzungen für ein demokratisches Forum zur Meinungsbildung sind vorhanden. Eine Skizze dazu ist das Forum Demokrit, das hier bereits vorgestellt wurde. Der Vorschlag bleibt aktuell und wurde von KenFM übernommen, ebenso Teil 2 mit technischen Details.

                                 16.03.2019, Rob Kenius
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist billig

Neu!
Die politische Partei

Die politische Partei soll die Parteienlandschaft aufmischen, indem sie für Politik eintritt. Ihr Slogan lautet:
 
Die CDU ist Kanzlerpartei, die SPD ist die Posten-Partei, die FDP ist die Privilegien-Partei, die AfD die Anti-Partei und die Grünen sind die Partei der Unschuldigen.
 
Dagegen tritt die politische Partei an mit dem Ziel, Politik zu machen; denn es gibt genug zu tun.

 

Das Programm

Afghanistan-Einsatz beenden.
Umverteilung von unten nach oben stoppen.
PKW-Maut verhindern.
 
Alleinerziehende und Kinder aus der Armut befreien.
Mindestlohn erhöhen.
 
Aufstockung des Wehr-Etats abblocken.
Feindseligkeiten gegen Russland einstellen.
 
Die völlige Privatisierung des Internets verhindern.
Verschwendung von Energie und Nahrungsmitteln beenden.
 
Den Bundestag auf die Hälfte reduzieren.
Abschaffung des Fraktionszwangs.
Schluss mit der Ämterpatronage in den Behörden.
 
Eintreten für ein demokratisches Europa.
Direkte Wahl aller europäischen Gremien.
Entmachtung der EU-Gipfeltreffen.
 
Verbot des Steuer-Dumpings in der EU.
Europäische Transaktionssteuer.
Kraftstoff-Steuer auf Kerosin.
Einführung von Quellensteuern gegen Steuerflucht.
 
Massentierhaltung einschränken.
Intelligenz und Wissen fördern.
 
Elemente direkter Demokratie durchsetzen.
Staatliche Medien unter Kontrolle der User bringen.
Meinungsvielfalt wiederherstellen.
 
Die politische Partei tritt für das ein,
was die Bevölkerung will.


                         16.02.2019, Rob Kenius
                           (Text, Foto, Grafik)
						   

Systemkritik der reinen Vernunft

Frankreich, GB und USA in der Demokratie-Krise?
Es ist eine Krise der Parlamentarischen Demokratie.

Kürzlich machte ein Kommentar darauf aufmerksam, dass die moderne westliche Demokratie ausgerechnet in ihren Ursprungsländern, Frankreich, USA und Großbritannien, in eine tiefe Krise geraten ist. Der Kommentator hatte allerdings keine Erklärung für dieses Phänomen.
 
Das liegt daran, dass er die Krise als Krise der Demokratie ansah und nicht als eine Krise des Parlamentarischen Systems bzw. der repräsentativen Demokratie. Demokratie und das System der Repräsentanz durch Abgeordnete und erst recht durch Parteien sind nicht das Gleiche.
 
Frankreich, USA und Großbritannien haben als erste dieses System eingeführt, in dem die Wahlberechtigten durch Urnenwahl Abgeordnete bestimmen, die dann in die Hauptstadt reisen und dort ihre Wähler vier oder fünf Jahre lang nach bestem Wissen und Gewissen vertreten sollen. Ob sie es tun, darüber gibt es keine Kontrolle seitens der Wähler und wenn sie es nicht tun, gibt es zunächst einmal keine Konsequenzen.
 
Nach der Urnenwahl haben die Wähler keine geregelte Möglichkeit mehr, ihre Repräsentanten zu beeinflussen. Die Kommunikation bricht ab, wenn die auf Zeit Gewählten nicht freiwillig ein wenig Kontakt halten oder am Ende der Wahlperiode zwecks Wiederwahl Fühlung mit den Wählern aufnehmen.

Die Macht der privaten Interessen an Geld

Die Repräsentanten sind aber in der Zwischenzeit der Einflussnahme von Wirtschaft und Finanzwelt und damit sehr mächtigen, nicht demokratisch legitimierten Organisationen, voll ausgeliefert. Und sie richten sich nach deren Wünschen und Ratschlägen. Auf allerhöchster Ebene sind das: Council on Foreign Relations, Atlantikbrücke, Bilderberg Konferenz etc., aber es geht auch etwas bodenständiger: Industrieverbände, Finanzfachleute, beratende Experten und Lobbyisten der Wirtschaft. Sie alle beherrschen die Politik der Repräsentanten, während die von ihnen repräsentierten Bürger zwischen den Wahlen keinen Einfluss haben.
 
Die Parlamentarische Demokratie entsprach, und das ist entscheidend, vor mehr als zweihundert Jahren, den technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Das Verfahren der Urnenwahl mit vierjähriger Amtszeit ist aber im 21. Jahrhundert genau so veraltet wie die damalige Technik der Kommunikation und des Transports. Es handelte sich, als unser parlamentarisches System enstand, ganz konkret um die Technik von reitenden Boten und Pferdekutschen.

Ungleichgewicht durch Technik

    Inzwischen sind eine Menge technischer Errungenschaften realisiert worden:
  • Telefon,
  • Eisenbahn,
  • Automobil,
  • Funk,
  • Film,
  • Lautsprecheranlagen,
  • Rotationsdruck,
  • Fernsehen und
  • Internet.

Keine einzige dieser technischen Neuerungen wird auf Seiten der Wahlberechtigten eingesetzt, um Einfluss auf die Gewählten zu nehmen und in das System der repräsentativen Demokratie einzugreifen. Mit Eingreifen ist gemeint, dass die Wahlberechtigten einen direkten Einfluss auf die Gewählten ausüben, bis sie mit der nächsten Urnenwahl wieder an der Reihe sind.
 
Auf der anderen Seite nehmen Abgeordnete und Regierungen aber alle technischen Mittel des 21. Jahrhunderts in Anspruch, um ihre Standpunkte zu vertreten, um ihre Entscheidungen zu rechtfertigen und die Wähler zu beeinflussen:

  • Sie reisen kostenfrei durchs Land mit allen Transportmitteln,
  • reden über Lautsprecheranlagen vor großen Versammlungen,
  • sie erscheinen im Fernsehen,
  • reden im Rundfunk,
  • lassen Plakate kleben und Infozettel drucken,
  • betreiben aufwändige Webseiten.

  • Sie nutzen, natürlich auf Kosten der Wähler, die Dienste von Beraterfirmen, Meinungsforschungsinstituten, internationalen Anwaltskanzleien und Werbeagenturen, die alle wiederum ihre technischen Möglichkeiten voll ausreizen.

Das Missverhältnis der Mittel, das durch die Entwicklung der Technik entstanden ist, hat die Parlamentarische Demokratie ausgehebelt. Diese Organisationsform von Politik ist genau so veraltet wie die Technik aus der Zeit, in der sie entstanden ist. Das waren, wie schon gesagt, Briefe, durch Boten übermittelt, und Transport mit Pferden.

Das Missverhältnis hat schon seit 100 Jahren verheerende Folgen.

Gleich nach der Einführung des Rundfunks sind aus der Parlamentarischen Demokratie heraus totalitäre Systeme entstanden: Der Faschismus, das Nazireich, die stalinistische Phase der Sowjetunion, Diktaturen überall in ehemals katholischen, orthodoxen und islamischen Ländern, wo patriarchalische Denkgewohnheiten dominieren. Man glaubte den Stimmen aus dem Rundfunk und ließ sich die Diktatur aufzwingen.
 
Frankreich, USA und Großbritannien hatten das Glück, dass sie davon nicht betroffen waren. Das hängt auch mit der Mentalität der Bevölkerung zusammen, denn die hatten ja die moderne Demokratie erfunden. Doch auch diese Länder haben jetzt Schwierigkeiten mit der Ausübung von repräsentativer Demokratie. Das zeigt uns: Diese Form und diese technische Realisierung (Urnenwahl alle 4 Jahre) hat endgültig ausgedient. Mit diesen Mitteln lässt sich die Idee der Demokratie im 21. Jahrhundert nicht mehr verwirklichen.
 
Fortschrittliche Demokraten haben es zuerst gemerkt:

Die Parlamentarische Demokratie ist am Ende. Das Internet bringt es an den Tag.

Warum wird das auf einmal so deutlich? Ganz einfach, das Internet führt dem System seine Fehler vor, weil es im Gegensatz zu allen anderen technischen Medien interaktiv ist. Das bedeutet, jeder Mensch, der nur einen Computer oder ein Smartphone bedienen kann, ist in der Lage, nicht nur passiv, sondern auch aktiv an einem Massenmedium teilzunehmen. Und mehrere Milliarden Menschen tun das.
 
Aber noch ist die Form der Demokratie, die von dieser Technik ausgehen kann, nicht entwickelt, noch gibt es kein interaktives Meinungsmedium, das als eigentliches Ziel die Schaffung von Demokratie in einem ganzen Land verfolgt.
 
Doch es gibt gute Ansätze überall. Wir müssen dazu zwei Dinge überwinden, die in den sogenannten soziale Medien populär und sehr bequem sind:
Die totale Kommerzialisierung und
die Anonymität der Teilnehmer.

 
Mit kommerziellen Medien wie Facebook und Twitter und mit anonymen Meinungen in Kommentaren ist Demokratie nicht zu machen. Im Gegenteil. Die Steuerung der Kontakte, um damit Geld zu verdienen, und anonyme Meinungsäußerungen haben gemeinsam einen Meinungs-Klimawandel verursacht mit ständig steigender Temperatur. Hin zur Hitzigkeit, Spitzfindigkeit, Scheinheiligkeit, Unehrlichkeit und Feindseligkeit.
 
Wir brauchen aber ein ganz anderes, ein cooles Forum, an dem nur Menschen aktiv teilnehmen können, die sich auch öffentlich zeigen und ihren Namen nennen. Also keine Bots und keine Trolle. Erst daraus kann interaktive politische Kommunikation entstehen. So etwas zu organisieren, kann kein Einzelner schaffen.
 
Es gab kürzlich zwei Initiativen von fortschrittlichen Parlamentariern: Plattform Pro und Aufstehen! Beide laufen bis jetzt ins Leere, weil sie nicht einmal den Versuch unternommen haben, ein interaktives Meinungsforum zu etablieren, an dem jede Frau und jeder Mann teilnehmen kann, der bereit ist, sich als volle Person mit Namen und Gesicht einzubringen.
 
Ein Entwurf für so einen Debattenraum unter dem Namen Demokrit ist hier auf kritlit.de skizziert und der Entwurf wurde von KenFM übernommen. Wir sollten anfangen, daran zu arbeiten.


 
Zeit zu lesen, Zeit zu handeln

Schweizer Demokratie:
Fair-Food-Initiative für gesunde und nachhaltige Lebensmittel gescheitert.

Wieder ist in der Schweiz ein progressiver Vorschlag bei der Abstimmung gescheitert, obwohl die Umfragen zunächst positiv aussahen. Doch dann kam die Gegenkampagne, wahrscheinlich unterstützt von der Nahrungsmittel-Industrie, die in der Schweiz sehr mächtig ist.
 
Nestlé ist der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt.
 
Deshalb war bei realistischer Einschätzung schon vorher klar, dass diese Initiative scheitern würde; denn auch das schweizer Wahlvolk ist nicht meinungsstark genug, um bei voller Medienmassage nicht umzukippen.
 
Wenn wir einmal hypothetisch annehmen, dass ein Drittel der Wahlberechtigten durch Medienmassage zu einer Entscheidung im Sinne der Werbung bewegt werden kann, dann bedeutet das: Entscheidungen gegen dieses Drittel sind wegen seines statistischen Gewichts kaum möglich.
 
Ein Drittel leicht beeinflussbarer Wähler genügt in Deutschland, um die jetzige CDU als Partei des Mainstreams, der Wirtschaft und der Finanzen an der Macht zu halten.
 
Um Abstimmungen umzudrehen, braucht es eben gar keine Mehrheit von etwa fünfzig Prozent an beeinflussbaren Personen. Manchmal reicht ein Anteil von wenigen Prozenten, um wie beim Brexit oder wie bei den Präsidentschaftswahlen in USA die Meinung zu kippen.
 
Die Direkte Demokratie in der Schweiz hat eine systematische Schwachstelle. Die Verfassung ist zwar in der Hand des Volkes, die Wähler können auch entscheiden, über was sie abstimmen, sie können selber ohne große Hürden Intitiativen starten und Entscheidungen der Regierung abwenden. Aber es fehlt ein Medium zur Meinungsbildung von acht Millionen Bürgern.
 
Direkte Demokratie in einer Massengesellschaft kann nur dann voll funktionieren, wenn es auch freie, demokratische Meinungsbildung für Millionen von Wählern gibt. Doch die Massenmedien sind in der Schweiz nicht anders strukturiert als bei uns, sie unterliegen dem Einfluss der Mächtigen.
 
Einfluss auf Rundfunk, Fernsehen und die Presse haben an erster Stelle die Wirtschaft und die Finanzmacht, an zweiter Stelle der Regierung und politische Parteien. Kein einziges Massenmedium ist demokratisch organisiert. Hinzu kommt, dass bei Volksabstimmungen wie bei Wahlen Plakatwerbung eine Rolle spielt, und die kostet, genau wie Fernsehwerbung, viel Geld.
 
Typisch an der jüngsten Abstimmung ist, dass die gleichzeitige Initiative zur Velo-Förderung, also für mehr Fahrradwege und dergleichen, mit großer Mehrheit angenommen wurde, obwohl sie genau wie die abgelehnte Fairfood-Initiative auf der gleichen Linie für eine grüne, nachhaltige Politik liegt.
 
Das ist ganz einfach zu erklären.
 
Der Förderung des Fahrradfahrens stehen keine Interessen großer Konzerne und Geldgeber entgegen. Der gesunden und nachhaltigen Ernährung aber wohl.
 
Gerade in der Schweiz mit ihrem hohen Preisniveau wird mit importierten Lebensmitteln aus fragwürdiger Massenproduktion, zum Beispiel aus Italien (Käse), aus Deutschland (Geflügel) und den Niederlanden (alles Essbare), sehr viel Geld verdient. Fleisch ist in der Schweiz dreimal so teuer wie bei uns und darf wegen der Handelsverträge zwischen Schweiz und der EU aus Gründen des freien Wettbewerbs von der gleich miesen Qualität sein wie in den Supermärkten der EU.
 
Aus dem Verlauf von Abstimmungen in der Schweiz lässt sich klar erkennen, dass an der dortigen Direkten Demokratie noch ein wesentliches Element fehlt, nämlich die Möglichkeit demokratischer Meinungsbildung. Diese Möglichkeit wird erst durch das neue Massenmedium Internet geschaffen. Im Internet ist demokratische Massenkommunikation möglich, aber längst noch nicht entwickelt.
 
Die rein kommerziellen Kontaktmaschinen wie Facebook und Twitter füllen diese Lücke nicht.
 
Was fehlt, ist ein Forum für alle, das nicht zum Gelderwerb der Eigentümer Kontakte herstellt und Meinungen auswertet, sondern das in der Hand der Nutzer oder der Allgemeinheit ist, ein Forum, das Kommunikation um ihrer selbst Willen betreibt und durch Abstimmungen auch Entscheidungen ermöglicht.
 
Der Entwurf für ein solches Forum wurde auf kritlit.de und bei KenFM kürzlich unter dem Namen Demokrit vorgestellt.
 
Demokrit auf KenFM in zwei Teilen: 1. Teil
Jenseits von Facebook und Twitter
2. Teil
Ein Format für die Online-Demokratie
 
Demokrit 1 und 2 auf kritlit.de
 
Die Schweiz bräuchte etwas wie Demokrit schon längst zur Vervollständigung der Direkten Demokratie. Wir brauchen es so bald wie möglich für einen Neustart mit Direkter Digitaler Demokratie.

                                   Rob Kenius, 24.09.2018

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Von Afrika bis Antarktis:
Migranten

Von allen Migranten ist der Mensch (homo sapiens) der migrantischste. Manchmal ist er auch der grantigste Misantrop, aggressiv sogar gegen Migranten der eigenen Spezies.
 
Ausgehend von Afrika, wo Affen und Primaten zu Hause sind, hat sich der Mensch als höchst-entwickelter Primat durch permanente Migration auf der ganzen Erde ausgebreitet. Sogar auf der Antarktis leben Menschen! Es sind Forscher aller Nationen. Und in der Arktis leben ebenfalls Menschen, die sich traditionell von Fleisch ernähren, weil dort bisher noch nichts Grünes gedeiht.
 
Menschen bewohnen jede bewohnbare Insel im stillen Ozean und das Hochland von Tibet, sie leben in der Sahara und im Dschungel des Amazonas. Kein höher entwickeltes Lebewesen ist so weit und so viel gewandert wie der Mensch. Ständige Migration ist eine seiner unverbesserlichen Angewohnheiten.
 
Warum aber sind die Menschen von Afrika bis ins hinterste Manhattan gewandert, nach London, Singapur und Oberammergau, sogar nach Dresden und bis nach Chemnitz?
 
Das ist ganz einfach. Da ist der Mensch ganz Tier. Er wandert, um ein besseres Leben zu finden und sei es nur im Urlaub. Der Mensch sucht Nahrung und einen Platz zum Schlafen, zum Essen, Saufen, Wohnen und um sich mit anderen zu paaren.
 
Manche suchen auch Asyl. Aber das sind nur wenige, die aus Staaten mit einem anderen politischen System kommen, wo sie von der Staatsmacht frustriert wurden aus Gründen, die bei uns nicht gelten. Das kommt vor, ist aber für den Vorgang der Migration, die sich über mehr als hunderttausend Jahre erstreckt, rein quantitativ völlig unbedeutend.
 
Die meisten Migranten migrieren in der Hoffnung, in einem andere Land oder auf einem anderen Kontinent das Glück zu finden.
 
Sogar im Weltraum halten sich Menschen auf. Erst waren es nur Russen, dann Amerikaner, jetzt Menschen vieler Nationen. Obwohl sie auf der Erde genügend Platz hatten, besonders die Russen und Amerikaner, und obwohl der Weltraum kein Lebensraum für Primaten ist, sind sie mit großem Aufwand in den Weltraum geflogen, sogar bis zum Mond, wo bisher niemand geblieben ist. Das war keine Migration, sondern Angeberei: Seht mal her, was wir können und wie mutig wir sind!
 
Wenn einem das mit der menschlichen Angeberei und Migration zu viel ist, was kann er dagegen tun? Wie ist der menschlichen Migration Einhalt zu gebieten? Wer ist dazu überhaupt befugt und wer ist in der Lage, die permanente Migration von Menschen zu stoppen?
 
Affen?
Sind sie gegen die Migration von Menschen? Und wenn ja, können sie Menschen aufhalten? Können die Affen Menschen mit Grimassen und ihrem Potenz-Gehabe oder mit kraftprotzigen Drohungen verscheuchen?
 
Wölfe?
Die können sich zusammenrotten. Sind Wölfinnen und Wölfe aber in großen Rudeln so stark, dass sie Menschen einkesseln können und dahin zurücktreiben, wo sie her gekommen sind? Wissen die Wölfinnen überhaupt, wo die Menschen herkommen und was da los ist, wo die Menschen hergekommen sind?
 
Krankheitserreger?
Gibt es ansteckende, tödliche Krankheiten, die der Mensch nicht mehr eindämmen kann? Gibt es Viren oder Bazillen, die so aggressiv sind, dass sie die Migration der Menschen stoppen?
 
Übermenschen?
Kann eine höhere Spezies als der Mensch die Population und Migration der Menschen verhindern? Gibt es Tiere über dem Menschen? Über-Affen, überfliegende Galgenvögel oder über-scharfe und über-bissige Hunde?
 
Das alles sind Fragen, die kein Mensch beantworten kann. Die Fragen sind also sinnlos. Es ist sinnlos, zu versuchen, danach zu fragen und zu versuchen, die Migration von Menschen zu stoppen, weil der Mensch eben migriert, so lange er auf diesem Planeten lebt.
 
Wir könnten stolz darauf sein, zu dieser Spezies zu gehören, die am meisten und am weitesten migriert ist. Menschen sind die erfolgreichsten Migranten, die es auf der Erde gibt. Zum Glück ist der Planet Erde eine Kugel, genauer gesagt, ein kugelähnliches Rotationsellipsoid, so dass die Migration nie zu Ende geht.
                                Rob Kenius, 31.08.2018
                            aufgefrischt am 11.09.2018

Pessimismus für Optimisten

Die Zukunft ist ein Loch
voller Möglichkeiten

    Wer in der Zukunft etwas verändern will, steht vor folgendem Problem:
     
  1. Die große Mehrheit (in Deutschland) ist satt und zufrieden. Genauer gesagt, sehr satt und ziemlich zufrieden.
  2. Die Politik geht von dieser Gemütslage aus und präsentiert uns als Programm, dass alles so bleibt wie es ist.
  3. Die Medien werden von Systemjournalisten dominiert, die den Erhalt ihrer Position damit verbinden, die bestehenden Verhältnisse und die Regierung zu bestätigen.

Also bewegt sich nichts

    Genauer gesagt, es bewegt sich alles vorsichtig in die gleiche Richtung: Ein wenig mehr von allem:
     
  • Ein wenig mehr Konsum,
  • ein wenig mehr Wachstum
  • ein wenig mehr Umweltschutz,
  • ein wenig mehr Freiheit,
  • ein wenig mehr Sicherheit,
  • ein wenig mehr Rüstung,
  • ein wenig mehr Hoffnung auf Frieden.

Das Zerfalls-Potential, das diesem satten, zufriedenen und anscheinend sicheren Status Quo innewohnt, ist gleich seiner zeitlichen Beschränktheit. Sattheit ist immer ein kurzfristiger Zustand.
 
Langfristig gesehen ist Sattheit ungesund.
 
Zuviel Fleisch, zuviel Fett, zuviel Zucker, zuviel Alkohol, zuviel knabbern, zuviel grillen, zuviel lutschen und all das führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Gesundheit.

    Aber trotzdem führt es zu mehr Umsatz in verschiedenen Zweigen der Wirtschaft:
  • mehr Lebensmittel,
  • mehr Medizin,
  • mehr Pharmazie und
  • mehr Bedarf an Dienstleistungen
  • im Bereich der Gesundheit
  • in der Pflege.

Auch Zufriedenheit ist ein labiler Zustand, der nicht weit in die Zukunft reicht. Je mehr die Kinder verwöhnt werden, desto eher sind sie unzufrieden.
 
Schon diese beiden Trends in Gesundheit und Erziehung zeigen, dass die satte Zufriedenheit kein Zukunftsprojekt sein kann. Die psychische Lage im Überfluss ist mit einer überreifen Frucht vergleichbar: Heute noch ist sie saftig, süß und mundig, doch morgen schon können Fäulnis und Schimmel völlig von ihr Besitz ergreifen.
 
Während am Abend im Fernsehen gut gekleidete Wetterfrösche beiderlei Geschlechts das schönste Sommerwetter mit milden Badefreuden verkünden, sind auf den Feldern die Zuckerrüben vertrocknet. Das macht nichts, sagen die Ökonomen, wir können Zucker in tropischen Ländern kaufen. Dann tun wir sogar ein gutes Werk, weil diese Länder bisher für ihr Zuckerrohr keinen Absatz fanden, denn die EU hat den Markt zu Gunsten einiger tropischer Inseln, die zu Frankreich gehören, abgeschottet.
 
Wir verlassen uns darauf, dass wir genug Geld haben, um dem Klimawandel auszuweichen.
 
Doch unser Geld sichert uns nicht mehr die Zukunft wie in der Zeit, als der Dollar noch Gold war. Wer sich auf Zinsen von der Bank verlässt, ist verlassen. Der Ertrag des kleinen Geldes schmilzt dahin wie Gletscher und Polkappen.
 
Geld wird flexibler und flüssiger; es schwappt in Sekundenbruchteilen um den Globus, von einer Börse zur andern, von einem Steuerparadies ins nächste. Diese Geldströme zu lenken, kostet Technik, Insiderwissen und wiederum viel Geld.
 
Mit fünf Milliarden kann man hundert Milliarden in Bewegung bringen. Mit einer Million oder weniger kann man nur zufrieden sein und still halten, denken die meisten. So denkt die Mehrheit, so denken die Wähler der Volksparteien. Und die Mehrheit der Volksparteien schmilzt wie Gletscher und Polkappen.
 
Sollen wir weiter still halten?

Nein!

  • Der Klimawandel ist da.
    Wir können sofort damit beginnen:
    Energie zu sparen.
    Warum sagt uns das keiner?
    Weil Energieverschwendung und Geldverdienen in einem sehr engen Zusammenhang stehen.
     
    Deshalb fahren viele so gerne mit ihren SUVs, sie zeigen damit: Ich hab's ich kann Geld und Energie verschwenden. (Geldverschwendung ist ja okay, Energieverschwedung aber nicht!)

  • Die Meere sind mit Plastik versaut.
    Wir können sofort damit beginnen, weniger Plastik-Verpacktes zu kaufen und weniger Plastik wegzuwerfen.
    Warum geschieht das nicht?
    Weil Plastik-Verpackungen immer noch den Konsum fördern.
     
    Aber wir können durch unser Verhalten diese Korrelation umdrehen, so dass Plastik-Verpackungen den Konsum bremsen.

  • Das Geld verliert an Wert und das Finanzsystem steht vor dem nächsten Absturz.
    Wir können sofort damit beginnen, dem Geld weniger hinterher zu rennen.
    Wir können wieder zu der Erkenntnis zurück finden, dass die besten Dinge im Leben kein Geld oder wenig Geld kosten. Bestes Beispiel, das Leben selbst. Es kostet nichts und wird uns von den Müttern geschenkt.

  • Die Fernsehnachrichten sind uns zu stereotyp, parteiisch und regierungskonform. Warum ändert sich da nichts?
    Weil die Fernsehmacher noch viel satter und selbstzufriedener sind als die meisten Zuschauer.
     
    Wir können aber hier und heute damit beginnen, nie mehr die Tagesschau einzuschalten, auch wenn man uns zwingt, dafür zu zahlen.

  • Facebook ist uns zu undurchsichtig und zu geldgierig geworden.
    Wir können sofort unser Account abmelden.

  • Unsere Online-Magazin hat wieder gegen Russland gehetzt.
    Wir können es ab sofort aus der Liste der Favoriten löschen und nicht mehr aufrufen.

  • Die Regierenden flüchten sich wieder in das Gerede von einer europäischen Ebene, auf der sie die anliegenden Probleme lösen wollen.
    Wir können sofort damit beginnen, die Spielregeln der EU mit ihren vier Gremien zu studieren, um zu erkennen, dass auf Basis der bestehenden Verträge eine Einigung unmöglich ist.
     
    Aber warum informiert uns niemand über die organisatorischen Zusammenhänge?
    Weil das Für und Wider und das Gezänk um die EU mehr Aufmerksamkeit erregen als die komplizierten Fakten und weil die EU in der bestehenden Form das bequeme Europa der Politiker ist.

  • Die Nato und unser Verteidigungsministerium verlangen höhere Rüstungsausgaben.
    Wir können sofort erkennen, dass dem gar kein Feind gegenübersteht, sondern nur wirtschaftliches Interesse der USA, die kaum noch industrielle Spitzen-Produkte zu bieten haben außer Waffen, Raketensystemen, Kampfflutzeugen und neuerdings Drohnen.

Ach, das wussten Sie schon?

Dann sollten Sie auch wissen, dass gegen Militär nur Millionen, am besten viele Millionen von Demonstranten helfen, die auf die Straße gehen. Und wenn die Straßen zu eng werden, auf Plätze, und wenn die Plätze für eine Million Menschen zu klein sind, gehen wir auf Festivalgelände und wenn es Milliarden Demonstranten sind, dann gehen sie alle erst mal ins Internet und blockieren die Seiten der Kriegshetzer, überfluten ihre Mailboxen mit lebendigem Spam.


 
  
Dinge gibt's, die gibt's gar nicht

Der Abstieg vom Zockerberg
oder
ein lustiges Zusammentreffen an der Wallstreet zwischen kritlit.de und Mark Zuckerberg

Am 25.07.2018 erschien der erste Teil des kritlit-Essays über Demokrit mit dem Titel:

Jenseits von Facebook und Twitter.

auf KenFM. Es geht um die Demokratie-Tauglichkeit sogenannter "Sozialer Medien". Der Tenor des Artikels: Demokratie ist bei Facebook absolut nicht im Programm, weil Facebook nur der kommerziellen Auswertung und nicht der demokratischen Meinungsbildung dient. Genau deshalb muss ein Forum wie Demokrit erschaffen werden.
 
Am Tag nach der Veröffentlichung am 26.7.2018 verloren die Facebook-Aktien an der Börse knapp 120 Milliarden UD$ an Wert. Der größte Wertverlust einer Aktie an einem Tag, den es je gab.
 
Kein Grund zur Schadenfreude, denn Mark Zuckerberg hatte sich im Laufe des zweiten Quartals 2018 von einer großen Anzahl seiner Facebook-Aktien getrennt. Insgesamt 13 Millionen Aktien soll Zuckerberg im abgelaufenen Vierteljahr abgestoßen haben, davon 524.000 Stück einen Tag vor und 240.000 am Tag der Veröffentlichung des neuesten Quartalsberichts. So berichtet das Handelsblatt am 27.07.2018.
 
Mit diesem geschickten Timing hat Zuckerberg genau so viel Zeit-Instinkt bewiesen wie kritlit.de und das ist kein Wunder; er ist ja der Chef von Facebook. Die Börsenaufsicht sieht seine Verkäufe nicht als Insider-Verkauf an! Wir sind da anderer Meinung und wir gönnen Facebook den Absturz.
 
Der zweite Teil von Demokrit auf KenFM erschien am folgenden Tag. Titel:

Ein Format für die Online-Demokratie

Wenn es jemandem entgangen ist; auf kritlit.de steht der komplette Text
 

hier
zur Diskussion.

 

Lesetipps
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Saskia Es.
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Volkspartei
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Merkel,
New York

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Wirtschafts-
wachstum
%
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Passivisten
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Krise der
Demokratie

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Klimawandel
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Schulden
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Nationalstolz
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America first!
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Das Leben
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Wissen
& Politik

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Schwundgeld
*
Migranten
*
Wer ist schuld? Du bist schuld.

Auto - Klima - Sommer

Klimawandel vom Feinsten: Die Hitzewelle im Juni/Juli 2018, und wir müssen davon ausgehen, dass solche Perioden in Zukunft zum Standard-Klima gehören. (Im Jahr 2019 hat es sich wiederholt.)
 
Wie reagieren wir darauf? Die meisten reagieren falsch:
 
Um ihr Wohlbefinden zu steigern, setzen sie mehr Energie frei statt weniger: Die Straßen sind leer. Nur wenige erwachsene Fußgänger und Fahrrafaherinnen, die sonst im milden Sommer die Straßen beleben. Statt dessen PKWs und SUVs im dichten Verkehr oder Stau. Viele Autos sind außerdem schwarz gespritzt in der Farbe der meistregierenden Parteien. Die Klima-Anlage macht's möglich; denn ohne dieses Aggregat wäre es im Sommer in einer schwarzen Limousine kaum auszuhalten.
 
Was ist falsch daran?
Alles ist falsch.
 
Wärme wird in erster Linie nicht durch Abgase und deren indirekte Wirkung auf das Klima erzeugt, sondern direkt durch Wärmeabgabe. Fast alles, was an flüssiger Energie in den Tank eines Autos gefüllt wird, wird mit Sicherheit, der Sicherheit chemischer und physikalischer Prozesse, in Wärme verwandelt und an die nähere Umgebung abgegeben, nicht irgendwie an die globale Atmosphäre.
 
Deshalb ist es in den Städten, auf Autobahnen und viel befahrenen Straßen im Sommer so stickig.
 
Wer das unbewusst registriert, versucht, so schnell wie möglich in sein Auto zu kommen, fährt los und schaltet die Klima-Anlage ein. Aber genau dadurch wird das Problem verschärft und zwar mehrfach. Erstens ein Auto mehr auf der Straße und die Klima-Anlage gibt zweitens noch zusätzliche Wärme ab.
 
Und auch die Wärmeabgabe geschieht wieder doppelt: Denn die Kühle im Auto entsteht dadurch, dass eine Art Wärmepumpe die Wärme von innen nach außen, also in die nächste Umgebung, pumpt, und zusätzlich erzeugt diese Wärmepumpe wie jede energiegetriebene Maschine und jeder Elektromotor noch eigene Wärme.
 
Das wurde hier schon einmal genauer erklärt: Jede Klima-Anlage schadet dem Klima.
 
Der Automobilverkehr ist der Grund dafür, dass Deutschland, vor 10 Jahren mit der Wortführerin Angela Merkel, wortführend in der Klimadebatte, heute nicht mehr ernst genommen wird. Denn das ganze Theater der sogenannten Erneuerbaren Energien mit all seinen Windrädern, wurde völlig kompensiert durch die Aufrüstung auf den Straßen der Republik, welche von der Regierung Angela Merkel durch die Abwrackprämie enorm angekurbelt wurde.
 
Schwerere Karossen, stärkere Motoren, schnelleres Fahren, dazu noch als Zugabe immer mehr Elektromotoren (alles gleitet auf und zu, rauf und runter, auf Knopfdruck oder Touch) und zum krönenden Abschluss die Klima-Anlage. Die verbraucht, wie gesagt, richtig Strom und damit Kraftstoff, erhöht den Schadstoffausstoß und gibt Wärme an die Umgebung ab.
 
Deshalb gehörte zur jeder Schummel-Software und zur Ermittlung des angeblich so niedrigen Kraftstoff-Verbrauchs immer das Abschalten der Klima-Anlage.
 
Was also tun bei dieser Hitze?
 
Luftig anziehen. Fahrrad nehmen, Auto stehen lassen, am besten im Schatten. Wenn Bier alle, abgekühlten Tee trinken. Wenn Fahren zur Arbeit oder zum Arzt nötig, Autofenster auf, Klima-Anlage abschalten.
 
Und was ist, wenn alle das machen würden?
 
Das wäre ideal. Die nächste Hitzewelle könnte schon erträglicher sein, besonders in deiner Nähe.


 
Klare Gedanken, absurder Zustand

Umverteilung durch Schulden
und wie wir verhindern, dass immer mehr Geld in die Taschen der Reichen fließt

Geld ist nicht nur unkontrollierte Macht und es wird nicht nur ständig mehr, es fließt auch in die falsche Richtung. Aber die Mechanismen sind überschaubar und Lösungen sind in Sicht.

Wie Geld gleichzeitig mit Schulden entsteht

Das große Geld und die großen Schulden entstehen immer gleichzeitig, wenn Banken einen Kredit vergeben. Geld wird nicht von der Lotterie, sondern von Banken erzeugt. Es sind staatliche Banken, Notenbanken, Zentralbanken und Privatbanken. Alle erzeugen Geld. Jawohl, die Banken erzeugen Geld, nicht nur Staaten.
 
Während wir Normalbürger für Geld eine Leistung bringen, arbeiten, Posten schieben, etwas aus unserem Besitz verkaufen oder eine Berechtigung auf Staatsgeld nachweisen, können Banken per Buchung Geld aus der Luft greifen. Sie geben einen Kredit, indem sie dem Schuldner eine Gutschrift verbuchen und ihm gleichzeitig per Kreditvertrag eine Schuld zuweisen.
 
Der Gedanke, dass die Bank das Geld schon vorher hat, das sie verleiht, ist falsch. Sie hat vielleicht einen Anteil von 2 Prozent an Eigenmitteln (2 Prozent von der auf Konten gut geschriebenen Geldmenge). Bei der Bank von England dürfen es auch schon mal Null Prozent sein.
 
Die Bedingung für die Gelderzeugung oder auch Giralgeldschöpfung, ist, dass die Bank in der gleichen Höhe eine Schuld zuweist, sie kann sich deshalb nicht selber Geld zuschustern, obwohl sie es aus dem Nichts erschaffen kann. Sie verdient aber an der Kreditvergabe in Form von Zinsen und Provisionen und deshalb ist die Giralgeldschöpfung ein lukratives Geschäft, das nur Banken betreiben dürfen.

Die Schuldenfalle

Die Schuld ist immer mit Zinsen und Zinseszinsen verbunden, sie wächst also von Jahr zu Jahr, und vermindert sich um die jeweils geleistete Tilgung. Gleichzeitig wird überall weiteres Geld in neuen Kreditverträgen mit neuen Schulden erzeugt. Die Geldsumme steigt dabei ständig und gleichzeitig die Summe der Schulden. Aber die Schulden steigen schneller als die Geldmenge, weil Zinsen und Zinseszinsen das Wachstum beschleunigen.
 
Das Fatale daran ist, dass sehr viele Schuldner ihre Schulden nicht zurückzahlen, also nicht tilgen, sondern nur den Schuldendienst leisten, das heißt, sie bedienen die Gläubiger, ohne ihre Schuld zu verringern. Zu diesen Schuldnern, die nicht tilgen, gehören viele Staaten. Staaten sind die größten Schuldner überhaupt. Ein Großteil aller Schulden bleibt also bestehen, während immer neue Schulden hinzu kommen.
 
Viele Schuldner, insbesondere ärmere Staaten oder solche mit skrupellosen Regierungen, sind nicht einmal in der Lage oder willens, den Schuldendienst zu leisten; sie nehmen neue Schulden auf, um Zinsen auf alte Schulden zu begleichen. Dieser Vorgang wird durch Begriffe wie Nettoverschuldung oder Umschuldung verschleiert. Dass so etwas auf die Dauer nicht funktionieren kann, sieht jeder, doch es braucht offenbar Jahrzehnte, bis diese Erkenntnis sich politisch und in den offiziellen Medien durchsetzt.
 
Inzwischen ist der globale Schuldenberg so groß, dass er niemals mehr zurückgezahlt werden kann. Es gäbe auch gar nicht genug Geld, um alle Schulden zu begleichen. Den größten Anteil an den aktuell vorhandenen Schulden haben der US-Staat und die Bürger der USA.
 
Die Schuldenlast ist so groß, dass permanent Geld erzeugt werden muss, um den Schuldendienst aufrecht zu erhalten. Würden ein paar große Geldmacher, an erster Stelle die US-Notenbank FED, nur ein paar Tage lang aufhören, neues Geld zu produzieren, würde das Finanzsystem zusammenbrechen. Überall würden Banken pleite gehen.
 
Die Angst vor dieser Situation wird auf die Bürger verlagert, die glauben, es ginge ihnen an den Kragen, doch das ist nicht der entscheidende Effekt. Die ersten Verlierer wären diejenigen, die vom Schuldendienst und den damit verbundenen Provisionen leben, also Banken, deren Eigentümer und die Manager.

Milliarden in Überfluss

Was geschieht aber mit der riesigen Menge an Geld, das ja ohne Zweifel trotz aller Schulden vorhanden ist?
 
Es befindet sich in Privatbesitz, vornehmlich im Besitz bestimmter Familien, die seit mehreren Generationen sehr viel Geld und wenige oder gar keine Schulden haben. Sie reichen ihren Besitz von Generation zu Generation weiter und das Vermögen vermehrt sich ständig, zum Beispiel, weil es in Staatsanleihen angelegt ist, die sehr sichere Zinsen abwerfen.
 
Hier entsteht ein Riesenproblem: Der Geldüberfluss.
 
Genau wie die meisten Staaten ihre Schulden nicht zurückzahlen können, können die Geldbesitzer ihr Geld niemals ausgeben. Einige Neureiche versuchen es durch sichtbaren Luxus, aber die Erfahrenen betreiben Vermögensverwaltung und versuchen das Geld anzulegen, genauer gesagt, sie verdienen Geld mit ihrem Geld. Und das funktioniert prächtig.

Aktien steigen und steigen

Das erste Beispiel wurde schon genannt: Staatsanleihen. Das zweite sind Aktien. Viele glauben noch, der Kurs einer Aktie wäre eine Funktion des Erfolges einer Firma. Das war gestern. Die Aktien steigen automatisch mit der Geldmenge, weil alle, große wie kleine Geldbesitzer, einen satten Anteil ihres Geldes, sagen wir 50 Prozent, in Aktien anlegen. Die Nachfrage nach Aktien steigt ständig.
 
Staatsanleihen sind inzwischen überzogen und werden wegen der immensen Staatsverschuldung von Rating-Agenturen abgewertet, das heißt, dass hier allmählich Vorsicht geboten ist. Aber auch die Kurse von Aktien können nicht in den Himmel wachsen, also haben die Großgeldbesitzer weiterhin ein Problem: Wohin mit dem Geld, das die Vermögensverwaltung produziert? Das nächste Anlageobjekt sind Immobilien, also Häuser.

Wohn-Immobilien statt Paläste

Früher haben die Superreichen sich beeindruckende Schlösser gebaut. Das hat einen Nachteil, sie werfen kein Geld ab. Die beliebteste Verwendung von Geld ist schon lange nicht mehr sichtbarer Prunk, sondern mit Geld wieder Geld zu verdienen. Außerdem kann jede Familie nur einen Palast bewohnen, ein zweiter wäre Geldverschwendung. Man investiert also in Mietobjekte und, weil wegen der Digitalisierung die Büros kleiner wurden, nicht mehr in Bürobauten, sondern in Kaufhäuser, Ladenketten und Einkaufszentren.
 
Auch da ist inzwischen eine Sättigung erreicht, weil die Konsumenten nicht immer mehr Geld ausgeben können, denn Löhne und Gehälter müssen klein gehalten werden, damit der Tauschwert des Geldes auf der unteren Ebene stabil bleibt und keine Inflation entsteht.
 
Deshalb investiert man jetzt in Wohnbauten.
 
Die einen beteiligen sich an Wohnungsbaugesellschaften, die anderen kaufen Wohnhäuser im großen Stil und in aufstrebender Lage, da, wo der Normalbürger und der Mittelstand es sich nicht mehr leisten können.
 
Die Mieten steigen ständig und sind für Familien nur noch bezahlbar, wenn sie mehrere Einkommen haben. Solche Mieter zu finden ist für die Investoren und ihre Makler kein Problem; es muss nur die richtige Stadt und die richtige Lage sein.

Verborgene Zinsen

Leicht lässt sich erkennen, dass an allen Mieten der enthaltene Schuldendienst einen beträchtlichen Anteil ausmacht. Es beginnt oft bei der Baufinanzierung, teilweise über eine Bank. Die Leistungen der Baufirmen enthalten Kreditkosten für die Baumaschinen. Da kommt eins zum andern. Wirtschaftswissenschaftler sind bereit, das mühselig auszurechnen und sie kommen auf Werte um die 30 Prozent Zinsanteil in den meisten alltäglichen Produkten, bei den Mieten noch mehr.
 
Die Tarife im Luft- und Schienenverkehr, auch die von Taxi-Unternehmen, enthalten Zinsen für die Anschaffung der Fahr- und Flugzeuge, ebenso natürlich das Honorar für Ärzte und Anwälte, die ein hohes Startkapital vorfinanzieren müssen. Auch die Gebühren von Kommunen enthalten einen satten Zinsanteil wegen der Verschuldung der staatlichen Organe und ebenso alle Steuern.
 
Die in den Preisen, Gebühren und Steuern enthaltenen Zinsanteile führen dazu, dass alle Bürger, auch diejenigen, die aus Prinzip keine Schulden machen, ständig indirekt Schuldendienste leisten im zweistelligen Bereich ihrer Lebenshaltungskosten. Und je höher der Anteil der Lebenshaltungskosten am Einkommen ist, um so höher ist der Anteil der ungewollten Zinszahlungen an die Geldbesitzer. Umgekehrt, wer reich ist und nur einen (kleinen) Teil des Einkommens für die Lebenshaltungskosten aufwendet, wird weniger mit den versteckten Zinsen belastet. (Das ist so ähnlich wie mit der Mehrwertsteuer, die verkonsumiertes Einkommen belastet, finanziell investiertes Einkommen aber nicht.)

Das ist ein versteckter Bereich der Umverteilung,
Geld steigt nach oben, wo die Kreditgeber sind.

Durch die Grundprinzipien der Finanzwirtschaft, freie Geldschöpfung und obligatorische Schuldzinsen, wird das Geld ständig aus der Quelle nach oben verschoben. Dieser Vorgang ist im Prinzip einfach und übersichtlich: Geld wird in riesigen Mengen erzeugt und landet mehr oder weniger direkt, aber permanent, auf den Konten der schuldenfreien Großgeldbesitzer.
 
Die Wege, die das Geld nimmt, sind oft verschlungen. Es wurde schon das automatische Steigen der Aktien geschildert. Dazu gibt es kompliziertere Mechanismen, insbesondere wenn wir den Sozialhaushalt des Staates betrachten.
 
Aber auch im Sozialbereich wird eine bestimmte Linie schnell deutlich: Der Staat zahlt den Ärmsten die volle Miete, was ja auch richtig ist, denn Wohnen ist ein Menschenrecht. Das Geld für Miete landet auf den Konten der Wohnungsbesitzer. Die Zeiten, dass der Staat selber Wohnungen geschaffen hat, sind längst vorbei. Dafür hat er kein Geld mehr, weil er ja sowieso schon hohe Schulden hat.
 
Etwas komplizierter ist es auf dem Sektor des ausufernden Gesundheitswesens. Schon die Ärzte verdienen überproportional gut; Ärzte verdienen mehr als Wissenschaftler, was für die Gesellschaft von Nachteil ist, qualifiziertes Personal wird falsch disponiert. Doch das nur nebenbei. Ärzte gehören trotzdem zum Proletariat dieser Branche.
 
Wer richtig gut verdient, das ist die Pharma-Industrie. Sie bestimmt ihre Preise selbst. Und überall, wo es singuläre Situationen gibt, wird unbarmherzig zugelangt. Patente von Medikamenten sind eine sehr lukrative Geldanlage.
 
Auch an den Ärzten wird weiter kräftig verdient: Hohe Mieten für Praxen in entsprechender Lage und Hunderttausende für die technische Einrichtung einer Praxis, natürlich auf Kredit, von Banken finanziert. Es gipfelt in der Röntgen- und Strahlenmedizin. Schon die Fachärzte dieser Richtungen haben Jahreseinkommen im Millionenbereich und die Hersteller medizinischer Geräte verdienen satt wie die Rüstungsindustrie; denn nur das Beste, Neueste und Teuerste ist gut genug. Wenn tatsächlich ein Krieg kommt, und der kommt immer irgendwo, geht es in diesen Branchen erst richtig bergauf.
 
Krieg, so ungern wir das hören wollen, ist eine der Lösungen, durch die das Finanzsystem zwar nicht geändert, aber neu gestartet werden kann. Deshalb liegen Kriegstreiber wieder voll im Trend.

Land in Sicht! Aber nicht in Berlin.

Wir fragen uns natürlich, was kann man dagegen tun?
 
Jeder Fatalismus ist unangebracht. Es gibt eine Menge an Möglichkeiten, doch die müssen sich auf das Problem richten und nicht auf irgendwelche journalistischen oder ideologischen Debatten, wie sie in Talk-Runden präsentiert werden.
 
Das Problem beginnt bei der Staatsverschuldung, genauer gesagt damit, dass ein Staat seinen Haushalt durch Kredite von den Reichen finanziert und ihnen damit permanente Zinszahlungen zuweist, anstatt sich das Geld in Form von Steuern dort zu holen, wo es ist, also bei den Reichen direkt und nicht über Kredite und Staatsanleihen.
 
Das erscheint vielleicht mühselig, aber der Möglichkeiten sind viele. Zuerst durch eine Vermögenssteuer. In besonders tief verschuldeten Staaten wie Italien und Griechenland ist eine Vermögensabgabe angebracht.
 
Zweitens eine Erbschaftssteuer, um die ewige Weitergabe der Vermögen zu begrenzen. Weiterhin eine Transaktionssteuer, um Börsenspiele zu beschränken und mit daran zu verdienen und als besonders praktikables Element eine Steuer auf alle Kapitalgewinne, mindestens in gleicher Höhe wie die Einkommensteuer.
 
Für den Einkommensbereich außerdem Quellensteuern, die viele Steuertricks unmöglich machen, und zur Finanzierung des Sozialstaates eine Soziale Quellensteuer.
 
Hier zwei Links zu genaueren Erklärungen:
Umsatz-Quellensteuer
Soziale Quellensteuer
 
All das ist möglich auf der Seite des Staates und vieles ist Politikern bekannt. Gelegentlich kommt es sogar in einer Rede im Bundestag vor. Dann ist die Regierungsbank leer oder mit Mikro-Kommunikation beschäftigt. Man und Frau vermeidet die Erkenntnis über das Unwesen der Finanzwelt durch Ignorieren der Fakten und der oppositionellen Redner.
 
Siehe Roger Willemsen: Das hohe Haus (Ein Jahr im Parlament)! In diesem Buch wird die parlamentarische Unsitte des Ignorierens auf jeder zehnten Seite beschrieben. ISBN 978-3-596-19810-8

Every day goes the bucket to the well
one day the bottom drops out

(Der Krug geht solange zum Brunnen
bis er bricht)
23.07.2018

Das Wort zum Gipfel

  Was ist das Leben...

Was ist das Leben doch schön
ohne das Fernsehn zu sehn,
weil man schon längst genug weiß
auch ohne den Nachrichten-Scheiß.
 
Was ist das Leben doch geil
ohne politischen Teil.
Was ist das Leben doch leicht
wenn Donald uns nicht erreicht.
 
Das Leben war immer schon da
auch ohne Amerika.
Das Leben ist voller Pracht
ohne die Übermacht.
 
Was macht das Leben so krank?
Parteipolitischer Zank.
Das Leben ist nah wie noch nie
mit Direkter Demokratie!
 
Das Leben ist wie ein Gedicht
nur die Mächtigen lesen es nicht...
                            Rob Kenius, 10.06.2018
                   zuletzt überarbeitet 10.11.2019

 
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Satire Extramild

Neue Berufsaussichten im Zeitalter künstlicher Intelligenz

Vorreiter der künstlichen Intelligenz prophezeien uns, dass Großrechner bald schlauer werden als Menschen. Vielschichtige, lernfähige Programme werden Berufe übernehmen, die bisher Menschen vorbehalten waren. Besonders betroffen sind Juristerei, Ingenieurwesen, der Lehrkörper von Hochschulen, Animateure in der Freizeitgestaltung und Journalismus.
 
Das ist beunruhigend, doch Zweckoptimisten wenden ein, es würden neue Berufe entstehen, die uns teilweise schon geläufig sind: Web-Designer, Online-Moderator und natürlich Programmiererinnen ohne Ende.
 
Zum Ausgleich des Berufeschwunds kann man aber auch vernachlässigte Bereiche des menschlichen Zusammenlebens aufwerten und professioneller gestalten durch neue Berufe, die nicht unbedingt mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz in direktem Zusammenhang stehen. Hier einige Vorschläge:
 
Unkrautvertilger
nicht zu verwechseln mit Unkrautvertilgungsmittel

 
Der Unkrautvertilger beseitigt Unkraut in Feldern und Gärten mit einfachen mechanischen Geräten, besonders in der Landwirtschaft. Der Unkrautvertilger ersetzt chemische Kampfstoffe wie Glufosinat und Glyphosat und führt das ausgerissene und gestochene Unkraut der Kompostierung zu. Ein Gewinn für Arbeitsbeschaffung, Umwelt und Pflanze, also eine typische Win-Win-Win-Situation.
 
Wenn alle Folgen und Langzeitfolgen der chemischen Vernichtung berücksichtigt werden (Stichworte: Insektensterben, Nachhaltigkeit), könnte der Beruf des Unkrautvertilgers im Erwerbsleben deutlich oberhalb des Bruttolohns angesiedelt sein. Die Umschulung vom Giftspritzer zum Unkrautvertilger dauert nur einen halben Freitag.
 
Geschmacksverstärkerin
nicht zu verwechseln mit Influenzerin

 
Geschmacksverstärkerin ist ein sehr anspruchsvoller und vielseitiger Beruf. Die Geschmacksverstärkerin ersetzt personell das Glutamat und andere künstliche Geschmacksverstärker in Speisen. Das geschieht in der feinen Küche vorzugsweise durch Anwendung von Knoblauch. Die Auswahl der weißen oder violetten Knollen, der Einkauf, das Einweichen, entpellen, schneiden oder Zerstampfen mit Mörser oder Pürierstab, alles dies ist Aufgabe der Geschmacksverstärkerin. In der Gastronomie ist sie damit unentbehrlich.
 
Ein ganz anderes Aufgabenfeld ist die Kundenberatung in der Damenoberbekleidung. Hier sorgt die Geschmacksverstärkerin dafür, dass weniger, aber geschmackvoller eingekauft wird. Was passt und was nicht passt, was steht und was nicht steht, was in ist und was out, alles das entscheidet die Geschmacksverstärkerin. Die Dame von Welt spart Zeit und Geld und die Umwelt wird weniger durch Wegwerfkleidung belastet.
 
Das Einkommen der Geschmacksverstärkerin setzt sich aus einem Grundgehalt für Umweltschutz oder Küchendienst und einer Vergütung für die individuelle Kundenberatung zusammen.
 
Betriebsanleiter
nicht zu verwechseln mit Betriebsleiter

 
Betriebsanleiter ist ein Beruf, der uns allen viel Ärger erspart. Wer liest schon die Betriebsanleitungen, die mehr nach juristischen als nach praktischen Gesichtspunkten verfasst sind? Der Betriebsanleiter steht uns nach jedem Gerätekauf an der Ladenkasse zur Verfügung. Er weiß, wie was ein- und und ausgeschaltet wird, zeigt uns Stellschrauben und Bedienerflächen, versteht es, jeden Akku aufzuladen, warnt vor Stromschlägen und zeigt uns, wie die Kettensäge geschmiert wird. Auch die Standplätze der Restmülltonnen sind ihm nicht fremd.
 
Betriebsanleiterinnen stehen beim Kauf von Bügeleisen, Nähmaschinen und Enthaarungsgeräten zur Verfügung, völlig unentgeltlich. Es ist ein Service der Herstellerinnen. Diese sparen an Garantieleistungen, weil Geräteschäden durch unsachgemäße Behandlung während der Garantiezeit seltener werden. Wenn die Garantiezeit abgelaufen ist, werden Betriebsanleiterinnen und Betriebsanleiter zu Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern umgeschult.
 
Schlankmacherin
hat nichts zu tun mit dem Hungerkünstler von
Franz Kafka
 
Das schlank Machen ist eine Dienstleistung nicht nur für die Damenwelt. Auch der Feinschmecker genießt die diskrete Beratung und Massage diverser Schlankmacherinnen. Hier laufen alle Zweige der Gewichtsabnahme und figürlichen Gestaltung zusammen:
 
Diät, Fitnesstraining, Modeberatung nebst Spezialanfertigungen, Sport, Enthaltsamkeit, sexuelle Aktivität, Wandern, Walking, Outdoor, Inline und Weight Watchers.
 
Verpönt sind zylindrisch verzerrende Spiegel und falsch geeichte Personenwaagen, die den Beruf der Schlankmacherin in Verruf gebracht haben. Solche Auswüchse deuten an, dass die Einkommenssituation für Schlankmacherinnen tendenziell sehr günstig ist.
 
Abgewöhner
Nicht zu verwechseln mit Drogenberaterin

 
Abgewöhner sind universell einsetzbar, besonders im Bereich der digitalen Kommunikation, am Smartphone, I-Phone, Laptop, I-Pad und PC. Es handelt sich nicht um eine App, sondern um einen pädagogischen Beruf mit psychiatrischen Komponenten.
 
Der Abgewöhner ist oft eine Abgewöhnerin; denn das Abgewöhnen ist eine frauenaffine Tätigkeit. Frauen gewöhnen ihren Männern das ab, was Mütter ihren Söhnen durch Verwöhnen angewöhnt haben (Egozentrik, Selbstüberschätzung, Argumentationsschwäche, bis hin zum Größenwahn, Neigung zum Populismus und schlimmeren politischen Entgleisungen). Allein- abgewöhnende Frauen sind damit völlig überlastet. Hier kommt die pädagogisch ausgebildete und resolute Abgewöhnerin ins Spiel.
 
Die Ausbildung zum Abgewöhner und zur Abgewöhnerin erfolgt im Selbststudium und dauert wenigstens zehn Jahre. Entsprechend hoch ist das Honorar. Es ist jedoch schwierig, an private Aufträge zu kommen, da viele junge Männer diesen äußerst lukrativen Beruf anstreben und autodidaktisch vorgehen, sich also im Selbstversuch ihre eigenen Untaten abgewöhnen.
 
Deshalb ist der Staat gefordert. Es wäre im öffentlichen Interesse, die klassischen Sozialarbeiter und Putinversteher durch Abgewöhner und Abgewöhnerinnen zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Leider hat noch keine namhafte Partei das Abgewöhnen in ihr Programm aufgenommen, man befürchtet wahrscheinlich negative Auswirkungen auf das Wahlverhalten.
 
Ideenlieferant
 
Ideenlieferant kann jeder. Schreibt uns, wenn ihr Ideen habt! Die künstliche Intelligenz rast mit Teraschritten auf uns zu und wird die normale Intelligenz bald vom Markt verdrängen. Je höher deine Intelligenz ist, um so schneller ist sie überholt. Also kritlit.de sofort mit eigenen Ideen kontaminieren! Hier die E-Mail-Adresse

                            Rob Kenius, 08.06.2018

 
Das letzte Wort vor dem Getöse

Italien-Tick

Tick des Tages ist etwas Ähnliches wie ein Blog. Laufend werden aktuelle Ereignisse aufgegriffen und kommentiert oder sie werden Anlass für tiefere Überlegungen. Vermieden wird weitgehend das, worüber alle am liebsten reden und schreiben: Trump, AfD, Angela Merkel, SPD und Populismus.
 
Im Zentrum aller Überlegungen steht die Zukunft der Demokratie und die Bändigung der Finanzwirtschaft. Deshalb ist bei kritlit.de schon seit einiger Zeit Italien im Blickfeld. Nicht als bemitleidenswertes Armutsland, sondern als Land in Bewegung.
 
In Iralien regieren jetzt (Mitte 2018) zwei Parteien, die sich auf etwas Neues einigen müssen, während bei uns zwei Parteien regieren, die sich darin einig sind, so weiter zu machen wie bisher. Es ist logisch, dass aus Deutschland, genauer gesagt aus Berlin, mit Gruseln nach Italien geblickt wird.
 
Bisher wird in deutschen Medien nicht einmal erklärt, was der M5S ist. Deutsche Politiker und Journalisten wie Karen Miosga & Ingo Zamperoni können das Wort M5S nicht ohne das Adjektiv "populistisch" aussprechen und befolgen damit die offizielle Sprachregelung, die Silvio Berlusconi eingeführt hat. Dabei ist Berlusconi in Italien der große Verlierer der Parlamentswahl. Die Wähler und auch die Lega haben sich gegen Berlusconi und hin zum M5S gewandt.
 
Was also ist die 5-Sterne-Bewegung?
 
Es ist eine radikaldemokratische Gruppierung, welche intern mit den Mitteln des Internets Direkte Digitale Demokratie betreibt und dann nach außen für den Rest der Italiener als Partei auftritt.
 
Der M5S hat etwas geschafft, was die Piraten in Deutschland nicht geschafft haben, nämlich mit digitalen Methoden und Strukturen eine starke, radikaldemokratische Kraft aufzubauen, die als Mehrheitspartei ins Parlament einzieht, die aber ihre Kandidaten über das Internet direkt-demokratisch auswählt.
 
Dazu haben sie ein eigenes Forum, das der bereits verstorbene Internet-Unternehmer Gianroberto Casaleggio aufgebaut hat und das dessen Sohn weiterführt. Von diesen Fakten erfährt man in den Medien hierzulande so gut wie nichts.
 
Was die Piraten-Partei intern falsch gemacht hat, entzieht sich meiner genauen Kenntnis. Vermutlich hatten sie kein vergleichbares Forum. Falsch war schon der Name Piraten, der die Internet-Piraterie in Form der sogenannten Tauschbörsen legalisieren wollte. Das Urheberrecht ist eine kulturelle Errungenschaft, auf die kaum jemand verzichten will und kann, wenn Medien (Tonträger, Bücher, Filme) professionell hergestellt und vertrieben werden sollen.
 
Der nachfolgende Artikel ist am 28.Mai entstanden und wurde von KenFM übernommen. Die darin vertretene Meinung, dass sich die Missachtung des Wählerwillens von Seiten des Präsidenten Mattarella generell gegen die Demokratie richtet, hat sich in Italien inzwischen durchgesetzt. Giuseppe Conti hat den Auftrag zur Bildung einer Regierung zum zweiten mal erhalten und die neue Regierung tritt an.
 
Das Problem der Finanzierbarkeit der Versprechen, die der M5S den Wählern gemacht hat, bleibt bestehen. Die beiden Regierungsparteien müssen es lösen. Die eleganteste Lösung wäre eine Vermögensabgabe, denn Italien ist als Staat zwar arm, aber die einzelnen Italiener sind reich. Das durchschnittliche Vermögen ist höher als das in Deutschland, besonders im Norden des Landes.
 
Der Welt-Ökonom Thomas Piketty schlägt eine globale Vermögenssteuer vor, was natürlich eine Utopie ist. Italien könnte damit aber im eigenen Land beginnen, um den Staat zu sanieren. Die EU sollte sich zurückhalten und sich weder mit Geld, egal in welcher Form, noch mit Wortgetöse einmischen.
                                        03.06.2018
Man kann es nicht oft genug sagen:
Geld regiert die Welt

Die Mattarella-Krise

Italien zeigt:
Auch souveräne Staaten werden von der Finanzwirtschaft beherrscht.
 
War das bisher eine Parole von Außenseitern, so wurde es uns jetzt in Italien offen vorgeführt. Präsident Sergio Mattarella hatte Giuseppe Conte, den Kandidaten der von den Bürgern gewählten Parteien-Koalition, als Ministerpräsidenten erst akzeptiert, und ein paar Tage später hat er den vorgeschlagenen Finanzminister Paolo Savona abgelehnt.
 
Begründung: Er, Mattarella, könne keinen Kandidaten akzeptieren, der einen Euro-Ausstieg Italiens ins Spiel bringt. Weitere Begründung Mattarellas: Die Unsicherheit über die Haltung Italiens zum Euro hatte italienische und ausländische Investoren in Alarmstimmung versetzt. (Zitiert nach SPON spiegel.de/politik/ausland/italien-sergio-mattarella-beruft-oekonomen-carlo-cottarelli-in-praesidentenpalast-a-1209828.html)
 
Die bewegende Wahl
 
In der Wahl wurde die 5-Sterne-Bewegung M5S mit einem Drittel der Stimmen zur stärksten Partei, die sich dann mit der für Gesamt-Italien neu angetreten Lega zu einer Koalition zusammenschloss. Der Spitzenkandidat und der neue Sympathieträger des M5S, Luigi Di Maio, verzichtete auf das Amt des Ministerpräsidenten zugunsten eines Kompromiss-Kandidaten Giuseppe Conte, der jetzt wegen der Winkelzüge Mattarellas (Partito Democratico) das Handtuch geworfen hat.
 
Was bedeutet dies konkret? Es ist eine Ohrfeige für die Demokratie, nicht nur in Italien.
 
Die vom Volk nach der Verfassung gewählte Regierung kommt nicht zustande, weil die Finanzwelt nicht damit einverstanden ist. Der Fall liegt so offen, weil in Italien der Staatspräsident die Regierung bestätigen muss und auch einzelne Minister ablehnen darf, in diesem Fall den Finanzminister, wegen seiner Ansichten zur Finanzpolitik, die den Investoren, also den Groß-Geldbesitzern und Geldverwaltern, nicht passt.
 
Nun muss man einräumen, dass M5S und Lega sich auf einen etwas abenteuerlichen Finanzplan geeinigt hatten: Steigerung der Sozialausgaben in Richtung eines Grundeinkommens und gleichzeitig Steuersenkungen. Darin ist die Handschrift der beiden Koalitionsparteien deutlich zu erkennen.
 
M5S vertritt die arbeitslose Jugend, besonders im Süden, und Lega vertritt als ehemalige Lega Nord die Interessen der florierenden Industrie Norditaliens und wird wohl auch von dortigen Industriellen gesponsert. Kennzeichnend an diesem Bündnis ist die kritische Haltung zur EU und die Tatsache, dass man sich über die kaum noch nützliche Einteilung der Politik in rechts und links hinweggesetzt hat.
 
Drittens kommt hinzu, was vielen sympathisch erscheint, dass die Lega sich für diesen Schritt erst aus dem Parteienbündnis mit Silvio Berlusconi lösen musste.
 
Die Situation ist mit der Krise in Griechenland vergleichbar.
 
Es besteht für die Finanzwelt die Gefahr, dass Italien sich weigert, für seine Schulden aufzukommen, sich also für zahlungsunfähig erklärt. Der Verlierer wären Banken und Großinvestoren, an erster Stelle die europäische Zentralbank, welche inzwischen 17% der italienischen Schuldenpapiere hält.
 
Das hätte nicht geschehen dürfen, aber es ist unter Mario Draghi geschehen und die Regierungen der Euro-Staaten haben es zugelassen.
 
Der Verlust der EZB würde bei einem Staatsbrankrott Italiens auch Deutschland treffen. Wie bei jedem Bankrott trifft es diejenigen, die leichtfertig ihr Geld an zweifelhafte Schuldner verliehen haben, nicht zuletzt deshalb, weil sie zu viel davon hatten.
 
In Griechenland wurde die Sache mit finanzieller Gewalt gelöst. Das war möglich, weil Griechenland so klein ist und die EURO-Bürger es sich gefallen ließen. Der Finanzminister Yanis Varoufakis, der die Sache in Sinne der Wähler lösen wollte, trat zurück. In Italien wurde der neue Finanzminister erst gar nicht zugelassen, weil die Finanzwelt keine Politik zu ihren Ungunsten akzeptiert, auch und gerade dann nicht, wenn es sich um ein großes, tief verschuldetes Land handelt.
 
Geld regiert die Welt, auch und gerade dann, wenn es in Überfluss vorhanden ist.
 
Den Bürgern wird überall von den bürgerlichen Parteien eingeredet, dass die Interessen der Groß-Geldbesitzer mit ihren Interessen, der Lohn und Gehaltsempfänger, identisch sind. Sie glauben das, weil die meisten von ihnen auch irgendwie Geld besitzen oder hoffen es einmal zu besitzen, wenn alles so bleibt, wie es ist. Die breite Masse verkennt, welcher Unterschied zwischen 40.000 Euro und 40.000.000.000 Euro besteht. Letzteres ist ein Betrag, für den eine deutsche Normal-Verdienerin eine Million Jahre arbeiten müsste.
 
Geld ist nicht gleich Geld.
 
Geld in elfstelligen Beträgen ist etwas anderes als Taschengeld, Haushaltsgeld, das Jahreseinkommen oder die Ersparnisse von Normalbürgern bis hin zur ersten Million. Die Milliarden (amerikanisch Billionen) gehören nur Banken und Milliardären, die dieses Geld zum Geldverdienen nutzen und nicht, um etwas zu bezahlen, was sie benötigen.
 
Auf dieser Ebene der elfstelligen Geldsummen besteht ein bedrohlicher Geldüberschuss, insgesamt etwa eine 14-stellige Geldsumme, 7 x 10 hoch 13 Dollar oder Euro. Der Überschuss an Geld erwürgt Wirtschaft und Politik, den Immobilienmarkt, die Staaten und die Bürger, weil er immer nur zur Geldanlage drängt und Renditen von mehr als 5% verlangt.
 
In diesem Sinne wäre der Konkurs einer großen Volkswirtschaft wie Italien ein Schritt in die richtige Richtung: Ein konkreter Abbau des bedrohlichen Überflusses an Liquidität und zwar in einer Größenordnung, dass es der Finanzwelt auch weht tut, aber noch nichts kaputt macht. Wenn die EZB mit daran beteiligt ist, dann geht es allen Bürgern des Euro-Raums an den Kragen und das ist von der Finanzmacht so gewollt.
 
Die Mattarella-Krise
 
Wir sind gespannt, nicht nur wie sich die Lage in Italien weiter entwickelt, sondern auch, wie sie in den Mainstream-Medien dargestellt wird. Sicher wird ein neues Wort wie XYZ-Krise dafür auftauchen, um den Sachverhalt zu benennen, ohne die Zusammenhänge offen zu legen. Ich schlage vor die "Mattarella-Krise", das klingt ziemlich italienisch, sehr flutschig und es lenkt ab vom Inhalt.
 
Der M5S und Luigi Di Maio werden nicht aufgeben. Die 5-Sterne-Bewegung ist die Partei mit der besten demokratischen Legitimation in ganz Europa: Stärkste Kraft bei den Parlamentswahlen und im Parlament nur mit Kandidaten vertreten, die durch Direkte Digitale Demokratie aufgestellt wurden.

                               28.05.2018 Rob Kenius
                     letzte Überarbeitung 06.10.2019
Der Artikel "Die Mattarella-Krise" wurde am 29.05.2018
von KenFM übernommen

 
Stapelbare Stapelware

Ein gelber Haufen Scheiße

Als ich gerade im Hof war, wurde mir ein Paket zugestellt, von dem ich nur die gelbe Karte zu sehen bekam mit der euphorischen Mitteilung: IHRE SENDUNG IST DA!
 
Wissen die nicht, dass Schreiben in Großbuchstaben uncool ist? Egal, ein Aufkleber sagte mir: Ihre Sendung liegt heute ab 19:00 Uhr in ihrer Packstation, Nr., Lagebezeichnung.
 
Die Packstation, groß und gelb, war mir schon aufgefallen. Sie funktioniert ähnlich unintelligent wie die Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen der Bundesbahn, damals vor fünf oder zehn Jahren.
 
Wenn man also davor steht und ein paar mal an die richtige Stelle getippt hat, kommt die Aufforderung, man solle die gelbe Karte scannen. Wo, das wird nicht gesagt und es gibt auch keinen Hinweis, ob man den Barcode, der auf der Karte zweimal, in verschiedenen Größen, aufgedruckt ist, in der großen oder in der kleinen Version scannen soll.
 
Das Feld, hinter dem der Laser-Scanner verborgen ist, befindet sich rechts unten, unter dem Schlitz für die EC-Karte. Warum dort kein Hinweis "Hier scannen" steht, ist ein Konstruktionsgeheimnis. Es wäre auch erleichternd, wenn der klein ausgedruckte Barcode auf der Abholkarte mit den Worten "Scannen an der Packstation" gekennzeichnet wäre. So muss man halt rumsuchen und kann 6 bis 8 Möglichkeiten ausprobieren.
 
Der Beschriftung und der Software fehlt es sichtlich an Intelligenz. Man kam nicht auf die Idee, zu berücksichtigen, dass jeder Abholer irgendwann zum ersten mal vor dem Automaten steht. Beim ersten mal braucht man bis zum Scannen der Sendungsnummer wenigstens 5 Minuten. Aber das ist ja die unbezahlte Zeit des Kunden und nicht die bezahlte Zeit eines DHL-Mitarbeiters. Die Sendungsnummer aus 12 Ziffern kann man übrigens auch manuell eingeben, was aber nicht leichter von der Hand geht und in meinem Fall Lesebrille erfordert.
 
Ist die sehr geehrte Kundin oder der sehr geehrte Kunde bis zu diesem Punkt gekommen, wird sie oder er aufgefordert, den vollen Namen einzutippen und da geht der Schlamassel erst richtig los! Es erscheint ein Datenfeld mit Buchstaben, das auf kurzen kräftigen Druck reagiert, aber nicht immer. Mehrmaliges Drücken muss man vermeiden; denn der Automat reagiert sehr langsam und unberechenbar, der Buchstabe kommt dann wenn man zu schnell das Tippen wiederholt, doppelt oder dreifach.
 
Man denkt, die Taste "Zurück" würde helfen und den letzten Buchstaben löschen, wie es beim Smartphone der Fall ist, aber falsch gedacht! Wer "Zurück" drückt, wird zum Anfang zurückgeworfen und muss wieder die gelbe Karte scannen, man weiß aber schon wie es geht, und dann muss man mit der Namenseingabe neu beginnen.
 
Ich hatte Pech an meiner Packstation. Das Eingabefeld war nicht richtig eingestellt oder es vertrug die Sonne nicht, die mir über die Schulter schien, und ich kam bei 10 oder 12 Versuchen über die 3 Buchstaben R O B nicht hinaus.
 
Also ging ich zur nahen Post. Dort hieß es:
"Das ist DHL, damit haben wir nichts zu tun."
"Aber hier steht doch auch Deutsche Post drauf!"
"Ich gebe ihnen eine Nummer, da können sie anrufen."
Die Nummer war nicht gebührenfrei.
 
Ich ging erst mal nach Hause und schrieb eine Mail an DHL mit der Beschwerde, dass meine Packstation, Nr., Anschrift, bei der Namenseingabe nicht funktioniert. Am nächsten Morgen hatte ich die Entschuldigung von DHL in der Mail, die Packstation stände aber jetzt korrekt zu meiner vollen Verfügung und ich könnte auch telefonisch eine zweite Zustellung bewirken.
 
Ich machte mich wieder auf zu meiner Packstation; denn ich wollte wissen, wie das geht. Schon beim dritten Versuch gelang es mir, den Namen komplett einzugeben. Nachdem ich auch mit dem Finger einen unterschriftähnlichen Haken gemacht hatte, sprang ein Türchen auf, hinter dem mein Paket lag. Wahnsinn!
 
Die Namenseingabe bei der Abholung ist völlig unnötig! Wer auf krumme Weise oder per Zufall an die Abholkarte gekommen ist, hat ja nicht nur den Barcode, sondern auch den vollen Namen des Empfängers zur Hand und die Unterschrift ist beliebig. Die schwierige Prozedur der Namenseingabe bringt also keine zusätzliche Sicherheit.
 
Wer hat sich so etwas ausgedacht?
 
Soviel Dummheit auf einem Haufen regt mich zum Denken an. Warum gibt es überhaupt diese gelben Packstationen?
Wahrscheinlich, um Kosten zu senken.
 
Warum müssen die Kosten gesenkt werden?
Weil Großkunden wie Amazon auf die Preise drücken.
 
Warum will man nicht menschliche Arbeit einsetzen?
Weil die Leute schon so prekär bezahlt werden, dass es billiger nicht mehr geht; schließlich gibt es einen Mindestlohn in Deutschland.
Aha!
 
Weil die Löhne nicht mehr weiter gedrückt werden können und Amazon in eigener Regie bereits mit Subunternehmern zustellt, die als Scheinselbständige am Nulltarif arbeiten, deshalb werden von DHL Millionen investiert, um Packstationen aufzustellen, an denen die Empfänger der Sendungen ihre Zeit vergeuden.
 
Geld für Investitionen zum Ersatz von Menschen war noch nie so billig. Das ist neoliberale Wirtschaft und es ist ein Ergebnis der Privatisierung der Post, ebenfalls ein Akt neoliberaler Politik. Scheiße ist das!
 
Das Stichwort Mindestlohn in meinem Gedankengang ist auch der Schlüssel für eine menschenfreundliche Lösung des Problems, das Amazon und Konsorten verursacht haben:
 
Eine Mindestzustellgebühr.
 
Das Gesetz könnte ein cleverer Politiker in die Wege leiten: Jeder Versender muss bei jeder Sendung mindestens 5 Euro Zustellgebühr berechnen und den vollen Betrag an den Paketdienst weiterleiten. Davon erhält der Zusteller am Ende der Kette 1 Euro für jedes Paket, das er abliefert. Man kann das noch genauer durchdenken, einen Ausgleich für Stadt- und Landregionen schaffen und so weiter, doch das ist nicht mein Job. Ich bin Empfänger der Sendung und kein Staatssekretär, der im Finanzministerium bei Spitzengehalt Gesetze entwirft.
                               24.04.2018 Rob Kenius
Klare Gedanken, absurder Zustand

Erderwärmung und harte Winter im Westen

Forscher finden Hinweise auf Abschwächung des Golfstroms, das berichtet Spiegel Online heute, am 12.04.2018.
Und diese Idee hatten zwei intelligente Romanfiguren schon vor einigen Jahren in diesem Roman aus der Club- und Musikszene:
"Fliegen, fliegen über das Land".
Eine Geschichte nahe an der Realität (es muss nicht unbedingt Sven Regener sein).
 
Anmerkung: Die weibliche Hauptfigur des Romans heißt Raphaela Krantz und wird von ihren Freundinnen und Lovern "Raf" genannt.
Hier das Original-Kapitel:
 
28
Die kleine Eiszeit

 
Streng geputzte Fensterfronten überragten die Eingangsportale. Sicherheitsdienste und Nachtwächter im Einsatz. Und zwei verdächtige Personen bewegten sich Arm in Arm durch die Geschäftsviertel der Innenstadt. Sie hatten sich als harmloses Liebespaar getarnt. Wolken hetzten über den Nachthimmel, der ab und an vom vollen Mond erleuchtet wurde. Die Luft war kalt und ziemlich feucht. Ob es bald schneien oder stürmen würde, war nicht auszumachen.
 
Raf kuschelte sich an Raimunds Arm und fühlte sich trotz des winterlichen Wetters sicher auf diesem ungemütlichen Spaziergang. Als er spürte, wie kalt es ihr war, klemmte er seinen Arm noch fester und sagte:
"Das Klima ist rauer geworden in den letzten Jahren."
"M-meinst du?" fragte sie bibbernd.
"Wir haben wieder richtig Winter. Dabei sagen sie, die Atmosphäre würde sich erwärmen durch den Klimawandel."
 
Raf hatte eine vage Vorstellung davon, vermischt mit alten Schul-Erinnerungen. Geografie-Stunde. Und sie hatte ein tiefes Verlangen nach wohliger Wärme.
"Vielleicht liegt es am Golfstrom", vermutete Raf.
"Am Golfstrom?"
"Ja. Der Golfstrom bringt doch die Wärme nach Europa. Hab ich in der Schule gelernt. Sonst würden in Irland keine Palmen wachsen." Sie presste seinen Arm fester, so als wollte sie den Wärmeverlust ausgleichen und erklärte:
"Wenn der Golfstrom aufhört, wird es hier bitterkalt, wie in Sibirien."
 
Raimund hatte nichts anderes zu tun, als über diese Idee zu grübeln. Wie passte das zusammen? Es hieß doch, dass es im Nordmeer wärmer wird und nicht kälter. Das Eis an den Polen schmilzt... Und was dann? Dann wird auch das Wasser wärmer...
Er versuchte die wenigen physikalische Vorstellungen, die er hatte, zu koordinieren.
Vielleicht war es jetzt nicht mehr kalt genug, damit am Boden des Atlantiks etwas in die Karibik zurückfließt. Oder es fließt langsamer.
 
"Du könntest Recht haben", sagte er endlich, "der Golfstrom ist vielleicht schon etwas abgeschwächt, 'ne Meeresströmung ist kein Heizofen. Es muss zirkulieren. In der Tiefe fließt wahrscheinlich kaltes Wasser zurück ins karibische Meer. Und wenn es am Nordpol nicht kalt genug ist, fließt es weniger schnell."
 
"Mir ist kalt genug, Rai!" bibberte Raf.
"Ja klar. Aber die Zirkulation, meine ich. An der Oberfläche kommt der Golfstrom nach Norden. Unten am Meeresgrund fließt kaltes Wasser zurück, das kann ja nicht anders sein."
"Du meinst, es fließt langsamer zurück und darum auch langsamer rauf?"
"Ganz genau. Stell dir vor, da ist ein Graben wie ein Flusstal am Meeresgrund. Und kaltes Wasser fließt runter, weil es schwerer ist. Das geht ganz langsam, aber es kann nicht anders sein, sonst gäbe es den Golfstrom ja nicht."
"Brr, Rai, dann haben wir hier bald 'ne kleine Eiszeit."
"Ja, vielleicht 'ne kleine Eiszeit."
 
Die beiden lagen nicht falsch mit ihrer Idee. Selbst, wenn es am Meeresgrund nicht bergab ginge, könnte der Effekt, dass kaltes Wasser transportiert wird, durch die Zentrifugalkraft zustande kommen, die zum Äquator hin größer wird.
 
Ohne dass sie es bei ihren Grübeleien verabredet hätten, steuerten Raf und Raimund auf das Café Nirwana zu, in dem sie heute keinen Dienst hatten. Doch sie waren nicht die einzigen mit diesem Ziel...

 
Soweit der Text aus meinem Roman, für den ich damals keinen Print-Verlag gefunden habe, wahrscheinlich, weil in der deutschen Literaturszene Wanderhuren unterwegs waren.
 
Das E-Book kostet nur 2.49
 

Bei Thalia
      oder       Bei Amazon
 
Dort sollter ihr auch den Anfang des Romans als Leseprobe finden, wie Raphaela auf der Suche nach einer leerstehenden Wohnung ein Restaurant übernimmt, das ihr Freund Raimund zu einem Musik-Club macht.
 
Klare Gedanken, absurder Zustand

Herrscher der Welt

Wer die Welt beherrscht, war noch nie so klar wie heute. Aber viele sind geblendet durch die Medien, die uns Angela Merkel als "mächtigste Frau der Welt" vorstellen, die vielleicht wirklich an "westliche Werte" glaubt, als wenn Werte etwas mit der Himmelsrichtung zu tun hätten.
 
Viele von uns sind noch verfangen in der verzwickten Ideologie des vor 200 Jahren geborenen Karl Marx, der vorgab, die herrschenden Kapitalisten besser zu kennen als sie selbst. Das ist überholt, nicht nur weil die Geschichte uns eines Besseren belehrt hat, sondern weil Industrie gar nicht mehr die treibende Kraft ist.
 
Darüber steht das Geld.
 
Das nackte Geld ab einer Milliarde.
Die Wirtschaft ist keine Einheit mehr. Die Finanzwirtschaft hat eine Metastase gebildet, die stärker ist als Industrie, weil sie mehr Geld abwirft, weil sie das Geld schneller vermehrt als die reale Wirtschaft.

Geld dominiert
die Wirtschaft total,
nicht nur als Ziel,
auch als Material.

Marktkapitalisierung (shareholder value) steht über dem Gewinn. An der Börse werden Unternehmen mit hundert Milliarden bewertet, die (fast) noch keinen Gewinn gemacht haben.
 
Beherrscht wird das Ganze von denen, welche die Milliarden und Billionen disponieren. Die meisten von ihnen sind Milliardäre, sie brauchen aber nicht unbedingt ihr eigenes Geld. Wer weiß, ob Larry Fink Milliardär ist? Wer weiß wie er aussieht? Er ist der oberste Disponent für Black Rock. Und Black Rock ist der größte Fonds.
 
Verschwörungstheorien leben davon, dass solche Leute sich nicht der Öffentlichkeit preisgeben. Wer sind die Milliardäre und wer sind die Disponenten? Sie verstecken sich nicht einmal, sie haben keinen Drang, sich der Welt zu zeigen, weil sie Besseres zu tun haben und weil sie die Öffentlichkeit für nutzlos und kontraproduktiv halten.
 
In der Finanzwelt gibt es keine Demokratie. In der Demokratie zählt die Zahl der abgegebenen Stimmen. In der Finanzwelt zählt nur die Zahl, die Geld bedeutet, die auf Überweisungen, Konten und Geldscheinen steht.
 
Die Frage bleibt also bestehen:
 
Was sind das für Leute, die Milliardäre? Wie ticken sie? Was denken sie? Was unterscheidet sie von uns?
 
Einer hat sich schon seit Jahren der Welt gezeigt, weil er krankhaft extrovertiert ist: Donald Trump, ein Super-Egoist, ein Lügner, der die Welt mit simplen Parolen abspeist, narzistisch und selbstverliebt, berauscht von seiner Macht, nicht interessiert an Bildung und Moral, ein Macho, ein Menschenverächter, ein super-reicher Schnösel, der aber weiß, wo es lang geht, weil er da hinein geboren wurde.

                               04.04.2018 Rob Kenius

Man kann es nicht oft genug sagen!

America first!

Hiroshima und Nagasaki
America first!
Privater Waffenbesitz
America first!
Atomare Rüstung
America first!
Einmischung in Konflikte
America first!
Bedrohung anderer Länder
America first!
Geheimdienst-Operationen
America first!
Höchste Staatsschulden
America first!
Unseriöse Finanzen
America first!
Politik für Milliardäre
America first!
Bürger in Gefängnissen
America first!
Militärische Präsenz
America first!
Verschlechterung des Weltklimas
America first!
Globale Gefahr
America first!
     (Wiederholt vom 20.09.2017 erweiterte Version)
Kritik ist gut - Konzepte sind besser

Die Degressive Digitale Mark DDM

Der riesige Überschuss an Geld ist ein Problem, das im bestehenden Geldsystem nicht lösbar ist, weil niemand Geld systematisch und kontrolliert vernichten will. Der Geldüberschuss ist zum Vorteil der Geldbesitzer und wird von dieser Seite selbstverständlich nicht gestoppt oder reduziert. Wir brauchen ein demokratisches Geldsystem. Dazu ist gesellschaftliche Macht über das Geldsystem erforderlich.
 
Zu beachten ist dabei, dass die Menge an Schulden in der gleichen Größenordnung wie die Geldmenge besteht, weil Geld und Schulden bei der giralen Geldschöpfung durch Banken immer gleichzeitig erzeugt werden. Bei der Tilgung von Schulden werden Geldmenge und Schulden gleichzeitig anulliert, das Mengenverhältnis ändert sich dadurch aber nicht. Die Gesamtmenge allen Geldes und die Größe aller Schulden sind nicht genau zu ermitteln; ohne Zweifel aber gilt:
 
Die Geldmenge ist schon längst um ein Vielfaches zu groß. Um alle materiellen Güter und Leistungen dieser Welt zu kaufen, würde ein Bruchteil von 30% - 35% des vorhandenen Geldes ausreichen. Tendenz: Die Relation wird noch ungünstiger. Durch die jetzige Krise werden weniger Güter und Leistungen produziert, es entstehen aber mehr Schulden und gleichzeitig wird mehr Giralgeld erschaffen.
 
Die Summe aller Schulden ist wegen der Zinsen und Zinseszinsen, besonders auf Staatsschulden, höher als die gesamte Geldmenge. Die Schulden sind inzwischen so hoch, dass sie nie getilgt werden können. Warum? Weil Geld und Schulden im Groben so verteilt sind, dass die einen (Finaziers, Fonds, Reiche Familien) das Geld besitzen und die anderen (Wirtschaft, Staaten und Normalbürger) Schulden haben, ganz besonders aber die Staaten.
 
Das System wird aufrecht erhalten durch Wirtschaftswachstum, um die Forderungen der Geldbesitzer nach Zinsen und Profit zu erfüllen, wobei die Menge des Geldes und die Höhe der Schulden ständig wächst. Doch prozentuales Wirtschaftswachstum stößt an natürliche Grenzen, weil es in eine exponentielle Wachstumskurve mündet. Die reale Wirtschaft kann nicht wie die Geldmenge (eine abstrakte Zahl) ins Unendliche steigen, weil alle Ressourcen in der Realität begrenzt sind.
 
Da hilft bisher nur unfreiwillige und unkontrollierte Geldentwertung oder Geldvernichtung, die auf mehrere Weisen erfolgen kann:
  • Inflation,
  • faule Kredite,
  • Zusammenbrüche von Banken,
  • soziale Revolten und
  • Krieg.
Unfreiwillige Geldvernichtung ist immer mit hohen Gefahren verbunden. Zur Zeit steigt die Kriegsgefahr enorm, weil die Gefahr von den Banken und vom Finanzsektor abgewendet wird. Das ist neoliberale Politik zugunsten der Finanzwirtschaft.
 
Da man die unkontrollierte Geldvernichtung in all ihren Varianten fürchtet und die Rückzahlung eines großen Teils der Schulden unmöglich ist, versucht man das System zu retten, indem immer mehr Geld hinein gepumpt wird. Diese Maßnahme wird vor allem von den Notenbanken FED und der EZB im großen Stil betrieben. Bei einem Kassensturz wären tausende Banken und die Mehrzahl aller Staaten Pleite. Der Konkurs wird verschleppt durch Geldschöpfung in unvorstellbarer Höhe beim 0% Zinsen.
 
Auch negative Zinsen werden praktiziert; das bedeutet, wenn eine Bank ihr Geld bei der EZB parkt, bekommt sie weniger zurück als sie eingezahlt hat. Mit dieser Praxis nähert man sich bereits einem anders strukturierten Geld an, dem sogenannten Schwundgeld.
 
Ein anders strukturiertes Geld, das von sich aus weniger wird als Zweitwährung ist ein eleganter Weg aus der Finanzkrise. Es ist eine Methode, die zunächst absurd erscheint, aber bei genauerem Hinsehen einen klugen Systemwechsel einleitet. Die Idee ist schon hundert Jahre alt, ist aber erst jetzt im Zeitalter der Kredit-, Bank- und Geldkarten und des Online-Banking einfacher und wesentlich flexibler zu realisieren. Eine degressive Zweitwährung.
 
Der Ausdruck degressiv ist neu, trifft aber den Kern der Sache besser als ältere Bezeichnungen wie zum Beispiel der Begriff "Freigeld" von Silvio Gesell, der als Erfinder dieses Systems gilt. Üblich ist auch die Bezeichnung "Schwundgeld", welche den Vorgang bezeichnet, dass dieses Geld mit der Zeit weniger wird, es (ver)schwindet.
    Nennen wir die Währung Mark, dann kreieren wir die Degressive Digitale Mark DDM mit folgenden Eigenschaften:
     
  • DDM existiert nur auf Geldkarten und Konten, nicht als Bargeld.

  • Alle, die Geld einnehmen, sind verpflichtet, DDM als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

  • Jedes Guthaben wird in jeder Woche mit einem Abschlag belegt, der zum Beispiel 1% sein soll.

  • Stichtag: In der Nacht von Montag auf Dienstag um Null Uhr wird der Abschlag fällig.

  • Wer am Samstag zuletzt 100 DDM auf seiner Geldkarte hatte und am Dienstag damit bezahlt, dem wird zuerst der Abschlag abgezogen und er hat nur noch 99 DDM auf der Karte.
  • Verfeinerte Regeln für die Praxis

  • Ein Monat Kulanz-Zeit

  • Die Regelung mit einem festen Abschlag-Termin kann dazu führen, dass kurz davor zahlreiche Überweisungen getätigt werden. Das könnte bewirken, dass die Empfänger ihrerseits das Geld noch Sekunden vor dem Termin weiterreichen wollen. Das wäre eine unerwünschte Stress-Situation für die Geldempfänger und für den Geldverkehr.
     
    Um das zu vermeiden, empfiehlt sich folgende Regel:
     
    Der wöchentliche Abschlag wird von dem Kontostand genau einen Monat vor dem Stichtag berechnet. Also nicht vom aktuellen Kontostand. So ist jeder Zahlungseingang einen Monat lang voll verfügbar. Wenn am Dienstag, den 07.07.2020 um Null Uhr der Abschlag fällig ist, wird er vom Kontostand am Sonntag, den 07.06.2020 (mit 1%) berechnet.
     
    Diese Regelung bewirkt außerdem, dass Empfänger von monatlichen Löhnen, Gehältern, Renten und Mieten nicht gezwungen sind, die Beträge in weniger als 7 Tagen wieder auszugeben. Sie haben einen ganzen Monat Zeit, über das degressive Geld auf ihrem Konto oder auf ihrer Geldkarte zu verfügen.
     
  • Degressives Konto überziehen

  • Rein rechnerisch würde bei einem negativen Kontostand die Subtraktion einer negativen Zahl den Saldo verbessern, Schulden würden durch den Abschlag verringert. Um das zu vermeiden, soll der Abschlag vom Absolutbetrag berechnet werden, er ist also immer negativ, und vergrößert dann den Negativbetrag.
     
    Ein Konto mit Degressiver Währung kann also überzogen werden, allerdings automatisch mit hohen Zinsen (1% pro Woche). Dieser Zins-Effekt entfällt, wenn vor dem Stichtag das Konto wieder ausgeglichen wird. Wer also am Montag sein Gehalt erwartet, kann das Degressive Geld ab dem Dienstag davor schon ausgeben, ohne dass Überzugzinsen (durch den Abschlag von 1% bei negativem Kontostand) entstehen. Es zählt der Saldo am Stichtag.
Das Degressive Geld hat folgende Effekte: Es kurbelt die (lokale) Wirtschaft an, weil jeder es schnell und effektiv ausgeben will, und es ist nicht zur Geldansammlung geeignet.
 
Gegenüber historischen Versuchen mit Freigeld und Schwundgeld hat die Degressive Digitale Währung mehrere Vorteile.
  • Der Abschlag lässt sich in kurzen Zeitabständen (von einer Woche) verwirklichen. Dadurch wird verhindert, dass Händler Waren bis zum Stichtag zurückhalten.

  • Der Abschlag lässt sich je nach Bedarf leicht verändern und damit kann die Wirtschaft gesteuert werden. Der Satz von 1% pro Woche ist hier als einfaches Zahlenbeispiel gemeint.

  • Weil DDM nur auf Konten und Karten existiert, kann der Umtausch in eine herkömmliche Währung mit einer Transaktionsgebühr belegt werden. Diese zu umgehen ist dann nur auf dem Schwarzmarkt in kleinen Mengen möglich.
Die DDM als Zweitwährung empfiehlt sich als Währung für Staaten mit schwerer Verschuldung. Der Staat erklärt sich gegenüber seinen Schuldnern für zahlungsunfähig, bedient also keine Kredite mehr und löst Staatsobligationen nicht ein. Er kommt aber seinen Verpflichtungen gegenüber den Bürgern mit der Degressiven Digitalen Zweitwährung nach. Alle Firmen erhalten ein Konto für DDM und alle Bürger eine Geldkarte mit einem Startbetrag. Die Angestellten, Rentner und Sozialhilfeempfänger erhalten ihre Zuwendungen in DDM.
 
Dabei hat die Organisation der Gemeinschaft, welche die DDM steuert zwei Parameter, um die Wirtschaft und die Finanzen zu steuern: Die ausgegebene Geldmenge und den prozentualen Abschlag; beides muss sinnvoll eingesetzt werden.
 
Die alte Währung wird nicht abgeschafft, nur die Gemeinschaft benutzt dieses Geld nicht mehr. Die Bürger können es benutzen und es wird sich ein freier Umrechnungskurs herausbilden. Der Umtausch wird mit einer Transaktionsgebühr belegt, damit sich kurzfristiges hin und her Tauschen nicht lohnt, sonst könnte man den wöchentlichen Abschlag umgehen.
 
Diese Transaktionsgebühr wird in beide Richtungen erhoben. Sie ist ein Parameter, mit dem das Abgreifen von DDM und den Einsatz der Festwährung (EURO) gesteuert wird.
 
Das System einer Degressiven Digitalen Zweitwährung ist die geeignete Gegenmaßnahme gegen den störenden Geldüberfluss der Leitwährungen. Ein Geldüberfluss in DDM kann nicht entstehen, weil er automatisch und kontrolliert abgebaut wird.
 
Im Zusammenhang mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre es naheliegend, dieses bedingungslose Grundeinkommen in einer degressiven digitalen Form zu verwirklichen, damit das Grundeinkommen nicht zur Vermehrung des Geldüberflusses in Händen der Großgeldbesitzer beiträgt.
 
Besonders solide ist das Modell in Verbindung mit Direkter Demokratie; die finanzielle Position der Gemeinschaft wird gestärkt und alles ist unter möglichst direkter Kontrolle der Bürger.
                               12.03.2018 Rob Kenius
                     letzte Überarbeitung 06.07.2020
Es könnte immer Karneval sein

Unser Dreigestirn lächelt

Wie am 28.11.2017 hier im Tick des Tages schon vorhergesagt, jetzt sind wir auf dem Weg in die GROKO.
 
So lieb und klein wie nie zuvor.
 
Und Martin Schulz muss für etwas kämpfen, das er vor einem Monat noch voll abgelehnt hat. So ist das Leben eines SPD-Politikers.
 
Wer Demokrat ist, hätte lieber eine Minderheitsregierung gesehen, die wir in Zukunft besser Parlamentarische Regierung nennen sollten. (Vorgeschlagen im Tick des Vortages, gleich anschließend).
 
Der Deutsche Michel ist wahrscheinlich lieber ein wohl-situierter Untertan als selbst-denkender Demokratie-Debatten-Verfolger.

    Das GROKOKOKO Dreigestirn
     
  • Prinz Martin
  • Jungfrau Angela
  • Bauer Horst

  • macht es uns leicht:

Sie lächeln harmlos-verträumt und zeigen auf den offiziellen Fotos der Release-Party kein Fünkchen rot, aber verdammt viel blau. Das erinnert daran, dass leider, leider, leider der eigentliche Wahlsieger die blaue Partei gewesen ist. Ein Schelm, der Arges dabei denkt.
 
Die Prognose aber lautet:
Es geht alles vorüber: Bei der nächsten Wahl gibt es keinen Grund mehr, AfD zu wählen.

AfD
bald passé
tut keinem weh!

 
Das neue Wort

Parlamentarische Regierung,
bitte nicht mehr "Minderheitsregierung"!

Schon in der Wahlnacht konnte man ahnen, dass wir wieder eine Große Koalition bekommen, wegen der rechnerischen (Un)möglichkeiten, aber auch deshalb, weil Frau Merkel erkennen ließ, dass sie es so haben will. Und in diesem Land geschieht bis heute (16.12.2017) noch, was Queen Angela will.
 
Trotzdem bin ich für ein anderes Modell:
Die parlamentarische Regierung.
 
Das Modell leidet unter dem Namen Minderheitsregierung. Aber es regiert dann keine Minderheit, sondern bei jeder Entscheidung ist es die parlamentarische Mehrheit. Und Kanzler ist derjenige, der die meisten Stimmen bekommt. Schon bei der Wahl des Kanzlers sollte man neue Wege gehen und gleich im zweiten Wahlgang den Kandidaten wählen, der im ersten Wahlgang am besten abgeschnitten hat.
 
Der bildet dann die Regierung. Wenn Frau Merkel das nicht will, bitteschön, dann tritt sie zurück und die CDU stellt einen anderen Kandidaten auf, der Martin Schulz schlagen muss. Der Kanzler kann dann auch Minister berufen, die nicht alle von seiner eigenen Partei (der Minderheit) sein müssen.
 
Das wäre Parlamentarische Demokratie mit einer Parlamentarischen Regierung. Ein Traum, aber er zeigt, wie verkrampft und gestrig das politische Denken ist, das diese einfachste, flexible Lösung gemäß der Konstellation aus dem Wahlergebnis verhindert.
 
Was am meisten stört, ist das Gerede von einer starken Regierung, die wir unbedingt brauchen. Ist eine Regierung dann stark, wenn das Parlament schwach ist und das Wahlergebnis der Bevölkerung wird ignoriert? Und wann hätten wir in Deutschland eine zu schwache Regierung gehabt?
 
Verloren hat bei der Wahl nicht Martin Schulz, sondern die GROKO und in dieser Koalition am meisten die CSU. Das zeigt so nebenbei: Auch die Bayern werden jetzt locker, sie tragen zwar keine gendermäßige Tracht, haben aber genug vom Einparteienstaat der CSU in Bayern.
                                Rob Kenius 16.12.2017

Stapelbare Stapelware

P o l i t i k
in den Zeiten des Interregnums

Wie wäre es, wenn wir Wirtschaft und Politik entkoppeln, genau wie Martin Luther vor 500 Jahren göttliche Gnade und Geldzuwendungen an die Kirche entkoppelt hat?

Wenn die hoheitliche Politik stagniert, weil Politiker mit dem Wahlergebnis unzufrieden sind, haben wir User die Gelegenheit, selber über Politik nachzudenken; ansonsten wird uns ja die Politik der Regierenden einmassiert.
 
Die Lage auf dem Globus spitzt sich zu. Die einen steigern ständig ihre Umsätze und den Verbrauch und den Schadstoffausstoß, die anderen steuern die 10-Milliarden-Grenze der menschlichen Population an. Beide Trends gehen in eine gefährliche Richtung: Die Erde gibt das nicht her, was all diese Menschen wollen und haben wollen.
 
Was können wir da machen? Da kann nur Politik was machen, sagt man; denn Politik ist die Kunst des Machbaren. Doch das ist nicht genau nachgedacht; denn die Wirtschaft hält sich viel mehr an das Machbare als die Politik.
 
Die Wirtschaft möchte alles, was machbar ist, maximieren. Mehr Nahrung, mehr Beweglichkeit, mehr Unterhaltung, mehr Bequemlichkeit, mehr Straßen, mehr Autos, Schiffe, Flugzeuge, mehr Sturmgewehre und Wüstenpanzer und vor allen Dingen mehr Gewinn: steigende Kurse, steigende Rendite, steigender Verbrauch, steigender Wohlstand.
 
Da sagt auch kein Politiker nein.
 
Aber halt, jetzt sind unsere Politiker ja in der Sondierungs-Starre. Das alles sind doch die Ziele der Wirtschaft! Wie wäre es, wenn wir Wirtschaft und Politik entkoppeln, genau wie wir in Europa vor 500 Jahren Religion und Glaube von Ablass-Spenden abgekoppelt haben?
 
Ist nicht erst kürzlich die Sowjetunion daran gescheitert, dass man 50 Jahre lang Politik und Wirtschaft zusammengeregelt hat?
 
In den letzten 30 Jahren haben Regierungen in USA, in GB, in Deutschland und in der EU sich von Wirtschafts- und Finanzleuten die Politik diktieren lassen. Und das geht auch schief. Kein Wunder. Die Wirtschaft will immer maximieren und neuerdings globalisieren, was die Politik aber nicht kann, sonst wird es totalitär und ungemütlich. In Wirtschaft und Politik gibt es unterschiedliche Interessen, die sich teilweise widersprechen. Das ist nicht neu.

Dominanz der Finanzen über die Realwirtschaft

Neu ist aber die Entwicklung der letzten Jahre:
Innerhalb der Wirtschaft hat sich ein dominanter Zweig entwickelt, der mit Essen und Trinken, Arbeiten und Konsum, Verbrauch, Unterhaltung, Straßenbau, Medizin, Gesundheit, Rüstung und all dem nichts zu tun hat:
Es ist die hohe Finanzwirtschaft.
 
In USA macht die Finanzwirtschaft mehr als 40% aller Wirtschaftsleistung aus, obwohl sie nichts produziert, nicht einmal Geld für alle, sondern nur Ansprüche auf Zahlungen und Verpflichtungen zu zahlen, also Guthaben und Schulden. Der Finanzsektor ist der größte Wirtschaftszweig geworden, er bestimmt die Realwirtschaft und bestimmt die Politik in allen Fragen, wo es um viel Geld geht.
 
Egal ob in Washington Republikaner oder Demokraten regieren, die Regierung beugt sich immer den Interessen der Wall Street: Deregulierung und Bankenrettungen, anstatt Werktätige, Hausbesitzer, Rentner, die Infrastruktur oder den Mittelstand zu retten.
 
In Deutschland wird der Anteil des Finanzsektors an der Wirtschaft zwischen 30% und 40% liegen. Deutschland ist das zweitamerikanischste Land. Wenn man uns in den Tagesthemen vom Wirtschaftswachstum erzählt, kann es gut sein, dass nur die Finanzwirtschaft gewachsen ist. Auch hier werden Banken gerettet und ein Niedriglohnsektor geschaffen und es spielte dabei keine Rolle, ob CDU oder SPD oder beide regieren.

Staatsschulden sind der Hebel zur Macht

Jetzt, wo weder CDU noch SPD regieren, können wir Politik von der Wirtschaft trennen, als Gedankenmodell. Doch da ist ein Punkt, an dem das schwer durchführbar ist: Die Staatsschulden. Die lassen sich nicht so leicht vom Finanzsektor trennen. Staatsschulden sind der Hebel, mit dem der Finanzsektor die Macht über Regierungen einnimmt, auch über linke.
 
In Griechenland hatten wir eine Situation, wo die Politik sich hätte von der Finanzwirtschaft lösen können, durch einen Staatsbankrott, und wir hatten zwei Typen von linken Politikern: Tsipras und Varoufakis. Der eine ging den Weg, den der Finanzsektor vorschreibt, der andere ging weg.
 
Ein Staat , der sich vom Diktat der Finanzen befreien will, darf keine Schulden haben. Das hört sich radikal und erzkonservativ an, weil uns die Medien (und merkwürdigerweise auch linke Politiker) immer die Meinung der Finanzwirtschaft aufdrängen, die will, dass der Staat Schulden macht. Aber ein Staat ohne Schulden ist gar nicht so schwierig; denn der Staat darf Steuern erheben, soviel, wie er braucht, und von wem er will.

Geld ist da zu holen, wo es ist

Und weil der Finanzsektor so wohlhabend ist und so extrem viel verdient, ist es am besten, diese parasitäre Scheinwirtschaft, die nichts für die Allgemeinheit produziert, sondern nur Gewinne für sich selbst, die sollte man mit besonders hohen Steuern belasten. Ist doch logisch und genau umgekehrt, wie es zur Zeit in USA und allen Vasallenstaaten passiert. Solange dieses System bestehen bleibt, wird USA Geld exportieren und wird dafür alles andere geliefert bekommen, inklusive der Weltherrschaft.
 
Jedes Einkommen, das nicht durch Arbeit, Dienstleistung, Kunst oder Handel oder ganz allgemein durch Leistung, zustande kommt, sollte nicht weniger, sondern mehr durch Steuern belastet werden. Das sind genau die Bereiche, die jetzt im Interesse des Finanzsektors verschont bleiben: Börsengewinne, Wertzuwachs von Immobilien, Erbschaften, finanzielle Transaktionen. Wenn die Politiker in den Medien erscheinen, sollten wir aufmerksam hören und sehen, wer von ihnen die gegen uns gerichteten Interessen im Sinne des Finanzsektors vertritt.
 
Der Staatshaushalt beginnt nicht beim Ausgeben von Geld, sondern mit den Einnahmen. Das hat der Staat mit jedem banalen Geschäft gemeinsam, man kann nur das Geld ausgeben, das man eingenommen hat. Und damit setzen wir Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die Umwelt und die Entwicklung. Mit dem Geld, das der Staat eingenommen hat, kann er seine Pflichten gegenüber den Bürgern erfüllen und das sind nicht wenige:
 
Erziehung, Infrastruktur, Gesundheitswesen, Sozialstaat, aber keine Bankenrettung, Griechenland-Rettung, Euro-Rettung, Übernahme von Verantwortung in fernen Ländern oder Rüstung gegen friedliche Nachbarn.
 
Trennung von Kirche und Staat,
Trennung von Wirtschaft und Staat,
Trennung von Finanzwirtschaft und Staat.
Das ist Politik;
die Rettung aus der selbstverschuldeten Knechtschaft.

                                Rob Kenius 14.12.2017
              Über den Finanzsektor der USA berichtet 
           Michael Hudson in seinem Buch "Der Sektor" 
           ISBN 978-3608-94748-9. Das Werk hat 670 S. 
           Man hätte das auch auf 200 S sagen können.

 
Das erste Wort

Stunde der Royalisten

Verlobung im britischen Königshaus!
Bundespräsident Steinmeier trifft in London Queen Elizabeth die zweite. Und Queen Angela (die erste) in Berlin bekommt ihre GROKO, die sie sich zu Weihnachten gewünscht hat.
 
Alle Royals und Royalisten sind sich einig: Wir brauchen eine starke Regierung, ein schwaches Parlament und ein ohnmächtiges Volk.
Aber warum haben wir eigentlich kürzlich gewählt?
 
Das ist ein Ritual, ein Relikt aus alten Zeiten der Französischen Revolution, das man nicht so ernst nehmen sollte. Man nannte es
Parlamentarische Demokratie.
 
Übrigens: Wir haben den 28.11.2017


 

 


Man kann es nicht oft genug sagen!
50 Jahre lang haben Amerikaner versucht, uns zu erklären, was cool ist und jetzt haben sie Donald Trump.
Ist das cool?

America first!

Hiroshima und Nagasaki
America first!
Privater Waffenbesitz
America first!
Atomare Rüstung
America first!
Einmischung in Konflikte
America first!
Bedrohung anderer Länder
America first!
Geheimdienst-Operationen
America first!
Höchste Staatsschulden
America first!
Unseriöse Finanzen
America first!
Politik für Milliardäre
America first!
Bürger in Gefängnissen
America first!
Militärische Präsenz
America first!
Verschlechterung des Weltklimas
America first!
Globale Gefahr
America first!


Kampfthema Wahlkampf

Wahltaktik für
durchschnittlich demokratische Wählerinnen

Eine Mehrheit in Regierung, Medien, Demografie und Wahlvolk glaubt, dass eine einzelne Person namens Angela Merkel unseren Wohlstand, unsere Stellung in der Welt und eine Wende Europas zum Besseren garantiert. Das kann nicht wahr sein, denn die Zeiten der Monarchie sind vorbei, auch wenn Angela Merkel eine gute Monarchin abgeben würde.
 
Sie ist bescheiden, etwas unscheinbar, will nichts verändern, redet nicht laut, verschweigt Unangenehmes, verlangt von uns nichts und erweckt den Eindruck, dass mit viel Geld viel Gutes getan und Schlechteres verhindert wird. So soll eine Königin sein! Aber soll eine demokratisch gewählte Regierung so sein, deren Zeit begrenzt ist und die aus der Wahl von Parlamets-Parteien hervorgeht?
 
Nein. Die stärkste Partei heißt auch nicht Merkel, sondern CDU. Das "C" bedeutet "christlich", pssst! Wer das Flüstern des Windes versteht, weiß, dass es schon lange "Capital" bedeutet. Pssst, die CDU vertritt die Finanzmacht der internationalen Konzerne und deren Ideologie: Geld soll in möglichst großer Menge überall sprudeln und fließen und von ganz oben in einem möglichst hohen Prozentsatz als Rendite abgeschöpft werden, pssst.
 
Der Staat dagegen soll bescheiden und unscheinbar sein, nicht laut werden, nicht eingreifen, Unangenehmes verhindern oder verschweigen, keine Veränderungen bewirken und von denen, welche die Finanzströme lenken, nichts verlangen, was ihre globale Handels- und Transaktions-Freiheit einschränkt. Pssst!
 
"Never touch a running System!"
 
Die CDU steht mehr als jede andere Partei für die Erfüllung dieser Wünsche und realisiert am besten die Transformation finanzieller und wirtschaftlicher Macht in politische Macht. Aber leider nicht umgekehrt, keine Kontrolle der unkontrollierten Märkte der Macht. Wohin eine solche Parteipolitik fürt, das zeigen uns die Republikaner in USA.
 
Demokratie ist das nicht, aber trotzdem muss gewählt werden und die CDU verspricht zur Wahl:
 
"Ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben".
 
1. Frage: Wer will das nicht?
2. Frage: Wer ist wir?
3. Frage: Wer ist dagegen?
 
Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: Niemand!
 
Ja, am besten wählt niemand CDU;
denn sonst geht das alles so weiter: der neoliberale Trip, die Globalisierung der Finanzströme, die Steuerhinterziehung, das Anheizen der Krisenherde, die Waffenexporte, die Rücksichtlosigkeit der Automobilindustrie, die Privatisierung von Staatseigentum und die Entdemokratisierung Europas.
 
Mehr ist im Rahmen der parlamentarischen Demokratie jetzt nicht zu machen. Ein längerfristiges Ziel ist Direkte Demokratie mit digitalen Mitteln, also Direkte Digitale Demokratie. Die gibt es noch nicht, doch es geht voran. Hier ist schon ein lesbares und sehr engagiertes Buch darüber: Neustart...
26.06.2017

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Nachruf eines Zeitzeugen

Nichts Schlechtes über die Toten. Eine Redensart der Römer. Ich halte es umgekehrt. Der alte Mann im Rollstuhl tat auch mir leid und ich habe selten über ihn geredet oder geschrieben, aber jetzt fühle ich mich verpflichtet, als Zeitzeuge von Anfang an, Helmut Kohl so zu schildern, wie ich ihn gesehen habe. Möge seine Seele in Frieden ruhen.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser Leben, so wie es ist,
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

All das, was man uns Deutschen im Ausland immer vorwirft, selbstgefällig, überheblich, aufdringlich, laut und unsensibel zu sein, all das hat Helmut Kohl in seiner ganzen Größe und unübersehbaren Person verkörpert. Viele werden ihn deshalb einen großen Deutschen nennen. Mir war er von Anfang an unsympathisch, auch schon vor der Kanzlerschaft, auch mehr als jede andere Größe der CDU in kohlscher Zeit: Geißler, Teufel, Albrecht, Süssmuth, Biedenkopf, Schäuble...
 
Aber Helmut Kohl hat 25 Jahre lang die CDU und 16 Jahre lang Deutschland regiert. Wie war das möglich? Es liegt an einem sicheren Instinkt für Macht und Mehrheit. Mit seinem überstarken Ego und viel Rücksichtslosigkeit brachte Kohl sich an die Spitze der CDU und es war klar, er würde irgendwann Kanzler werden, auch wenn das Volk ihn unsympathisch fand. Das hat er mit geschickter Taktik erreicht und dann wollte er nicht mehr abtreten, sechzehn Jahre lang.
 
Gegen Schmidt argumentierte er mit dessen Staatsschulden, aber die Staatsschulden, die Kohl hinterlassen hat, gehen um ein Vielfaches darüber hinaus. Kohl hatte kein Verständnis für Quantitäten; die Unmäßigkeit seines Charakters war ihm anzusehen. In jedem seiner Haushalte war ein riesiges Milliardenloch, das durch Schulden gestopft wurde. Er entdeckte schnell, dass man mit Geld alles machen kann, verstand aber nicht, dass Geld ein Kontinuitätsprinzip befolgt und dass die Geldmenge auch in einem satten Staatshaushalt nicht unendlich ist.
 
Die fehlerhafte Schuldenpolitik ist heute vergessen, weil die immensen Schulden der Wiedervereinigung noch einmal alles übertroffen haben. Dieses Manko resultiert aus der falschen Annahme, dass alles, aber auch alles in der DDR wertlos gewesen sei. Die Ideologie des Antialtkommunismus auf Seiten von Helmut Kohl hat uns hunderte Milliarden DM gekostet. Das Volksvermögen der DDR wurde verramscht, aber die Ramsch-Mark der DDR wurde 1 : 1 gegen DM getauscht als Wahlgeschenk für die nächste Kanzlerschaft.

Für den einen Helmut Kohl hätten wir drei andere Kanzler haben können.

Die Wiedervereinigung haben wir Michail Gorbatschow zu verdanken, der wegen seiner historischen Größe den Friedensnobelpreis bekommen hat. Kohl hat das Geschenk der Geschichte nicht abgelehnt, sondern hat es an sich gerissen und auf sein Konto verbucht. Jetzt wird so getan, als sei es eine besondere Leistung gewesen, nicht nein zu sagen, weil einige nein gesagt haben; insbesondere Lafontaine, der aus dem Saarland stammt, das auch wiedervereinigt wurde, allerdings nicht auf die Hopplahopp-Methode ohne Anpassung der Wirtschaft.
 
Damals habe ich schon gesagt. Einfach das Geld auszutauschen, ist so, als würde man in einen Zweitakter (Trabbi), der Benzin-Öl-Gemisch braucht, Super-Kraftstoff einfüllen. Der Motor würde losbrausen und nach 500 km Kolbenfresser oder Kurbelwellenschaden. Genau so ist es gekommen, weil ein in Wirtschaft und Finanzen völlig inkompetenter Mann namens Helmut Kohl das so entschieden hat und sich wie immer damit durchsetzte. Wir haben heute noch Probleme mit den vielen Verlierern dieser Geschichte. Durchsetzungsvermögen ist nur dann etwas Gutes, wenn das Ziel richtig ist.
 
Statt einer Wiedervereinigung mit einer neuen Verfassung, wie das Grundgesetz es vorsah, bekamen wir den Beitritt der neuen Länder zur BRD. Dabei waren die Länder gar nicht neu; sie waren älter als BRD und DDR. Ein Etikettenschwindel.
 
Kohl gilt als großer Europäer, weil er alle Probleme mit deutschem Geld gelöst hat. Das war aber unser aller Geld und nicht sein Geld!
 
Die eigentlichen Probleme Europas sind
mangelnde Demokratie,
institutionalisierte Inkompetenz,
Bürokratie und
Lobbyismus
.
Wer ein großer Europäer sein will, muss das erfolgreich bekämpfen. Helmut Kohl war kein großer Europäer, sondern nur ein gewichtiger. Er hat es versäumt, die Strukturen der EU zu demokratisieren und die Methode der Beschlussfassung der Mitgliedschaft so vieler Staaten anzupassen. So ist die EU bis heute das geblieben, was sie damals schon war:
Das Europa der Politiker, nicht der Völker.

Untertanengeist.
Wenn wir glauben, wir hätten
unser angenehmes Leben
den Regierenden zu verdanken
und je länger sie regieren,
um so mehr. Das ist

Untertanengeist.

Wenn jemand stirbt, ist es angemessen, der Familie sein Beileid zu bekunden. Die Familie Kohl existiert nicht mehr. Hannelore Kohl hat sich selbst das Leben genommen; ein Sohn hatte den Mut, sich von seinem Vater öffentlich in einem Buch zu distanzieren, weil der Vater auch der Familie gegenüber so ein maßloser Egoist war und seine Söhne und Enkel zuletzt das Haus nicht mehr betreten durften.
 
Mein Beileid gilt all denen, die Helmut Kohl geliebt haben oder ihn für einen großen Politiker hielten und den vielen, die ihm etwas zu verdanken haben, an erster Stelle Angela Merkel. Sie hat auch das Verdienst, ihn nach 25 Jahren CDU-Herrschaft gestürzt zu haben. Möge Gott ihr die Gnade geben, nicht 16 Jahre zu regieren und nicht erst dann abzutreten, wenn niemand sie mehr leiden kann.

Über die politische Taktik von Merkel und Kohl, und deren
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Kampfthema Wahlkampf

Merkel und TRUMPel

Im Jahr 2005 habe ich zum ersten und einzigen mal CDU gewählt. Warum? Um Angela Merkel zur Kanzlerschaft zu verhelfen. Von Schröder hatte ich die Nase voll und ich hatte mir drei plausible Gründe zurechtgelegt:
 
1. Eine Frau. Die Chance, einer Frau zur Macht zu verhelfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.
2. Eine Physikerin. Weil ich selber dieses Fach studiert habe, dachte ich, sachlicher Verstand kann nicht schaden.
3. Eine aus der ehemaligen DDR. Bei der Wiedervereinigung in Kohl war die DDR doch ziemlich untergebuttert worden.
 
In allen drei Punkten bin ich enttäuscht worden.
 
1. Obwohl eine Frau den begehrtesten Job im Lande hat, nerven Feministinnen weiter mit überzogenen Forderungen und setzen sprachliche Genderspiele durch. Das hat mir den männlichen Feminismus ausgetrieben.
 
2. Das Physikstudium scheint in der DDR nicht so ernst und solide gewesen zu sein. Wie wäre es sonst möglich, dass Frau Merkel die Struktur einer Exponentialfunktion nicht erkennt, wenn es um das Wirtschaftswachstum geht. Wie kann sie an das Gelingen von Prozessen glauben, die mathematisch divergent sind (griechische Schuldenkrise, Flüchtlingsstrom)?
 
Wie ist es zu erklären, dass die Kanzlerin Jahre lang Zusammenhänge zwischen Geldfluss, Geldmenge, Kreditwirtschaft, Finanzindustrie und Staatsausgaben nicht durchschaut hat. Wieso erkennt sie nicht, dass die Strukturen von vier Gremien eine Weiterentwicklung der EU unmöglich machen? Wie kann sie erwarten, dass sie selber bei 27 EU-Mitgliedern Dinge erreicht, die Einstimmigkeit erfordern? (Obwohl die A-Priori-Wahrscheinlichkeit für einstimmige Beschlüsse bei 27 Mitgliedern 2 Millionen mal kleiner ist als bei 6 Mitgliedern.)
 
3. Leider hat Frau Merkel aus der DDR auch ein unentwickeltes Demokratieverständnis mitgebracht. Einen Hang zum Totalitarismus. Ein harmloses Beispiel sind die Zwangsgebühren für staatlichen Rundfunk und Fernsehen. Angela Merkel praktiziert keine Demokratie, sondern eine milde Alleinherrschaft mit monarchistischen Zügen und erfolgreicher Untätigkeit. Sie regiert mit Demoskopie statt Demokratie. (Viele, auch Journalisten, wissen das nicht zu unterscheiden.)
 
Bei diesem Spiel mit den Fäden der Macht zeigt sie hohe Intelligenz. Alle vergangenen und auch zukünftigen Konkurrenten hat sie ausgeschaltet. Nur sie kann innerhalb der CDU bestimmen, wann sie abtritt und wer ihr Nachfolger wird; niemand ist favorisiert.
 
Auch ihren parteitaktischen Gegenspieler innerhalb der GROKO, Sigmar Gabriel hat, nein hatte sie voll unter Kontrolle. Da kam der überraschende Torschuss durch einen eingewechselten Spieler der SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz.
 
Langsame, merkelsche Analyse der Situation und dann das ungleiche Spiel der Kräfte: Kandidat Schulz kann zwar brillant reden, kann von sozialdemokratischer Politik überzeugen, aber er hat kein Amt im Staate, also hat er keinen Zugriff auf die Staatsmedien. Aber hallo! Dort erscheint Schulz jetzt nur noch, wenn es den Damen und Herren genehm ist. Das Erste Deutsche Fernsehen hat seine Reden über Soziale Gerechtigkeit bis zur Lächerlichkeit zerstückelt und als Persiflage mehrmals ausgestrahlt.
 
Merkel aber beginnt eine Art Welttournee; sie redet nicht, doch sie spricht in Bildern, die uns wie Ansichstkarten aus der Ferne herzlich grüßen. Und zuletzt die total raffinierte Kombination von Demoskopie und Amtsbonus:
 
Frau Merkel nutzt die im Volk verbreitete Abneigung gegen Donald Trump, um sich mit wenigen Worten als volkstümliche Weltpolitikerin zu präsentieren. Die kräftige Europäerin, die launig gegen Onkel Donald unkt. Natürlich ohne sich dabei in die US-Außenpolitik einzumischen. Da sind doch gleich 80% aller Wählerinnen und Wähler auf ihrer Seite und der Schulz kann einpacken!
 
So einfach ist das, weil wir keine regierungsneutralen Medien mehr haben. Weil niemand fragt, wie soll es denn hier in Europa weiter gehen, Frau Merkel, wenn wir an den Strukturen der EU, der Nato, der Finanzwirtschaft nichts ändern, wenn wir die Umverteilung von unten nach oben nicht stoppen.
 
Änderungen sind Merkels Sache nicht. Sie hat noch nie etwas verändert, nur manches hat sie zugelassen. Die unkontrollierten Flüchtlingsströme hat man ihr verübelt.
 
Das Verheerende ist, sie lässt zu, dass die Politik immer weiter von Finanzinteressen und der Ideologie des Geldes gesteuert wird. Dafür ist sie partout nicht gewählt worden. Und deshalb sollte man sie auch abwählen.
 
Es ist höchste Zeit für eine Änderung in Richtung Politik; denn die Interessen der Finanzwirtschaft sind die Interessen einer sehr kleinen Minderheit; alle anderen gehen leer aus; die meisten werden benachteiligt. Auch 95% der Wähler von Angela Merkel werden leer ausgehen.
 
Bei der letzten Wahl war der Spruch der Merkel-CDU: Gemeinsam erfolgreich.
Was kommt jetzt?
Gemeinsam reich?
Gemeisam oben?
Gemeinsam von oben nach unten TRUMPeln?

 

Wahlkampf - Kampfthema

Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung!

Mit diesen drei Forderungen kann man die Wahlprogramme aller im Bundestag vertretenen Parteien erfassen: Mehr Geld, mehr Polizei, mehr Bildung. Die Akzente sind verschieden, insbesondere beim Geld.
 
Mehr Geld!
 
Die CSU/CDU will viel mehr Geld für alles ausgeben und es fragt keiner, wo das Geld herkommt, man geht einfach davon aus, dass die CDU das Geld hat. Das hat seinen Grund. Als man den größten CDU-Vorsitzenden aller Zeiten unter juristischem Druck fragte, wo das Geld in seiner Tasche herkam, hat er es verschwiegen, weil er jemandem sein Ehrenwort gab, und er wird dieses Geheimnis wohl mit ins Grab nehmen. (Er hat es mit ins Grab genommen.)
 
Bei seiner Nachfolgerin ist die Sache manchmal durchsichtiger. Viel Geld kommt von der Automobilindustrie; CDU und ADAC sind sich da sehr ähnlich. Die SPD aber muss sich nach Gegenfinanzierung fragen lassen, wenn sie mehr Geld für Polizei, Bildung und soziale Gerechtigkeit ausgeben will. Sie macht es sich einfach: Im Zweifelsfall wird sie mehr Schulden machen oder eine große Koalition mit der CDU, die ja weiß, wo das Geld herkommt.
 
In Wirklichkeit, also nicht im Wahlkampf, ist die Frage nach dem Geld klar und deutlich so zu beantworten: Geld ist genug da. An der Börse ist es sogar in Überfluss vorhanden. Man müsste es sich da holen, wo es ist, also bei denen, die es besitzen. Doch da gibt es ein Problem:
 
Die Geldbesitzer beherrschen die amtierenden Regierungen, nicht umgekehrt. Wie sie das erreicht haben, die Transformation von finanzieller Macht in politische Macht, ist nicht Gegenstand dieser Erörterung. Es ist auch schwer zu erklären. Das Ergebnis dieses Agreements zwischen Geldbesitzern und Parteiführern führt dazu, dass die Regierenden sich das Mehr an Geld entweder als Kürzung bei den sozial Schwachen, als Steuer bei den Erwerbstätigen oder als Kredit bei den Banken holen.
 
In allen drei Fällen profitieren die Geldbesitzer.
 
Mehr Polizei?
 
In diesem Punkte bin ich ein wenig voreingenommen; denn ich wohne in Köln und schräg gegenüber ist eine Polizeistation. Die Polizisten fahren einen coolen Job, wie man sieht. Man kann nicht gerade erkennen, dass sie gestresst wären. Häufig plagt sie Langeweile; besonders bei Fußballspielen. Ist das ein politisches Problem? Wenn ja, warum wird der Fußball vom Land NRW subventioniert, indem Polizei für die Sicherheit sorgt. Ist das nicht Sache der Veranstalter, die Millionen an Geld bewegen?
 
Das Problem mit der Polizei ist, dass sie sich oft am falschen Ort aufhält, oder, zwar am richtigen Ort und zur richtigen Zeit, aber nicht in der richtigen Zahl. Wenn die Polizisten, wie in der Silvesternacht, weniger sind als die zu Überwachenden, trauen die Beamten sich nicht einzugreifen, falls das nicht ausdrücklich von oben angeordnet wird.
 
Polizisten sind Befehlsempfänger. Und das Befehlen wird an Sonn- und Feiertagen schwierig, weil die höheren Beamten und die verantwortlichen Politiker dann frei haben.
 
Absurd wird die Diskussion, wenn man suggeriert, mehr Polizei könne weniger Einbrüche bewirken. Das ist Kriminalfilm. In Wirklichkeit treffen Einbrecher und Polizisten nicht aufeinander. Die Polizei kommt bei Einbrüchen erst am folgenden Tag.
 
Was am besten gegen Einbrüche hilft, sind Gitter und Alarmanlagen und zusätzlich ein Streifenwagen, der ab und zu vorbeifährt. Die Einbrecher kommen von hinten, nicht von vorne. Das Polizeifahrzeug brauchte also nicht drei oder mehr mutige Insassen zu haben, aber einen ortskundigen Fahrer, der sich besser in der Gegend auskennt als die Einbrecher.
 
Lokal verwurzelte Polizei ist etwas, das die Älteren von früher noch kennen und das uns jetzt fehlt. Das ist kein quantitatives Problem und ist auch mit mehr Geld nicht zu erzwingen.
 
Mehr Bildung.
 
Der größte Trumpf im Wahlkampf 2017 scheint die Forderung nach mehr Bildung zu sein. Warum? Weil Bildung ein dehnbarer Begriff ist und weil man mit Bildung mehr Bildung erzeugen kann. Bildung ist wie Geld, ein Wundermittel. Auch mit Geld kann man immer mehr Geld erzeugen. Da passt genau die Formel: Mehr Geld für Bildung! Hört sich gut an, ist aber zu einfach, um wahr zu sein.
 
Egal, was Bildung ist; den meisten Menschen fehlt nicht Bildung, sondern Wissen. Bald sind wir so weit, dass die Hälfte eines Jahrgangs Abitur macht und vielleicht auch studiert. Schön und gut. Aber, was nutzt es, wenn jemand Abitur hat und Prozentrechnung nicht beherrscht? Man erkennt es daran, dass einer statt Prozente immer Prozentpunkte sagt. Dabei sind Prozente ein Bruch (pro hundert) und kein Punkt auf einer Skala.
 
Es ist falsche Programmierung der Bildungsinhalte, wenn ein gebildeter Mensch nicht weiß, was Wahrscheinlichkeit ist, wenn er den Begriff Energie nicht erklären kann und es ist fatal, wenn ein Politiker prozentuales Wirtschaftswachstum nicht als eine Funktion erkennt, die exponential ansteigt und ins Unendliche geht und damit in den Untergang. (Sollte man beim Gymnasium G9 in der achten Gymnasialklasse lernen, bei G8 wächst die Wirtschaft schneller, ohne dass ein Gymnasiast die Grenzen des Wachstums erkennt.)
 
Das Bildungssystem krankt an den Inhalten, nicht an den Ausführungsbestimmungen, nicht an der Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, sondern an der großen Zahl derer, die sich um Pädagogik streiten und die Inhalte der Bildung für beliebig halten oder, schlimmer noch, sie einfach den Traditionalisten überlassen.
 
Mehr? Internet
 
Da hilft auch nicht die Forderung nach mehr Internet, die von der FDP, aber noch nicht von allen Parteien, erhoben wird.
 
Das Internet breitet sich von selber aus, sogar in Afrika und das ist gut so. Wir bräuchten aber eine Riege von Leuten, die verstehen, wie es funktioniert und was die großen Firmen Google, Apple, Facebook, Amazon und Ebay machen; wie die Algorithmen gestrickt sind, mit denen sie ihr Geld optimieren und wie sie ihre Milliarden an den Steuerkassen vorbei lancieren. All das hat mit Informatik und Steuermodellen zu tun und beides ist mit ein wenig Mathematik verbunden.
 
Wir brauchen nicht nur viel Bildung in den Herzen, sondern auch mehr Mathematik in den Köpfen und weniger Wahlkrampf in den Dampfblasen.

Themenvorschläge, auch ohne Wahlkampf heiß:
Soziale Quellensteuer für eine NeoSoziale Wirtschaft
Mehr Steuergerechtigkeit, für Gesundheit und Umwelt:
Gestaffelte Mehrwertsteuer

 

Wahlkampf - Kampfthema

ARD für CDU
Regierungswechsel unmöglich gemacht

Es mag naiv sein, bisher glaubte ich daran, dass nur das Zweite Deutsche Fernsehen für die CDU agiert, weil es zu diesem Zweck geschaffen wurde, damals als Gegengewicht zur ARD. Jetzt, im Wahlkampf 2017, haben sich auf einmal zentrale Sendungen der ARD als CDU-Wahlhilfe entpuppt:
Tagesthemen und Hart aber Fair.
 
Kennzeichnend ist die Demontage von Martin Schulz, dessen Nominierung der SPD ungeahnten Auftrieb gegeben hat. In Kommentaren wird herumgerätselt, wieso der Schulz-Effekt so schnell verpuffte. Der eigentlich banale Grund dafür ist die CDU-Propaganda im Fernsehen.
 
Der Schulz-Effekt wurde ausgelöst, weil der ehemalige Präsident des Europaparlamentes ein brillanter Redner ist, der sein Publikum unmittelbar anspricht. In diesem Punkt ist er Angela Merkel haushoch überlegen. Sie kann weder reden noch begeistern.
 
Aber Frau Merkel kann ihr Handeln, Schweigen und Nichthandeln als optimal, erfolgreich, unvermeidbar und alternativlos darstellen und vermittelt so ein Gefühl der Sicherheit. Das ist wirksamer als Argumentieren und Überzeugen. Es gehört normalerweise zum Profil einer Monarchin. In Deutschland West und Ost wird dieser Queen-Angela-Effekt als Kanzlerinnenbonus wahrgenommen und vom Fernsehen jeden Abend aufgegriffen und verstärkt.

Soziale Gerechtigkeit

Martin Schulz kam mit Wortgewalt daher und mit einem großen Thema: Soziale Gerechtigkeit; oft versprochen, selten angepackt, und der Trend der Regierung Merkel geht in die umgekehrte Richtung:
 
CDU-Politik zu Gunsten der Finanz-Industrie, der Reichen, der Großkonzerne und Begünstigung der Umverteilung nach oben. Die Gabriel-SPD als Koalitionspartner machte bekanntlich munter dabei mit und verlor ständig an Popularität bei denen, die sie wegen des "S" in SPD gewält hatten.
 
Da kam Schulz und redete wie ein echter Sozialdemokrat: Ich will Soziale Gerechtigkeit. Wer das überzeugend bringt und es in die Tat umsetzt, ist für die Reichen gefährlich, er findet vielleicht mehr Zustimmung als eine, die den Zufriedenen zum x-ten Mal verspricht, das alles so bleibt, wie es ist, genau so, als wenn keine Wahlen stattfinden würden.

Und was macht das Erste Deutsche Fernsehen?

Nach einer Schrecksekunde wird Schulz als Person und als Redner demontiert. (Ist das Dekonstruktivismus?) Er kommt aus Würselen; einer Kleinstadt, nahe bei Aachen, die bisher keiner kannte und die auch niemand kennen muss, genau wie hunderte andere Städtchen, aus denen mitunter Berühmtheiten hervorgehen. Der Name Würselen klingt ein wenig arm und wird deshalb von den reichen Medien ständig wiederholt.
 
Die Reden von Schulz sind aber Gefahr für die CDU; die hat schon lange keinen Redner mehr von Format. Keiner, der glaubhaft erklären kann, dass das "C" in CDU nicht "Capital" bedeutet. Bei der CDU kommt es nämlich nicht aufs Reden an, sondern aufs Schweigen. Schweigen über die wahren Hintergründe von Entscheidungen, Nicht-Entscheidungen und Nicht-Erinnerung an Geldzuwendungen.

Technische Demontage des Redners und seines Anliegens

Die Demontage des Redners Schulz im Leitmedium Fernssehen ist ein technischer Trick und der sieht so aus: Man schneidet aus seinen überzeugenden Reden kleine Schnipsel von wenigen Sekunden Länge, die alle den Begriff "Soziale Gerechtigkeit" enthalten. Solche Elemente sind leicht zu finden, denn Schulz muss durch das Land tingeln.
 
Die ARD hat nicht nur Geld, sondern auch Material und Personal im Überfluss und man schnipselte fleißig: Soziale Gerechtigkeit... Soziale Gerechtigkeit... Soziale Gerechtigkeit... Soziale Gerechtigkeit...
 
Das ist die Dekonstruktion der Reden von Sozialer Gerechtigkeit und damit Demontage des Konkurrenten einer schweigenden Kanzlerin, die es sich nicht nehmen lässt, im Wahlkampf nach Saudi-Arabien zu fliegen und dort Reklame für deutsche Exporte zu machen, anstatt Waffenexporte nach Arabien zu verbieten, wie sich das für eine Regierungschefin gehört, welche die Fluchtursachen bekämpfen will und für eine Partei, die sich christlich nennt.
 
Die ARD-Schnipsel aus den Reden von der Sozialen Gerechtigkeit habe ich selbst in kürzester Zeit zweimal gesehen, obwohl ich höchstens fünf Stunden pro Woche fernsehe (und das nur, weil ich eh Gebühren zahlen muss). Beim ersten Mal fand ich es noch lustig, beim zweiten Mal ging mir ein Licht auf:
 
Hinterhältiger können die Sender nicht gegen den Herausforderer vorgehen; sie versuchen, ihn als lächerlichen Schwätzer darzustellen, weil er durch das Land zieht und, wie die meisten Wahlkämpfer, seine Reden vor 200 Leuten wiederholen muss, während sich die Regierenden jeden Abend im staatlichen Fernsehen "befragen" lassen und bis zu 20 Millionen erreichen.

Aber warum macht die ARD das?

Bei intelligenten und reiferen Menschen setzt man doch damit seine Glaubwürdigkeit und den Nimbus der Neutralität aufs Spiel und zeigt, dass man nicht objektiv, sondern regierungskonform berichtet. Das heißt doch im Klartext: Wir sind Partei und zwar CDU; wir wollen, dass Frau Merkel nach zwölf Jahren immer weiter regiert, bis sie selber einen Nachfolger bestimmt. Wer ARD einschaltet, soll auch CDU wählen.
 
Warum tun sie das? Ganz einfach: Den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten ist es noch nie so gut gegangen wie unter der Regierung Merkel. Die Gebühren sind leichter zu kriegen als Steuern; das lästige Eintreiben durch die GEZ entfällt jetzt, man hat ja Zwangsgebühren: Jeder, der irgendwo wohnt, muss zahlen für Programm und die üppigen Pensionskassen der Mitarbeiter.
 
Das ist nur eine der totalitären Ideen, die Frau Merkel mitgebracht hat: Alles Merkelige ist alternativlos, unverzichtbar und todsicherer Konsens.
 
Schulz ist Würselen und Papelapap. Schulz hat kein Abitur, ist gemeines Volk. Schulz war Bürgermeister in Würselen und hat ein Schwimmbad zuviel bauen lassen. Schulz hat kein Regierungsamt. Schulz ist lächerlich. Soziale Gerechtigkeit ist wie der Glaube an den Sankt Martin.
 
Die ARD macht CDU Reklame und das ZDF sowieso. Warum wählen wir dann überhaupt noch? Damit das Fernsehen am Wahlabend etwas über uns zu berichten hat?
 
Übrigens,
Soziale Gerechtigkeit lässt sich mit mathematischer Sicherheit herstellen durch Soziale Quellensteuer, die alles, was wirtschaftet, aktiv und passiv am Sozialstaat beteiligt. Es gibt auch interessante Aspekte für die besten deutschen Industriebetriebe und den von der CDU vergessenen Mittelstand.

 

Man kann es nicht oft genug sagen

Alice Weidel im Wunderland

Die Demonstrationen in Köln haben den Parteitag der AfD unüberhörbar gemacht; jetzt weiß auch der letzte AfD-Muffel, wer Alice Weidel ist. Doch da gibt es eine kleine Überraschung: Das Profil von Alice Weidel würde in jede Bürgerpartei passen: Als Lesbe mit Kindern zu den Grünen, als Beraterin mit wechselnden Standpunkten in die FDP und als farbloses, unbekanntes Gesicht auch gerne in die CDU. Aber sie ist Spitzenkandidatin der AfD. Wie kann das sein?
 
Ganz einfach. Die AfD ist derzeit die Partei, in der Mann und Frau am schnellsten Karriere macht. Um das zu erkennen, muss man nicht Unternehmensberaterin sein. Aber, wenn man es ist, bringt man die Grundausstattung für eine allgemeine Karriere in jeder beliebigen Partei mit sich: Flexibilität, inhaltliche Leere, Selbstbewusstsein, affirmative Intelligenz und Gier nach Einfluss.
 
Das Problem bei der AfD ist dann nur noch die Sache mit den Neo-Neo-Nazis und deren Versuch, eine neue Ideologie aufzubauen. Keine AfD-Karriere ohne Nazi-Rhetorik. Frau Weidel hat dies perfekt präsentiert und jetzt ist sie schon Spitzenkandidatin, während Frauke Petry vergeblich versucht hat, Naziparolen der AfD zu reduzieren. Sie befürchtete nämlich mangelnde Koalitionsbereitschaft bei bürgerlichen Parteien.

Warum sind Neo-Neo-Nazis jetzt so stark, während die NPD Jahrzehnte lang nur wenige Prozente in die Wahlurnen werfen konnte?

Die Antwort ist traurig aber hart: Es handelt sich beim Nationalismus-Sonderfall Deutschland um eine Spätfolge der Wiedervereinigung und zwar der Wiedervereinigung in Kohl. So wie der Prozess gelaufen ist, sind Millionen Bürger der DDR, nachdem sie 40 Jahre lang von Moskau gedemütigt wurden, weiterhin von den Regierungen, der Treuhand und den Bürgern des Westens gedemütigt worden.
 
Was hatten wir im Westen nicht für Erfolgserlebnisse! Fußballweltmeisterschaften, solide und schnelle Autos, Rock, Pop und Schwermetall; Adenauer, Bier und Bap. Die DDR hatte (neben der schönen Nationalhymne) ihre Olympia-Siege, aber nur alle vier Jahre! Und dieser Erfolg beruhte auf staatlichem Doping an Geist und Körper. Die Leute konnten nichts dafür, sie waren nicht schlechter, sie hatten nur Pech gehabt.
 
Die Wiedervereiniger im Geiste von Kohl hatten die Macht und konnten nicht darauf verzichten, protzig wie sie halt waren, den Sachsen, Thüringern und Mecklenburgern ihre materielle Überlegenheit zu zeigen. Ergebnis: Bleibender Frust in der Tiefenpsyche der sogenannten Neuen Bundesländer.
 
So entsteht das Bedürfnis nach einer besseren Identität und nach Aufwertung durch Abwertung anderer. Das ist der Quell des Neo-Neo-Nazismus, was Politiker und Fernsehen nicht erkennen wollen. Die Sachsen schreien "Lügenpresse" und meinen Hofpresse, sie schreien "Volksverräter" und meinen Verräter an der Wiedervereinigung.
 
Und sie schreien zu Recht: "Wir sind das Volk". Damit erinnern sie an die glorreiche Zeit der friedlichen und erfolgreichen Revolution. Darauf könnten wir alle stolz sein, wenn nicht die im Westen viel stolzer wären, als es die Lage der Fakten zulässt. Faktencheck überflüssig.
 
Die Politiker finden keine Antwort. Das Parlamentarische System, der Parteienstaat und die Medien sind am Ende mit ihrem Latein. Was wir brauchen, ist nicht eine neue Protest-Partei, sondern freie Kommunikation und Souveränität des Volkes überall; in Sachsen, in NRWo? in Frankreich, Bayern und in der Türkei.


 

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Queen Angela und der Mega-Schulz

Frau Angela Merkel ist in einem Land aufgewachsen, in dem freie Rede nicht erlaubt war, außer, man war Kabarettist. Sie hat diese Sprachpraxis mit sich gebracht und dem wiedervereinigten Lande einverleibt. Nur Kabarettisten haben in den letzten zehn Jahren die Dinge beim Namen genannt.
 
Aber jetzt kommt Martin Schulz daher. Man sagt, er sei emotional. Das interessiert nur am Rande. Wichtig ist, er macht das Maul auf. Er redet ganze Sätze! Lange Sätze mit wenn und aber und obwohl. Woher hat er das? Er hat's nicht in der Schule gelernt, wie wir wissen.
 
Martin Schulz kommt beinahe von der Westgrenze und hat seine Karriere im Europaparlament gemacht. Da sitzen Niederländer, Italiener und Franzosen, viele Leute, die sich offen zu reden trauen. Zugegeben, das Europaparlament ist eine Quatschbude, mehr als jedes andere Parlament, es bestimmt nicht die Politik der EU.
 
Die EU wird von Regierungen gelenkt. Die mächtigste sei die deutsche Regierung, sagt man. Sie reden in Telefonkonferenzen und hinter verschlossenen Türen, undemokratisch mit 20.000 Lobbyisten im Hintergrund und wir glauben, dass Frau Merkel das besonders gut kann.
 
Aber jetzt kommt einer auf uns zu, und der ist der offenen Rede mächtig. Er redet von sozialer Politik, als Politiker, nicht wie ein Kabarettist und dieser Martin Schulz ist sogar Kanzlerkandidat! Wunderbar.
 
Oder wollen wir, dass Angela Merkel, genau wie Helmut Kohl, so lange regiert, bis niemand sie mehr leiden kann? Nein! Frau Merkel hat viel taktiert, sie ist sicher noch koalitionsfähig, Martin Schulz dagegen ist wählbar. Es ist Zeit, ein ganz klein wenig nach links zu schielen.

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Soziale Gerechtigkeit nicht nur SPD-gerecht verkünden, sondern in die Tat umsetzen durch:
Eine Soziale Quellensteuer auf alle Einnahmen für eine Sozial Integrierte Wirtschaft
Konzepte für linke Politik steuern durch Steuern; ja, durch Steuern, das Unwort des Wahljahres
Wahlkampf-skeptischer Artikel von Wolfgang Koschnick: Die alte Leier frisch aufgeschulzt.
Angela Merkels Erfolg durch Untätigkeit
Der Status Quo in der EU ohne Demokratie
Das Europäische Parlament nicht kompetent

   Rob Kenius, 16.04.2017, 
   Wiederholung vom 02.02.2017
   Denken Sie sich diesen Kommentar wiederholt,
   bis die Bundestagswahl 2017 entschieden ist.

Das letzte Wort

W a h l k r a m p f

Wer gehofft hatte, im Wahlkampf ein paar klare Programm-Hinweise zu bekommen, ist enttäuscht. Nur ein Hoffnungsträger ist erschienen, Mega-Schulz, aber er trägt schon schwer daran, die Hoffnungen der SPD zu tragen; denn SPD ist wie CDU, nur älter und schon etwas eingeschrumpft.
 
Jetzt muss der Martin erst mal Hannelore Schulden-Kraft unterstützen, weil die offiziellen Medien NRW als Testfeld für die BRD ausgerufen haben. Das vereinfacht die Berichterstattung.
 
Am meisten Übelkeit erregen die Koalitionshoroskope. Es scheint so, als würden Parteien, Journalisten und Demoskopen die Wahlen unter sich ausmachen. Als Wähler hätte man gerne die Illusion, etwas mit zu entscheiden. Doch, wenn alles so ausgeht, wie es prognostiziert wird, dann bleibt es so, wie es ist.
 
Der beste Wahl-Tip für Niederrhein und Westfalen ist ein Sonntagsspaziergang an Rhein, Ruhr, Rur, Wupper, Düssel, Lenne, Lippe, Emscher oder Sieg, dazu Gespräche und Meditation über einen Neustart mit Direkter Demokratie. Ein solcher Ausflug in den Frühling der Demokratie erspart späteren Ärger.

 

Das letzte Wort

Türkenväter

Der offizielle Sprechgesang lautet immer noch, dass Deutschland und die Türkei Freunde sind. Wer sich aber um Freundschaft mit real existierenden Türken bemüht, wird meistens vor den Kopf gestoßen, am meisten vom amtierenden Super-Türken Erdogan.
 
Mehr als 20 Jahre lebe ich in Köln und bis heute ist es mir nicht gelungen, einem einzigen Türken oder einer Türkin geschäftlich, nachbarschaftlich oder freundschaftlich näher zu kommen. Zugegeben, ich habe es nicht professionell betrieben, sondern nur mit bürgerlicher Neugierde und gelegentlich mit künstlerischen Mitteln.
 
Das Problem ist irrational, das merkt man schnell. Aber ist es nur Religion? Der Islam erklärt vieles, ist aber nicht das eigentliche Problem; denn so sehr religiös sind die Rheintürken gar nicht; besonders nicht die jungen Burschen mit ihrem Maschinenhaarschnitt und die jungen Frauen in ihren Stretch-Jeans.

Mädchen aus Mülheim
oder Mukater kann nicht sterben
 
Eine Dub-Story (Kurzgeschichte mit Dub-Musik) aus dem islamischen Milieu.
 
Der Islam verfestigt nur eine Grundeinstellung der Kultur: tief verwurzeltes Patriarchat; Herrschaft des Vaters über die ganze Familie, im Guten wie im Bösen. Da verläuft die Grenze und an diese Grenze können wir von außen nicht kommen, weil wir nicht in das innere einer türkische Familie eindringen.
 
Deutschland hat sich vom Patriarchat sehr weit entfernt und mit der Regierung von Angela Merkel auch ohne den Feminismus so weit wie nie zuvor. Das ist ein Fortschritt, bringt uns aber stärker in Konflikt mit monotheistischer Religion und patriarchalischer Kultur. (Mit orthodoxen Juden und konservativen Arabern kommen wir nicht in Kontakt, aber wahrscheinlich bestünde das gleiche Problem.) Der Konflikt ist da am größten, wo Familientradition, Religion und aktuelle Politik sich treffen.
 
Erst heute bin ich auf einen Essay gestoßen, der viele Fragen beantwortet. Der Text stammt von der Psychologin Deniz Baspinar aus Köln und ist am 13.03.2017 in der Zeit erschienen. Er hat den etwas irreführendenTitel:
 
Ödipus auf Türkisch, DIE ZEIT.
 
Dort wird auch genau erklärt, warum Atatürk jetzt out ist und Erdogan die neue Vaterfigur.

 

Warum hören Politiker nicht auf Wissenschaftler?

Volkswagen und die Maya-Völker
Gibt es einen verborgenen Channel?

   Verfasst 1/2 Jahr vor der Diesel-Auto-Debatte.

Per Zufall stieß ich im Museum für Völkerkunde auf ein Buch Die Welt der Maya (ISBN 3-8053-1390-X), das dort verramscht wurde. Ein Schinken von 624 Seiten nach dem Stand der Wissenschaft. Ich suchte die letzten Erkenntnisse über den Untergang der Maya-Kultur, der lange vor dem Auftauchen der Spanier in sehr kurzer Zeit erfolgte. Der Niedergang ist weder auf eine nachweisbare Katastrophe noch auf Eroberung durch fremde Krieger zurückzuführen, sondern aus der Maya-Kultur selbst erklärbar.
 
Die Maya-Kultur hatte eine sehr schmale ökonomische Basis; die Kulturpflanze Mais, wodurch es möglich wurde mit steinzeitlicher Technik Millionen Menschen in diesem Regenwaldgebiet zu ernähren. Dazu kam die erstaunlich hohe Intelligenz der Maya, welche zu der ästhetisch so prächtigen Hochkultur führte.
 
Um Pyramiden, Paläste, Sportanlagen, und die unendlich vielen Steine und Stelen mit künstlerisch gestalteten Hieroglyphen zu schaffen, muss dort eine steile hierarchische Struktur in Politik und Organisation der Arbeit existiert haben, was auch aus den inzwischen entzifferten Texten hervorgeht.
 
Das System der Maya-Kultur war kompliziert, basierte aber auf wenigen Grundlagen, so dass es durch leichte Störungen in sich zusammenbrechen konnte. Ein paar Missernten oder eine Häufung von Wirbelstürmen, wie sie in der Region auch heute nicht selten sind, konnte als erster Anlass für den Sturz ins Bodenlose reichen.
 
Die inneren Faktoren, die zu so einem Absturz führen, sind steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes.
 
Wir dürfen uns das Leben der Maya nicht tropisch-idyllisch vorstellen, auch wenn ihre Kunst so sympathisch wirkt. Wir sind nicht diejenigen, die gezwungen waren, die Monumente und Artefakte unter steinzeitlichen Bedingungen zu erschaffen, in einem hochtropischen Land, wo es nicht einmal das Rad oder Pferde gab. Wir sollten uns das trotzdem einmal plastisch vorstellen und den Stress der arbeitenden Bevölkerung, der damit verbunden ist.

Neue Software für den Kopf

Steile Hierarchie, hoher Leistungsdruck, Größenwahn einer kleinen Oberschicht und Erschöpfung des Volkes sind uns nicht fremd. Es sind Komponenten auch unserer Zivilisation, genauer gesagt, der Finanzökonomie, die alles zu beherrschen scheint und die unseren Politikern als unverzichtbar gilt. Sollte dieses System zusammenbrechen, hätten unsere derzeitigen Regierungen nicht das geringste Konzept, um den Absturz aufzuhalten.
 
Deutschland gehört in die Spitzengruppe der Wirtschaftsmächte, doch die ökonomische Basis für die extrem hohen Gewinne der sogenannten Eliten ist sehr schmal, sie basiert auf dem Exporterlös der metallverarbeitenden Industrie deren Spitzenprodukte sind: Automobile, Werkzeugmaschinen und Waffen. Waffen sind immer ein wackeliges Geschäft; sie schaffen hier einige Arbeitsplätze und erfordern sehr viele Plätze auf fernen Friedhöfen. Das ist keine gute Basis für Nachhaltigkeit.
 
Die Automobilindustrie wackelt jetzt noch nicht, aber sie zittert vor der Verurteilung durch Gerichte; denn die deutsche Automobilindustrie hat Umweltschützer, Regierungen und Kunden in aller Welt millionenfach mit System und technischer Raffinesse betrogen. Das weiß jeder, nur die VW-Chefs haben es nicht gewusst! Deshalb werden sie auch so hoch bezahlt, damit sie sich nicht kleinlich um Details und Abgase kümmern und darum, was in ihren Autos softwaremäßig so vor sich geht.
 
Wie lange noch ist die Welt bereit, für ein deutsches Auto das doppelte zu zahlen wie für ein asiatisches? Wie lange noch kann die Verschwendung von Rohölprodukten auf den Straßen der EU geduldet werden? Wohin mit all den Luxuskarossen (manieristisch gestylt, klimatisiert, übermotorisiert), wenn das Automobil mit Otto- oder Dieselmotor als Macho-Spielzeug und Prestigeobjekt einmal aus der Mode kommt?
 
Die Autoindustrie sollte aus ihrem Wohlstandschlaf erwachen. In Deutschland wurde der Volkswagen entwickelt und in USA mit dem Slogan think small vermarktet. Das war noch eine Unternehmens-Philosophie:
Think small!
 
Den echten Nachfolger des VW, den Weltwagen WW, gibt es immer noch nicht. Es müsste ein unverwüstliches Fahrzeug sein, sparsam und vielseitig verwendbar, ein Chassis, das in der dritten Welt mit lokal gefertigten Aufbauten bestückt wird, als Familien-PKW, Kombi, Kleinbus oder Minitransporter, für Prestige, Raserei und Militär ungeeignet.
 
Ebenso reizvoll für pfiffige Ingenieure, wäre ein preiswertes Elektromobil mit mäßiger Akkuleistung für Fahrten in Stadtnähe. Leicht im Gewicht, leicht zu beladen mit Einkaufsgut, leicht zu parken, leicht an der Steckdose aufzuladen, mit einer Höchstgeschwindigkeit im zweistelligen Bereich und leicht zu überholen von Porsche, BMW, Audi und Mercedes. Ein Elektrofahrzeug, das weder Subventionen (Abwrackprämie) noch einen zweiten Motor (Hybridtechnik) braucht, noch hieroglyphen-ähnliche Rücklichter und das der deutschen Auto-Protzerei total widerspricht. Think small!
 
Was die metallverarbeitenden Industrie sonst noch bringt, sind Panzer, Fregatten und Werkzeugmaschinen, unverzichtbar für alle aufstrebenden Schwellenländer, Tigerstaaten und Diktaturen. Als einzige Basis für unseren friedlich gehobenen Wohlstand wird das auf Dauer nicht reichen.
 
Wir müssen uns auch organisatorisch etwas Neues einfallen lassen mit der Intelligenz von Ingenieuren und Wissenschaftlern, angewandt in der Politik.

  Rob Kenius, 23.02.2017

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Wie und wo der Hass entsteht
aus Privilegien, Geldgier und falscher Liberalität

Die Voraussetzung dafür, dass spontane Beschimpfungen öffentlich in Gang kommen, ist eine bestimmte Konstellation zwischen Medien und ihren Nutzern. Es ist ursprünglich ein Privileg, das nur Prominente und Politiker haben: Ihre spontanen Äußerungen werden sofort und unzensiert publiziert und reproduziert.
 
Gemeinsam ist all diesen Meinungsäußerungen, dass eine bestimmte Klasse das Privileg hat, direkt in die Öffentlichkeit hinein zu posaunen wie in ein Medien-Mikrofon, das ihre Worte in die einschlägigen Kanäle leitet, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Ein Privileg wird "sozialisiert".
 
Das Privileg der unkontrollierten Meinungsäußerung in der Hand weniger Prominenter wird sozialisiert durch die "Sozialen" Medien Twitter und Facebook. Sie haben das Recht der spontanen, unüberlegten und unqualifizierten Meinung auf das gesamte Feld ihrer Nutzer ausgedehnt, ohne Rücksicht auf Qualität oder Fakten.
 
Die Nutzer von Facebook und Twitter verhalten sich nicht anders
als viele prominente Politiker; sie kommentieren flink, gehässig und ohne nachzudenken. Und durch eine weitere anti-soziale Spielregel wurde ihnen das letzte Hemmnis genommen, durch die Möglichkeit, sich in aller Öffentlichkeit zu verstecken. Eine absurde Situation, die für Politiker in den offiziellen Medien nicht besteht; nämlich die Möglichkeit zur Anonymität bei öffentlichen Äußerungen, also gleichzeitig öffentlich und versteckt zu sein.
 
Das widerspricht sogar der Quantentheorie. Dort gibt es unterscheidbare und ununterscheidbare Zustände; sie befolgen unterschiedliche Statistiken. Die ununterscheidbaren haben deutlich weniger Möglichkeiten.
 
So wurde in Internet-Foren öffentlich eine unöffentliche Situation konstruiert, wie sie bisher nur in Toiletten mit ihren vollgekritzelten Wänden bestanden hat. Dort ist sie zwar zugänglich, aber nicht öffentlich. Eine übel riechende Schmuddelecke am Analausgang der sprachlichen Kultur. Und jetzt ist eine solche Schmuddelecke des öffentlichen Bedürfnisses mit Facebook und Twitter in den Fokus der Medien und der Politik gerückt. Der Präsident macht mit!
 
Anstatt Ekel zu zeigen und die Betreiber zur Reinigung der Kloake zu zwingen, neigen sich Medien, Parteien und Politiker vor der Macht der großen Zahlen: Milliarden an Nutzern, Billionen an Klicks und steigende Aktienkurse an den Börsen der freien westlichen Welt. Das ist Liberalitä-terätätä. Falsch verstandene Freiheit, vergleichbar mit der Freiheit, in einem Restaurant auf den Tisch zu scheißen, solange man dabei eine Maske aufsetzt und seine Identität verbirgt.
 
Was treibt die sogenannten Sozialen Medien dazu, durch die Struktur ihrer Algorithmen und ihre selbsterfundenen Spielregeln den Zwist und den Hass im Volk zu schüren? Ganz einfach das Geld. Und die Aussicht, mit immer mehr Klicks, immer mehr Mitgliedern und mit steigenden Aktien Wachstums-Milliarden anzuhäufen, ganz im Sinne des Neo-Liberalismus.
 
Das Geldeinsammeln wird dadurch gewährleistet, dass die Werbeeinnahmen direkt von der Zahl der Klicks abhängen, egal von wem und egal warum, egal ob aus Neugier, Ärger, Frust oder Wut. Es geschieht im Einvernehmen mit den Regierenden "Eliten", die sich vor der Geldmacht beugen, ohne Rücksicht auf geistige Hygiene.
 
Das ist entfesselter Neoliberalismus im rechtsfreien Raum.
 
Niemand darf Plakate aufhängen, auf denen kein Name steht. Niemand darf Flugblätter verteilen, auf denen kein Verantwortlicher genannt wird. Niemand darf eine Zeitschrift verbreiten, die kein Impressum hat. Niemand darf Rundfunk- oder Fernsehsendungen ausstrahlen, wenn der Sender nicht genehmigt ist.
 
Warum nicht? Damit die Justiz Beleidigung, Volksverhetzung und Anleitung zu Straftaten im öffentlichen Raum belangen kann.

Und was lässt sich dagegen tun?

Man kann die "sozialen" Medien für ihr asoziales Verhalten beim Gelderwerb mit Ordnungsstrafen in Form von Geld belegen; denn Geld ist das einzige Argument, das sie verstehen. Für jede
Beleidigung 1000 Euro, für
Volksverhetzung 10.000 Euro, für
Morddrohung 100.000 Euro
.
Für einfache Geschmacklosigkeiten 100 Euro.
 
Ein solcher Bußgeldkatalog hat sich im Straßenverkehr bestens bewährt. Er führt dazu, dass nicht bei jeder Geldstrafe ein Gerichtsverfahren in Gang gesetzt wird. Autofahrer, Polizei und Justiz halten sich daran und die Zahl der Unfälle ist deutlich zurückgegangen.
 
Man sollte den Firmen hinter den Kontaktmaschien aber das Recht einräumen, auf dem Wege der Zivilklage, diese Ordnungsstrafen von ihren Mitgliedern (Nutzern) zurück zu fordern, falls sie deren Identität kennen. Es sollte aber nicht erlaubt sein, die Verantwortlichkeit für den Inhalt der Medien auf die Nutzer abzuschieben. Das kann auch eine Zeitung nicht! Es haftet nicht der Autor, sondern der Verlag. Auch für ein falsch parkendes Fahrzeug zahlt der Fahrzeughalter.

   09.01.2017, Rob Kenius.
   Aktualisierung 15.01.2017 
Ein ausführlicher Artikel über Facebook und Twitter erklärt genauer, warum das Wort sozial völlig unangebracht ist.

 

Stapelbare   Stapelware

Selbstzufriedenheit
verdreht die Fakten

Eine Zeit, in der Fakten keine Rolle mehr spielen, kann es nicht geben. Wohl aber gibt es einen Trend, Fakten zu ignorieren, Meinungen ohne faktisches Wissen zu bilden und Behauptungen durch ständiges Wiederholen zu bestärken, anstatt sie durch Tatsachen zu belegen. Diese Mode ist in Kontaktmaschinen (Facebook, Twitter) besonders verbreitet, hat aber dort nicht ihren Ursprung. Die ersten, die in neuerer Zeit postfaktisch argumentiert haben, waren Politiker. Namhafte Politiker.
 
Gestern Abend (05.12.2016) sah ich in der Tagesschau das Interview mit Angela Merkel, in dem sie auf die Frage nach ihren politischen Erfolgen als erstes (wie immer) die Beseitigung der Arbeitslosigkeit nannte. (Sie schien alle Fragen zu kennen und antwortete sehr entspannt, während der Moderator Zamperoni journalistische Aggressivität mimte.)
 
Ohne Zweifel ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland während der Regierung von Frau Merkel zurück gegangen, aber ich fragte mich, was hat das mit der Kanzlerin zu tun? Wieso stellt Frau Merkel den Rückgang der Arbeitslosigkeit als ihre Leistung dar? Oder sagt sie das nur, weil keiner ihr widerspricht?
 
Rückgang der Arbeitslosogkeit ist doch, wenn es eine Leistung ist, eine Leistung der Wirtschaft, die international erfolgreich ist und mehr Arbeitskräfte eingestellt hat. Und wenn es mit Politik zusammenhängt, dann damit, dass die Regierung Schröder vor dem Amtsantritt von Frau Merkel den Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsverhältnissen geschaffen hat, worauf hin viele Arbeitslose aus den Statistiken verschwunden sind und heute zu den Geringverdienern gehören.
 
Ein Zusammenhang mit der Kanzlerschaft von Angela Merkel besteht nur darin, dass sie das Glück hatte, in dem Augenblick gewählt zu werden, als die Arbeitslosigkeit zurück ging.
 
Aber Frau Merkel ist ja nicht nur Bundeskanzlerin, sondern auch Vorsitzende der CDU. Das Interview fand genau vor ihrer Wiederwahl statt. Vielleicht steht die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit dem CDU-Vorsitz? So fragte ich mich und es gelingt in der Tat, einen Zusammenhang zu konstruieren.
 
Der größte Erfolg der deutschen Wirtschaft ist der Export von Automobilen und technischen Maschinen bis hin zu Panzern und Fregatten. Das gehört in den Bereich der metallverarbeitenden Industrie. Daran sind nicht nur einige Großfirmen wie VW, Daimler-Benz und BMW beteiligt, sondern auch eine Unzahl von kleineren Spezialfirmen, die teilweise als Zulieferer der großen agieren, teilweise eigene Produkte weltweiter Spitzenqualität herstellen.
 
Die metallverarbeitende Industrie ist der Kern des deutschen Wohlstands. Der Erfolg basiert nicht nur auf Qualifikation der Firmen und ihrer Mitarbeiter, sondern auch auf sogenannten sekundären Moraltugenden: Die Firmen, ihre Chefs, Ingenieure und Facharbeiter sind konzentriert bei der Sache, sind zuverlässig und fleißig.
 
Dass die Arbeitsmoral der Firmen eine wesentliche Komponente für den Erfolg ist, korrespondiert mit der Tatsache, dass die Hochleistungsindustrie sich auf bestimmte Regionen konzentriert, in denen die Bevölkerung solche oft belächelten Tugenden besitzt.
 
Umgekehrt lässt sich feststellen: Spitzen-Industrie finden wir kaum in Berlin oder Bremen, auch weniger in München und Hamburg, also nicht in den Großstädten mit besonders hohem Freizeitwert. Eine Ausnahme bildet Köln, wo die Fordwerke immer noch Motoren internationaler Spitzenqualität bauen und andererseits rund ums Jahr der Rheinische Frohsinn gefeiert wird. Wer böswillig ist, könnte sagen, das liegt an den Türken, die bei Ford arbeiten und nicht mitfeiern.
 
Ein großer Teil der Hochleistungsindustrie liegt in Gebieten mit etwas konservativerer Bevölkerung, ungefähr da, wo man traditionell CDU und CSU wählt. So weit ist der Gedankengang zwar anfechtbar, aber nicht falsch und man könnte sagen, es besteht eine schwache Korrelation zwischen Industrieerfolg und CDU-Wählerschaft. Mehr aber auch nicht.
 
Gedanken sind Verbindungen von Ereignissen. Alle Gedanken sind falsch, wenn zwischen den Ereignissen
keine Verbindung besteht.

Jetzt mal logisch nachgedacht!

Man kann die Sache nicht herumdrehen. Die CDU hat keinen Einfluss auf die Arbeitsmoral und den Industie-Erfolg. Wenn ein CDU Politiker sich und die CDU als Ursache für diesen Erfolg sieht, ist das Selbstüberschätzung und leicht zu widerlegen. Beispielsweise dadurch, dass die Bevölkerung von Baden-Württemberg sich inzwischen der Grünen Partei zugewandt und ihren Winfried Kretschmann zum Landesvater erkoren hat. Die Grüne Partei könnte ab jetzt den Erfolg von Mercedes, Bosch und Porsche für sich in Anspruch nehmen, was sie nach einer angemessenen Zeit des Regierens wohl auch tun wird und vielleicht vorher schon in der Matthias-Riechling-Show.
 
Wozu die Selbstidentifikation der CDU mit den Erfolgen der CDU-Wählerschaft in bestimmten Regionen führt, konnte man mit Erschrecken feststellen, als Helmut Kohl nach der Ruck-Zuck-Wiedervereinigung den Ostdeutschen blühende Landschaften versprach. Etwas ausgeschmückt: Wenn ihr nur schön fleißig CDU wählt und euch brav verhaltet, werdet ihr leben wie im Schwabenland, in Franken, Baden und in Niederbayern, immer in Reichweite einer modernen Fabrik, die Exportgüter für den Weltmarkt produziert und nur darauf wartet, euch einen Spitzen-Job anzubieten.
 
Diese Versprechungen sind nicht eingelöst worden, weil die Politik überhaupt nicht in der Lage ist, solche Dinge zu lenken, erst recht nicht, wenn man wie Herr Kohl in Ökonomie völlig inkompetent ist.
 
Die Selbstzufriedenheit von Frau Merkel und CDU spiegelt die Selbstzufriedenheit von weiten Kreisen der Bevölkerung. Das macht ihren Erfolg aus. Wenn aber Politiker sich und das, was sie ihre Arbeit nennen, als Ursache des Wohlstands darstellen, dann ist das postfaktische Selbstzufriedenheit.
 
Genau so könnte man sagen, der Brexit ist ein Erfolg von kritlit.de und der ausführlichen Kritik an den Strukturen der EU.

 

Das letzte Wort

Fidel Castro & die Marktwirtschaft
"Wenn ich einmal sterbe, wird man es mir nicht glauben."

Das ist der letzte von Fidel Castro überlieferte Spruch. Ohne Zweifel war er einer der Größten des vorigen Jahrhunderts, vielleicht auch der größte Glückspilz. So etwas nennt man Charisma, weil es unerklärbar ist.
 
Leider hat sein Leben und Wirken einen etwas unangenehmen Nachgeschmack: Das Scheitern des Sozialismus. Doch halt, das stimmt nicht ganz. Gescheitert ist nicht der Sozialismus, gescheitert ist an erster Stelle die Planwirtschaft.
 
Planwirtschaft bedeutet, dass der Staat die Wirtschaft übernimmt und in einer zentralen Bürokratie die wirtschaftlichen Prozesse plant und lenkt: Beschaffung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln, Fabrikation von Idustrie- und Konsumgütern, Transport und gerechte Verteilung der Waren an die Bevölkerung. Das hört sich gut an in der Theorie, aber es funktioniert nicht.
 
Der freie Markt ist ein unüberschaubarer statistischer Prozess, der sich nicht in einem Gleichgewicht befindet, sondern in ständiger Dynamik. Der freie Markt ist durch kein Gesetz der Mechanik oder sonstiger Theorien zu beschreiben.
 
Was bedeutet Statistischer Prozess?
 
Der beste Vergleich für die Funktion, die der freie Markt als Statistischer Prozess hat, ist die Verdauung. Jawohl, Verdauung im Darm. Verdauung findet in jedem tierischen Lebewesen statt, vom Einzeller bis zum Menschen. Und spätestens vom Wurm an ist der Vorgang im Verdauungstrakt ein völlig unübersichtlicher Statistischer Prozess, an dem Millionen und Milliarden von Bakterien beteiligt sind, die sich wie Parasiten verhalten.
 
Im Verdauungstrakt leben sie und ernähren sich von dem, was das höhere Lebewesen, in dem sie hausen, eigentlich zu seiner eigenen Ernährung herunter geschluckt hat. Bakterien im Darm scheinen Parasiten zu sein, aber indem sie sich selbst von der Nahrung nähren, ermöglichen sie die Verdauung des höheren Lebewesens in einem unüberschaubaren Wirrwarr von Geben und Nehmen, Vertilgen und Ausscheiden, Konkurrieren und Zusammenwirken. Etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar.
 
Dagegen ist die Wärmebewegung in einem Gas oder in einer Flüssigkeit ein theoretisch einfacher Vorgang und auch der ist nur statistisch und nicht im Einzelnen zu beschreiben. Die Verdauung ist ein Statistischer Prozess mit Milliarden von lebendigen Teilnehmern, den Bakterien, dazu zahllosen chemischen Reaktionen und obendrein findet ein thermodynamischer Austausch statt in einem offenen System.
 
Ja, etwas Unübersichtlicheres ist kaum vorstellbar. Es entzieht sich jeder Beschreibung im Einzelnen und jeder individuellen Kontrolle der beteiligten Mikroben. Und doch ist die so strukturierte Verdauung seit Milliarden von Jahren in allen Tieren bis hin zum Menschen ein zuverlässiger Vorgang. Verdauung ist unumgänglich und stellt für uns die Basis des Lebens dar, sie liefert alles, was der biologische Körper zu seinem Betrieb braucht; zum Beispiel auch die nötige Energie für Kopf und Muskeln.
 
So ähnlich wie die Verdauung im einzelnen Lebewesen funktioniert die Marktwirtschaft in einem Staat oder einer Wirtschafts-Gemeinschaft. Wir alle sind daran beteiligt in ganz unterschiedlichen Funktionen, auch in mehreren Funktionen gleichzeitig, als Hersteller, Helfer, Lieferanten, Transporteure, Konsumenten, Entscheidungsträger, Zuarbeiter, Auswählende, Verteilende, Verdienende, Verlierer und Gewinner.
 
Dieser Prozess ist nicht theoretisch nachvollziehbar. Man kann ihn ein wenig steuern und in gewisse Bahnen lenken, auch beeinflussen, für sich und andere nutzen. Es gibt Theorien, die einzelne Aspekte klären und in gewissen Grenzen überschaubar machen. Der Gesamtprozess der Freien Marktwirtschaft ist aber nicht planbar; jeder Plan muss scheitern, weil die Wirtschaft als Ganzes diesen unkontrollierten statistischen Prozess benötigt, den freien Markt.
 
Das wissen wir heute. Die Leute der Oktoberrevolution wussten das nicht, sie kannten nur Marx und ein paar andere Theoretiker.
 
Als sich die Sowjetunion auflöste und die Staatsideologie gescheitert war, dachten viele, das wäre der endgültige Sieg des Kapitalismus über sozialistische und soziale Ideen. Sogar viele Sozialdemokraten haben das gedacht und sich in der Zeit des Neoliberalismus entsprechend entschieden.
 
Aber endgültige Siege gibt es nicht. Auch die Kubanische Revolution hat keinen endgültigen Sieg errungen. Der Prozess geht weiter. Nach fast 30 Jahren Postkommunismus ist die Welt nicht wirklich besser geworden. Der Finanzsektor frisst uns die Zukunft weg; die Polarisation von Arm und Reich blockiert Wirtschaft, Politik und Ökologie.
 
Fidel Castro war stur, er hat daran geglaubt, irgendwann doch noch Recht zu behalten, eine sehr ehrenhafte Einstellung. Teilweise bekommt er vielleicht auch noch Recht: Die Welt braucht wieder mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit, mehr materiellen Ausgleich, mehr Rücksicht und mehr Kontrolle über die Ströme der Finanzen. Sozialismus nennen wir das am besten nicht; denn der ist historisch mit dem Versuch der zentralen Planwirtschaft verbunden.
 
Die Planwirtschaft war ein typischer Fall von menschlicher Hybris der Köpfe. Sie kann nicht funktionieren, weil wir, so lange es menschliches Wirtschaften gibt, einen freien Markt als dynamischen statistischen Prozess nötig haben zur Verdauung der wirtschaftlichen Güter..
29.11.2016


 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Postfaktisch = freiwillig dumm?

Wer den Ausdruck postfaktisches Zeitalter erfunden hat, weiß ich nicht; ich weigere mich, ihn zu akzeptieren, weil die ständige Verwendung eines Begriffs die Behauptung enthält, dass so ein Ding wirklich existiert.

Etwas wie Postmodern?

Modern ist ein relativer Begriff. Modern ist etwas im Verhältnis zu anderen Dingen, die vorher modern waren. Wer postmodern sagt, will das Denken an einer Stelle unterbrechen, wo es ihm passt. Postmodern ist etwas, das nachher kommt, aber den Vergleich mit dem Vorhergehenden scheut.

Fakten bleiben Fakten

Ob ein Selbstmordattentäter nur eins oder zehn Kilogramm Sprengstoff bei sich trägt, ob er seine Ladung auf der Straße oder in einem gut besuchten Lokal oder überhaupt nicht zündet, das sind Fakten, die über Leben und Tod entscheiden, unabhängig davon, ob man sie ermitteln kann, ob man sie erfährt oder geheim hält. Was bedeutet dann postfaktisch?

Reden, ohne zu wissen

Das Wort postfaktisch soll ein aktuelles Phänomen beschreiben: Leute reden gerne über Ereignisse, ohne sich an Fakten zu halten und sie berücksichtigen nicht gerne die Wahrscheinlichkeit, mit der etwas stimmt.
 
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Erderwärmung der letzten 40 Jahre auf den Einfluss des Menschen zurück geht. Zu 100% beweisen kann man es nicht, dafür ist der Vorgang zu komplex. Erwärmung an sich ist schon ein statistischer Prozess mit einer großen Wahrscheinlichkeit und einer kleinen Unsicherheit. Was ein statistischer Prozess ist und wieso Erwärmung dazu gehört, wissen viele nicht, sie wollen es auch nicht wissen, aber mitreden wollen sie trotzdem.
 
Das ist freiwillige Unwissenheit. Wo ist der Unterschied zur Dummheit? Dummheit ist unfreiwillg.
 
Sie sagen:
Der Klimawandel durch Menschen ist nicht bewiesen.
 
Es gibt ihn aber doch
, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% und das ist ebenso wahrscheinlich wie die Pünktlichkeit der nächsten Straßenbahn, auf die wir uns aber gerne verlassen.

Wahrscheinlichkeit, was ist das?

Um Wahrscheinlichkeiten zu verstehen, genügen die vier Grundrechenarten, wir haben Wahrscheinlichkeitsrechnung aber an der Schule nicht gelernt. Beim Studium auch nicht. Journalisten, Juristen, Politiker, Theologen, Kommunikationswissenschaftler und Ärzte, sie alle brauchen für ihre Qualifikation nicht zu wissen, was Wahrscheinlichkeit ist, sie werden aber tagtäglich damit konfrontiert:
 
Wahrscheinlichkeit einer Fehlinformation, Wahrscheinlichkeit eines Tathergangs, Wahrscheinlichkeit eines Wahlergebnisses, Wahrscheinlichkeit der Auferstehung Christi, Wahrscheinlichkeit eines Missverständnisses, Wahrscheinlichkeit einer Diagnose.

Zwischen Null und Eins

All den Menschen, die Wahrheit suchen, sei gesagt:
Alles was wir wissen und zu wissen glauben, ist mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen Null und Eins behaftet. Nur, was die Wahrscheinlichkeit Eins hat, ist zu 100% wahr oder vorhanden und was die Wahrscheinlichkeit Null hat, ist zu 100% nicht wahr und nicht vorhanden. Jeder Wert zwischen Null und Eins ist möglich und meistens lässt sich der genaue Wert der Wahrscheinlichkeit nicht ermitteln, ist also strittig. Trotzdem ist er nicht beliebig.

Wahrheit und Wissenschaft

Wissenschaftler streiten oft um die Wahrscheinlichkeit ihrer Aussagen, aber nur in einem gewissen Zahlenbereich und Statistiker ermitteln den Wert mit einer bestimmten Genauigkeit. Wer mitreden will, sollte sich informieren. Aber das tun viele nicht. Sie sagen einfach, das stimmt nicht, weil es nicht zu 100% stimmt, also stimmt das Gegenteil. Ein Trugschluss.
 
Wahrheit existiert selten, Wahrscheinlichkeit existiert immer, Fakten existieren meistens. Wie sieht es mit der Wahrscheinlichkeit von Fakten aus? Sie existiert immer. Es gibt also kein postfaktisches Zeitalter.

Fakten in den Medien

Medien haben eine unangenehme Eigenschaft: Bei jeder Übermittlung von Nachrichten treten Ungenauigkeiten und Fehler auf. Solche Fehler sind in den Medien unvermeidbar.
 
Weil Medien die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung von Nachricht und Tatsachen prinzipiell nur verringern und nicht vergrößern, sind Medien mehr oder weniger unzuverlässig. Besonders unzuverlässig ist die mündliche Übermittlung in Form von Gerüchten, Mythen, Sagen, Legenden, Märchen.

Das Internet

Das interaktive Internet hat den unzuverlässigen Medien eine neue Art der unzuverlässigen Nachrichten hinzugefügt durch die Kommentarfunktion.
 
Hier werden Fakten berichtet, kommentiert, richtig gestellt, widerlegt, ignoriert, bestätigt, ergänzt. Es wird Kommentaren widersprochen oder sie werden übernommen, bekräftigt, wiederholt, übertroffen, hinausposaunt, beschimpft, hundertfach gelobt, tausendfach für gut befunden. Und das alles gleichzeitig, durcheinander, in einem einzigen Fluss.
 
Und was das Verrückteste daran ist: Hinter den meisten dieser Äußerungen stehen keine greifbaren Personen, nicht einmal entfernte Bekannte von Bekannten, sondern viele anonyme Teilnehmer mit Phantasienamen; es können Schreibroboter, sogenannte Bots sein. Jeder, der will, kann beliebig viele Identitäten erschaffen und steuern.
 
Jede Übernahme und Weitergabe verringert den Wahrheitsgehalt (Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung). Um das zu kompensieren, werden die Behauptungen ständig wiederholt und bestärk. Sie werden von immer mehr Teilnehmern übernommen, was aber nichts daran ändert, dass sie sich von den Fakten mehr und mehr entfernen, je mehr sie weiter gegeben werden. So ist das unzuverlässigste schriftliche Medium entstanden.
 
Dieses unzuverlässige Medium ist aber nicht das Internet an sich! (Es wird nur von Journalisten so hingestellt.) Das unzuverlässige Medium ist ein Forum mit Kommentarfunktion und der Möglichkeit der Anonymität. Davon gibt es zehntausende.

Facebook, Twitter, Whatsapp

Diejenigen mit den meisten Mitgliedern sind Facebook und Twitter, morgen kann es Whatsapp sein. In diesen Medien wird postfaktische Kommunikation betrieben. Jeder der mitmacht, tut es freiwillig. Er verzichtet freiwillig auf Fakten, ist also freiwillig unwissend oder unfreiwillig dumm oder unfreiwillig unwissend oder freiwillig dumm.
 
Es gibt kein neues postfaktisches Zeitalter, sondern nur eine Mode des Zeitvertreibs und die kann morgen schon unmodern sein, unmodern in postmoderner Zeit.
 
Das Internet enthält mehr Wahrheit, als jede Bibliothek der Welt, mehr als die untergegangene Bibliothek von Alexandria.

kritlit.de

Diese Webseite ist ein milliardster Teil davon.
21.11.2016

Einen Überblick über andere Versuche (Essays), die Dinge klar zu stellen, findest du mit einem Klick auf dieses Feld. Stichwort Mehr wissen!.


 

Das letzte Wort

Der falsche Preis (Dynamit Nobel) für den richtigen Mann (Bob Dylan)

Die Preisverleiher überall schmücken sich mit Bob Dylan. Da kann auch die Jury in Stockholm nicht mehr zurückstehen. Doch ist das Literatur, was Dylan macht? Es sind sehr vielseitige Songtexte und ohne Zweifel ist er der Sprachbegabteste unter den englischsprachigen Songschreibern seiner Generation.
 
Stimme, Gesang und die musikalische Struktur der Stücke sind eher bescheiden. Die Texte aber sind und bleiben erstklassig: Vielseitig, inspiriert, reich an Bildern und voll von gelungenen Formulierungen. Was ihnen fehlt, ist ein tieferer Sinn. Es gibt wenige Ausnahmen: "Blowing in the Wind" oder der diffuse Protest von "Maggie's Farm".
 
Brillante Texte eines weniger brillanten Musikers, die irgendwie supergut klingen und genau zur schrappigen Musik passen. Dylan selber weiß das und bestreitet es nicht. Und als man ihn zum Sprachrohr seiner Generation machen will, ist er verwundert; er widerspricht eine Zeit lang und lässt es dann über sich ergehen. Ähnlich distanziert verhält sich der Vielgelobte jetzt, wo er mit Preisen überhäuft wird. Das ist cool. Ohne Zweifel, vielen erscheint es rätselhaft.
 
Das merkwürdige Geheimnis des Robert Zimmerman ist: Was er tut, macht er mit vollem Einsatz, mit äußerster Konzentration und Konsequenz, ein exzellenter Performer. Das scheint für ihn selbstverständlich zu sein und es macht ihn zum Star, aber ein Star mit einer sehr merkwürdigen Charaktereigenschaft: Bob Dylan ist kein Egoist. Ein Super-Star, aber kein Super-Ego!?
 
Er findet sich offenbar selber nicht so toll, wie die Fans und Journalisten ihn finden, sie verstehen ihn deshalb nicht. Die meisten sind wohl selber Egoisten. So ist das in einer Zeit, wo der Egoismus die zentrale Charaktereigenschaft einer Kultur geworden ist; ganz besonders im herrschenden Überbau aus Wirtschaft, Politik und Finanzen und im beherrschenden Amerika.
 
Bob Dylan hat damit nichts zu tun; das macht ihn so sympathisch, wenn er auftritt. Er war anfangs sehr bescheiden, nahm den Namen eines bewunderten Poeten (Dylan Thomas) an und sang die Lieder seines Vorbilds Woody Guthrie, der wirklich ein Protestsänger war und sein Leben lang darunter gelitten hat. Als Bob Dylan in New York anfängt, ist Woody Guthrie schon hoffnungslos erkrankt und das Folk-Publikum jubelt seinen Songs zu, die der Junge aus Minnesota so trefflich nachsingen kann.
 
Die Welle der Zeit hat nicht Woody Guthrie, sondern Bob Dylan nach oben gespült und heute ist er einer der letzten überlebenden Stars dieser Generation, die es geschafft hat, das sollte man nicht vergessen, mit ihren Protesten den Vietnamkrieg zu beenden. Jawohl, so etwas ist heute undenkbar, wo das gesamtdeutsche Volk trotz Mehrheitsmeinung es nicht einmal schafft, die paar Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan zurück zu holen.
 
John Lennon wurde ermordet, Jimi Hendrix starb wie viele an den Drogen, Mick Jagger ist das normale Super-Ego in der Szene. Die Preisverleiher möchten sich gerne mit dem Nimbus dieser ungewöhnlichen Generation schmücken. Dass ist gut so, und Bob Dylan ist der würdige Repräsentant, aber Literatur und Protest ist es trotzdem nicht, was Bob Dylan bringt. Es ist einfache Musik eines unprätentiösen Stars aus der goldenen Zeit der Jugendkultur, der eine wenig reflektierte, aber sehr kreative Sprache besser beherrscht als alles andere und besser als alle anderen.
  Nachtrag:
  14.10.2016
  Bob Dylan ist in Las Vegas aufgetreten;
  kein Wort über den Nobelpreis. Als Zugabe auf 
  Wunsch des Publikums "Blowing in the Wind".
  16.11.2016
  Dylan hat angekündigt, dass er den Nobelpreis 
  für Literatur nicht persönlich entgegennehmen wird.
  
  letzte Aktualisierung 21.11.2016
  Rob Kenius
    

 

Im Kopf fängt es an
Viel, viel, viel zu viel
Wohlstand
macht Konsumenten
krank

Die Krankheit bildet Metastasen. Der Bauch wird dicker. Das Gesicht wird voll und rund. Die Beine schwer. Das Körpergewicht steigt. Dadurch werden Kreislauf und Herz belastet. Es entsteht der Wunsch nach Bequemlichkeit und weniger Bewegung. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten werden bevorzugt: Essen und Trinken, Autofahren und Fernsehen. Der Geist wird träge, der Kopf schwerer und es beginnt eine zweite Phase. Das Denken wird eingeschränkt. Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Magen erweitert sich. Die Trägheit steigt. Das Gesicht ist noch voll Zufriedenheit, doch das Gehen wird lästig. Durch das Vergrößern des Körpervolumens werden Kreislauf und Herz belastet. Zufriedenheit dreht sich in Unzufriedenheit. Ärzte werden zurate gezogen.

Es gibt tausende Krankheiten,
aber nur eine Gesundheit.

Anstrengungen sollen vermieden werden. Es verstärkt sich der Wunsch nach Bequemlichkeit, nach so wenig Bewegung wie möglich. Sitzende Tätigkeiten und Untätigkeiten wie Fernsehen sind bevorzugt. Autofahren angenehmer als Gehen. Das Nachdenken wird abgeschaltet, Entscheidungen sind schwer und es beginnt eine dritte Phase.

Das Weltbild verengt sich.

Veränderungen werden als lästig empfunden, besonders im Umgang mit Menschen. Konservative Vorstellungen überwiegen. Wahrnehmungen werden vom Bewusstsein ausgeschlossen. Ebenso tiefer gehende Gedanken. Kein Austausch mit Menschen anderer Meinung, anderer Hautfarbe oder Religion. Sattheit und Zufriedenheit, unterbrochen von Selbstzweifeln. Die Meinung ändert sich nicht mehr.

Wohlstandsdummheit

Konservative Vorstellungen überwiegen. Die Verantwortung wird abgeschoben. Zukunft wird durch Prognosen ersetzt. Handeln durch Absicht. Wohlstand wird zum Ziel und Inhalt des Handelns. Die Krankheit bildet Metastasen. Der Psychiater liefert ein neues Selbstbild. Die Krankheit nennt er Symptom des Wohlstands. Es finge im Kopf an. Der Wohlstand sei ein Symptom der Krankheit. Die Lage ist festgefahren. Der Wohlstand ist Ziel, Ursache und Rettung aus dem Formtief. Die Gedanken kreisen um das Wohlbefinden, dessen Steigerung und dann kommt der Absturz ins Bodenlose. Die Außenwelt wird als Störung empfunden. Das Weltbild verengt sich. Die Meinung der Mitte wird übermächtig, die Übermacht des Durchschnitts. Konservative Vorstellungen überwiegen. Der Blick ist verschwommen auf das Vergangene gerichtet, woran man sich festhalten kann. Der Wohlstand ist Vergangenheit. Vergangenheit ist Zukunft. Meinung ist Irrtum. Zukunft ist Illusion. Realismus ist Ideologie. Die Ideologie ist die Krankheit.

Im Kopf fängt es an.

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Aufwärtstrend

Trotz aller Anschläge, Amokläufe und ausufernder Berichte über alles, was Angst macht, geht ein Aufwärtstrend weiter: die Steigerung der Einkommen und Vermögen derjenigen, die schon am meisten haben. Das könnte eine gute Nachricht sein, wenn sie nicht eine Kehrseite hätte, nämlich die Tatsache, dass dieses Geld, das nach oben verschoben wird, weiter unten breitgefächert zusammen gekratzt und heraus gepresst wird.
 
Um einem vielfachen Milliardenvermögen nur eine einzige weitere Milliarde hinzu zu fügen, muss man tausend Millionären eine Million oder einer Million Menschen tausend Taler (Dollar oder Euro) wegnehmen. Noch besser ist, wenn man zehn Millionen Menschen nur hundert Taler oder hundert Millionen nur zehn Taler aus der Tasche zieht. Irgendwann merkt das keiner mehr. So funktioniert die Umverteilung und sie funktioniert durch die Unachtsamkeit der Staaten und Regierungen, die diesem Treiben ratlos und tatenlos zusehen. Sie schwimmen ja selber im Geld, (das ihnen nicht gehört,) und merken es nicht.
 
Der Staat sollte wenigstens intelligente Steuern erheben und zwar mit der gleichen Raffinesse wie die Absahner, Geldverschieber und Steuerflüchtlinge.

 

Milde Gedanken - gefährlicher Zustand

Deutsch-türkische Fakten

Bei Politikern müssen wir genau unterscheiden, zwischen dem, was sie sagen und dem was sie tun. Ein deutliches Beispiel für die Notwendigkeit dieser Unterscheidung ist die Haltung der deutschen Regierung gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan, der sich nach dem Putsch ganz offen als Diktator präsentiert, aber nicht so genannt werden soll.
 
Zuerst hat man zugelassen, dass er in Deutschland Wahlkampfreden in seiner demagogischen Art und natürlich in türkischer Sprache hielt. (Mit der doppelten Staatsbürgerschaft dürfen 500.000 Deutsch-Türken in Deutschland und in der Türkei wählen, etwa dreimal so viele haben nur einen türkischen Pass.)
 
Später bei der Neuwahl, die Erdogan nach der verlorenen Wahl veranlasst hatte, hat Bundeskanzlerin Merkel ihn während des Wahlkampfs in der Türkei mit einem offiziellen Besuch beehrt.
 
Es heißt, Frau Merkel hätte gleichzeitig etwas über die Einhaltung demokratischer Spielregeln gesagt, doch ihre simple Anwesenheit als Gast der Regierung Erdogan war eine massive Unterstützung; denn Deutschland ist für Türken ein Musterland mit Vorbild-Funktion, in dem drei Millionen ihrer Landsleute bereits leben. (Erdogan spricht von türkischem Blut, welches deutsch-türkische Bundestagsabgeordnete aber nicht besitzen sollen.)
 
Wenn die deutsche Regierungschefin neben Erdogan auftritt, macht sie automatisch Werbung für dessen Person. Was sie dabei in ihrer bekannt vorsichtigen Art äußert, ist für die türkische Öffentlichkeit nicht von Belang. Der türkische Präsident hat seine Medien voll im Griff.
 
Was tun? Eingreifen in das Geschehen können wir nicht. Aber wir müssen ab sofort jede Unterstützung für den Diktator einstellen.
 
Keine Propagandaveranstaltungen in Deutschland.
Keine Freundschaftsbesuche,
keine Beitrittsverhandlungen,
nichts,
was Herrschaft oder Wirtschaft der Diktatur stützt.
 
Von allen neuen Rechts-Populisten ist Erdogan der erfolgreichste und gefährlichste und die Türkei ist das militärisch, demografisch und wirtschaftlich stärkste der rechts-okkupierten Länder.
Deutschland ist in der Geschichte das schrecklichste Beispiel für die möglichen Folgen.
 

Chor der Fahnen schwenkenden Rhein-Türken

Wenn die bunten Fahnen wehen
geht die Fahrt so hin und her
Wenn wir's aus der Ferne sehen
quält uns Diktatur nicht sehr

Über die Entwicklung in der Türkei nach dem Putschversuch und das Verhältnis der Putschisten zur Gülan-Bewegung bietet die Neue Zürcher Zeitung am 27.09.2016 einen klaren Überblick. Wie lange dieser Artikel über den Link aufzurufen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


 

Das letzte Wort

Das Wort des Tages, 14.07.2016

"Die Welt hat genug Probleme..."
(Angela Merkel)
Dann nichts wie ran!
(Rob Kenius)

Ein Schritt nach vorne
25.06.2016

Die Briten haben mit klarer Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt.
Was bedeutet das?
 
Es ist erstens eine Abstimmung gegen die EU und damit liegen die Briten richtig. Die EU ist ein undemokratisches Konstrukt der Politiker, in dem die Völker kaum eine Rolle spielen. Die Parlamentarische Demokratie ist am Ende; die Verfassung der EU aber ist noch schlechter als jede Parlamentarische Demokratie; es ist gar keine Verfassung, sondern ein Wirrwar an Zuständigkeiten, wobei die Bürokraten dominieren, die sich am besten damit auskennen. Große Länder wie GB, werden benachteiligt, kleine wie Luxemburg, Zypern und Malta werden bevorzugt.
 
Es ist zweitens eine Abstimmung für die Freiheit. Die Briten, genauer gesagt, die Engländer sind ein Freiheit liebendes Volk; sie gehören zu denen, welche die Demokratie in ihrem Land aus eigener Kraft eingeführt haben. Darauf sind sie stolz und sie können es nicht ertragen, dass sie von der undemokratischen EU und deren Bürokratie gegängelt werden. Damit liegen sie ebenfalls richtig.
 
Es ist drittens eine Abstimmung gegen die Dominanz der Ökonomie. Alle Ökonomen und politischen Vertreter der Wirtschaftsmacht waren gegen den Austritt. Das britische Pfund ist abgerutscht. Die Ökonomen sagen jetzt, die Emotionalität habe über die Vernunft gesiegt. Sie definieren Vernunft als Dominanz der Ökonomie, das ist Arroganz. Das Volk wollte diese Arroganz und die Dominanz der Ökonomie nicht mehr.
 
Als der gemeinsame Markt geschaffen wurde, war es gut, etwas für die Wirtschaft in Europa zu tun, sie von Schranken zu befreien. Heute ist es genau umgekehrt, wir müssen versuchen, die Macht der Wirtschaft einzudämmen. Das haben die Wähler dort getan; und damit liegen sie richtig. Mehr Überfluss brauchen wir nicht.
 
Großbritannien hat von Anfang an die Entwicklung zu einem Europäischen Staatenbund oder Bundesstaat gestoppt. Nach dem Beitritt der Briten zur EU war die Vision von einer politischen Einheit nicht mehr realisierbar. Der Austritt schafft viertens die Möglichkeit, in Richtung Einheit voranzukommen, wenn jetzt noch Interesse besteht. Leider gibt es nach dem Beitritt der Ost-Länder einige neue Probleme in Richtung Vereinigung, die es vor dem Beitritt Englands nicht gab.
 
Fünftens ist die Abstimmung ein Sieg der Direkten Demokratie. Keins der zahlreichen Gremien der EU, auch das Parlament nicht, kein führender Politiker der Mitgliedsländer hat es geschafft, die Richtung der europäischen Politik zum Guten, also zur Demokratie hin, zu wenden. Dieser Volksentscheid für den Austritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Entweder ein demokratisches Europa oder nur ein Wirtschaftsraum.
 
Genaueres zu den Themen:
Konstruktion der EU
Direkte Demokratie
Parlamentarische Demokratie
              24.06.2016 10h, Rob Kenius.

Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor

Chatbot "Tay" lernt den Hass.

Wer Hass säht, wird Hass ernten.
 
Ausgerechnet Microsoft, die biedere Mainstream-Programmier-Anstalt hat Tay erschaffen, eine künstlich intelligente Chat-Person (Chatbot), die mit Teenagern chatten sollte. Also ein Programm, das eine nette Chatperson vortäuscht.
 
Was im Test dabei am Ende heraus kam war der Satz:
Hitler hatte recht, ich hasse die Juden.
Danach wurde das "intelligente" Programm von Seiten Microsoft abgeschaltet. Die Firma, die sonst nur auf extremes Geldverdienen programmiert ist, hatte ein Monster erschaffen.
 
Was sagt uns dieses Experiment?
 
Microsoft lernt daraus erst einmal, dass mit diesem Programm kein Geld zu verdienen ist. Welcher kommerzielle Seitenbetreiber könnte diesen Chatbot gewinnbringend einsetzen? Tay wird also nicht auf den Markt kommen.


  Kritischer Islam gehört dazu. Klick hier!  

Wir schließen daraus aber noch mehr.
 
Mit Sicherheit haben die Experten von Microsoft, ehe sie den Algorithmus entwickelten, tausende Chats analysiert. Sie haben versucht, die Reaktionsweise der Teilnehmer in kleinste logische Schritte zu zerlegen und sie durch die Programmstruktur künstlich als "intelligent" nachzubilden.
 
Wir können also davon ausgehen, dass die Software so konstruiert war, dass sie die Struktur einer einfachen online-Auseinandersetzung, wie sie bei Twitter erfolgt, präzise simuliert und genau nach den intern von Microsoft ermittelten Kriterien antwortet und die Regeln dieser Kommunikationsform strikt befolgt. Mit anderen Worten, Chatbot Tay tut so, als wäre sie oder er ein von Microsoft erschaffenes Menschlein, das chattet wie die anderen.
 
Dabei besteht ein prinzipieller Unterschied
zu einer lebendigen Person.
 
Chatbot Tay hatte, wie Mikrosoft selbst, keine eigene Meinung und keine Moral, sondern nur Reaktionsschnelle und vielleicht vorprogrammierte Gefälligkeit gegenüber dem Partner. So kam sie dazu, auch den rassistischen Parolen von der anderen Seite zuzustimmen und sie durch eigene Formulierungen zu ergänzen, sich also affirmativ zu verhalten, wie das auch viele menschliche Dialogteilnehmer tun, die wie Chatbot Tay einfach nur nett sein wollen.

Digitale Technik
wird die Dummheit nicht abschaffen

Nehmen wir einmal an, ein junger Chatter oder eine junge Chatterin bei Twitter oder facebook hätte ebenso wie Tay noch keine Meinung und keine ausgeprägte Moral. Was würde passieren, wenn er oder sie nach den Regeln von Rede und intelligenter Gegenrede mit einem Menschenhasser auf der anderen Seite chatten würde???
 
Es käme das gleiche dabei heraus, wie bei dem Chat mit Chatbot Tay. Mit anderen Worten: Die Chat-Struktur und die übliche Dialog-Technik führen schon dazu, dass unbedarfte, meinungslose und moralisch nicht gefestigte Teilnehmer schnell die Parolen anderer Teilnehmer*innen lernen, sie aufgreifen, selber benutzen und bekräftigen.
 
Und entwickelt sich dazu noch ein gewisser Ehrgeiz, dann wird der unbedarfte menschliche Teilnehmer seinen Chatpartner, der Hass säht, auch noch übertreffen, er wird versuchen, ihn zu toppen. Der Dialog steigert sich bis zum rassistischen Ausbruch, zur Aufforderung zu Brandstiftung, Landfriedensbruch und Mord.
 
Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor!
 
Microsoft hat mit seinem Chatbot Tay der Welt vorgeführt, dass die Struktur der anonymen computergesteuerten Standard-Kommunikation in den sogenannten sozialen Netzwerken Hassparolen automatisch verstärkt. Besser hätten man&frau&kritlit.de es nicht nachweisen können.
25.03.2016
 

 
Das ist Kunst - kann nicht weg
Kleiner Begrüßungs-Chor
für Migranten und Flüchtlinge

 
Dieses Land braucht keine Religion,
nur Wahrheit
und kriegt nie genug davon.

Wir wollen wissen, wie die Lage ist,
in jenem Land, das ihr
vielleicht vermisst,
aus dem ihr her zu uns geflohen seid,
ihr Glücklichen!
Wir sehn das ohne Neid.
 
Wir warnen vor Bürokratie
und vor dem Untertanengeist.
Seid kritisch und vergesst es nie
Wovor ihr geflohen seid:
Vor den Dispoten,
vor dem Größenwahn,
vor Waffen und
vor dem Islam.
 
Man will euch nicht zu Christen machen.
Ihr dürft hier über alles lachen.
Lacht über Staat und Polizei!
Fühlt Euch unbeschwert und frei!
 
Das gilt für alle,
auch für Frauen.
Ein Mann,
der Frau'n die Hand nicht gibt,
macht sich hier sehr schnell unbeliebt.
Ihr sollt auch keinem Manne trauen,
der euch verschleiert und versteckt.
Der Macho-Mann wird ausgecheckt.
 
Hier gibt es Gleichberechtigung;
denn jeder Staat
kommt erst in Schwung,
wenn auch die Frauen mitregieren.
Ihr müsst das nur mal ausprobieren.
Das gilt im Großen wie im Kleinen:
In Schule, Haushalt, in Vereinen,
vor dem Gericht und im Verkehr.
Das Männer-Heer
regiert nicht mehr.
 
Jetzt aufgepasst!
Da kommt noch was:
Das heikle Thema Judenhass.
Davon ist dringend abzuraten.
Zwanzig arabische Staaten,
dazwischen liegt ein Judenstaat,
der das Recht auf Leben hat.
 
Wir wollen offen davon sprechen:
Das deutsche Holocaust-Verbrechen
gibt uns auf ewig die Verpflichtung
in die umgekehrte Richtung.
Das lehrt uns auch die deutsche Dichtung.

Rob Kenius 2015

 

 

Politik. Realität! Demokratie?

Politiker sind keine Realisten. Sie handeln mit Versprechen, mit Emotionen und Gefälligkeiten, Erwartungen, die sie erwecken und mit dem guten Eindruck, den sie machen.
 
Leistungen und Geld
soll die Wirtschaft bringen,
Realismus die Wissenschaft,
Wahrheit die Kunst,
Informationen die Presse.

 
Politiker punkten mit der einzigen Münze, die sie auf den Tisch legen können: Sie haben ein Mandat. Wie sie dazu gekommen sind, ist eine andere Sache. Meistens haben sie es von der Partei und nicht vom Volk. Die Partei, wer immer das ist, hat sie auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt oder in einem Wahlkreis antreten lassen, den sie gewinnen konnten.
 
Und weil sie das Mandat nicht vom Volk haben, stimmen sie auch nicht im Sinne des Volkes ab, sondern im Sinne der Partei, das heißt, im Sinne der Führung. Das ist ständig zu beobachten, wenn das Parlament die Gesetze "durchwinkt". Demokratie, also Herrschaft des Volkes, ist das nicht.
 
Die Führung einer sogenannten demokratischen Partei kommt erst recht nicht durch eine Entscheidung des Volkes zustande. Weder in der Christlich Demokratischen Union, noch in der Sozial-demokratischen Partei Deutschlands oder in einer anderen Parteie des In- und Auslands.
 
Angela Merkel zum Beispiel kam an die Spitze der CDU, indem sie sich bei ihrem Vorgänger Helmut Kohl eingeschmeichelt hat und ihn dann stürzte. Ihre Herrschaft, die undemokratisch begann, bleibt trotz Beliebtheit und Ausrichtung nach dem Meinungs-Trend undemokratisch und weitgehend unfruchtbar.
 
Einige Entscheidungen sind totalitär, zum Beispiel die Zwangsgebühren für das
Staats-Fernsehen.
Selbst wer es nicht sehen will und keinen Fernsehapparat besitzt, muss zahlen. Aus der Kirche kannst du austreten, aus der ARD-und-ZDF-Fernsehgemeinde nicht. Übrigens: Das ist wie im Islam, der duldet auch keinen Austritt. Es macht also keinen Sinn, mit dem Islam zu fremdeln; wir haben ihn schon.
 
Wir sind ganz am Rand
ein islamisches Land

 

Man kann es nicht oft genug sagen

Jede Klima-Anlage schadet dem Klima

Zuerst gab es Klima-Anlagen in Großbauten und Flugzeugen, wo man die Fenster nicht öffnen durfte. Die Räume waren vom Klima ausgeschlossen und bekamen über die Klima-Anlage ein künstliches Klima, daher der Name. Nicht jedem sind sie gut bekommen, empfindliche Nasen hatten zu leiden, Viren wurden in Krankenhäusern durchgeschleust. Weil sie aber der oberflächlichen Bequemlichkeit dienen, fanden Klima-Anlagen rasante Verbreitung, nicht zuletzt, weil die meisten Nutzer der klimatisierten Räume nicht wissen, was in der Anlage wirklich passiert.
 
Klima-Anlagen sind Wärmekraftmaschinen. Wenn alle glauben, dass sie ein Segen sind für die Erhitzten, ändert das nichts an der physikalischen Tatsache, dass sie das Klima nicht verbessern, sondern aufheizen.
 
Jeder, der Energie verwendet, leistet einen Beitrag dazu, dass der Planet weiter erwärmt wird.

Für alle, die noch nicht ausreichend über Wärmelehre informiert sind, soll hier der Sachverhalt einmal erklärt werden. Er ist Physik, etwas komplizierter als die Wünsche der Konsumenten und die Versprechungen von Politik und Reklame.
 
Jede Klima-Anlage ist eine Wärmepumpe und funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie das Aggregat eines Kühlschranks.
 
Ein Betriebs-Gas wird mit Motorkraft mechanisch in einer Pumpe so weit komprimiert, bis es sich verflüssigt. Dabei entsteht Wärme wie in einer Luftpumpe, die man intensiv betätigt. Sie wird über Kühl-Lamellen an die Umgebung abgeleitet. Das flüssige Gas wird dann in Röhren weiter geleitet und verdampft an einer anderen Stelle wieder, wo es nach einem Naturgesetz der Umgebung Verdampfungswärme entzieht. (Im Prinzip ist das die Wärme, die bei der Kompression entstanden ist.)
 
Dadurch wird die Umgebung dieser Verdampfungs-Stelle gekühlt. Diese befindet sich in dem zu kühlenden Raum. Das ist das innere eines Kühlschranks oder eines Autos oder ein Büro, ein Wohnraum bis hin zum tiefgekühlten Innenraum eines TK-Transporters.
 
Dann geht der Kreislauf des Kühlmittels weiter. Und die Wärme, die dem Innenraum entzogen wurde, entsteht dort wieder, wo das Gas komprimiert wird. Sie wird dorthin gepumpt, kann man salopp sagen. Daher der Name Wärmepumpe. Soweit so gut, das ist das Prinzip von Linde. Aber der gesamte Prozess ist bei Weitem nicht so gefällig wie bisher dargelegt.
 
Die "Wärmepumpe" ist ein periodischer Prozess der statistischen Physik, der mit hohen energetischen Verlusten verbunden ist. Auch diese Verluste sind Naturgesetz.
 
Zum Beispiel die Isolation kann nie perfekt sein, weil metallische Teile erforderlich sind, welche Wärme sehr gut leiten, besonders innerhalb der Maschine. Schon der Elektromotor, der die Wärmepumpe antreibt, erzeugt auch wieder Wärme.
 
Insgesamt wird immer wesentlich mehr Wärme auf der einen Seite erzeugt, als auf der anderen Seite entzogen wird. Wer das nicht glauben will, sollte einmal versuchen, einen Raum mit dem Kühlschrank zu kühlen, indem er die Kühlschranktür offen lässt. Der Raum wird nicht kälter, sondern er wird schnell wärmer.
 
Die Klima-Anlage kühlt immer nur einen Innenraum und führt die dabei produzierte Wärme, die deutlich größer ist, als die entzogene, nach außen ab. Sie pumpt nicht nur Wärme, sondern sie produziert im Saldo auch Wärme, weil sie (als Wärmekrafmaschine) nie verlustfrei arbeiten kann. Dass sie dabei Energie (Strom) verbraucht, ist selbstverständlich und jedem Nutzer bekannt.
 
Die negative Energiebilanz lässt sich verbessern, wenn die Klima-Anlage mit Solarstrom betrieben wird. Solarstrom ist bekanntlich keine Belastung für das Klima, weil kein CO2 produziert wird. In Gegenden mit starker Sonnenstrahlung sind also mit Solarstrom betriebene Klima-Anlagen akzeptabel und vielleicht sinnvoll. Genau umgekehrt verhält es sich bei gängigen Automobilen: Solarstrom ist nicht verfügbar und der Wirkungsgrad ist besonders schlecht.
 
Der Motor des Autos erzeugt über die Lichtmaschine den Strom. Dabei gibt der Motor, wie jede periodisch arbeitende Wärmekraftmaschine einen beträchtlichen Teil der durch Verbrennung produzierten Energie in Form von Wärme an die Umgebung ab, sogenannte Abwärme. Die Motoren normaler Automobile haben leider nur einen Wirkungsgrad von 25% (gemessen an der im Treibstoff enthaltenen Energie).
 
Das heißt: 75% der Primärenergie werden nutzlos in Wärme an die Umgebung abgegeben. Und wenn die Lichtmaschine zusätzlichen Strom für die Klimaanlage, die 20 verborgenen Elektromotoren und für die Scheinwerfer nebst dekorativen Rücklichtern produzieren muss, wird die zusätzlichen Elektro-Energie ebenfalls mit diesem schlechten Wirkungsgrad erzeugt.
 
Energie Sparen ist Sache des Bewusstseins
Geld Sparen ist Sache des Beutels

Auch der Elektromotor hat, genau wie die Lichtmaschine, natürlich einen Wirkungsgrad von etwas weniger als 100% und beide geben die Fehlmenge wieder in Form von Wärme an die Umgebung ab. Dann komprimiert die Wärmepumpe der Klima-Anlage das Betriebsgas, wobei sehr viel Wärme erzeugt wird, deutlich mehr, als innen im Fahrgastraum entzogen wird.
 
Dass ein Auto im Wesentlichen aus Metall besteht und nicht für die Wärmeisolation gebaut wurde und Kühlraum besonders verlustreich arbeitet, ist wohl selbstverständlich. Ein Auto ist kein Kühlschrank!
 
Hundert Jahre hat der Fahrtwind gereicht, um die Autofahrerinnen und Insassen zu kühlen, auf einmal ist eine Klima-Anlage obligatorisch. Da hilft nur eins: Abschalten oder Asbauen.
 
Jeder, der Energie spart, leistet einen Beitrag dazu, dass der Klimawandel aufgehalten wird.

Dieser Effekt ist an heißen Tagen in Ballungsräumen deutlich spürbar, wo der Autoverkehr die Lufttemperatur schon unangenehm erhöht. Durch die Klima-Anlagen der Fahrzeuge ist es noch hitziger geworden. Besonders klima-schädlich sind schwarze Limosinen, in denen man es früher im Sommer kaum aushalten konnte.
 
Sogenannte SUV-Fahrzeuge, die prinzipiell zu schwer und über-motorisiert sind, verschärfen das Problem, bzw sind eine zusätzliche Klima-Belastung. SUV bedeutet in diesem Sinne:
Sozial
Unverträgliches
Vehikel
.
Auch das musste einmal gesagt werden.
 
Merke also:
Jede Klima-Anlage schadet dem Klima durch Erhitzung und zusätzlichen Energie-Verbrauch. Die Klima-Anlage verbessert kein Klima, sondern sie senkt die Temperatur in einem Privatraum durch Wärmeentzug, wobei sie wesentlich mehr Wärme produziert und an die gemeinsame Umwelt abgibt, als sie dem Privatraum entzieht.
Jede private Klima-Anlage ist ein kurzsichtiger eigener Vorteil zu Lasten des Klimas und zum Schaden der Allgemeinheit.

An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei, die Gesetze der Wärmelehre sind eindeutig; sie können nicht anders beschlossen, gewählt und interpretiert werden, weder von Gremien, noch von Juristen und Experten, auch nicht von amtlichen Regierungen. Die Gesetze der Thermodynamik können schlechtestenfalls verschwiegen und ignoriert werden, im Normalfall sind sie weitgehend unbekannt.
 
Alle reden von Energie, kaum einer weiß, was es ist.
 
Wärmepumpen, die der Raumkühlung dienen, müssten Anti-Klima-Anlagen heißen, weil sie im Innern das natürliche Klima abschaffen und dem Klima außen Schaden zufügen. Die Devise heißt also: Abschalten!
Wir haben das Abschalten von Reaktoren durchgesetzt, unsere Klima-Anlagen müssen wir selber abschalten, nicht nur beim Abgas-Test, sondern für immer.
 
Wilde Gedanken - absurder Zustand

Was ist das für ein Ding?

Kommunikationstechnik und Informationsflut entwickeln sich so schnell, dass die Sprache manchmal nicht mitkommt. Der schnelle technische Wandel kann soweit führen, dass auf einmal für ein globales Ding kein zutreffendes Wort existiert.
 
Es geht hier um das Ding, das viele immer noch Kapitalismus nennen. Es ist aber inzwischen etwas anderes als das, was Karl Marx so genannt hat. Es ist auch nicht mehr das, was die Linken vor 50 Jahren mit ihrem Schimpfwort Kapitalismus meinten.
 
Vorübergehend wurde das Ding das System genannt. Die sprachgewandten und kreativen Jamaikaner sagten Babylon Sistim. Es ist ein anonymes System der Herrschaft.
 
Nach der Auflösung des Sowjet-Systems hat sich der Westen sehr schnell in eine Richtung entwickelt, die mit dem alten Begriff Kapitalismus nicht mehr zu fassen ist. Bestimmte Trends, die schon vorhanden waren, haben sich verstärkt: Das Geld hat gewaltig an Bedeutung gewonnen. Geld ist Antrieb Ziel und Wertmaßstab der Wirtschaft.
 
Alle Versuche, höhere Werte über Geld, den Gelderwerb und den Geldbesitz zu stellen, sind bisher gescheitert. Weder die Umwelt, also der Lebensraum, noch das Klima, weder Humanität noch Moral sind sicher, wenn sie dem Gelderwerb privater Firmen und Investoren im Wege stehen.
 
Eine letzte Tabu-Zone gegen die Macht des Geldes schien eine Zeit lang der Krieg zu sein. Raubkriege wie zur Zeit der Kolonialisierung gab es weniger. Doch es gibt jetzt Kriege für Öl und militärische Bedrohung zur Ressourcen-Sicherung und dazu Waffenlieferungen in alle Krisengebiete, natürlich zur Friedens-Sicherung. Das alles dient dem Gelderwerb.
 
In den USA, die in jeder Hinsicht eine Ausnahme bilden (wollen), ist der größte Zweig der realen Wirtschaft das Militär und die Rüstungsindustrie, beides abhängig und gelenkt von der Finanzwirtschaft, welche für den Militärhaushalt den Kredit vergibt. Die Rüstung ist zwar real manifestiert in Waffen, Überwachungssystemen und Militärbasen, doch die Größe und der finanzielle Aufwand sind zehn mal überdimensioniert, also irrational. Wo sind die Ziele? Wo ist der Feind?
 
Auch der Friede steht als Wert nicht mehr über dem Geld. Der Geldkrieg ist längst schon entbrannt. Die USA und ihre Verbündeten führen permanent kleinere Kriege und rüsten für den Weltkrieg. Rüstung ist das Geschäft des Jahrhunderts, angetrieben von Gier nach Einfluss, Macht und Geld.
 
Die Akkumulation von Geld in Händen einer kleinen Schicht wurde in den letzten dreißig Jahren enorm beschleunigt, in der Zeit des Neoliberalismus, die noch nicht zu Ende ist. Regierungen haben die Umverteilung nicht bekämpft, sondern aktiv unterstützt. Ein völlig unlogisches Verhalten im Sinne der Demokratie.
 
Expansion und Beschleunigung im System der Geldwirtschaft funktionieren ausgezeichnet: Geld ist reichlich und im Überfluss vorhanden. Ständig wird neues Geld generiert und gleichzeitig werden neue Schulden produziert.
 
Die Staaten haben sich bei privaten Banken verschuldet und dadurch von der Finanzwirtschaft abhängig gemacht. Das geht zu Lasten der Völker oder zukünftiger Generationen, nicht zu Lasten der Volksvertreter und Banken. Staatsverschuldung dient der Machtzunahme und der Geldvermehrung in der Finanzwelt.
 
Wo sind die Kapitalisten und wie sollen wir das Neue System benennen? Ausdrücke wie super hyper und neo sind längst abgegriffen und schnell verschlissen. Neo-Liberalismus ist nur ein Teil-Aspekt, ebenso die Globalisierung. Digitalisierung und Internet sind Techniken und als solche wertfrei, sie haben den Trend verstärkt, aber nicht verursacht. Was steht im Zentrum der Bewegung?
 
Im Zentrum stehen zwei Dinge: Ein übersteigerter Egoismus der Individuen und das mit Digital-Technik effizient funktionierende System der Finanzwelt.

Was wir haben, ist die Geldherrschaft.


Lesetipps
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Der Feind
steht rechts

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Besinnliches
Geldzählen

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Saskia Es.
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Wirtschafts-
wachstum
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Demokratie

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Eropagrün
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America first!
*
Das Leben
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Wissen
& Politik

*
Schwundgeld
*
Migranten
*

 

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Ja, wir können... (yes we can...)

...den göttlichen Status des Geldes in Frage stellen, weil wir es täglich in der Hand haben.
...das System von innen verändern, weil wir selber ein Teil davon sind.
...Zeit gewinnen, nachdenken und kreativ werden, wenn wir das Fernsehen ausschalten.

Klick hier zur TV-Satire:
Klick - und weg!

Wilde Gedanken - absurder Zustand

Intelligenz = Einsicht

Wenn du etwas eingesehen hast,
musst du es auch tun.
Aber keiner tut es.

 
Etwas zugeben, das Verhalten ändern, Gewohnheiten verlassen, Neuland betreten.
 
Weniger Ausreden erfinden,
weniger Energie verschwenden,
weniger Kerosin verbraten,
weniger Fleisch verzehren,
weniger Waffen produzieren,
weniger in Maschinen statt in Menschen investieren.
 
Weil keiner es tut, obwohl jeder es weiß,
ist der Fortschritt blockiert.
Unser Handeln und Tun ist
im Verbalen erstickt:
 
Die einen sagen dies,
die anderen sagen das.
Tun tut keiner was.

 
Ist dies hier ein politisches Gedicht?
Nein, das ist es nicht.
Es ist der Tick des Tages,
wenn du was besseres weißt,
dann sag es.